# Tesla Roadster, Chip Crash, and M&A Strategy

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-19

## Transcript

Kann der neue fliegende Tesla ein Game Changer für Tesla oder sogar SpaceX werden?
Was war am Freitag schon wieder mit Chipaktien los und wer ist der größte Sandwich-Maker der Welt?
Das alles klären wir jetzt.
Mein Name ist Timon Wunderlich.
Heute ist Montag, der 19.10.
und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbank-Lizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,6% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Auch für Kinderkonten und im PrimePlus Broker sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagensicherung greift.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Die schlechte KI-Stimmung hat auch bis zum Ende der Woche angehalten.
Anlagenbauer für die Chipherstellungen wie KLA, LAM Research oder Applied Materials waren alle um die 5% im Minus.
Insgesamt hat der Nasdaq letzte Woche übrigens 4% verloren und hatte die schlechteste Woche seit Juni.
Der Philadelphia Semiconductor Index, in dem die 30 größten Chipaktien aus den USA drin sind, hat jetzt sogar 8 Tage in Folge verloren und ist damit auf dem Weg, die längste Verlustserie seit 2006 zu haben.
Short-Seller, also Investoren, die auf fallende Kurse setzen, haben damit übrigens in sieben Tagen geschätzt mehr als 30 Milliarden Dollar verdient.
Am Freitag hat man übrigens auch öfter gelesen, dass Investoren sich mehr und mehr Sorgen um die hohen Zinsen machen, die KI-Firmen wie CoreWeave zahlen müssen.
Da dürfte dann auch nicht geholfen haben, dass laut einem Financial Times-Bericht Entropic gerade mit Blackstone über die Finanzierung eines neuen Chip-Deals spricht und da über 10% Zinsen zahlen müsste.
Auch in der EU gab es keine so guten News und zwar wegen der Inflation.
Die steigt nämlich weiter und lag im September bei 3,8%.
Das ist der höchste Wert seit drei Jahren.
Aber dafür laufen bei uns die Aktien besser.
Deutsche Autobauer wie Mercedes, VW und BMW waren alle um die drei Prozent im Plus.
Das lag unter anderem daran, dass Frankreich und Deutschland sich auf Vorschläge geeinigt haben, die das Verbrenner aus ab 2035 aufweichen könnten.
Und wenn wir schon bei Autos sind, müssen wir natürlich über Teslas neuen Roadster sprechen.
Der wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Texas vorgestellt.
Und der Sportwagen hat kleine Druckluftdüsen von SpaceX und kann dadurch kurz fliegen.
Bei der Show ist er mit einer Rolle über fünf andere Teslas gesprungen und eine Rampe hochgefahren und dann kopfüber dran hängen geblieben.
Außerdem kommt er mit Düsen von 0 auf knapp 100 kmh in unter einer Sekunde.
Ein Preis wurde noch nicht genannt.
Wer aber reservieren will, zahlt für die Basisversion schon 50.000 Dollar.
Für die schnellere Version mit Düsen sind es 250.000.
Also Anzahlung, nicht Preis.
Und für die Rocket-Version, also die dann wirklich auch fliegen kann, gibt es noch nicht mal einen Anzahlungspreis.
Und die Version hat nur einen Sitz, es gibt ihn nur auf Einladung und auf der Straße wird er wohl nicht erlaubt sein.
Gezeigt hatte Musk den Roadster übrigens schon 2017, damals sollte er 2020 rauskommen, jetzt heißt es 2028.
Das neue Modell ist laut einem Analysten von Morningstar sowas wie ein Nordstern für Tesla, der dann die Firma als innovativ und Vorreiter präsentiert.
Finanziell soll der Wagen aber keinen großen Unterschied für Tesla machen.
Der Analyst geht davon aus, dass 2000 Roadster pro Jahr verkauft werden.
Selbst wenn die dann 600.000 Dollar kosten, das ist der Durchschnittspreis von einem Ferrari, selbst dann würde das kaum mehr als 1% von Teslas Umsatz ausmachen.
Spannender ist deshalb auch eher, dass die Show wieder die Spekulationen rund um den Tesla- und SpaceX-Merger angefeuert hat.
Trotzdem haben die Tesla-Aktie und auch die SpaceX-Aktie am Freitag leicht verloren.
Stärker als Tesla ist die Bitcoin-Holding-Strategy gefallen und zwar knapp 10%.
Grund ist, dass der Index-Anbieter MSCI neue Regeln einführt und Strategy dadurch aus den Aktienindizes von MSCI rausfallen könnte.
MSCI will da nämlich ab Ende November keine Unternehmen mehr drin haben, deren Wert hauptsächlich aus nicht operativen Vermögen besteht.
Dann gab es noch eine Personalmeldung und zwar tauscht Netflix seine Content-Chefin aus.
In den letzten zwölf Monaten ist die Aktie ja ca.
40% gefallen und das liegt unter anderem daran, dass Netflix Zuschauer an YouTube und Social Media verliert.
Große Serienhits wie Stranger Things oder Wednesday hat es länger nicht mehr gegeben und eigentlich sollte ja die Übernahme von Warner Bros.
das Content-Problem lösen, aber da hat ja Paramount mehr geboten.
