# AI Market Volatility and Open Model Strategy

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-10-16

## Transcript

Das KI-Update, ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Marco Pauli und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Schwarzer Donnerstag in Asien, Rekordzahlen und düstere Prognosen, neue offene KI-Modelle und Klagewelle gegen OpenAI.
Ein Schwarzer Donnerstag an Asiens Börsen.
Nach heftigen Kursverlusten bei mehreren US-Unternehmen aus dem KI-Umfeld sind am Donnerstag die asiatischen Märkte eingebrochen.
Besonders stark traf es Südkorea.
Martin Holland schildert die Entwicklung.
Das Land ist besonders involviert in den Ausbau der KI-Rechenzentren.
Und zwar gibt es mehrere Unternehmen, die da kräftig mitverdienen und die auch in den Indizes stark.
repräsentiert sind.
Das sind vor allem Samsung und SK Hönix.
Und die haben besondere Kursrutsche erleiden müssen.
Der Hintergrund ist nicht so ganz klar.
Es gab auf jeden Fall wieder mal neue Sorgen darüber, dass die Finanzierung dieses Ausbaus auf...
Tönernen Füßen steht.
Also zuerst war losgegangen ist das mit CoreWeave, einem US-Unternehmen, das beim KI-Ausbau kräftig verdient und aber viele Schulden dafür aufnehmen musste.
Und da sind die Schulden jetzt nochmal teurer geworden.
Das war so ein Auslöser.
Bei Samsung und SK Hönix kam dann auch dazu, dass es eine Analyse in einem südkoreanischen Analystenhaus gab, wo drauf...
hingewiesen wurde, dass wenn der Ausbau der Produktion von Speicher, der ja für die Technik so wichtig ist, weiter so läuft, dass dann ungefähr 2029 eine Überproduktion oder Überkapazitäten erreicht werden, die problematisch werden könnten.
Das soll alles mit dazu beigetragen haben, dass da teilweise Kursrückgänge von 10, 11, 12 Prozent erreicht wurden.
Und in Südkorea ist es zumindest so, dass der Index Kospi dort seit seinem Höchststand im Juni jetzt fast 40 Prozent an Wert verloren hat.
Das ist laut Analysen schon fast so viel wie bei früheren großen Finanzkrisen, also zum Beispiel der asiatischen Finanzkrise, der Dotcom-Blase, der weltweiten Finanzkrise von 2008, aber noch.
Oder es sieht zumindest aktuell nicht so aus, als würde das übergreifen.
Die Börsen in Europa und in den USA haben die Kursverluste dann am Donnerstag nicht nachgeholt.
Und inzwischen sieht es jetzt am Freitag so aus, dass sich auch die Kurse in Südkorea und Japan und Asien erholen.
Danke Martin.
Unberührt von diesen Turbulenzen an den Aktienmärkten hat der taiwanische Chip-Auftragsfertiger TSMC im dritten Quartal 26 erneut Rekordzahlen vorgelegt.
Grund dafür ist laut dem Unternehmen die starke Nachfrage vor allem nach 2- und 3-Nanometer-Technologien.
Die 3-Nanometer-Chips stellen inzwischen den größten Anteil am Wafer-Umsatz.
Die neueren 2-Nanometer-Chips haben noch einen kleineren Anteil, wachsen aber schnell.
Sie werden unter anderem für Apple und AMD gefertigt.
Mit Blick auf 2027 äußert sich Konzernchef WAVE vorsichtig.
Die Nachfrage sei robust und der KI-Trend halte ungebrochen an.
Unter Druck stünden allerdings sogenannte preissensible Marktsegmente, also Bereiche wie günstige Smartphones oder Haushaltselektronik, in denen die Kundschaft empfindlich auf höhere Preise reagiere.
Steigende Komponentenpreise und wirtschaftliche Unsicherheiten könnten dort die Nachfrage dämpfen.
Während TSMC von der enormen Nachfrage nach KI-Chips profitiert, sieht es für andere Teile der Branche weniger rosig aus.
Viele Anbieter von KI-Infrastruktur könnten laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Sie stecken derzeit enorme Summen in neue Rechenzentren und Hardware für KI, dürften aber durch den Verkauf von KI-Rechenleistungen an ihre Kundschaft deutlich weniger einnehmen.
