# Active Management Strategy: Human Intelligence Fund Analysis

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-10-20

## Transcript

Heute bei Asset Class, der Lautsprecher des aktiven Managements.
Er schießt gegen ETFs, kritisiert gleichzeitig aber auch die Index-Schmuser der Fondsindustrie.
Es ist doch viel besser, du kopierst richtig was Gutes, als irgendwas Neues zu machen, was du gegen die Wand fährst.
Warum soll ich einen Manager dafür bezahlen, dass er mein Geld im Cash hält?
Interessant, dass du Menschen als Problem siehst.
Wenn du Kacke in Goldfolie packst, bleibt es am Ende auch Kacke.
Genau, es ist eine ganz große Lüge der gesamten Fondsindustrie, dass alles, was einen Manager hätte...
ein aktiver Fonds wäre.
Er setzt mitten im KI-Boom auf Human Intelligence und hat sich sogar mit dem langjährigen Bild-Chefredakteur verbündet, um die Deutschen an den Kapitalmarkt zu bringen.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Herzlich willkommen.
Volker Schilling, Fondsmanager, Fondsanalyst und CEO des Vermögensverwalters Greif Capital Management aus Freiburg.
Ja, ich freue mich, hier zu sein.
Ja, ich freue mich, dass du da bist, lieber Volker.
Nicht nur, weil wir uns lange kennen, sondern vor allem, weil du ja auch einer bist, der gerne mal einen raushaut.
Zum Beispiel letztens auf LinkedIn.
Wir denken nach, ETFs nicht.
Wir bewerten Risiken.
ETFs streuen blind.
Wir handeln antizyklisch.
ETFs kaufen teuer und verkaufen billig.
Und als Schlussfolgerung dann, Durchschnitt ist keine Strategie.
Also muss man sagen, ziemlich starker Tobak, denn die Statistik zeigt ja, je nach Marktsegment scheitern 70 bis 90 Prozent der aktiven Manager daran, genau diesen Durchschnitt in Gestalt eines schlichten Welt-ETFs zu schlagen.
Woher nimmst du dann trotzdem dieses Selbstbewusstsein?
Ich finde, ich habe es ganz gut auf den Punkt gebracht.
Das ist ungefähr so, wie wenn du in einen Plattenladen gehst, weil du ein Lead kaufen möchtest und dann den ganzen Plattenladen kaufst.
Und so funktioniert ja der Index.
Ich kaufe mir immer alles.
Der Index ist etwas, was Gewichtungen bewertet.
Aber ein aktiver Manager ist jemand, der Bewertungen sich anschaut.
Und das ist genau das, was ich auf den Punkt bringen wollte.
Und die Statistiken, die du gerne zitierst, die auch gerne immer wieder zitiert werden, dass 70, 80, 90 Prozent der aktiven Fonds den Index nicht schlagen, basieren oft auf Grundannahmen, dass man alle Fonds in diese Bewertung mit einbezieht.
Und das ist etwas, weil du gesagt hast, ich würde ETFs so stark kritisieren, ich kritisiere auch viele aktive Fondsmanager, nämlich insbesondere dann, wenn sie ganz nahe am Index arbeiten, aber in der Gebührennahme ganz hoch sind.
Und dann haben sie keine Chancen, einen Index zu schlagen.
Und die versauen diese ganze Statistik.
Also es gibt zwei Punkte, die ich mal kritisch anmerken möchte für diese Statistiken, dass aktive Manager den Index oder so wenige ihn schlagen.
Erstens, ganz viele davon sind gar keine.
aktiven Manager, die müssten wir eigentlich rausnehmen, um solche Statistiken sauberer zu machen.
Das sind dann diejenigen, für die du den schönen Begriff Index-Schmuser erfunden hast, die also nur so tun, als wären sie aktiv.
Das auch signalisieren durch ihre Gebühren, die dann irgendwie 1,5, 1,8 Prozent nehmen, die aber dann nur geringe Abweichungen von ihrer Benchmark zulassen.
Mit denen man dann wahrscheinlich...
keine reelle Chance mehr hat, überhaupt eine Outperformance zu erzielen, die die Kosten zumindest wieder reinspielt.
Das ist eine ganz große Lüge der gesamten Fondsindustrie, dass alles, was einen Manager hätte, ein aktiver Fonds wäre.
Die meisten sind eben wirklich nur aktiv bei der Gebührennahme, aber leider nicht im aktiven Mehrwert liefern.
Warum machen Sie das?
Weil sie es nicht besser können?
Nein, es gibt mehrere Gründe.
Man muss differenzieren.
Drei wesentliche Treiber dafür.
Erstens, seinen eigenen Job nicht zu riskieren.
Also je weiter ich weg...
bewege ich mich als aktiver Manager von einem Index, kann ich eben auch granatenmäßig daneben liegen und es kann mich meinen Arbeitsplatz kosten.
Das ist ein Grund.
Der zweite Grund ist, viele Fondsgesellschaften erlauben ihren Fondsmanagern gar nicht, einen starken Weggang vom Index zu fahren, sondern sie zwingen sie nahe am Index zu arbeiten, damit sie in der Breite einigermaßen gute Fonds haben.
Damit sie also nicht in irgendwelchen Rankings dann irgendwann mal ganz schlecht dastehen.
Ganz nach unten rutschen und den guten Namen der Gesellschaft dann kaputt.
machen.
Und der dritte Grund ist, dass es einfach auch möglich war, in den letzten 50 Jahren, ohne große Aktivitäten und ein bisschen Abweichung, diese hohen Gebühren zu rechtfertigen.
Und da haben, und jetzt wirst du dich vielleicht wundern, aber ETFs einen hervorragenden Dienst geleistet in den letzten Jahren.
Nämlich sie haben den Markt für aktive Manager disruptiert.
Und zwar heftig disruptiert, dass man alle diese Index-Schmuser ersetzen kann durch ETFs.
Und die, die wirklich aktiv sind, die können dann auch wirklich zeigen, haben sie es im Griff, können sie Mehrwert liefern oder können sie es eben nicht.
Und das, glaube ich, ist der feine Unterschied, weshalb es auch gar nicht darum geht, ob ETF oder aktiver Manager, weil beide sind ja Fonds, beide sind Hüllen, in denen ich Asset Management machen kann.
Und es ist nicht eine Frage des Managers selbst, ob er sich passiv aufstellt oder aktiv, sondern eine Frage des Anlegers, was er lieber möchte.
Möchte er den Durchschnitt oder hat er den Anspruch, einen Mehrwert zum Markt zu erzielen?
Trotzdem, jetzt haben wir diese Statistiken.
70 bis 90 Prozent der aktiven Fonds schaffen es nicht.
Was ist so?
Eine belastbare Schätzung, wie viele von diesen tatsächlich eben...
indexschmusenden Fonds es gibt.
Hast du da belastbare Zahlen?
Weil du bist ja auch nicht nur selber Manager und Vermögensverwalter, sondern auch Analyst.
Das heißt, du hast sehr, sehr viele Daten.
Man kann das einmal im Jahr auch in Kapital lesen, wenn deine große Studie zu den Fonds kommt, die dann wirklich eben nicht mit dem Index kuscheln.
Hast du da so einen Überblick?
Was denn so der Anteil der wirklich Aktiven ist?
Ja, habe ich.
Wir haben ungefähr 10.000 Investmentfonds, die in Deutschland zugelassen sind, die man erwerben kann.
Es gibt noch viel mehr Shareklassen und so weiter, aber im wesentlichen Kern sind es ungefähr 10.000 Investmentfonds.
10.000 Investmentfonds?
Ja, die man kaufen kann.
Ohne ETFs jetzt?
Ohne ETFs.
Wir reden jetzt nur über klassisch aktives Management.
10.000.
Das sind jetzt nicht die ganzen Tranchen.
Das ist nur die Haupttranche.
10.000.
Lass mich noch sagen, von den 10.000 Fonds, die wir jedes Jahr auch untersuchen im Rahmen dieser Studie, wandern fast die Hälfte raus als zu nah am Index.
Wie messt ihr jetzt denn, dass ihr sagt, zu nah am Index?
Wie sieht der Filter aus?
Gibt es da irgendwie eine Kennzahl, die ihr verwendet?
Es gibt zwei Kennzahlen, um Aktivität zu messen.
Wir wollen jetzt wahrscheinlich nicht zu akademisch werden, aber ich werde sie beide mal nennen.
Das eine ist der Active Share.
Das ist eine Kennzahl, da schaue ich an einem Tag in einen Fonds hinein und vergleiche seinen Inhalt mit dem Inhalt des Index.
Und überall da, wo es Abweichungen gibt, summiere ich das auf.
Und je stärker diese Summe, je höher diese Summe ist, desto größer ist der Actif Share, also der Mut vom Index abzuweichen.
Der Nachteil beim Actif Share ist, das ist eine zeitpunktbezogene Kennzahl.
Ich gucke an einem Tag rein.
Das ist ungefähr so, wenn wir beide jetzt in einem dunklen Raum sitzen und es macht einmal Blitz.
Und dann schaust du, was du siehst und was du dir merken kannst.
Ein Problem dieser Active Share ist, dass in einem Monat oder einem halben Jahr der Fondsmanager schon wieder ganz anders aufgestellt wird.
Das heißt, du müsstest den Active Share ja eigentlich periodisch berechnen und dann irgendwie sagen, okay, der Active Share lag permanent über einer gewissen Hürde in den letzten drei bis fünf Jahren.
Und dann hast du eine valide Aussage, ob der Manager wirklich von der Benchmark abweicht.
Die Aussage sagt ja noch gar nichts darüber aus, ob er das mit Erfolg tut.
Man muss auch dazu sagen, komme ich auch an die Daten ran?
Also komme ich überhaupt an den gesamten Inhalt eines Fonds heran, um diesen Active Share zu berechnen?
Es ist ja nicht so, dass das überall frei zugänglich ist.
Genau, weil deine Zunft ist ja sehr verschwiegen.
Ihr habt ja immer Angst, dass man euch die Secret Source klaut.
Ich habe keine Angst.
Aber deswegen, wir kennen das von den ETFs, da sehen wir...
mit einem Tag Verzögerung, die kompletten Excel-Sheets, was drin ist.
Und bei aktiv gemanagten Fonds, in der Regel haben wir dann so Fact-Sheets, die sind ein paar Tage alt, da stehen die Top Ten drin, manchmal nicht das.
Und wirklich genau reingucken kann man dann im Halbjahresbericht und im Jahresbericht.
