# Nobel Prize Economics Lessons for Investors

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-10-21

## Transcript

Bevor es losgeht, dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien – ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Wirröl.
Und wir sind beide fleißig, denn diese Folge nehmen wir auf.
Nicht aus dem Urlaub, vor dem Urlaub, aber damit Sie auch uns hören können, während wir im Urlaub sind.
Und wir haben uns ein besonderes Thema herausgesucht.
Inspiriert hat uns meine liebe Kollegin Maja Brankowitsch, denn die hat...
anlässlich der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises sich mal Gedanken gemacht, was man eigentlich als Anleger von diesen Top-Ökonomen alles lernen kann.
Gehen wir nochmal kurz zurück.
Wer hat ihn denn dieses Jahr bekommen und was war eigentlich so da die Lehre draus?
Eigentlich müssen wir ja noch weiter zurückgehen zu deinem Wort Wirtschaftsnobelpreis, weil eigentlich gibt es ja diesen Wirtschaftsnobelpreis gar nicht, denn der wurde ja gar nicht von Alfred Nobel gestiftet im Gegensatz zu diesen naturwissenschaftlichen Preisen, zum Literaturpreis und zum Friedenspreis, denn es ist ein Wirtschaftspreis im Gedenken an Alfred Nobel und die Stifterin ist eben die Schwedische Reichsbank, wo man auch wieder diese besondere Beziehung zwischen Schweden und Norwegen dann erkennen kann.
Ja, und dieses Jahr sind es geworden Robert E.
Hall und Michael Woodford, beides Professoren aus den USA.
die ihre Auszeichnung für die Entwicklung von makroökonomischen Modellen bekommen, die eine effektivere Stabilisierungspolitik ermöglichen, wie die königlich-schwedische Akademie der Wissenschaften das in ihrer Begründung mal angeführt hat.
Also das klingt für mich nach harter Makrokost.
Kannst du das mal ein bisschen übersetzen?
Was haben die beiden gemacht, damit ich das in meinem Shopping- und Anlegeralltag...
Wahnsinnig viel publiziert.
wie man das als Wirtschaftswissenschaftler tun sollte.
Also vor allem Woodford ist sehr, sehr spannend, auch aus der Kapitalmarktperspektive.
Er gilt nämlich tatsächlich als einer der zentralen Theoretiker der modernen Geldpolitik, also so der letzten 25 Jahre.
Und dass er ausgerechnet jetzt ausgezeichnet wird, das ist schon bemerkenswert, denn er fordert von den Notenbanken eine verlässliche Forward Guidance, also so eine Art Erwartungsmanagement.
wo denn die Zinsen hingehen sollen.
auf sich der Zeit spannen, die eine Notenbank seriös überblicken kann.
Also er will genau das, was der neue FED-Chef Kevin Walsh eher zurückfahren will.
Insofern ist diese Auszeichnung durchaus auch ein Statement für wieder mehr Klarheit in der Geldpolitik, während Kevin Walsh ja sagt, die Märkte sollen sich mal ihr eigenes Urteil bilden.
Beide beschäftigen sich aber tatsächlich sehr viel damit, wie wir Konsumenten reagieren.
Wir reagieren ja auf alles Mögliche, auf Krisen, auf Jobverluste, auf allgemeine Sorgen, auf euphorische Phasen.
Und das haben die so ein bisschen untersucht.
was eigentlich eine Politik davon lernen kann, wie sich Konsumenten verhalten.
Ja, das ist dann insbesondere bei Robert E.
Holland das Thema, der diese Hypothese, das Random Walk auch für den privaten Konsum aufgestellt hat.
Der gestaltet, dass Menschen ihre Lebenskonsumausgaben irgendwie glätten und nur sehr einschneidende Veränderungen da wirklich mehr Ausgaben oder eben Einsparungen zur Folge haben.
Also sagen wir mal Lottogewinn positiv oder Verlust des Arbeitsplatzes negativ.
Womit er auch versucht zu erklären, warum der private Konsum häufig stabiler ist, als man gemessen an Makroindikatoren erwarten würde.
Und das sehen wir ja auch jetzt wieder.
Wir haben oft darüber gesprochen, dass die Budgets der Verbraucher schmaler werden, dass gespart wird, zum Beispiel auch beim Einkaufen im Supermarkt.
Selbst Walmart ist jetzt da in einem Preiskampf, obwohl die schon wirklich Value-Produkte haben.
Gleichzeitig sehen wir aber auch in den USA, dass zum Beispiel Konzertkarten, alles was so mit Hobby zu tun hat, mit Zuhause, nach wie vor gut läuft, trotz steigender Preise.
Da sind wir bei dem Begriff, den letztens die Bank of America wieder in einer Studie hatte, nämlich die sogenannte Funflation, also die Inflation in...
privaten Freizeitsektor.
Bevor wir auf die Regeln kommen, was man als Anleger von Nobelpreisträgern lernen kann, es gab ja auch frühere Nobelpreisträger, die hatten einen stärkeren Bezug zum Kapitalmarkt.
Zum Beispiel 1997, da wurden Robert Merton und Marion Scholes ausgezeichnet.
Diese Formel, was sagt die?
