# AI Market Correction and Strategic Diversification

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-10-17

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Letzte Woche war definitiv eine Bullenwoche und das trotz des Textes.
Ausverkaufs, den wir gesehen haben, an KI-Beben, das wir erlebt haben.
Das ist auch unser Thema der Woche.
Werden wir gleich noch ausführlich diskutieren.
Aber der DAX konnte sich dem entgegenstemmen, auch weil er natürlich nicht so viele KI-Werte hatte oder KI-abhängige Aktien.
Und er konnte 2,1 Prozent zulegen.
Und wer hat es genau so gesagt?
Du hast auch auf den positiven DAX getippt.
Der Bär hatte gesagt, der DAX kann steigen, auch wenn die Wall Street fällt.
Und der S&P 500 ist im Minus.
Also wirklich 3 Prozentpunkte Unterschied zwischen DAX und S&P 500 in einer Woche.
Das ist schon sehr außergewöhnlich.
Ja, und das KI-Beben war das dominierende Thema aber dieser Woche.
Und da hat es doch heftig gescheppert bei Tech-Aktien.
Und ein Auslöser war der Broadcom-Chef, der auf einer Konferenz davon gesprochen hat, dass KI-Investoren sich verhalten wie Casino-Spieler.
Und das hat natürlich aufhorchen lassen.
Er sprach davon, dass sie einfach investieren würden, ohne genaue Verständnisse für die Technologie zu haben.
Dass sie nicht auf die Wirtschaftlichkeit, auf die Produktivität achten würden.
Und verglich das Ganze mit Kindern, denen man 10 Dollar in die Hand gibt, die 10 Minuten in die Spielhalle gehen und das Ganze dann verballern, ohne irgendwas gelernt zu haben.
Und wenn ein wirklicher Insider, nämlich der Chef eines großen Chip-Unternehmens, solche Vergleiche benutzt, dann finde ich, ist das schon...
Eine Warnung, weil er kennt ja die Insights der Branche.
Dann hat er mich auch beschimpft als Casinogänger.
Das ist ja prima.
Ich finde es schon bezeichnend, weil er damit auch indirekt seine eigenen Anleger mit beschimpft.
Weil Broadcom ist ja einer der großen Spieler.
Und die haben auch profitiert vom KI-Boom.
Die Aktie hat sich...
Ich bin in fünf Jahren versiebenfacht.
Das sind 49 Prozent in den letzten fünf Jahren.
Jahr für Jahr für Jahr.
Also insofern ist das schon bemerkenswert.
Und warum ich glaube, dass es nicht ganz so schlimm ist, wie er sagt, das gab ja diese Woche auch noch Zahlen von ASML und TSMC.
Das sind ja beide so Chip-Maschinenhersteller, beziehungsweise die dann die Chips dann auch wirklich herstellen.
Die waren wirklich grandios.
Und wenn man mal ASML sieht, die haben jetzt Aufträge bis 2030.
Und Aufträge für 2030, wenn das jetzt eine Blase ist, das hat mir noch keiner gezeigt.
Und das zweite TSMC sagt, wir erleben weiterhin eine stabile Nachfrage.
Die investieren Jahr für Jahr 64 Milliarden.
Das würden die auch nicht machen, wenn es eine Blase wäre.
Insofern würde ich das mal, ja, das war eine nette Aussage mit dem Casino.
Ich würde sagen, so eine Bestellung für 2030 kann man schnell auch wieder stornieren.
Vor allem, wenn der Auftraggeber dann pleite ist bis dahin.
Und da gab es ja jetzt nun wirklich ganz neue Pleitewahrscheinlichkeiten, die eben auch die Anleger umgetrieben haben.
Die CDS-Versicherungen, also die Kreditausfallversicherungen, die sind dramatisch angestiegen, gerade bei...
Das war ein sehr wichtiger Punkt.
ob all diese Milliardeninvestitionen dann wirklich wirtschaftlich sind am Ende des Tages.
Gartner hat zum Beispiel eine Studie herausgegeben, dass bis zum Jahr 2030 80 Prozent der Neocloud-Unternehmen ihre Eigenständigkeit verlieren werden.
Ich würde ja nicht sagen, nur weil ich sage, KI ist jetzt noch keine Blase, die jetzt geplatzt ist, dass nicht jeder dieser Cloud-Unternehmen überleben muss.
Ein paar werden davon wahrscheinlich untergehen, weil natürlich immer eine gewisse Überinvestition ist.
Nur, ich frage mich immer, gibt es noch Kapazitätsengpässe, was so Computerleistung, also Compute anbetrifft oder nicht?
Und da gucke ich mir die Zahlen an und wenn man sich da mal die...
die Chip anguckt.
Man kann nämlich Speicherkapazität einfach mieten, eine Stunde einen Nvidia-Chip, die alten H100 und die neueren B200.
Die B200-Chips, wenn man sich die mieten will, die sind fast auf Rekord.
Und selbst diese alten H100-Chips, die wirklich schon sehr alt sind, und das zeigt, dass wirklich da noch Engpässe sind, die sind auch in den letzten paar Monaten um 50 Prozent gestiegen.
Also ich kann da noch nicht sehen, dass da der Hype vorbei ist oder natürlich diese Überinvestitionen.
Insofern glaube ich da.
nicht dran.
Das ist so krass, wie du hier uns sagst.
Die Frage ist einfach, wie sollte sich ein Anleger verhalten?