Die kommen aber natürlich auch nicht Time-to-Market, sondern irgendwie, ich glaube, was ist die maximale Verzögerung?
Halbes Jahr.
Halbes Jahr.
Das heißt also, wenn ein Fondsmanager das wirklich ausreizen will, oder eine Fondsgesellschaft, dann weiß ich am 30.12., was am 30.06.
drin gewesen ist im Portfolio.
Man kann aber auch mal fragen, man kann auch anfragen.
Okay, das machst du dann.
Es gibt ganz viele Fondsmanager, die die Full Holdings zeigen, die völlig transparent sind.
Aber zurückzukehren, es gibt noch eine zweite Kennzahl, um Aktivität zu messen.
Das ist die, die wir auch in unserer Studie benutzen.
Das ist der Tracking Error.
Der Tracking Error misst die Abweichung der Wertentwicklung eines Fonds zur Wertentwicklung der Benchmark.
Das kennen wir natürlich im ETF auch sehr gut.
Da muss der Tracking-Error möglichst klein sein.
Bei mir muss er möglichst groß sein.
Warum?
Ich erkläre das nochmal.
Vielleicht ganz kurz nur, damit auch alle verstehen, was der Tracking-Error ist.
Der Tracking-Error ist im Vergleich zum Active-Share keine Zeitpunktbezogene Kennzahl, sondern eine Zeitraumbezogene Kennzahl.
Ich messe den Tracking-Error über ein Jahr, über drei Jahre oder fünf Jahre.
Oder in unserem Beispiel zu bleiben des dunklen Raums, das ist die Taschenlampe in dem dunklen Raum.
Ich kann drei Meter leuchten, fünf Meter, zehn Meter leuchten, kann mir also genau anschauen, wie stark ist der Mut des Fondsmanagers, sich anders zu entwickeln als der Index.
Und du hast es richtig angesprochen, ETFs müssen, das ist die Definition eines ETFs, weil sie den Index ja 1 zu 1 abbilden, müssen einen Tracking-Error haben, nahezu null.
Also dürfen gar nicht abweichen.
Die Wertentwicklung des Index und die Wertentwicklung des ETFs auf diesen Index muss identisch sein.
Ich möchte aber ja die Fondsmanager finden, die es schaffen, mit ihrem Mut auch einen Mehrwert zu erzielen.
Und jetzt darf ich das Ganze mal umdrehen.
Wenn ich wirklich als Anleger den Anspruch habe, einen Mehrwert zum Index zu erzielen.
Wenn ich den Anspruch für mich definiere, dann darf ich eigentlich keine ETFs kaufen.
Weil ich kann mit einem ETF per Definition ja einen Index nicht outperformen.
Er muss ja, Tracking Error, wie gesagt, nahe Null sein.
Ich habe so ein paar strukturelle Möglichkeiten, wie wir das ja auch beim Scalable All Country World ETF zeigen.
Aber grundsätzlich hast du recht.
Und wenn man die Masse der Fonds nimmt, nochmal, ist es ja eigentlich ganz gut.
den Durchschnitt zu haben, weil die meisten sind schlecht.
Lass mich meinen Gedanken zu Ende führen.
Wenn du den Anspruch hast, einen Mehrwert zu erzielen, dann heißt das, du musst in aktive Fonds investieren.
Sonst geht es nicht.
Du musst Aktivität zulassen, weil Aktivität ein notwendiges Kriterium für Outperformance ist.
Du hast es aber richtig angesprochen, es ist kein hinreichendes Kriterium.
Nicht alles, was aktiv ist.
Erzeugt eine Outperformance.
Im Gegenteil, es gibt gewaltige Underperformance von aktiven Fondsmanagern.
Deswegen ist der erste Schritt auch in unserer Studie, erst einmal den Mut zu messen, sich überhaupt wegzutrauen von diesem Index.
Und der zweite Schritt, und das ist der viel spannendere Messpunkt, hat sich dieser Mut gelohnt.
Mein Kollege sagt immer, der belohnte Mut, schauen wir uns dann an.
Nur damit alles einmal gehört haben, es ist die Information Ratio, die wir dann benutzen.
Das ist der belohnte Mut, das ist der Mehrwert gegenüber einem Index im Verhältnis zu diesem Mut abzuweichen.
Und dann wird es spannend, weil dann finde ich Fonds, die es durchaus über unterschiedlichste Zeitreihen, drei Jahre, fünf Jahre, zehn Jahre immer wieder geschafft haben, einen Mehrwert zu erzielen.
Das sind aber die Ausnahmen.
Und du hast vorhin diese Zahlen genannt, 70%, 80% der Fondsmanager schlagen den Index nicht.
Das ist eine wahnsinnige pauschale Aussage, weil sie so tut, als würden alle Fondsmanager im gleichen Markt arbeiten.
Was wir machen, ist, wir untersuchen 135 verschiedene Märkte.
135 verschiedene Vergleichsgruppen, weil du kannst einen globalen Fonds nicht mit einem Asien-Aktienfonds beispielsweise vergleichen.
Also musst du innerhalb deiner Vergleichsgruppe bleiben und den richtigen Index auch wählen, den du da vergleichst.
Also beispielsweise auch Total Return Indizes, wo die Dividenden mit drin sind.
Die geben sich ja alle eine Benchmark.
Ja, aber die geben sich meistens die Benchmark, die sie leicht schlagen können.
Ja gut, aber selbst das schaffen sie ja nicht.
Ja, aber wir suchen besonders harte Benchmarken.
weil letztlich dem Anleger ja wissen muss, wer schafft es auch nach allen Kostengebühren und nach diesen Dividendenzahlungen und einen Mehrwert zu erzielen.
Und jetzt ist das Spannende, dass meine Studie in diesen 135 Peergroups genau zeigt, es gibt Peergroups, da ist genau so, wie du es gesagt hast, 80% aller Aktiven schlagen den Index, nicht nur 20 schaffen es.
Da könnte ich mir überlegen, ist ein ETF vielleicht eine gute Wahl.
Was sind das für Peergroups?
Das sind insbesondere Peergroups, die sehr effizient sind, die sehr transparent sind.
Ich nenne mal ein Beispiel Aktien-USA-Standardwerte.
Denn S&P 500 zu schlagen für einen aktiven Fondsmanager.
Wahnsinnig schwierig.
Wird man dann auch gleich wahrscheinlich extrapolieren können Richtung Globalstandardwerte, die ja dann eben recht stark US-dominiert sind.
Genau, so ist es.
Also heißt mit dem MSCI All Country World der Durchschnitt global aus Industrie- und Schwellenländern?
Fährt man selbst nach Meinung von Volker Schilling gar nicht so schlecht.
Es ist schön, dass du mir das endlich abbringen möchtest, dass ich auch mal den MSCI World hier als gutes Investment sehe.
Ich habe ja gar nichts gegen den.
Wir haben übrigens einen Sieger für globale Aktien in der aktuellen Studie.
Ja, ich werde ihn aber hier nicht nennen.
Aber es gibt Peergroups.
Ich nenne mal auch da ein Beispiel.
Japanische Aktien-Nebenwerte.
Da dreht sich dieses Verhältnis sogar um.
Da schaffen es 80 Prozent wirklich der Aktiven.
einen Mehrwert zu erzielen gegenüber dem Index.
Und da ist es viel, viel lohnender, einen aktiven Fondsmanager zu wählen, als einen Index zu wählen.
Und deswegen zeigt die Studie ziemlich deutlich, dass es nicht darum geht, ETF oder aktiver Manager.
Beide haben ihre Daseinsberechtigung.
Es gibt Märkte, da würde ich immer zu einem ETF greifen.
Und es gibt Märkte, da würde ich tatsächlich lieber einen aktiven Fondsmanager wählen.
Kann man grundsätzlich sagen, dass der Mehrwert den...
ein aktiver Manager bringen kann, schon umso größer ist, je nischiger der Markt ist, je größer die Intransparenz auch ist?
Ja, also wir sehen ganz klar in der Studie, und die machen wir ja schon jetzt über 16 Jahre, ich habe also sehr lange Zeit rein und wir beobachten sehr stark, dass wir in den Bereichen, wo wir eher Ineffizienzen sehen, Small Caps, Emerging Markets.
Frontier-Markets, Märkte, die nicht so gecovert sind von vielen Analysten, dass da sich aktives Management lohnt, da es sich lohnt, dass Fondsmanager gezielt nach Unternehmen suchen, die sie analysieren und bewerten und dass Märkte, die besonders effizient sind, die besonders transparent sind, kaum noch eine Chance ist, für einen aktiven Fondsmanager einen Mehrwert zu erzeugen.
Und deswegen kann man das genau so sagen.
Es gibt ja dann noch die Frage des Risikos.
der Volatilität, der Schwankungen, der Einbrüche.
Ist auch das etwas, was ihr messt oder guckt ihr rein auf die Performance?
Also es ist tatsächlich so, dass wir, wenn es um aktives Management geht, natürlich immer der Vorwurf kommt des Mehrwerts, der nicht erzeugt wird.
Also schauen wir in erster Linie darauf, wo kann wirklich Mehrwert erzeugt werden.
Aber wir werden immer wieder in Marktphasen, wo Märkte besonders schwierig unterwegs sind, natürlich auch immer wieder sehen, wo wird nicht nur im Zuge des Mehrwerts.
oder Outperformance geschaffen, sondern wo werden auch Risiken reduziert.
Und das haben wir insbesondere bei Multi-Asset-Fonds, also da, wo Fonds in unterschiedliche Anlageklassen investieren, wo Fondsmanager eine Meinung haben, welche Märkte sie vielleicht außen vor lassen oder welche sie höher gewichten wollen.
Das ist eine nicht zu unterschätzende Dienstleistung.
Ich will aber noch mal kurz einen Schritt zurückgehen.
Ich glaube nicht, dass Anleger mit ETFs weniger Fehler machen als mit aktiven Fonds.
Weil letztlich ist das Produkt, das der Markt liefert, auch schwierig für den Investor manchmal zu verstehen im Inhalt.
Das ist das eine, man muss es eventuell erklären.
Du hast gerade selbst einige Beispiele genannt, Dividenden, Smart Beta.
Da steigen einige Privatanleger schon aus bei solchen Begrifflichkeiten.
Also oft wissen viele ETF-Anleger und Aktive, Anleger in der aktiven Fonds gar nicht, was sie eigentlich haben in ihren Produkten.
Und dann haben wir das ganz große Thema Behavioral Finance.
