# France Crisis, Tech Recovery, and AI Philanthropy

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-20

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Scherben in Paris, Schnäppchenjäger an der Wall Street und ein zartbitteres Ende für den Lind-Chef.
Im Thema des Tages dreht sich alles um Elon Musks Milliardengeschenk und welche Schlüsse ihr daraus ziehen solltet.
Und in der AAA-Idee erklären wir euch, was ein Roulette-Tisch in Monte Carlo mit eurem Depot zu tun hat.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Dienstag, der 20.
Oktober und wir wünschen euch einen bruchsicheren Start in diesen Tag.
Bruchsicheres Glas, das wünschten sich dieser Tage sicher auch viele Ladenbesitzer in Frankreich.
Dort gehen ja seit Tagen hunderttausende Menschen auf die Straße und in vielen Städten wurde aus dem Protest dann doch noch eine gewaltsame Plünderung.
Nach Angaben der Regierung haben Randalierer mindestens 3000 Geschäfte ausgeräumt.
Videos zeigen auch geplünderte Läden von Burberry sowie Läden der Marken von LVMH und Kering.
Der Innenminister Laurent Nunez räumt jetzt sogar ein, dass die Behörden inzwischen die Kontrolle verloren haben.
Und er hat jetzt auch seinen Rücktritt angeboten.
Emmanuel Macron hat das allerdings abgelehnt.
Angefangen hat das ganze Jahr mit Schülern, die seit Wochen gegen die Zustände an ihren Schulen demonstrieren.
Und dazu kam dann noch die Wut über die Lebenshaltungskosten, vor allem natürlich über die Preise an der Zapfsäule.
Das letzte Wort ist in Frankreich auch noch lange nicht gesprochen.
Mehrere Gewerkschaften rufen für den 5.
November zum landesweiten Streik auf.
An den Börsen zog sich das gestern durch ganz Europa.
Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen.
Der DAX schloss 1,2 Prozent tiefer bei 25.320 Punkten.
Mit einem Minus von mehr als drei Prozent gehörte da Rheinmetall zu den größten Verlierern.
Ein Teil davon war natürlich auch Gewinnmitnahme, aber der große Rest davon dürfte den Pariser Straßen geschuldet sein.
Frankreichs Leitindex KAK40 verlor 1,4 Prozent.
Die Börsen in Madrid und Mailand gaben sogar noch etwas stärker nach.
Und das verrät, wovor die Anleger Angst haben, vor Ansteckung.
Das lauteste Warnsignal kam aber vom Anleihenmarkt.
Die Renditen der 10-jährigen französischen Staatsanleihen, die stiegen auf 4,9 Prozent.
Damit zahlt Paris für 10-jähriges Geld.
Und 1,46 Prozentpunkte mehr Zinsen als Berlin.
So groß war der Abstand zuletzt in der Euro-Schuldenkrise.
Und im Vergleich zu Italien, jahrelang das Sorgenkind der Währungsunion, stand Frankreich gestern sogar so schlechter wie nie zuvor.
Und das bekamen natürlich auch die Großbanken direkt zu spüren.
Ja, und wie.
BNP Paribas, Société Générale und Crédit Agricole verloren bis zu 3,6 Prozent.
Sie haben besonders viele Anleihen ihres eigenen Staates in den Büchern und jeder Kursrutsch dort frisst an ihrem Kapitalpolster.
Auch die deutschen Großbanken rutschen ins Minus.
Deutsche Bank und Commerzbank verloren auch mehr als 3 Prozent.
Der Kern des Problems steckt in einer simplen Rechnung.
In so einer Lage kauft sich eine Regierung ja normalerweise vor allem Ruhe mit einem Tankrabatt oder mehr Geld für die Schulen zum Beispiel.
Aber Frankreich kann sich das einfach nicht mehr leisten.
