# SpaceX Earnings and AI Market Stress Test

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-21

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über raketenhafte SpaceX-Zahlen, eine magische Hasbro-Bilanz und die Angst von Netflix vor der YouTube-Konkurrenz.
Im Thema des Tages schauen wir auf die Tage der Wahrheit für den KI-Boom.
Und in der AAA-Day dreht sich alles um eine Aktie, die auf das Nespresso-Prinzip für Hörspiele setzt.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Mittwoch, der 21.
Oktober und wir wünschen euch einen galaktischen Start in den Tag.
Galaktisch waren nämlich die Zahlen, die SpaceX gestern nach Börsenschluss vorgelegt hat.
Der Umsatz ist im dritten Quartal um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar gestiegen.
Die Wall Street hatte so knapp mit 12,7 Milliarden gerechnet.
Unterm Strich hat der Raketen- und KI-Konzern von Elon Musk jetzt rund 4,4 Milliarden Dollar verdient.
Vor einem Jahr stand da ja noch ein Verlust von gut einer Milliarde Dollar.
Nach dem ersten Quartalsbericht im August rauschte die Aktie erst mal um 13 Prozent ab.
Gestern Abend ging es nachbörslich dann noch leicht nach oben.
Das Wachstum ist allerdings eine Mischkalkulation.
Starlink kommt jetzt auf 13,6 Millionen Kunden, 1,6 Millionen mehr als im Vorquartal.
Und der Umsatz der Sparte, der stieg um 69 Prozent auf immerhin 5,25 Milliarden Dollar.
Den großen Rest liefert vor allem das KI-Geschäft und ein Teil davon ist auch zugekauft.
Im Quartal hat SpaceX nämlich die Übernahme des Programmier-Startups Cursor für 60 Milliarden Dollar abgeschlossen.
Auch beim Gewinn lohnt ein zweiter Blick.
Operativ hat der Konzern 2,8 Milliarden Dollar verdient, netto aber 4,4 Milliarden.
Die Differenz stammt aus Posten unterhalb des Tagesgeschäfts und für euch als Anleger zieht deshalb die kleinere Zahl.
Starlink soll bald mehr sein als Internet aus dem All.
SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und die US-Aufsicht hat den Ausbau auf 15.000 Satelliten genehmigt.
Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass Starlink damit direkt die großen US-Netzbetreiber angreift, darunter auch T-Mobile US.
Das solltet ihr auch als Telekom-Aktionäre im Blick behalten, denn die Deutsche Telekom ist ja dort Mehrheitseigner.
Die Wall Street hat den Zahlen gestern übrigens einen soliden Boden bereitet.
Der Dow Jones stieg 1% und der S&P 500 legte 0,3% zu.
Nur der Nasdaq 100, der kam nicht so richtig von der Stelle und notierte nahezu unverändert.
Übrigens, rund 400 der 500 Werte im S&P 500 legten gestern zu.
Der Markt steht also zur Abwechslungswahl auf breiten Füßen, während die KI-Spitze weiter wackelt.
Gehäufen hat da natürlich auch der Ölpreis.
Brent fiel unter 109 Dollar, weil die Gespräche zwischen den USA und dem Iran.
weiterlaufen und relativ positiv klingen.
Wie so oft.
Ja, man wird da ja bescheiden.
Schauen wir noch mal einmal etwas genauer hin.
Zu den Gewinnern gehörten Moderna mit einem Plus von fast 7 Prozent, passend zur Jahrestagung der European Society for Medical Oncology.
die übermorgen in Madrid startet.
Auch für Equifax-Aktionäre war es ein richtig guter Tag.
Die Aktie von einer der drei US-amerikanischen Wirtschaftsauskunftteilen legte trotz einer schwachen Prognose für das Schlussquartal um 12 Prozent zu.
Nach 18 gesenkten Gewinnprognosen in drei Monaten und einem Kursminus von 31 Prozent in einem Jahr hatte der Markt offenbar noch Schlimmeres erwartet.