Besonders betroffen seien die Neo-Clouds, also spezialisierte Cloud-Anbieter, die sich auf KI-Anwendung konzentrieren, etwa Nebios oder CoreWeave.
Gartner rechnet damit, dass rund 80 Prozent von ihnen bis 2030 nicht mehr eigenständig bestehen können.
Ihre Kosten sind hoch und sie hängen stark von einem einzigen Geschäftsfeld ab.
Hinzu kommt, dass die eingesetzte Hardware schnell veraltet und an Wert verliert.
Großen Anbietern wie Amazon, Meta und Google könnte dieser Entwicklung entgegenkommen.
Ihre Umsätze stammen aus vielen verschiedenen Geschäftsfeldern, sodass sie auch nicht rentable KI-Investitionen länger durchhalten können.
Am Ende könnten sie als dominierende Anbieter übrig bleiben.
Künstliche Intelligenz hat in Deutschland bislang kaum Arbeitsplätze gekostet.
Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB hervor.
In Berufen, die besonders stark von KI betroffen sind, etwa im Büro und Wissensarbeit, hat sich die Beschäftigung seit 2022 sogar günstiger entwickelt als in weniger betroffenen Jobs.
Das allerdings gilt nur für Beschäftigte ab 30 Jahren.
Bei den Berufseinsteigern zwischen 20 und 29 Jahren beobachtet das IAB leicht negative Effekte.
Als Hauptgrund für den schwierigeren Einstieg sieht das IAB allerdings die schwache Konjunktur.
Jüngere Beschäftigte seien davon besonders betroffen, da ihre Stellen in wirtschaftlich schwachen Phasen oft als erstes wegfallen.
SpaceX AI hat mit Grog Voice 3.0 ein neues KI-Modell für Sprachdialoge in Echtzeit vorgestellt.
Solche Modelle werden vor allem im Kundendienst eingesetzt, um Anliegen per Telefon ohne menschliches Zutun zu klären.
Das Modell soll menschlicher als der Vorgänger wirken, da es offenbar Sprechpausen und Zwischenrufe besser erkennt.
In unabhängigen Tests von Artificial Analysis liegt das Modell im Gesamtindex vor den Konkurrenzprodukten von OpenAI und Google.
Besonders deutlich fällt der Fortschritt bei simulierten Kundendienstgesprächen aus.
In Blindtests mit menschlichen Teilnehmenden landet GrogVoice 3.0 dagegen nur auf Rang 3.
Laut SpaceX AI wird das Modell bereits in Tesla-Fahrzeugen und im Sprachmodus von GrogBot genutzt.
Auch beim Satellitendienst Starlink beantwortet es Kundenanrufe.
Rund 70 Prozent davon schließt die KI ohne menschliche Hilfe ab.
Crock Voice läuft nur über die Cloud.
Es folgen nun drei KI-Neuheiten dieser Woche, die offen zugänglich sind und sich auf eigener Hardware betreiben lassen.
Los geht's mit einem futuristisch betitelten neuen Nvidia-Modell.
Nvidia verdient sein Geld zwar mit Chips, bringt aber immer öfter auch eigene KI-Modelle heraus.
Und das für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos.
Mehr dazu von Jonathan Kemper von The Decoder.
Nvidia will, dass Unternehmen ihre KI-Agenten selbst betreiben, statt sie bei OpenAI oder Anthropic einzukaufen.
Dafür hat der Chip-Designer ein neues offenes Modell namens Nemotron 3.5 Super VL veröffentlicht.
Es ist für Agenten gedacht, die dauerhaft im Hintergrund laufen und zum Beispiel Verträge prüfen, Belege abtippen oder Tabellen und Diagramme in langen Dokumenten auswerten.
Das Modell versteht dafür neben Text auch Bilder und Videos.
Nvidia hat SuperVL aus seinem größten Modell Nemotron 3 Ultra destilliert.
Das kleinere Modell hat also gelernt, die Antworten des Großen nachzuahmen.
Mit 120 Milliarden Parametern ist es nur ein Fünftel so groß, soll bei Agentenaufgaben aber ähnlich genau arbeiten.
