# AI Capex, M&A, and Market Volatility

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-21

## Transcript

Die Berichtssaison, sie nimmt wieder Fahrt auf und wir schauen auf die Zahlen von Netflix und SpaceX, die nach US-Börsenschluss gekommen sind.
Vorher gab es auch schon viel Bewegung bei anderen Firmen wegen der Quartalszahlen.
Es gab einen Milliardendeal von Salesforce und wir blicken heute gleich auf mehrere schwedische Firmen aus dem Bildungs- und Online-Gaming-Bereich.
Ich bin Christoph Damm, heute ist Mittwoch, der 21.
Oktober und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker mit einem unserer Meinung nach der besten YouTube-Accounts in Deutschland.
Den Link dazu findet ihr in der Beschreibung.
Jetzt aber rein in die News.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Auch gestern wieder kein leichter Tag.
Für Tech-Aktien immerhin sind am Nachmittag die Ölpreise zurückgekommen, was ein bisschen geholfen hat.
Wie nervös die Stimmung rund um KI gerade ist, hat sich aber auch in Südkorea gezeigt.
Da ist die Aktie des Rechenzentrumsbauers Ellis am ersten Handelstag um die 30 Prozent eingebrochen.
Ellis ist ein sogenannter Neo-Cloud-Anbieter.
Er vermietet also Rechenleistung für KI.
Es war der größte Börsengang des Jahres an der koreanischen Tech-Börse und die Aktie war von Privatanlegern mehr als 400-fach überzeichnet.
Aber am Ende eben schlechte Stimmung nach dem Börsengang.
Schlechte Stimmung auch beim Schweizer Industriekonzern ABB.
Auch die Zahlen von denen nämlich haben im weitesten Sinne mit KI zu tun.
ABB hat deutlich mehr Aufträge bekommen als erwartet.
Die Aktie ist aber trotzdem um die 5 Prozent gefallen.
ABB stellt ja unter anderem Transformatoren und andere Elektrotechnik her, die Stromnetze für den hohen Energiebedarf von eben Rechenzentren brauchen.
Und genau dieses Geschäft läuft richtig gut.
Die vergleichbaren Aufträge sind im dritten Quartal um 40 Prozent gestiegen auf 12 Milliarden Dollar.
Auch die Umsatzprognose hat ABB leicht angehoben.
Klingt also erstmal gut.
Es wächst aber eben gerade in diesem nervösen KI-Umfeld die Sorge, ob sich die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren wirklich langfristig lohnen.
Denn auf der Gewinnseite, da hat ABB nämlich die Prognosen auch nicht erreicht.
Wichtig bleiben für ABB in Zukunft auch Zukäufe.
In Japan plant der Konzern gerade ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Electric für Stromverteilung.
Für weitere Übernahmen hat der Chef nach eigenen Angaben rund 13 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Gute Zahlen, aber schwache Reaktion.
Das gab es auch bei General Motors.
Dabei hat der Konzern nämlich mit Umsatz und Gewinn im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet.
Und dazu gab es noch ein neues Aktienrückkaufprogramm, über 20 Milliarden Dollar, das angekündigt wurde.
Das Problem ist die Prognose.
GM hat schon zweimal in diesem Jahr die Prognose angehoben.
Jetzt aber wird der Konzern etwas pessimistischer fürs Gesamtjahr.
Dazu kommt, dass GM im letzten Quartal um die 5% weniger Autos verkauft hat.
Gerade die margenstarken SUVs wachsen kaum noch und in China ist der Gewinn um 60% eingebrochen.
Gleichzeitig kämpft GM auch noch mit höheren Kosten, unter anderem für Logistik und Speicherchips.
Deswegen ist die Aktie am Ende fast 10% abgerutscht.
Schlechte Nachrichten dann auch von der französischen Supermarktkette Carrefour.
Wegen der undrohenden Frankreich hat die Firma nämlich die Gewinnprognose gesenkt.
Die Aktie hat deshalb nach Börsenschluss um die 5% verloren.
Jetzt aber genug mit schlechten Nachrichten.
Es gab nämlich auch positive Reaktionen auf Zahlen.
3M hat die Prognose für das Gesamtjahr angehoben, weil Kostensenkungen und höhere Preise nämlich die Marge gestützt haben.
Dazu kommt noch Rückenwind von Rechenzentren und der Chip-Branche.
Die gleichen nämlich das schwächere Geschäft mit Autobauern und Konsumgütern aus.
Die Aktie war um die 5% im Plus.
