# European Auto Strategy and Pharma Recovery

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-19

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den Starshield-Streit in den USA, das Luxusproblem von Apple und das Cola-Duell an der Fritteuse.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum es in der Autobranche nicht auf Fliegende, sondern auf kleine Autos ankommt.
Und in der AAA-Idee, da geht es um das große Comeback eines dänischen Pharma-Stars.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Die Märkte werden euch präsentiert von unserem Partner Smart Broker Plus.
Zusammen mit Smart Broker haben wir gerade auf der Finance 26 unseren AAA Live-Podcast aufgenommen.
Da gab es exklusive Einblicke und Podcast-Hosts zum Anfassen.
Wer das verpasst hat, der kann jetzt trotzdem noch profitieren, denn Smart Broker macht passend zu Finance 26 ein besonderes Angebot.
Wer noch bis zum 30.
Oktober ein neues Depot bei Smart Broker eröffnet, der bekommt zum Start gleich mal einen 50-Euro-Anteil und zwar nicht von irgendeiner windigen Aktie.
sondern von einem der klassischen Basis-Investments, dem iShares Core MSCI World ETF.
Den Startvorteil bekommt ihr nur über den exklusiven Aktionslink und den findet ihr natürlich wie alle Infos dazu in unseren Shownotes.
Heute ist Montag, der 19.
Oktober 2026 und wir wünschen euch einen robusten Start in den Tag.
Robuste Nerven brauchten Anleger auch am Freitag und zwar vor allem in New York.
Die Chip-Hersteller haben dort ja den achten Verlusttag in Folge hingelegt.
Eine solche Serie hatte es zuletzt 2008 gegeben.
Nando hat daher ja auch schon in der Samstagsfolge kurzerhand das Platzen der KI-Blase verkündet.
Ja, mal schauen, ob er da recht behält.
Der Nasdaq, der lag zweieinhalb Prozent im Minus und hat sich damit mehr als sieben Prozent von seinem Rekordhoch vor gut einer Woche entfernt.
Der S&P 500, der verlor 1,3 Prozent.
Nur der Dow Jones kam mit einem Minus von 0,6 Prozent noch einigermaßen glimpflich davon.
Der DAX hat von diesen Nervflattern wenig mitbekommen.
Er stieg und zwar um 0,95 Prozent auf 25.623 Punkte und hat die Woche mit gut zwei Prozent im Plus abgeschlossen.
Dabei hat er sogar die 100-Tage-Linie zurückerobert, an der er sich ja zuvor so ein bisschen die Zähne ausgebissen hatte.
Das lag natürlich auch daran, dass im Gegensatz zum Nestec 100 zum Beispiel im DAX ja nur für Einzel-KI-Titel zu finden sind.
Die Nachfrage nach Chips und Rechenleistung, die bleibt zwar hoch, nervös macht die Anleger aber die Rechnung dahinter.
Die großen Cloud-Konzerne, die steuern laut Bloomberg Intelligence auf eine Billion Dollar Investitionen pro Jahr zu und einen großen Teil davon bezahlen sie mit geliehenem Geld, steigen die Zinsen, werden diese Kredite teurer und gleichzeitig sind die Gewinne, die irgendwann zurückfließen sollen, heute dann weniger wert.
Das Paradebeispiel ist und bleibt dafür Core Wave.
Der Konzern vermietet ja Rechenleistung für KI und hat seinen Ausbruch.
zu großen Teilen über hochverzinste Anleihen finanziert.
Die Anleihen notierten inzwischen auf Niveaus, die man sonst nur von Firmen in Schieflage kennt.
Und da verlor die Aktie dann auch am Freitag zeitweise 14 Prozent.
Cathie Wood hat mit ihrem Vorhaus ARK trotzdem nachgekauft bei CarWave und Chipentwickler Cerebras.
Und die Zinsen steigen ja aus einem bekannten Grund, nämlich wegen des Ölpreises.
Die US-Sorte WTI hat am Freitag 3,5% zugelegt und kostete zum ersten Mal seit Wochen wieder mehr als 100 Dollar je Barrel.
