# Tech Earnings: Cash Flow vs. AI CapEx

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-29

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über das Microsoft-Momentum, die Folgen des Fortinet-Absturzes und den bisher unbekannten Angstindex.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum Alphabet für seine Zahlen historisch schlimm abgestraft wurde.
Und der EEE-D geht es um eine lukrative Übernahme, wenn denn die Chemie stimmt.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Nando Sommerfeld und Holger Zschäpitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Donnerstag, der 29.
Oktober.
Wir wünschen euch einen nachsichtigen Start in den Tag.
Und ich finde ja, wenig mehr Nachsicht im Alltag, das hebt gleich so die Stimmung.
Also nachsichtig mit der Familie, mit den Kollegen, vielleicht auch mit dem Zschäpitz.
Und das gilt ja auch an der Börse, wenn sie denn nachsichtig wäre.
Aber davon, lieber Holger, kann ja gar keine Rede sein, denn die Märkte verzeihen aktuell so gar nichts.
Wer die Erwartungen auch nur ein paar Zehntel verfehlt, wird regelrecht hingerichtet.
Und deshalb wünschen wir euch die Geduld, die den Märkten gerade fehlt.
Genau, da mein Sohn sagt immer, dem wird der Kopf abgerissen.
Das ist so seine Formulierung für wenig Nachsichtigkeit.
Und dabei sah an der Börse zumindest der reguläre Handel eigentlich ganz harmlos aus, kennen wir ja.
Die FED hat die Zinsen wie erwartet bei 3,7 bis 4 Prozent gelassen, zwei Mitglieder Cook und Hammack.
Die wollten lieber erhöhen, aber die konnten sich nicht durchsetzen.
Und der S&P 500, der schloss dann 0,3 Prozent fest, dabei 7.744 Punkten.
Der NSX 100 legte ein halbes Prozent auf 29.813 zu.
Und der Sox sogar, dem ging es 1,8 Prozent nach oben, weil es gab ja Zahlen von SK Hynix ganz früh am Morgen und die waren wirklich großartig.
Ja, wie zerrissen dieser Markt ist, hat Toni Paschiarello von Goldman Sachs gestern sehr schön beschrieben.
Oben steht der S&P 500 seit Wochen so festgenagelt, so bei 7700 Punkten in etwa und darunter tobt es.
Und ablesen lässt sich das auch an den Angstbarometern.
Der Wix, der ja die Nervosität beim Gesamtindex misst, ist gestern unter 17 Punkte gefallen und das ist fast schon Gemütlichkeit, kann man sagen.
Und der Wix-EQ dagegen, der die erwarteten Schwankungen bei Einzelaktien abbildet, der stand bei fast 42, also mehr als doppelt so hoch.
Also oben Ruhe und ein Sturm.
Da haben wir das nämlich wieder.
Die Entenbörse, die lässt sich an diesen beiden Wix-Indizes sehr schön ablesen.
Der Wix, der die erwarteten Schwankungen der Einzelaktien abbildet, der zeigt nämlich, dass es wirklich unter der Oberfläche wirklich...
dramatisch zugeht.
Kommen wir zur FED, da war es weniger dramatisch.
Die Wortwahl war noch das Bemerkenswerteste.
Die Währungswieder nennen das Wachstum jetzt stark statt solide, klingt harmlos, ist aber ein Signal.
Der Markt preist jetzt eine Zinserhöhung im Dezember mit 85 Prozent ein und die zehnjährige Rendite, die ist wieder leicht geklettert, wieder über die 5 Prozent.
Öl hat jetzt auch nicht unbedingt Fortschritte gemacht.
WTI notiert über 100, brennt bei 115.
Ja, und haben wir gerade noch was von harmlos gesagt, lieber Holger?
Damit war es nachbörslich dann sehr schnell vorbei.
Selten hat sich unsere Nachtschicht, finde ich, so sehr gelohnt wie heute.
Also da ist richtig viel noch passiert, so ab 22, 23 Uhr.
Denn kaum war die Schlussglocke ertönt, kippte beispielsweise der Nasdaq Future um knapp ein...
Und das ist doch eine ganze Menge.
Aber fangen wir mal mit der guten Nachricht an.
Da gab es auch ein paar von, nicht viel, aber ein paar.
Microsoft Umsatz plus 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar.