Also wie verhalten Sie sich, wenn es schwieriger wird an den Kapitalmärkten?
Und ich rede hier nicht im Sinne von, dass das mal ein Monat fällt und dann wieder steigt, sondern ich rede darüber, was passiert, wenn wir mal drei Jahre, fünf Jahre oder zehn Jahre eine Bässe an den Aktienmärkten haben.
Wie verhalten Sie sich dann im Umgang mit Ihren ETFs oder mit Ihren aktiven Fonds?
ETFs machen uns nicht zu besseren Anlegern.
Richtig.
Du kannst alle Fehler...
die du mit Einzelaktien machen kannst, die du mit aktiven gemanagten Fonds machen kannst, natürlich auch mit ETFs machen.
Vielleicht eine Ausnahme, Diversifikation ist schon mal dabei.
Das ist das Thema bei Einzelaktien.
Und du hast halt nicht das Kostenproblem wie bei den aktiv gemanagten Fonds.
Die Kosten laufen halt immer gegen dich.
Aber grundsätzlich vom Verhalten her, vom Versuch, einen Markt zu timen, Diesen ewigen Widerstreit zwischen Angst und Gier, sodass man dann doch vielleicht verkauft, wenn Trump gerade den Liberation Day verkündet.
Da sind ETFs und aktive Fonds aus Anleger sich gleich.
Aber wenn wir über Fehler reden, müssen wir ja auch...
über das reden, was im Fonds passiert.
Und im ETF habe ich die Sicherheit, beispielsweise MSCI All Country World, der ist immer so investiert, wie die Börsenlandschaft sich gerade darstellt.
Da ist auch die Investitionsquote immer 100% und da wird nicht auf dem Tiefpunkt irgendwie rein willkürlich umgeschichtet.
Aber bei einem aktiven Fondsmanager habe ich ja auch das Problem, dass sich da ja Menschen mit Anlageentscheidungen befassen und die sind ja genauso anfällig für Psychofallen.
Es ist interessant, dass du Menschen als Problem siehst.
Ich finde das ein Vorteil.
Auf der Risikoseite natürlich.
Ich kann natürlich auch sagen, die Chance kommt daher, aber ich muss ja auch sagen, auch ein Manager aus Fleisch und Blut steht dann...
an einem Liberation Day vielleicht da und sagt, jetzt muss ich aber raus, jetzt muss ich hier, Multi-Asset-Fonds, das Aktien-Exposure muss runter, die Welt geht unter, deswegen vorher hatten wir 80% Aktien, jetzt gehe ich auf 60% und das hält ja drei Wochen durch und dann stellt er fest, ups, jetzt sind die Märkte ja schon wieder höher und ich habe ziemlich ins Klo gegriffen.
Ja, aber du ziehst Einzelbeispiele raus, um darauf die Gesamtheit zu schließen und ich habe nochmal gesagt, es gibt Peergroups, Vergleichsgruppen, da ist das so.
Aber es gibt sie eben auch in anderen.
Und ich muss halt, Geldanlage ist nie einfach.
Es gibt nicht den einfachen Weg, sein Geld zu vermehren.
Ich muss halt mich mit Minimum etwas damit beschäftigen.
Und ich kann sagen, ja, mir reicht der Durchschnitt.
Mir ist es völlig in Ordnung, den globalen Index, den MSA World, all countries abzubilden.
Das ist doch völlig legitim, diese Entscheidung für sich zu treffen.
Aber genauso legitim ist es zu sagen, nein, ich möchte etwas mehr.
erwirtschaften.
Ich möchte mir Köpfe, Menschen suchen, die in der Lage sind dazu, das auch zu wiederholen und einen Mehrwert zu erzielen durch ihre Arbeit, durch ihre Leistung.
Und das sind die, die mich interessieren.
Meine Aufgabe liegt darin, genau diese Menschen zu finden.
Deswegen haben wir auch unseren von Human Intelligence genannt, weil es mir genau um diese Menschen geht, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, durch ihre Aktivität einen Mehrwert zu erzeugen.
Es mag nicht viele geben, aber es gibt sie.
Und das ist genau das, was meine Passion ist.
Human Intelligence Fund, also da du ihn jetzt schon erwähnt hast, reden wir doch mal darüber.
Wir reden ja momentan vor allem über KI, über die künstliche Intelligenz.
Ihr habt euch hingestellt und gesagt, nee, also wir wollen jetzt mal die menschliche Intelligenz in den Vordergrund stellen.
So wie das irgendwie ja bei dem klassischen Beispiel des Fondsmanagers auch ist, was ich eben beschrieben habe.
Das kann gut gehen, kann aber auch nicht gut gehen.
Ihr wollt die...
Fälle herausfinden, in denen es wirklich gut geht und erzähl mal ein bisschen, was ist der Ansatz dieses Fonds?
Also mir ist vor Jahren, 2003, eine Studie in die Hände gefallen, die du auch kennst, die stammt von der Harvard Business School und der London School of Economics, die untersucht hat, wo das Alpha, also der Mehrwert von aktiven Fondsmanagern eigentlich herkommt, wenn man ihre Fonds in der Vergangenheit sich über lange Zeit rein anschaut.
Diese Studie hat drei Ergebnisse.
Das erste Ergebnis ist, dass ein Fondsmanager, der konzentriert anlegt, also eher weniger Aktien hat, 30 bis 40 Aktien eine höhere Wahrscheinlichkeit für Outperformance besitzt.
als ein Fondsmanager, der extrem breit diversifiziert.
Da könnte man auch eigentlich durch logisches Denken drauf kommen.
Könnte man auch drauf kommen.
Aber du weißt ja, wir wollen alle evidenzbasiert arbeiten.
Aber es ist klar und passt eigentlich auch zu dem, was du eben gesagt hast über Active Share und Information Ratio.
Nur dann, wenn ich wirklich vom Index abweiche und das heißt dann in aller Regel eine Konzentration aufbestimmt.
Habe ich überhaupt eine Chance?
Ob ich die Chance wahrnehme, bleibt dann immer noch die zweite Frage.
Das zweite?
Das Ergebnis dieser Studie ist, dass der gesamte Mehrwert gegenüber einem Index mit nur ganz wenigen Aktien erzielt wird in diesem Portfolio.
Also auch selbst in dem konzentrierten Portfolio sind nur ganz wenige für die gesamte Outperformance zuständig.
Und das ist ja auch wieder schön, da haben wir ja auch wieder eine Entsprechung zum Gesamtmarkt.
Das passt zu der Bessenbinder-Studie, die ich ja wirklich liebe, die es jetzt über 100 Jahre gibt.
Also 1926 bis 2025 29.000 US-Aktien analysiert über ihren gesamten Lebenszyklus inklusive Dividende.
6% der Aktien haben den gesamten Shareholder-Wealth, also die gesamte Wertschöpfung für Aktionäre.
Und das gleiche gilt für aktive Managers.
Es sind tatsächlich nur ganz wenige Aktien, die für den gesamten Mehrwert zuständig sind.
Interessanterweise, und das ist ein Ergebnis dieser Studie, die, die sie besonders stark gewichten, wo sie eine hohe Überzeugung haben, High Conviction heißt das dann in unserer Branche, also da, wo sie besonders stark übergewichten.
Und das dritte Ergebnis, das ist das Spannende, war für mich 2003, diese Outperformance dieser Studie liegt zwischen 2,8 und 4,5 Prozent pro Jahr.
Das ist eine wahnsinnige Outperformance.
Wenn ich es als aktiver Manager schaffen würde, 2,8 bis 4,5 Prozent pro Jahr mehr zu erzielen als der Index.
Und zwar würde das über den Zinseszinseffekt eine gewaltige Outperformance erzeugen.
Und ich habe mich gefragt, du hast bestimmt auch schon viele akademische Studien in der Hand gehabt, die werden unter Modellannahmen getroffen, die werden unter Rückschau getroffen.
Lässt sich...
das auch in der Praxis heben, dieser Mehrwert.
Lässt sich diese Outperformance systematisch heben?
Das war die Geburtsstunde des Human Intelligence Fund.
Und zwar in der Kombination, dass wir gesagt haben, was wäre denn, wenn wir nicht alle Aktienfondsmanager uns anschauen würden, so wie die Studie von Harvard, sondern was wäre, wenn wir uns nur die Fondsmanager anschauen, die in unserer eigenen Studie, die wir gerade besprochen haben, als Studiensieger hervorgehen.
Und nur von den Fondsmanagern uns anschauen, was sind genau die Aktien, die sie besonders stark gewichten in ihrem Portfolio.
Und wenn wir uns die dann klauen, diese Ideen, und daraus einen eigenen Fonds zu machen, den wir dann Human Intelligence Fund genannt haben.
Jetzt erklärt sich auch der Name.
Human, weil wir in diese Menschen, in diese Fondsmanager investieren.
Und Intelligence, weil wir sie systematisch auswerten.
Man könnte auch sagen Copycat-Fund oder Trittbettfahrerfonds.
Das ist noch besser, das liebe ich sogar.
Warum?
Weil es ist doch viel besser, du kopierst richtig was Gutes, als richtig irgendwas Neues zu machen, was du gegen die Wand fährst.
Das hat Oliver Sammer auch immer gesagt bei Rocket Internet.
Er ist damit sehr, sehr wohlhabend geworden.
Ich kann dir aber ja sagen, wir sind jetzt fünf Jahre am Markt.
Der Fonds ist fünf Jahre alt geworden.
Und wir haben in diesen fünf Jahren eine Outperformance nach allen Kosten.
Und Christian, wir sind ein wahnsinnig teurer Fonds.
Da wirst du mit Sicherheit gleich darauf zu sprechen kommen.
Ja, wir können ja einfach mal die Zahlen nehmen.
Ja, sag sie mal.
Also wohlgemerkt für ein Copycat.
Also nicht jetzt, wo irgendwo die Innovationsmaschine steht.
2,39% TIA.
Ja.
Mensch, das ist luxuriös, oder?
Ja, das Schöne ist, dass wir trotz dieser Kosten den MSCI World in den letzten fünf Jahren um über 50 Prozent outperformt haben.
Das heißt, wir konnten tatsächlich diese 4,5 Prozent pro Jahr Rendite als Mehrwert gegenüber dem Index mit dem Human Intelligence Fund heben.
Wobei vor allem ja diese Outperformance so in dem Jahr nach dem Liberation Day, also 25 bis Mitte 26, erreicht wird.
