# Crypto Hack, Tech Slump, and Oil Cash Flow

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-11-02

## Transcript

Der größte Krypto-Hack der Geschichte.
Sehr schlechte Stimmung bei Tech-Aktien, sehr gute Stimmung bei Öl-Aktien.
Das alles und vieles mehr schauen wir uns heute an.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist der 2.
November und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto gerade 2,6% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben und übrigens auch für Kinderkonten.
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Mehr Infos wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ich habe heute ein paar wenige gute Nachrichten, ein paar mehr schlechte.
Eine gute ist schon mal, dass die deutschen Aktien performen.
Der DAX hat zwar am Freitag leicht verloren, aber er hat letzte Woche, obwohl die Börsenstimmung ja insgesamt ziemlich bescheiden war, fast 3% zugelegt.
Und auch am Freitag gab es ein paar Gewinner.
Zum Beispiel hat Bayer mal wieder ein neues Glyphosat-Verfahren im Bundesstaat Missouri vor dem Gericht ziemlich eindeutig gewonnen.
Und das war ein ziemlich wichtiges Urteil für Bayer.
Es ist ja so, dass es für die Kollegen schon ein sehr wichtiges Urteil vom obersten Gericht der Amis dieses Jahr gab, aber in Missouri hatten die Kläger nochmal neue Argumente und dass die jetzt auch weg sind, ist ein sehr gutes Zeichen.
Die Aktie ist danach um die 5% gestiegen, im letzten Monat sogar schon über 10%.
Auch 5% gestiegen ist die Aktie von Puma, da gab es fairerweise keine so wahnsinnig guten Nachrichten.
Die Umsätze sind weiter gesunken, aber sie sind langsamer gesunken als in den Monaten davor.
Und außerdem rechnet Puma dieses Jahr mit maximal 130 Millionen Verlust, davor haben sie eher mit so 150 Millionen gerechnet.
Also immer noch ein ziemlicher Turnaround Case, immer noch ziemlich risky, aber zumindest ein paar gute Signale.
Und eine gute Nachricht aus Europa habe ich noch dabei.
Nach den starken Zahlen von Ila Lili letzte Woche hat doch AstraZeneca, also der wertvollste Pharmakonzern der Welt, der nicht aus der Schweiz oder den USA kommt, um die 7% zugelegt am Freitag.
Dort sind nämlich erstens die bestehenden Medikamente ganz gut gelaufen.
Und dann meinte der CEO auch noch, dass die ganzen Medikamente, wo es im nächsten Jahr wichtige Studiendaten gibt, insgesamt ein Umsatzpotenzial von 20 Milliarden Dollar haben werden.
Zwar werden von diesen Medikamenten sehr wahrscheinlich nicht alle Erfolg haben, aber trotzdem ist es wichtig, dass einfach diese Pipeline an Medikamenten den Nachkommen gefüllt ist.
Und das ist bei AstraZeneca auf jeden Fall der Fall.
Diese 20 Milliarden sind nämlich circa ein Drittel vom Gesamtumsatz der Firma.
Soweit zu den guten Nachrichten, jetzt zu den anderen.
Ich habe ja letzte Folge schon von den enttäuschenden Zahlen bei Intel, Amazon, Roblox und so weiter geredet.
Und da war mir auch schon klar, dass der Freitag wahrscheinlich ein ziemlich schwieriger Börsentag wird.
Das war er dann auch, der Nasdaq hat sogar 3% verloren, hatte damit den schwächsten Tag seit Juni und vom Rekordhoch Anfang Oktober ist er jetzt fast 10% weg.
Denn eigentlich war es ja in den letzten Jahren oft so, dass vor den Quartalszahlen Unsicherheit aufgekommen ist, wie lange der Tech-Hype, wie lange der KI-Hype noch anhalten kann.
Dann haben aber gerade die großen Tech-Firmen eigentlich immer mehr abgeliefert als erwartet und das hat wieder für gute Stimmung gesorgt.
Und das war eben in der letzten Woche anders, gerade mit den eher schwachen Zahlen von Alphabet.
Dazu gab es eben viele größere Enttäuschungen bei kleinen Firmen.
