# AI Capital Crunch and Market Rotation

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-23

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den Abverkauf bei den Tech-Werten, einen Dämpfer für Moderna und neue Gerüchte vom Börsengang von Anthropic.
Im Thema des Tages feiern wir den 25.
Geburtstag einer echten Tech-Ikone und in der AAA-Idee geht es um die erstaunliche Karriere der Sachdividende.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Freitag, der 23.
Oktober und wir wünschen euch einen ruhigen Start in den Tag und später dann auch ins Wochenende.
Denn Ruhe war gestern an der Wall Street nämlich das Beste, was einer Aktie passieren konnte.
Da Procter & Gamble besser verdient hatten als erwartet, haben sich Anleger nur so auf Konsumgüter, Gesundheitswerte und Versorger gestürzt.
Alles, was nach KI roch, flog dagegen aus den Depots.
Der extreme Abverkauf zeigt sich natürlich in den Schlusskursen.
Der Nasdaq verlor 3% und der S&P 500 gab 1,5% nach.
Die gleichgewichtete Version des S&P 500, in der jede Aktie gleich viel zählt, die notierte hingegen sogar im Plus.
Ihr seht, das Geld ist an der Börse geblieben.
Es hat nur die Adresse gewechselt in Anlehnung an einen Ex-Vizekanzler.
Den Umzug hat Meta ausgelöst.
Der Konzern hat ja am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt.
Die hätten wir euch hier auch schon in der gestrigen Folge hinlänglich vorgestellt.
Die Zahlen waren ja eigentlich wirklich gut und trotzdem verlor die Aktien dann zeitweise gestern mehr als 7 Prozent.
Das sind rund 120 Milliarden Dollar börsenwert gewesen.
Tja, die Anleger erschreckt die Rechnung dahinter.
Meta will im laufenden Jahr 135 bis 145 Milliarden Dollar in Rechenzentren und Chips für KI stecken, hatten wir ja gestern schon gesagt.
Gemessen am Umsatz fließt damit mehr als jeder zweite Dollar in den KI-Ausbau.
Um den Ausbau zu bezahlen, will Meta neue Aktien ohne Stimmrechte ausgeben und am Kreditmarkt kostet die Versicherung gegen einen Zahlungsausfall von Meta jetzt so viel wie nie.
Für euch als Aktionäre hat das eine handfeste Folge, denn mit jeder neuen Aktie wird logischerweise euer Stück vom Kuchen ein bisschen kleiner.
Meta war ja eigentlich jahrelang eine Gelddruckmaschine und braucht jetzt aber Geld anderer Leute.
Tesla hat seine Investitionspläge dagegen gekürzt und verlor trotzdem gut zwei Prozent, weil die Anleger jetzt am Tempo bei Robotern und Autonom Fahrer zweifeln.
Ob ein Konzern mehr investiert oder weniger, bestraft wurden am Ende beide.
Am härtesten traf es die Chip-Werte.
Der Halbleiterindex Sox lag bei Handelsschluss rund 7% im Minus.
AMD und Intel verloren sogar jeweils noch mal mehr als 7%.
CoreWeave büßte mehr als 10% ein und liegt jetzt 55% unter seinem Jahreshoch.
Dass das Geld knapp ist, sagt inzwischen auch Jensen Wang von Nvidia, dem größten Profiteur des Booms.
Die Nachfrage der Neoclouds, also von Anbietern wie Corewave, die Rechenleistungen an andere vermieten, gehe durch die Decke, sagte er gestern dem Sender CNBC.
Kapital sei allerdings knapp und bremse das Wachstum.
Ja, und Händler von Wells Fargo, die schreiben, genau dieser Satz habe die Märkte verschreckt, weil er die Sorge wiederbelebt, dass der Kreditmarkt keinen Appetit.
auf weitere Risiken mehr hat.
Der neue Engpass im KI-Boom ist also das Geld.