Da habt ihr ja mal richtig so nach oben abgeknickt.
Ja, also wenn du dir den Chart anschaust, wirst du sehen, dass die Outperformance zwar immer wieder Phasen hat, wo sie stärker ist, sie ist aber grundsätzlich immer da.
Ich nenne mal den Anfang.
Wir haben begonnen im Jahr 22, ist der Fonds aufgelegt worden.
Das war, Entschuldigung, 2021.
Wir sind sogar schon 2021.
Im August 2021 sind die aufgelegt worden.
Dann kam 2022 und du weißt, das war ein wahnsinnig schwieriges Jahr für Aktien, für Anleihen.
Das war die Zinswende.
Dazu der Ukraine-Krieg, die Disruption.
Ja, das war ganz schwierig.
Und selbst da hatten wir schon den MS-Helwald um 4% outperformt.
Der ist negativ gewesen, minus 13%.
Wir haben minus 8% gemacht.
Es ist tatsächlich so, dass wir auch in schwierigen Marktphasen eine Outperformance erzielt haben.
Nicht nur in den Marktphasen, wo es hochging.
Du sprichst die Phase 25 und 26 an, da haben wir über 30 Prozent jeweils erzielt.
Der MSR World lag irgendwo bei 20, 25 Prozent.
Es gibt aber auch mal Jahre, das sollten wir hier nicht verschweigen, 24 haben wir underperformed.
Da lagen wir vier Prozent hinter dem MSCI World.
Und das ist eine wichtige Botschaft, finde ich, auch für alle, die sich mit aktiven Fondsmanagern beschäftigen.
Es ist nicht so, dass man jeden Tag, jede Woche, jeden Monat oder jedes Jahr Outperformance erzielt, sondern wir streben das über einen Drei-Jahres-Zeitraum hinweg an.
Und darum muss man beweisen, über diesen Drei-Jahres-Zeitraum eine Outperformance zu erzielen, nach diesen Kosten.
Ich denke, Kosten sind immer ganz wichtig und ich schätze es auch sehr, dass immer über Kosten gesprochen wird.
Aber Kosten isoliert zu betrachten, machen keinen Sinn, wenn ich nicht die Kosten ins Verhältnis setze zu dem, was nach Kosten an Ertrag erzielt wurde.
Richtig, aber natürlich, wenn du über diese Outperformance-Differenz sprichst, also diese 4 Prozentpunkte, muss man ja auch sagen, die Wahrscheinlichkeit, die 4 Prozentpunkte zu erreichen, wäre ja größer.
wenn du jetzt nicht 2,39 nimmst, sondern 1,39.
Da merkt man, dass du nicht genau darüber nachgedacht hast, wie wir diesen Fonds managen.
Warum?
Wir könnten ohne die Erträge, die wir daraus erzielen, gar nicht den Apparat aufrechterhalten, um diesen Fonds so managen zu können.
Ein Großteil übrigens der etwas höheren Kosten liegt an was anderem.
Nicht, dass ich mir die Taschen voll mache, sondern wir haben relativ hohe Transaktionskosten in diesem Fonds.
weil wir die Fondsmanager jeden Monat auswerten, die wir uns anschauen.
Und der Fonds relativ hohe Umschlagshäufigkeiten hat.
Was ist so die Umschlagshäufigkeit?
Also wird das Portfolio einmal im Jahr komplett gedreht?
Sechsmal im Jahr.
Sechsmal im Jahr wird das komplette Portfolio.
Also sechsmal pro Jahr ist das Portfolio völlig anders.
Und hin und her macht Taschen leer.
Und das muss ja bezahlen.
Ja, wir sind ja professionelle Investoren.
Wir haben Kosten, die sind minimal im Vergleich zu privaten Investoren.
Kosten für private Investoren sind natürlich auch minimal bei uns.
Ihr habt das revolutioniert.
Trading Fairtrade Prime 4,99 und dann unbegrenzt handeln.
Natürlich muss man uns messen an dem, was...
Natürlich.
Am Ende raus.
Und genau, das muss man ja auch nochmal für alle diejenigen sagen, die sich eher selten mit aktiven Fonds beschäftigen, in allen Grafiken, die man dazu auch im Internet abrufen kann, bei Das Investment, bei Financial Webworks, bei auch Just ETF, egal ob es ein ETF oder ein Fonds ist, die TER ist da immer in Abzug gebracht.
Die Kosten sind schon berücksichtigt.
Das ist schon immer ein Nachkostenvergleich.
Aber ein Thema, was dir ja auch wichtig ist, wo du ja immer wieder drauf verweist, ist Risikomanagement.
Wie sieht das mit dem Risikomanagement bei diesem Human Intelligence Fund auf?
Ich frage deswegen auch, weil ich mir ein bisschen den Chart angeschaut habe.
Und da sehe ich so einen Performance Spike im Juni.
Ich vermute, es hat irgendwas zu tun mit Halbleiteraktien, Speicherchipaktien, SK Hynix, Samsung.
Und dann ging es in einem eigentlich recht ordentlichen Gesamtmarkt die folgenden zwei, zweieinhalb Monate erst mal 10% runter.
Wo war denn da das Risikomanagement?
Also Human Intelligence ist ein Aktienfonds.
Wir sind immer in Aktien investiert.
Voll.
Wir sind in der Regel voll investiert.
Ein Fonds hat natürlich Mittel zu und Abflüsse.
Dadurch können sich Kassenquoten immer mal ergeben.
Aber wir streben in der Regel eine Vollinvestition an.
Deswegen die Aktienvolatilität gibt es gratis bei uns.
Letztlich haben wir eine Volatilität, die ist leicht höher als der MSCI World.
Nicht signifikant, aber leicht höher als der MSCI World.
Die erklärt aber beispielsweise auch nicht unsere fulminante Outperformance in diesen fünf Jahren, sondern die kommt allein aus der Aktivität heraus.
Aber wir sind nicht darauf aus, in einem Human Intelligence Fonds, aktives Risikomanagement im Sinne von, wir gehen raus aus Aktien oder im Sinne von, wir bauen Kasse auf.
Nee, aber du kannst ja nun auch defensivere Aktien kaufen.
Du machst ja eigentlich nur das.
Was andere machen.
Was deine Zielmanager machen, was du beobachtest.
Aber das heißt ja dann auch, dass du eigentlich ja beim Risikomanagement darauf hoffen musst, dass die Zielmanager dann, wenn es wirklich darauf ankommt, auch mal defensiver werden.
Stimmt nicht ganz.
Also ich will nicht zu weit aus, sonst wird es zu kompliziert.
Aber letztlich schalten wir ja unsere eigene Studie vor, die wir vierteljährlich durchführen.
Und wenn wir sehen, dass sich Märkte verändern, gibt es auch andere Studiensiege.
Also wir hatten in den letzten Jahren ganz viele Fondsmanager, die im Wachstumsbereich, im Growth-Segment, im Tech-Segment Studiensieger geworden sind, während die Value-Manager es schwer hatten, tatsächlich Studiensieger zu werden, weil sie kaum Mehrwert produziert haben.
Wenn sich aber das Umfeld verändert, haben wir auch andere Studiensieger, dann beobachten wir auch andere Aktien, die dieses Studiensieger wieder drin haben.
Also es ist durchaus schon möglich, dass wir mit der Mark...
Entwicklung auch atmen im Human Intelligence-Wand.
Wir sehen auch aktuell gerade, interessanterweise, dass wir ganz nicht stark, aber teilweise weggehen von den Tech-Aktien und es tatsächlich wieder Branchen gibt, die wir jahrelang gar nicht gesehen hatten.
In unserem Fonds Healthcare beispielsweise ist so ein Thema.
Gesundheitsaktien, die plötzlich gesucht werden.
Also ihr seht auch schon, dass eure Zielmanager sich neue Märkte, neue Marktsegmente suchen.
So ist es.
Was ich auch noch spannend finde, bevor wir gleich noch mal zu Mittelflüssen kommen, ihr sucht nur die besten Ideen heraus.
Und diese Studie zeigt ja auch, dass die Ideen, die am höchsten gewichtet sind, dann auch diejenigen sind, die in der Endabrechnung im Durchschnitt über die langen Zeiträume den meisten Mehrwert bringen.
Das wirft ja eine grundsätzliche Frage auf, ob überhaupt diese Regeln für Investmentfonds, die ja eigentlich dem Anlegerschutz dienen sollen, irgendwie nicht doch kontraproduktiv sind.
Denn wir haben ja in Deutschland und in Europa diese OGAF Usage Konzentrationsregeln.
15,40 Regeln.
Genau, also maximal 10% in einer Aktie und 45, das heißt alle Aktien, die über 5% Gewichtung haben, dürfen Maximal 40 Prozent haben.
Wenn ich das jetzt mal durchrechne, hat mir die KI ein bisschen geholfen.
Rein mathematisch geht es nicht mit weniger als 16 Einzelwerten.
Wenn ich jetzt ein bisschen Puffer haben will und nicht ständig an die Anlagegrenzen kommen will als Fondsmanager, dann braucht man eigentlich so 25 bis 30 Aktien in so einem Fonds.
Aber da ist doch die Frage, kann ein einzelner Manager überhaupt 25 bis 30 gute Ideen haben?
Nein, kann er nicht.
Das heißt also, wir haben immer irgendwie drei Conviction plus ganz viel Ausschuss.
So ist es.
Wobei ich das nicht als Ausschuss bezeichnen würde.
Ja, es ist ja nicht so.
Oder die semi-guten Ideen.
Das würde ja auch für ETFs gelten.
Wie du vorhin gesagt hast, die Bessebinderstudie sagt ja auch, es sind nur ganz wenige Aktien.
Bei ETF sind sie halt alle dabei.
Da hast du noch mehr Ausschuss, weil nur ganz wenige Aktien da tatsächlich für die Performance verantwortlich sind.
Ja, aber in der Kapitalisierungsgewichteten, ich stelle dann zumindest sicher, ich bin bei denen auch richtig dabei.
Ja, ist richtig.
Aber das gilt ja eben genau auch für...
für den Fondsmanager mit High Conviction.
Er ist dabei bei den Aktien, die er für besonders interessant hält.
Und alles andere wird aufgefüllt.
Das ist ja der Charme des Human Intelligence, wenn ich das so sagen darf.
Durch das wir momentan 190 Fondsmanager beobachten und jeden Monat ihre Top 30 Holdings auslesen.
Und sie dann vergleichen mit der Gewichtung ihres relevanten Index.