Zum Beispiel habe ich ja letzte Folge über die schwachen Zahlen von Intel geredet.
Die Aktie hat dann am Freitag 29% verloren und genauso viel hat auch Reddit verloren.
Und da ist der KI-Bezug ganz spannend.
Und zwar meinte Reddit erstens, dass die Reichweite, die sie über Google kriegen, immer weiter einbricht, weil die Leute einfach diese Google-KI-Überblicke lesen und nicht mehr auf die Seite von Reddit gehen.
Und deswegen wollen sie jetzt auch ihr Modell umstellen und man soll dann nur noch als registrierter Nutzer auf die Seiten von Reddit kommen.
Diese Änderung kann mit Blick auf die Lage rund um Google schon Sinn machen.
Sie zeigt aber auch, dass die Lage wirklich kritisch ist, sonst würde man keinen Schritt machen, der erstmal so viele Nachteile hat.
Wenn Reddit nämlich nur noch für registrierte Nutzer zugänglich ist, dann wird es auf jeden Fall insgesamt weniger Nutzer auf der Plattform geben.
Dazu gab es am Freitag noch eine Überraschung, die ein bisschen unterm Radar geflogen ist, neben den ganz großen Themen wie eben Intel, Reddit und so weiter.
Und zwar ist der einzige wirklich große, deutliche Profiteur der letzten Berichtssaison, die Speicherchip-Player, die hatten alle wirklich extrem starke Zahlen, sowohl was den Umsatz angeht, aber eben auch bei den Margen.
Umso überraschender waren dann aber eben die Aussagen vom japanischen Speicherchip-Player Kioxia, die meinten, dass sie nicht sicher sind, ob die Speicherchip-Preise im nächsten Jahr steigen werden, obwohl sie gleichzeitig meinten, dass die Nachfrage weiter viel, viel höher ist als das Angebot.
Die Investoren und Analysten im Analysten-Call waren sehr überrascht über diese Aussagen und es kann einfach sein, dass Kioxia da sehr konservativ ist, trotzdem spannend, dass es langsam Firmen gibt, die auch da einen anderen Trend sehen.
Die größte Negativnachricht gab es am Freitag aber nicht bei Reddit, auch nicht bei Speicherchips, sondern bei Binance.
Die wurden nämlich Ende letzter Woche gehackt und es wurden über 6 Milliarden Dollar von, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, Hackern aus Nordkorea gestohlen.
Das war der mit Abstand größte Krypto-Hack ever, mehr als viermal größer als der letzt größere Hack und dann ist er auch noch bei der größten Kryptobörse passiert, was jetzt nicht gerade großes Vertrauen in die Kryptowelt an sich bringt.
Passiert ist dieser Hack übrigens wohl ursprünglich über einen gehackten Computer von einem Softwareentwickler bei Binance, über den die Hacker dann in die ganzen Systeme gekommen sind.
Also zumindest noch kein KI-Hack, aber gleichzeitig auch krass, dass man über einen Laptop-Zugang an den 6 Milliarden Hack rankommt.
Das Gute ist jetzt, dass drei von diesen 6 Milliarden sofort eingefroren wurden.
Die haben die Hacker nämlich in Form von Stablecoins rausgezogen und Circle und Tether, also die großen Stablecoin-Anbieter, haben die Coins dann sofort blockiert.
Das ist jetzt auf der einen Seite positiv, widerspricht aber auch so ein bisschen dem Grundgedanken von Krypto, wo ja eigentlich kein zentraler Player, wie jetzt eine einzelne Stablecoin Firma, so viel Macht haben sollte.
Die restlichen 3 Milliarden und das ist die andere gute Nachricht, wird Binance als größte Kryptobörse wahrscheinlich aufbringen können, aber man muss auch sagen, noch einen oder zwei oder drei Hecks in der Größe werden sie sich wahrscheinlich auch nicht leisten können.
So oder so ziemlich bittere News für die Kryptowelt und diese News hat dann auch noch zu einem kleinen Streit zwischen Elon Musk und dem Binance-Gründer CZ geführt.
