# Berkshire Bets, AI Supply Chains, and Market Volatility

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-15

## Transcript

Berkshire Hathaway hat gestern in unsere Podcast-Stammaktie Bending Spoons investiert.
Die Aktie ist danach 50% gestiegen.
Außerdem gab es gute und schlechte Nachrichten für ASML.
Es gab zu hohe Inflation in den USA und wir müssen über den Mango-ETF sprechen.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Donnerstag, der 15.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Europa.
Die gute ist, dass die mit Abstand wertvollste europäische Firma für die KI-Welt immer wichtiger wird und auch immer mehr Aufträge kriegt.
Die schlechte ist, dass man davon an der Aktie noch nicht so viel sieht.
Fairerweise ist die Aktie von ASML ja dieses Jahr schon so um die 60% gestiegen, in den letzten sechs Monaten aber nur noch so um die 15%.
Gestern meinte ASML dann, dass sie extrem starke Nachfrage von den Kunden wie TSMC oder Intel haben, die dann nicht nur viele Bestellungen für 2028 abgeben, sondern sogar schon für 2029 und teilweise für 2030, was in der Branche ziemlich ungewöhnlich ist.
Jetzt kennen wir das große Problem bei ASML, weil die Maschinen so unfassbar komplex sind, dauert es einfach sehr lange, bis sie die Produktion...
hochfahren können, aber auch da gab es gestern zumindest ein gutes Zeichen.
Bisher haben sie nämlich geplant, dass sie die Produktion jedes Jahr 30% erhöhen.
Jetzt schauen sie gerade, wie sie mehr als 30% hinkriegen.
Außerdem meinten sie, dass sie gerade eine neue Runde an Preisverhandlungen abgeschlossen haben und das ist für ASML super wichtig, weil wenn der Produktionsausbau schon beschränkt ist, sind natürlich Preise ein Weg, wie man trotzdem ganz gut wachsen kann.
Damit aber nochmal zurück zur Aktie und der Frage, warum die nicht stärker steigt, wenn die Zahlen so gut sind.
ASML hat gestern eben auch gezeigt, dass sie selbst bei dieser massiven Nachfrage gerade nicht viel stärker als die 30% wachsen können.
Sie arbeiten zwar dran, aber das sind dann vielleicht ein paar Prozent mehr.
Und wenn man diese Abwärtsphase in ein paar Jahren einberechnet, reicht das aktuelle Wachstum vielleicht einfach nicht für eine noch höhere Bewertung aus Sicht der Investoren.
Zum Glück hat es gestern aber bei einer anderen europäischen Tech-Firma für eine höhere Bewertung gereicht, über die ich in letzter Zeit sehr oft gesprochen habe, nämlich über Bending Spoons.
Also diese Tech-Firma aus Italien, die alle möglichen Firmen wie Evernote, Komoot, Tractive oder AOL aufgekauft hat, dann immer einen Großteil der Mitarbeiter entlässt, die Kosten, das Produkt und den Umsatz optimiert und damit bisher eben auch extrem gute Ergebnisse gemacht hat.
Bending Spoons hat mit diesem Konzept vor ein paar Monaten beim Börsengang auch schon Berkshire Hathaway überzeugt, die da eben investiert haben beim IPO.
Und gestern kam raus, dass Berkshire Hathaway nochmal über 300 Millionen Dollar in Bending Spoons investiert hat und jetzt sogar 4% an der Firma hält.
Man muss dazu sagen, dass Berkshire die Aktien direkt von Bending Spoons gekauft hat.
Die kriegen dadurch neues Geld, um eben wieder Übernahmen zu finanzieren.
Und sie haben es eben zu einem kleinen Discount gekauft, nämlich zu einem Kurs von 33 Dollar.
Und das ist ein bisschen günstiger als das, was die Aktie am Dienstag wert war.
Trotzdem ist der Kurs gestern nach der News, wie ich im Intro schon gesagt habe, um 50 Prozent nach oben geschossen.
Denn das Modell von Benning Spoons ist ja schon ein bisschen ungewöhnlich.
Und es ist auch ein bisschen schwer, die Aktie zu bewerten.
Und dass Berkshire da investiert, ist da einfach ein Vertrauensbeweis.
Auch wenn natürlich diese 300 Millionen Dollar für Berkshire eher Peanuts sind.
Tendenziell macht das Investment aber schon Sinn für Berkshire, weil die müssen ja irgendeinen Weg finden, um dieses ganze Cash, das sie rumliegen haben, zu einer sinnvollen Verzinsung anzulegen.