Und Azure, die Cloud, auf die wir ja alle schauen, wächst um 48 Prozent.
Microsoft selbst hatte so 44 bis 45 Prozent in Aussicht gestellt und die Aktie legte dann auch nachbörslich zu so zweieinhalb Prozent.
48 Prozent Wachstum in einem Geschäft, das schon 33 Milliarden Dollar im Quartal macht, das muss man sich auch mal vorstellen.
Und die operative Marge, die liegt bei fast 45 Prozent.
50 Prozent, das ist ein Rekord.
Und von jedem Dollar Umsatz bleiben also 50 Cent Betriebsgewinn hängen.
So viel zum Thema, kann man mit KI überhaupt Geld verdienen?
Zumindest die Hyperscaler scheinen das zu können, zumindest Microsoft.
Und die eigentliche Überraschung, die steckt in den Investitionen.
Microsoft hat nämlich 45 Milliarden Dollar nur ausgegeben und die Wall Street, die hatte mit 51 bis 56 Milliarden gerechnet.
Deswegen war der Free Cashflow auch mit 18,5 Milliarden sehr, sehr, sehr hoch.
Und Jefferies hat es dann auf den Punkt gebracht.
Microsoft schüttet 10 Milliarden an die Aktionäre aus, während die Konkurrenz frisches Eigenkapital einsammeln muss.
Also man sieht, die haben eben auch noch den Spielraum, das zu machen, während die anderen das eben nicht mehr haben.
Ja, wobei, ich meine, jetzt heißt es halt weniger CapEx.
Ist das jetzt gut oder ist das schlecht?
Also jetzt ist es offenbar gut.
Vor zwei Wochen hätte der Markt noch gesagt, Microsoft bremst, die Gaina-Frage schwächelt.
Heute sagt er endlich jemand, der auf den Free Cash Flow achtet.
So schnell ändern sich halt die Narrative momentan.
Wobei es gab keinen Einbruch bei den ganzen KI-Rechenzentrums-Aktien.
Also weder Nvidia oder die Neo-Clouds haben ungefähr drei bis vier Prozent verloren.
Und Nvidia hat so 0,3 Prozent verloren.
Aber es war nicht der fette Einbruch.
Und es lag auch daran, dass Microsoft gesagt hat, das sei jetzt nicht eine Kürzung, sondern es wäre einfach eine Verschiebung, weil Lieferungen von Drittanbietern haben sich eben verzögert.
Und für das laufende Quartal verspricht man sogar 49 bis 50 Prozent Azure-Wachstum.
Und der einzige Wermutstropfen, die Auftragseingänge im Firmenkundengeschäft sind um 11 Prozent gesunken und die Winloss-Lizenzen minus 22 Prozent.
Hat das noch jemand so eine Winloss-Lizenz?
Offenbar hat das auch keine so große Rolle gespielt.
Und dann gab es eben den Gegenentwurf zu Microsoft.
Alphabet minus 10 Prozent nachbörslich, 292 Dollar, weil das Suchgeschäft enttäuscht hat, trotz boomender Cloud, aber dazu gleich ganz ausführlich im Thema des Tages.
Apropos Thema des Tages, Thema der Nacht war, dass es weitere viele krasse Börsenopfer gab, wo es will nicht Nachsicht gab.
ServiceNow, eigentlich ein Vorzeigewert der Softwarebranche, hat acht.
Tja, keine Spur von Nachsicht.
Ein JP Morgan-Händler hat es so formuliert, Zitat, Verlangsamung wird nicht toleriert, Zitat Ende.
Ja, noch härter hat es Fortinet getroffen, minus 26 Prozent, obwohl der Cyber-Security-Spezialist beim Gewinn sogar die Erwartung übertroffen hat.
Nur der Serviceumsatz, der lag ein bisschen drunter.
Das hat schon gereicht.
Das ist schon faszinierend.
Hat aber die gesamte Branche mitgerissen.
Salesforce minus 5,6, Palo Alto minus 5,2, CrowdStrike minus 4,3 und der Software-ETF von iShares minus 3,8 Prozent.
Und dahinter steht die große Angst, dass KI-Agenten vielleicht jetzt doch wieder die klassischen Abos überflüssig machen.
Reicht schon so, dass ein bisschen was unter den Erwartungen ist und schon ist die Angst wieder da.
Während Software verlor, wird in der KI-Hardware weiter konsolidiert.
