# AI Sector Correction and Rheinmetall Cashflow Crisis

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-11-06

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den schlechtesten Börsentag für Big Tech seit mehr als sechs Jahren, das vorsichtige Comeback eines Jahresverlierers und den 420 Milliarden Kater bei Elon Musk.
Im Thema des Tages erklären wir euch, was hinter dem Börsenbeben an der Wall Street steckt und in der AAA-Idee verraten wir euch die eindeutige Antwort.
auf die Frage, ob ihr die Rheinmetall-Aktie jetzt kaufen sollt oder verkaufen sollt.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Daniel Eckert und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Freitag, der 6.
November und wir wünschen euch einen tapferen Start in den Tag.
Tapfer musste gestern Abend jeder sein, der nach Handelsschluss in New York noch in sein Depot geschaut hat.
Der Nasdaq 100 ist um 6,4 Prozent eingebrochen.
Das war sein schlechtester Tag seit dem Corona-Crash im März 2020.
Allein in diesem Index haben sich 2,3 Billionen Dollar an Börsenwert aufgelöst.
Und nun mal so zur Einordnung, das ist knapp die Hälfte dessen, was die gesamte deutsche Volkswirtschaft in einem Jahr erwirtschaftet.
Der S&P 500 verlor 4,4 Prozent und beim Dow Jones ging es 3,4 Prozent oder gut 1.800 Punkte abwärts.
Und die US-Börse hat damit die komplette Wahlparty vom Mittwoch an einem einzigen Tag wieder abgeräumt.
Nach dem klaren Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat war ja der Dow Jones am Mittwoch noch um mehr als 1500 Punkte gestiegen, weil Anleger auf ein schnelles Ende des Irankriegs und auf billigeres Öl gesetzt hatten.
Ja, gestern hat der Marc dann dieselbe Wahl mit ganz anderen Augen plötzlich gelesen.
Zu den Gründen und vor allem zu den Folgen gleich ausführlich mehr im Thema des Tages.
Jetzt aber schon mal ein Blick auf das Angstbarometer.
Der Wichs schoss mich gestern mehr als 60 Prozent nach oben.
Und ich glaube, damit bildet er ganz gut ab, was bei uns allen gestern so abging.
Also ich glaube, ich habe selten mit mehr Ehrfurcht und Angst vor allem in mein Depot geguckt.
Das kannst du wirklich laut sagen.
Am härtesten hat es ja die Chip-Werte getroffen.
Der Philadelphia Halbleiter Index Sox, der schloss mehr als 12 Prozent im Minus an einem einzigen Tag.
Und auch das war der schwerste Tagesverlust seit der Pandemie 2020.
Nvidia rutschte dann als Schlusslicht im Dow um 9,3 Prozent ab, verlor damit knapp 450 Milliarden Dollar an Börsenwert und hat sämtliche Kursgewinne.
Seit Jahresbeginn wieder abgegeben ist wieder alles futsch.
Broadcom gab 10% nach und Qualcomm, darüber hatten wir ja auch in der gestrigen Folge schon gesprochen, hatte zwar in den Quartalszahlen die Erwartungen geschlagen, enttäuschte dann aber mit dem Ausblick und verlor 9,5%.
Und beim Chip-Designer ARM ging es 12% abwärts.
Wir können diese Liste jetzt munter fortführen, aber das macht unsere Stimmung nicht besser.
Dann schauen wir nochmal schnell auf die Speicherwerte.
Ja, war jetzt auch nicht so, als wäre es da jetzt besser gelaufen.
Im Gegenteil, Seagate, Western Digital und Sundisk verloren bis zu 22%.
Denn ohne ihre Festplatten und Speicherchips läuft eben auch kein Rechenzentrum.
Micron verlor 17,5 Prozent, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass der Konzern seine Pläne für ein neues Werk in Taiwan wegen eines Arbeitskonflikts auf Eis legt.
Und bei den Neoclouds, das sind diese Firmen wie CoreWeave, Nebius oder Iron.
Die Firmen, die Hallen voller KI-Chips bauen und die Rechenleistung dann vermieten, bei denen ging es um 10 bis 17 Prozent abwärts.
Und auch Elon Musks Reich, das blieb nicht von dem Ganzen verschont, denn Tesla fiel um fast 11 Prozent und SpaceX um 9 Prozent.