Ausgelöst hat das ein Gesetzentwurf aus dem Kongress, der Donald Trumps Plan...
stoppen soll, noch mehr russischen Diesel auf dem Weltmarkt zu lassen und auch selbst einzukaufen.
Am Wochenende hat Trump dann Teile des neuen Russland-Sanktionsgesetzes ausgesetzt, das der Senat einst mit 86 zu 11 Stimmen beschlossen hatte.
Dieser Streit dürfte den Ölpreis auch diese Woche weiter bewegen.
Für die Anleihenmärkte ist das Gift.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 5,10%.
Und auch ein anderer Streit spitzt sich gerade so ein bisschen zu.
US-Finanzminister Scott Besson hat Wladimir Zelensky am Sonntag öffentlich gewarnt, mit seinen Vorwürfen vorsichtig zu sein.
Zelensky hatte ja die US-Regierung dafür verantwortlich gemacht, dass die militärische Starlink-Version Starshield in der Ukraine gedrosselt wurde.
Elon Musk und SpaceX sahen die Verantwortung auch in Washington, weil die US-Regierung Starshield ja besitzt, unkontrolliert.
Donald Trump und das Weiße Haus weisen das aber entschieden zurück.
Ein Luxusproblem hat dagegen gerade Apple.
Seit Freitag kann man das erste faltbare iPhone vorbestellen für stolze 1999 Dollar und schon nach wenigen Minuten waren die Lieferzeiten bis in den Januar gerutscht.
Ja, und dann hat Coca-Cola einen echten Erfolg im Kampf mit dem Erzrivalen Pepsi hingelegt, in dem sie einen ziemlich prominenten Kunden abgejagt haben.
KFC schenkt in seinen...
US-Restaurants ab dem kommenden Jahr nämlich Coke aus.
Zum ersten Mal seit 1986 so lange beliefert Pepsi schon die Hähnchenkette.
Das Cola-Duell an der Fritteuse, das geht also weiter.
Ja, und damit zurück nach Deutschland, wo Rheinmetall am Freitag mit einem Plus von 6,3 Prozent an der DAX-Spitze stand.
Im MDAX gewann TKMS, Renk und Hinsold zwischen 4,4 und 6 Prozent und der Raumfahrtkonzern OHB aus Bremen sprang im SDAX um 13 Prozent nach oben.
Auch Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW legten um bis zu 3,5% zugestützt vom deutsch-französischen Autopaket.
Dazu gibt es dann gleich mehr im Thema des Tages.
Der Chip-Ausrüster ixtron, der hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und holte mit 6,2%.
plus einen Teil seines Einbruchs vom Vortrag wieder auf.
Und was war sonst noch so wichtig am Wochenende?
Ja, der Indexanbieter MCI hat neue Regeln beschlossen, die Michael Saylors Firma Strategy am Ende aus seinen globalen Aktienindizes rauswerfen könnten.
Dann müssten Indexfonds Aktien im Wert von Milliarden Dollar verkaufen und das Finanzierungsmodell hinter Strategies riesigen Bitcoin-Bestand käme dadurch ziemlich unter Druck.
Ja, das klingt nach ziemlich Ärger.
Ich mache noch die Termine.
Morgen gibt es Zahlen zum Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe vom Statistischen Bundesamt hier in Deutschland.
Aus China kommen Wachstumszahlen fürs dritte Quartal.
Abends wirbt Deutschland dann um ausländische Investitionen.
In Berlin findet ein Invest in Germany Summit statt, der ist immerhin hochkarätig besetzt.
Die Auftaktrede hält der Kanzler selbst und zu den Gästen gehört unter anderem BlackRock CEO Larry Fink.
Am Dienstag gibt es dann unter anderem Zahlen von Netflix, Zoom, ABB, General Motors, Hasbro, GE Aerospace, Northrop Grumman, Deutsche Börse und auch United Airlines.
Am Mittwoch kommen ganz ohne fliegende Autos die Tesla-Zahlen und neben vielen anderen ziehen auch noch Philip Morris, AT&T, Flatex DeGiro.
