# US Midterms, AI Costs, and Schaeffler Restructuring

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-11-04

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über das Misstrauensvotum bei Apollo, den 32%-Flop bei Shopify und den Rotstift bei Disney.
Im Thema des Tages dreht sich alles um Schäfflers bittere Deutschlandrechnung und in der AAA-D verraten wir euch, wie aus eurem perfekten Sparplan ein perfekter Auszahlplan wird.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Daniel Eckert, und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Mittwoch, der 4.
November und wir wünschen euch einen gut informierten Start in den Tag.
Gut informiert seid ihr schon, allein deshalb, weil ihr die aktualisierte Fassung von AAA geladen habt und die Wahlnacht in Amerika jetzt entschieden ist.
Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses erobert und zwar klar.
Tja, die US-Sender erklärten sie gegen 4 Uhr unserer Zeit zum Sieger im Repräsentantenhaus, im Senat dann rund zwei Stunden später.
Bisher hielten die Republikaner im Repräsentantenhaus 218 Sitze und die Demokraten 214.
Nach einer Schätzung von NBC News kommen die Demokraten jetzt auf 255 zu 180 Sitzen.
Im Senat brauchten sie unterm Strich vier zusätzliche Sitze.
Nach den Hochrechnungen haben sie den Republikanern mindestens sieben sogar abgenommen.
Darunter in Texas, wo zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten ein Demokrat eine landesweite Wahl gewonnen hat.
Und Kansas, das zuletzt 1932 einen Demokraten in den Senat geschickt hat.
Für Donald Trump heißt das, ab dem 3.
Januar kann er keine Gesetze mehr allein mit republikanischen Stimmen durchbringen.
Der Präsident hat den Demokraten gratuliert und will das Ergebnis akzeptieren.
Als Niederlage für sich selbst sieht er die Wahl nach eigenen Worten aber nicht.
Einen Teil der Schuld gab er den Preissteigerungen durch den Iran-Krieg.
Gleichzeitig kündigte er an, Gesetze des neuen Kongresses per Veto zu stoppen.
Er postete unter anderem eine rote Cap mit den Versalien Veto auf Truth Social.
Ja, und der postete auch, wenn er auf dem Wahlseite gestanden hätte, hätte es einen Erdrutschsieg gegeben.
Für die Republikaner.
Lassen wir das mal so stehen.
Für euch als Anleger bedeutet das aber vor allem eins, nämlich Stillstand in der Gesetzgebung, während Donald Trump bei Zöllen, Außenpolitik und Einwanderung aber weiter ohne den Kongress entscheiden kann.
Neu ist auch die Macht der Demokraten, Zeugen vorzuladen, Untersuchungen einzuleiten.
Die Wirtschaft rechnet schon damit, dass Unternehmen mit besonders engem Draht zur Regierung ins Visier geraten, von Staatsaufträgen bis zu genehmigten Übernahmen.
Die Börsen haben in der Nacht zunächst heftig reagiert und sich dann etwas beruhigt.
In Tokio rutschte der Nikkei 225 zeitweise um 4,7 Prozent ab.
Zuletzt waren es dann weniger als 2 Prozent, wobei Japan wegen eines Feiertags noch den Chip-Ausverkauf vom Montag nachholen musste.
Die Futures auf den SP500 fielen zwischenzeitlich um bis zu 1,4% und lagen zuletzt noch 0,5% im Minus.
Bei den Nasdaq 100 Futures betrug das Minus 0,7%.
Beruhigt hat die Märkte am Ende die Klarheit, denn sobald feststand, dass Demokraten wirklich beide Kammern holen, wurden die Verluste kleiner.
Am stärksten erwischt hat es die KI-Werte Microsoft, Meta und Alphabet.
Die gaben in der Nacht jeweils rund zwei Prozent nach und Oracle verlor sogar vier Prozent.
In Asien brach Softbank, also einer der größten Geldgeber von OpenAI, ein und zwar um neun Prozent.
Der Speicherchip-Hersteller Kioxia sogar um fast zwölf Prozent.
Mit einem Sieg der Demokraten hatten die Anleger durchaus gerechnet.