Und weil zuletzt ja auch Strom ein Teil der KI-Wette war, hat es gestern auch die ganze Energiekette einmal erwischt.
Givernova, der Hersteller von Gasturbinen und Bloom Energy, das Rechenzentrum mit Brennstoffzellen, wird direkt vor Ort versorgt.
Die verloren beide jeweils mehr als 11 Prozent.
Der Stromerzeuger Vistra gab mehr als 10 Prozent nach und Qantas Services, das Stromleitungen baut, rutschte um mehr als 8 Prozent ab.
Selbst die Entwickler kleiner Atomreaktoren, also sogenannte Small Modular Reactors wie Ocklo und New Scale, die rutschten ebenfalls ins Minus.
Energiewerte galten lange als die vorsichtigere Wette auf KI, weil sie an jedem Rechenzentrum mitverdienen, egal wer das KI-Rennen am Ende gewinnt.
Gestern hat sich gezeigt, dass sie an derselben Kette hängen.
Wie gnadenlos die Börse mit Erwartungen umgeht, das hat gestern auch Moderna erlebt.
Der Krebsimpfstoff, den die Firma mit dem US-Konzern Merck & Co.
herentwickelt hat, senkt zusammen mit Mercks Immuntherapie Kate Truda bei schwarzem Hautkrebs das Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent.
Erstmals belegt damit eine Studie, dass ein Impfstoff wirkt, der auf den einzelnen Tumor zugeschnitten ist.
Die Wall Street hatte auf mindestens 40 Prozent gehofft.
Wie gesagt, 42 sind es im Schnitt gewesen.
Beim Risiko, dass der Krebs streut, da sind es allerdings nur 38 Prozent.
Bessere Prognose.
Trotzdem stürzte die Moderna-Aktie um 17 Prozent auf 181 Dollar ab.
Das größere Problem war der Kurs davor.
Nach der ersten Erfolgsmeldung im August hat sich die Aktie an einem Tag fast verdreifacht und ist bis auf 245 Dollar geklettert.
Im Kurs steckte also längst die Wunderwaffe.
Kaufen, wenn das Gerücht kommt, verkaufen, wenn die Nachricht da ist.
Die alte Börsenregel hat gestern wie aus dem Lehrbuch funktioniert.
Ein paar Gewinner hatte der Tag trotzdem.
Roper Technologies kennen hierzulande nicht so viele.
Der US-Konzern sammelt Nischensoftware ein, etwa Programme für Versicherungsmakler Kitas oder die Finanzplanung von Krankenhäusern.
Im dritten Quartal hat Roper bereinigt 5,89 Dollar je Aktie verdient und damit 10 Cent mehr als erwartet.
Die Gewinnprognose fürs Gesamtjahr hebt der Konzern ebenfalls an.
Die Aktie sprang zeitweise um gut 15 Prozent nach oben.
Im Iran-Konflikt geht es derweil weiter hin und her.
Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hat erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen, darunter auch eine Anlage von Aramco.
Und laut New York Times liegen bei den Militärs der USA und von Israel mittlerweile Pläne für neue Angriffe auf den Tisch.
Und zwar soll es gegen den Iran gehen und zwar nach.
Viele Anleger sind deshalb in Staatsanleihen geflüchtet.
Wenn alle gleichzeitig kaufen, steigen natürlich die Kurse der Anleihen und damit sinken die Renditen.
Die 10-jährige US-Rendite rutschte so erstmals seit Wochen wieder unter 5%.
Am Abend gab es dann noch News von Anthropic.
Die Entwickler des Chatbots Claude, die wollen ja laut Bloomberg schon in den nächsten Tagen die Unterlagen für ihren Börsengang öffentlich einreichen.
Zuletzt wurde das Unternehmen privat mit 965 Milliarden Dollar bewertet.
An der Börse halten manche jetzt auch 2 Billionen beim IPO für möglich.