Sogar knapp 10% im Plus war die Aktie von Hasbro.
Der Hersteller von Play-Doh und Nerve hat den Umsatz im dritten Quartal um 15% gesteigert und damit deutlich stärker als gedacht.
Auch der Gewinn ist besser ausgefallen als erwartet.
Ein wichtiger Treiber bleibt das Sammelkartenspiel Magic the Gathering.
Haspo hat auch wieder seine Jahresprognose angehoben und das Ziel für Aktienrückkäufe hat es verdoppelt.
Einen Deal gab es dann auch noch.
Salesforce kauft die US-Firma Brace für fast 6 Milliarden Dollar.
Brace macht Software für Marketingabteilungen.
Die Firma sammelt in Echtzeit Kundendaten und erstellt mithilfe von KI dann personalisierte Nachrichten, zum Beispiel per App, E-Mail oder SMS.
Zu den rund 2.800 Kunden gehören unter anderem Canva oder Instacart.
Salesforce will die Technik jetzt in seine eigenen Produkte einbauen, unter anderem in den KI-Agenten Agentforce.
Dafür zahlt Salesforce fast 60% Aufschlag auf den letzten Schlusskurs.
Die Brace-Aktie ist deshalb um rund 50% gestiegen.
Salesforce hat sich kaum bewegt.
Ein anderer Deal rückt offenbar näher.
Der schwedische Finanzinvestor EQT ist laut Bloomberg in fortgeschrittenen Gesprächen den deutschen Diagnostik-Spezialisten Kiergen zu übernehmen.
Zuletzt gab es ja schon Gerüchte über eine mögliche Übernahme.
EQT soll jetzt ein verbindliches Angebot von mehr als 10 Milliarden Dollar abgegeben haben und auch der US-Investor KKR soll geboten haben.
KIA Gen will noch diese Woche entscheiden.
Ein Verkauf ist jetzt eben noch nicht sicher.
Käme es aber dazu, wäre das einer der größten Gesundheitsdeals in Europa in diesem Jahr.
KIA Gen war gestern nochmal um die 5% im Plus.
Jetzt aber zu den Zahlen, auf die die Börse gestern gewartet hat.
SpaceX ist rasant gewachsen und das Geschäft verschiebt sich immer stärker Richtung KI.
Im letzten Quartal ist der Umsatz um 160 Prozent gestiegen auf 14,5 Milliarden Dollar.
Der Gewinn lag bei 4,5 Milliarden Dollar nach einem Verlust im Vorjahr.
Besonders bemerkenswert, die KI-Sparte hat mit 7,5 Milliarden Dollar Umsatz das erste Mal mehr Umsatz gemacht als das Satelliten-Internet Starlink.
Dabei hat auch die Übernahme des KI-Programmierdienstes Cursor geholfen, der seit Mitte August 600 Millionen Dollar Umsatz beigetragen hat.
Die Aktie von SpaceX war nachbörslich in erster Reaktion aber recht volatil unterwegs.
Auch Netflix hatte eigentlich gute Zahlen fürs letzte Quartal.
Der Umsatz ist im rund 12 Prozent gestiegen auf knapp 13 Milliarden Dollar, genau wie erwartet.
Der Gewinn lag sogar über den Erwartungen.
Es gibt aber zwei Probleme.
Erstens wächst der Umsatz immer langsamer.
Im laufenden Quartal sollen es nur noch 11,5 Prozent sein.
Das wäre dann das vierte Quartal in Folge mit nachlassendem Wachstum.
Zweitens läuft auch das Werbegeschäft schlechter als geplant.
Netflix rechnet hier fürs Gesamtjahr nur noch mit 2,7 statt 3 Milliarden Dollar Umsatz.
Nachbörslich ging es erstmal 5 Prozent abwärts für die Aktie.
Seit Jahresbeginn liegt sie jetzt schon 25 Prozent im Minus.
Und dann gab es noch neue Infos zu Anthropic.
Das Wall Street Journal hat nämlich Zahlen aus einem Entwurf des Börsenprospekts.
Zwei der Zahlen fand ich besonders krass.
Erstens, der KI-Anbieter hat im ersten Halbjahr einen Nettoverlust von...
mehr als 80 Milliarden Dollar gemacht.
Im Vorjahr waren es noch 13 Milliarden.
Der allergrößte Teil davon geht aber auf Bilanzierungseffekte bei der Bewertung von Wandelanleihen und anderen Finanzierungsinstrumenten zurück.