An den Prognosemärkten lag die Wahrscheinlichkeit für beide Kammern zuletzt bei rund drei Vierteln.
Überrascht hat aber die Wucht des Ergebnisses und die Sorge, die dreht sich jetzt vor allen Dingen um die Rechenzentren.
Im Wahlkampf wuchs ja vielerorts der Widerstand gegen die riesigen Stromfresser und Krachmacher und die Demokraten, die haben das Thema aufgegriffen.
Allein gestern stimmten die Bürger in mehr als 40 lokalen Entscheiden auch über Rechenzentren ab.
21 davon allein in Ohio.
Und dabei ging es teils um Grenzwerte für Strom und Wasser und teils auch um komplette Bauverbote.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank zwischenzeitlich auf 4,89 Prozent, weil Anleger bei einer geteilten Regierung mit weniger Schulden rechnen.
Inzwischen liegt sie aber wieder auf dem Ausgangsniveau.
Ja und ein Blick zurück, der beruhigt bei den vergangenen.
23 Zwischenwahlen.
Da war es bei 21 Wahlen so, dass der S&P 500 zwei Monate nach dem Ereignis höher stand als ein Monat davor.
Und seit 1950 lag der S&P 500 zwölf Monate nach einer Zwischenwahl niemals tiefer.
Kurzfristig dürfte es trotzdem unruhig bleiben.
Dabei war die Wall Street gestern mit Schwung in die Wahlnacht gegangen.
Und damit sind wir auch schon bei den Zahlen der gestrigen Indizes und die lauten wie folgt.
Der Nasdaq 100 legte 0,7 Prozent zu, der S&P 500 gewann 0,5 Prozent und beendete damit seine Verlustserie von drei Tagen.
Nur der Dow, der verlor 0,4 Prozent, weil Apple den Index Methusalem nach unten zog.
So ist es.
Getragen haben die Erholung die Chip-Werte, die zuletzt ja kräftig unter die Räder geraten waren.
Broadcom stieg um mehr als 3%.
Nvidia und Micron legten jeweils gut 2% zu.
Für eine Entwarnung reicht das jetzt noch nicht.
Der Nasdaq 100 liegt weiter rund 10% unter seinem Rekordhoch.
Und der S&P 500 stieg, obwohl die meisten seiner Unternehmen im...
Minusschlossen, also diesmal war es umgekehrt.
Ein paar Schwergewichte haben also den ganzen Markt nach oben gezogen.
Ja, da ist sie wieder, die Ente.
Nur diesmal andersrum.
Die Zweifel an den KI-Milliarden äußerte gestern auch einer, der mitten drin steckt, Apollo.
Die finanziert nämlich die Milliarden, den Bau von Rechenzentren und will dabei künftig defensiver vorgehen.
Apollo-Präsident Jim Seltzer sagte, die Nachfrage nach Rechenleistung und Chips bleibe stark.
Was er aber nicht wisse sei, wie sich Preise und Wirtschaftlichkeit entwickeln würden.
Und in diesem Satz steckt für euch als Anleger auch im Kern ja ein Grund der aktuellen Nervosität, das Geld für die Rechenzentren.
Das wird nämlich teurer.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen, die stieg gestern auf 4,95 Prozent, nachdem die Zahl der offenen Stellen in den USA auf ein vier Monatshoch gestiegen war.
Wie viel Geld die KI verschlingt, zeigt Meta.
Der Facebook-Konzern hat sich gestern zum ersten Mal seit einem halben Jahr am Anleihenmarkt Geld besorgt.
Nachberichten diesmal auch in Euro und die Nachfrage war solide.
Vor einem Jahr hatte Meta 30 Milliarden Dollar eingesammelt, Ende April weitere 25 Milliarden und schon damals verlangten die Investoren dafür höhere Risikoaufschläge.
Ein Konzern, der seine Investitionen jahrelang aus der eigenen Kasse, ja gerade so aus der Portokasse, Bezahlt hat er finanziert seine Rechenzentren inzwischen zu einem guten Teil über Schulden.
Für euch als Anleger lohnt deshalb der Blick auf die Anleihenmärkte.