Ja, diese Black-Scholes-Formel, die ist immer noch zentral für das Pricing von Derivaten, wo es also im Wesentlichen um diesen Faktor der impliziten Volatilität reingeht, wie man den in den Optionspreis dann entsprechend reinbringt.
Das ist wirklich Wissen, was Dekaden alt ist und noch immer die Basis für sehr viel bietet, was wir bei modernen Finanzprodukten sehen.
Allerdings, diese beiden Herren, Robert Merton und Byron Scholes, die blieben nicht nur bei der Theorie der Optionspreise, sondern die haben sich auch an der Praxis versucht.
Sie waren nämlich gleichzeitig auch zu dem Zeitpunkt, als sie schon mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, Direktoren eines Hedgefunds, LTCM, Long Term Capital Management.
Er wurde seinem Namen leider nicht gerecht, sondern er führte fast zum Kollaps oder Kernschmelze des Finanzsystems, wenn man, glaube ich, so die größten Finanzkrisen der letzten 20 Jahre googelt.
Oder eine KI fragt, dann ist das neben der Russland- und Asienkrise und Finanzkrise sicherlich wird das immer auch aufgeführt.
Ja, die Russland- und Asienkrise war eigentlich das Vorspiel und das kulminierte dann, weil ganze Märkte eben ausgetrocknet waren.
Und man hat dann wieder gesehen an diesem Desaster, dass auch Genies mal wirklich daneben liegen können.
When Genius Failed, gibt es ein großartiges Buch über diese Krise 1998 von Roger Lovenstein.
Das passt einfach dann wirklich.
Im Grunde eine Selbstüberschätzung der eigenen Modelle und dann mit sehr hohem Hebel agiert.
Tja, und dann ist eben das große Thema Liquidität.
Und wenn die komplette Märkte eben aufgrund exogener Schocks, wie wir das in Asien dann gesehen haben, und in Russland auch weg...
Wenn sie einfrieren und du bist bei hohem Hebel nicht mehr manövrierbar, dann kommt es eben zu einem solchen Kollaps, der vor allem deswegen schwerwiegend war, weil LTCM eben mit zahlreichen anderen Finanzinstituten vernetzt war.
Lange nicht.
in dem Ausmaß, wie wir das genau acht Jahre später in der Finanzkrise als Vernetzung zwischen allen möglichen Finanzinstitutionen global gesehen haben, aber schon in einem Ausmaß, dass dieser Hedgefund damals gerettet werden musste durch eine konzertierte Aktion von Notenbanken und privaten Geschäftsbanken.
Das war im Grunde so ein bisschen so die Blaupause für das, was man dann Nach Lehman, als man gesehen hat, ist keine gute Idee, eine Investmentbank pleite gehen zu lassen, was man dann nach Lehman international gestemmt hat.
Dafür gibt es auch diesen anderen schönen Satz, when the music stops, was du gerade beschrieben hast.
Das darf immer nie passieren an den Kapitalmärkten.
Das ist dann so dieses Reise nach Jerusalem, wie früher vom Kindergeburtstag.
Wenn ein Stuhl fehlt und alle wollen sich hinsetzen, da steht mindestens einer ziemlich doof da und die anderen tun sich unter Umständen beim Kampf um die Stühle ziemlich weh.
Insofern, das Bild passt großartig.
Kommen wir aber mal auf die Lehren, die Maya zusammengestellt hat, wirklich in einem tollen Text für die Wirtschaftswoche.
Und wir wollen da nochmal ein bisschen tiefer eintauchen.
Die erste bekannte Regel, streuen sie ihr Vermögen, das ist natürlich so der Klassiker.
Aber auch das geht ja auf Harry Markowitz zurück.
Der Name fällt aber tatsächlich oft, wenn man über Depots spricht.
Also dieser berühmte Aufsatz Portfolio Selection von 1952, ganz interessant.
Also lange bevor es irgendwelche...
ETFs gab in unserem Alltag, hat er gezeigt, dass es in der Geldanlage nicht nur um die mögliche Rendite einzelner Anlagen geht, sondern auch darum, wie verschiedene Anlagen gemeinsam das Risiko eines Portfolios beeinflussen oder eben auch zerstreuen.
Und diese Arbeiten bildeten dann die Grundlage für die moderne Portfolio-Theorie und sie brachten Markowitz im Jahr 1990, also sehr viel später, gemeinsam mit Merton Miller und William F.
Sharp den Nobelpreis ein.
Für den privaten Anleger, Christian, heißt es eigentlich das alte Credo, was du hier runterbetest, wenn du reinkommst und rausgehst, streuen, diversifizieren.
Ja, genau.
Ich bin sehr dankbar, dass du noch diversifizieren dahinter gesagt hast.
Also weil Streuung ist eben nicht Gießkannenprinzip, sondern muss systematisch erfolgen auf Investments, die sich eben möglichst unabhängig voneinander entwickeln.
Ja, dann kann nämlich, und das ist das, was Markowitz schon 1952 nachgewiesen hat, die Mischung von für sich genommen riskanten Anlagen dazu führen, dass das Risiko auf Portfolio-Ebene insgesamt Das ist dann dieser Diversifikationseffekt, wobei man hier eines nochmal betonen muss.
Risiko wird hier immer übersetzt mit Schwankungsintensität, also Volatilität und Ziel ist demzufolge eine möglichst stetige Entwicklung des Gesamtportfolios zu erreichen.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel mal geben.