Zweite Zahl, die ich krass fand, die langfristigen Verpflichtungen für Rechenzentren, Cloud-Dienste und Chips liegen schon jetzt bei mehr als 600 Milliarden Dollar und sie könnten auf bis zu 750 Milliarden steigen.
Operativ läuft es aber natürlich stark.
Im letzten Quartal hat Antropic fast 17 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und damit mehr als im gesamten ersten Halbjahr.
Vor einem Monat waren Wahlen in Schweden und das Ergebnis war extrem knapp.
Die Opposition und die bisherigen Regierungsparteien haben fast gleich viele Sitze geholt.
Insgesamt hat das zwar den Aktienmarkt in Schweden ziemlich kalt gelassen, auf eine Aktie aber hat die Wahl einen besonderen Einfluss.
Die hat sich Thiemann angeschaut.
Arcade Media ist mit 140.000 Kindern und Schülern nach eigenen Angaben der größte private Bildungskonzern Europas.
Die Firma betreibt Kitas, Grundschulen, Gymnasien und Erwachsenenbildung in Norwegen, Deutschland, den Niederlanden und noch ein paar anderen Ländern.
Gut zwei Drittel vom 2 Milliarden Dollar Umsatz machen sie aber im Heimatmarkt Schweden.
Und weil das Geschäft größtenteils über Steuergeld läuft, ist die Wahl so wichtig.
In den letzten zehn Jahren hat Arcade seinen Umsatz mit im Schnitt 9 Prozent pro Jahr gesteigert.
Wie in den meisten westlichen Ländern werden aber auch in Schweden weniger Kinder geboren.
Das meiste Wachstum kommt deshalb durch höhere Preise und durch kleine und in den letzten Jahren auch öfter größere Übernahmen.
Zum Beispiel kaufen sie, um sich unabhängiger von Schweden zu machen, gerade den größten Betreiber internationaler Kitas in Polen.
Aber warum überhaupt unabhängiger machen?
In den letzten Jahren konnte Arkade trotz der Übernahmen über die Hälfte der Gewinner in Dividenden und Aktienrückkäufe stecken.
Das finden die Sozialdemokraten in Schweden aber nicht gut.
Schon 2018 wollten sie die Gewinne in Schulen begrenzen und seit 2021 fordern sie ein komplettes Verbot von Gewinnausschüttungen in Schulen und Kitas.
Bisher konnten sie sich da aber noch nicht durchsetzen und auch jetzt ist unklar, ob das klappt.
Grund ist, dass die linkeren Parteien für eine Mehrheit im Parlament die Zentrumspartei brauchen.
Die ist aber immer pro Gewinnausschüttung gewesen und Arcade Media hat sich von denen sogar noch Verstärkung geholt.
Ab Dezember soll die frühere Chefin der Zentrumspartei, Anni Löw, im Aufsichtsrat sitzen.
Laut schwedischen Medien hat sie beim letzten Mal das Gewinnverbot verhindert, als ihre Partei mit den Sozialdemokraten verhandelt hat.
Außerdem hatte bisher die Sozialdemokratin Magdalena Andersen den Auftrag, eine Regierung zu bilden.
Weil sie damit mehrfach gescheitert ist, macht das aber jetzt die Chefin der Zentrumspartei.
Andersen wird zwar Regierungschefin, aber statt mit der Linkspartei kommen zwei Parteien mit in die Koalition, die nicht gegen die Ausschüttung sind.
Dass das alles positive Entwicklungen für Arcade sind, sieht man auch in der Bewertung.
Die ist nämlich in den letzten Tagen auf einen Börsenwert von knapp einer Milliarde Dollar und ein erwartetes KGV von neun gestiegen.
Das ist einer der höchsten Werte, seitdem die Diskussion um die Gewinnausschüttung 2021 losging.
Vor 2021 hat es bei 10 bis 15 gelegen.
Aber man sollte auch bedenken, dass die Politik jetzt schon indirekt mitbestimmt.
Die Dividende wird zum Beispiel diesmal erst später im Jahr zur Hauptversammlung vorgeschlagen und es gab sie nicht schon wie sonst mit den Jahreszahlen.
CEO Markus Strömberg sagt, das liegt an den ganzen geplanten Übernahmen und sagt, dass die Wahl da gar keine Rolle spielt.
Bei einer ohnehin gerade laufenden Debatte liefert man Gegnern von dem Businessmodell, aber auch natürlich Argumente, weil man jetzt ordentlich Dividenden ausschüttet.
Wer hier kauft, wettet also darauf, dass die Zentrumspartei hart bleibt.