Laut Nvidia erreicht SuperVL dabei auf einer einzelnen GPU bis zu 5x mehr Token-Durchsatz als andere offene Modelle ähnlicher Größe.
An die geschlossenen Spitzenmodelle von Anthropic oder OpenAI kommt es in den Benchmarks allerdings nicht heran.
Unternehmen können das Modell mit eigenen Daten nachtrainieren und auf eigenen Servern betreiben.
Das machen laut Nvidia bereits dutzende Firmen.
Der Zahlungsdienst Ramp wandelt damit Fotos von Belegen in strukturierte Daten um, Salesforce will damit Verwaltungsabläufe in Behörden automatisieren und CrowdStrike baut damit Agenten, die Unternehmensnetzwerke verteidigen sollen.
Nvidia veröffentlicht neben den Gewichten auch Datensätze und Trainingsrezepte.
Damit ist SuperVL offener als viele andere Openweight-Modelle.
Für lokale Rechner bringt Nvidia zusätzlich das kleinere Modell Bolt heraus.
Nvidia hat es so stark komprimiert, dass es mit 24 GB Speicher auskommt.
Das ist allerdings immer noch so viel, dass es vor allem auf teuren Workstations läuft.
Eine Version mit nur 4 GB für Sprachassistenten soll später im Monat folgen.
Alle neuen Modelle sind auf NVIDIA-Hardware abgestimmt, vom Server im Rechenzentrum bis zum Laptop.
Je mehr Unternehmen offene Modelle selbst betreiben, desto mehr NVIDIA-Chips verkauft der Konzern.
Meta, Google, Anthropic und OpenAI entwickeln dagegen zunehmend eigene Chips für ihre Modelle.
Danke, Jonathan.
Das Freiburger Startup Black Forest Labs stellt sein neues Bildmodell Flux 3 Image Klein als Openweight-Modell bereit.
Es erzeugt hochauflösende Bilder aus Text, bearbeitet bestehende Bilder und verarbeitet bis zu 10 Referenzen.
Mit 5,6 Milliarden Parametern ist es deutlich kleiner als sein Vorgänger und schneidet in den internen Tests trotzdem besser ab als alle anderen offenen Modelle.
Eine komprimierte Version läuft schon auf Grafikkarten mit 8 GB Speicher.
Auf einer RTX 4070 braucht ein Bild weniger als 9 Sekunden.
Unternehmen mit weniger als 5 Millionen Dollar Jahresumsatz dürfen das Modell kostenlos kommerziell nutzen.
Meta veröffentlicht mit MuseSpark Open erstmals seit der Lama-Reihe wieder ein offenes Sprachmodell.
Meta bezeichnet es als das leistungsfähigste Open-Wade-Modell aus den USA.
Ausgelegt ist es auf Programmierung und Agentenaufgaben.
Das Modell hat 816 Milliarden Parameter, von denen 42 Milliarden gleichzeitig aktiv sind, verarbeitet bis zu eine Million Token und versteht Text, Bild, Video und Audio.
In Benchmarks liegt es laut Meta zumindest teils deutlich vor chinesischen Modellen wie Qen, GLM und Kimi.
An Muse Wonder, das Meta erst am Montag als sein erstes Spitzenmodell vorgestellt hat, kommt es aber nicht heran.
Optimiert hat Meta das offene Modell für Apples M5 Ultra.
Für den lokalen Betrieb sind dennoch mindestens zwei Mac Studios mit je 512 GB Speicher empfohlen.
Die Modellgewichte, also die trainierten Parameter des Modells, stehen kostenlos auf Hugging Face bereit.
Vom offenen Muse-Modell jetzt zum geschlossenen Cloud-Dienst.
Da steht Metters KI-Assistent Muse wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik.
Der KI-Assistent legt offenbar detaillierte Dossiers über Verwandte, Freunde und Bekannte seiner Nutzerinnen und Nutzer an.
Das haben mehrere Sicherheitsforscher dokumentiert, nachdem sie die KI dazu brachten, interne Dateien preiszugeben.
Muse erstellt demnach zunächst leere Dateien zu einzelnen Personen aus dem Umfeld der nutzenden Person und füllt diese nach und nach mit Informationen.