Es gibt dazu tatsächlich auch ein als ETF verbrieftes Anwendungsbeispiel und das sind diese sogenannten Minimum Volatility.
Portfolios.
Da wird seitens der Indexanbieter mit Simulationen gearbeitet.
Man schaut, welches Portfolio in der Vergangenheit, also beispielsweise in den vergangenen zwölf Monaten, das geringste Risiko gehabt hätte, wie man die einzelnen Werte hätte kombinieren müssen, damit die Volatilität am geringsten war.
Dieser Mix wird dann in die Zukunft projiziert und bildet dann das Portfolio für die nächsten sechs oder zwölf Monate.
Also der ETF für schwache Nerven?
Ja, also zunächst mal sagen wir in der ETF, wo es eben kein Ranking gibt, wo man sagt, also man macht jetzt irgendwie Momentum von steigt stark bis fällt stark, sondern hier ist es eine Simulation, das ist dann nicht wirklich eine transparente Geschichte, weil eben diese Interdependenzen zwischen den Aktien da eine Rolle spielen.
Aber man muss sich halt am Ende nicht darum kümmern.
gibt es Verbrief als ETFs, diese Minimum Volatility ETFs, die allerdings zuletzt wirklich enttäuschend gelaufen sind.
Also wenn wir auf den MSCI World gucken, dann ist dieser Minimum Volatility Ansatz so bis 2020 tatsächlich ganz gut mitgelaufen mit dem Gesamtmarkt, mit geringeren Schwankungen, also alles super, aber seitdem nur noch plus 50 Prozent, während der MSCI World mehr als 125 Prozent zugelegt hat.
Und auch die Sache mit den geringeren Rücksetzern stimmt nur bedingt.
Also in der Corona-Phase ging es ähnlich stark runter wie am Gesamtmarkt.
Allerdings die Erholung wurde nur zur Hälfte nachvollzogen.
Und dann war dieser Minimum Volatility Index echt so ein halbes Jahr wie festgenagelt.
Tja, und am Liberation Day letztes Jahr hat es funktioniert.
Minus 10% im Minimum Volatility, minus 20% im Gesamtmarkt.
Alles insgesamt sehr, sehr zäh und am Ende sehen wir jetzt da, dass es also insbesondere für die letzten zwei Jahre doch schon eine richtig hässliche Lücke gibt, was natürlich...
Merkwürdig ist, weil es steckt zum Beispiel auch viel Technologie drin, 24 Prozent.
Aber der Mechanismus, der dann eben die Aktien mit der geringen Volatilität aussucht, scheint momentan eben nicht die Gewinner zu allokieren.
Außerdem ist er sehr breit.
Die meisten Aktien haben nur so ein Prozent Gewicht.
Ich glaube, das Schwergewicht Exxon hat momentan 1,5 Prozent Gewicht.
Ist also etwas, wo man wirklich diesem Mechanismus vertrauen muss.
Und die Frage ist bei all diesen defensiven Konzepten immer, wenn sie auch in einem kräftigen Rücksetzer, in einer Marktschwäche weniger verlieren, geben sie diesen Vorteil dann nicht wieder ab, wenn es anschließend wieder nach oben geht.
Kommen wir auf die zweite Regel.
Auch die klingt eigentlich ziemlich...
klar, dass man sein Sparen automatisieren soll.
Dazu rufen wir ja auch immer auf, machen Sie Sparpläne und halten Sie durch.
Aber die Idee dahinter geht vor allem auf den amerikanischen Ökonomen Richard Taylor zurück.
Der ist vielleicht ein Ding hier bekannt, weil vor einigen Jahren ein Buch erschien, was er mit Cass Sunstein zusammengeschrieben hat, Nudge.
Also bei Nudges geht es ja darum, um so Anreize nach dem Motto, man soll nicht immer mit Verboten arbeiten, sondern man soll so...
kleine Incentives geben, die Leute so ein bisschen stupsen in eine Richtung.
Wurde damals sehr diskutiert, als wir um so Verbote wie Wärmepumpen und Heizung gestritten haben, ob man nicht die Leute mit Nudges zum richtigen Verhalten bringen soll.
Aber auch beim Sparen ist es eben richtig.
Also er ist einer der wichtigsten Vertreter der Verhaltensökonomie und gemeinsam mit Schlomo Bernazi beschrieb er das Konzept Save More Tomorrow in einem Aufsatz, der vor rund zwei Jahrzehnten erschienen ist.
Und dabei verpflichten sich Menschen schon heute dazu, bei zukünftigen Gehaltserhöhungen automatisch einen größeren Teil zu sparen.
beispielsweise dann 300 Euro netto mehr verdient, könnte schon vorher festlegen, dann spare ich irgendwie 150 Euro davon automatisch.
Klingt erstmal so toll.
Die Hälfte von der Gehaltserhöhung in die Sparrate ist eine großartige Regel, um wirklich einen zweiten Turbo einzulegen neben dem Zinseszins.
Klingt natürlich immer alles sehr preußisch und spartanisch, man muss das immer mehr machen, aber damit hat er sich beschäftigt.
Aber er hat ja so...
Auch sehr eingängige Regeln.
