# AI Capital Flows and Automotive Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-28

## Transcript

Mercedes hat Investoren schon wieder enttäuscht gestern.
Porsche hat endlich mal positiv überrascht.
Auch die meisten Tech-Firmen haben positiv überrascht.
Da war die Stimmung wieder ziemlich gut.
Wir schauen uns an, was da los war und es geht um die Frage, ob bei UPS bald endlich der Turnaround kommt.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Mittwoch, der 28.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker, der meiner Meinung nach auch einen der besten YouTube-Accounts in Deutschland hat, rund um Finanzthemen.
Dort gibt es unter anderem Interviews mit Top-CEOs, aber auch verschiedene Einordnungen, zum Beispiel von Christian Röhl, dem Chief Economist von Scalable Capital.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Die gute Stimmung bei den Tech-Aktien ist zurück.
Sie war ja schon am Montag wieder da und ist gestern dann weiter angezogen.
Und es könnte auch an einer News liegen, über die ich eben schon gestern bzw.
letzte Folge geredet habe.
Und zwar will Meta ja eigene Aktien verkaufen und damit Geld für KI-Investments einsammeln.
Jetzt haben sie auch für 25 Milliarden Dollar eigene Aktien schon verkauft und das Ganze war fünfmal oversubscribed, wie man sagt.
Das heißt, sie hätten theoretisch auch 125 Milliarden Dollar verkaufen können.
So hoch war die Nachfrage.
Und das ist ein gutes Zeichen dafür, dass es scheinbar weiter ziemlich viel freies Geld gibt, das noch in KI fließen kann.
Und weil dieses Geld am Ende vor allem in Chips fließt, haben gestern vor allem die Chip-Aktien gut performt.
Infineon zum Beispiel in Deutschland um die 4% hoch.
Und da gab es noch eine gute Nachricht für meine Heimat Österreich.
Dort will Infineon sein Werk ausbauen für über eine Milliarde Dollar.
Klingt viel, leider sieht man an der Zahl aber auch, dass in der europäischen Chip-Industrie und in den Bereichen, in denen Infineon aktiv ist, eher kleine Brötchen gebacken werden.
Gleichzeitig gab es nämlich die Meldung, dass Solidime, eine Speichertochterfirma von SK Hynix, mit den USA gerade drüber verhandelt, eine neue Fabrik zu bauen.
Und da geht es um entspannte 45 Milliarden Dollar.
Damit könnten sie mehr als die Hälfte von Infineon aufkaufen.
Und was ich gerade noch bei Meta vergessen habe, es gibt da noch einen ganz spannenden Nachtrag.
Und zwar haben AMD und Nvidia zusammen eine und drei Milliarden Dollar in Meta investiert.
Das bewegt jetzt nicht viel in den Dimensionen, in denen Meta aktiv ist.
Aber es ist trotzdem wieder so ein Deal, wo AMD und Nvidia ihren eigenen Kunden finanzieren, weil diese Gelder dann ja auch wieder in Chips fließen.
Dann gab es im Tech-Bereich neben KI noch schlechte News für Apple.
Die haben zwar die Aktien nicht bewegt, aber ich fand es trotzdem spannend.
Und zwar gibt es immer mehr Fälle aktuell, wo das neue Apple Duo beim Falten gebrochen ist.
Laut Apple betrifft das nur eine kleine Anzahl von Geräten und bei denen passiert es dann auch direkt in den ersten Stunden und wird dann auch ausgetauscht.
Trotzdem, der perfekte Start für das neue Produkt sieht natürlich anders aus.
Auch schlechte News in Produktionshinsicht gab es dann für Boeing.
Da ist nichts gebrochen, aber die Aktie ist trotzdem 10% gecrashed und das ist für eine Firma wie Boeing, also ein eigentlich stabiles, global relevantes Business, schon sehr, sehr viel.
Und der Grund ist relativ einfach.
Boeing will eigentlich die Produktion der 737 auf 47 im Monat hochfahren, aber sie kriegen es nicht hin, wie der CEO gestern Investoren gesagt hat.
Zumindest kriegen sie es nicht so schnell hin, wie sie gerne wollen.
Weniger überrascht hat die Börse gestern eine Zahl von Popmart.
Das ist die Firma, die hinter diesen gehypten Labubu-Spielzeugfiguren steckt, die vor einem Jahr noch so gehypt waren.