Klingt ganz danach.
Dafür läuft es bestens bei Hasbro.
Der Spielzeugkonzern hat im dritten Quartal 1,6 Milliarden Dollar umgesetzt, 15 Prozent mehr als vor einem Jahr und mit einem bereinigten Gewinn von 2,90 Dollar je Aktie.
Die erwarteten 1,86 Dollar weit übertroffen.
Den Motor dafür lieferte ein Kartenspiel.
Magic the Gathering kam nämlich auf einen Rekordumsatz von 616 Millionen Dollar, das ist ein Plus von 34 Prozent.
Hasbro hob auch die Jahresprognose an und die Aktie stieg um 11 Prozent auf ein neues Jahreshoch.
Wie wählerisch Anleger bei KI geworden sind, das zeigt ein Börsengang in Seoul.
Der Rechenzentrumsanbieter Elise ist an seinem ersten Handelstag einfach mal um 32 Prozent eingebrochen.
Ja, und auch Netflix hat gestern Abend enttäuscht.
Der Gewinn je Aktie lag mit 87 Cent, zwar über den erwarteten 82 Cent.
Den Sprung erklärt Netflix aber zum Teil selbst mit verschobenen Ausgaben.
Der Umsatz traf mit 12,9 Milliarden Dollar gerade so die Erschätzungen und die Jahresprognose liegt auch eher am unteren Ende der bisherigen Spanne.
Die Aktie fiel nachbörslich um rund 5 Prozent und im Aktionärsbrief räumt Netflix selbst ein, dass Anleger sich vor allem um die Nutzungszeit sorgen.
Also darum, wie viele Stunden die Abonnenten überhaupt noch vor dem Bildschirm verbringen.
Die wächst nämlich kaum noch, weil YouTube zum ernsten Gegner wird.
Wer abends halt drei Stunden YouTube schaut, kündigt zwar vielleicht nicht gleich sein Netflix-Abo, aber er schluckt eben auch nicht die nächste Preiserhöhung einfach so klaglos.
Worauf der Markt gerade schaut, zeigen zwei Industrieklassiker.
3M hob die Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge an und die Aktie des Post-it-Herstellers, die stieg daraufhin um 5%.
General Motors kündigte zwar Aktienrückkäufe über weitere 20 Milliarden Dollar an, engte aber wegen Sinken der Verkäufe die Gewinnprognosen ein.
Die Aktie verlor rund 7%.
Einen schwachen Ausblick kann eben auch der größte Rückkauf nicht wegkaufen.
Ein Minus aus den USA ist auch noch Deutschland an rübergeschwappt.
Ein neuer Plan der US-Regierung zur Nierenversorgung drückte nämlich den Dialyse-Konzern Davita um mehr als 7% und Fresenius Medical Care verlor nachbörslich ebenfalls fast 4%.
Der DAX bewegte sich in das Kassern kaum von der Stelle und notierte ebenso wieder Nestec 100 fast unverändert.
Vorne lag Kia Gen mit plus 3,8 Prozent.
Händler verwiesen auf Übernahmegerüchte.
E.ON gewann 2,9 Prozent.
Laut Manager Magazin arbeitet der Netzbetreiber an einem Sparprogramm, das die Kosten ab 2027 um 20 bis 25 Prozent senken soll.
Hinten fanden sich Infineon und Siemens Energy und Siemens verlor 2,2 Prozent, obwohl ABB Rekordaufträge meldete.
Die KI-Zweifel aus den USA, die sind auch im DAX angekommen.
Das Ehrenprogramm heißt übrigens Polaris, wie der Polarstern.
Passt ja zum galaktischen Tag gestern irgendwie.
Im MDAX verlor Aerobis noch fast 5 Prozent, weil BAP und Anglo-American weniger Kupfer gefördert haben.
Das klingt jetzt ein bisschen paradox vielleicht, aber Aerobis verdient halt einen großen Teil seines Geschäftes an den Schmelzlöhnen, also an den Gebühren, die Minen für die Verarbeitung ihres Erzes zahlen.