Und Bending Spoons ist auf der anderen Seite eine Firma, die es eben schafft, in einer bestimmten Nische gerade sehr effizient Geld anzulegen.
Und man könne sich bei größeren Deals auch vorstellen, dass die beiden dann sogar zusammen co-investieren.
Und es gibt noch eine ganz spannende Connection und zwar ist eine der großen Inspirationen der Bending Spoons Gründer, so sagen sie es zumindest, Henry Singleton.
Der hat Teledyne gegründet und Warren Buffett meinte mal, dass Singleton aus seiner Sicht den stärksten Track Record, also die stärkste Historie hat der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte, wenn es darum geht, kapitaleffizient einzusetzen.
Wer übrigens nochmal genauer wissen will, wie das Modell von Benning Spoons funktioniert, wie man die Aktie von der Bewertung her angehen kann, kann nochmal unsere Folge vom 16.
September anhören.
Jetzt habe ich viel über gute Nachrichten geredet.
Eigentlich war die Stimmung gestern aber ziemlich bescheiden, vor allem an den amerikanischen Börsen.
Die Kerninflation, also ohne Energie- und Lebensmittelpreise, ist nämlich schneller gestiegen, als 85% der Ökonomen, die Bloomberg befragt hat, erwartet haben.
Hohe Inflation heißt dann auch wieder, dass die Zentralbank die Zinsen wahrscheinlich stärker anheben muss.
Entsprechend sind gestern Anleihenkurse wieder gefallen.
Die Zinsen auf Anleihen sind gestiegen und hohe Zinsen mag die Börsen nicht, also ging es da eben runter.
Sehr konkret hat man den ganzen Zinseffekt zum Beispiel beim Rechenzentrumsbetreiber Coreweave gesehen.
Da ging nämlich ein Tweet viral bzw.
ein X-Post, dass deren Anleihe mittlerweile eine Verzinsung von um die 15% hat und Elon Musk hat darauf mit Yikes geantwortet.
Die Aktie von Coreweave ist danach dann über 10% eingebrochen und auch die von anderen Konkurrenten, wie zum Beispiel Nebius, hat stark verloren.
Dann gab es gestern Zahlen von ein paar Finanzgiganten.
Einige davon, zum Beispiel Goldman Sachs oder JP Morgan, haben ja schon am Dienstag ihre Zahlen gebracht, paar andere eben gestern.
Und ziemlich enttäuschend war das Ganze bei der Bank of America.
Die Aktie hat 5% verloren, was unter anderem an der Strafe lag.
Die Bank of America hat nämlich gegen Geldwäschegesetze verstoßen bzw.
nicht das Richtige getan, um Geldwäsche...
Und deshalb müssen sie jetzt über eine Milliarde zahlen.
Das ist jetzt für die Bank of America erstmal verkraftbar, aber ein Analyst hat angemerkt im Analystencall, dass die Bank schon mal gesagt hat, dass sie diese Themen im Griff haben und da keine neuen Kosten kommen werden.
Jetzt gab es doch wieder neue Kosten.
Das schadet also einfach dem Vertrauen.
Dazu kommt dann noch, dass die Zahlen auch sonst nicht so berauschend waren.
Ich habe ja letzte Folge erzählt, dass bei Goldman Sachs der Aktienhandel 70% gewachsen ist im Vergleich zu vorher.
Bei Morgan Stanley ist er 40% gewachsen und bei der Bank of America gerade mal 10%.
Und dann fand ich im Finanzbereich noch zwei Zahlen spannend.
Erstens von BlackRock.
Die haben letztes Quartal wieder netto über 205 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital von Investoren in ihre Produkte gekriegt.
Und mittlerweile verwaltet BlackRock ein Vermögen von 15.500 Milliarden Dollar.
Das ist einfach mehr, als alle börsennotierten Firmen in der EU zusammenwert sind.
Die zweite krasse Zahl kam von Morgan Stanley.
Die haben in ihrem Wealth Management 232 Milliarden an zusätzlichem Vermögen von Kunden gekriegt.
Sie profitieren da vor allem davon, dass sie oft der IPO-Partner von Firmen sind.
Wenn also Firmen an die Börse gehen und die Mitarbeiter Aktien halten, dann liegen die oft automatisch bei Morgan Stanley.
Und wenn wir schon bei Mitarbeitern sind, Netflix hat gestern 1000 Mitarbeiter entlassen.
Das sind so 6% der gesamten Belegschaft und es ist damit auch der härteste Cut seit vier Jahren.
