# Chip Supply Risks and Value Investing Opportunities

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-14

## Transcript

Speicherchip-Aktien leiden mal wieder unter China, genau wie Johnson & Johnson.
Außerdem gab es gestern neue Zahlen von den großen US-Banken mit alles in allem gute Nachrichten für die Wirtschaft und für die Trading-Welt.
Und wir haben außerdem noch einen Investor dabei, dem Warren Buffett sein Geld anvertrauen würde, den aber fast niemand kennt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 14.
Oktober und das ist ohne Aktienwert schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die übrigens neben dem Broker auch noch einen der besten YouTube-Accounts meiner Meinung nach in Deutschland haben.
Link dazu ist wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Micron nervt mich was.
Das hat gestern einer von euch unter der letzten Folge kommentiert, nachdem die Micron-Aktie wegen dem chinesischen Konkurrenten CXMT gefallen ist.
Und gestern hat Micron dann noch mehr genervt.
Genau wie Samsung, ASML, LAM Research und viele andere Chip-Aktien.
Vor allem Speicher-Chip-Aktien und welche von Chip-Maschinenherstellern.
haben die alle jedenfalls deutlich verloren.
Und das scheint so ein bisschen immer noch an derselben CXMT-News zu liegen, zu der sich nämlich auch noch Elon Musk gemeldet hat auf X.
Er meinte, dass die Chinesen extrem gut darin sind, die Produktion von bestimmten Dingen auszurollen, wenn sie einmal rausgefunden haben, wie man sie entwickelt.
Das hat er selbst ja auch schon bei E-Autos erlebt.
Und dass darunter gestern nicht nur die Speicherchip-Aktien selbst, sondern auch die von den Chip-Maschinenherstellern gelitten haben, liegt eben daran, dass sehr viel Zusatznachfrage bei den Chip-Maschinenherstellern eben von den großen Speicherchip-Playern kommt, die die Produktion gerade so stark ausbauen.
Fairerweise muss man jetzt auch sagen, dass viele diese CXMT-Gefahr gar nicht für so gravierend halten, vor allem kurzfristig nicht.
Aber es ist eben generell eine Branche mit viel Unsicherheit, weil die Speicherchip-Industrie eigentlich immer eine mit so einem klassischen Schweinezyklus war.
Es gab also krasse Boomphasen, wo alle viel Geld verdient haben, dann alle viel im Produktionsausbau investiert haben.
Dann gab es aber zu viel Produktion, die Preise sind gesunken, damit auch die Gewinne und dann gab es wieder Passzeiten.
Die Frage ist jetzt, ob das durch Speicherchips bzw.
KI-Speicherchips endlich mal anders sein wird, aber die Sorge ist eben da.
Eine der großen Ausnahmen unter den KI-Aktien war gestern mal wieder Meta, da hat die Aktie 2% zugelegt, weil Meta eben ein neues KI-Modell vorgestellt hat.
das wohl mit den neuesten Modellen von Anthropic und OpenAI mithalten soll.
Jetzt kann man sicher debattieren, ob das für die KI-Welt insgesamt so eine gute Nachricht ist.
Wenn nämlich immer mehr Firmen wirklich diese High-End-KI anbieten, wird die Frage sein, ob Anthropic und OpenAI damit so viel Umsatz machen können und so hohe Preise durchsetzen können, wie sie eigentlich planen.
Und wenn sie das nicht können, dann wird es für sie auch schwerer, neues Geld von Investoren zu kriegen und dann wird auch weniger Geld in neue Rechenzentren fließen.
Für Meta selbst ist natürlich ein sehr gutes Zeichen, dass sie da wieder aufgeholt haben, nachdem sie ja schon ziemlich abgehängt waren im KI-Bereich.
Und mich hat es ein bisschen an den Spruch von Peter Thiel vor ein paar Jahren erinnert, wo er meinte, never bet against Elon, also wette niemals gegen Elon Musk.
Und wenn man sich die letzten Jahre bei Meta mit den Aufs und Abs anschaut, muss man fast sagen, never bet against Mark.
Neben KI und Meta gab es neue Tech-News bei Apple.
Da wird ja seit Monaten drauf gewartet, dass sie ihre neuen Smart-Home-Geräte vorstellen.
Gestern war es dann soweit.
Es gibt Kameras, Videoklingeln, Thermostate.
Das entwickelt Apple alles gemeinsam mit Schneider Electric und LG.
Und der Kern von den ganzen Smart-Home-Produkten ist das Apple-Gerät HomeView.
Da gibt es dann einen Screen, wo man eine Übersicht über das ganze Haus oder die ganze Wohnung hat.
Und das soll dann auch per Siri von verschiedenen Familienmitgliedern oder Mitbewohnern gesteuert werden.
Die Apple-Fans unter euch muss sich aber direkt mal enttäuschen.
Wegen den KI-Richtlinien bei uns wird es HomeView nämlich in Europa erstmal nicht geben.
Alle Apple-Aktionäre können sich aber zumindest über einen neuen Wachstumsweg freuen, auch wenn es ziemlich lang dauern wird, wenn überhaupt, bis diese Home-Geräte den Umsatz relevant pushen.