Oder dass Arcade Media schneller aus Schweden rauswächst, als die Politik nachzieht.
Und wir bleiben in Schweden.
Vor drei Jahren haben wir mal über die Casino Games Firma Evolution gesprochen.
Seitdem ist ziemlich viel passiert und der Börsenwert hat sich fast halbiert.
Evolution produziert Spiele für Online-Casinos.
Das Kerngeschäft davon sind wirklich Live-Spiele.
Heißt, in Studios wie Lettland, Malta oder Georgien sitzen echte Kruppiers vor einer Kamera und verteilen da Karten oder drehen das Roulette.
Die Streams gehen dann an Online-Casinos wie Draftkings und Evolution bekommt einen Anteil an dem, was die Casinos damit verdienen.
Daneben gibt es auch noch klassische Online-Spielautomaten.
Das ist aber nur ein kleinerer Teil.
Und vor drei Jahren, da war die Firma, als wir hier drüber gesprochen haben, knapp 30 Milliarden Dollar wert und hatte seit dem Börsengang über 8000 Prozent gemacht.
Heute sind es nur noch knapp 15 Milliarden, denn der große Wachstumsschub ist vorbei.
2025 hat Evolution mit gut 2 Milliarden Euro genauso viel Umsatz gemacht wie im Jahr davor.
Vor allem in Asien läuft's schlecht.
Evolution sagt, Kriminelle würden dort Streams klauen und Spiele kopieren.
Dazu kommt ein Risiko, über das wir auch schon vor drei Jahren gesprochen haben.
Im September wurde ein älterer Bericht öffentlich, den Evolution selbst in Auftrag gegeben hatte.
Demnach waren die Spiele über einzelne Betreiber auch in Märkten wie Hongkong und Singapur zugänglich, in denen solche Online-Casinos eigentlich gar nicht zugelassen sind.
Absicht hat der Bericht zwar nicht gesehen, er hat aber die Kontrolle der Geschäftspartner kritisiert.
Ähnliches Bild gab es in Großbritannien.
Da waren Evolution-Spiele auf Seiten von Casinos ohne Lizenz zu finden.
Im Sommer hat sich Evolution deshalb mit der Glücksspielbehörde auf eine Zahlung von umgerechnet gut 5 Millionen Euro geeinigt.
Profitabel ist Evolution aber weiterhin.
Die EBIT-Marge liegt nämlich bei fast 60 Prozent und es läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro.
Bewertet ist die Aktie jetzt nur noch mit dem Zwölffachen vom erwarteten Gewinn, darin schwingen eben diese Rechtsrisiken mittlerweile mit.
Wer die Branche mag und es sogar noch spekulativer will, kann sich mal Hexor auch aus Schweden anschauen.
Die machen keine Live-Spiele, sondern nur so Online-Spielautomaten und Rubbellose.
2025 hat Hexor damit knapp 200 Millionen Euro umgesetzt.
Die Firma bringt fünf neue Spiele im Monat raus und für ein Spiel reichen gerade mal zwei Entwickler.
Und darum liegt die bereinigte EBIT-Marge mit über 80 Prozent nochmal deutlich über der von Evolution.
Zuletzt kam aber fast die Hälfte vom Spielertrag von nur zehn Spielen.
Das Problem, im dritten Quartal ist der Umsatz nur noch um 10 Prozent gewachsen, nach über 30 Prozent im Vorquartal.
Die Aktie ist deshalb an einem Tag um fast 30 Prozent abgestürzt.
Jetzt will Hexor auch die Technik für Prediction Markets liefern, also Wetten auf Wahlen oder Sportergebnisse wie bei Calci oder Polymarket.
Kunden- oder Umsatzziele gibt es dafür aber noch keine.
Hexor ist an der Börse gerade mal 1,5 Milliarden Euro wert.
Das ist nur das Siebenfache vom erwarteten Gewinn.
Mindestens drei Viertel vom Nettogewinn sollen übrigens über Dividenden oder Aktienrückkäufe an Aktionäre ausgeschüttet werden.
Aber dafür sind auch Hexor-Spiele schon bei Casinos ohne schwedische Lizenz aufgetaucht.
Ihr hört also, dieses Risiko gibt es bei beiden Firmen und es könnte die Aktien auch jederzeit hart treffen.
Ja, ich sag's meiner Mutter, ich geh in die Spielhalle, obwohl ich reingehe.
Was machst du denn da in der Spielhalle?
Hochdrücken.
Hochdrücken?
140.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Schönen Tag euch, wir hören uns morgen wieder.
Tschüss.
