# Midterm Election Market Shifts and Pharma Winners

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-11-05

## Transcript

Was eine krasse Reaktion gestern an der Börse auf die Midtermwahlen.
Mich hat es ziemlich überrascht.
Für die meisten Aktien war es ziemlich positiv.
Wir schauen, was da genau los war.
Zum Beispiel bei Apple, da ist die Aktie auf 5% hoch.
Dann gibt es eine versteckte Wette auf das erfolgreichste Medikament von Bayer.
Und wir sprechen mal wieder über Stablecoins.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Donnerstag, der 5.
November.
Und das ist ohne Aktien wird schwer.
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Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ich habe ja letzte Folge schon gesagt, dass die Demokraten bei der Wahl ganz gute Chancen haben und sich ein klarer Sieg von ihnen negativ auf Rüstungs- und Tech-Aktien auswirken könnte.
Und gestern gab es dann den sogar sehr klaren Sieg der Demokraten.
Auch die Reaktionen waren so ähnlich, aber sie waren deutlich krasser, als ich gedacht hätte.
Im Rüstungsbereich zum Beispiel Lockheed Martin, BAE Systems, L3 Harris, also die ganzen amerikanischen Rüstungskonzerne, haben an der Börse zwischen 5 und 10 Prozent verloren, also wirklich sehr deutlich.
Auch runter ging es bei den meisten Halbleiteraktien, weil es eben Sorge gibt, dass die Demokraten den krassen Ausbau von Rechenzentren härter limitieren werden und das würde eben die ganzen Rechenzentrumsfirmen treffen, beziehungsweise vor allem die Chip-Lieferanten.
Was mich dann aber überrascht hat, waren die Ausreißer nach oben, gerade auch im Tech-Bereich.
Apple zum Beispiel ist einfach 5% gestiegen und da reden wir bei Apple über 300 Milliarden Dollar Wertzuwachs.
Apple hat also nur wegen den Wahlen an einem Tag Mehrwert zugelegt, als die wertvollste deutsche Firma SAP insgesamt wert ist.
Und der Grund ist eben, dass Apple profitieren könnte, wenn weniger Rechenzentren gebaut werden, weil dann auch die Preise für Speicherchips eben wieder runterkommen könnten.
Deswegen sind dann gestern auch Aktien von Lenovo oder HP gestiegen, die eben im PC-Markt auch unter den hohen Speicherchippreisen leiden.
Außerdem war die Börse gestern scheinbar ganz happy, dass die ganzen anderen Tech-Giganten wie Alphabet, Amazon, Meta, also alle, die massiv Geld in Rechenzentren pumpen, das vielleicht nicht mehr ganz so viel machen werden, dass sie da weniger ausgeben werden und mehr Geld dann an die Aktionäre ausschütten können.
Außerdem könnten diese ganzen Besitzer von Rechenzentren natürlich davon profitieren, wenn es durch neue Regulierung einen größeren Engpass an Rechenleistung gibt.
Also auch das könnte da mitspielen.
Auf jeden Fall die ganzen Aktien von Alphabet, Amazon, Meta, alle deutlich gestiegen.
Mit dem Anstieg von Apple, um nochmal da zurück zu circlen, war gestern auch ein sehr guter Tag für Warren Buffett bzw.
Berkshire Hathaway und dem sogar noch woanders profitiert.
Und zwar hat doch Berkshire Hathaway in letzter Zeit sehr aktiv in Houseboy investiert.
Obwohl die Branche ja ziemlich in der Krise steckt, vor allem wegen den hohen Zinsen.
Gestern haben dann Hausbauer wie Lenna und Dia Horten, aber auch Bauhausketten wie Home Depot zum Beispiel um die 5% zugelegt.
Denn es ist erstens so, dass die Demokraten Maßnahmen umsetzen könnten, um Wohnungseigentum zu fördern.