IBM und SAP-Bilanz des dritten Quartals.
Donnerstag reporten dann unter anderem Roche, Prada, Nokia, Sartorius, Unicredit, Nestle, Comcast, Spotify, Lockheed Martin, Intel, L'Oreal und Kering.
Und am Freitag, da treffen sich nicht nur die EU-Handelsminister in Irland, sondern Apple feiert auch noch einen Geburtstag.
25 Jahre iPod, krass, dass das schon wieder ein Vierteljahrhundert her ist.
Und Zahlen gibt es auch noch unter anderem von Volvo, Saab und American Express.
Das Thema des Tages.
Lea, hast du Elons fliegendes Auto am Freitag gesehen?
Aber natürlich, da kann man ja wirklich nicht dran vorbei.
Sah mal wieder richtig spektakulär aus, was der Elon da abgeliefert hat.
Und ich fand auch vor allem auch die ganzen KI-Memes, die es jetzt am Wochenende dazu gab, wirklich herrlich.
Ja, definitiv.
Die Bilder waren beeindruckend.
Aber wenn man mal wieder genauer hinschaut, dann gab es doch einige Fragezeichen.
Unser Kollege Benedikt Fuß ist überzeugt, dass der fliegende Roadster von Tesla niemals eine Straßenzulassung bekommen wird.
Zumindest nicht in Europa.
Also eine nette Spielerei, um den Tesla-Aktionären mal wieder Hoffnung auf eine strahlende Zukunft zu machen.
Zumindest in der Theorie geholfen hat es diesmal nämlich nichts.
Für Tesla ging es am Freitag um knapp drei Prozent abwärts und das trotzdem fliegende Auto.
Wobei auch natürlich der Gesamtmarkt da so ein bisschen mitgeholfen hat und Tesla nochmal zusätzlich nach unten gezogen hat.
Ja, es könnte aber auch daran gelegen haben, dass die wirklich wichtigen Kämpfe und Entscheidungen in der vergangenen Woche nicht in der Tesla Halfpipe, sondern ganz klassisch beim Autosalon in Paris stattgefunden haben.
Denn da ging es um einen wirklich wichtigen Trend der Branche.
Europas Autoindustrie hat den Kleinwagen wieder entdeckt und ausgerechnet bei den kleinsten Modellen könnte sich entscheiden, wie groß Europas Autobauer in Zukunft überhaupt noch sind.
Unser Weltkollege Christoph Kapalczynski war für uns vor Ort in Frankreich dabei und deshalb machen wir den Kampf um den Kleinwagen heute zu unserem Thema des Tages.
Klar, viele Kunden brauchen kein fliegendes Auto mit Raketenantrieb, sondern bezahlbare Elektroautos und diese Erkenntnis kommt spät an den beiden großen deutschen Autonationen ran.
Aber es könnte sein, dass es möglicherweise noch rechtzeitig ist.
Volkswagen, Renault, Stellantis und Mercedes wollen ein Segment zurückerobern, das sie lange vernachlässigt haben, sogar ein bisschen mit gerümpfter Nase drauf geschaut haben, indem vor allem Chinas Hersteller immer stärker werden.
In Paris stellten sie gleich mehrere Kleinwagen-Hoffnungsträger vor.
Nicht bei allen lief das glatt.
Beim Smart zum Beispiel, da rührte sich unter dem Tuch erstmal gar nichts.
Männer zerrten hektisch an einem Kabel und nach zwei Minuten rollte das Auto dann irgendwie doch noch auf die Bühne.
Fast ein Sinnbild.
Europas elektrische Kleinwagen ließen lange auf sich warten und jetzt kommen sie mit Macht.
Renault hat schon den R5.
Volkswagen zeigt seine Kleinwagenserie samt neuem Polo.
Citroën hat sogar die Wiedergeburt der Ente angekündigt und das für nur 15.000 Euro.
Ente gut, alles gut.
Nein, Spaß beiseite.
VW-Chef Oliver Blume meldete schon 150.000 Bestellungen für den neuen Kleinwagen.