Marvell will laut Bloomberg den Laserspezialisten Lumentum übernehmen für mehr als 85 Milliarden Dollar.
Ja, Lumentum, die Aktie legte zweistellig zu.
Marvell verliert fast 9 Prozent.
Und ein Megadeal in Deutschland, der scheint zu platzen.
Die Deutsche Telekom hat die Fusur mit T-Mobile US auf Eis gelegt.
Das hat zumindest Bloomberg gemeldet.
Der Betriebsrat hat sich quergestellt.
Und Elliot hat ja ohnehin dagegen gewettert.
Es wäre der größte Zusammenschluss börsennotierter Unternehmen aller Zeiten geworden.
Wäre, wäre, hätte, hätte.
Ich habe noch zwei Lichtblicke.
Carvana plus 8,4 Prozent nach Rekordverkäufen.
Chipotle plus 7,2 Prozent.
Und dann haben wir auch noch Oracle.
Die hatten schon im regulären Handel fast 11 Prozent zugelegt, weil man beim Investorentag einen stärkeren Cashflow-Ausblick für 2030 gegeben hat.
Ja, Cashflow.
Wenn man von Cashflow bespricht, das haben die ja gerade auch keinen positiven.
In Europa war das Bild ähnlich gnadenlos.
Der DAX, der stieg zwar 0,4 Prozent auf 25.704 Punkte, aber es gab auch ein paar positive Sachen, aber auch ein paar negative.
Deutsche Bank nach starken Zahlen plus 4 Prozent, aber Simrace, die verlor 10 Prozent wegen eines mauen Ausblicks.
Eddien, der Zahlungsdienstleister in Europa, minus 12 Prozent nach der nächsten Prognosesenkung und Logitech minus 10.
Ja, das Muster ist halt überall gleich.
Die Zahlen sind gut, aber die Börse schaut nur noch auf den Ausblick und der muss dann auch noch perfekt sein.
Und dann kommen wir zu den Terminen, um gleich mal zu sagen, wo es heute perfekt werden muss.
Gut, VW, da wird es wahrscheinlich nicht perfekt werden, aber die legen auf jeden Fall Zahlen vor.
Adidas, Kompna, Xtron, MTU, Shell, Total, Energies, STMicro.
Um Viertel nach zwei entscheidet die EZB.
Ja, es wird jetzt nicht mit einer Zinsänderung, aber es ist wie in Amerika.
Also Einlagensatz dürfte bei 2,5 Prozent bleiben.
Dann kommt noch das amerikanische BIP für das dritte Quartal.
Prognose plus 3 Prozent, das ist ja mal annualisiert.
Und dazu noch die PCE-Inflation, das könnte ganz spannend werden.
Und dann nach Börsenschluss kommt der nächste Kracher Amazon.
Und dazu noch Intel und Starbucks und viele, viele andere, die wir aber jetzt alle nicht vorlesen wollen.
Das Thema des Tages.
Nando, wir haben es ja hier mit großen Zahlen, großen Enttäuschungen und auch gnadenlosen Abstrafungen.
Und ich habe hier noch eine Zahl, die ist schon wieder nochmal eine Runde größer.
400 Milliarden Dollar.
Zu viel Börsenwert hat nämlich Alphabet gestern Abend binnen Minuten verloren.
Nachbörsig ging es nämlich 10 Prozent runter.
Und wenn das auch sich heute im Geschäft, im normalen börsigen Geschäft so übersetzt, dann wäre das der größte Tagesverlust in der Geschichte des Konzerns.
Wahnsinn.
Und was ist passiert?
Erklär es uns.
Alles bei einem Unternehmen, dessen Umsatz um 25% gewachsen ist.
127,6 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal.
Die Cloud-Sparte, wir haben es oben schon kurz angekündigt, hat sich sogar verdoppelt und trotzdem hat die Börse die Aktie zerlegt.
Warum so viel Wachstum so brutal bestraft wird, das müssen wir euch natürlich heute im Thema des Tages erklären.
Fangen wir mit einem genaueren Blick mal auf das Zahlenwerk an.
Das ist nämlich zweigeteilt.
Der Gewinn, die Aktie lag bei 2,12 Dollar.
Erwartet worden waren jetzt 3 Dollar.
Das klingt nach einer Katastrophe, ist aber zum Teil reine Buchhaltung.