Das Beste ist ja immer so, was stellt man in einer Kantine neben die Kasse?
Eben nicht das süße Zeug, sondern das gesunde Zeug.
Und alle ernähren sich automatisch gesünder, wenn du irgendwie einen Salat dahin stellst und eben nicht den fettigen Nachtisch.
Genau, dann musst du nämlich nicht immer gegen die eigene Bequemlichkeit ankämpfen, weil die Bequemlichkeit ist, dass man das mitnimmt, was zuletzt da steht.
Und da wird man eben dann auch quasi genatscht.
Ein bisschen, dass man zum Gemüse greift oder was weiß ich.
Ich weiß gar nicht, in welche Richtung ich dich mal gerne natschen würde.
Aber vielleicht fällt mir noch was ein, dass du kein Monster mehr trinkst.
Wie könnte ich dich dann natschen?
Oh, das wäre aber jetzt echt schade.
Wahrscheinlich auch schlecht für die Aktie.
Da müsstest du aber wirklich schon was sehr Ordentliches machen.
Also vielleicht jeden Tag eine Pulle Wein.
Also die bringe ich dir dann mit, dann natsche ich dich in eine ganz bestimmte Richtung.
Aber er ist praktisch sozusagen der geistige Vater des klassischen ETFs.
Sparplanes halten Sie durch.
Aber es ist verbunden mit einer anderen Theorie, dass man eben das nicht nur für ein paar Jahre plant, so einen Sparplan, sondern wir sagen auch immer, bitte durchhalten.
Das heißt, die dritte Regel ist?
Ja, planen Sie das Geld für das gesamte Leben.
Und damit sind wir dann beim italienisch-amerikanischen Ökonomen Franco Modigliani.
Auch das schon eine Arbeit, die aus den 50er Jahren kommt, nämlich die sogenannte Lebenszyklus-Hypothese, wonach Menschen eben ihr Einkommen und ihre Ausgaben nehmen.
nicht nur von Monat zu Monat, sondern über ihr gesamtes Leben betrachten.
Da sind wir auch wieder ein bisschen bei Hall, dem diesjährigen Nobelpreisträger und dieser Glättung.
In jungen Jahren, wenn man viel verdient, kann man Vermögen aufbauen, davon dann später teilweise leben.
Und auch hier haben wir dann dieses Thema, was ich...
auch immer wieder in Veranstaltungen habe, gerade an den Universitäten.
Am 9.
November übrigens bin ich mal wieder in Dresden zu Gast an der Uni bei der IG Börse.
Wer kommen mag, sehr, sehr gerne.
Fokus auf den höchsten Hebel für die Vermögensentwicklung.
Und in jüngeren Jahren ist das eben das Einkommen, was man aus Arbeit erzielt bei den allermeisten Menschen, das Humankapital.
Da ist dann egal, wenn ich 100 Euro spare, ob ich jetzt diese 100 Euro mit 8 oder mit 8,5 Prozent Zinseszins anlege.
Viel wichtiger.
als Hebel auf die Vermögensentwicklung ist, dass ich es schaffe, von den 100 Euro durch Einkommenssteigerung, da sind wir wieder bei Taylor, auf 200 oder 300 Euro Sparrate zu kommen.
Und dann irgendwann wird das Investivkapital zunehmend wichtiger, weil die...
Steigerungen beim Einkommen vielleicht ausgereizt sind.
Also man soll sein gesamtes Leben im Blick haben, was man ja sonst nur, keine Ahnung, in welchen Hochrechnungen, welches Vermögen man hat oder welche Rente man bekommt.
Übrigens, dein lieber Freund Florian Illes hat eine großartige Rede auf unserem Deutschlandgipfel gehalten.
Ich kann ihn nicht ganz wiedergeben, aber ich habe mir einen Satz gemerkt.
Er sagte diesen schönen Satz.
Deutschland glaubt ja zu wenig an die Zukunft oder liebt lieber so den Weltuntergang oder die Apokalypse.
Und die einzige Zukunft, die wir uns konkret ausmalen in den 30er Jahren, findet nur noch in den Renten bescheiden statt.
Das fände ich so schön.
Also, dass dieses Land, er sagte so, warum ist eigentlich immer alles ein Albtraum?
Also, warum kann dieses Land nicht einfach auch mal träumen?
Also, es traf einen totalen Nerv da vor den versammelten Unternehmern und CEOs.
Aber ich fand das so lustig, dass das ja stimmt.
Man kriegt diesen Rentenbescheid, heftet ihn immer ab.
Und das ist so der einzige Blick in die Zukunft, den man noch wagt, anstatt zu sagen, wir wollen in zehn Jahren hier Quantentechnologie und Kernfusionen in Deutschland haben.
Das ist es ja das, wo du dann immer mich auslässt, wenn ich sage, wir brauchen Narrative.
Und diese Narrative, die erwarte ich auch, jetzt mache ich wieder Bashing, von der Politik.
Es ist nicht nur Reform, es ist nicht nur der funktionale Mehrwert, sondern es ist auch dieses emotionale Thema, Menschen zu packen und dafür musst du ein Bild von dieser Zukunft machen.
Und diese Zukunft darf eben nicht aus Formularen und nur Angst vor KI bestehen.
Ich finde Narrative gut, was ich glaube ich eigentlich meinte und dann hört der Exkurs auch auf.