Der Ausverkauf blieb auch nicht nur bei irgendwelchen Tech-Werten.
Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 6%, die Großbank JP Morgan gab um 4% nach und der Russell 2000 mit den kleineren Firmen in den USA rutschte ebenfalls in eine Korrektur.
Und auch für die Unternehmen, du hast es eben schon gesagt, von Elon Musk sah es wirklich richtig übel aus.
Ja und für ihn war das ja was, man kann fast ein Persönliches, denn es war auch eine persönliche Niederlage.
Laut Financial Times war er ja mit 470 Millionen Dollar der größte Spender der Republikaner in diesem Wahlkampf gewesen.
Und die meisten seiner Kandidaten, die haben das verloren, so auch in Texas.
Dort sitzen ja Tesla und SpaceX.
Und dort planen beide eine riesige Anlage aus Rechenzentren und eine Chipfabrik, die sich nach Einschätzung der Deutschen Bank jetzt verzögern und verteuern könnte.
Einige fürchten außerdem noch Untersuchungen im Kongress und eine Aufsicht, die den Wunsch von Elon Musk nach einer Fusion von Tesla und SpaceX erstmal blockiert.
Zusammen haben beide Firmen übrigens seit Dienstag gut 420 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.
Dafür floss aber wieder mehr Geld in US-Staatsanleihen.
Die Rendite der 10-Jährigen fiel auf rund 4,8 Prozent, den tiefsten Stand seit zwei Monaten.
Normalerweise schiebt ein steigender Ölpreis die Renditen nach oben, weil er die Inflation anheizt.
Gestern kletterte die US-Sorte WDI um fast 3% auf 90,50 Dollar.
Trotzdem kauften die Anleger Anleihen.
Auch Bitcoin wurde von dem Abwärtstrend mitgerissen und fiel um gut 5% auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen.
Ein Handelstag, der auf gleich mehreren Ebenen schmerzte.
Ja, ein ganzer Tag zum Vergessen.
Und dass das so schnell ging und vor allem so schnell bergab ging, hat auch mit dem geliehenen Geld zu tun.
Nach Zahlen der US-Aufsicht FINRA hatten Anleger im September knapp 1,5 Milliarden Dollar an Wertpapierkrediten aufgenommen, um damit Aktien zu kaufen.
Das sind 350 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor und sogar 700 Milliarden Dollar mehr als vor zwei Jahren.
Wer auf Pump kauft, hinterlegt seine Aktien halt als Pfand.
fallen dann die Kurse, schrumpft das Fund und der Broker, der verlangt frisches Geld, das ist dieser berühmte und berüchtigte Martin Call.
Und wer da nicht nachschießt, dem verkauft der Broker die Aktien einfach selbst und das drückt die Kurse weiter.
Daten von Carson Group haben Hedgefonds ihre Position zuletzt so stark zurückgefahren wie seit 10 Jahren nicht mehr.
Ja und genau auf so einen Abschluss hat ja auch Michael Burry eins gesetzt, der mit seiner Wette gegen den US-Immobilienmarkt ja berühmt geworden ist.
Er hält jetzt auch Put-Optionen, also Wetten auf fallende Kurse auf den großen Halbleiter-ETF von Van Eck und hat davon jetzt ein Viertel verkauft.
Der Rest sei aber noch eine sehr große Position, schreibt er selbst.
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Wall Street in den Wochen nach der Zwischenwahl ja übrigens immer gestiegen, weil die Unsicherheit weg war und die geteilte Macht zwischen...
Präsident und Kongress auch die allzu teuren Ausgabenprogramme bremste.
Ja, da sind wir wieder beim Thema historische Statistiken.
Diesmal, da hängt allerdings ein großer Teil des US-Wachstums an den KI-Investitionen und genau die wackeln ja jetzt.
Ja, der Chef von ARM hält dagegen.
Wenn die USA bremsen, stehen nach seinen Worten andere Länder bereit.
Und China tritt ohnehin nicht auf die Bremse.
Wir haben ja hier schon hinlänglich drüber gesprochen.
Die Strategen von Penmere-Liverum erwarten sogar noch eine Jahresendrallye, weil viele Anleger die Rücksetzer zum Einstieg nutzen dürfen.