8,7 Milliarden Dollar Verlust war nämlich auf Beteiligung, vor allem weil SpaceX im Quartal an Wert verloren hat.
Ja und wenn wir uns erinnern, im Quartal davor hatten ja dieselben Beteiligungen noch fast 100 Milliarden Gewinn gebracht.
Ja, das muss man alles entsprechend einordnen.
Rechnet man das raus, landet man bei 2,67 Dollar je Aktie.
Das ist immer noch unter den Erwartungen, aber das ist kein Drama mehr.
Das Drama, das steckt aber woanders, zumindest aus Sicht der Börse, nämlich im Kerngeschäft.
Die Suche Googles Gelddruckmaschine ist nur noch um 12 Prozent gewachsen.
Im ersten Quartal waren es noch 19, im zweiten waren es 17.
Und das ist schon eine deutliche Verlangsamung innerhalb von sechs Monaten.
Und wir hatten ja eben schon Verlangsamung, duldet die Börse nicht.
Ja, und das Brisante daran ist, die Zahl der Suchanfragen wächst so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr.
Also die Leute googeln mehr.
Google verdient aber weniger pro Anfrage.
Und der Chief Business Officer Philipp Schindler hat selbst eingeräumt, der neue AI-Mode, in dem Gemini die Antwort liefert, monetarisiert schlechter als die klassische Trefferliste.
Na gut, das hätte ich ihm auch sagen können, weil wo soll da die Werbung herkommen?
Aber gut, übersetzt heißt das, Google kannibalisiert sich selbst.
Genau das Szenario, vor dem er die Bären seit drei Jahren warnt, steht jetzt schwarz auf Eis im Quartalsbericht.
Dazu YouTube unter den Erwartungen.
Abos unter den Erwartungen.
Jeffrey & List, Brent Thill hat es trocken zusammengefasst.
Die Cloud war das einzige Geschäft, das geliefert hat.
Alles andere verfehlt.
Ja, wobei die Cloud, die hat wirklich geliefert.
30,7 Milliarden Dollar Umsatz plus 103 Prozent.
11 Milliarden operativer Gewinnstatt erwartet.
9,8.
Und Google nimmt Amazon und Microsoft auch Marktanteile ab.
Das Problem ist, die Profis hatten hinter vorgehaltener Hand sogar noch mit mehr gerechnet.
Mehrwachstum 115 Prozent nämlich.
Also wenn man so betrachtet, war selbst der Lichtbleck sogar ein kleiner Dämpfer.
Die berühmten Whisper-Schätzungen, die es immer mal wieder gibt, wenn Bilanzsaison ist.
Und jetzt wird es richtig teuer.
Ihr müsst wissen, Alphabet hat im Quartal 51 Milliarden Dollar investiert, vor allem in Rechenzentren und eigene KI-Chips.
Und für das Gesamtjahr bleiben die 150 Milliarden Dollar.
bis 205 Milliarden stehen, mehr als das Doppelte von 2025.
Und für 2027 kündigt Finanzchefin Annat Aschkenazi nochmal, und jetzt zitiere ich, deutlich mehr an.
Ja, diese wirklich sowieso schon hohen Zahlen.
Das sind quasi nur die, die schon gebucht sind.
Und tief im Quartalsbericht steht eine Zahl, die noch eine viel höhere Sprengkraft hat und viel höher ist.
Nämlich Alphabet hat künftige Verpflichtungen von mehr als einer Billion Dollar.
924 Milliarden an Kaufzusagen für Chips, Server und Energie und dazu nochmal 152 Milliarden an Mietverträgen für Rechenzentren, die noch gar nicht angelaufen sind.
Eine Billion Dollar, das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der Niederlande.
Und Google hat bereits das unterschrieben.
Und die Folge, die steht natürlich in der Kapitalflussrechnung.
Wenn man das alles erfüllen will, muss man natürlich investieren.
Und der freie Cashflow lag bei minus 9,1 Milliarden Dollar.
Das zweite negative Quartal in Folge bei einem Konzern, der seit dem Börsengang 2004 praktisch...
immer Geld übrig hatte.
Free Cashflow war immer positiv.
Und Bernstein, das Analysehaus, rechnet für 2027 mit und jetzt bitte festhalten für alle, die noch mit den negativen Zahlen so ein bisschen fremdeln, mit minus 60 Milliarden.