Ich glaube, die Politik hat nicht das Problem, dass sie ihre Reform nur besser erklären muss.
Wir müssen es nur den Menschen besser erklären.
Bestimmte Sachen wollen sie nicht und wählen sie nicht ab.
Erklären, das hat auch schon wieder sowas von diesem erhobenen Zeigenfinger, dieses Schulmeisterliche.
Aber warum kann Politik nicht einerseits Maßnahmen verabschieden, Maßnahmen umsetzen, die rational gedacht sind und gleichzeitig ein Bild von einer Zukunft malen?
Ich meine, das Volk ist ja Moses auch nicht beim Austausch aus Ägypten gefolgt, weil er gesagt hat, gesagt hat, naja, wir gucken jetzt mal, wo es hingeht.
Das ist aber ganz schön großer Bogen.
Wir schauen mal von Tag zu Tag.
Sondern da war halt eine Vision vom gelobten Land.
Also, Sie haben gerade mitbekommen, Christian schafft es in zwei Halbsätzen, einen Bogen von Bärbel Bas zu Moses zu schlagen.
Bibelfest ist er auch noch.
Kommen wir aber lieber mal zurück zu den Nobelpreisträgern.
Ja, vierte Regel, ganz wichtig, versuchen Sie nicht ständig den Markt zu schlagen.
Und Christian, viele denken ja, Sie haben mal irgendwie irgendwo auf Nvidia früh gesetzt und Sie sind der neue Warren Buffett, aber über Ihre Fehler sprechen Sie nicht.
Der Ökonom dahinter ist Eugene Farmer, der hat sich in den 60er Jahren schon mit der Frage beschäftigt.
wie schnell Informationen so in Börsenkursen verarbeitet werden.
Und besonders bekannt wurde sein Aufsatz der Efficient Capital Markets von 1970.
Ganz vereinfacht gesagt lautet die Idee, dass die öffentlich bekannten Informationen in den Preisen von Aktien häufig schon enthalten sind.
Diese These ist auch immer wieder umstritten und diskutiert worden, ob die wirklich alle Informationen verarbeiten, weil natürlich kennen sie auch irrationalen Überschwangen.
Aber man kann als privater Anleger durch Ständiges kaufen und verkaufen bei den Informationen.
Da hielt man so ein bisschen hinterher.
Das ist das Problem.
Ja, und deswegen heißt es eben, häufiges Trading zu vermeiden.
Ob long, ob short, das Geld ist fort, ist die alte Regel.
Sondern im Kern des Vermögens langfristig und breit gestreut zu investieren.
Und was man über die Hypothese von den effizienten Märkten so alles gesagt hat, das kommt halt häufig auch aus der Betrachtung sehr...
kleiner Nischen, beispielsweise Small Caps, da drängt sich natürlich bisweilen der Eindruck auf, dass Märkte nicht effizient sind.
Oder wenn Märkte eben systematisch verzerrt werden, so wie wir das in Südkorea gesehen haben mit den Leverage ETFs auf einzelne Aktien.
Gleichzeitig aber auch interessant, dass Pharma den Nobelpreis damals gemeinsam mit Robert Schiller bekommen hat, der ja den irrationalen Überschwang und die Narrative in den Vordergrund stellt, indem wir auch noch einiges anderes verdanken.
Aber wir müssen zunächst nochmal über Pharma reden, denn er ist ja gemeinsam mit Kevin French, Urheber des sogenannten French Pharma Modells, das die Grundlage für etwas bildet, was wir heute als Faktor Investing und Faktor ETFs dann auch kennen.
Also, dass es bestimmte Renditetreiber gibt, neben dem allgemeinen Marktrisiko, Faktoren wie Size, Value oder auch Qualität, die dann eben Marktschwankungen und Marktentwicklungen auch runter auf die Ebene einzelner Werte erklären, die nicht...
additiv funktionieren, die sich nicht gegeneinander ausschließen, die mal zeitgleich in eine Richtung funktionieren und mal unterschiedlich funktionieren.
Und diese Value-ETS waren zuletzt sehr stark.
MSCI World Value auf ein Jahr 53% plus versus dem MSCI World 23%, aber natürlich getrieben.
Von Chip-Aktien, Micron war da unter anderem sehr stark drin vertreten.
Ja, ein Sechstel in Micron in einem Value-ETF, muss man sich auch dran gewöhnen.
Wir hatten das mehrfach hier thematisiert im letzten Reallokationszyklus und in diesem ist es halt immer noch so.
Dann anderer Faktor ist eben Size, Größe von Unternehmen.
Das zielt ab auf Small Caps, auf Nebenwerte, die sich rein aus der akademischen Theorie besser entwickeln.
als der breite Markt, als die großen und mittelgroßen Werte, eben weil sie weniger liquide sind.
Und, so folgert die Wissenschaft, für diese Nachteile muss es auf der anderen Seite eben eine Kompensation geben, eine Prämie.
Und das ist dann eben diese sogenannte Illiquiditätsprämie.
Aber auch da sehen wir halt, solche Prämien, die es am Markt gibt, fließen nicht konstant.
Wir haben in den Nullerjahren bis zur Mitte der 10er Jahre wirklich gesehen, dass Small Caps deutlich besser gelaufen sind als die großen Indizes.