Und da kam jetzt raus, dass sie eben nicht mehr so gehypt sind.
Und der Umsatz ist letztes Quartal 50% eingebrochen.
In Amerika sogar über 70%.
Mich hat es nicht wirklich überrascht.
Die Börse gestern auch nicht, deswegen ist die Aktie gestern auch nicht stark gefallen, aber sie hat sich davor schon halbiert in den letzten Monaten.
Dann gab es im Konsumgüterbereich noch News aus Deutschland, die nicht so gut waren und zwar bei Beiersdorf.
Da ist der Umsatz von Nivea schon wieder 5% geschrumpft.
Das einzige Gute an der Zahl war eigentlich nur, dass er im Quartal davor 8% geschrumpft ist.
Also es läuft zumindest nicht mehr ganz so schlecht.
Die Strategie von Beiersdorf, um aus dieser Krise rauszukommen, ist übrigens, dass sie auf der einen Seite mehr günstige Produkte anbieten und auf der anderen Seite investieren sie viel mehr Geld in Marketing.
Alleine in diesem Halbjahr sind das über 100 Millionen mehr als im Halbjahr davor.
Und zum Abschluss noch gute Nachrichten von Coca-Cola.
Pascal hat ja letzte Woche erzählt, dass sich Pepsi gerade ziemlich schwer tut.
Bei Coke ist das genaue Gegenteil der Fall.
Die Aktie ist dieses Jahr schon 30 Prozent gestiegen und die Zahlen gestern haben gezeigt, wieso das so ist.
Und zwar soll der Umsatz dieses Jahr organisch mindestens 5% steigen.
Davor haben sie von rund 5% gesprochen.
Also es sieht nochmal ein bisschen besser aus und der Gewinn wird sogar noch stärker steigen.
Die Aktie hat nach der News gestern nicht noch stärker zugelegt, aber wie gesagt, dieses Jahr schon 30% im Plus.
Über eine Sache habe ich jetzt noch gar nicht gesprochen.
Es gab auch Zahlen von Porsche und Mercedes gestern.
Besonders schwach waren sie bei Mercedes.
Die Aktie hat auch 4% verloren.
Und die Kollegen haben nämlich schon wieder ihre Gewinnprognose gesenkt.
Und es lag schon wieder an der schwachen Performance in China.
Aber ich habe mich so ein bisschen gefragt, wie es eigentlich sein kann, dass dieses Problem, das ja jeder kennt, also dass der chinesische Automarkt einfach schwach ist, trotzdem alle paar Wochen wieder für negative Überraschungen sorgt.
Und genau die Frage habe ich Philipp Rage gestellt.
Der hat mit Autopreneur einen der größten Newsletter zur Autobranche.
Und hier ist seine Antwort.
Der Iran-Krieg hat da so ein bisschen Impact nochmal gehabt auf die Situation der deutschen Autohersteller und auch Mercedes in China, als dass der auch in China dafür gesorgt hat, dass Benzinpreise oder Ölpreise entsprechend weiter nach oben gehen.
Was in China dazu geführt hat, dass der Switch, der ja ohnehin schon relativ schnell geht in China, vom Verbrenner zum Elektroauto oder zum E-Auto entsprechend nochmal Fahrt aufgenommen hat und noch schneller geht.
Das ist ein bisschen in China unsere Achillesferse aus Sicht der deutschen Autoindustrie.
Im Markt für E-Autos in China spielen wir so gut wie keine Rolle, also unter zwei Prozent Marktanteil, alle deutschen Autohersteller kombiniert.
Und da die Chinesen immer mehr E-Autos kaufen, schmilzt quasi unser adressierbarer Markt für Verbrenner weg.
Und ja, deswegen, man ging wohl davon aus, dass China weiter entsprechend nach unten geht.
Aber durch den externen Schock mit dem Ölpreis ist das alles nochmal ein bisschen schneller gegangen als erwartet.
Wie siehst du Mercedes im Vergleich zu den anderen deutschen Autobahnen jetzt insgesamt aufgestellt?
Also grundsätzlich im Vergleich zu den anderen deutschen Premium-Herstellern reiht sich Mercedes da eigentlich nur in die Reihe ein.
Entsprechend, es trifft alle und die Ursache ist überall China, der einbrechende Chinamarkt entsprechend.
Mercedes ist da mehr oder weniger im Mittelfeld, also besser als Audi und Porsche, schlechter als BMW.