Dort zeigt sich oft früher als im Aktienkurs, wann das Vertrauen in die KI-Milliarden nachlässt.
Ja und mitten in diese Stimmung hinein hat AMD gestern nach Börsenschluss seine Zahlen vorgelegt.
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 45 Prozent auf den Rekordwert von 13,4 Milliarden Dollar.
Und der bereinigte Gewinn der Aktie lag mit 2.
Dollar und 9 Cent klar über den erwarteten 1,95 Dollar.
Und auch der Ausblick aufs vierte Quartal übertraf nach den ersten Berichten die Schätzungen.
Nachbörslich ging es mit dem AMD-Kurs dann deutlich nach oben.
Apple hatte ja am Montag die ersten Zahlen unter dem neuen Konzernchef John Törnes vorgelegt.
Wir hatten in der gestrigen Folge ausführlich darüber berichtet.
Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf gut 114 Milliarden Dollar.
Und auch das iPhone lief besser als erwartet.
Den Ausschlag an der Börse gab allerdings die Marge.
Ja, die Arbeitsspeicher werden nämlich teurer, weil die KI-Rechenzentren den Markt leer kaufen.
Und Ternis rechnet mit steigenden Kosten bis in den Dezember und auch noch danach.
Das trifft Apple natürlich im Weihnachtsgeschäft, also im wichtigsten Quartal des Jahres.
Die Aktie verlor zwei Prozent und was Apple an Marge verliert, landet zum Teil bei den Speicherherstellern wie Micron in der Kasse.
Wie hoch die Messlatte für Wachstumsaktien liegt, das zeigt Shopify.
Im August hatten wir euch noch vom Kurssprung um 25% erzählt, weil der Konzern mehr als 30% Wachstum in Aussicht gestellt hatte.
Jetzt wuchs der Umsatz tatsächlich um 32% auf 3,74 Milliarden Dollar.
Den Analysten war das aber etwas zu wenig und weil Shopify die Erwartung zum ersten Mal seit vier Jahren verfehlte, brach die Aktie zeitweise um.
17 Prozent ein.
Wer eine so hoch bewertete Aktie kauft, der zahlt mitunter einen Aufpreis für Perfektion.
Ja, das stimmt.
Bei Disney.
Da geht es gerade nicht um Perfektion, da geht es ums Personal.
Der Konzern bereitet nämlich nach Informationen von Bloomberg den Abbau von tausenden Stellen vor und die Führungskräfte sollen bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten einsparen.
Der Konzernchef hat den Aktionären für das laufende Quartal ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn die Aktie versprochen und das klassische Fernsehen liefert dafür immer weniger Geld.
Ein Teil der Ersparnisse soll gleich wieder in neue Filme und Serien in Technik, Kreuzfahrtschiffe und Freizeitparks fließen.
Disney beschäftigt weltweit 231.000 Menschen, das ist also richtig viel.
Und auch Netflix, Paramount und Warner Brothers haben zuletzt Stellen gestrichen.
Schauen wir nochmal nach Deutschland.
In Frankfurt ist der DAX einmal mehr an der Marke von 26.000 Punkten gescheitert und schloss 0,5 Prozent tiefer bei 25.865 Punkten.
Belastet hat der Nahe Osten, denn Donald Trump bestätigte schließlich die neuen US-Angriffe auf iranische Ziele.
Am Ölmarkt setzte sich am Ende die Hoffnung auf Verhandlungen allerdings durch.
Brent schloss gut 1 Prozent tiefer bei 103,60 Dollar.
Den größten Bremsklotz im DAX lieferte SAP mit minus 1,8 Prozent, auch weil...
Teamviewer die ganze Softwarebranche mitriss und zwar nach unten.
Der Fernwartungssoftware-Spezialist stürzte um 27 Prozent ab.
Er rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Umsatzwachstum, weil Kunden ihre Verträge hinauszögern.
Bei Fresenius Medical Care hat zudem der neue Chef zum Einstand einmal die Erwartungen gesenkt.
Er ist erst seit drei Wochen im Amt und rechnet für dieses Jahr jetzt mit einem bereinigten operativen Ergebnis, das stagniert und da im mittleren einstelligen Bereich sinkt.