Aber ein bisschen lange her jetzt auch.
Ja, aber seitdem war es das eben.
Mit der Outperformance.
Der Small Caps habe ich jetzt, ich weiß nicht, wie viele Geschichten schon veröffentlicht.
und nicht persönlich und lesen müssen.
Es kommt jedes Jahr wieder.
Du hast mal das schöne Bild von einem Karnevalszug geprägt, der jedes Jahr wieder rumkommt.
Ich meine, wir müssen es halt einfach sagen, seit 2014 laufen Small Caps in den USA kontinuierlich schlechter als die Large und Mid Caps in Europa.
Etwa seit 2021.
Und da sehen wir eben, solche Faktorthemen können sehr, sehr lange laufen.
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich sehr valide Argumente für Small Caps, beispielsweise die niedrigen Bewertungen oder auch die komplett andere Sektor- und Aktienstruktur.
Du hast dort eben keine Technologiedominanz, du hast eine sehr breite Diversifikation, es gibt keine Einzelwertklumpen.
Und Robert Schiller, der ja zusammen mit Pharma ausgezeichnet wurde, dem verdanken wir nicht nur den Index und nicht nur die Narrative, sondern noch ein schönes Akronym.
Ja, nämlich CAPE, Cyclically Adjusted...
Price-to-Earnings-Ratio, also das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis, wo er also nicht nur einen Jahresgewinn nimmt, um das KGV zu berechnen, sondern die letzten zehn Jahre betrachtet, diese glättet Inflationseffekte rausrechnet, um einfach dadurch lange Bewertungstrends zu erkennen.
Das ist ein wirklich interessanter Ansatz, der momentan wieder gerne zitiert wird von allen, die an den Märkten erhöhte Oder überhöhte Bewertungen sehen.
Im S&P 500 ist das Schiller KGV aktuell das Cape bei 42.
Höher war es nur einmal, kurz bevor die New Economy Blase geplatzt ist.
Aber man muss dazu auch sagen, 2000 hat es funktioniert, in diesem Niemandsland nach oben den Cape als Short-Signal zu nehmen, als Ausstiegssignal.
Aber ansonsten...
Er nicht.
Also er war schon beispielsweise im September 2021 in ähnlichen Regionen unterwegs.
Das war auch schon ein Rekord unterhalb der New Economy Niveaus.
Aber wer damals eben ausgestiegen ist und auf die Rückkehr des Cape zum langfristigen Mittelwert gewartet hat, der hat eben 74 Prozent Anstieg im S&P 500 verpasst.
Und das Problem dieses akademisch großartigen Werkes ist eben, Das ist der Zehnjahreszyklus, die schnelle Verschiebung von Wertschöpfungsbeiträgen ignoriert, die wir mittlerweile in den Indizes sehen.
Auch für diese Einzelaktien, Christian, gibt es ja einen ETF und der hat einen sehr schrägen Namen.
Kannst du den bitte aussprechen?
Der ist tatsächlich der Ossian Schiller Barclays Cape US Sector Value ETF.
Ja, also die haben diesen Schiller-Ansatz eben nicht auf den Gesamtmarkt bezogen, sondern auf einzelne Aktien.
Investiert wird hier nur...
in Werte aus den nach dem Schiller KGV günstigsten vier US-Sektoren.
Aktuell sind das zyklischer und nicht zyklischer Konsum, Gesundheit und Grundstoffe.
Das sind jetzt nicht gerade momentan die Boom-Sektoren.
Aber immerhin, auf diese Weise hat man die letzten zehn Jahre den S&P 500 Equal Weight übertroffen, den gleichgewichteten.
Aber es sieht natürlich mit dem S&P 500, dem großen, dem Boss der Wall Street ein bisschen anders aus.
Gerade seit 2025 ist der weit enteilt mit einem Plus von 25 Prozent, während eben diese Mischung aus vermeintlich günstigen Sektoren gerade mal drei Prozent Plus gemacht hat.
Ist eine Beimischung für Tech- und Finanzskeptiker vielleicht.
Wobei, also bei allen, die immer sagen, ja, ich möchte gerne das Tech-Exposure in meinem Portfolio reduzieren, Bauchgefühl und sowas kann ich alles verstehen.
Aber wenn man nach vorne blickt und wirklich befürchtet, was passiert, wenn Tech einbricht.
Dann haben wir noch ganz andere Probleme, gesamtwirtschaftlich.
Genau, und dann ist nämlich die Frage, ob diese augenscheinlich günstigen Sektoren dann wirklich nicht nur eine Outperformance in Form von geringeren Verlusten erzielen, wenn überhaupt, sondern ob sie dann tatsächlich positive Renditen bringen.
Wo wir schon bei Robert Schiller sind, kommen wir zur nächsten Regel, zur fünften.
Kaufen Sie nichts, nur weil es gerade viele wollen.
Robert Schiller hat nämlich intensiv auch untersucht, wie stark Börsen- und Immobilienpreise durch Erwartungen, durch Stimmungen und Geschichten beeinflusst werden.
Wir haben über Narrative gerade gesprochen.
Und bereits in einer sehr wichtigsten wissenschaftlichen Arbeit von 1981 hat er gezeigt, dass Aktienkurse stärker schwanken können.
als es allein durch Veränderungen zukünftiger Unternehmensgewinne bzw.
