# Navigating High Interest Rates and Market Volatility

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-10-31

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Die letzte Börsenwoche, das war eine Bärenwoche.
Wir haben es beide richtig vorausgesagt.
Und die amerikanische Notenbank vor allem war es, die den Anlegern die Stimmung verdorben hat.
Die haben nämlich angekündigt.
dass die Zinsen höher für länger bleiben werden.
Das werden wir ausführlich noch mal diskutieren in unserem Thema der Woche.
Aber die Anleger wurden auf dem falschen Fuß erwischt und der DAX hat dann am Ende der Woche 2,1 Prozent eingebüßt.
Immerhin muss man sagen, wenn wir beide die gleiche Meinung haben, das ist kein Kontraindikator.
Schon mal eine gute Feststellung hier.
Naja, was ist passiert?
Ich meine, die Börsianer müssen sich ein bisschen an diese neue Zinswelt dran gewöhnen, neu kalibrieren.
Als der Zins bei 0 oder 1 war, da waren ja Aktien alternativlos.
Wenn ich jetzt aber schon für Zinsen 5 kriege, sicher, dann will ich vielleicht keine Aktien mehr haben.
Und das ist, glaube ich, dieser Anpassungsprozess, der könnte noch etwas rumpelig werden.
Neue Zinswelt nach über einem Jahr rasanter Zinsanhebungen durch die Notenbanken.
Also das ist keine neue Zinswelt mehr.
Egal.
In diesem Umfeld gab es auch Aktien, die stiegen.
Mein Bulle der Woche gehört dazu.
Die Aktie von United Internet ist am Montag wieder aufgestiegen in die zweite Börsenliga, den MDAX.
Und das wurde dann auch von den Anlegern ein bisschen honoriert.
Aber es ist vor allem eine Honorierung des...
steilen Kursanstiegs der letzten drei Monate.
Da hat die Aktie nämlich um sage und schreibe fast 60 Prozent zugelegt, getrieben vor allem von der Tochter 1&1, ein Telekom-Unternehmen.
Und die profitieren davon, dass die Netzagentur jetzt erst mal eine weitere Auktion von Mobilfunkfrequenzen ausgesetzt hat.
Und jetzt kann man eben für längere Zeit noch auf günstigere Frequenzen von Vodafone zugreifen.
Und das hat dann eben auch die United Internet Aktie getrieben.
Man hat ja auch noch andere schöne Töchter in der Familie.
Jonas zum Beispiel, die kam in diesem Jahr an die Börse, sind auch erst mal wieder unter Druck gekommen, aber haben sich auch zuletzt erholt.
Also möglicherweise hat United Internet diese Familie aus Deutschland jetzt die schlimmsten Tage hinter sich.
Ach, Defner, du redest von schönen Töchtern und willst die Mutter kaufen.
Das ist doch wirklich...
Das kannst du doch vergessen.
Nein, das willst du doch nicht wirklich haben.
Du hast natürlich recht, 1&1 und die Jonas, dann haben die auch noch Web.de und auch noch GMX, kennen alle, die irgendwie Internet haben.
Aber wenn ich das eine haben will, kaufe ich das eine.
Wenn ich das andere haben will, kaufe ich das andere.
Und bei so einem Konglomerat, wo so ganz viele Sachen...
Das wird immer so bewertet.
wie der schlechteste Teil.
Und deswegen, der schlechteste Teil war bisher 1 und 1, weil das ganze United Internet so bewährt.
Für mich ist sowas nichts.
Ich kaufe mir lieber 1 in der Aktie und nicht so ein Konglomerat.
Insofern kannst du sie gern haben.
Hat man halt ein kleines Portfolio.
Und die Analysten, die sehen immerhin ein Kursziel von teilweise 40 Euro.
Das ist also doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.
Bärenberg und Warburg sehen dieses Kursziel.
Also da könnte durchaus noch was drin sein.
Ja, komme ich zu meinem Bär der Woche.
Das ist DHL Group.
Kannte man früher auch.
Deutsche Post hieß das auch mal.
Da würde man das alte Fußballmotto machen.