Die Staatsschulden liegen bei fast 120 Prozent der Wirtschaftsleistung, das Defizit bei gut 5 Prozent und die Minderheitsregierung ringt um einen Haushalt, der das Defizit um 43 Milliarden Euro drücken soll.
Daran könnte sie bis Jahresende scheitern.
Gordon Shannon von 24 Asset Management sagt, die Krawalle zeigten, dass in Frankreich schlicht keine Mehrheit für solide Staatsfinanzen existiert.
Im April wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten oder eine Präsidentin und Marine Le Pen führt in Umfragen deutlich an.
Am Freitag überprüft dann Moody's noch die Bonität des Landes.
Eine Herabstufung gilt als wahrscheinlicher Schritt.
Die City Group rechnet aber damit, dass Frankreich die Märkte zumindest bis zum Sommer in Atem halten wird.
Für euch als Anleger heißt das jetzt vor allem, französische Aktien und Anleihen bleiben auf absehbare Zeit erstmal eine Wette auf Politik.
Bevor wir uns in Deutschland entspannt zurücklehnen, Deutschland wird Frankreich immer ähnlicher, warnt die Commerzbank.
Unsere Schuldenquote liegt bei 66 Prozent.
Das Defizit droht in diesem Jahr allerdings auf 4 Prozent zu steigen.
Und damit rücken wir an die Franzosen heran.
Man kann sich das wie bei einer Hypothek vorstellen.
Die Schuldenquote ist die Restschuld im Verhältnis zum Jahreseinkommen.
Das Defizit zeigt, wie viel jedes Jahr neu dazukommt.
Mit 500 Milliarden Euro Sonderschulden und der Ausnahme für Verteidigung ist die Schuldenbremse praktisch ausgehebelt.
Bundesanleihen gelten ja also voran ein bisschen als sicherer, weil wir mit einem kleinen Schuldenberg gestartet sind.
Aber dieser Vorsprung schmilzt, man muss es so ehrlich sagen, er schmilzt mit jedem Haushalt.
Der Zünder für die Wut auf der Straße liegt, wir haben es ja eben schon angerissen, im Tank.
Brennt kostet gestern rund...
108 Dollar je Barrel, fast 80 Prozent mehr als Ende 2025.
Besonders knapp bleibt Diesel.
Macron ist gestern in die Golfstaaten aufgebrochen, um die Versorgung Frankreichs zu sichern.
Solange der Ölpreis so hoch bleibt, brennt die Lunte in Paris weiter.
An der Wall Street griffen gestern derweil die Schneppchen-Neger zu.
Der Nasdaq 100 ging nach den erheblichen Verlusten der Vorwoche mit einem Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel.
Der Philadelphia Semiconductor Index der Sox holte sich sogar 1,6 Prozent.
Der S&P 500 kam immerhin noch auf einen Plus von 0,4 Prozent.
Zu den Gewinnern gehörten Western Digital und Sundisk mit einem Plus von mehr als 5 Prozent und auch Amazon legte deutlich zu.
Morgan Stanley hatte da das Kursziel von 335 auf 350 US-Dollar erhöht.
Rückenwind kam unter anderem von einem Bericht, wonach der Rechenzentrumsbetreiber Enscale dem KI-Entwickler Anthropic Rechenleistung für rund 45 Milliarden Dollar verkaufen könnte.
Bei WisdomTree nennen sie den Ausverkauf der Vorwoche eine Finanzierungspanik.
Die Anleger, die sorgt für die Anleger, die sorgt für die Anleger, die sich in der Anleger verletzt haben, Wer die Milliarden für die Rechenzentren eigentlich aufbringen soll, solange zehnjährige US-Staatsanleihen mehr als fünf Prozent abwerfen.
Berechtigte Frage und das in einer Woche, die wirklich so ein Härtetest werden könnte, wenn Meta...
Tesla und SAP ihre Zahlen vorlegen.
Wie viel daran hängt, zeigt auch eine Schätzung der Citigroup.