Wie viel Geld dabei schon verdient wurde, zeigt die Wagnis-Kapitalfirma Spark Capital.
Sie hat 2023 bei einer Bewertung von 5 Milliarden Dollar insgesamt 75 Millionen investiert und ihr Anteil ist heute rund 7 Milliarden wert.
Also das fast das Hundertfache.
Für euch als Privatanleger sind die ganz großen Gewinne damit bereits verteilt, denn ihr kommt erst beim Börsengang rein zu einer Bewertung, die heute schon fast 200 Mal so hoch liegt wie damals.
So, und jetzt noch schnell ein Blick auf den deutschen Light Index.
Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 25.371 Punkte, der Eurostox 50 sogar fast 2 Prozent.
Auch hier traf es die Chip-Werte.
Infineon gaben rund 6 Prozent nach, ixtron verloren fast 10 Prozent.
SAP stemmte sich nach soliden Quartalszahlen mit einem Plus von 3,2 Prozent dagegen.
Größter Gewinner im DAX war Kia Gn mit rund 5%.
Der Diagnostik-Spezialist steht offenbar vor dem Verkauf an den schwedischen Finanzinvestor EQT.
Und die letzten Termine für diese Woche.
Quartalszahlen kommen von Zika, Sodexo, Volvo, Holchim, Saab, Eni, Securitas und American Express.
Und dann heißt es, hoch die Hände, Wochenende.
Das Thema des Tages.
Lea, wir hatten es diese Woche ja schon von unserem Altersunterschied, aber heute wird mir mal wieder so richtig klar, wie alt ich eigentlich schon bin.
Och, was denn los?
Wieder der Rücken?
Der auch, aber vor allem hat mich ein Jubiläum echt schockiert.
Heute, vor genau 25 Jahren, also vor einem Vierteljahrhundert, hat der damalige Apple-Chef Steve Jobs den allerersten iPod vorgestellt.
Ja, das war damals schon ein richtig großes Ding, oder?
Ja, man kann sich das heute nur noch schwierig vorstellen, aber der iPod war damals echt mehr als irgendein neuer MP3-Player oder sonst irgendein Gadget.
Das Ding war komplett weiß, eine kleine rechteckige Kiste, aber, und das war der Werbeslogan, plötzlich passten tausend Songs in die Hosentasche.
Ja, aber das gehört soweit auch dazu.
Der Erfolg kam nicht sofort, nachdem Apple das Ding auf den Markt gebracht hat.
Im ersten Jahr wurden gerade mal 350.000 Stück verkauft.
Klar, ist jetzt nicht schlecht, aber eben auch noch weit von den Zahlen der folgenden Jahre entfernt.
Und das hatte im Wesentlichen zwei Gründe.
Zum einen waren die iPods nicht gerade billig.
Knapp 400 Dollar musste man dafür damals ausgeben.
Und zum anderen funktionierte damals das alles auch nur zusammen mit einem MacBook, auf dem iTunes lief.
Für Windows gab es das damals noch nicht.
Das hat Apple dann aber schnell geändert und dann hob das Ding so richtig ab, wurde zur Ikone und hat aus Apple nicht nur ein völlig anderes, sondern auch zeitweise das wertvollste Unternehmen der Welt gemacht.
Wer in meinem Alter ist, der kann sich bestimmt noch an die Werbung erinnern.
Schwarze Silhouetten, die einen iPod in der Hand halten, der über das weiße Kabel mit den Kopfhörern verbunden war und vor knallbuntem Hintergrund tanzte dann diese Silhouette.
Die weißen Kopfhörer, die wurden sofort zum Markenzeichen und zum Statussymbol.
Das ging so weit, dass es Überfälle auf iPod-Besitzer gab, um an das Ding ranzukommen, weil man an den weißen Kabeln eben erkennen konnte, dass da was zu holen ist.