Erst hatte ich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.
Also, dass kein Glück war, die Frachtraten sind halt gefallen oder stagnieren.
Und das Pech ist, dass jetzt auch noch die Ölpreise steigen.
Damit gehen die Treibstoffkosten nach oben.
Das könnte dazu führen, dass Deutsche Post in diesem Jahr 10 Prozent weniger Umsatz macht.
Und 20 Prozent weniger Gewinn.
Nun kann man sagen, gut, die sind halt in so einem Geschäft, läuft nicht so gut.
Aber es gibt auch eine Konkurrenz FedEx, da ist jetzt ein neuer Vorstandschef, der hat das Programm Drive aufgelegt und die Aktie läuft auch wie blöd und die haben auch Umsatz Minus, aber trotzdem gehen die Winne hoch.
Und der neue Vorstandschef der DHL Group, das ist ja Tobias Mayer, der ist irgendwie glücklos in diesem Ding.
Aktie seitdem er im Amt ist minus 6 Prozent.
Ich bin, da müsste mehr Drive rein in die Aktie und deswegen mein Werderwoche.
Du hast die ja selbst im Depot, bringst immer deine Loser mit.
Letzte Woche Aru, bist diese Woche Deutsche Post.
Best of Champions sozusagen.
Ich bin auch kein großer Freund der Deutschen Post-Aktie, ehrlich gesagt.
Aber es könnte natürlich auch wieder eine Wette sein auf eine Konjunkturerholung, auf eine Erholung der weltweiten...
Frachtraten und des Frachtaufkommens, wenn China wieder ein bisschen mehr anzieht.
Denn international ist die DHL natürlich gut aufgestellt, vor allem im Luftfrachtgeschäft.
Und dann kommt ja auch Weihnachten bald.
Wir gehen ins vierte Quartal und da kann auch wieder ein bisschen Schwung reinkommen in den Onlinehandel und ins Päckchen versenden.
Da könnt ihr die Post saisonal profitieren, aber ich bin auch kein großer Freund der Deutschen Post.
Gut, Hoffnung stirbt zuletzt.
Jetzt mache ich auch mal den Defner und sage, Analysten sehen Kursziel von 50.
Das wäre dann ungefähr nochmal so 23 Prozent Kurspotenzial, aber nicht wirklich gut.
Kommen wir zum Thema der Woche.
Da geht es um Zinsen.
Und zwar...
Ganz bestimmte Zinsen, langfristige Zinsen, die sind in Amerika so stark gestiegen, nämlich auf 4,5 Prozent die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen.
Und das ist so hoch wie seit 2007 nicht mehr.
Und was ist der Grund?
Du hast es schon gesagt, die amerikanische Notenbank hat gesagt, wir lassen die Zinsen längere Zeit oben.
Und das wird dann auch gleich in die langfristigen Renditen mit eingepreist.
Aber was ich glaube, was auch noch mit dazu kommt, die ganzen Schulden in Amerika haben dieses Jahr Woche gehört...
33 Billionen Schulden.
Und da müssen immer mehr Anleihen auf den Markt kommen.
Auf der anderen Seite fehlen die Käufer dafür in China.
Die wollen keine amerikanischen Staatsanleihen mehr kaufen.
Die wollen eher noch verkaufen.
Saudi-Arabien will das auch nicht mehr.
Und wenn so ein Angebot nachvoll kommt, könnte ich mir vorstellen, dass die langfristige Rendite noch weit über 5% schießt.
Und das wäre der Horror für die Märkte.
Nicht gleich den Teufel an die Wand malen, auch wenn wir hier rot sehen.
Schöne Grafik hier.
Wir gehen jetzt mehr und mehr in diese normale Zinswelt zurück, von der du gesprochen hast.
Denn wir waren im langfristigen Durchschnitt ja bei rund 6 Prozent bei den amerikanischen Staatsanleihen.
Und Anfang der Jahrtausendwende waren wir noch bei fast 7 Prozent.
Auch da ist die Welt nicht untergegangen.
Also keine Panik auf der Titanic, würde ich mal sagen.