Und wenn Erz dann knapp wird, drückt das natürlich die Minen und die Gebühren dafür.
Zum Schluss noch ein Paukenschlag.
Grand City Properties hat sich gut 20% an LEG-Immobilien gesichert und wird größter Aktionär, wenn das Kartellamt zustimmt.
Das Paket ist 700 Millionen Euro wert.
Der anteilige Buchwert der LEG-Wohnungen liegt bei rund 1,8 Milliarden.
Grand City kauft also Wohnungen für knapp 40 Cent je Euro Buchwert.
Aufstocken kann der Konzern auf bis zu 29,9%.
Und diese Zahl ist kein Zufall.
Ab 30% müsste er...
Dann mache ich nochmal schnell die Termine und starte die direkt mit einer Frage.
Ist dein Social Media auch voll von den Fotos mit Jensen Wang und seinem Döner in Berlin?
Ja, absolut.
Das war hier in Berlin zumindest ein echter Klassiker.
Ja, selbst ich kriege es überall ausgespielt.
War ein Highlight für mich.
Jensen Wang ist nämlich in Berlin, weil das Nvidia GTC-Event da stattfindet.
Der US-Chip-Konzern veranstaltet nämlich bis zum 22.
Oktober noch seine KI-Konferenz da in Berlin.
Im Mittelpunkt stehen Entwicklungen bei KI-Chips, Rechen, Infrastruktur, Software und Robotik.
Außerdem kommen heute Quartalszahlen von Meta, Tesla, SAP, IBM, Texas Instruments, Philip Morris International.
Nam Research, Abbott Laboratories, AT&T, Ebert Rola und, und, und vielen weiteren Unternehmen, die ich euch aus Zeitgründen jetzt hier erspare.
Das Thema des Tages.
Lea, jetzt haben sie also begonnen.
Die Tage der KI-Wahrheit.
Heute hat mit SpaceX ja schon der erste Konzern mit großen KI-Hoffnungen seine Zahlen vorgelegt und zumindest nicht enttäuscht haben wir gerade darüber gesprochen.
Aber damit ist die große Verunsicherung natürlich trotzdem noch nicht am Ende.
Nee, im Gegenteil.
Die geht gerade erst los, weil ja auch die Berichtssaison gerade erst losgeht.
Meta, Microsoft, Amazon und Alphabet haben in den vergangenen Jahren hunderte Milliarden Dollar in künstliche Intelligenz investiert.
Und jetzt kommen von allen neuen Quartalszahlen, die jetzt mal in der Sitzung zeigen, wie das Geschäft wirklich läuft.
Meta macht den Anfang, danach folgen Amazon, Microsoft und Alphabet.
Diesmal geht es um deutlich mehr als die übliche Frage, ob die Unternehmen die Gewinnerwartungen schlagen.
Anleger wollen endlich sehen, ob die gigantische KI-Investition auch wirtschaftliche Früchte trägt.
Die entscheidende Frage lautet, gibt es handfeste Belege dafür, dass aus dem KI-Hype ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht?
Die Frage ist wirklich entscheidend.
Davon hängt nämlich nicht nur der weitere Kursverlauf von Meta, Microsoft, Amazon und Alphabet ab.
Es geht auch darum, ob der gesamte Börsenboom weitergeht oder ob vielleicht doch ein Stimmungsumschwung droht.
Man könnte fast sagen, der Aktienmarkt steht auf das Messerschneide.
Tja, dramatisch, aber wahr.
Dabei zweifelt kaum jemand daran, dass KI die Wirtschaft grundlegend verändern wird.
Carsten Röhm hält von Fidelity.
Der spricht sogar von einem...
Quantensprung in der Wirtschaft.
Er sagt, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung.
Offen ist allerdings die Frage, ob auch die Aktienmärkte dauerhaft in diesem Ausmaß davon profitieren werden.