Und dann nur noch die Aktien uns angucken, die besonders stark übergewichtet werden zum Index.
Also da, wo sie eine hohe Überzeugung haben.
Und ich habe ja den großen Vorteil, ich kann mir von diesen 190 Fondsmanagern die einzelnen Aktien rauspicken, wo sie besonders starke Überzeugungen haben und daraus einen eigenen Fonds machen.
Wir haben 32 Aktien im Human Intelligence Fund.
Wir sind selber ein konzentriertes Portfolio.
Wenn das gilt, was die Studie...
gesagt, dass man eine höhere Wahrscheinlichkeit für Outperformance hat, gilt das ja auch für uns.
Und deswegen habe ich den großen Luxus, ich kann mir die Titel zusammensuchen, wo andere Fondsmanager ihre größten Überzeugungen haben und nur die besten, deswegen haben wir den Fonds auch so genannt, die besten Ideen der besten Fondsmanager in einem neuen Fonds bündeln.
Was ich mache, ist eine Dienstleistung.
Das ist eine Dienstleistung, die wir ziemlich schlau mit dem Algorithmus auswerten.
Wir haben ein Scoring-Modell entwickelt, um diese Titel zu vergleichen mit dem Index.
Wir scoren, wenn eine Aktie besonders häufig vorkommt und wenn sie besonders stark übergewichtet wird.
Und da, wo es die höchsten Scoring-Punkte gibt, das sind für uns die Aktien, die wir gerne im Human Intelligence Fonds haben.
Eigentlich seid ihr auch schon ein Smart Beta ETF, oder?
Weil das, was ihr macht, ist ja letztendlich doch eine regelbasierte Strategie.
Ja, wir sind total regelbasiert.
Man könnte das also eigentlich auch in ein ETF packen und dann das Portfolio gleich auch jeden Tag veröffentlichen.
Nein, also ich habe kein Problem, unser Portfolio zu veröffentlichen.
Aber du kannst es nicht in ein ETF packen.
Ich habe dir vorhin gesagt, wir haben eine relativ hohe Umschlagshäufigkeit.
Das ist der Tod für ein ETF, weil der ETF wird an der Börse gehandelt.
Das ist nämlich sein USP, dass er börsensekündig handelbar ist.
Das heißt, der Market Maker muss wissen, was wir drin machen in so einem...
Und wenn wir so hohe Transaktionshäufigkeiten haben, dann ist der Marketmaker nicht immer informiert, wo sind wir gerade investiert.
Er wird den Spread auseinanderziehen müssen.
Er wird den Spread wahnsinnig aufmachen.
Und das wird sehr unangenehm für Anleger.
Wenn ich daraus einen ETF machen würde, würden sie wahrscheinlich mehr bezahlen als mit jedem Ausgabeaufschlag, wenn sie diesen Fonds kaufen würden an der Börse.
Womit du ja dann eigentlich jetzt auch ein bisschen gegen den Trend in deiner Branche argumentierst, weil wir sehen ja, dass viele Assetmanager, die eigentlich klassisch aus dem aktiven Management kommen, jetzt dann doch irgendwie mal ein ETF machen und häufig dann bestehende Produkte einfach in den ETF kleiden.
Dann haben wir die aktiven ETFs, die momentan dafür sorgen, dass die Anzahl gelisteter Produkte immer weiter steigt.
Da stehst du, wenn ich das mal so richtig interpretieren darf, eher kritisch gegenüber.
Kritisch ist noch ein Euphemismus.
Ich habe das sehr stark in den Fokus gerückt, dass ich das für eine Mogelpackung halte.
Ich glaube, so wurde ich auch zitiert in der Presse.
Aus dem einfachen Grunde, weil man hat jahrelang versucht klarzumachen, dass die aktiven Fondsmanager keinen Mehrwert erzeugen, weil sie zu nah am Index arbeiten und zu hohe Kosten haben.
Und jetzt kommt man auf die glorreiche Idee zu sagen, jetzt bauen wir Produkte, die so nah am Index arbeiten, aber zu günstigeren Kosten, damit sie die Chance haben, einen kleinen Mehrwert zum Index zu erzielen.
Und ich glaube, die meisten werden grandios scheitern.
Wir werden bei den aktiven ETFs wahrscheinlich ähnliche Statistiken haben wie bei den aktiven Fonds, dass 80 Prozent eben keinen Mehrwert liefern, aber dafür etwas höhere Gebühren verlangen.
Und ich glaube, das macht keinen Sinn.
Wenn ich wirklich Aktivität will, dann habe ich es schwierig, es aus den genannten Gründen, die ich gerade erklärt habe, in ein ETF zu packen, weil ich konterkarriere mich selbst.
Je aktiver ich werde, desto stärker muss ein ETF seinen Spread, seine Kosten quasi Strukturen aufmachen.
Und das ist nicht zum Vorteil für Anleger, das ist zum Nachteil.
Der Vorteil eines aktiven Fonds ist manchmal tatsächlich auch, dass es nur einmal am Tag eine Preisfeststellung gibt für diesen.
Und dass ich zu diesem Preis dann aber auch handeln kann und eben nicht sekündlich handeln kann.
Und ich glaube, das konterkarieren aktive ETFs.
Sie tun so, als wären sie aktiv, sind aber eigentlich Index-Schmuser.
und sind aber nicht so günstig wie ETFs und produzieren höhere Kosten.
Ich würde sagen, das ist das Schlechteste aus beiden Welten, das man da kombiniert hat.
Wir haben schon darüber gesprochen, man kann die gleichen Fehler machen mit einem ETF.
Nein, du kannst natürlich auch in einen ETF Mist packen.
Ja, natürlich.
Es ist am Ende nur eine Verpackung und wenn du Kacke in Goldfolie packst, bleibt es am Ende auch Kacke.
Und wir dürfen nicht vergessen, weil wir immer dieses Kürzel ETF verwenden, das F da hinten steht für Fund, für Fonds.
Der ETF ist auch ein Fonds.
Das ist die gleiche Hülle wie ein aktiver Fonds.
Für mich steht das ja für fair.
Ich sage ja immer einfach, transparent, fair.
Das ist ja das, woran wir uns messen müssen.
Und ich sage auch ganz klar, es gibt genügend ETFs, die zumindest beim einfachen Transparent inzwischen...
Mir so ein bisschen Bauchschmerzen.
Und die aktiven ETFs tragen nicht dazu bei, dass die Transparenz besser wird oder dass die Fairness besser wird beim Anleger, was da drin ist.
Deswegen, die Hülle ist doch das Gleiche.
Ob du mit dem Zug nach Frankfurt fährst oder mit dem Auto nach Frankfurt fährst, macht doch keinen Unterschied.
Der Weg ist von A nach B.
Und ob ich das jetzt mit einem ETF mache oder mit einem aktiven Fondsmanager, das kann ich ja selbst entscheiden als Anleger.
Und dann muss ich wissen, was mir einfach wichtig ist.
Dann spielen eben die banalen Dinge wieder eine Rolle.
Sind mir Kosten wichtig?
Ist mir Outperformance wichtig?
Ist mir Risiko wichtig?
All das gilt es ja zu klären.
Und wir dürfen nicht unterschätzen, die Generation, die ihr anspricht, das sind zu 90 Prozent Selbstentscheider.
Die entscheiden in der Regel selbst, was sie kaufen, wann sie kaufen und wie lange sie das Investment halten wollen.
Und das ist eine Generation, die in den letzten zehn Jahren zumindest keine großen Krisen erlebt hat.
Und wir nochmal schauen müssen, was passiert, wenn sich das einfach mal verändert.
Wenn wir mal wirklich schwierigere Marktphasen haben, ob man dann dieses Vertrauen, das man jetzt hat, in Produkte.
ETFs wie aktive Fonds, ob man das aufrechterhalten kann.
Das wird natürlich die Nagelprobe werden.
Auch für die neuen staatlichen Konzepte, Altersvorsorge-Depot, kapitalgedeckte Rente, das ist alles, du weißt selber, immer wenn der norwegische Staatsfonds Verluste einfährt, stürzen sich gewisse politische Gruppen da drauf, um zu sagen, guck mal, da wird eure böse Rente verzockt.
Und wir müssen ja jetzt schon dafür Sorge tragen, dass die neuen Anleger im Altersvorsorgedepot in der kapitalgedeckten Rente, dass wir die daran heranführen, dass es auch mal Marktphasen geben wird, die schwierig sind, aber trotzdem ihre Rente nicht in Gefahr ist.
Und das müssen wir aber jetzt schon erklären.
Deswegen machen wir ja auch Formate wie diese.
um Menschen vorzubereiten, um auch auf die Risiken hinzuweisen und auch um den Kanal zu haben, dann da zu sein, wenn es soweit ist und dann auch die Message zu senden, mach keinen Scheiß.
Was für mich ja eine der wichtigsten Messages überhaupt ist, die bei ganz vielen Börsenbriefen und Börsenpublikationen eigentlich die Quintessenz sein sollte, bevor man diese ganzen einzelnen Tipps Insofern, du hast ja so viele Hüte auf, nicht nur Analyst, nicht nur Vermögensverwalter und selber Fondsmanager, sondern dir liegt ja auch diese Entwicklung der Investmentkultur, der Aktienkultur am Herzen.
Und du hast ja auch schon in den 10er Jahren einen Versuch gemacht, da selber mehr auf die Schiene zu bringen.
Lange.
bevor es diese neue deutsche Aktienkultur gab, die ja letztendlich auch durch die Corona-Pandemie mit entstanden ist.
Sondern du hast dich verbündet mit einem richtig großen Namen, wenn es darum geht, breite Massen anzusprechen.
Du hast gemeinsam mit Kai Diekmann, dem langjährigen Chefredakteur der Bild-Zeitung und Lenny Fischer, Legende aus dem Banking, im Jahr 2000.
2017 war es, glaube ich, den Zukunftsfonds an den Start gebracht.
Und die Mission damals von euch war ganz klar, ihr wolltet die Deutschen an den Kapitalmarkt bringen.
Ich würde es andersrum sagen, die beiden haben sich mit mir verbündet, ich nicht mit ihnen.
Also sie suchten jemanden, der bereits im Fondsbusiness weiß, wie man Fonds auflegt, wie man Fonds auf den Markt bringt.
So sind wir 2016, 2017 ins Gespräch gekommen.
Und die Idee ist geboren aus einer anderen Zeit heraus.
Das müssen wir nochmal sagen.