Und zweitens, wenn sie mehr aufs Budget achten, bisschen weniger Geld ausgeben als Trump und die Demokraten, dann könnten auch die Zinsen sinken, was ja für Hausbauer auch wieder gut wäre.
Dann gab es noch den bisschen überraschenden Gewinner der Alkoholaktien.
Vor allem Constellation Brands hat stark zugelegt.
Und das liegt daran, dass sie mit Modelo und Corona zwei Biermarken haben, die vor allem in den hispanischen Zielgruppen sehr beliebt sind.
Und genau bei diesen Zielgruppen hat tatsächlich der Bierkonsum auch wirklich unter Trumps Immigrationsmaßnahmen gelitten.
Und zu diesen ganzen Themen kam dann gestern noch, dass die Ölpreise massiv gefallen sind, weil das Wahlergebnis eben schon auch gezeigt hat, dass die Amis den Irankrieg eigentlich nicht wollen.
Alles in allem war es also ein ganz guter Börsentag, vor allem mit vielen Gewinnern für alle von euch, die ein breit gestreutes Portfolio haben.
Hart getroffen hat es dafür alle mit vielen Rüstungs- und eben Chip-Aktien.
Abseits der Wahl gab es dann noch ein paar Quartalszahlen und ich hatte ja letzte Folge gesagt, dass gerade eine wirklich gute Zeit für Pharmaaktien ist.
Bayer, Merck, Ila Lilli, alle hatten starke Quartalszahlen in letzter Zeit.
Und gestern hat dann auch noch Novo Nordisk nachgezogen.
Bei denen soll der Umsatz dieses Jahr im besten Fall 2% wachsen, im schlimmsten Fall 2% fallen.
Klingt jetzt nicht wahnsinnig gut, aber davor hatten sie im Worst Case mit einem Minus von 6% gerechnet und im Best Case mit gar keinem Wachstum.
Die Lage wird also besser, sie ist noch immer sehr weit von den Zahlen bei Ila Lilly entfernt und außerdem hat Novo im Gegensatz zu Ila Lilly das Problem, dass sie neben den Abnahmspritzen einfach nicht wahnsinnig viele Medikamente haben.
Wenn also die Patente ablaufen bei den Abnahmspritzen, dann wird es einfach schwierig.
Aber jetzt mal kurzfristig geschaut, waren die Zahlen eben besser als gedacht und entsprechend ist die Aktie 5% hoch.
Nur was sind schon 5%, wenn man auch 30% haben kann?
So viel gab es gestern bei Duolingo und dort haben sich vor allem die Nutzerzahlen verbessert.
Die Zahl der täglich aktiven Nutzer ist also 29% gestiegen, im Quartal davor ist sie 23% gestiegen und die Zahl der monatlich aktiven Nutzer ist 13% hoch, im Quartal davor nur 10%.
Vom Gefühl her würde man jetzt sagen, dass die Zahl der täglich aktiven Nutzer eigentlich wichtiger ist, weil das ja die echten Superfans sind, die einfach jeden Tag zurückkommen.
Aber ein Analyst hatte dazu einen ganz spannenden Punkt und zwar ist die Anzahl der täglich aktiven Nutzer auch abhängig von ein paar netten Features, die eben beeinflussen, dass Nutzer, die eh schon da sind, noch ein bisschen öfter aktiver werden.
Wenn es aber mehr monatlich aktive Nutzer gibt, dann heißt das eher, dass wirklich neue Nutzer dazukommen und das ist ja langfristig für die Firma wichtiger, als das Bestehende jetzt vielleicht noch einmal öfter die App nutzen.
Und zum Schluss noch eine absurde Story, die ich bei Christian Röhl gesehen habe.
Und zwar ist ja diese Woche Janosch verstorben, also der Schriftsteller, der unter anderem hinter Oh, wie schön es Panama steckt.
Was viele aber nicht wissen, der hat schon rund um die Dotcom-Blase, also vor über 20 Jahren, seine Urheberrechte in die Janosch Film- und Medien-AG gepackt.