Sie selbst würden diese Erholung allerdings zum Verkauf nutzen, denn 2027 dürfte dem KI-Sektor nach ihrer Einschätzung ordentlich die Puste ausgehen.
Immerhin ein US-Unternehmen notierte gestern deutlich im Plus AppLovin.
Das Unternehmen verkauft Werbung in Handy-Apps, vor allen Dingen in Spielen und lässt eine KI entscheiden, welche Nutzer welche Anzeige zu sehen bekommt.
Bis Mittwoch hatte die Aktie seit Jahresbeginn rund 60% verloren und war mit dann der schlechteste Wert im gesamten S&P 500.
Gestern ist sie aber mitten im Ausverkauf um knapp 30% nach oben geschossen.
Ausgelöst haben das die Zahlen vom Mittwochabend.
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 55 Prozent auf fast 2,2 Milliarden Dollar.
Und damit wuchs Applovin mehr als doppelt so schnell wie die großen Werbeplattformen der Branche.
Auch beim Gewinn je Aktie und beim Ausblick aufs vierte Quartal lag Applovin klar über den Erwartungen.
Bemerkenswert ist, woher das Wachstum kommt.
Die Zahl der vermittelten App-Installationen stieg um rund zwei Prozent.
Der Erlös pro Installation aber um 55 Prozent.
Kunden zahlen also deutlich mehr für jeden neuen Nutzer, weil die KI offenbar die richtigen findet.
Und von jedem Dollar Umsatz bleiben 84 Cent als bereinigter operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Und eigene Rechenzentren muss Appleauvin dafür gar nicht bauen.
Unser deutscher Aktienindex hat gestern, bevor es dann abwärts ging, noch schnell einen Rekord markiert.
Im Tagesverlauf kletterte der...
DAX bis auf knapp 26.693 Punkte und damit über seine alte Bestmarke von August.
Und dann drehte ja wie gesagt die Stimmung und am Ende schloss der DAX dann 0,4% tiefer bei 26.325 Zählern.
Der MDAX verlor 0,9%.
Als der DAX um halb sechs schloss, hatte die Wall Street ja noch viereinhalb Stunden vor sich und die Verluste dort haben dann sich bis zum Abend leider weiter vertieft.
Nach unten gezogen haben den DAX neben den KI-Werten aber vor allem die Aktien von Rheinmetall.
Der Rüstungskonzern hatte auch nach Börsenschluss am Mittwochabend schon wieder seine Prognose gesenkt und die Aktie brach daraufhin zweistellig ein.
Rheinmetall-Aktionäre mussten gestern also gleich doppeltapfer sein, aber auch dazu später mehr und zwar in der AAA-Idee.
Und jetzt machst du erstmal die Termine, lieber Eckhard, oder?
Ja, ich fange mal mit an, denn heute steht ein wirklich wichtiges Konjunkturdatum in den USA an.
Payrolls für Oktober.
Und dieser monatliche Arbeitsmarktbericht, der ist einfach ein wichtiger Indikator für die Zinsentwicklung und die Geldpolitik der Amerikaner.
Die Konsenserwartung liegt dabei 59.000 bis 65.000 neue Jobs nach, 29.000 in der Vorperiode.
Es gibt noch ein zweites Datum, nämlich von der University of Michigan, das Verbrauchervertrauen für November.
Ja, und bei uns in Deutschland, da wird am Morgen schon die Produktion im produzierenden Gewerbe, also in der Industrie bekannt gegeben.
Das sind die Daten für September, die beäugen wir ja auch immer kritisch.
Und aus der Eurozone, da kommt der Einzelhandelsumsatz für September.
Dann gibt es auch noch ein paar Unternehmenszahlen.
Es ist aber vergleichsweise zumindest ein relativ ruhiger Tag.
Aber trotzdem sind ein paar spannende Namen dabei, unter anderem aus Europa.
Kronis, Daimler Truck, International Consulated Air Group.
Airlines Group, so ist richtig.
Airbus, Amadeus IT, Kia gehen und aus den USA beziehungsweise auch aus Kanada kommen Moderna, Humana und Enbridge und außerdem noch Vistra, Oklo Charter Communication und Under Armour.
Ja und dann heißt es für uns alle, hoch die Hände, Wochenende.
Das Thema des Tages.
Ach, Lea, was für ein Stimmungswechsel.