Und zwar hat ein Nutzer auf X auf den CZ-Post, dass das Geld sicher ist, mit einem Screenshot von der kollabierten Kryptobörse FTX reagiert, wo der Gründer damals auch geschrieben hat, dass das Geld eben sicher ist, was es aber nicht war.
Auf diesen Screenshot hat Musk dann mit nem Smiley reagiert und darauf hat Zizett geantwortet, dass jetzt nicht die richtige Zeit ist, um sich lustig zu machen und dass er nebenbei über eine Milliarde Dollar an SpaceX Aktien hält.
Fairerweise sind das nur knapp 0,1% von Musks Privatvermögen, dürfte ihm also ziemlich egal sein.
Eine Branche, die deutlich weniger von Hacks und auch von KI bedroht wird als jetzt Kryptobörsen oder Reddit, ist wahrscheinlich Handel und vor allem Restpostenhandel und eine Firma in dem Business hat sich heute Timon angeschaut.
Wir haben hier noch gar nicht so viel drüber gesprochen, weil es einmalige Effekte sind, die nicht wiederkommen.
Aber im Februar hatte der Supreme Court die Zölle von Trump gekippt und bis Ende Juli hat die US-Zollbehörde schon rund 100 Milliarden Dollar an Firmen zurücküberwiesen.
Besonders haben viele US-Händler Geld vom Staat bekommen.
Allein Walmart hat fast 3 Milliarden Dollar kassiert und die Preise für 11.000 Artikel gesenkt.
Auch Costco steckt seine Zollerstattung in niedrigere Preise und das hat vor allem eine Firma getroffen.
Ollis Bargen-Outlet ist, wie der Name schon sagt, ein Outlet.
Verkauft wird alles, was andere nicht loswerden, nur eben deutlich günstiger.
Lebensmittel, Bücher, Gartenmöbel und noch viel mehr.
Ein Großteil aus Überproduktionen, falscher Verpackungen oder die Ware von pleitegegangenen Händlern.
Und bei Ollis gibt's die Sachen dann bis zu 70% günstiger.
Das Business hat dadurch eine Art eingebaute Absicherung.
Wenn es dem Markt schlecht geht, dann gibt es nämlich mehr Restposten, die nochmal günstiger abgekauft werden können.
Und wenn andere Händler pleite gehen, gibt es die Artikel mit noch einem größeren Abschlag.
Und Ollis macht das nicht nur bei Produkten.
Als einer der größten Konkurrenten, Big Lots, pleite gegangen ist, hat sich Ollis die Läden gekauft.
Unter anderem dadurch gibt es mittlerweile fast 700 davon.
Insgesamt ist Ollis mit der Strategie ziemlich gut gefahren.
Über die letzten 10 Jahre ist der Umsatz mit im Schnitt 13% pro Jahr gewachsen, auf heute fast 3 Milliarden Dollar.
Aber zurück zum Anfang, was hat das alles mit Trumps Zöllen zu tun?
Ollis Umsatz ist zwar in letzter Zeit gestiegen, das lag aber nur an den neuen Läden.
In den bestehenden ist er knapp 2% gefallen.
Dass sie das letzte Mal über 1% Rückgang hatten, war in den Corona-Jahren.
Problem ist übrigens, dass die Kunden zwar genauso oft in die Läden kommen, aber weniger kaufen.
Teilweise ist das Pech, weil das Wetter nicht mitgespielt hat, sind Ventilatoren, Klimageräte und Gartensachen liegen geblieben.
Teils liegt das aber auch daran, dass viele Händler ihre Zollerstattung in Rabatte gesteckt haben, was Preisdruck bringt.
Ollis sieht die Probleme als kurzfristig und das unterstreichen sie auch nochmal, indem sie vor ein paar Wochen ihr Aktienrückkaufprogramm aufgestockt haben.
Damit könnten sie jetzt 10% von den 5 Milliarden Dollar Börsenwert kaufen.
Im ersten Halbjahr haben sie schon 3% gekauft.
Ein Teil der Börse glaubt ihnen das.
Seit Mitte 2025 hat sich die Aktie halbiert, vom Tief ist sie aber schon wieder 40% gestiegen.
Rechnet man die einmalige Zollerstattung raus, kostet Ollis jetzt das 20-fache vom Gewinn.