Ja, der Boom war ja bislang schon spektakulär.
Analysten erwarten für die Unternehmen im S&P 500 im dritten Quartal aber nochmal ein Gewinnwachstum von rund 27 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das wäre bereits das dritte Quartal in Folge mit einem Gewinnplus von mehr als 25 Prozent.
Ja, da hat man sich ja irgendwie dran gewöhnt, ist aber trotzdem spektakulär.
Und bemerkenswert ist auch, die Erwartungen wurden zuletzt nicht gesenkt, sondern sogar weiter angehoben.
Das zeigt, wie groß die Zuversicht der Investoren weiterhin ist.
Ja, Julie Hung von Morningstar nennt den Ausbau der KI-Infrastruktur einen der größten Technologie-Investitionszyklen der jüngeren Geschichte.
Sie mahnt aber auch gleichzeitig zur Vorsicht, solche Phasen außergewöhnlicher Investitionen kühlen sich irgendwann wieder ab.
Falls die KI-Ausgaben zurückgehen, könnte Überkapazität entstehen.
Und das würde die Kapitalrenditen schmälern und viele Tech-Unternehmen unter Druck setzen.
Genau deshalb fragen sich Investoren derzeit, wie nah sind wir eigentlich diesem Punkt schon.
Die Nervosität ist jedenfalls deutlich sichtbar.
Am Auf und Ab der vergangenen Tage und Wochen im dritten Quartal erreichten die Kursschwankungen im Technologiesektor ein Niveau, das zuletzt während der Dotcom-Phase Anfang der 2000er zu beobachten war.
Zuletzt traf es ja sogar einzelne Profiteure des KI-Booms schon relativ doll.
Der Neocloud-Anbieter Corvius kam zum Beispiel ziemlich unter die Räder.
Auslöser war da ja eine Analyse, die prognostizierte, dass viele dieser Anbieter ihre gewaltigen Investitionen langfristig nicht durch entsprechende Umsätze decken können.
Wir haben hier ja auch schon öfter darüber berichtet.
Andreas Lipkoff von CMC Markets sagt deshalb, Anleger stellen zunehmend in Frage, ob sich die gewaltigen Investitionen der großen Technologiekonzerne tatsächlich in absehbarer Zeit Besonders kritisch werden dabei die milliardenschweren Investitionsprogramme der sogenannten Hyperscaler betrachtet, also der Unternehmen, die die großen Clouds betreiben, Microsoft, Amazon und Alphabet.
Investoren achten jetzt besonders darauf, auf die Auftragseingänge, neue Investitionspläne und die künftigen Gewinnerwartungen bei den Tech-Riesen.
Hinzu kommt aber noch ein weiterer Faktor, die Zinsen.
Stefan Kemper vom BNB Paribas World Management sagt, der KI-Trend sei keine Einbahnstraße mehr.
Nicht jedes Geschäftsmodell werde automatisch auch gekauft.
Vor allem deshalb, weil die Renditen amerikanischer Staatsanleihen inzwischen bei rund 5% liegen, haben wir auch mehrfach darüber gesprochen in den vergangenen Tagen.
Das belastet Unternehmen, die stark auf Fremdfinanzierung angewiesen sind.
Sören Hedler von der DZ Bank, der sieht die aktuelle Berichtssaison deshalb als echten Härtetest.
Wenn die Fundamentaldaten robust bleiben, könnte die aktuelle Korrektur dann doch noch begrenzt bleiben.
Sollten die Unternehmen dagegen enttäuschen, könnten die Reaktionen an der Börse deutlich ausfallen.
Und zwar nicht nur bei den betroffenen Aktien selbst.
Denn die großen Tech-Unternehmen haben die US-Aktienmärkte in den vergangenen Jahren ja praktisch im Alleingang nach oben gezogen.
KI war bislang der Faktor, der viele andere Risiken überstrahlt hat.
Und Risiken gibt es durchaus genug.