Begründet wurde das Ganze grob mit Effizienzmaßnahmen.
Die Börse hat nicht stark darauf reagiert.
Bei den großen Hörgeräteaktien gab es seit 2024 einen massiven Absturz.
Viele davon haben sich halbiert in den letzten Jahren.
Sonova aus der Schweiz und DeMont aus Dänemark haben sich aber schon wieder gut erholt.
DeMont ist alleine dieses Jahr über 60 Prozent gestiegen.
Aber es gibt noch eine Firma, Amplifon, das ist der größte Hörgerätehändler der Welt.
Der hängt noch ziemlich weit hinten.
Und Christoph hat sich mal angeschaut, warum das so ist und ob sich das vielleicht ändern könnte.
Weil in der Corona-Zeit auch Akustiker schließen mussten, Hörgeräte aber individuell angepasst werden, gab es nach der Pandemie einen Nachholboom.
Der hat dann wiederum aber auch zu einem Einbruch geführt.
In den USA gibt es dazu seit 2022 günstigere Geräte für leichte Hörprobleme, die man ohne Hörakustiker kaufen kann.
Sonova und Demand haben sich mit neuen Modellen daraus gearbeitet und Marktanteile gewonnen.
Demand hat sogar fast schon wieder das Niveau von 2024 erreicht.
Was war bei Amplifon also anders?
2024 war die Firma um die 8 Milliarden Euro wert.
Heute sind es rund 3,3 Milliarden.
Das liegt unter anderem daran, dass Amplifon keine Hörgeräte baut, sondern nur verkauft.
Da helfen also so neue Modelle nicht so viel, weil sie dadurch keine Marktanteile gewinnen und auch weniger von den Innovationsmargen abkriegen.
Und auch deswegen machen die Kollegen gerade eine riesige Übernahme.
Amplifon will GN Hearing kaufen.
Damit kämen dann Marken wie Resound oder Belltone dazu, genauso wie vier Werke und rund 5.500 Mitarbeiter.
Zusammen kommen beide dann auf rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz.
Amplifon will so mehr Geräte für die eigenen Läden selbst bauen und profitabler werden.
Das klingt erstmal gut, aber die Börse ist skeptisch.
Denn es gibt Konkurrenzthemen.
GN beliefert nämlich viele Konkurrenten von Amplifon.
Da gibt es die Sorge, dass die abspringen.
Gleichzeitig beliefern Sonova und Demand, also die Konkurrenten von GN, eben Amplifon.
Auch da können es Konflikte geben.
Das zweite Thema ist der Preis.
Der Deal ist mit über zwei Milliarden Euro ziemlich groß und damit riskant.
Dafür muss Amplifon einen Kredit für über eine Milliarde Euro aufnehmen und der Konzern hinter GN Hearing wird mit 17 Prozent an der Firma beteiligt.
Aber es gibt auch positive Seiten.
Größter Aktionär ist immer noch die Gründerfamilie Holland mit um die 40 Prozent und der Verwaltungsrat wird von Susan Carroll Holland geleitet.
Ihr Vater, Elginon Charles Holland, war mal britischer Geheimagent, hat im Zweiten Weltkrieg den italienischen Widerstand unterstützt und dann 1950 Amplifon gegründet.
um den Menschen zu helfen, die bei den Bombenangriffen ihr Gehör verloren haben.
Daraus ist heute eine Firma mit fast 10.000 Standorten in 24 Ländern und um die 2,5 Milliarden Euro Umsatz entstanden.
Und dass seine Familie immer noch so große Anteile hält, spricht eben dafür, dass die Firma eine langfristig sinnvolle Strategie verfolgt.
Wer daran glaubt, kriegt die Aktie gerade zum 16-fachen vom erwarteten Gewinn und damit viel günstiger als Sonova und Demand mit KGVs von weit über 20.
Die haben zwar in den letzten Jahren auch einen besseren Job gemacht und keine riesige Übernahme zu verdauen.
Andererseits zeigen ihre Aktien auch, wie schnell Bewertungen in dem Bereich fallen, aber eben auch steigen können.
Das liegt an meinem scheiß Telefon, Mann!
Thomas, wir können uns so nicht unterhalten, es geht mir auch umsacken!
Wir müssen über Mangos sprechen.
Es gibt in den USA nämlich einen neuen Mangos ETF von Corgi, der investiert in Meta, Anthropic, Nvidia, Google, OpenAI und SpaceX.
Deswegen auch der Name Mangos, also von den ganzen Anfangsbuchstaben.