Heißt aber auch im Umkehrschluss, dass auf den Elektropolo wohl erstmal monatelang gewartet werden muss.
Gleichzeitig will Blume deutsche Werke wegen Unterauslastung schließen.
Das klingt jetzt nur auf den ersten Blick nach einem Widerspruch.
Es passt zusammen, denn die Kleinwagen laufen in Spanien vom Band für VW, Skoda und auch Cupra auf einer gemeinsamen Plattform.
Nur so lassen sich Autos für 25.000.
Euro überhaupt profitabel bauen.
Mit deutschen Lohnkosten sieht das Management nämlich dafür absolut gar keine Chance.
Für die Aktie heißt das jetzt, starke Nachfrage allein löst das Kostenproblem noch nicht.
Dazu verschiebt sich die Nachfrage schneller als erwartet.
Höhere Spritpreise und die Kaufprämien, die treiben die Kunden zum Elektroauto.
40 Prozent aller Bestellungen sind inzwischen reine Batterieautos.
Im Wolfsburger Verbrennerwerk, da fallen Sonderschichten deswegen weg.
Und dann ist da natürlich noch die Marge.
Oliver Blume klagte vor Analysten, dass gerade der Erfolg der kleineren Stromer den Konzern massiv Marge kostet.
Teure Batterien und hohe Entwicklungskosten machen sie weniger profitabel als Verbrenner.
Für VW-Anleger heißt das mehr Volumen, aber zunächst weniger Gewinn pro Auto.
Die große Börsenfrage lautet deshalb, wachsen die Stückzahlen so stark, dass Skaleneffekte die Margen irgendwann wieder ausgleichen.
Ja, ihr hört es vielleicht schon so ein bisschen raus, die Rückkehr ins Einstiegssegment ist so ein bisschen aus der Not heraus geboren.
Mercedes-Chef Ola Kelenius wollte den Konzern ja zur Luxusmarke machen, doch ohne das Massengeschäft fehlen natürlich Kunden und die Gewinne schrumpften.
Die A-Klasse sollte sterben und jetzt kommt sie doch noch ein Nachfolger.
Mercedes setzt also wieder stärker auf Volumen, das lastet Fabriken aus, kann aber eben die Gewinnspanne doch deutlich drücken.
BMW plant einen elektrischen 1er, Audi einen Nachfolger für den A2, also alle in dieser Richtung unterwegs.
Und wie groß der Druck ist, zeigt Stellantis-Chef Antonio Filosa.
In Europa werden nämlich jährlich noch drei Millionen Autos weniger verkauft als vor der Pandemie.
Eine Million davon im günstigsten Segment.
Für Stellantis ist das besonders relevant.
Mit Citroën, Peugeot und Fiat ist der Konzern traditionell sehr stark in diesem Kleinwagen-Massenmarkt unterwegs.
Allerdings ist dieses Segment wirklich hart umkämpft.
Unter 25.000 Euro waren die Europäer laut EY zuletzt praktisch gar nicht vertreten.
In Deutschland stieg dafür der Anteil chinesischer Hersteller wie BYD und Geely im Elektroautomarkt im Jahresverlauf von 8,5 Prozent auf 12,1 Prozent.
Wie weit das gehen kann, das zeigt sich in den USA.
Chinesische Modelle sind dort zwar faktisch verboten, da sind so hohe Zelle darauf, dass sich das überhaupt nicht lohnt.
Trotzdem halten dort japanische und koreanische Hersteller 77 Prozent des zugegebenermaßen etwas kleineren Kleinwagenmarktes.
Neue Marken hatten es in Deutschland ja ein bisschen schwer.
Mit dem Wechsel zum E-Auto gerät diese Regel laut EY aber ordentlich ins Wanken.
Für Anleger heißt das, Markentreue ist kein Naturgesetz mehr, auch nicht hier in Deutschland.
Toyota, Hyundai und Kia haben es vorgemacht.
wollen die Chinesen denselben Weg gehen.
Pünktlich zur Messe kamen daher politische Rückendeckungen.