Die Tech-Branche soll nämlich im kommenden Jahr fast 70 Prozent des weltweiten Gewinnwachstums liefern.
Nutzt die Erholung also, um nachzusehen, wie viel Tech eigentlich in eurem Depot steckt.
Wer ein MSCI World zum Beispiel besitzt, hält davon ja schon wirklich eine ordentliche Position in seinen eigenen Reihen.
Wie empfindlich Verbraucher inzwischen auf Preise reagieren, das zeigt auch Lind Sprüngli.
Der Schokoladenhersteller trennt sich nach zwei Umsatzwarnungen binnen eines Jahres von Konzernchef.
Adalbert Lechner.
Wegen der teuren Kakaobohnen hatte Lindt die Preise im ersten Halbjahr um durchschnittlich 11,8 Prozent erhöht.
Vor allem Kunden in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien kauften da deutlich weniger.
Ursprünglich peilte Lindt für dieses Jahr ein organisches Umsatzplus von 6 bis 8 Prozent an.
Inzwischen sind es 0 bis 2 Prozent nur noch.
Übergangsweise übernimmt jetzt Dieter Weißkopf, der den Konzern bis 2022 geführt hat.
Die Aktie stieg zur Eröffnung um 1 Prozent.
Preismacht hat also eine Grenze, selbst bei den Lindor-Kugeln.
Tja, dann mache ich noch Termine.
Heute ist der Beginn der dreitägigen Wasserstoffmesse Hydrogen Technology World Expo.
Dann wird der Invest in Germany Summit fortgesetzt, unter anderem wieder mit Bundeskanzler Friedrich Merz.
Und auch Larry Fink ist vor Ort.
Quartalszahlen kommen von der deutschen Börse SpaceX, Netflix, ABB, Anglo American, GE Aerospace, Keycorp, General Motors, Hasbro, Northrop, Grumman, Halliburton, RTX.
Ally Financial, Vivendi, Carrefour, Michelin, Elisor, Luxottica und United Airlines.
Investorentag ist noch bei Zoom, dem Videokommunikationsdienst und Goldman Sachs hat außerordentliche Hauptversammlung.
Das Thema des Tages.
Lea, es gibt ja Leute, die behaupten, ich wäre nicht der größte Fan von Elon Musk.
Sag bloß, wer behauptet sowas denn?
Wie kommt man denn darauf?
Eine irre Unterstellung, muss man sagen.
Es gibt ja nun aber auch schon einige Dinge, die man jetzt nicht nur zwingend gut finden muss am Tesla und SpaceX-Chef.
Ich sage nur Doge, aber wir sind hier ja nicht nachtragend.
Und wenn Musk mal eine Sache macht, die wir als Börsenpodcast so richtig gut finden, dann soll er hier auch sein verdientes Lob kriegen.
Hört, hört, dass wir das noch erleben dürfen.
Was kommt als nächstes?
Lobst du jetzt auch noch Donald Trump?
Ach, ich dachte, da komme ich jetzt drum rum.
Aber ja, ehrlich gesagt, auch Trump hat da im Prinzip als blindes Huhn mal ein Korn gefunden.
Als Alles-auf-Aktien-Host, da kann man diese eine Sache echt eigentlich nicht so richtig schlecht finden, nämlich die Trump-Accounts.
Das sind ja die Depots, die jedes amerikanische Kind neuerdings automatisch bekommt.
Und wer zwischen 2025 im Januar und Ende 2028, also irgendwann während der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump, geboren wird, der bekommt dann noch gleich ein Startkapital von 1000 Dollar mit ins Depot.
Ihr als regelmäßige AAA-Hörer wisst natürlich, wie der Zinseszinseffekt wirkt und dass es vor allem auf eines ankommt, nämlich Zeit.
Und die Kids mit den neuen Trump-Accounts, die starten wirklich mit dem Tag ihrer Geburt ins Anlegerleben.
Das ist schon eine Idee, gegen die man echt wenig haben kann.