Am Mittwoch feierten die Anleger noch das Ergebnis der Zwischenwahl.
Am Donnerstag, da fällt dann der Nasdaq 100 Index, also der Index der...
großen Tech-Werte um mehr als 6 Prozent und auch der breite Nestec-Markt, also dieser gesamte Tech-Komplex, der ging um mehr als 6 Prozent nach unten, zumindest zeitweise.
Und der Chip-Index, hatten wir schon erwähnt, der verlor sogar zweistellig.
Und da steht jetzt die Frage im Raum, ist das der Moment, in dem die große KI-Blase platzt?
Ja.
Das ist eine wirklich gute Frage.
Ich glaube, die stellen wir uns gerade alle.
Ich muss ja sagen, ich wäre mit dem Wort Blase ein bisschen vorsichtig, aber wir leben gerade auf jeden Fall eine ziemlich brutale Neubewertung dessen, was die Börse in den vergangenen Jahren am meisten geliebt hat.
Chips, Cloud, Rechenzentren, KI-Infrastruktur und, und, und.
Der Nestec 100 ist inzwischen mehr als 10 Prozent von seinem Rekord entfernt und damit sind wir jetzt auch noch einmal betont offiziell in einer Korrektur.
Und bemerkenswert ist, wie schnell die ganze Sache gedreht hat.
Ich kann da eine lustige Geschichte erzählen.
Ich habe mich gestern mal am Nachmittag für zwei Stunden zurückgezogen, weil ich als Finanzexperte zum Thema Dividenden interviewt wurde.
Und nach diesen zwei Stunden, da hatte ich übrigens vorher noch über das Allzeithoch beim DAX getwittert, da kam ich also zurück an meinen Bildschirm und blickte auf das Display und sehe plötzlich die Tech-Werte zweistellige Minus.
Und ich dachte zuerst, das sind Wochen- oder Monatswerte und das stimmt alles gar nicht.
Ja, dann hast du mir geschrieben, Lea, wer hat den Markt kaputt gemacht?
Genau so war es.
Und ich konnte es dir nicht beantworten.
Aber es war ein bisschen so, als hätten die Anleger von einem Moment auf den anderen gesagt.
Ich will jetzt mein Geld zurück.
Und Auslöser für diesen abrupten Perspektivwechsel war dann doch die Politik.
Bei den Zwischenwahlen haben sich in Texas, Ohio und Georgia, wir haben es auch eben schon gesagt, die Kandidaten durchgesetzt, die sich gegen neue Rechenzentren ausgesprochen hatten.
Und jetzt fürchten die Investoren natürlich, dass ein demokratisch kontrollierter Kongress den Ausbau dieser KI-Infrastruktur in Zukunft erschweren könnte.
Aber die Wahl, wenn man ehrlich ist, das war eher der Funke als das eigentliche Pulverfass.
Denn die Zweifel, die waren ja längst da und da hat auch unser Kollege Benedikt Fust ausführlich drüber geschrieben.
Die Zweifel an der Profitabilität von KI, die ist eben auch auf Unternehmen übergeschwappt, die am Anfang der KI-Wertschöpfungskette stehen.
Ja, wir haben ja eben schon darüber gesprochen, welche Titel da wir viel verloren haben.
Aber wir stellen uns natürlich jetzt eine ziemlich simple Frage.
Wer bezahlt denn am Ende die Rechnung?
Die großen KI-Anbieter brauchen ungeheure Mengen an Rechenleistung.
Und gleichzeitig zeigt sich, dass KI-Agenten im täglichen Betrieb teilweise so teuer sind, dass sie sich noch nicht kostendeckend verkaufen lassen.
Anders gesagt, technologisch funktioniert vieles beeindruckend gut, ökonomisch aber noch nicht unbedingt.
Und auf diese KI-Agenten, da hatten ja viele große Hoffnung gesetzt.
Irgendwie ist das alles paradox, denn Microsoft, Amazon oder Alphabet, die haben ja volle Auftragsbücher für ihre Cloud-Sparten.
Gleichzeitig verschlingen die neuen Rechenzentren aber so viel Kapital, dass der freie Cashflow massiv unter Druck gerät.
Bis vor kurzem gar kein Problem, aber...