Macron und Merz verstehen sich zunehmend als das Schutzduo der europäischen Autoindustrie.
Und die EU hat in Peking vereinbart, chinesische Hybrid-Autoimporte zunächst auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr zu deckeln.
Das drängt Chinas Hersteller in Partnerschaften und davon könnte Stellantis wiederum profitieren.
Lieb Motor baut seit dieser Woche Autos im Stellantis-Werk Saragossa.
Dongfeng soll das Werk in Renn auslasten, die sind da also schon mittendrin.
Und auch Volkswagen prüft jetzt ähnliche Partnerschaften für seine deutschen Werke.
Chinesische Produktion könnte dort die hohen Fixkosten auf mehr Autos verteilen.
Bleibt die Frage, wie günstig die neuen Kleinwagen wirklich sind.
Citroën will Käufern der Ente teure Extras verkaufen, zum Beispiel das nostalgische Stoffdach.
Der Durchschnittspreis soll deutlich über 15.000 Euro liegen und auf dem Markt kommt die Ente erst in zwei Jahren.
Auch den Elektropolo dürften nur wenige zum Grundpreis von 25.000 Euro kaufen.
Da dürfte es tendenziell noch ein bisschen höher gehen.
Die Investmentfrage lautet also, welcher Hersteller schafft den Spagat zwischen Volumen und Profitabilität am besten?
Unterm Strich kann man sagen, hohe Stückzahlen allein machen noch keine gute Aktie.
Fehlen sie aber, bleiben Werke unterausgelastet und die Entwicklungskosten verteilen sich auf zu wenige Autos.
Europas Autobauer müssen also kleinere Autos bauen, obwohl sie daran zunächst weniger verdienen.
Der Kleinwagen, der wird zum größten Test für Europas Autoindustrie.
Die AAA-Idee des Tages.
Philipp, ein kleines Ratespiel zum Start.
Dänemark, Pharma, Biotech.
An welche Aktie denkst du da natürlich sofort?
Da kommen bei mir gleich wieder die Traumata.
Natürlich an Novo Nordisk, der Albtraum meines Portfolios.
Mit der Antwort habe ich auch gerechnet.
Ich bin gerade in Dänemark und treue AAA-Hörer kennen ja das Spiel.
Normale Menschen bringen von Reisen kleine Souvenirs mit.
Wir bringen Investment-Ideen mit.
Okay, heißt du willst mir jetzt ernsthaft erzählen, dass Novo Nordisk unsere AAA-Idee des Tages werden soll?
Nein, keine Sorge, so irre bin selbst ich nicht.
Jetzt soll es viel mehr um Bavarian Nordic gehen.
Ein dänisches deutsches Unternehmen, das auf die Herstellung von Impfstoffen spezialisiert ist.
Die Aktie ist vor knapp einem Jahr richtig abgerauscht und jetzt dreht der Wind aber langsam.
Ja, ich erinnere mich, noch steht auf Jahressicht zwar ein Minus, die Papiere, die notieren aber wieder bei 240 Kronen umgerechnet gut 32 Euro.
Und diese Zahl, die hat eine Vorgeschichte.
Ja, vor einem Jahr wollten nämlich die Finanzinvestoren Nordic Capital und Permira den Impfstoffhersteller kaufen.
Erst boten sie 233 Kronen je Aktien, nach Protesten dann irgendwann auch 250 Kronen.
Der Verwaltungsrat hat beide Angebote empfohlen.
Die Aktionäre hatten da aber gar keinen Bock drauf.
Die haben abgelehnt, denn nur 60 Prozent...
haben ihre Papiere überhaupt angedient.
Nötig wären allerdings zwei Drittel gewesen.
Ja, knapp vorbei ist auch daneben.
Im November 2025 war der Deal dann final vom Tisch und die Aktie ist an einem Tag kräftig abgestürzt.
Wer damals Nein gesagt hat, der stand erstmal ziemlich dumm da.
Die Hoffnung war damals groß, dass Bavarian Nordic langfristig noch sehr viel mehr wert sein könnte.
Ja, und diese Hoffnung ist auch begründet.