Dividenden erklärbar wäre.
Und für den eigenen Geldbeutel bedeutet das natürlich, ein stark gestiegener Preis ist kein Beweis dafür, dass eine Anlage besonders gut ist.
Gerade bei Aktien, Immobilien oder spekulativen Anlagen kann der Herdentrieb zu überhöhten Preisen führen.
Und das erleben wir natürlich immer wieder.
Und Schiller hat 2013 den Wirtschaftsnobelpreis.
Wir hatten es gesagt, nicht nur mit Pharma, sondern auch mit einem Lars-Peter Hansen gewonnen für seine empirische Analyse von Vermögenspreisen.
Naja, wie Warren Buffett sagte, der dümmste Grund, eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt.
Das stimmt auch mit Blick auf impulsgetriebene Handlungen.
Aber wir sollten anerkennen, wenn man es systematisch macht und immer die Aktien kauft, die am meisten gestiegen sind kurzfristig und die dann hält, bis sich dieses sogenannte Momentum ändern, dann funktioniert es.
Denn Momentumstrategien, und da sind wir wieder bei einem der Renditefaktoren, die...
haben eben eine langfristige Überrendite.
Wenn wir es auf den MSCI World beziehen, seit 2015 370% plus im Momentum, 270% plus im Gesamtmarkt.
100% Punkte Differenz kann sich sehen lassen.
Und da sieht man auch, dass auf der einen Seite French Pharma, dass Faktormodell und auf der anderen Seite Momentumstrategien sich nicht widersprechen müssen, sondern eine gute Ergänzung sind.
Und damit kommen wir zur sechsten Regel.
Und das kennt man, dass man auch Menschen, die eine Reihe von guten Entscheidungen treffen können, durch eine einzige schlechte Entscheidung manchmal alles runterziehen.
Über wen reden wir hier, Christian?
Ja, wir reden über Daniel Kahnemann, den wir ja wirklich extrem viel an Erkenntnis über unsere Psyche verdanken.
Eine ganze Reihe.
von Arbeiten, die von ihm da eigentlich zu nennen sind.
Ich glaube, eine der wichtigsten ist einfach die Erkenntnis, dass wir Verluste von der Psyche her viel negativer empfinden als Gewinne.
derselben Höhe uns Lebensfreude und positive Gefühle schenken.
Und das heißt natürlich, dass wir Verluste nicht realisieren wollen, weil da müssen wir uns ja auch eingestehen.
Wir haben da tatsächlich einen Fehler gemacht.
Ja, und ich meine, jetzt haben wir ja schon das investiert, dann sind wir auch relativ nah an dieser Sunk-Cost-Fallacy.
Also wir haben ja das Geld schon investiert und naja, jetzt warten wir halt ab.
Und das ist so eine dieser Psychofallen und da hat Kahneman uns ja auch auf den Weg gegeben, wie man hier entkommen kann, nämlich indem man sich die Frage stellt, würde ich dieses Investment...
diese Aktie, diesen ETF mit meinem heutigen Wissen jetzt zu dem Preis nochmal kaufen, ja oder nein?
Und wenn es nein ist, dann ist es auch ein solides Argument zu sagen, ich gehe jetzt raus.
Und wer das nochmal nachlesen möchte, ohne eine wissenschaftliche Arbeit aus den 70er Jahren zu lesen, der hat ja das wunderbare Buch Neues geschrieben, das ist vor einigen Jahren hier erschienen, auch mit Kassanstein und jemand anderes noch zusammen.
Und bei Neues geht es eigentlich um die Frage, was unsere Entscheidung auch verzerren kann und wie wir sie verbessern können, weil wir natürlich die ganze Zeit umgeben sind von Lärm.
So, jetzt die nächste Regel.
Verwechseln Sie die aktuelle Stimmung nicht mit langfristigen Chancen.
Passt irgendwie so die schönste Regel eigentlich für diese Zeit, wo man sich fragt, ob man eigentlich Pessimist oder Optimist sein soll.
Genau, also sich nicht zu sehr von der Stimmung treiben lassen.
Auch das ein Thema von Kahnemann, der sich ja sehr stark mit Heuristiken und Biases, also so Glaubenssätzen beschäftigt hat.
Und hier geht es also um dieses sogenannte Thema der Verfügbarkeitsheuristik, was hochtrabend klingt, aber letztendlich ein ganz logisches Thema.
Das kennen wir alle von uns selbst.
Wir beurteilen Erfolgschancen auf danach, wie leicht uns bestimmte Beispiele in den Sinn kommen.
Und wenn gerade die Börse crasht, dann erscheint sie uns natürlich als wahnsinnig riskant, weil überall immer diese fetten Minuszeichen stehen und überall das Schreien der Crash-Propheten, die gesagt haben, siehste, ich hatte doch recht.
Während dann nach vielen Jahren steigender Kurse, wie wir sie jetzt ja im Grunde seit 17 Jahren gesehen haben, seit der Finanzkrise nur kurzfristig unterbrochen, ja die können dann plötzlich sehr euphorisierend wirken und dann nimmt man plötzlich die Renditen der letzten 5 oder 10 Jahre und extrapoliert sie in die Zukunft und beides ist eben riskant.