Und er peilt die schwächere Hälfte dieser Spanne an.
Im dritten Quartal fiel das Ergebnis um 5 Prozent auf 545 Millionen Euro, auch weil der Dialyse-Konzern sein China-Geschäft umbaut und dafür 108 Millionen Euro Kosten verbucht.
In den USA ging die Zahl der Behandlungen aus eigener Kraft um 1,1% zurück.
Die Aktie fiel zunächst um bis zu 4,5%.
Sie drehte dann aber ins Plus, weil die bereinigten Zahlen dann besser ausfielen als befürchtet.
An der Börse kennt man das Muster Neue Chefs, räumt gleich zu Beginn auf, dann gehen spätere Fortschritte auf ihr eigenes Konto.
An der DAX-Spitze stand dafür Bayer mit einem Plus von 3,6 Prozent, weil das starke Pharmageschäft den Konzern zuversichtlicher macht.
Schlusslicht war dagegen Zalando, die ja zuletzt wirklich hervorragend gelaufen sind, mit einem Minus von 6,3 Prozent.
Den Analysten war da die Bruttomage schlicht zu dünn.
Die Lufthansa legte dafür fast 4 Prozent zu, obwohl sie ihre Gewinnprognose nach unten eingeengt hat.
Die Anleger hörten da aber lieber auf einen anderen Satz, nämlich die Ticketpreise sollen im nächsten Jahr deutlich steigen.
Wer 2027 in den Urlaub fliegt, fliegt den teuren Öl frei.
also mit.
Ja, und keck wie ich bin, schnappe ich mir jetzt schnell die Termine.
Heute steht natürlich alles im Zeichen der Nachwahllese in Amerika.
Da werden sich wohl einige die Wunden lecken von der einen oder anderen Partei.
Aber dann gibt es trotzdem noch einige Makrotermine, auf die wir unseren Blick richten.
Darunter die Inflationszahlen aus der Eurozone.
Da wird für Oktober ein Anstieg auf 3,9 oder sogar 4 Prozent erwartet.
Im Vormonat waren es 3,8 Prozent.
Die Kerninflation sollte allerdings bei 2,5 Prozent stabil bleiben, sollte sie.
Und aus den USA kommen noch weitere ADP-Arbeitsmarktdaten und die Handelsbilanz für September.
In Schweden wird die Rixbank vermutlich die Zinsen anheben.
Und jetzt kommen noch ein paar Quartalsberichte, die wir heute erwarten, nämlich in Deutschland die von BMW, Fresenius, Fraport, Vonovia, Continental, Heidelberg Materials, Siltronic und anderen.
Und in der Schweiz, da berichtet Barry Kallebo.
In Dänemark kommen Zahlen von Novo.
Und dann gibt es noch aus den USA Zahlen, unter anderem von McDonalds, Uber, CVS Health, Amazon.
Datadog, Qualcomm, McKesson, MercadoLibre und Ablovin.
Ja und Evonik, die geben einen Investorentag und bei Udi Lever, da gibt es einen Capital Markets Day.
Das Thema des Tages.
Wir müssen heute über ein Unternehmen sprechen, das hier in den vergangenen Monaten häufiger Thema war.
Schäffler, der deutsche Automobilzulieferer mit Sitz in Herzogenaurach, hat seinen Aktionären jetzt ein Jahr lang Roboter verkauft.
Im Januar kostete die Aktie fast 12 Euro.
Seit April 2025 hat sie sich damit nahezu verdreifacht.
Tja, Jan.
E-Roboter-Geschichten verkauft, sagen wir mal so.
Ja und das bei einem Konzern, der sein Geld eigentlich mit Kugellagern, Kupplung und Motorteilen verdient.
Gestern ist die Geschichte dann aber doch in der Werkshalle gelandet.
Schaeffler streicht in Europa weitere 3460 Stellen.
2260 davon in Deutschland und die Aktie verlor gut 5%.
Vom Hoch ausgerechnet hat sie sich damit mehr als halbiert.
Vier deutsche Standorte machen dicht.
Die Werke in Dortmund und in Morbach im Hunsrück fertigen Teile für Verbrennungsmotoren.