Es war die Zeit, in der es nicht nur gar keine Zinsen gab.
sondern eine Zeit, in der es sogar Negativzinsen gab.
Also man wurde sogar bestraft, wenn man sein Geld teilweise auf dem Konto liegen hatte.
Und die Deutschen waren trotzdem nicht bereit, ihr Geld in den Kapitalmarkt zu bringen.
Sie haben also lieber Strafzinsen bezahlt, als sich eine Aktie zu kaufen.
Und wir uns gefragt haben, woran liegt das?
Warum legen die Deutschen ihr Geldvermögen so schlecht an?
Also überwiegend in Zinsanlagen.
Und es gibt drei Gründe, die immer wieder genannt werden.
Einer der ersten Gründe ist, viele sagen, ich habe keine Ahnung, es ist mir zu kompliziert.
Das ist einer der Gründe.
Der zweite Grund ist Risiko.
Risiko, Risiko.
Ich habe Angst vor Schwankungen.
Wir sind ein Volk von volaphoben Investoren gewesen, zumindest in dieser Zeit.
Einer der wichtigen Gründe.
Und das dritte ist, ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.
Also ich weiß gar nicht, wie ich starten soll.
Und daraus ist die Idee geboren, wollen wir nicht einen Fonds anbieten, der...
all diese Probleme löst.
Also wir haben eine digitale Strecke gebaut.
Noch bevor irgendjemand anders überhaupt an digitalen Umsetzungsmöglichkeiten gedacht hat, haben wir für den Zukunftsfonds eine digitale Strecke gebaut, die absolut kostenfrei ist.
Keine Depotgebühren, keine Lagergebühren, kein Ausgabeaufschlag.
Ich kann ganz simpel und einfach online diesen Fonds erwerben.
Also Hürden wegnehmen.
Zweitens, Volaphobe, Angst vor Risiko.
Wir haben einen sehr defensiven Mischfonds gebaut.
Der Fonds ist bis heute, er ist ja jetzt acht Jahre alt oder neun Jahre alt, hat gezeigt, dass er zu den defensivsten Anlageformen in seiner Vergleichsgruppe gehört.
Also ihr habt einerseits draufgeschrieben, Zukunftsfonds.
Da denke ich natürlich, gerade wenn da auch der...
ehemalige Bild-Chefredakteur, Kai war ja damals gerade rausgegangen bei der Bild, machte parallel Story Machine, was ja auch ein Riesenerfolg geworden ist, die Agentur gemeinsam mit Phil Jessen, die er aufgebaut hat.
Aber wenn der Bild-Chefredakteur dabei ist, das Tisch...
Zukunftsfonds, da denkt man natürlich, wow, da sind so die Technologien von morgen drin, das ist so richtig der nächste heiße Scheiß, aber in Wahrheit, das habt ihr ja auch in der Kommunikation immer von Anfang an betont, geht es darum, eine Alternative zum Sparbuch zu bringen oder zum Festgeld, also zu den klassischen Geldmarktplätzen und sozusagen den ersten Schritt zu gehen, überhaupt mal was am Kapitalmarkt zu machen und wenn es nur in sehr geringer Dosis ist.
Uns war es wichtig, es einfach zu machen, überhaupt mal anzufangen, im Kapitalmarkt zu investieren.
Sich seine Zukunft zu bauen, sozusagen nicht im Geldmarkt, sondern im Kapitalmarkt.
Jetzt kann man sagen, Zukunftsfonds ist irreführend, weil es vielleicht Zukunftstechnologien nahelegt.
Man muss dazu sagen, dass damals auch Ideen waren wie Volksfonds etc., wo ich gesagt habe, nein, das finde ich keinen guten Namen.
dafür zu wählen.
Das war die Zeit der Bildprodukte, wo es auch den Volkstoaster gab.
Genau so ist es.
Und ich wollte nicht männerscheinig Volksfors sein.
Deswegen war Zukunftsfonds, denke ich, finde ich, ein sehr positiv besetzter Name, um nach vorne gerichtet, Anleger, deutsche Anleger von Sparern zu Anlegern zu machen überhaupt erstmal.
Und um das zu schaffen, muss man, finde ich, das gilt übrigens heute auch noch, in der Komfortzone eines vorsichtigen, eines konservativen Investors bleiben.
Was meine ich damit?
Eine Komfortzone, wenn man in Kapitalanlagen geht, ist, dass ich auf keinen Fall zweistellige Verluste erleide.
Weil das halten die meisten, die erstmalig in den Kapitalmarkt gehen, überhaupt nicht aus.
Und es nützt ja nichts, wenn ich am Schluss einen hohen Ertrag erwarte, aber zwischendrin aufgegeben habe vor lauter Angst.
Da hätte ich dir...
Damals, vor neun Jahren, auch recht gegeben.
Gleichzeitig haben wir gesehen, in der Corona-Pandemie und in der Zeit danach haben Millionen Menschen, bedingt eben durch die Demokratisierung von Geldanlage, den Aktienmarkt entdeckt, haben wirklich reine Aktien-ETFs, MSCI World und Co.
gekauft und haben die auch durchgehalten.
Und wir sehen es ja auch an unseren eigenen Nutzerinnen und Nutzern im Scalable Broker, Da, wo es dann mal gerappelt hat, 2022 oder auch rund um den Liberation Day, da wurde nicht in der Summe verkauft, da wurde nicht der Sparplan gekündigt, sondern da wurde eher nochmal by the dip praktiziert, beziehungsweise der Sparplan nochmal raufgesetzt.
Das heißt, haben wir vielleicht vor zehn Jahren die Deutschen doch ein bisschen unterschätzt?
Das kann sein, aber es wird immer...
auch Investoren geben, die eben nicht 100% Aktien haben wollen, die nicht diese hohen Schwankungen haben wollen.
Und ich möchte nochmal darauf verweisen, dass es auch nach wie vor Eine Generation, die es eben nicht erlebt hat, wenn ein Aktienmarkt auch mal 50% verliert.
Und es gab ja damals viele Narrative da drumherum.
Ja, weil wenn Kai Dickmann irgendwo draufsteht, rutscht das gleich in so eine gewisse Schublade.
Promi-Fonds, hieß es dann.
Wurde dann auch immer so zusammengepackt mit natürlich dem Fonds von Mr.
Dax.
Dirk Müller, Frank Thelen.
Ja, genau.
Frank Thelen kam dann etwas später.
Ich glaube, die Geissens hatten sich auch noch für einen Dividend.
irgendwie hergegeben.
Und das war dann alles irgendwie eine Suppe.
Dann gab es noch so ein paar Interviews, wo dann Kai Dickmann und Lenny Fischer so ein bisschen großspurig aufgetreten sind, sodass man irgendwie darauf kommen konnte, sie wollten 20 Milliarden einsammeln für diesen Zukunftsfonds.
Er ist jetzt bei 48 Millionen, könnte man also auch sagen, als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet.
Aber was man ja sagen muss, wenn man das Ganze entkernt und auf das reduziert, was du ja damals auch versprochen hast, nämlich zu sagen, wir wollen einen defensiven Mischfonds machen, egal ob man jetzt einen defensiven Mischfonds gut findet oder nicht, aber zumindest das, was ihr versprochen habt, das habt ihr auch geliefert.
Ihr habt seit Auflegung ein Plus von 38%.
Wenn man jetzt mal die Cap-Inside-Peer-Group für defensive Mischfonds Welt nimmt, war das nur plus 15%.
Also gerade auch diese Klippen mit der Zinswende gut umschifft.
Corona.
Seit der Zinswende, Tagesgeld hätte gebracht 9%.
Da habt ihr 27% gemacht.
Also so richtig...
läuft das jetzt seit Januar 2024.
Performance wirklich der Hammer.
Also 28 Prozent für ein defensives Produkt.
Vorher waren es gerade 10 Prozent.
Und du darfst nicht vergessen, es geht nicht um die Performance hier, sondern auch das Risiko.
Unsere Wohler ist die geringste unter allen defensiven Mischfunks.
Genau.
Wohler ist natürlich immer was, wo man auch sagt, du willst irgendwie Menschen ansprechen, die noch nicht so viel mit dem Kapitalmarkt gemacht haben.
Und dann kommst du mit Wohler.
Also Performance verstehst du vielleicht noch.
Aber ich finde ja immer...
Viel greifbarer ist das Thema Maximum Drawdown.
Was ist verloren gegangen?
Was habt ihr in der Corona-Zeit verloren?
8%.
8% ist eine Hausnummer, aber es sind eben nicht die 30% gewesen.
Aber wir waren Ende des Monats schon wieder positiv.
Der Maximum Drawdown kann auch manchmal verfälscht sein, weil es Instrumente gibt.
Wir haben Sicherungsinstrumente in diesem Fonds, die greifen zeitverzögert.
Wir haben diesen Drawdown in der Corona-Phase gehabt, im Februar, März.
2020 und wir hatten Ende März schon wieder ein positives Ergebnis, wo andere Fonds über ein Jahr gebraucht haben, um diesen Verlust wieder auszugleichen.
Der Zukunftsfonds kann Krise.
Wir wurden am Anfang verrissen, weil wir als Promi-Fonds galten.
Die Presse hat nicht positiv geschrieben über diesen Fonds zu Beginn.
Und du warst einer der wenigsten mit deinem Podcast.
Du warst damals 2018 bei Echtgeld TV und warst übrigens unser allererster Studiogast.
Mit einer leckeren Currywurst danach.
Im Bierexpress am Meringdamm mit der Currywurst von Curry 36.
Und da haben wir dieses Gespräch geführt, genau über die Frage, wie man defensiv investiert.
Und du warst auch sehr kritisch, aber du warst unglaublich fair in deinen Fragestellungen.
Und ich konnte wirklich einmal ausführlich erklären, was wir in diesem Fonds machen, während andere den Fonds einfach nur niedergeschrieben haben.
Ja, und deshalb habe ich auch gesagt.
Wir müssen da nochmal drüber reden, auch wenn der Fonds jetzt vom Volumen her nicht so der Bringer ist.
48 Millionen ist auch viel Geld.
Aber es ist natürlich nicht, wo ihr jetzt den großen Spaß habt.
Das muss man auch sagen.
Aber genau deswegen nochmal fast neun Jahre später.
Dieselbe Frage.
Wie macht ihr es denn?
Wie kriegt ihr es denn hin, diese Drawdowns zu limitieren?
Ja, Anleihen und Aktien.
ist klar, dass Anleihen da irgendwie eine wichtige Rolle spielen, kann man sich auch denken.