Wir sprechen auch da regelmäßig drüber.
Kriege, Zölle, der Ölpreis.
Fällt nun auch noch der KI-Boom als positiver Treiber weg, könnte das die Nervosität an den Märkten nochmal deutlich verstärken.
Carsten Röhmelt weist sogar auf einen volkswirtschaftlichen Zusammenhang hin.
In den USA wird ein großer Teil des Konsums inzwischen von den einkommensstärksten 10 Prozent der Haushalte getragen.
Und diese Gruppe hat in den vergangenen Jahren massiv von den steigenden Aktienkursen profitiert.
Ein Teil des Konsums basiert daher auch auf den Gewinnen am Kapitalmarkt.
Sollte der Technologiesektor deutlich einbrechen, könnte das deshalb nicht nur die Börse treffen, sondern auch den Konsum und damit die wirtschaftliche Dynamik in den gesamten USA.
Ein Rückschlag der Tech-Branche hätte also potenziell Folgen weit über das Silicon Valley hinaus.
Im Extremfall könnte daraus sogar eine Belastung für die gesamte Weltwirtschaft entstehen.
Heißt es nun, ihr sollt all eure Tech-Aktien vorsichtshalber sofort verkaufen?
Nein, so weit würden die Experten nicht gehen.
Nelson Yu von Allianz Bernstein hält KI weiterhin für einen wichtigen Wachstumstreiber fürs Depot.
Allerdings plädiert er für mehr Vorsicht und mehr Diversifikation.
Gerade in einem Umfeld höherer Zinsen werde die Auswahl der richtigen Aktien immer wichtiger.
Und dabei lohnt sich laut den Experten auch ein Blick nach Europa, denn während die KI-Euphorie bislang vor allem in den USA stattfindet, beginnen europäische Industrieunternehmen zunehmend damit, KI in ihre Prozesse zu integrieren.
Ein Beispiel ist die Kooperation zwischen Siemens und NVIDIA.
In Erlangen soll die weltweit erste vollständig KI-getriebene und autonome Produktionsstätte entstehen.
Künstliche Intelligenz verlässt also die Rechenzentren und zieht die Fabrikhallen ein.
Und das könnte langfristig neue Gewinner hervorbringen.
Nicht nur die klassischen KI-Aktien wie Nvidia, Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta, sondern auch europäische Industrie- und Automatisierungskonzerne wie Siemens.
Die Quartalsbilanzen der nächsten Tage, die könnten daher zur Entscheidung darüber werden, ob der KI-Boom in seine nächste Phase geht oder ob die Börse erstmal ernsthaft beginnt, die Rechnung für die gigantischen Investitionen zu präsentieren.
Die AAA-Idee des Tages.
Liebe AAA-Hörer, ihr müsst wissen, Witze übers Alter sind bei uns hier hinter den Kulissen eigentlich an der Tagesordnung.
Wer mit so viel Abstand die Jüngste im Team ist, muss dann natürlich durch.
Ständig darf ich mir anhören, ob ich überhaupt schon auf der Welt war, als XY passiert ist.
Heute kann ich aber stolz erkünden, ich bin zumindest so alt, dass ich als Kind noch den Bandsalat der Kassette mit einem Bleistift aufgewickelt habe.
Und Philipp, erzähl mal, gab es in deiner Jugend eigentlich schon sowas wie Strom?
Entschuldigung, das ist wirklich eine Frechheit, das ist bodenlos.
Ich bin hier der Zweitjüngste im Team, ne?
Ja, aber auch da trotzdem schon ziemlich alt.
Naja, keine Sorge, für unsere heutige AAA-Dee bin selbst ich zu alt.
Es geht nämlich um die Tony-Boxen, der Hit so mancher Kindheit von heute.
Die kamen aber erst 2016 auf den Markt und bei ihr kann man sich...
Weder verheddern oder irgendwas zerkratzen.
Und genau das ist auch die Idee dahinter.