Und jetzt starten sie erstmal mit einem neuen Content-Chef und zwar soll ab Ende des Monats Peter Rice übernehmen.
Der war vorher lange bei Disney und Fox und hat da unter anderem ABC und Hulu verantwortet und unter ihm sind in der Zeit mega erfolgreiche Serien wie Abbott Elementary und The Bear entstanden.
Investoren waren von der Entscheidung erstmal nicht überzeugt.
Die Aktie hat 3% verloren.
Und zum Schluss noch ein paar News aus Deutschland.
Einmal hat die Europäische Zentralbank die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit durchgewunken.
Im August hatte Reuters schon berichtet, dass die EZB sich wohl nicht gegen den Kauf stellen wird.
Jetzt gab es aber die offizielle Bestätigung und die Aktien von Unicredit und Commerzbank waren leicht im Plus.
Und dann ist noch die Aktie vom Windkraftanlagenhersteller Nordex über 10% gestiegen, weil die am Donnerstagabend nach Börsenschluss bekannt gegeben haben, dass sie jetzt deutlich positiver aufs Gesamtjahr schauen.
Der Umsatz soll zwar immer noch bei bis zu 9 Milliarden Euro liegen, aber die operative Marge vor Abschreibung soll auf mindestens 11,5 Prozent steigen.
Vorher war man von höchstens 11 Prozent ausgegangen.
Grund ist das starke Servicegeschäft, das Projektgeschäft mit neuen Turbinen und dass ein paar Risiken nicht eingetroffen sind, von denen man vorher ausgegangen war, dass sie die Marge drücken.
Mit einem einzelnen Sandwich verdient man kaum Geld.
Mit 700 Millionen Sandwiches im Jahr sieht das schon anders aus.
Pascal hat sich den größten Sandwich-Hersteller der Welt angeschaut.
Ich schaue mir gerne Fußballspiele in England an, als Student war das Essen aber da leider verdammt teuer für mich.
Deshalb habe ich oft zum Meal-Deal im Supermarkt gegriffen.
Für knapp 4 Pfund gibt es ein Sandwich, ein Snack oder Chips und ein Softdrink.
Mir wird aber erst jetzt bewusst, dass hinter vielen dieser Sandwiches dieselbe Firma steckt, nämlich Greencore, das an der Börse fast 2,5 Milliarden Euro wert ist.
Nach eigenen Angaben ist Greencore der größte Sandwich-Hersteller der Welt und mit über 700 Millionen Sandwiches im Jahr wirkt das nicht unrealistisch.
Pro Sandwich verdient man natürlich nicht viel Geld, aber insgesamt kamen sie 2025 auf gut 2 Milliarden Euro Umsatz.
Und sie verdienen daran immer besser.
2023 hat Greencore nämlich ein paar Verträge gekündigt, an denen die Firma kaum was verdient hat.
Danach ist der Umsatz erstmal gesunken, der Gewinn aber gestiegen.
2025 ist dann aber beides gewachsen.
Der Umsatz um fast 8% und die operative Marge um mehr als 1% auf 6,5%.
Normal ist so ein Wachstum für Greencore aber nicht.
Seit 2019 ist der Umsatz im Schnitt um rund 5% pro Jahr gewachsen und auch künftig peilt die Firma nur bis zu 5% an.
Damit das klappt, ist der Meal-Deal super wichtig.
An dem aber zum Glück auch viele Supermärkte hängen.
Oft steht der direkt am Eingang und soll Kunden in den Laden locken.
Und wer schon mal drin ist, nimmt vielleicht noch eine Fertigpizza oder ein Dessert mit.
Genau daran will Greencore auch mitverdienen.
Denn Anfang 2026 haben sie für 1,4 Milliarden Euro Baccarfeur gekauft.
Und es passt perfekt dazu.
Greencore macht Essen für sofort, also Sandwiches, Sushi und Salate.
Baccarfeur macht Essen für später, also Fertiggerichte, Pizza und Desserts.
Zusammen kommen beide auf rund 3.200 Produkte und verkaufen jedes Jahr über 100 Millionen Pizzen und 260 Millionen Desserts.
Und laut der Investmentbank Investec ist Greencore bei den Eigenmarken der Supermärkte damit auf einen Schlag auch Marktführer bei Fertiggerichten, Pizza und Desserts.
Greencore selbst rechnet außerdem damit, dass die Übernahme ab 2029 jedes Jahr fast 100 Millionen Euro an Kosten spart.
Zum Beispiel, weil die Firma jetzt größere Mengen einkauft und bessere Preise bekommt.
oder sich bei Transport- und Lagerkapazitäten Kosten teilen kann.
Wenn das aufgeht, könnte die gemeinsame Firma 2029 auf rund 400 Millionen Euro operativen Gewinn kommen.
Die aktuelle Bewertung entspricht nur dem Sechsfachen davon.
Aber ein Selbstläufer wird das nicht.
Greencore hat 2016 schon mal für fast 700 Millionen Euro eine Firma in den USA gekauft und ist dort nicht glücklich geworden.