Das liegt nämlich am Geschäft und das beruht im Grunde auf zwei entscheidenden Säulen.
Die eine Säule besteht aus dem Geschäft mit Regierungen, die Impfstoffe gegen Pocken und M-Pox für den Ernstfall auf Vorrat kaufen.
Die andere Säule bilden die Reiseimpfstoffe, etwa gegen Tollwut, Zeckenenzepalitis oder das Chinguunia-Fieber.
Und diese zweite Säule läuft gerade richtig heiß.
Bavarian Nordic hat allein in diesem Jahr schon dreimal die Prognose angehoben.
Zum Jahresstart rechnet das Management mit 5 bis 5,2 Milliarden Kronen Umsatz.
Seit Anfang Oktober sind es 6,1 Milliarden.
Die EBITDA-Marge, also der operative Gewinn vor Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz, der soll jetzt bei 32 Prozent liegen.
Zum Jahresstart da ging man noch von 25 Prozent aus.
Obendrauf kauft der Konzern eigene Aktien für bis zu 750 Millionen Kronen zurück.
Dafür gibt es einen Treiber und der ist ehrlich gesagt ziemlich unheimlich.
In den USA breitet sich nämlich Tollwut unter Waschbären, Füchsen, Fledermäusen und Stinktieren aus.
Mehr Menschen werden gebissen oder gekratzt und brauchen danach eine Impfserie.
Laut Apothekendaten lag der Einsatz von Tollwut-Impfstoffen in Amerika zuletzt um ein Drittel über dem Vorjahr.
Zugelassen sind dort allerdings nur zwei solcher Impfstoffe und einer davon gehört dem Bavarian Nordic.
Und der Konzern verdient daran inzwischen mehr.
Die Tollwut- und Zeckenimpfstoffe hat Bavarian Nordic 2020 von GSK übernommen und die Produktion anschließend nach Dänemark geholt.
Das drückte die Kosten.
Analysten halten die Aktie trotz der jüngsten Erholung für unterbewertet.
Jefferies setzt das Kursziel bei 280 Kronen an, von Lonshot Kempen bei 270, die SEB sogar bei 300.
Das wären von hier aus bis zu 25 Prozent Potenzial.
Die Risiken gibt es auch und die liefern die Analysten gleich mit.
Die Saison mit vielen Tierkontakten geht langsam aber sicher zu Ende.
Und ob die Tollwut-Nachfrage dann am Ende auch hält, weiß man natürlich nicht so richtig.
Das Regierungsgeschäft kommt auch in Wellen, je nachdem, wann der Staat halt so bestellt.
Und der Chikungunya-Impfstoff verkauft sich in den USA so schwach, dass Bavarian Nordic die Prognose dafür sogar gesenkt hat.
Am 13.
November kommen jetzt Zahlen zum dritten Quartal und dann sehen wir, wie viel Tollwut überhaupt schon im Kurs steckt.
Für euch heißt das, Bavarian Nordic bleibt ein Nischenwert, dessen Umsatz von Ausbrüchen, Staatsaufträgen und Reiselust abhängt.
Deshalb schwankt die Aktie heftig und deshalb gehört sie höchstens als kleine Beimischung ins Depot.
Tja, auch wenn ich gegen deinen Novocata jetzt leider nichts mitgebracht habe.
Immerhin ein Mittelchen gegen Tollwut.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
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Unheimlich viel Lob hat uns zur Samstagsfolge mit Jochen Sengpiel erreicht.
Wolf kommentiert auf Spotify.
Intelligenter und überaus sympathischer Gesprächspartner.
Leider sind solche Personen nicht in der Wirtschaftspolitik aktiv.
Nick fand sogar, dass es die beste Folge seit Langem war.
Und Max schrieb, dass er ganz der Meinung von Holger sei, wenn es um die Sicht auf Europa geht.
Wann kapieren wir endlich?
dass wir nur gemeinsam stark sind, fragte er.
Eine Antwort darauf können wir nicht liefern, leider.
Dafür aber etwas ganz Vertrautes.
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Und dann hören wir uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