Für Apple war das natürlich ein Segen, denn der Konzern war bis dahin ja eher so als Computerhersteller bekannt und auch da eher in der Krise.
Das Unternehmen war 2001 gerade mal 7,7 Milliarden Dollar an der Börse wert.
Eigentlich unvorstellbar, wenn man das mit dem heutigen Börsenwert von mehr als 5 Billionen Dollar vergleicht.
hat sich in der Zeit versechsenhundertfacht.
Aber nicht nur für Apple war der iPod der Beginn einer Revolution und einer neuen Ära.
Er hat auch die gesamte Musikindustrie auf den Kopf gestellt.
Das war schon ein paar Jahre vorher losgegangen, dass Musik plötzlich nicht mehr an physische Tonträger gebunden war, wie CDs, Schallplatten oder Kassetten, sondern einfach als digitale Dateien runtergeladen werden konnten.
Meistens allerdings noch illegal.
Hast du das auch gemacht?
Ist ja verjährt.
Niemals.
Niemals hätte ich hier was illegal runtergeladen, liebe Lea.
Nein, nein, ist okay, Philipp, glauben wir dir alle.
Den Höhepunkt der CD-Verkäufe erreichte die Musikindustrie dann zwei Jahre vor dem iPod.
1999 setzte der globale Musikmarkt 26,6 Milliarden Dollar um.
Aber dann kamen die illegalen Tauschbörsen wie Napster und das Geschäft brach innerhalb kürzester Zeit massiv ein.
Als der iPod dann auf den Markt kam, hatte Napster schon 80 Millionen Nutzer und die Musikindustrie stand eigentlich mit dem Rücken zur Wand.
Da war Steve Jobs.
ob es mit seinem Gerät, für das man ja über iTunes-Songs für 99 Cent das Stück legal kaufen konnte.
Zunächst aber mal ein Lichtblick.
Ja, aber erstmal ging es für die Musikbranche weiter abwärts, denn erstens hat natürlich nicht jeder Legal Songs gekauft und zweitens musste man jetzt auch noch einen Teil dieser Umsätze dann an Apple abgeben.
Von 2001 bis 2010 sind die Umsätze mit physischen Tonträgern dann auch nochmal um 60 Prozent auf nur noch rund 13 Milliarden Dollar eingebrochen.
Mit digitaler Musik kamen aber nur vier Milliarden wieder rein.
Aber auch das hat sich dann wieder gedreht, denn mit dem iPod waren im Grunde auch die Basis für das heutige Musik-Streaming-Geschäft gelegt.
Ohne den iPod gäbe es wohl weder Apple Music oder Spotify.
Und das Streaming hat auch dazu geführt, dass es den Plattenfirmen, die das ja alles überlebt haben, inzwischen wieder ganz gut geht.
2025 lag der Umsatz mit Tonaufnahmen bei 31,7 Milliarden Dollar, also zumindest nominal wieder über dem Wert vor Napster.
Apropos Spotify, die haben gestern Zahlen vorgelegt, die es so, wie gesagt, wohl ohne den iPod-Moment vor 25 Jahren nicht geben würde.
Inzwischen hat Spotify 306 Millionen zahlende Abonnenten, ein Plus von nochmal 2%.
Der Umsatz liegt bei knapp 5 Milliarden Euro im Quartal und auch der Ausblick war positiv.
Der Streamer, der sieht sich gut aufgestellt für eine neue KI-Zukunft.
Die Aktie sprang zeitweise um bis zu 12% nach oben.
Hauptkonkurrent von Spotify ist übrigens immer noch quasi der Nachfolger von iTunes, nämlich Apple Music.
Zwar kann man da immer noch auch einzelne Songs kaufen, aber auch Apple ist inzwischen auf Abos umgeschwenkt.
Wie viel Apple damit verdient, macht der Konzert allerdings nicht wirklich transparent.