Ich würde schon sagen, wenn man solche Warnungen vor einer Casino-Mentalität hört, dann sollte man doch mal ein paar Chips aus diesem KI-Casino herausnehmen, vom Spieltisch nehmen.
Ganz raus kann man ja sowieso nicht, weil man ja, wenn man irgendwie noch am Aktienmarkt investiert ist, da mit investiert ist.
Und das ist ja genau das Ding, wenn man weltweite ETFs hat, dann ist man ja schon zu einem großen Batzen in KI investiert.
Das reicht eigentlich schon aus.
Und dann sollte man mit seinen anderen Investments vielleicht eher...
versuchen etwas zu diversifizieren in eher traditionellere Branchen.
Und da haben wir in dieser Woche eben auch gesehen, dass der DAX, aber auch der Dow Jones ja zulegen konnten, weil eben dann traditionellere Branchen gefragt waren, weil Anleger umgeschickt haben in Branchen wie Gesundheit oder Konsum.
Und da sollte auch der Privatanleger anschauen, dass er nicht so großes KI-Klumpenrisiko im Depot hat, finde ich.
Naja, nun nach dieser Woche sind natürlich die Bewertungen auch bei Tech deutlich runtergekommen.
Wenn man sich Nasdaq 100 anschaut, haben wir ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 und wenn ich mir den DAX angucke, habe ich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16.
Und die Tech-Werte, die wachsen schon ein bisschen stärker.
Deswegen wird ich, klar, darf man nicht zu viel im KI-Bereich haben, aber vielleicht kann man auch ein paar Chancen sehen, wenn eine Aktie in dieser Woche 25 Prozent gefallen ist.
Kann man ja mal schauen, ist das was?
Und ich würde mir immer anschauen, wie ist das mit der Kapazität?
Was passiert mit der Aktie?
Ist die jetzt mit einem hohen Hebel dabei, so wie Corvive oder Nebius?
Da würde ich vielleicht auch denken, das ist nur für sehr risikofreudige.
Aber Nvidia, da sagen Analysten 50 Prozent Kursprövendien.
Amazon sagen Analysten, das ist so eher für Risiko.
Ärmere Investoren.
Und wenn man es ein bisschen riskanter will, nehmen wir vielleicht mal eine Micron, wenn deren Chips weiter gefragt sind.
Die ist jetzt auch so weit runtergekommen, da geht noch was.
Mein Bulle der Woche kommt auch aus dem Digitalbereich.
Die sind aber eher so ein Schnäppchenjäger im Digitalen.
Die sammeln eher die gefallenen Stars des letzten Booms ein.
Zum Beispiel AOL ist bei denen im Portfolio.
Die haben sie für ein paar Kröten eingesammelt.
Bending Spoons heißen die.
Ein Technologie-Holding aus Italien.
Und wie gesagt, die setzen auf Digitalmarken oder Apps.
Die haben zum Beispiel auch so was wie Evernote oder aus Deutschland Komote im Portfolio.
Also bekannte Marken.
Und der Bulle der Woche deswegen, weil jetzt Berkshire Hathaway, ehemalige Buffett Company, da nochmal sein Investment erhöht hat um 330 Millionen.
Die hatten schon mal 600 Millionen investiert.
Den gehört jetzt 4 Prozent der Firma.
Und das hat andere Anlieger angelockt.
Und mitten im Tech-Beben hat die Aktien diese Woche um rund 50 Prozent zugelegt.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Mein Bär der Woche ist P&E.
Das ist ein Windkraftbetreiber, also so ein Windparkbetreiber.
Und die haben diese Woche 17 Prozent verloren.
Und das ist schon bemerkenswert, weil eigentlich bräuchten wir in Deutschland ja mehr Strom und auch grünen Strom.
Aber die haben eine Gewinnwarnung rauszugeben, 42 Prozent weniger Gewinn in diesem Jahr.
Und das hat die Aktie eben dann so kräftig nach unten getrieben.
Und was ist das Problem?
Das eine ist, es gibt immer mehr solche Windkraftbetreiber, die konkurrieren um Zuschläge und deswegen gehen die Preise darunter.
Und das zweite ist, es gibt oftmals gar keine Netzanschlüsse.
Da werden Windparks irgendwo hingestellt, wo der Netzanschluss fehlt.
Dann bringt das natürlich nicht.
Jetzt kann man sich fragen, könnten die vielleicht 2027 besser sein?
Aber auch da haben die Analysten jetzt schon die Prognosen runtergestuft.
Also das würde ich lieber lassen.
Dann würde ich vielleicht lieber andere anerhörbare Energieaktien kaufen.
Deswegen wäre der Woche P&E.
Nordic zum Beispiel, die haben wir heute kräftig zugelegt.
Nächste Woche, da kommt die US-Berichtssaison so richtig in Fahrt.
Und auch in Deutschland beginnt sie mit SAP.
Und ich glaube, dass der DAX nochmal an die Erfolge dieser Woche anknüpft und wieder zulegt.
Ich würde sagen, nächste Woche, nee, jetzt geht es mal wieder runter.
Nach diesem kräftigen Schluck und so viel Vorsprung bei der Ford Street, da würde ich sagen, nächste Woche runter.
Das war es für diese Woche bei Defner & Schäpitz im TV.
Wir sagen Tschüss und Tschau.
Und dann wissen wir, wie es weitergeht.
Hört auch den Podcast ab Dienstag bei der Eid und überall, wo es Podcasts gibt.
