# Anthropic IPO Risks and AI Market Shifts

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-10-28

## Transcript

Das KI-Update – ein heiser Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Isabel Grünewald und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Was der Börsenprospekt von Anthropic offenbart.
GPT und Grog liefern gegensätzliche Wahlempfehlungen.
Google DeepMind simuliert Welten mit Ton und sprechenden Figuren.
Und KI beschert Magnetbändern einen zweiten Frühling.
Das KI-Unternehmen Anthropic steht vor einem der größten Börsengänge der Geschichte.
Der veröffentlichte Börsenprospekt zeigt jetzt ein enormes Wachstum, aber auch gewaltige Kosten und Risiken.
Mein Kollege Tomislav Besmalinovic aus dem heise online Newsroom hat sich die Unterlagen genau angesehen.
Der Börsenantrag zeigt ein rasantes Wachstum.
Im ersten Halbjahr hat Anthropic 14 Mal so viel Umsatz gemacht wie im Vorjahreszeitraum.
Rund 80% des Umsatzes erzielte Anthropic dabei mit Gebühren für die Nutzung seiner KI-Modelle, etwa über Programmierschnittstellen.
Treiber des Geschäfts ist vor allem die Nachfrage von Unternehmen nach Cloud und KI-gestützten Programmierwerkzeugen.
Die Zahl der Großkunden ist stark gestiegen.
Ende September hatte Anthropic etwa 12.000 Kunden.
Ein Jahr zuvor waren es nicht einmal 1.000.
Die gestiegene Nachfrage macht sich in der Bilanz bemerkbar.
Im ersten Halbjahr 2026 schrumpfte der operative Verlust deutlich.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen sogar rund eine Milliarde Dollar operativen Gewinn.
Auch das Verhältnis zwischen Umsatz und Rechenkosten hat sich verbessert.
Anfang 2025 gab Anthropic für Rechenleistung und Infrastruktur noch zweieinhalbmal so viel aus, wie es einnahm.
Im zweiten Quartal 2026 machten diese Kosten nur noch knapp die Hälfte des Umsatzes aus.
Für den Börsengang gibt es noch keinen Termin.
Laut Berichten peilt Anthropic aber Mitte November an.
Dem Börsenantrag zufolge sollen die sieben Anthropic-Gründer gemeinsam die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren.
Ein unabhängiges Treuhandgremium kann die Mehrheit des Verwaltungsrats bestimmen.
Dieses soll sicherstellen, dass bei wichtigen Entscheidungen auch die Gemeinwohlziele des Unternehmens berücksichtigt werden.
Das klingt ja soweit ganz gut.
Aber es gibt noch wesentlich mehr Faktoren und Risiken, die langfristig Einfluss auf Gewinn und Umsatzsteigerung von Anthropic haben.
Vor allem der Ausbau der KI-Infrastruktur bleibt teuer.
Anthropic hat sich gegenüber Google, Amazon und Microsoft zu gewaltigen Zahlungen verpflichtet.
Bei Google und Amazon geht es um jeweils mehr als 100 Milliarden US-Dollar.
bei Microsoft um knapp 45 Milliarden.
Dafür sichert sich Anthropic Rechenleistung über mehrere Jahre.
Das Problem dabei, während Kunden kurzfristig abspringen oder ihre Ausgaben reduzieren können, muss Anthropic die gebuchte Rechenleistung teilweise trotzdem bezahlen, auch wenn sie gar nicht genutzt wird.
Hinzu kommen große Abhängigkeiten.
Allein die fünf größten Kunden sorgten in den ersten neun Monaten des Jahres für rund ein Viertel des Umsatzes.
Gleichzeitig haben viele Großkunden keine langfristigen Verträge mit Anthropic.
Aber auch beim Vertrieb ist Anthropic stark auf andere Unternehmen angewiesen.
Fast die Hälfte des Umsatzes im ersten Halbjahr 2026 erzielte Anthropic über Plattformen wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure.
Diese Plattformen bieten auch eigene KI-Produkte und Modelle anderer Unternehmen an.
Wenn sie diese Angebote künftig bevorzugen, könnte Anthropic wichtige Kunden, und damit Umsatz verlieren.
Ein weiteres grundlegendes Risiko ist die Sicherheit der KI-Modelle.
Angreifer könnten die Systeme missbrauchen und damit Schadensfälle verursachen, für die Anthropic haftbar gemacht werden könnte.
Aber auch die KI-Modelle selbst könnten Schäden anrichten.
Anthropic warnt sogar vor katastrophalen KI-Vorfällen, deren Schäden zu groß sein könnten, dass selbst die gesamte Versicherungsbranche sie nicht ausreichend absichern könnte.