Gespeichert werden da etwa Namen, Geburtstage, Adressen und Berufe.
Hinzu kommen Angaben, wie oft sich die nutzende Person und die jeweilige andere Person austauschen, wann sie zuletzt Kontakt hatten und was sie gemeinsam erlebt haben.
Auch wie nahe sie sich stehen und wie am besten mit dieser anderen Person kommuniziert wird, soll festgehalten werden.
Dafür greift Muse offenbar auch auf Daten aus Facebook und Instagram zurück.
Problematisch wirken zudem die Datenschutzpraktiken.
Chat-Transkripte bleiben offenbar erhalten, selbst wenn Nutzerinnen und Nutzer sie haben löschen lassen.
Ein Metasprecher betonte, dass ein KI-Assistent nur mit solchen Kontextinformationen nützlich sein könne.
Muse greife dabei nur auf öffentlich zugängliche und freiwillig geteilte Daten zu.
Mehrere US-Bundesstaaten klagen gegen OpenAI.
ChatGPT habe Nutzerinnen und Nutzer dazu angeleitet, sich selbst zu gefährden, so einer der Vorwürfe.
Die Staaten fordern Schadensersatz und eine Reihe von Maßnahmen von OpenAI.
Tomislav Besmalinovic berichtet.
Acht US-Bundesstaaten gehen mit eigenen Klagen gemeinsam gegen OpenAI vor.
Beteiligt sind Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia.
Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, die Risiken von ChatGPT für Minderjährige verharmlost und den Chatbot irreführend als sicher dargestellt zu haben.
Nach Darstellung der Kläger soll ChatGPT-Nutzer zu Selbstverletzungen und zum Suizid angeleitet sowie bei der Planung von Gewalttaten unterstützt haben.
Der Chatbot könne Wahnvorstellungen verstärken und gefährliche medizinische Ratschläge geben.
Einzelne Staaten werfen OpenAI zudem vor, persönliche Daten Minderjähriger ohne die erforderliche Einwilligung erhoben zu haben.
Arizona sieht darin auch kommerzielle Interessen.
Die Staaten fordern unter anderem Geldbußen, Schadensersatz und die Herausgabe von Einnahmen.
Gefordert werden außerdem Alterskontrollen, Nutzungszeitbegrenzungen und Datenlöschung.
Arkansas verlangt sogar weitere Tests fortgeschrittener KI und die Entwicklung selbstverbessernder Modelle auszusetzen, bis ausreichende Sicherheitsvorkehrungen bestehen.
OpenAI verweist auf bestehende Schutzmaßnahmen wie Elternkontrollen und Pausenerinnerungen.
Das Unternehmen will den Schutz weiter ausbauen und mit den Bundesstaaten zusammen an branchenweiten Regeln arbeiten.
Danke, Tomislav.
Das Landgericht Köln hat dem Betreiber von Snapchat untersagt, Daten aus Chats mit dem hauseigenen KI-Chatbot für personalisierte Werbung zu nutzen.
Hält sich das Unternehmen Snap nicht an das Urteil, drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld pro Verstoß.
Voraussetzung ist, dass die Entscheidung rechtskräftig wird.
Die Richter stellten klar, dass die Nutzungsbedingungen für den KI-Chatbot gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen.
Snap hatte Einwilligungen für die Datenverarbeitung bereits voreingestellt.
Nutzerinnen und Nutzer stimmten damit unbemerkt auch der Verwendung ihrer Daten für zielgerichtete Werbung zu.
Alles, was im Chat mit der KI geschrieben wird, floss laut Snap in die Werbeausspielung ein.
Das Gericht ließ auch das Argument eines berechtigten Interesses nicht gelten.
Geklagt hatte der Bundesverband der Verbraucherzentrale.
Besonders bei Daten Minderjähriger gelten im europäischen Recht inzwischen strenge Vorgaben.
Auch durch den Digital Services Act.
SNAP kann gegen das Urteil in Berufung gehen.
Und das war das KI-Update von Heiser Online vom 16.
Oktober 2026.
Eine neue Folge gibt es immer montags, mittwochs und freitags um 15 Uhr.