Und ich glaube, dass es vor allem im Wesentlichen die FED war.
Denn dieser Beschluss und diese Aussagen kamen einfach total überraschend.
Haben viele Spekulanten auf dem falschen Fuß erwischt.
Die mussten sich.
jetzt wieder neu positionieren.
Das hat sich in diesem rasanten Zinsanstieg gezeigt.
Und ich glaube, das ist jetzt erst mal wieder eingepreist.
Und deswegen glaube ich auch gar nicht, dass wir über 5% gehen.
Du siehst dieses Bild, das ist wirklich erschreckend.
Du siehst auch diese ganzen Geldscheine.
Wir haben heutzutage viel mehr Schulden als in der Historie.
Und wenn jetzt die Zinsen hochgehen, dann ist es halt brutal.
Wenn wir mal sehen, in Deutschland alleine wären wir für den Schuldendienst in diesem Jahr.
40 Milliarden Euro ausgeben.
Das ist zehnmal so viel wie noch vor zwei Jahren.
Was man mit den 40 Milliarden besseres machen könnte, will ich gar nicht sagen.
In Amerika ist mittlerweile der Zinsdienst höher als der Wehretat.
Das muss man sich mal vorstellen.
Wer jetzt heutzutage in eine Immobilie investieren will, der muss es ja finanzieren.
Aber die Immobilie ist heute doppelt so teuer wie vielleicht noch vor ein paar Jahren.
Und das alles zusammen ist wirklich eine Mischung, die wirklich ganz problematisch ist und die auch wirklich so eher an 2007 erinnert, als es danach ganz böse endete.
Aber man muss eins sagen, die Amerikaner gehen mit diesen hohen Zinsen, und da sind ja auch die Hypothekenzinsen noch deutlich höher als in Deutschland, gelassener um.
Da werden weiter neue Häuser gebaut und verkauft.
Die werden kleiner justiert, aber man kauft trotzdem Häuser.
In Deutschland ist ja der Markt komplett.
zusammengebrochen.
Und das ist eben auch eine andere Herangehensweise.
Man muss sich eben an so eine Zinswelt gewöhnen.
Aber es ist ganz klar, von Vorteil ist das Ganze nicht.
Es wird uns auf jeden Fall in der nächsten Woche weiter beschäftigen, diese Zinswelt.
Und da wird man dann sehen, wie auch an den Börsen, wie weit diese neuen hohen Zinsniveaus wieder eingepreist sind schon.
Ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche eine positive Woche im DAX erleben werden.
Der IFO-Index, der IFO-Geschäftsklima-Index, kommt am Mond.
Und wir hatten ja schon in diesem Freitag heute den S&P Global Einkaufsmanager Index, ein ähnlicher Index.
Und der ist für Deutschland positiver ausgefallen als erwartet.
Vielleicht gibt es eben vom IFO-Geschäftsklima auch eine positive Überraschung und dann konjunkturellen Rückenwind für die Börsen.
Ach, ich würde auch denken, nach Minus.
2% in dieser Woche, dass wir in der kommenden Woche wahrscheinlich eine leichte Erholung haben werden.
Da wird spannend sein, was am Donnerstag rauskommt.
Da gibt es wieder Inflationszahlen aus Amerika.
Das wird noch mal kritisch.
Aber was ich glaube, diese Zinsanpassung an diese neue Zinswelt, die ist noch lange nicht eingepreist.
Und da werden wir vielleicht diese Woche, die nächste Woche noch gut haben.
Aber dann dein Jahresendrelay, die kannst du wirklich vergessen mit dieser Zinswelt.
Und deswegen...
Oh, der Oktoberfest.
Die sehe ich schon in Crash-Propheten wieder.
Aber darüber diskutieren wir dann in unserem Podcast nächste Woche.
Das war es erstmal für diese Woche bei Defner und Chapitz im TV.
Wir sagen Tschüss und Ciao.
Und wer die Diskussion nicht verpassen will über den Crash oder den Nicht-Crash, der schaltet einen Dienstag mit dem Podcast bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