Und die Firma ist bis heute an der Börse, macht so circa 500.000 Euro Umsatz im Jahr, kommt auf circa 5 Millionen Euro Börsenwert und zahlt sogar Dividende.
Und gestern ist die Aktie auch fast 20 Prozent gestiegen.
Letzte Folge habe ich ja erzählt, wie krass erfolgreich das Krebsmittel Nubeka von Bayer gerade ist.
Alleine letztes Quartal hat es fast eine Milliarde Euro Umsatz gemacht, ist 60 Prozent gewachsen.
Aber was ich nicht erzählt habe, von diesem Medikament profitiert nicht nur Bayer.
Die andere Firma, die davon profitiert, hat sich mal Christoph angeschaut.
Entdeckt hat den Wirkstoff hinter Nubeka nämlich nicht Bayer selbst, sondern Orion aus Finnland.
Seit 2014 entwickeln die beiden Nubeka jetzt zusammen.
Bayer verkauft es weltweit und Orion stellt den Wirkstoff her, verkauft die Tabletten an Bayer und bekommt dann Lizenzgebühren auf jeden Euro Umsatz.
Im dritten Quartal hat Orion mit Nubeka rund 280 Millionen Euro umgesetzt.
Das ist mehr als die Hälfte vom gesamten Umsatz.
Inzwischen hat Orion die höchste Stufe bei den Lizenzgebühren erreicht.
Bedeutet, wächst Nubeka bei Bayer weiter, wachsen Orions Lizenzeinnahmen im selben Tempo mit.
Orion traut Nubeka allein für sich irgendwann über eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu.
Daneben ist Orion ein ziemlich klassischer Pharmakonzern.
Die Finnen verkaufen Generika und rezeptfreie Mittel, vor allem in Nordeuropa, aber auch Inhalatoren gegen Asthma, Mittel gegen Parkinson, Tiermedizin und Wirkstoffe für andere Hersteller.
Generika und Tiermedizin, die treten eher auf der Stelle, aber die Inhalatoren und das Wirkstoffgeschäft wachsen ordentlich.
Spannender ist die Pipeline und da arbeitet Orion mit großen Partnern.
Orion hat noch ein zweites Prostatakrebsmittel entdeckt.
Die Rechte liegen komplett beim US-Konzern Merck bzw.
MSD, der es gerade unter anderem in zwei großen Studien testet.
Läuft da alles positiv, winken Orion bis zu 1,5 Milliarden Dollar an Meilensteinzahlungen plus Lizenzgebühren und Orion soll auch hier die Produktion übernehmen.
Dazu kommt unter anderem ein Mittel gegen seltene Krebsarten wie Rippenfellkrebs, das Orion allein weiterentwickeln will.
Für Hunde mit Angst vor Lärm gibt es in den USA auch schon eine neue Zulassung.
Dort soll ein Partner das Mittel dann ab Mitte 2027 verkaufen.
Aber nicht alles klappt.
Bei einem Mittel gegen Lungenhochdruck bei Herzschwäche, das die US-Firma Tenex mit einem Orion-Wirkstoff entwickelt, hat eine große Studie im Sommer ihr Ziel verfehlt.
Fairerweise muss man sagen, Orion hängt inzwischen schon sehr an Nobeka und wie viel Geld reinkommt, entscheiden am Ende Bayers Verkaufszahlen.
Dazu läuft der Patentschutz von Nobeka voraussichtlich 2033 aus.
Die Aktie von Orion hat dieses Jahr um die 55% gewonnen und ist 15 Milliarden Euro wert, die Firma.
Das ist das 18-fache vom erwarteten Gewinn und damit sogar weniger als im Schnitt der letzten drei Jahre, weil der Gewinn so stark gestiegen ist.
Jetzt muss es Orion aber schaffen, sich bis zum Patentende von Nubeka breiter aufzustellen.
So oder so aber ein Hidden Champion, den man mal im Blick behalten kann.
Crypto Thursday.
Dein Crypto Kick der Woche.