Aber das allein reicht ja nicht.
Also erstens, es gibt eine einfache Regel, die hat sich nicht verändert seit 100 Jahren an der Börse.
Das ist der einzige, erstmal wirkliche Schutzrisiken zu reduzieren, ist zu diversifizieren.
Und zwar wirklich als Multi-Asset-Fonds.
Und nicht, wie du das auch gerade wieder gemacht hast, als Duo-Asset-Fonds.
Aber das ist ja die klassische Geschichte.
Wir gucken aus Amerika 60-40 und das Einzige, was wir jetzt gesehen haben, Chief Investment Officer von Morgan Stanley hat jetzt mal gesagt, naja, vielleicht müssen wir das ein bisschen umswitchen.
Wir müssen machen 60-20-20, also nicht 40% Anleihen, sondern 20% Gold dabei.
Aber ihr macht es also noch breiter.
Wir machen es viel, viel breiter und das ist eines der Erfolgsgeheimnisse dieses Fonds auch.
Multi-Asset ist wirklich Multi-Asset bei uns.
Das heißt, wir sind in Aktien investiert.
Wir sind natürlich in Anleihen, aber bei Anleihen auch in ganz unterschiedlichste Anleihen.
Von inflationsgeschützten Anleihen über Emerging-Market-Anleihen bis zu Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen.
Dann kommt dazu, wir sind beispielsweise in Cat-Bonds auch investiert, also Versicherungskatastrophenanleihen heißt das.
Wir sind auch in Bitcoin investiert, wir sind auch in Ethereum investiert, also in Kryptowährungen.
Wir sind in Gold investiert.
Auch noch hier Schweinebäuche, Kupfer oder Nickel?
Nein, physische Rohstoffe dürfen wir nicht, aber wir sind sehr stark in Minenaktien investiert tatsächlich.
Wir sind beispielsweise auch in Waldinvestments investiert.
In Waldinvestments?
Ja, über auch Aktien.
die große Waldbesitzer haben.
Was denn, so eine Weyerhäuser, so eine Reionier?
Eine Ökumene zum Beispiel oder eine Svenska Cellulosa, also Papieraktien, die oben eben auch sehr viel Waldbesitz haben.
Wir sind unheimlich breit diversifiziert und begreifen auch Volatilität als Anlageklasse.
Also auch das haben wir drin, über einen Wix Future beispielsweise oder Wix Long zu gehen.
Ist aber jetzt kein Langfristengagement.
Wenn man sich jetzt mal so diese Rolling Futures anschaut auf den WIX, die starten irgendwann bei 100 die Produkte und sind dann irgendwann bei 1.
Also du hast ja unsere schöne Outperformance genannt, die könnte noch viel, viel besser sein.
Würden wir nicht ständig solche Versicherungen auch mit abschließen, wie beispielsweise auf den WIX oder beispielsweise auch mit Put-Optionen auf den S&P 500?
Ja und nicht nur das, also ich habe ja mal geschaut, also defensiv, ihr habt ja im Halbjahresbericht, müsst ihr ja alle Positionen.
Was habe ich da noch gefunden?
Also Bitcoin und Ethereum Zertifikate hast du schon erwähnt.
Dann Calls auf BASF, also Optionen, Optionsscheine auf BASF, dann auf steigenden Kurs bei BASF.
Puts auf TSMC, also fallende Kurse bei Taiwan Semiconductor.
Ja, jetzt könnte ich natürlich sagen, der nutzt das ganze Spektrum.
Ich kann aber auch sagen, naja, der macht halt irgendwie so einen Bauchladen auf, hat relativ viel Anleihen dabei, damit das nicht zu sehr schwankt und hofft dann, dass das irgendwie schon ganz gut geht.
Ja, und der insgesamt positive Markt hat ihn dann doch nach oben getragen.
Wo ist die Systematik?
Sitzt ihr da wirklich jeden Tag und überlegt, okay, jetzt müssen wir nochmal mit, es sind ja auch kleine Portionen in diesen Calls, jetzt müssen wir nochmal mit 0,02 Prozent 5.000 Euro so einen Call hier beifügen oder wie darf ich mir das vorstellen?
Also es ist relativ simpel.
Wir haben ein ganz klar vorgegebenes Risikokonzept.
Das heißt, wir wollen 2 bis 6 Prozent Rendite pro Jahr.
Ziemlich langweilig, wir haben schon darüber gesprochen, defensiver Mischfonds, bisschen mehr als Geldmarkt.
Wichtig immer, alles real, also nach Inflation muss dieser Mehrwert eben auch erzielt werden.
Und wenn man so eine Rendite anstrebt, kann man überlegen, wie musste man auf verschiedene Anlageklassen sein Geld aufteilen.
Wenn man das dann macht, schaut man im zweiten Schritt, was würde das aber bedeuten unter den Korrelationen dieser Anlageklassen, was würde das für einen Maximalverlust bedeuten.
Und ich habe gesagt, wir wollen nicht mehr als zweistellig, also 10% wäre der Maximalverlust und wir wollen eine Vola unter 5%.
Und diese Risikoparameter, die schränken wiederum die Größenordnungen ein, wie stark wir in Aktien können, wie stark wir in Anleihen, in Krypto, in Optionen gehen können und so weiter.
Und letztlich gibt uns das Rendite-Risikogerüst vor, wie stark können wir momentan unsere Assets ausbauen oder reduzieren.
Und wir machen da etwas, was die gesamte Branche völlig diametral macht zu uns.
sind keine Freunde des Value-at-Risks.
Also du hast es vorhin ein paar Mal angesprochen, unsere Branche tickt so, wenn es keine Schwankungen am Markt gibt, dann erhöht man die Risikoquoten und wenn dann plötzlich was passiert an den Märkten, dann fangen die Manager an, wieder ihre Risikoquoten zurückzuführen.
Prozyklisch und auf die Art und Weise sind viele Produkte vor die Wand gefangen.
Und das ist ziemlich dämlich, oder?
Das heißt nämlich, ich kaufe dann mehr von dem Zeug, wenn es richtig teuer ist und verkaufe es dann, wenn es richtig billig ist.
Das würde keine schwäbische Hausfrau machen, die würde es umgekehrt machen.
Und genau so gehen wir vor.
Wenn die Volatilität sinkt an den Märkten, dann erhöhen wir nicht unsere Risikoassets, sondern wir senken unsere Risikoassets.
Also Nervosität geht zurück.
Man könnte auch sagen, wenn man es so mit diesem Fear- und Greed-Index nimmt.
Könnte man als Anhaltspunkt nehmen.
Wenn es mehr Richtung Greed geht, macht ihr es wie Warren Buffett.
Dann seid ihr eher ein bisschen ängstlich und umgekehrt.
Und wie könnt ihr das systematisieren?
Oder kommt das alles aus Volker Schillings Bauch?
Nein, nein, auf Gottes Willen.
Wir sollten keinen Fonds nach Volker Schillings Bauch managen, um das gleich zu sagen.
Das kommt aus den Volatilitätskennzahlen heraus.
Also wir nutzen den WIX tatsächlich dafür, haben ganz klare Regeln uns gesetzt.
Wenn der WIX unter 20 beispielsweise fällt, dann bauen wir WIX Long Futures auf.
Und reduzieren die Aktienquote.
Also das heißt, ihr baut Versicherungspositionen dann auf, wenn alles zu ruhig ist.
Wobei es kann auch sehr lange ruhig bleiben.
Dann verlieren wir das Geld auch.
Wir verlieren jedes Jahr Minimum ein Prozent an Ertrag, die wir für solche Versicherungen ausgeben.
Gleichzeitig ist euer Fonds nicht komplett abgesichert gegen Rendite via gewisse große Fonds, die seit zehn Jahren überhaupt nicht vom Flecken gekommen sind, weil sie auf der einen Seite Performance machen, aber...
im Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag für Absicherung verfeuern.
Und das ist eigentlich banal, was wir dort tun.
Aber man muss es nur konsequent und diszipliniert tun.
Man muss sich selbst an seine eigenen Regeln halten.
Und diese Regeln müssen halt auch sinnvoll sein.
Das ist auch wichtig.
Wobei es bringt ja auch irgendwie so ein bisschen unkomfortable Situationen mit sich, diese Strategie.
Ich habe mal in den Rechenschaftsbericht zum 30.06.26 geschaut und stelle fest, satte 33% von diesem Fonds sind in Cash.
Das finde ich jetzt erstmal nicht schlecht, aber ich zahle ja 1,05% TER.
Dafür, dass ihr ein Drittel vom Geld in Cash habt, da denke ich mir doch, okay, kann ich mir im Scalable Broker die 2,6 Prozent, die es aktuell gibt, im Tagesgeld einfach mitnehmen?
Dafür zahle ich dann keine Gebühren.
Warum soll ich einen Manager dafür bezahlen, dass er mein Geld im Cash hält?
Oder macht ihr das jetzt so gut mit dem Cash, dass ihr auch da das eine Prozent rausholt?
Nein, ne?
Erstens.
Wir haben auf zwölf Monate sieben Prozent Rendite nach diesen Kosten.
Das ist glaube ich etwas mehr als diese 2,6, die es in Cash-Konten momentan gibt.
Deswegen auch da gilt wieder die Kosten im Verhältnis zum Ertrag zu sehen.
Aber es ist natürlich auch mehr Schwankungen dabei.
Zweitens, die Kasse, die wir halten, entsteht ja genau dadurch, dass, was ich gerade sagte, wenn es eben so dahin plätschert an den Märkten und alle so glücklich und wohlig zufrieden sind und die Wohler nach unten geht, dann reduzieren wir ja eben unsere Risky Assets und dann baut sich eben die Kasse stärker auf.
Das ist immer dann, wenn nichts passiert an den Märkten, wird man immer kritisiert für Kassenhaltung.
Und wenn dann was passiert an den Märkten, kommen die gleichen Leute immer zu mir und sagen, wow, das haben sie aber toll gemacht.
Oder dann, wenn du eben keine Kasse hast, heißt das, warum hättest du nicht?
Trotzdem ist es natürlich was, was man...
Ja, klar muss man ansprechen, finde ich auch total gut.
Und das dritte ist, die Kasse wird inzwischen sehr attraktiv verzinst.
Wir kriegen nämlich bei unseren Depotbanken 3% für Kassehaltung.
Und deswegen, warum soll ich mich denn strecken in Aktienmärkten, wenn ich hohe Risiken sehe?