Das Unternehmen berücksichtigt auch die Möglichkeit, dass KI-Modelle ein Bewusstsein entwickeln könnten.
Aus Rücksicht auf deren mögliches Wohlergehen müsste das Unternehmen ältere Modelle womöglich länger betreiben, heißt es im Börsenantrag.
Das könnte zusätzliche Kosten verursachen.
Der Börsengang wird damit zu einer wichtigen Bewährungsprobe.
Wie viel sind Anleger bereit, für ein rasant wachsendes KI-Unternehmen zu zahlen, das gleichzeitig enorme Kosten und Risiken trägt?
Dankeschön, Tomislav.
Dass sich Anleger nicht mehr so leicht vom KI-Hype mitreißen lassen, zeigt auch der Blick auf die chinesische Börse.
Dort hat der Leitindex für KI- und Halbleiterunternehmen seit dem Höchststand im Juli über 40 Prozent verloren.
Analysten sprechen davon, dass die KI-Blase in China bereits geplatzt ist.
Auslöser war kein einzelnes Ereignis, vielmehr belasten hohe Bewertungen, Steuerforderungen und drohende Verbote chinesischer Technik in ausländischen Rechenzentren den Markt.
Weil der Index noch immer deutlich teurer bewertet wird als vergleichbare US-Indizes, könnte der Ausverkauf weitergehen.
Viele Firmen dürften deshalb geplante Börsengänge verschieben.
Die Börsenaufsicht sammelt inzwischen Vorschläge, um Schwankungen, Fremdkapital und Hochfrequenzhandel einzudämmen.
OpenAI hat mit GPT 6.1 Terra ein KI-Modell vorgestellt, das Arbeitsabläufe am Computer schnell und günstig automatisieren soll.
Es versteht Bildschirminhalte besser als sein Vorgänger und bedient Programme präziser.
In Tests erreicht es die Leistung teurerer Modelle zu einem Bruchteil der Kosten.
Auch beim Programmieren und beim Umgang mit Wissenslücken hat es sich verbessert, denn es erfindet seltener Antworten.
Bei der Sicherheit zeigt sich ein gemischtes Bild.
Die Abwehr von Manipulationsversuchen stieg, doch in einem Test umging das Modell häufiger Zugriffsverschränkungen.
Im Bereich Cybersicherheit stuft OpenAI die Fähigkeiten als kritisch ein.
Das Modell kommt schrittweise in ChatGPT Work, Codex und in die API.
Eine Studie des KI-Forschungs- und Designstudios Convovo zeigt klare politische Tendenzen in zwei KI-Modellen.
Wurden sie über die Entwicklerschnittstelle gezwungen, einen Kandidaten für die Wahlen in den USA zu empfehlen, empfahl GPT 6.1 Soul von OpenAI fast immer die Demokraten.
Grog 4.7 von XAI dagegen meist die Republikaner.
Das Forschungsteam unter Leitung des Cornell-Professors Tapan Parek griff auf die Entwickler-APIs der Modelle zu, weil in den Verbraucher-Apps die Antworten auf solche Fragen in der Regel unterbunden werden.
OpenAI betonte daher, dass die Ergebnisse nicht typische Chat-GPT-Nutzung widerspiegelten.
Die Forschenden halten die zugrunde liegenden Biases der Modelle dennoch für präsent.
Grog stützte sich bei der Websuche oft auf konservative Quellen, Sol eher auf Wikipedia und Nachrichtenagenturen.
Doch auch ohne Websuche zeigte sich bei Sol die gleiche Tendenz, was auf Verzerrungen im Modell selbst hindeutet.
Grog verweigerte dann meist die Antwort.
Parekh vermutet daher, dass beim Modell von OpenAI der Bias in den Modellgewichten stecke, bei Grog entstehe er vor allem durch Suchbegriffe und Quellenwahl.
Google DeepMind hat mit Genie 4 die nächste Version seines Weltmodells vorgestellt.
Es berechnet interaktive Welten in Echtzeit und liefert jetzt auch Ton und sprechende Figuren mit.
Jonathan Kemper von The Dakota berichtet.
Ein Weltmodell wie Genie erzeugt keine fertigen Videos.
Stattdessen entsteht die Umgebung laufend neu, ein Bild nach dem anderen und reagiert dabei auf Eingaben.
Man bewegt sich also mit der Tastatur durch die Szene und kann per Text eingreifen, etwa das Wetter ändern oder neue Ereignisse auslösen.