Und außerhalb Chinas kann Mercedes sogar leicht wachsen.
Das kompensiert das Ganze aber nicht so wirklich, weil China eben historisch gesehen einfach so ein großer, wichtiger Markt für Mercedes war.
Und in China ist gar nicht die Konkurrenz der deutschen Premium-Marken das Problem, sondern die Konkurrenz der chinesischen Marken.
Da kann man zum Beispiel Huawei nennen.
Die haben dort so eine Autoallianz gegründet mit Unternehmen.
unterschiedlichen chinesischen Herstellern und greifen da wirklich auch im Premium- und Luxussegment an.
Aber auch so Marken wie Li Auto oder Nio, einfach eine neue Generation an Automarken in China, die jetzt nicht mehr nur im Einstiegssegment angreifen, sondern zunehmend eben auch im Premium- und Luxussegment.
Bei Porsche sah es ja gestern ein bisschen besser aus.
Da hat die Aktie sogar 4% zugelegt.
Würdest du sagen, bei denen läuft es langsam wieder solide?
Ja, solide immer nur auf den ersten Blick.
Da gibt es ja diesen Begriff des Basiseffekts.
Wir wissen, dass letztes Jahr war, also 2025 war für Porsche einfach mehr oder weniger das Katastrophenjahr, weil da die große Strategieänderung anstand, wo man die Elektrostrategie wieder zurückgebaut hat und wieder stärker entsprechend auf den Verbrenner gesetzt hat.
Und das war richtig, richtig teuer.
Deswegen waren die Zahlen letztes Jahr extrem schlecht und das verzerrt dann natürlich das Bild.
Deswegen wirken die Zahlen, auch wenn sie nicht gut sind.
dieses Jahr einfach besser.
Was auffällt, sie haben 16 Prozent weniger Autos verkauft, aber nur 6 Prozent weniger Umsatz gemacht.
Das heißt, dass sie höhere Preise entsprechend durchsetzen konnten, also mehr teure Modelle verkaufen konnten.
Und das ist tatsächlich ja auch Porsches neue Strategie.
Das heißt, sie wollen weniger Autos verkaufen, dafür teurer werden.
Sie wollen sich so auf der Preisleiter so ein bisschen weg von den deutschen Premium-Marken wie Mercedes und BMW entwickeln und hoch zu Ferrari entwickeln und nennen das quasi diese Lücke dazu.
Inzwischen nennen sie ihren Sweet Spot.
Ja, und das Ganze hat dafür gesorgt, dass sie jetzt wieder eine Rendite von 6,9 Prozent entsprechend erwirtschaften konnten.
Immer noch natürlich weit weg von den Rekordjahren, aber definitiv besser als letztes Jahr.
Jetzt hast du schon ein bisschen was zur neuen Porsche-Strategie gesagt.
Wie schaust du da generell drauf?
Kurzfristig hilft ihnen das höchstwahrscheinlich.
Und das sehen wir ja jetzt schon an den Zahlen, dass sich das wieder so ein bisschen stabilisiert.
Aber es wird Porsche...
grundsätzlich zu einem anderen Unternehmen machen.
Die ganze Strategie heißt, wir wollen weniger Autos, dafür deutlich teurere Autos.
Ich hatte das selber mal durchgerechnet in meinem Newsletter.
Heute kostet ein Porsche im Schnitt 130.000 Euro und wenn Sie weiter in diese Richtung gehen, dann werden wir eher bei 170.000 Euro Durchschnittspreis für einen Porsche.
entsprechend landen.
Was die Strategie auch sagt, ist, dass der chinesische Markt weitgehend abgeschrieben wird.
Also da wird höchstens noch ein ganz kleiner Nischenmarkt für Porsche bleiben.
Das heißt, Europa und USA werden eben deutlich wichtiger, obwohl China früher mal einer der wichtigsten Märkte für Porsche war.
Und gleichzeitig haben sie ja natürlich noch so ein bisschen den externen Faktor, dass ihr adressierbarer Markt so langsam wegschmilzt.
Also wir sehen ja, dass grundsätzlich jedes Jahr einfach weniger Verbrenner auf globaler Ebene verkauft werden.
Das heißt, wenn Porsche sich jetzt, wie die Strategie besagt, halt stärker auf den Verbrennermarkt fokussiert, dann habe ich halt quasi gleichzeitig das Problem, dass mein adressierbarer Markt jedes Jahr kleiner wird.