Ja, spätestens mit Blick auf die Tatsache, dass du hier Donald Trump lobst, muss man eigentlich schon merken, dass da gar nichts Schlechtes dran sein kann.
Und es bleibt ja auch gar nicht nur bei diesen 1000 Dollar Startkapital, denn wir reden ja heute hier im Thema des Tages vor allem auch wegen Elon Musk Aktion nochmal über die Trump Accounts.
Denn der Elon Musk hat gestern angekündigt, dass er nächstes Jahr jedem Kind in Amerika eine SpaceX Aktie schenken möchte.
Ja, wie immer muss man bei Musk natürlich vorsichtig sein, ob er es dann auch tatsächlich durchzieht.
Und vermutlich dürften auch Steuergründe eine gewichtige Rolle spielen.
Sonst hätte er es ja auch gleich machen können und nicht erst nächstes Jahr.
Aber man muss sagen, wenn er es dann tatsächlich durchziehen sollte, dann ist es schon echt eines der größten Geschenke der Geschichte.
Ja, man muss auch sagen, die Zahlen werden da relativ schnell, relativ groß.
In den USA gibt es derzeit rund 73 Millionen Kinder unter 18 Jahren.
Die SpaceX-Aktie kostet derzeit so knapp 148 Dollar.
Und wenn man das jetzt hochrechnet, verschenkt Elon Musk Aktien im Wert von fast 11 Milliarden Dollar.
Jetzt muss man natürlich dazu sagen, dass Musk je nach Kurs seiner Unternehmen zwischen 900 Milliarden und einer Billion Dollar besitzt.
Er gibt also gerade mal 1,2 Prozent seines Vermögens ab, aber trotzdem müsste er schließlich nicht machen.
Ja, das stimmt.
Aber er ist auch gar nicht der erste Multimilliardär, der jetzt an die Trump-Accounts spendet.
Michael Dell von der gleichnamigen Computerfirma hat zusammen mit seiner Frau zum Beispiel schon mehr als 6 Milliarden Dollar gespendet.
Die beiden haben sich aber eine noch etwas bessere Methode überlegt, wer von dem Geld profitieren soll.
Sie haben allen Kindern 250 Dollar in ihr Depot gezahlt, die in einem Postleitzahlengebiet leben, in dem das Durchschnittseinkommen unter 118.000 Dollar liegt.
So bekommen die Kids einen Startvorteil, die eher in den ärmeren amerikanischen Haushalten leben.
Die 250 Dollar gab es nicht in Dell-Aktien, sondern das Geld wurde wie auch bei den restlichen 1.000 Dollar direkt.
Vom Staat breit in einen ETF gestreut, und zwar einen ETF auf den S&P 500.
So fließt das Geld breit gestreut in amerikanische Firmen, die davon natürlich dann ebenfalls profitieren.
Bleibt natürlich am Ende nur die Frage, warum Elon Musk das gerade jetzt macht.
Tja, darüber kann man natürlich nur spekulieren.
Wie gesagt, es soll schon Milliardäre gegeben haben, die ihre philanthropische Ader entdecken, wenn größere Steuerzahlungen anstehen.
Aber Musk folgt damit auch einem Trend, der gerade im Silicon Valley umgeht.
Denn auch Anthropic hat gerade angekündigt, dass sie einen großen Teil ihrer Aktien, nämlich 5 Prozent, einer wohltätigen Stiftung spenden wollen.
Und auf diesen Ankündigungstweet hat Elon Musk dann reagiert und selbst auch eine Ankündigung gemacht, dass er etwas Ähnliches vorhat.
Natürlich nur noch besser.
Er behauptet, es mache nämlich mehr Sinn, die Kapitalbeteiligung direkt den Menschen, beziehungsweise in diesem Fall halt den Kindern zu geben.
Die Begründung ist dann doch mal wieder typisch Musk.
So eine Stiftung wie die von Anthropic könnte ja sonst gekapert werden vom politischen Gegner und für dessen Zwecke missbraucht werden.