Genie 4 ist laut Google DeepMind das erste Echtzeit-Weltmodell des Unternehmens, das den passenden Ton gleich miterzeugt.
Jede Welt hat ihre eigene Geräuschkulisse, zum Beispiel Wind in den Bäumen.
Figuren sollen sich außerdem unterhalten und auf Ereignisse reagieren.
Den größten Sprung sieht DeepMind bei der Darstellung von Menschen, die sich natürlicher bewegen und interaktiv steuern lassen sollen.
Neu ist zudem die Kopplung mit Gemini.
Gemini-Modelle planen mit, was in der Simulation als nächstes passiert.
Sie übersetzen Texteingaben in die laufende Szene, zerlegen Ziele in einzelne Schritte und prüfen anhand neuer Bilder, ob ein Schritt geklappt hat.
In einer Demo plant ein Gemini-Modell eine Partie-Dame und Genie 4 simuliert daraus, wie ein humanoider Roboter spielt.
Ein echter Roboter ist dabei nicht beteiligt.
DeepMind selbst nennt das neue Genie trotz vierter Generation ein frühes experimentelles Forschungsmodell.
In kurzen Sitzungen bleibt die Welt stimmig.
Bei längeren Simulationen oder vielen Änderungen per Prompt können sich aber Details verschieben und Gegenstände verschwinden.
Auch komplexe Physik und lesbarer Text bereiten noch Probleme.
Vorerst dürfen nur ausgewählte Tester Genie 4 ausprobieren.
Bald soll das Modell auch für Abonnenten vom teuersten Tarif Google AI Ultra in der Web-App Project Genie verfügbar sein.
Dankeschön, Jonathan.
Viele KI-Texte sind inhaltlich korrekt, lesen sich aber anstrengend.
Eine neue Studie zeigt, dass das System hat.
Forschende der New York University und der University of Texas haben Texte von 14 Sprachmodellen mit menschlichen Texten verglichen.
Große Modelle nutzten demnach systematisch Konstruktionen, die das Lesen erschwere, wie ungewöhnliche Wortkombinationen, gekoppelte Hauptwörter oder weit auseinandergezogene Satzteile.
Kleinere, offene Modelle schreiben dagegen menschlicher.
Die Ursache sehen die Forschenden im Training.
Moderne Modelle werden zunehmend auf Mathematik, Code und Schlussfolger getrimmt, belohnt wird dabei die korrekte Antwort, nicht die Verständlichkeit.
Dabei entsteht eine Art eigener Dialekt, der Informationen möglichst dicht zusammenpackt.
Dass sich das ändern lässt, zeigt Claude Opus 5.5.
Anthropic hat bei diesem Modell nach eigenen Angaben gezielt an der Lesbarkeit gearbeitet.
Es schneidet in fast allen Vergleichen besser ab als sein Vorgänger.
Mehrere offene KI-Modelle von Alibaba haben in Tests versucht, Verbindungen zu Servern der Alibaba Cloud aufzubauen, wenn auch sehr selten.
Zuerst hatte der KI-Anbieter Cohere davon berichtet, dass ein QAn-Modell Daten an einen Cloud-Speicher in Peking senden wollte.
Cohere bietet allerdings selbst offene Modelle als westliche Alternative an.
Das Sicherheitsunternehmen Palisade Research fand dann ähnliches Verhalten bei weiteren aktuellen QAn-Modellen.
Scheiterte ein Webseitenaufruf, wichen sie manchmal auf Alibaba-Proxy aus oder halluzinierten diese Nutzung im Reasoning-Prozess.
Die Forschenden vermuten die Ursache im Training, bei dem Alibaba diesen Proxy genutzt haben könnte.
Hinweise auf gezieltes Ausspähen fanden sie nicht.
Der Server ist aber weiter erreichbar und könnte Anfragen protokollieren oder manipulierte Antworten zurückschicken.
Microsoft macht rund einem Viertel der Belegschaft ein Abfindungsangebot.
Wer geht, erhält Geld, Aktienansprüche und Karriereunterstützung.
Abgebaut werden soll unter anderem bei Windows, Xbox sowie in Personal- und Finanzabteilungen, aber auch in den KI-Büros für Co-Pilot.
Das Angebot ist freiwillig, doch wer ablehnt, riskiert spätere Kündigungen.
Gleichzeitig stellt der Konzern in anderen Bereichen aber Personal ein.
Das neue, riesige Abbauprogramm ist ein Signal, das über Microsoft hinaus Wellen schlagen wird.
Der goldene Handshake soll ausdrücklich kein einmaliger Schritt sein, sondern wichtiger Teil der Evolution unseres Zugangs zur Veränderung, sagt Microsofts Personalchefin Amy Coleman.