Gründer Patrick Fassbender hatte nämlich schlicht genug von zerkratzten Hörspiel-CDs im Kinderzimmer und wurde deshalb kreativ.
Bist du sicher, dass du dafür schon zu alt bist, Lea?
Die Aktie erlebt jedenfalls gerade einen echten Höhenflug.
Gestern ist sie zwischenzeitlich bis auf 14,18 Euro gestiegen.
So viel hat sie zuletzt 2021 gekostet.
Den Rekord von 14,20 Euro hat sie kurz nach dem Börsengang im November 2021 aufgestellt.
Danach ging es steil bergab.
Noch im Sommer 2025 konnte man die Aktie für 5,60 Euro kaufen.
Inzwischen hat der Wind gedreht.
Analysten und Branchenkenner trauen dem Zitel noch weitere Gewinne zu.
Rückenwind lieferte gestern etwa Otto BAF.
Die Bank hebt nämlich ihr Kursziel auf 17,50 Euro an, weil sie mit mehr verkauften Boxen rechnet.
Der Grund dafür ist simpel.
Die Tonybox 2 kam etwa in Deutschland, Österreich und der Schweiz erst Mitte September 2025 in die Läden.
Deshalb sind die Vorjahreszahlen für das dritte Quartal leicht zu schlagen.
Bei der Kassette steckte das Hörspiel noch im Band.
Beim Tony liegt es in der Cloud.
Die Figur ist nur der Schlüssel dazu.
Und mit diesem Schlüssel verdient Tony sein Geld.
Vereinfacht gesagt, die Box ist die Kaffeemaschine.
Die Figuren sind die Kapseln.
Quasi Nespresso fürs Kinderzimmer.
Schon mal ein ordentlicher Koffeinschub da.
Bisher hat Tonys gut 12 Millionen Boxen verkauft und mehr als...
165 Millionen Figuren, auf jede Box kommen also im Schnitt 13 bis 14 Tonys.
Eine Tonybox 2 kostet regulär rund 120 Euro, eine Figur knapp 17.
Heißt, die Großeltern verschenken die Box und die Eltern kaufen danach Figuren für fast das Doppelte.
Darin steckt auch die Erklärung für das schwache erste Halbjahr.
Der Umsatz stieg nämlich um 38 Prozent auf rund 243 Millionen Euro.
Operativ blieben davon aber nur 1,8 Millionen Euro hängen.
Das entspricht der bereinigten EBITDA-Marge von 0,7 Prozent.
Unterm Strich stand ein Verlust von gut 27 Millionen Euro.
Tonys hat also sehr viele Boxen verkauft und an der Maschine verdient man wenig.
Dazu kamen die US-Zölle.
Denn gefertigt wird unter anderem in China und Vietnam.
Fürs Gesamtjahr verspricht das Management trotzdem 9 bis 11 Prozent Marge.
Das wären grob 70 bis 80 Millionen Euro.
Fast der gesamte Jahresgewinn muss also im zweiten Halbjahr entstehen.
Und das heißt vor allem...
Wie das aussehen kann, zeigt der Heimatmarkt.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen die Boxen ja längst im Kinderzimmer.
Hier verkauft Tonys also vor allem noch die Figuren.
Die EBITDA-Marge lag in der DACH-Region im ersten Halbjahr bei 24,4 Prozent, in Nordamerika bei 1,3 Prozent.
Dabei hat Nordamerika die DACH-Region beim Umsatz gerade erstmals überholt mit 104 Millionen Euro im ersten Halbjahr.
Daher rechnen Analysten auch damit, dass der US-Markt langfristig so werden soll wie der Deutsche, wenn nicht sogar noch größer.
Helfen sollen dabei Hörbücher mit Pokémon-Inhalte aus der Kinderserie von Snoop Dogg und hierzulande auch ein FC Bayern-Tony, der nach jedem Heimspiel neue Folgen bekommt.
Und es ist dann ja quasi schon ein bisschen so wie ein Abo.