Für eine Firma, die 10 Jahre lang zweistellig gewachsen ist, klingt das nicht teuer und das KGV in der Zeit lag im Schnitt bei 30.
Aber nicht alle sehen das so.
Knapp 15% setzen auf fallende Kurse, was wirklich viel ist, wobei man sagen muss, dass Ollis immer relativ stark geschortet wurde.
Das kann daran liegen, dass die Bewertung tendenziell immer sportlich war.
Vielleicht wird Ollis aber auch gern genutzt, wenn Investoren zum Beispiel auf steigende Kurse bei Walmart setzen, sich aber gegen das Handelsklima absichern wollen.
Dann können sie Ollis shorten und Walmarts kaufen.
Aber das ist Spekulation.
Richtig nachvollziehen kann man ja nicht, wer hinter den Shorts steckt.
Nach Restpostenhandel und den ganzen KI und Tech Themen jetzt mal ein ganz anderes Thema.
Die Ölindustrie ist ein immer größerer Kunde von Abnehmspritzen.
Und zwar ist es seit Ende 2025 so, dass es eine neue Richtlinie gibt, laut der kein Arbeiter mit mehr als 124 Kilo auf einer Offshore-Ölplattform arbeiten darf.
Grund sind vor allem Sicherheitsprobleme, wenn man Arbeiter nicht wegen ihrem Gewicht einfach retten kann mit dem Helikopter.
2024 waren noch 2000 Arbeiter über der Grenze, mittlerweile sind es eher 200 und das liegt eben vor allem auch an Abnehm-Spritzen.
Neben dem Fakt war die Ölindustrie am Freitag vor allem spannend, weil mit Chevron und Exxon Mobil die zwei wertvollsten westlichen Ölkonzerne neue Zahlen vorgelegt haben, beide Aktien sind danach um die 2% gestiegen und beide hatten Zahlen, die nochmal besser waren als erwartet, obwohl wegen den hohen Ölpreisen natürlich schon alle Investoren ganz gute Zahlen erwartet haben.
Exxon Mobil zum Beispiel hat über 19 Milliarden Dollar an freiem Cashflow gehabt.
Wie viel das ist, sieht man auch daran, dass sie letztes Quartal ihre kompletten Schulden um ein Drittel reduziert haben und dafür haben sie nicht mal die Hälfte vom Cashflow gebraucht.
Exxon profitiert da vor allem davon, dass sie ein großes Raffineriegeschäft haben und weil viele Raffinerien durch den Irankrieg nicht arbeiten, sind die Preise da durch die Decke geschossen.
Wie krass das ist, hat man zum Beispiel bei BP gesehen, die hatten auch sehr starke Zahlen und haben letztes Quartal mit jedem Barrel Öl, das durch ihre Raffinerien geschickt wurde, 47 Dollar verdient, im Quartal davor waren es gerade mal 30 Dollar und im Vorjahr waren es gerade mal 15 Dollar.
Dazu kommt, dass es Jahre dauern wird, neue Raffinerien zu bauen, was sich aber nicht unbedingt lohnt, wenn die jetzt abgestellten Raffinerien wieder zurückkommen und deshalb investieren die großen Ölkonzerne auch nicht viel mehr Geld in neue Raffinerien, obwohl es eigentlich von der Politik gefordert wird.
Generell sind die ganzen Ölkonzerne gerade sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, das ganze Geld wieder auszugeben, das sie gerade einnehmen.
Sie wollen auch nicht massiv mehr in Aktienrückkäufe oder Dividenden stecken.
Und der CFO von ExxonMobil meinte zum Beispiel, dass sie die Welle von diesem Schweinezyklus nicht reiten werden.
Sonst war es nämlich in der Vergangenheit oft so, dass Ölkonzerne in Zeiten, wo sie viel Geld verdient haben, auch sehr viel ausgeben in neue Projekte, in Übernahmen, in Ausschüttungen.
Jetzt sind so gut wie alle aber da deutlich zurückhaltender und wollen lieber das Cash halten, bis die Ölpreise wieder sinken, damit sie auch da noch stabil aufgestellt sind.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Euch einen guten Start in die neue Woche, in den neuen Börsenmonat.
Bis morgen, adios.