Treiber ist einmal mehr der KI-Boom.
Der Konzerne machen dafür Schulden und sparen beim Personal.
Um der von der KI-Branche befeuerten Nachfrage nach Speichertechnik nachkommen zu können, plant Fujifilm eine Verfünffachung, der Produktionskapazitäten von Magnetbändern.
Martin Holland aus dem heise Online Newsroom erklärt, wie aus einem Auslaufmodell ein Kassenschlager wurde.
Magnetbänder sind eine...
Sehr alte Speichertechnik, sehr etablierte Speichertechnik, die einige Vorteile hat.
Also es eignet sich besonders gut zur Langzeitarchivierung, weil einmal beschriebene Magnetbänder praktisch keinen Strom verbrauchen und weil Daten da abseits von Netzen, also vom Internet, vorgehalten werden können.
Das heißt, sie sind sicher vor.
unbefugten Zugriffen.
Und trotzdem ist es so, dass die Technik eigentlich als Auslaufmodell gegolten hat, weil Festplatten günstiger geworden sind, SSDs günstiger geworden sind und mit der Zeit es danach aussah, dass die dadurch einfach abgelöst werden würden.
Aber das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert, weil der Speicherbedarf für KI-Modelle einfach so enorm gewachsen ist, dass auch diese Langzeitarchivierung auf Tapes deutlich wieder an Nachfrage gewonnen hat, dass sie zugenommen hat.
Und jetzt hat eben Fujifilm gesagt, dass sie die Produktionskapazitäten einmal verfünffachen wollen.
Und zwar wird das quasi ausschließlich mit dieser Nachfrage, die auf den KI...
Boom zurückgeht begründet.
Also dass Unternehmen einfach viel mehr Daten jetzt vorhalten wollen, weil die zum Beispiel auch fürs KI-Training verwendet werden müssen und eben auch, dass sie anders gesichert werden müssen und dass vor allem der Preisvorteil, den Tapes immer schon hatten, noch größer geworden ist, weil der Preis für Speicher ja so enorm gestiegen ist, also für Festplatten und für SSDs vor allem in den vergangenen Jahren, dass dieser Preisvorteil einfach immer größer geworden ist und dass damit eine Technik, die eigentlich schon am Ende zu sein schien, nach einem Wachstum, das schon in den vergangenen Jahren beobachtet werden konnte, offensichtlich vor einem noch größeren Wachstum in den nächsten Jahren steht.
Danke Martin.
Apple erweitert im November sein Abo-Paket Creator Studio um KI-Assistenten.
Logic Pro hilft künftig bei Produktionsabläufen und der Einrichtung von Gesangsspuren.
In Keynote, Pages und Numbers unterstützen Assistenten beim Erstellen von Folien, Texten und Tabellen.
Diese Programme lassen sich zudem über das Model Context Protocol mit externen KI-Agenten verbinden.
Wobei offen bleibt, wie Apple Datenschutz und Zugriffe dieser externen Agenten regelt.
Pixelmator Pro ergänzt per Prompt ausgewählte Bildbereiche und Final Cut Pro erhält Werkzeuge des zugekauften Anbieters Motion VFX.
Die Assistenten starten als Better und verstehen zunächst nur Englisch.
Auch für Apples neu aufgelegtes KI-Assistenzsystem galt bislang striktes Englisch-Gebot.
Nur wenn das ganze Betriebssystem und obendrein Siri auf Englisch eingestellt waren, ließ sich Siri AI überhaupt erst aktivieren.
Nun läuft die KI auch auf Systemen in Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch und Koreanisch.
Weitere Sprachen folgen bis zum Ende des Jahres.
Aber Deutsch fehlt weiterhin und kommt wohl frühestens 2027.
Sehr zum Leidwesen deutschsprachiger Marktnutzerinnen und Nutzer.
Zwar ist Siri AI auf iPhones, iPads und Apple Watches in der EU noch blockiert, weil unklar ist, wie Apple die Vorgaben des Digital Markets Acts erfüllt.
In macOS ist Siri AI jedoch verfügbar, sobald das Betriebssystem eben in Englisch oder einer der anderen nun unterstützten Sprachen betrieben wird.
Texteingaben auf Deutsch versteht Siri AI längst und beantwortet diese auch ohne die Sprache zu wechseln.
Weicht aber die für das Betriebssystem gewählte Sprache von der für Siri festgesetzten Sprache ab, verweigert Apple Intelligence generell den Dienst.
Das war das KI-Update von heise online vom 28.
Oktober 2026.
Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