Und ich muss ja sagen, wenn es irgendwann auch ein Werder Bremen-Tony geben würde, dürfte sich mein Hund dann bald auch irgendwie über eine Box freuen.
So, so.
Bayern-Tonis und Bremen-Tonis.
Also, wenn die Eintracht da mitmacht, was ich nicht glaube, dann würde ich darüber nochmal nachdenken.
Warst du eigentlich schon auf der Welt, als Bremen das letzte Mal die Meisterschaft gewonnen hat?
Ach komm, hör auf.
Nein, Spaß beiseite.
Also es fehlt ja noch der Blick auf die Bewertung von Tonys.
An der Börse ist Tonys gut 1,5 Milliarden Euro wert.
Das ist rund das Doppelte des erwarteten Jahresumsatzes.
Für ein Unternehmen, das zuletzt um mehr als 20 Prozent im Jahr gewachsen ist, wirkt das jetzt nicht unbedingt überzogen.
Das Margenversprechen kennt man allerdings schon.
Beim Börsengang stellte Tonys 15 bis 18 Prozent in Aussicht, sobald der Umsatz 500 Millionen Euro erreicht.
Heute liegt der Umsatz deutlich darüber und fast dieselbe Spanne steht jetzt als Ziel für 2030 im Plan.
Außerdem laufen im November Optionsscheine aus dem Börsengang aus, mit denen sich die neue Aktie für 11,50 Euro beziehen lassen.
Bei Kursen über 13 Euro lohnt sich das und es verwässert die Altaktionäre.
Genau das hat Odo BHF aber zum Beispiel in sein Modell schon eingerechnet.
Für euch als Anleger heißt das jetzt, wer kauft, kauft knapp unter Rekordhoch und dann eine Wette auf Weihnachten und auf die USA.
Den ersten Zwischendern liefert Tonys jetzt am 12.
November mit den Zahlen zum dritten Quartal.
Die Analysten trauen der Aktie im Schnitt rund 18 Euro zu, also gut ein Drittel mehr.
Das setzt aber voraus, dass die Figuren in den USA bald so laufen wie bei uns.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA.atwelt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und viele Rückmeldungen haben uns auch zu den Eskalationen in Frankreich erreicht.
Tenor.
Wir seien zu unpolitisch, würden die Gewalt verharmlosen und hätten unsere Unabhängigkeit verloren.
Und ich muss sagen, das lässt mich ein bisschen ratlos zurück, weshalb ich jetzt mal hier wirklich was loswerden muss.
Wir haben bislang ja eigentlich immer Kritik bekommen, wenn wir uns überhaupt mal politisch in irgendeiner Form geäußert haben.
Und jetzt sollen wir uns plötzlich doch positionieren, weil das in dem Fall offenbar einigen besser in den eigenen politischen Kompass passt.
Naja, ich finde ja, Unabhängigkeit kann nicht heißen, unabhängig ja, aber nur solange man einer Meinung ist.
Ich weiß, dass diese Nachricht...
Zum Glück nur von einem kleinen Teil der Hörer kamen gestern.
Trotzdem erschreckt mich der Ton.
Seit wann können wir irgendwie nicht mehr miteinander sprechen, ohne einander zu beleidigen, anzufeinden oder dem anderen gleich irgendeine Integrität abzusprechen?
Ich muss ehrlich sagen, ich wünsche mir da eine bessere Diskussionskultur zurück und würde mich freuen, wenn das alle beherzigen.
Tja, dem ist ja eigentlich nichts hinzuzufügen.
Kommen wir schnell zur schöneren Leserpost.
Daniel hat uns geschrieben, die beiden Moderatoren heute haben äußerst wohltuend, seriös, unaufgeregt und sachlich qualifiziert gesprochen.
Wirklich eine Wohltat.
Na guck, Lea, geht doch.
Das geht doch mal runter wie Öl.
Und wenn ihr uns eine Wohltat erweisen wollt, dann abonniert uns doch, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns dann auch morgen wieder.
ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