Ja, das muss man sich mal vorstellen.
Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, aber man sollte es sich vorstellen.
Google, die Cash-Maschine schlechthin, leiht sich jetzt Geld wie ein Startup.
Die langfristigen Schulden sind binnen eines Jahres von 22 auf 125 Milliarden Dollar gestiegen.
Und im Juni kam ja die erste Aktienemission seit 2005 85 Milliarden Dollar.
Darum ging es da.
Und seit drei Quartalen gibt es auch keine Rückkäufe mehr.
Zum ersten Mal seit 2015.
Tja, das sind eben die Investitionen.
Aber man sieht auf der anderen Seite.
Das zahlt sich auch aus, zumindest bei den Rechenzentren sieht man das ja.
Aber der Vergleich zu Microsoft, die am selben Abend, was wir vorgelegt haben, der tut dann eben doch ein bisschen weh.
Microsoft hat ebenfalls 45 Milliarden investiert, hatte trotzdem 18,6 Milliarden freien Cashflow übrig und hat 10 Milliarden an die Aktionäre zurückgeben.
Aktie plus 4 Prozent.
Die Börse sagt also keineswegs, KI-Investitionen seien böse.
Sie sagt nur, naja.
Ihr müsst schon bei uns das zeigen, dass ihr euch das leisten könnt.
Und dazu kommt die neue Abhängigkeit, die diese Woche durch den Börsenprospekt von Anthropik sichtbar wurde.
Der KI-Konzern hat sich ja verpflichtet, bis wo 33, rund 114 Milliarden Dollar an Google Cloud zu zahlen.
Plus bis zu 150 Milliarden für Googles TPU-Chips.
Ja, und ein großer Teil des Cloud-Wunders hängt halt einfach an einem einzigen Kunden.
Und was heißt das jetzt für euer Depot?
Naja, erstens, Alphabet war diesem Abend mit knapp 4% plus schon das trittschwächste Max 7 Papier hinter Tesla und Meta, während der S&P 500 ja dieses Jahr schon 13% zugelegt hat.
Und nach dem Kurssturz steht die Aktie jetzt für das Jahr gerechnet im Minus.
Zweitens, was man auch sagen muss, die Analysten, die bleiben erstaunlich gelassen.
Goldman sieht 435 Dollar, Jefferies 445.
Selbst der skeptische Bernstein-Mann sieht 385.
Das wären vom Nachbörsenkurs aus gesehen 30 bis 50 Prozent Potenzial.
Klingt verlockend, aber vielleicht sollte man erst mal die kommenden Wochen abwarten und ein bisschen vorsichtig sein.
Denn die Aktie wird in den kommenden Quartalen an zwei Dinge gemessen.
Ob die Suche wieder anzieht oder der AI-Mode weiter Marge frisst und ob die Cloud auch ohne Antropic auf Touren kommt.
Und beides weiß heute noch niemand.
Man kann das natürlich auch, wenn man quasi die Jahrhundertaktienthese verfolgt, kann man das auch anders sehen.
Wir haben da einen Konzern mit einer Milliarde Gemini-Nutzern, der die Cloud verdoppelt und beim KI-Modell wieder an der Spitze mitspielt.
Das klingt für mich jetzt auch nicht nach Verkaufskandidat, eher nach einer Aktie, die man sich nach so einem Kurssturz durchaus genauer anschauen darf oder womöglich nachkaufen kann.
Ich wollte jetzt auch nicht verkaufen.
Ich habe da selbst einen Sparplan, aber ich würde jetzt nicht Haus und Hof drauf wenden, sondern wenn man da einsteigt, sollte man einen Sparplan machen.
Und man muss ja schon sagen, Alphabet hat die stärkste Wachstumssteuer aller großen Tech-Konzerne, aber eben jetzt auch, wenn man sieht, was da für Verpflichtungen dahinter stecken, dann wird man sagen, ja, das ist eben möglicherweise auch, eine Bilanzproblematik, die dann zum Tragen kommt.
Und solange der Konzerngeld verbrennt, statt zurückzugeben, bleibt die Aktie eben eine Wette auf die Zukunft.
Und wer die eingeht, sollte so ein bisschen Geduld mitbringen.
Wer sie nicht eingehen will, der hat gestern Abend zumindest die Bestätigung bekommen, dass es auch in Ordnung ist.