Jedenfalls strengen sich gerade mehrere KI-Firmen an, das Image der Branche mit solchen Schenkungen irgendwie aufzupolieren.
Die Anthropik-Stiftung soll mit dem Geld dann auch mögliche gesellschaftliche Folgen wie die zu erwarteten Umbrüche auf den Jobmarkt abfedern.
Musk spricht auf X sogar davon, dass beide Aktionen, sowohl die Spende von Anthropic als auch seine Schenkung, der Einstieg in ein bedingungsloses Grundeinkommen seien.
Oder um genau zu sein, spricht Musk nicht von einem Universal Basic Income, sondern von einem Universal High Income, also einem bedingungslosen hohen Einkommen.
Naja, ob dafür eine SpaceX-Aktie reichen wird, das muss dann am Ende jeder selbst entscheiden.
Aber es soll ja auch erstmal nur der Anfang sein.
Und wenn man annimmt, dass Musk OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amadei recht behalten sollten, dass die KI in Zukunft den Großteil unserer Jobs übernehmen wird und man sich ein anderes Modell wie eben zum Beispiel ein bedingungsloses Grundeinkommen überlegen muss, dann stellt sich natürlich als Europäer eine entscheidende Frage.
Was wird eigentlich aus uns?
Denn bislang werden nur die Amerikaner beschenkt und quasi so zu ihrem Glück gezwungen, indem sie von Geburt an Aktionäre werden.
Es ist unwahrscheinlich, dass die US-Firmen bald auch europäischen Kindern einfach mal so Firmenanteile von machen.
Daher wird es hier umso wichtiger, selbst aktiv zu werden und sich an den Firmen zu beteiligen, die womöglich irgendwann die KI-Gewinne einfahren.
SpaceX ist schon an der Börse, Anthropic kann man voraussichtlich in wenigen Wochen kaufen, wobei es natürlich eine ziemlich waghalsige Wette ist, auf den richtigen Player im KI-Wettlauf setzen zu wollen.
Deshalb ist die Grundidee von den Trump-Accounts ja auch die bessere.
Einfach breit gestreut investieren, so wie es der amerikanische Staat über den ETF auf den S&P 500 macht.
Wer auch gezielt auf den US-Markt setzen möchte, kann sich zum Beispiel mal den Vanguard S&P 500 ETF oder den Amundi-Core S&P 500 Swap ETF anschauen.
Oder ihr verteilt das Risiko gleich noch breiter über die ganze Welt, dann könnte der iShares Core MSCI World ETF etwas für euch sein.
Auch da müsst ihr natürlich wissen, dass die USA mit über 70 Prozent den Großteil des Fonds ausmachen.
Etwas besser ist es schon beim iShares MSCI All Country World.
Da sind es knapp zwei Drittel US-Anteil oder der Vanguard FTSE Global All Cap.
Da sinkt der Amerika-Anteil dann auf rund 60 Prozent.
Alle WKNs, die findet ihr wie immer in unseren Shownotes.
Am 18.
August 1913 landete die Kugel im Casino von Monte Carlo 26 Mal hintereinander auf Schwarz.
Je länger die Serie lief, desto mehr Geld setzten die Spieler auf Rot, weil nach so viel Schwarz doch endlich irgendwann auch mal Rot kommen musste.
Tja.
Am Ende hatten sie Millionen Franc verloren.
Psychologen nennen diesen Denkfehler bis heute den Monte Carlo-Fehlschluss.
An einem ziemlich ähnlichen Tisch sitzen gerade viele Anleger.
Der S&P 500 steuert auf sein viertes Gewinnjahr in Folge zu.
Und mit jedem guten Jahr wächst das Gefühl, dass jetzt dann doch auch mal rot dran wäre, oder?
Ja, und ob dieses Gefühl auch trägt, hat sich jetzt das Family Office HQ Trust mal genauer angeschaut.