Dann kam Alphabet und seither feiert die Wall Street jetzt nicht mehr jede KI-Investition, nicht mehr jeden Dollar an KI-Investitionen, sondern fragt plötzlich, was denn dieser Dollar später mal einbringt.
Ja und damit verändert sich ja ein Stück weit auch so das Verhältnis zum Risiko.
Solange Anleger glaubten, dass die Nachfrage praktisch unbegrenzt wächst, waren hunderte Milliarden Dollar Vorleistung kein großes Ding.
Wenn das Wachstum aber nun...
Bisschen langsamer wird, sieht dieselbe Rechnung plötzlich ganz anders aus, logisch.
Vor allem bei den Firmen, die ihre Nvidia-Rechner mit viel Fremdkapital finanziert haben zum Beispiel.
Jetzt kommt noch ein entscheidender Punkt, denn ausgerechnet in diesem Moment fehlt ein wichtiger Puffer.
Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Oracle, die haben ihre Aktienrückkäufe massiv reduziert, weil sie das Geld für Und genau in dem Moment, in dem die Kurse schwächeln, kaufen die Tech-Giganten deutlich weniger ihre eigenen Aktien zurück.
Und auch das verstärkt jetzt die Bewegung nach unten.
Ja, und trotzdem würde ich nicht von einem großen Börsen-Crash oder gar dem Platzen der KI-Blase sprechen.
Dafür sieht das Bild unterhalb der Oberfläche noch zu differenziert aus.
Geld verschwindet nicht einfach aus dem Markt, sondern wandert beispielsweise in Anleihen oder auch in Geldmarktfonds.
Und Apple war gestern sogar im Plus, wenn auch leicht, aber im Plus, während die ganz großen KI-Gewinner natürlich...
massiv unter Druck standen.
Ja, und das sollte man auf jeden Fall immer tun, unter die Oberfläche schauen, denn da sieht man ja die paddelnden Füße der Entlein.
Da ist sie wieder, die Ente.
Ja, und damit sind wir beim entscheidenden Punkt.
Wir sehen bislang eher eine heftige Sektorredaktion als einen breiten Crash am Aktienmarkt.
Und dazu passt auch, dass defensive Branchen seit einigen Wochen stärker laufen.
Anleger verkaufen also Risiko, aber sie verkaufen nicht wahllos alles am Aktienmarkt.
Das war ja auch zum Beispiel am Donnerstag ganz schön beim DAX zu beobachten.
Am Vormittag steht der Deutsche Leitindex zunächst auf das neue Rekord hoch, du hast es ja selbst gesagt, während an der Wall-Street-Technologie verkauft wurde.
Erst als der Ausverkauf in New York dann am späten Nachmittag immer heftiger wurde, drehte dann noch der DAX ins Minus und das spricht ja dann eher für Umschichtung als für die pure Panik.
So ist es und damit kommen wir zum entscheidenden Punkt, zur Frage, die euch am meisten beschäftigt als Anleger.
Was macht ihr jetzt?
Also erstens würde ich einen Nasdaq-Rückgang um gut 10% noch nicht mit einem Bärenmarkt verwechseln.
Historisch spricht man ja erst bei einem Minus von 20% von einem solchen Bärenmarkt.
Und eine Korrektur von 10%, die fühlt sich unangenehm an, ist aber etwas komplett anderes als ein Systembruch.
Tut nur ein bisschen weh.
Zweitens würde ich jetzt genau hinschauen, welche Geschäftsmodelle denn eigentlich wirklich verkauft wurden.
Ein hochverschuldeter Rechenzentrumsbetreiber ist ja was völlig anderes als eine Microsoft-Aktie mit Milliarden Cashflows im Hintergrund und bestehenden Cloud-Kunden.
Wenn alles gleichzeitig fällt, entstehen gerade durch diese Unterschiede natürlich auch Chancen.
Der Markt beginnt wieder, Qualität und Finanzierung stärker zu unterscheiden.
Und eine dritte Bitte, nicht versuchen, den heldenhaften Trader spielen zu wollen.
Und unbedingt den Tiefpunkt erwischen zu wollen.
Wer von der langfristigen KI-Story überzeugt ist, der kann eine Korrektur nutzen, um gute Unternehmen in Tranchen einzusammeln.
Gerade nach solchen Tagen ist es vernünftiger, Positionen schrittweise aufzubauen, als mit einem großen Betrag auf das perfekte Timing zu wetten.