Und das spielt natürlich dagegen mich.
Aber nichtsdestotrotz, ob die Strategie aufgeht oder nicht, hängt maßgeblich damit zu.
zusammen, ob diese Wette aufgeht, dass die Kunden in Europa und in den USA mehr für ihren Porsche bezahlen.
Und das ist jetzt die Wette und ob das aufgeht, steht in den Sternen.
Das ist jetzt hier der Vergleich Sica 9X gegen Mercedes GLS.
Luxusklasse gegen Luxusklasse sozusagen.
Der Mercedes kostet mehr als doppelt so viel, hat aber dafür nur ein Drittel der PS-Leistung des Siegers und hat eben kein Neim-Audiosystem, sondern nur Burmeister.
Also eine echte Schlacht, die wohl China...
Neben den Autozahlen gab es dann gestern noch mehr Zahlen von UPS.
Ich habe mir dann nochmal die Aktien von FedEx, DHL und UPS angeschaut.
Und mir ist aufgefallen, dass UPS seit Jahren mit Abstand am schlechtesten performt.
Wieso das so ist, haben wir aber noch nie so richtig besprochen im Podcast.
Und das macht jetzt Christoph.
Erstmal zu den Zahlen von gestern.
Die waren ganz solide.
Der Umsatz ist um 7% gestiegen und UPS hat die Prognose wieder angehoben.
Die Aktie hat sich aber nicht super stark bewegt.
Und am großen Bild hat sich dadurch auch nichts geändert.
Im Jahr 2022, da war die Firma noch 200 Milliarden Dollar wert.
Jetzt sind es weniger als 90 Milliarden.
Das ist ein niedrigeres Niveau als 2013.
Die Konkurrenten DHL und FedEx sind dagegen in der Nähe ihres Rekordhochs.
FedEx ist im Frühjahr sogar beim Börsenwert zum ersten Mal an UPS vorbeigezogen.
Das hat vor allem mit dem Geschäftsmodell zu tun.
UPS macht zwei Drittel vom Umsatz mit Paketen innerhalb der USA.
Und der gefährlichste Konkurrent ist mit Amazon ausgerechnet der größte Kunde.
Amazon liefert in den USA aber mittlerweile mehr Pakete selbst aus als UPS.
Und die Pakete, die UPS noch für Amazon gefahren hat, haben kaum Geld gebracht.
Deshalb hat UPS die Menge mehr als halbiert, zehntausende Stellen gestrichen und über 100 Standorte dicht gemacht.
Dazu kommen die Kosten, die Fahrer sind gewerkschaftlich organisiert und bekommen inklusive Sozialleistungen im Schnitt rund 145.000 Dollar pro Jahr.
DHL verdient dagegen vor allem mit internationalem Express.
Und das Business profitiert sogar von den geopolitischen Spannungen, weil Luftfracht knapp und damit teurer ist.
FedEx wiederum spart seit Jahren kräftig und hat im Sommer seine Frachtsparte abgespalten.
Die UPS-Aktie ist trotzdem bei Dividenden-Liebhabern beliebt.
Die Rendite liegt gerade über 6%, aber die Dividende wird auch das erste Mal seit 16 Jahren nicht erhöht.
Liegt auch daran, dass UPS auf Basis der eigenen Schätzung etwa 90% vom erwarteten Gewinn ausschüttet.
Langfristig sollen es nur um die 50% sein.
Eine Kürzung hat UPS zwar bislang nicht angekündigt, es dürfte bei den Zahlen aber auf jeden Fall dauern, bis sie mal wieder steigt.
Dazu hat der Konzern um die 25 Milliarden Dollar Schulden.
Diese Unsicherheiten sind auch der Grund, warum UPS nur mit dem 13-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet wird.
Im Schnitt der letzten 10 Jahre war es das 16-fache.
FedEx und DHL kommen aktuell auf ein erwartetes KGV von 16.
Wer Geduld hat und erwartet, dass der Umbau bei UPS klappt, der kassiert fürs Warten immerhin eine hohe Dividende.
Ein erstes Zeichen könnte das Weihnachtsquartal sein, bleibt der Sprit aber länger teuer und die Kunden bestellen weniger.
Dann ist das Niveau wohl noch kein Schnapper.
Ja, und noch etwas Kurioses, Außergewöhnliches zu diesen UPS-Stores, denn dort könnt ihr auch heiraten.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