Ihr haltet das Cash dann direkt und nicht jetzt beispielsweise über Juni-A-ETFs?
Nein, könnte man auch machen über geldmarktnahe Instrumente.
Würde man dann machen, wenn der Abstand dieser Zinsen deutlich höher wäre als das, was wir auf der Depotbank Verzinsung kriegen.
Aber wir kriegen bis zu 3% Verzinsung für unsere Kasse.
Da muss ich mich nicht nach draußen lehnen.
Du hast die Gebühren gerade angesprochen.
1% Lock.
verdient mit dieser Kasse und sogar liefern noch einen Beitrag zur Wertentwicklung unseres Fonds.
Deswegen, ich habe überhaupt keine Skrupel Kasse zu halten momentan.
Das war vor neun Jahren noch anders.
Da waren es Negativzinsen, wenn wir da Kasse gehalten.
Du warst so froh, wenn du keine Strafzinsen zahlen musst.
Jetzt ist es komfortabel, Kasse zu halten, wenn ich mit meinen anderen Assets, du hast 15% Aktienquote angesprochen, wir haben 7% gemacht mit einer Wohler von 2,5.
Und trotz dieser 30% Kasse.
Das ist doch fantastisch.
Warum?
Wenn es knallt an den Märkten, habe ich Kasse.
Ich habe Geld zu investieren.
Jetzt hast du gesagt, du hast keine Skrupel.
Kasse zu halten.
Du hast auch keine Skrupel eigene Fonds da rein zu kaufen.
Also du managst ja noch ein paar weitere Fonds, unter anderem Special Situations.
Special Opportunities.
Special Opportunities, der also wirklich nochmal auf ganz besondere Aktienmarktsituationen eingeht.
Dafür müssten wir dann einen eigenen Podcast noch machen.
Deswegen reden wir über den nicht.
Aber es ist natürlich so.
Einsatz von eigenen Fonds.
Es ist Einsatz von eigenen Fonds.
Du nimmst hier Gebühren für den Zukunftsfonds und der investiert dann in deine Fonds, die ja dann auch wieder nochmal gebühren.
Es ist jetzt nicht viel, aber es würfelt so ein bisschen, oder?
Ich finde das total klasse, dass du diese Fragen auch stellst und gar nicht drum herum redest, sondern direkt auf 4 in die 12.
Ja, ich weiß nicht.
Ich habe ja gesagt, ich freue mich, dass einer kommt, der auch gerne einen raushaut.
Und das ist total super, weil ich würde genau die gleichen Fragen stellen, wenn ich Fondsmanager vor mir sitzen habe und das Ganze analysieren muss.
Und ich kann dir das auch wunderbar beantworten.
Erstens, wenn man eigene Fonds kauft, die bei der gleichen KVG liegen und bei der gleichen Fondsgesellschaft liegen, werden eben nicht Doppeltkosten verlangt, sondern nur einfach.
keine Probleme, dass wir da uns irgendwie die Taschen voll machen.
Das ist ein Punkt.
Der zweite Punkt, ich habe gesagt, wir sind ein Multi-Asset-Fonds.
Wir wollen möglichst ganz viele unterschiedliche Strategien halten und die beiden Fonds, die wir da halten, die du angesprochen hast, diese Special-Situations-Strategien, sind sogenannte Übernahmestrategien, Event-Driven-Strategien, die uns nochmal wahnsinnig diversifizieren.
Und ich kann nicht eine einzelne Aktie kaufen in dem Bereich, weil Übernahmen sich permanent verändern, sondern da ist es gut, eine Hülle zu haben, die sehr breit in solche Spezialsituationen investiert, weil dann habe ich eine ideale Lösung, mein Multi-Asset-Portfolio nochmal zu verbreitern.
Es gibt nichts Schöneres, wenn man seinen eigenen Fonds kauft, da weiß man nämlich, was drin ist.
Das ist nämlich auch ein großer Vorteil.
Ich habe eine komplette Durchschau, ich habe keine doppelte Kostenbelastung und ich habe eine zusätzliche Diversifikation.
Du weißt nicht nur, was drin ist, sondern du kennst sogar den Manager.
Ich glaube, das ist schon wichtig.
Du weißt, dass der Stil auch der gleiche bleibt, weil bei deinen ganzen Analysen siehst du ja, dass ein Management-Stil sich ändert erst retrospektiv, wenn sich die Zahlen ändern, wenn Active Share sich ändert, Information Ratio, Tracking Error.
Aber ich glaube, das ist ja schon ein Problem.
Bei einem ETF auf einem großen Index wissen wir ja, okay, der bildet die Börsenlandschaft ab.
Wenn die Börsenlandschaft sich entsprechend ändert, folgt der ETF.
Aber ein Manager...
kann ja seinen Stil auch ändern.
Wir haben das gesehen beispielsweise bei Terry Smith, einem der legendärsten Value Manager aus UK, der mit seinen Fonds ja wirklich sehr lange immer auf günstig bewertete Aktien gesetzt hat.
Und jetzt irgendwie vor ein paar Monaten...
ja quasi hingeschmissen hat, kapituliert hat und gesagt hat, jetzt mache ich doch irgendwie Momentum-Aktien, weil die Performance kommt einfach nicht mit.
Das ist ja auch ein Risiko, wenn man sich einen aktiven Manager nimmt.
Nicht nur, dass der irgendwie vielleicht mal ein schlechtes Jahr hat oder sowas, sondern dass ich überhaupt nicht mehr den Stil bekomme, den ich ursprünglich mal...
als Ansatzpunkt für mein Investment hatte.
Ja, da sprichst du aber auch wieder ein Einzelbeispiel an, was nicht gang und gäbe ist.
Ich würde sagen, Vormenager sind sogar in der Regel ziemlich stiltreu.
Ich kann das nicht im großen Stil beobachten.
Frank Fischer war hier von Shareholder Value.
Der macht jetzt Modern Value.
Und hat also wirklich auch sehr offen und auch selbstkritisch seine Häutung von Value zu Modern Value, was eigentlich Quality ist, reflektiert.
Warren Buffett hat seinen Stil geändert.
Vom Cigar-Bud, Investor, Motivierung.
durch Charlie Munger hin zum Quality Investor.
Merkst du, was sind alles Value-Leute?
die da gerade ihren Stil ändern.
Also heißt, Value ist tot?
Nee, ich glaube, das ist genau das Gefährliche.
Genau, das ist das Signal.
Das ist eigentlich das Signal, dass wir mal genauer hingucken sollen.
Das kommt vielleicht womöglich wieder.
Wie einer der berühmten Value-Manager in den USA, glaube ich, im Februar 2000 seinen Fonds liquidiert hat, weil er hat einfach keinen Bock mehr, ständig auf die Mütze zu kriegen mit seinen Value-Aktien.
Alle wollten nur Tech und sechs Wochen später war der Peak da und dann kam die große Zahl von Value.
genau hingucken, was da gerade passiert.
Wenn sich das jetzt sozusagen so häuft, ist es durchaus ein Signal dafür, dass wir in diesem Growth, in diesem Wachstumsbereich uns vielleicht einem Höhepunkt nähern zumindest mal und dass die Aktien, die ungeliebt waren in den letzten Jahren, die diesen Value ja beinhalten, dass wir da mal wieder genauer hinschauen sollten.
Ich kann das übrigens sogar bestätigen.
Wir haben vorhin nur übergesprochen, dass wir ja diese vormänische Auswerten in ihrem Anlegerverhalten, wo gehen sie gerade hin?
Und ich sehe gerade ganz starke Bewegungen in Sektoren.
in Branchen, die ich als Value-Sektoren bezeichnen würde.
Konsumtitel, Healthcare-Titel, Luxusgüterartikel auch wieder.
Also es ist ganz interessant, dass wir schon Bewegungen in diese Richtung momentan auch wieder sehen bei vielen Fondsmanagern.
Deswegen, ich würde es nicht abschreiben.
Und diese Stiltreue, naja, es ist ja manchmal auch ganz gut, wenn Fondsmanager auch ein bisschen was dazulernen.
Es ist ja nicht so, dass man irgendwann mal nur einen Stil hat und dann wird der auf lebt.
Zeiten funktionieren, sondern es ist ja durchaus auch erlaubt, was zu lernen an den Märkten und sich vielleicht weiterzuentwickeln und vielleicht auch neue Ideen umzusetzen.
Stichwort KI als Beispiel.
Auch das wird in unserer Asset-Management-Branche massiv Einzug halten.
Jetzt schon und künftig werden viel mehr Fonds mit Hilfe oder nur noch von KI auch gemanagt werden.
Und dann müssen wir uns mal angucken, was sich da für neue Stilrichtungen womöglich auftun.
Volker Schilling.
Das war jetzt wirklich ein paar Vorschritte durch die Welt des aktiven Managements mit zwei Fallbeispielen, über die man...
zumindest kontrovers diskutieren kann, wo wir gesehen haben, dass aktives Management wirklich aktiv sein kann, dass es eine Berechtigung hat.
Und du bist ja eben als Analyst dann auch derjenige, der den Finger in die Wunde legt, bei allen, die nur mit dem Index schmusen und dafür Gebühren verlangen, die es eigentlich nicht geben dürfte.
In manchen Ländern ist das ja auch ein regulatorisches Problem.
Vielen, vielen Dank für deine Einblicke.
Das war spannend, auch für diejenigen, die vielleicht noch nie einen aktiv gemanagten Fonds hatten.
Ich hoffe, du konntest was mitnehmen für dich und für deine Anlageentscheidungen.
Wenn es dir gefallen hat, dann lass doch gerne einen Daumen nach oben oder Sterne oder ein Abo da und kommentier doch gerne mal, ob du schon Erfahrungen mit aktiv gemanagten Fonds hast.
Was denkst du über Volker Schillings Human Intelligence Fund oder über den Zukunftsfonds?
Und sollen wir ihn vielleicht nochmal einladen, um über den Zukunftsfonds zu sehen?
über Special Situations zu sprechen.
Da geht es dann auch um Abfindungen oder so.
Alles, was dich sonst bewegt, kannst du gerne auch in die Kommentare reinschreiben.
Oder wenn du Ideen hast, wen wir einladen sollen, was wir mal als Thema im Podcast haben sollen, dann...
kannst du auch gerne eine E-Mail schreiben, podcast at scalable.capital oder nimm doch einfach Kontakt in den sozialen Netzwerken auf at scalable.capital oder an mich direkt at cw.röl.
So, und das war's für heute.
Tschüss aus Berlin.