Stichwort Sparplan.
Der Investor Joachim Pech sieht das ähnlich.
Er hält das Ganze eher für eine Sektorrotation als für einen breiten Crash und kann sich kaum vorstellen, dass bereits bestellte Rechenzentren plötzlich gestoppt werden.
Schließlich...
Ist die KI-Infrastruktur inzwischen ja auch eine strategische Frage im Wettbewerb zwischen den USA und China.
Im Extremfall, meint er, würde Trump sogar versuchen, einen solchen Investitionsstopp zu verhindern.
Und deshalb hält es Jochen Pech für vertretbar, nach dem Einbruch schon wieder einzelne Positionen aufzubauen.
Und er erinnert dabei an einen bekannten Spruch aus dem Buffett-Universum.
Sei ängstlich, wenn andere gierig sind.
Und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.
Ja, und er hat ja auch gesagt, wenn man mit einem 50 Prozent Verlust nicht umgehen kann, sollte man gar keine Aktien besitzen.
Und das heißt natürlich all das jetzt nicht, greift ins fallende Messer einfach blind rein.
Aber vielleicht heißt es gerade jetzt genauer hinsehen, wo Angst bereits größer geworden ist als das tatsächliche Risiko.
Die KI-Story ist jedenfalls noch nicht vorbei, aber die Zeit, in der allein das Wort Rechenzentrum schon reicht für steigende Kurse, die Zeit könnte jetzt vorbei sein.
Ja und für euch beginnt jetzt sogar möglicherweise eine besonders interessante Phase an der Börse.
Weniger Euphorie, aber mehr Auswahl bei guten Investments.
Und vielleicht locken ja auch dann bald wieder Einstiegskurse.
Kaum eine deutsche Aktie hat Privatanleger in den vergangenen Jahren so reich gemacht wie Rheinmetall.
Anfang 2022, also kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, kostete das Papier weniger als 100 Euro.
Und im Herbst 2025 waren es sogar zeitweise mehr als 2000 Euro.
Also ein Plus von rund 1900 Prozent in nicht mal vier Jahren.
So ist es.
War auch eine der kontroversesten Aktien, muss man dazu sagen.
Und am Mittwoch hat die Aktie dann vieles davon wieder weggenommen.
Denn nach den Quartalszahlen von Rheinmetall brach der Kurs zeitweise um mehr als 18 Prozent ein auf rund 850 Euro.
Vom Rekordhoch aus gesehen hat sich der Kurs damit mehr als halbiert.
Auslöser war die...
Zweite Prognosesenkung innerhalb weniger Monate.
Im August hatte Rheinmetall die Umsatzerwartung für 2026 nach dem Aus beim Fregattenprojekt F126 schon mal um 300 Millionen Euro gekappt.
Jetzt rechnet der Konzern nur noch mit rund 13,2 Milliarden Euro statt mit 13,7 bis 14,2 Milliarden.
Ja, die operative Marge, die soll jetzt bei 18,5 Prozent liegen statt bei rund 19 Prozent wie vorher gedacht.
Am meisten schmerzt da der Cashflow tatsächlich.
Rheinmetall wollte eigentlich mehr als 40 Prozent des operativen Ergebnisses in echtes Geld verwandeln.
Dieses Ziel ist gestrichen.
Versprochen wird nur noch ein positiver operativer Cashflow.
Also Geld, das nach laufenden Investitionen tatsächlich in der Kasse bleibt.
Aber wie hoch das ist, keine Ahnung.
Sehen wir dann.
Nach neun Monaten steht dort ein Minus von knapp 1,7 Milliarden Euro.
Rheinmetall verweist auf volle Lager für das geplante Wachstum.
Doch selbst im dritten Quartal lag der Wert noch bei minus 82 Millionen, obwohl Analysten mit einem Plus gerechnet hatten.
Schuld daran sind vor allem Verzögerungen.
Die Genehmigung für Arminius ist einen milliardenschweren Auftrag für den Transportpanzer Boxer, erwartet das Management jetzt erst im ersten Quartal 2027.
Artilleriemunition nehmen die Kunden später ab, weil strenger getestet wird.
Und auch das Raketengeschäft mit dem niederländischen Partner Destinos läuft langsamer als eigentlich geplant.