Dazu fallen die Entwicklungsstandorte in Berlin und Schwalbach bei Frankfurt weg.
Zunächst kostet der Umbau rund 480 Millionen Euro.
Ab 2030 soll er allerdings jedes Jahr 30 Millionen Euro sparen.
Und es ist nicht das erste Programm dieser Art.
Schon im November 2024 hatte Schaeffler den Abbau von 4700 Stellen angekündigt.
Rechnet man alle Programme zusammen, verschwindet nach Unternehmensangaben knapp jede fünfte Stelle in Deutschland.
Klaus Rosenfeld, der Vorstandsvorsitzende der Schaeffler AG, hat dafür eine klare Diagnose gestellt.
Das Kernproblem in Deutschland seien die Personalkosten.
Rosenfeld kostet einen Mitarbeiter hierzulande fast zweieinhalbmal so viel wie einer an anderen europäischen Standorten.
Und deshalb sollen auch die verbleibenden Standorte günstiger werden über einen sogenannten Solidaritätsbeitrag.
Der Vorstand verzichtet zwei Jahre lang auf zehn Prozent seiner Bezüge, die außertariflichen Führungskräfte drei Jahre lang.
auf 5 Prozent.
Und das verkündet Rosenfeld mitten in der Tarifrunde.
Lohnsteigerungen passen in dieser Krise für ihn nicht ins Bild und das darf die IG Metall ruhig mal als Ansage verstehen.
Gleichzeitig drücken aber die Autobauer von oben.
Sie reichen nämlich ihre eigenen Kostprobleme an die Zulieferer weiter.
Rosenfelder dafür.
Ein schönes Bild gefunden.
Das Verhältnis zwischen Zulieferern und Herstellern sei demnach mittlerweile eine Mischung aus Tanz und Boxkampf.
Und er warnt davor, dass daraus kein reiner Boxkampf wird.
Ja, und dann sind da noch die Roboter.
Schaeffler baut die Gelenkantriebe, die einen humanoiden Roboter bewegen.
In der Branche heißen sie Aktuatoren.
In einem einzigen Humanoiden stecken rund 30 davon.
Etwa 400 Millionen Euro an Aufträgen hat Schäffler in dem Geschäft gesammelt.
Gestern hat aber Rosenfeld selbst die Erwartungen ein bisschen gebremst.
Die meisten Aufträge betreffen die noch den Prototypen und Serienaufträge seien längst nicht so berechenbar wie das Geschäft mit den Autobauern.
Rosenfeld hält die USA und Europa für aussichtsreiche Standorte.
Die beiden Neukunden aus dem dritten Quartal kommen aber vor allem aus China.
Diese 400 Millionen Euro aus der Robotik, die muss man schon ins Verhältnis setzen.
Schaeffler macht im Jahr rund 23 Milliarden Euro Umsatz.
Die Roboteraufträge, die entsprechen also nicht einmal zwei Prozent davon.
Der Stellenabbau kostet mit 480 Millionen Euro sogar mehr, als die Robotik bisher an Aufträgen eingebracht hat.
Rosenfelds eigenes Ziel liegt im Jahr 2035.
Dann sollen Roboter, Rüstung und Raumfahrt zusammen rund 3 Milliarden Euro Umsatz bringen.
Bis dahin muss das schrumpfende Autogeschäft den Umbau bezahlen.
Ja, und was heißt das jetzt für euch?
Wer Schäffler im Depot hat, besitzt einen Autozulieferer im Umbau mit einer Roboteroption obendrauf.
Bei einem Börsenwert von rund 6 Milliarden Euro ist von der Euphorie aus dem Januar kaum noch etwas übrig.
Jeffreys bleibt aber trotzdem bei der Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 8,70 Euro.
Die Rechnung geht aber nur auf, wenn das Sparprogramm die Margen im Autogeschäft hält, bis die Roboter in Serie gehen.
Bei jeder alten Industrieaktie, die plötzlich mit einer neuen Geschichte abhebt, lohnt deshalb ein besonderer Blick auf Folgendes.