Ich muss den Crypto Thursday diese Woche natürlich mit einem kurzen Update zum gigantischen Binance Hack starten.
Erstmal bin ich nämlich insgesamt überrascht gewesen, dass der Hack den Kryptomarkt nicht noch härter getroffen hat, aber scheinbar sind Investoren zufrieden damit, weil Binance eben allen Nutzern ihr Geld zurückzahlen konnte.
Zweitens fand ich dann noch ein Detail dazu spannend, wie die Hacker eben diese 6 Milliarden Dollar gestohlen haben.
Und zwar war der Kern davon wohl ein Fake-Bewerbungsgespräch.
Der Bewerber waren Programmierer bei Binance.
Und der musste sich dann eine Testaufgabe runterladen, wo aber eben bösartiger Code verbaut war.
Dann gab es zum ganzen Binance-Thema noch eine Einschätzung vom Stablecoin-Anbieter Circle.
Für die sind die Kryptobörsen ja immer wichtiger Partner.
Und beim Hack war es ganz hilfreich, dass die Hacker auch Circle-Coins gestohlen haben, weil Circle die dann eben sehr schnell einfrieren konnte.
Jedenfalls meinte dieses Circle Management gestern, dass sie weiter an Binance glauben und sie meinten, dass sie in den letzten 24 Stunden sogar wieder Nettozuflüsse von über 2 Milliarden Dollar auf Binance gesehen haben.
Im Schnitt haben Kunden also mehr Geld auf die Plattform überwiesen, als sie runtergenommen haben.
Gerade nach dem Hack haben sie erstmal mehr abgezogen, aber das ist auch ein ganz gutes Zeichen für Binance jetzt.
Neben dem Statement hat Circle dann auch noch Zahlen veröffentlicht und ich wollte mir eh mal wieder anschauen, wie die Lage bei denen ist, denn ich habe dieses Jahr schon ein paar Mal gesagt, dass zwar die Kryptokurse nicht gut laufen, also Bitcoin läuft nicht gut, Ethereum läuft nicht gut, auf der anderen Seite liest man aber extrem viel über Stablecoins, dass die immer wichtiger und relevanter werden und die Frage ist jetzt, wie viel von dieser Relevanz bleibt bei Circle hängen?
Erstmal, und das ist dafür, dass wir so viel über Stablecoins reden, vielleicht ein bisschen überraschend, wächst das Stablecoin-Volumen nicht.
Also im USDC-Coin, dem Stablecoin von Circle, stecken gerade so 70 Milliarden Dollar.
Vor einem Jahr waren es aber schon 75 Milliarden.
Und beim größeren Konkurrenten-Tether sieht es nicht anders aus.
Jetzt kann man argumentieren, dass der Bitcoin in derselben Zeit 20 Prozent abgeschmiert ist.
Dann wäre die Stablecoin-Zahl gar nicht so schlecht.
Denn es ist zwar so, dass die Stablecoins nicht direkt an den Kryptokursen hängen, aber viele Kryptotrader halten ja zwischen den Trades eben Stablecoins.
Und wenn ich als Trader 100 Dollar eingezahlt habe, 20% Verlust mache und dann wieder auszahle, habe ich eben nur noch 80 Dollar an Stablecoins, statt davor 100.
Tendenziell sollte sich ein schwacher Kryptomarkt also auch da negativ auswirken.
Gleichzeitig kann man sagen, wenn Stablecoins extrem an Relevanz zulegen, würde man trotzdem ein bisschen mehr Wachstum erwarten und hätte ich ehrlicherweise auch erwartet.
Denn wenn man dieses Nullwachstum sieht und die Bewertung von 20 Milliarden Dollar, die circa dem 40-fachen vom Gewinn entspricht, dann muss man schon sehr langfristig an die Stablecoin-Zukunft glauben, damit die Wette auf die Circle-Aktie Sinn machen kann.
Ich stehe, ich bin stabil, ich bin da.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