In dem ETF stecken aktuell 75 Millionen Dollar, also relativ klein.
Rund 22 Prozent stecken jeweils in Meta, Nvidia, Google und SpaceX und die restlichen 12 Prozent dann in OpenAI und Anthropic.
So weit, so gut.
Stellt sich nur die Frage, wie der ETF eigentlich in OpenAI und in Flopik investiert.
Die sind ja noch gar nicht an der Börse.
Es könnte natürlich sein, dass der ETF die Firmen privat gekauft hat, also abseits der Börse.
Das wäre für den ETF aber eher problematisch.
Denn erstens sollte der ETF ja immer zu dem Preis handeln, zu dem die Wertpapiere handeln, die drinstecken, nur weiß ja niemand bei Anthropic oder OpenAI, was die Tagesaktuell gerade wert sind.
Außerdem kann ich einen ETF immer verkaufen, Aktien, die ich privat halte, kann ich aber nicht immer verkaufen.
Ich muss ja erst absetzter Börse einen Käufer finden.
Wenn also viele Leute den ETF verkaufen würden, hätte der Corgi-ETF ein Problem.
Die Lösung des Problems können sich die treuen Hörer unter euch vielleicht schon denken.
Und zwar habe ich ja dieses Jahr schon sehr oft über Hyperliquid gesprochen und auch darüber, dass man auf dieser dezentralen Kryptobörse Perpetual Futures kaufen kann, also im Grunde Wetten auf bestimmte Kurse.
Früher hat man dann damit vor allem auf Kryptokurse gewettet, dann auf Ölkurse, aber seit diesem Jahr gibt es auch immer mehr Wetten auf Kurse von nicht börsennotierten Firmen, wie eben Anthropic und OpenAI.
Der ETF könnte also einfach Perpetual Futures kaufen.
Das Problem ist nur, dass diese Perps auf Kurse von Firmen, die noch nicht an der Börse sind, in den USA verboten sind.
Genau das Problem haben die Kollegen von Corgi aber kreativ gelöst.
Sie nutzen dafür einfach Swaps.
Also im Endeffekt schließt Corgi dann einen Vertrag mit einer anderen Investmentfirma ab.
die ihr die Rendite dieser Perps garantiert.
Die Investmentfirma kauft dann wahrscheinlich im Hintergrund selbst die Perps, aber damit hat ja Corgi erstmal nichts zu tun, sondern kriegt einfach nur die Rendite davon.
Dass sowas von der Börsenaufsicht in den USA zugelassen wird, ist schon ein bisschen absurd und es ist vor allem auch für die Firmen selbst nicht immer gut.
Ich finde, das hat Matt Levine von Bloomberg in seinem Newsletter ganz gut erklärt, ist übrigens aus meiner Sicht einer der besten Newsletter zu so nerdigen Finanzthemen, die es gibt.
Und zwar meinte er, dass man ja eigentlich in der traditionellen Welt, wenn man als Investor vom Aufstieg von Anthropic profitieren will, bis sie an der Börse sind, selbst in Anthropic investieren muss.
Man muss also ihre Aktien kaufen.
So kommt Anthropic dann auch an das Geld, das sie für die ganzen Rechenzentren brauchen.
Nur hat so ein Investment eben die Nachteile, über die ich vorher gesprochen habe.
Es gibt keine tagesaktuellen Preise und ich kann es auch nicht zu jeder Zeit verkaufen.
Für Investoren sind also eigentlich Perpetual Futures die viel gemütlichere Variante, weil ich die eben die ganze Zeit zu einem bestimmten Kurs handeln kann.
Wenn das dann aber dazu führt, dass Investoren eher diese Wetten kaufen, statt die wirklichen Anteile, macht es es für die Firmen eben viel schwerer Geld einzusammeln.
Soweit mal zu den Mangos.
Sonst gab es in der Kryptowelt noch einen Börsengang, über den viel gesprochen wurde, nämlich von Evernorff.
Die halten um die 500 Millionen Dollar an Ripplecoins und haben genau derselbe Konzept, das Strategy für Bitcoins hat.
Ist also eine börsennotierte Firma, die eigentlich nichts anderes macht, als eben Ripple-Coins zu kaufen und zu halten.
Für Ripple könnte das langfristig ein Kurstreiber sein, aber am Ende wird es auch nur ein Kurstreiber, wenn der Ripple-Coin an sich wieder ein bisschen zulegt.
Wenn Ripple das nicht macht, wird sich nämlich auch niemand für die Evernorth-Aktien interessieren.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios!