Wie groß ist das neue Geschäft wirklich und wie lange kann und muss das alte Geschäft noch die Rechnung bezahlen?
Unsere heutige AAA-Idee ist eine Wahrheit, die für manche von euch vielleicht unbequem klingen mag.
Wir heißen alles auf Aktien, aber es gibt Situationen, für die das ausdrücklich nicht gilt.
Eine davon ist erreicht, wenn nach jahrelangem Ansparen plötzlich Entsparen nötig wird.
Ja, den konkreten Fall dafür hat uns unser Hörer Daniel geliefert.
Er hat nämlich alles richtig gemacht und über einen ETF-Sparplan rund 50.000 Euro aufgebaut, um damit die Ausbildung seiner Tochter zu finanzieren.
Nächstes Jahr beginnt ihr Studium und damit wird es einem langfristigen Aktiendepot plötzlich Geld, das einen ganz konkreten Zweck erfüllen muss.
Ja und jetzt fragt Daniel, wie gehe ich mit den 50.000 Euro um?
Kann ich die einfach zu 100% zum Beispiel in meinem MSCI World ETF lassen und während der vier Stutenjahre jeden Monat Anteile für dann so ungefähr 1.000 Euro verkaufen oder muss ich vielleicht doch umschichten?
So war seine Frage.
Ja, und genau da kommt auch die unbequeme Wahrheit.
Wenn ein Betrag über einen relativ kurzen Zeitraum aufgebraucht werden soll, dürfen Aktien nicht 100 Prozent ausmachen.
Beim Sparen ist ein Börsencrash unangenehm, aber mit langem Horizont sogar eine Gelegenheit, günstig weitere Anteile zu kaufen.
Beim Entsparen dreht sich dieser Mechanismus allerdings um, denn plötzlich müssen wir verkaufen, egal wie gerade das Börsenwert heißt.
Ich habe das selber mal mit historischen DAX-Daten durchgerechnet und das Ergebnis, das fand ich selbst ziemlich krass.
50.000 Euro Startkapital, komplett in Aktien und dann jeden Monat 1.000 Euro Entnahme.
Und wer so Anfang 1999 gestartet wäre, der hätte 50 volle Monatsraten geschafft ab 1.000 Euro.
Nur ein Jahr später gestartet, also Anfang 2000, kurz vor dem Platzen der Millenniumsblase, da hätte das Geld lediglich für 36 volle Monatsraten gereicht, also nur für drei Jahre.
Ein einziges Jahr Unterschied beim Startpunkt kostet in der Modellrechnung 14 Monatsraten.
Ja, dahinter steckt das sogenannte Rendite-Reihenfolgerisiko.
Und das ist beim Entsparen eine der zentralen Gefahren.
Fallen die Aktien gleich am Anfang um 30 oder 40 Prozent, muss Daniel anschließend viel mehr ETF-Anteile verkaufen, um an seine 1.000 Euro zu kommen.
Diese verkauften Anteile sind dann weg und können die spätere Börsenerholung nicht mehr mitmachen.
Entscheidend ist also nicht nur, welche durchschnittliche Renditen die Aktien über die vielen Jahre bringen, sondern vor allem, wann Gewinne und Verluste auftreten.
Und wie sieht jetzt also eine vernünftige Lösung für das Problem aus?
Also ich würde die 50.000 Euro gedanklich in mehrere Töpfe aufteilen und ungefähr ein Viertel davon, also so zwölf...
bis 13.000 Euro in dem Welt-ETF lassen.
Die übrigen drei Viertel, die würde ich aber aus dem Aktienrisiko rausnehmen.
Das folgt der einfachen Überlegung.
Geld, das in den nächsten Jahren zwingend gebraucht wird, das sollte nicht davon abhängen, ob gerade Bullen- oder Bärenmarkt ist.
Und Geld, das ihr erst am fernen Horizont brauchen werdet, also auf das ihr dann zugreifen müsst, das kann dagegen investiert bleiben.
Und auch die sicheren 37.000 oder 38.000 Euro müssen natürlich nicht einfach unverzinst herumliegen.
Das Geld fürs erste Studienjahr kann beispielsweise auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto oder einem Geldmarkt-ETF liegen.