Das wiegt schwer.
Laut Jeffreys sollen von den rund 50 Milliarden Euro Umsatz, die Rheinmetall für 2030 anpeilt, etwa 5 Milliarden aus Raketen stammen.
So, eigentlich sehen die Geschäftszahlen aber gar nicht so unbedingt nach Krise aus.
In den ersten Monaten stieg der Umsatz um 38 Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis sogar um 68 Prozent auf gut 1,3 Milliarden.
Im Auftragsbuch stehen inklusive erwarteter Abrufe aus Rahmenverträgen 78 Milliarden Euro.
Knapp das Sechsfache dessen, was Rheinmetall in diesem Jahr umsetzen will.
Die Analysten zweifeln deshalb vor allem daran, wie pünktlich Rheinmetall aus dieser Nachfrage Umsatz und Cash macht.
Bernstein spricht von einem Verlust an Glaubwürdigkeit, Morgan Stanley von einer klar negativen Entwicklung, weil der Konzern so stark an Auftragsterminen und wenigen Großaufträgen hängt.
Verkaufen will trotzdem keiner der beiden.
Bernstein bleibt bei Outperform mit einem Kursziel von 1200 Euro und Morgan Stanley bei Overweight mit 1750 Euro.
Jeffreys rät mit Kursziel 1350 Euro ebenfalls zum Kauf und rechnet vor, dass Rheinmetall schon vor dem Absturz nur noch mit einem etwa dem Sechsfachen, das wir 2030 erwarteten, Gewinns bewertet war.
Im Bloomberg-Konsens kommen 26 Analysten im Schnitt auf gut 1520 Euro.
Vom aktuellen Kurs bei rund 850 Euro wäre das etwa 78% Potenzial und eine Verkaufsempfehlung findet sich darunter nicht eine einzige.
Diese 78% würde ich allerdings mit etwas Vorsicht genießen.
Jeffries selbst hatte sein Kursziel im August 2025 zeitweise auf 2.250 Euro angehoben.
Heute sind es dann aber nur noch 1.350 Euro.
Ja, die Analysten haben ihre Erwartungen also schon mal kräftig zurückgeschraubt und Bernstein warnt, dass dieser Kreislauf sinkender Gewinnschätzungen jetzt erstmal durchbrochen werden muss.
Bei den Zahlen für 2030 liegt das Haus rund 20 Prozent unter dem Konsens.
Und dazu kommt noch, dass Rheinmetall gleichzeitig Fabriken baut, Werften kauft und neue Geschäftsfelder erschließt.
Also je größer der Konzern wird, desto mehr kann auch bei der Umsetzung am Ende schief gehen.
Logisch.
Das Europa aufrüstet, das steckt längst im Kurs.
Wer jetzt einsteigt, der wettet darauf, dass Rheinmetall seine Auftragsbücher pünktlich abarbeitet, die neuen Werke auslastet und die versprochenen Margen liefert.
Die nächsten Prüfsteine stehen fest.
Beim Kapitalmarkttag Ende November muss Armin Pappberger erklären, wie realistisch die 50 Milliarden Umsatz für 2030 noch sind.
Zum Jahresende soll der Free Cashflow positiv sein und im ersten Quartal soll Arminius kommen.
Bis dahin behandelt die Börse Rheinmetall erstmal wie ein Konzern auf Bewährung und Pappberger kann die Probezeit nur mit einer einzigen Sache verkürzen.
Lieferungen, die auch zum versprochenen Termin kommen.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
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In der Samstagsfolge haben Holger und Nando einen ganz besonderen Experten zu Gast.
Er ist Mathematiker, ein überaus erfolgreicher Portfolio-Manager und er ist genau das, was man in wilden Börsenzeiten wie diesen braucht, ein sachlicher Analytiker.
Der Gast erklärt ganz genau, was da gerade in Sachen KI-Hype passiert und vor allem auch, warum es passiert.
Und als wäre all das nicht schon Grund genug, die Folge zu hören, hat unser Gast auch noch eine Faktorenstrategie für Kleinanleger mitgebracht und als Bonbon sogar noch eine unterschätzte Aktie angepreist, die auch der Defner so sehr mag.
Und damit ihr diese Folge nicht verpasst, kann es nur heißen, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Ihr hört uns dann morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