Wir reden hier heute über eine der Branchen, in der Deutschland immer noch Weltklasse ist.
Und in dieser Branche, der Chemieindustrie, steht ein Megadeal im Raum, der einen deutschen Riesen schaffen könnte, der den Weltklassestatus auch auf Jahre hinaus bewahren könnte.
Und die Rede ist natürlich von dem Plan von BASF, den zweitgrößten deutschen Chemiekonzern Evonik zu übernehmen.
Und dieser Plan bekam gestern im Zuge der Präsentation der Quartalszahlen neue Fantasie.
Und für uns...
gab es damit auch neue Hinweise darauf, wie spannend ein solches Szenario für Anleger sein könnte.
Und deswegen haben wir die mal in die Triple E-Idee gestellt, die Aktie.
Ja, richtig.
BASF-Chef Markus Karmid lässt keinen Zweifel mehr an seinem Plan aufkommen, dass er diesen Deal will.
Er nennt den Zusammenschluss logisch und sinnvoll.
Und das in Aussicht gestellte Angebot hat BASF inzwischen auch von 10,3 auf 11,2 Milliarden Euro erhöht.
Das wäre halt wirklich ein historischer Chemie-Deal.
Sie halten sich immer noch bedeckt und erklären, aktuell gäbe es keine Gespräche.
Und zugleich zeigen die Quartalszahlen bei BASF Fortschritte aus eigener Kraft.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro.
Das bereinigte EBDA um 15 Prozent auf 1,64 Milliarden.
Und 10 Prozent besser als der Analystenkonsens.
Und die neue Jahresprognose, die wurde auch...
Ganz leicht erhöht.
Besonders stark waren die vier Kerngeschäfte.
Zusammen fast 49 Prozent mehr operativer Gewinn als vor einem Jahr.
Und Industrial Solutions etwa, die legten 49 Prozent zu.
Und Nutrition und Care sogar 77 Prozent.
Und auch ein Grund für diese guten Zahlen seit Anfang 2024 fielen 8600 Stellen weg und weitere sollen folgen.
Das ist erst der erste Teil der Comeback-Wette.
Niedrige Kosten, bessere Marge und irgendwann wieder mehr Nachfrage.
Der zweite Teil ist die mögliche Fusion.
Die Analysten von Parmentier und sie sahen Evonik Anfang Oktober noch als Risiko.
Jetzt heißt die neue Studie plötzlich BASF und Evonik True Love.
Und sie modelliert rund 700 Millionen Euro jährliche Synergien.
Also 1 plus 1 wären dann 2,5.
Ja, so sagen sie es.
Für 2,29 modellieren die Analysten einen vereinten Konzern mit 11,8 Milliarden Euro EBITDA und 3,7 Milliarden Euro freiem Cashflow.
Da haben wir ihn wieder.
Der Gewinn je BASF-Aktie könnte durch die Fusion, so sagen sie, um 7,5 Prozent steigen.
Doch Achtung, das ist eine Modellrechnung, kein Versprechen.
Die Parmentier-Strategen unterstellen unter anderem einen heftigen Mix aus Barzahlung und Aktien und eine erfolgreiche Integration.
Und wie gesagt, einen vereinbarten Deal gibt es längst noch nicht.
Aber die Analysten sind so überzeugt, dass sie ihren BASF-Kurs hier gerade von 59 auf Trommelwirbel 61 angehoben haben.
Ja, gut.
Das müssen Sie wahnsinnig überzeugt sein.
Das sind ja...
Zwei Euro, das sind vier Prozent.
Ja, das ist deutlich über dem Kurs.
Sie erwarten einschließlich Dividende rund 21 Prozent Gesamtrendite in zwölf Monaten.
Ja, und dazu kommt halt noch ein weiterer Schatz, der in BASF stecken könnte, nämlich Agriculture Solutions.
Die Agrarsparte wird für eine mögliche Börsennotierung vorbereitet und Parmentier schätzt einen und ihren Unternehmenswert auf gut 27 Milliarden Euro.
Und ein solcher Schritt könnte außerdem die Schulden senken und Spielraum für andere Geschäfte schaffen.
Aber die Risiken, die bleiben erheblich.
Erstens passiert ein Großteil der jüngsten Stärke auf höheren Chemiepreisen infolge von Lieferstörungen im Nahen Osten.