Für spätere Jahre kommen dann auch Festgeld, kurzlaufende Anleihen oder Laufzeit-ETFs in Frage.
Man kann eine Art Treppe bauen, bei der zu den jeweiligen Studienjahren das nötige Kapital verfügbar wird.
Der verbleibende Aktienanteil bekommt dadurch Zeit und muss nicht mitten im Crash aus Not verkauft werden.
Der Aktienanteil, von dem wir gesprochen haben, der sollte nicht starr bleiben.
Läuft die Börse im ersten Studienjahr ausgezeichnet, dann würde ich einen Teil davon, also von den Gewinnen, in den sicheren Topf schieben.
Denn der Anlagehorizont, der wird ja mit jedem Semester kürzer.
Stürzt die Börse dagegen ab, kann Daniel erst einmal aus der sicheren Reserve dem Tagesgeld zahlen und muss seine Aktien nicht zu tiefen Kursen verscherbeln.
Der Sicherheitstopf, der kauft ihm also etwas, was sehr wertvoll ist, nämlich Zeit.
Ja, und etwas, was man sonst für kein Geld der Welt erwerben kann.
Wichtig ist aber auch die Gegenprobe.
Hat Daniel außerhalb dieser 50.000 Euro noch große Reserven oder kann er das Studium notfalls auch problemlos auf seinem laufenden Einkommen bezahlen?
Darf die Aktienquote natürlich höher sein?
Dann können zum Beispiel auch 40 Prozent vertretbar sein.
Die entscheidende Frage, die ihr euch da selbst stellen müsst, lautet, welchen Betrag kann ich selbst nach einem Börsencrash unangetastet lassen, ohne die Ausbildung meines Kindes dabei zu gefährden?
Und wenn wir jetzt vom Ruhestand reden, also nicht von der Finanzierung des Studiums, da sieht die Sache anders aus.
Wer mit 67 ein größeres Depot hat, da geht es ja dann oft um sechsstellige Summen, der braucht schließlich nicht das gesamte Kapital innerhalb von vier Jahren, sondern möglicherweise erst über 20 oder 30 Jahre.
Und deshalb kann dann ein deutlich größerer Teil in Aktien investiert bleiben.
Auch Rentner sollten einen Sicherheitspuffer haben, damit sie im Crash nicht gezwungen sind, Aktien zu verkaufen.
Das gilt es auch zu bedenken.
Ja, und damit kommen wir auch zur eigentlichen AAA-Idee.
Heute mal ein bisschen später, dass sie hier so konkret ausformuliert wird.
Vermögen aufzubauen und Vermögen auszugeben sind zwei verschiedene Disziplinen.
Während des Sparens ist Zeit der beste Freund des Aktienanlegers.
Während des Endsparens kann sie in Gestalt eines fixen Auszahlungstermins allerdings zum Gegner werden.
Und je näher der Zeitpunkt kommt, an dem ich das Geld zwingend brauche, das ist das entscheidende Wort zwingend, desto weniger sollte dieses Geld vom aktuellen Aktienkurs abhängen.
Manchmal lautet die wichtigste Lektion bei Alles auf Aktien deshalb tatsächlich nicht Alles auf Aktien.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an AAA-atwelt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und schon jetzt vielen Dank für all das Feedback und die Fragen, die uns zum Altersvorsorge-Depot-Special erreicht haben.
Da sind jetzt schon richtig viele spannende Themen dabei und wir freuen uns schon, dass es bald mit unseren Sonntagsfolgen zum Thema so richtig losgeht.
Außerdem möchten wir noch Dimos gratulieren.
Uns hat ein Vögelchen gezwitschert, dass er ein Stammhörer ist und sich um den perfekten AAA-Nachwuchs kümmert.
Im vergangenen Jahr kam sein Sohn Achilleas zur Welt und letzte Woche sind seine Zwillinge Atlas und Ares geboren.
Ihr merkt es, drei Jungs, drei A-Namen.
Daher liegt die Begeisterung für Aktien offenbar in der Familie.
Also, lieber Demos, von uns herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs und alles Gute.
Und jetzt, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns dann morgen wieder, ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