Das Apple Music-Geschäft steckt zusammen mit iCloud, App Store und einigen anderen Bereichen im Thema Services.
Da macht Apple insgesamt 109 Milliarden Dollar Umsatz.
Die letzten offiziellen Abonnentenzahlen sind von 2019.
Damals waren es 60 Millionen Apple Music Kunden.
Marktforscher schätzen, dass sich das inzwischen fast verdoppelt hat und gehen eher so von 116 Millionen heute aus.
Aber das ist natürlich trotzdem weit abgeschlagen hinter Spotify.
Das macht aber nichts, denn Apple verdient sein Geld schließlich nicht nur mit Dienstleistungen, sondern vor allem auch mit der Hardware.
Und den Grundstein dafür legt er halt der iPod.
Damit ihr eine Idee bekommt, wie erfolgreich dieses Gerät war, ein paar Zahlen hier.
Apple hat leider nur bis 2014 separat ausgewiesen, wie viel sie dann mit den iPods umgesetzt haben.
Aber von 2001 bis 2014 kam man so auf insgesamt 68 Milliarden Dollar.
Und insgesamt hat Apple damit rund 450 Millionen iPods verkauft.
Der Höhepunkt war 2008 erreicht, dem Jahr, nachdem Steve Jobs das erste iPhone vorgestellt hat.
Damals hatte er geschwärmt, das neue Gerät sei iPod-Telefon und Internetcomputer in einem.
Und damit war klar, dass Apple sein eigenes Erfolgsprodukt quasi kannibalisiert, denn ab da steckte der iPod halt automatisch auch im Smartphone.
Und man muss sagen, wer weiß, ob es das iPhone ohne den iPod überhaupt gegeben hätte.
Denn die Gewinner aus dem iPod haben es ja dahingehend überhaupt erst möglich gemacht, dass der Apple-Konzern das Smartphone entwickeln und auf den Markt bringen kann.
Außerdem haben viele Mitarbeiter, die schon zu den Erfindern des iPods gehörten, damals auch am iPhone mitgearbeitet.
Wer weiß also, wo Apple heute stünde, wenn es den iPod nicht gegeben hätte.
2022 war dann übrigens Schluss.
Da wurde auch das letzte iPod-Modell eingestellt.
Aber ein paar Sachen sind geblieben.
Das Musikstreaming, der 5-Billionen-Konzern Apple und nicht zuletzt der Begriff Podcast.
Auch wenn ihr den jetzt gerade wahrscheinlich eher auf eurem Smartphone hört und nicht mehr auf einem iPod.
Die AAA-Idee des Tages.
Die erste Dividende der Börsengeschichte, die roch noch nach Muska.
1602 gründeten nämlich die Niederländer die Vereinigte Ostindien-Kompanie, die erste Aktiengesellschaft mit freihandelbaren Anteilen.
Acht Jahre lang sahen die Anleger dann aber erstmal keinen einzigen Gulden.
Als die Kompanie dann 1610 endlich ausschüttete, kam die Dividende in Säcken.
Muskat blühte im Wert von 75 Prozent des Nennwerts.
Wie cool.
Nee, Spaß beiseite.
Begeistert waren die Aktionäre damals davon natürlich nicht.
Die Gewürze ließen sich nämlich kaum zum angesetzten Preis wiederverkaufen.
Trotzdem zahlte die Kompanie immer wieder in Ware, sobald die Kasse leer war.
Gelohnt hat sich das Warten am Ende aber doch.
Historiker schätzen nämlich die Dividende über rund 200 Jahre auf durchschnittlich 18 Prozent pro Jahr, gerechnet auf das eingezahlte Kapital.
Na siehste, man muss nur 200 Jahre investiert bleiben.
Damals war die Ware ein Notbehelf.
Heute verteilen einige Unternehmen großzügige Sachleistungen, obwohl die Kasse voll ist.
Die meisten deutschen Anleger gehen dabei allerdings leer aus.