Das heißt auch da immer...
Nicht vielleicht unbedingt antizyklisch handeln, aber zumindest antizyklisch denken.
Allein das reicht schon, dass man eben nicht auf dem Tiefpunkt, so wie am Liberation Day, seine Aktien verkauft.
Zum Schluss noch die Regel.
Seien Sie vorsichtig, wenn die andere Seite mehr weiß als Sie.
Das appelliert natürlich an...
Die Demut.
Demut ist, glaube ich, immer gut als Anleger an den Börsen.
Aber diese Idee hat mal George Akerlof untersucht in seinem berühmten Aufsatz The Market for Lemons.
Von 1970 hat er gezeigt, ein Beispiel von Gebrauchtwagen, welche Probleme entstehen, wenn Verkäufer deutlich mehr über die Qualität eines Produktes wissen als Käufer.
Dieses Problem nennt sich asymmetrische Information.
Und für die eigenen Entscheidungen bedeutet das, beim Kauf eines Gebrauchtwagens, Bei Versicherungen, Krediten oder komplizierten Finanzprodukten sollte man sich bewusst machen, dass die andere Seite einen Informationsvorsprung haben kann.
Bei Gebrauchswagen ist das klar.
Versicherung schaut keiner mehr ins Kleingedruckte, ist auch klar.
Also das heißt, ich habe viele Informationen nicht.
Das heißt, ich brauche eine gute Guidance, aber ich brauche vor allem Demut, dass ich wahrscheinlich ziemlich wenig über Autos weiß, nur weil ich einmal so, ich mache dann immer so die Motorhaube auf und gucke dann so einmal rein und dann tue ich so, als ob ich da irgendwas erkenne.
Man ruckelt an so einem Kabel, hat natürlich keine Ahnung von Autos.
Und für die Analyse von Märkten mit asymmetrischen Informationen hat Eckerloff 2001 den Wirtschaftsnobelpreis gemeinsam mit Michael Spence und Joseph Stickles erhalten.
Ist ja auch ein Thema zum Beispiel bei Börsengängen.
Da gibt es abgebende Aktionäre und das Unternehmen, die wissen alles genau.
Und dann schreiben sie natürlich sehr viel davon in den Prospekt.
Alles, was sich ganz schlimm anhört, da sagt man, naja, das ist halt Enthaftungsdokument, Risikofaktoren, das müssen die reinschreiben.
Aber ich kann halt von außen nicht reinschauen.
Die sind drin.
Gerade wenn eben Altaktionäre abgeben, die das Unternehmen über Jahre begleitet haben, fragt man sich natürlich immer, warum tun die das jetzt wohl?
Und das ist ja ein Grund, weshalb ich also gerade bei diesen IPOs, wo vor allem Altaktionäre abgeben, immer sehr, sehr skeptisch bin.
Aber generell, du hast das Wort Demut in den Mund genommen.
Ich glaube, das ist ganz entscheidend.
Wir müssen uns immer klar machen, wir können viel beobachten, wir können Bilanzen lesen.
was in einem Unternehmen tatsächlich wirklich vor sich geht, das wissen wir nicht.
Das wissen wir nicht einmal dann, wenn wir mal die Chance haben, mit einem CEO zu sprechen, was du sehr häufig tust, was ich manchmal als Gelegenheit habe.
Selbst dann sind wir nicht komplett drin.
Auch ein aktiver Fondsmanager ist nicht so tief drin.
Ein Private Equity Manager, der ein Unternehmen mit entwickelt, ja, der ist drin.
Und wir müssen uns immer, wenn wir Überzeugungen von irgendwelchen Investment Cases haben, Und genau diese Situation bewusst machen, dass da höchstwahrscheinlich irgendwo...
eine Informationsasymmetrie ist und entsprechend auch dieses Risiko dann einpreisen, in aller Regel dadurch, dass wir eben nicht alles auf eine Karte legen.
Und an diese Demut hast du verstärkt erinnert in den vergangenen Monaten.
Da hast du oft diesen Satz gesagt, kann ich denn beurteilen, wie sich dieses Unternehmen in diesem Markt entwickeln kann?
Also keiner weiß natürlich irgendwie, wie wird sich der Markt für Space entwickeln?
Bei SpaceX hast du das gesagt.
Also man kann irgendwie sagen, ja, das ist der komplette Wahnsinn, aber auch das ist ja eine Anmaßung.
Wir wissen es nicht, wie sich dieser Markt entwickelt.
Und ich glaube, Aber diese gebotene Zurückhaltung ist einfach ganz wichtig.
Also seien Sie vorsichtig, wenn die andere Seite mehr weiß als Sie.
Und das ist häufiger, als man denkt.
Das waren die acht schönen Regeln.
Wir haben sie noch ein bisschen ergänzend verfeinert.
Erstmal an dieser Stelle nochmal Danke an Maja für diesen schönen Text, den sie geschrieben hat, anlässlich des Wirtschaftsnobelpreises.
In Gedenken an Alfred, an Herrn Nobel, nicht von ihm verliehen.
Wir sind am Ende dieser Folge.
Ja, danke für Ihre Zeit und danke für Ihre Treue.
Und kommen Sie gut durch die Woche.
Auf bald.
mit Aktien.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