Sebastian Dörr, ein Kapitalmarktstraktege dort, hat die Jahresrenditen des S&P 500 und seiner Vorläufer bis ins Jahr 1872 zurückverfolgt.
Die Messlatte sieht so aus.
In 73,4 Prozent aller Jahre hat der US-Leitindex mit einem Plus geschlossen.
Das sind fast drei von vier Jahren.
Wäre nach einem guten Jahr ein schlechtes Überfällig, müsste diese Quote nach einem Gewinnjahr deutlich sinken.
Sie liegt aber bei 73,2%.
Die Börse hat in dieser Hinsicht also genauso wenig ein Gedächtnis wie die Roulette-Kugel in Monte Carlo.
Fürs kommende Jahr zählt aber vor allem eine Zahl.
In der langen Datenreihe hatte der Index schon 38 mal vier Gewinnjahre am Stück hintereinander erzielt.
In 28 dieser Fälle kam ein fünftes dazu.
Das entspricht 73,7 Prozent.
Und dieses fünfte Jahr war auch kein müder Nachklapp.
Im Mittel legte der Index in diesem fünften Jahr um 12,3 Prozent zu und damit stärker als im langfristigen Schnitt von 10,3 Prozent.
Selbst nach sechs guten Jahren in Folge ging es in 15 von 20 Fällen weiter aufwärts.
Wer auf das Ende der Serie gewettet hätte, hätte also meistens ziemlich alt ausgesehen.
Ganz glatt läuft die Statistik trotzdem nicht.
Nach zwei Gewinnjahren zeigt sich eine kleine Delle.
Die Quote sinkt auf 66,7 Prozent und die mittlere Rendite im Folgejahr, die fiel mit 8,2 Prozent eher mager aus.
So richtig dünn wird die Luft dann erst nach acht Jahren.
Dann hielten sich Gewinn- und Verlustjahre mit je fünf Fällen die Waage.
Nach neun Jahren folgte nur noch in einem von fünf Fällen ein Plus.
Im Schnitt stand ein Minus von 6,1 Prozent.
Bei fünf Beobachtungen reden wir da allerdings eher über eine Anekdote mit in Achtkommastellen.
Bis zu dieser dünnen Luft fehlen dem S&P 500 ohnehin noch vier weitere Gewinnjahre.
Für euch als Anleger heißt das vor allem eins.
Wer jetzt verkauft, nur weil sich vier gute Jahre verdächtig anfühlen, der setzt in Monte Carlo einfach immer auf Rot.
Gute Phasen halten an der Börse oft länger, als die meisten Anleger es ihnen zutrauen.
Am Ende kann euch natürlich niemand verraten, ob 2027 jetzt ein gutes oder ein ganz schreckliches Jahr wird.
Die Zahl der Gewinnjahre davor verrät darüber jedenfalls nichts.
predigen wir euch ja hier immer, dass die Ergebnisse der Vergangenheit keine Schlüsse für die Zukunft hervorbringen.
Worauf es ankommt, sind die üblichen Verdächtigen, die Gewinne der Unternehmen, die Bewertungen, die Zinsen und die Konjunktur.
Wer sich Sorgen um das kommende Jahr macht, sollte dorthin schauen und den Kalender getrost ignorieren.
Eine Garantie für die Zukunft liefert die Vergangenheit eben wie immer nicht.
Die Kugel in Monte Carlo wusste übrigens nichts von ihren 26 schwarzen Runden.
Der S&P 500 zählt seine guten Jahre auch nicht mit.
Mitgezählt haben damals nur die Spieler am Tisch und die haben am Ende die Rechnung bezahlt.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
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Holger ist im Moment im Urlaub, daher hat sich der Defner einen Ersatz eingeladen.
Zu Gast ist der Silicon Valley Investor Thomas Rappold.
Das wird mit Sicherheit eine spannende Folge.
Also hört gerne rein und danach abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und wir hören uns dann morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