Die Verkaufsmengen wuchsen nur um gut zwei Prozent.
Ob die Nachfrage wirklich zurückkommt, das ist offen.
Zweitens gab es ausgerechnet im hochgelobten Agrargeschäft im dritten Quartal 48 Millionen Euro operativen Verlust.
Und dann ist da noch das größte Sorgenkind, nämlich der Cashflow.
Da ist er auch wieder.
Nach neun Monaten liegt er bei minus 1,04 Milliarden Euro.
Und die Jahresprognose, um die noch zu erfüllen, müssten allein im Schlussquartal 2,5 bis 3,3 Milliarden Euro reinkommen.
Und das ist ziemlich ambitioniert.
Weißt du, was wir machen könnten, Sommerfeld?
Wir suchen mal die Aktien mit dem größten Free Cashflow raus.
Und die präsentieren wir mal in der Triple-E-Idee.
Endlich mal eine ganze Idee zum Cashflow.
Oder?
Ja.
Aber das noch nicht alles.
Ausgerechnet Ivonek könnte den Sanierungserfolg gefährden.
BASF verspricht Jobgarantien beim möglichen Übernahmeziel bis 2032, während der Konzern selbst weiter Stellen streicht.
Und Kritiker fürchten, hohe Integrationskosten, Kartellauflagen und vor allem zwei Konzerne mit demselben europäischen Standortproblem sind nicht automatisch gemeinsam stärker.
Das wäre so 1 plus 1 dann doch nur 1,5.
Was ist jetzt hier los?
Ja, richtig.
Ja, das ist einfach diese Ambivalenz.
Deshalb gehen die Kursziele der Analysten auch auffällig weit auseinander.
Bernstein sieht wie permanent hier 61 Euro, MWB ist mit 55 Euro vorsichtiger und Jeffreys sieht sogar nur 44 Euro.
Und bei einem Aktienkurs von gut...
Aktuell 52 Euro ist das halt schon ein bemerkenswerter Unterschied in der Einschätzung derselben Zahlen.
Und genau deshalb ist BASF heute eine spannende EEE-Idee, aber keine eindeutige Alles-wird-Super-Prognose.
Wer einsteigt, wettet auf eine unterschätzte Comeback-Aktie, auf funktionierende Einsparungen, eine bessere Chemiekonjunktur, den Wert der Agrarsparte, vielleicht auch wieder niedriger Energiepreise und vielleicht auf eine wertschaffende Fusion.
Ja, und die neuen Quartalzahlen und die optimistische Fusionsrechnung liefern dafür auch durchaus gute Argumente.
Aber die Entscheidung fällt einfach beim Geld, das am Ende tatsächlich in der Kasse landet und beim Preis, den BASF für Evonik bezahlen müsste.
Und aus dem möglichen deutschen Chemie-Champion kann ein Börsengewinner werden, aber automatisch, also 1 plus 1 gleich 2,5 oder noch mehr, automatisch wird das nicht.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns an ein mehr im AAA, also aatwelt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und heute muss es mal wieder ein Nutella-Länder-Datenpunkt sein, denn Philipp schickt ihn aus Brasilien.
Er schreibt, ich bin gerade mit meiner Frau auf der wunderschönen Insel Boi Bepa im Bundesstaat Bahia in Brasilien.
Natürlich höre ich jeden Tag weiter den Podcast, also Shoutout.
Und im örtlichen Supermarkt habe ich dann heute das 700-Gramm-Glas Nutella gesehen und möchte den Datenpunkt gerne teilen.
69,9 Real sind immerhin 11,76 Euro.
Das ist nicht ganz ein Schnäppchen, würde ich sagen, Sommerfeld.
Nee, das ist echt teuer, weil das wäre dann ein Kilopreis von fast 17 Euro.
Und bei uns sind es aktuell knapp 8 Euro.
7,72 Euro, Sommerfeld, da müssen wir korrekt sagen.
Ja, ja, okay, Entschuldigung.
Aber ich habe mir das mal angeguckt.
Also da, wo er da ist auf dieser Insel, das ist halt wirklich echt paradiesisch.
Also ich finde, da kann man sich auch Preise aus dem Paradies gönnen, beziehungsweise muss man sich dann einfach mal gönnen können.
Und ihr gönnt euch hoffentlich weiter diesen Podcast.
Deshalb abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns eure Freunde.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