Da besaßen knapp 14 Millionen Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr Aktien oder Aktienfonds.
Knapp 9 Millionen davon allerdings ausschließlich Fonds und ETFs.
Und Index-Sparer bekommen leider keine Extras.
Nee, ihr müsst also Aktien und dann auch noch die richtigen Aktien im Depot haben, um auch überhaupt so eine Sachdividende zu kassieren.
Wobei, juristisch ist das meistens gar keine richtige Dividende.
Eine Sachdividende muss die Hauptversammlung nämlich erst beschließen und sie richtet sich dann je nach Anzahl der Aktien an die Anleger.
Was Anleger aber so nennen, sind dann eher auf die freiwilligen Geschenke und nicht im wahrsten Sinne des Wortes Sachdividenden.
Ihr habt also keinen Rechtsanspruch.
Das Unternehmen kann den Vorteil jederzeit widerstreichen.
Verteilt wird in der Regel pro Kopf.
Wer die Mindestzahl an Aktien hält, der bekommt meist genau dasselbe wie Großaktionäre.
Für die Unternehmen rechnet sich das.
Ein Rabatt kostet sie nur die entgangene Marge und bucht ein Aktionär wegen des Nachlasses bei dem Unternehmen.
Dann verdient es eben auch daran.
So wird aus dem Eigentümer ein Stammkunde.
In Japan ist es Volkssport.
1500 Unternehmen locken mit Aktionärsgeschenken.
Das sind etwa 40 Prozent aller Börsenfirmen.
Für Anleger aus Deutschland wird es kleinteilig.
Viele Vorteile setzen eine Namensaktie voraus, also eine Aktie, deren Besitzer im Register des Unternehmens steht.
Den Eintrag muss eure Depotbank beantragen.
Gerade bei Neobrokern solltet ihr vor dem Kauf fragen, ob die das überhaupt machen und was es dann auch kostet.
Bruchteile aus dem Sparplan zählen meistens nicht.
Ein ganz bekanntes Beispiel für diese Sachdividende ist Lind und Sprüngli.
Wer eine Namensaktie hält und abstimmt bei der Hauptversammlung, bekommt einen Koffer mit gut 3,5 Kilo Schokolade.
Nur kostet die Aktie rund 780.000 Euro umgerechnet und der Partipationsschein ohne Stimmrecht kostet zwar nur ein Zehntel, ist genauso am Gewinn beteiligt, aber den Koffer bekommt ihr damit nicht.
Verschickt wird der Koffer ohnehin nur in der Schweiz, also ihr müsst dann ein bisschen kreativ werden.
Ja, dazu isst das Finanzamt mit.
Solche Geschenke gelten als Kapitalertrag.
Die Abgeltungssteuer fällt auf den Marktwert an.
Bei einem Koffer im Wert von rund 300 Euro gehen also 80 Euro an den Fiskus.
Weil kein Geld fließt, müsst ihr das meist selbst in der Steuererklärung angeben.
Gemessen an 87.000 Euro Einsatz bringt die Schokolade gut 0,3 Prozent Rendite.
Das ist doch eher Schokoliebhaberei.
Böchtlich besser rechnet sich zum Beispiel Sixt.
Eine einzige Stamm- oder Vorzugsaktie reicht nämlich für den Aktionärstarif mit bis zu 20% Rabatt auf Mietwagen.
In der Praxis sind es zwar eher 10-15%, aber in der Theorie könnten es auch bis zu 20% sein.
Ihr schickt Sixt dann einfach den Kaufbeleg eurer Aktie und eure Kundennummer.
Dann hinterlegt das Unternehmen den Tarif in eurem Profil.
Einfacher wird es für deutsche Aktionäre kaum.
Kreuzfahrer brauchen bei Carnival, Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean jeweils 100 Aktien.
Dafür gibt die Reederei pro Kabine ein Bordguthaben von 50 bis 250 Dollar aus, je nach Reisedauer.