Schon 2018 hat Greencore das US-Geschäft wieder verkauft.
Außerdem muss man wissen, dass die Firma an wenigen Kunden hängt.
Mehr als 70 Prozent vom Umsatz kommen von nur fünf Supermarktketten.
Greencoff errägt nicht, welche das sind.
Zu den Kunden gehören aber Tesco und Sainsburys.
Wechselt also ein großer Kunde zu einem anderen Hersteller, bricht direkt ein riesiges Stück Umsatz weg.
Marken von Kimberly-Clark wie Kleenex oder Huggies hat fast schon jeder mal in der Hand gehabt.
Tatsächlich haben wir aber im Podcast noch nie ausführlich über die US-Firma gesprochen und gerade ist sie dabei, für 50 Milliarden Dollar inklusive Schulden den Hersteller von Listerien zu kaufen.
An der Börse kam das nicht gut an.
Christoph hat sich angeschaut, ob sich der Deal trotzdem lohnen kann.
Kimberly Clark gibt schon seit über 150 Jahren und der Konzern macht um die 16,5 Milliarden Dollar Umsatz.
Der größte Teil davon kommt von Windeln und Babytüchern.
Die machen rund 40 Prozent davon aus.
Dann kommen Klopapier und Taschentücher mit einem Viertel.
Der Rest sind dann unter anderem Produkte zur Damenhygiene.
Der wichtigste Kunde ist übrigens Walmart.
Die Supermarktkette steht für mehr als 15 Prozent vom Umsatz von Kimberly-Clark.
Aber das Geschäft wächst kaum.
Der Umsatz und auch die Aktie laufen seit Jahren mehr oder weniger seitwärts, denn es werden weniger Babys geboren und die Supermärkte drücken mit Eigenmarken auf die Preise.
Deswegen baut Kimberly-Clark sich gerade um.
Das internationale Geschäft mit Klopapier und Taschentüchern haben sie schon mehrheitlich verkauft, und zwar an den brasilianischen Zellstoffkonzern Susano.
Dafür kommt jetzt Canvue.
Das ist die frühere Konsumgütersparte von Johnson & Johnson mit Marken wie Listerine oder Neutrogena.
Canvue macht mit 15 Milliarden Dollar Umsatz nur ein bisschen weniger als Kimberly-Clark selbst, aber Canvues Produkte sind deutlich profitabler.
Der Konzern schafft eine Bruttomarge von fast 60 Prozent, Kimberly-Clark schafft nicht mal 40.
Der Kauf klingt also erstmal schlau, nur hat Kimberly-Clark dafür auch einen deutlichen Aufpreis gezahlt, nämlich fast 50 Prozent mehr als Canvue an der Börse wert war.
Bezahlt wird vor allem mit eigenen Aktien und die Canvue-Aktionäre bekommen fast die Hälfte der neuen Firma.
Lohnt sich dieser Preis?
Kimberly Clark selbst wird an der Börse bereinigt, um Netto-Schulden mit dem 11-fachen vom erwarteten bereinigten operativen Gewinn vor Abschreibungen bewertet.
Zahlt für Ken Vue aber das 14-fache.
In absoluten Zahlen liegt der Aufpreis für Ken Vue bei fast 13 Milliarden Dollar.
Dazu kommen noch rund 2,5 Milliarden Kosten fürs Zusammenlegen.
Macht also rund 15 Milliarden Dollar, die erstmal wieder reinkommen müssen.
Das soll dann über Einsparung passieren.
Wenn beide zusammen jedes Jahr, wie geplant, rund 2 Milliarden Dollar mehr verdienen und die Börse das mit demselben Elffachen bewertet, entsteht ein Mehrwert von gut 20 Milliarden.
Das ist deutlich mehr als die 15 Milliarden Dollar Aufpreis.
Geht dieser Plan auf, dann rechnet sich der Deal also.
Grob gerechnet muss das Management dafür aber etwa zwei Drittel der geplanten Einsparungen auch wirklich schaffen.
Klappt das nicht, dann war der Deal zu teuer.
Fairerweise muss man sagen, dass mit Canvue auch Risiken eingekauft worden sind.
Es gibt bei verschiedenen Produkten Klagen, unter anderem bei Babypuder oder bei der Schmerzmittelmarke Thylenol.
Für Dividendenfans ist Kimberly Clark übrigens besonders interessant.
Die Dividende wurde 54 Jahre in Folge erhöht.
Gerade gibt es fast 5% Rendite.
Sie muss jetzt aber in Zukunft auf fast doppelt so viele Aktien gezahlt werden, weil die ja neu sind zum Bezahlen der Übernahme.
Und das, während ja die Umbaukosten auch noch anfallen.
An der Börse ist Kimberly-Clark 35 Milliarden Dollar wert.
Das ist das 15-fache vom erwarteten Gewinn.
Konkurrenten wie Procter & Gamble oder Colgate Palmolive, die kommen sogar auf über 20.
Bei Kimberly-Clark schwingt also die Skepsis für den Umbau mit, der aber, wenn wirklich alles nach Plan läuft, sich vielleicht lohnen könnte.
Das war Ohne, Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, Adios.