Bei den Carnival-Töchtern Aida und Costa sind es 40 bis 200 Euro, bei Aida aber nur für Komfort- und Premium-Buchungen.
Viele Reisende landen dann noch bei Accor.
50 Aktien für rund 2250 Euro bingen den Goldstatus im Treueprogramm, solange ihr sie haltet.
Die beste Quote liefert jedoch Kalida.
20 Aktien für rund 370 Franken sichern euch dieses Jahr 50% Rabatt auf bis zu 250 Franken Einkaufswert.
Das sind bis zu 125 Franken ein Drittel des Einsatzes.
Kalida zeigt aber auch das Risiko.
2025 waren es nur 30 Prozent.
Davor verschenkte die Firma ein Pyjama.
Der Vorteil ändert sich also jedes Jahr.
Einen Anspruch darauf habt ihr nicht, aber so ein Pyjama ist ja auch was wert.
Ich wollte gerade sagen, was lasst du denn jetzt hier?
So einen coolen Pyjama kann man doch auch mal mitnehmen oder nicht?
Ja, absolut.
Kann man brauchen.
Gerade jetzt so, wo die Weihnachtszeit wieder einsetzt.
Ja, besser haben als nicht haben.
Naja, aber...
Zu den wichtigen Fragen, was heißt das jetzt für euch?
Kauft keine Aktie wegen eines Geschenks oder eines Pyjamas.
Rechnet den Vorteil gegen den Einsatz und klärt vorher mit eurer Bank oder eurem Broker den Registereintrag.
Sonst geht es euch am Ende wie den Anlegern der Ostindien-Kompanie.
Ihr sitzt auf Ware, die ihr nie haben wolltet.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns doch einfach eine E-Mail an AAA, also aaa.welt.de oder ihr hinterlasst uns eine Bewertung in eurem Podcast-Player oder auf Instagram.
Eine nun ja interessante Nachricht hat uns von Moritz erreicht.
Er fragt, Zitat, ist es möglich, dass diese Folge erheblich früher aufgenommen wurde als üblich?
Er fände dies sehr unprofessionell, gehe allerdings davon aus, denn der Grund, das nachbörsliche Plus bei Meta, das sei am Morgen veraltet gewesen.
Das ist wirklich eine interessante Nachricht.
Aber darauf gibt es eigentlich nur eine einfache Antwort.
Nö, das ist nicht möglich, dass diese Folge erheblich früher aufgenommen wurde.
Die Folge ist, wie eigentlich immer, nach Mitternacht entstanden und das MetaPlus hielt sich auf jeden Fall noch bis zwei Uhr im nachbörslichen Handel nachts.
Kippte dann irgendwann um, das stimmt, aber bis zwei Uhr im nachbörslichen Handel stand das Minus da auf jeden Fall noch.
Aber auch wir müssen irgendwann schlafen, lieber Moritz.
Deswegen, als es ins Minus kippte, lagen wir schon im Bett.
Ja, schon ist gut und auch noch gar nicht allzu lange, würde ich sagen, um die Uhrzeit, aber wir haben gepennt.
Wagen wir noch einen Ausblick in der Samstagsfolge.
Da wird es nämlich kriminell.
Nando und Holger haben nämlich einen Polizeihauptkommissar zu Gast, der Einblick in die Welt der Kriminellen gibt.
Er spricht über den inzwischen am weitesten verbreiteten Finanzbetrug des Landes und der Welt.
Er deckt die neuesten Maschen der Anlegerbetrüger auf, verrät die dreistesten Methoden und natürlich, was man dagegen machen und wie man sich davor schützen kann.
Eine spannende, lehrreiche, aber auch sehr unterhaltsame Folge.
ist es geworden.
Die wollt ihr sicher nicht verpassen.
Deshalb abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns dann morgen wieder.
Ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcast gibt.