Oder mal anders gesagt, für 10% Umsatzwachstum braucht Apple ca.
50 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz.
Dafür müsste man einfach 160 Millionen Stück vom neuen HomeView für 299 Dollar verkaufen.
Neben Tech gab es einen Kursabsturz beim Freizeitparkbetreiber Six Flags Entertainment, der einen tragischen Hintergrund hat.
Und zwar ist die Aktie 15% gefallen, weil in einem Freizeitpark in Georgia ein Mensch ums Leben gekommen ist und viele weitere verletzt wurden.
Viele Details zu dem Ganzen gab es noch nicht, aber es ist auf jeden Fall so, dass Six Flags in letzter Zeit öfter kritisiert wurde wegen den Sicherheitsvorkehrungen.
Und passiert ist das Ganze wohl in der Achterbahn Goliath und deswegen hat Six Flags...
auch Achterbahnen an sechs anderen Standorten geschlossen, die ähnlich zu Goliath waren.
Und zum Schluss habe ich noch schlechte Nachrichten bei einer Aktie, die bei vielen Investoren sehr beliebt ist, nämlich Johnson & Johnson.
Die sind ja vor allem deswegen beliebt, weil sie seit 64 Jahren jedes Jahr die Dividende angehoben haben und weil der Markt, in dem sie aktiv sind, grundsätzlich einfach stark wächst, vor allem im Medizintechnikbereich, ist es ja so, dass Johnson & Johnson davon profitiert, dass es tendenziell immer mehr OPs geben wird, je älter die Bevölkerung wird.
Letztes Quartal ist dieser Medizintechnikbereich trotzdem nur 2,5% gewachsen, damit weit unter den Erwartungen und das hat eben auch die Aktie über 5% ins Minus gepusht.
Spannend fand ich aber noch die Hintergründe zum Abschluss und zwar ist es erstens so, dass Johnson & Johnson mit dem Effekt vom Volume-Based Pricing System in China kämpft.
Das wurde dort eingeführt und im Grunde ist es jetzt so, dass es bei den größten Medizintechnikverfahren einfach einen Bieterstreit gibt, wo dann der günstigste Anbieter alle öffentlichen Krankenhäuser in China beliefern darf.
Und das sorgt natürlich einfach für massiven Preisdruck.
Und der zweite Druck kommt tragischerweise aus dem Mittleren Osten.
Dort fahren immer mehr Länder nämlich ihre Gesundheitsbudgets runter, weil sie das Geld in Verteidigung investieren müssen.
Greg Alexander kennt ja selbst viele Hardcore-Value-Investoren nicht.
Ich bis vor kurzem auch nicht.
Der Kollege hat kein Buch geschrieben, es gibt keine Interviews und auf der Webseite von seinem eigenen Investmentfonds gibt es sich mal ein Bild von ihm.
Dabei ist Greg laut dem legendären Value Investing Professor Bruce Greenwald einer von drei Leuten, von denen Buffett gesagt hat, dass er ihm selbst sein Geld anvertrauen würde.
Die anderen beiden sind übrigens Lilou, den kennt man ja vielleicht als chinesischen Warren Buffett, und Seth Klarman, der sein Buch Margin of Safety für 1000 Dollar verkauft.
Aber zurück zu Greg.
Der verwaltet mittlerweile über seine Investmentfirma Conifer seine eigenen Fonds, die Acacia Fonds, in denen stecken über 4,5 Milliarden Dollar und 2022 hat er sich über die in die Group One Automotive eingekauft.
Das ist eine 3 Milliarden Dollar schwere Autohauskette und jetzt, wo die Aktie von ihrem Hoch von vor einem Jahr über 50% gefallen ist, hat er seine Position auf 300 Millionen Dollar fast verdoppelt.
Damit gehören ihm über 15% an dem Unternehmen und sein Fonds hat jetzt auch einen eigenen Sitz im Verwaltungsrat und Greg ist auch nicht der einzige, der kauft.
Seitdem Greg ursprünglich eingestiegen ist, hat die Firma selbst knapp 30% ihrer eigenen Aktien zurückgekauft.
Die haben also einfach ein Drittel von den eigenen Aktien aus dem Markt gesaugt.
Aber was macht jetzt ein Autohaus überhaupt so spannend und warum ist die Aktie so krass gefallen?
Gubon hat seine Autohäuser in den USA und in Großbritannien und macht zwar über 80% von seinem 20 Milliarden Dollar Umsatz mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen, über 70% vom Bruttogewinn, kommt aber durch Finanzierung, Versicherung und das Ersatz- und Servicegeschäft.
Und zur Inspektion und Reparatur muss ich eben jedes Jahr fahren.
Bei Garantiereparaturen muss ich es oft in der Vertragswerkstatt machen.
Dadurch ist das Business stabiler als der Autoverkauf an sich.
Und die Autofahrer unter euch haben es wahrscheinlich auch schon selbst gemerkt, dass die Reparaturen mit der ganzen neuen Technik in den Autos eher teurer und komplexer werden und davon profitieren dann eben auch wieder so eine große Profikette.
Und genau deshalb war dieses Geschäft auch einer der Wachstumstreiber der letzten Zeit, die auch die Aktie in den letzten 10 Jahren im Schnitt mit 15% nach oben gepusht hat.
Jetzt habe ich viel erzählt, dass das Business stabil ist.
Trotzdem sind durch steigende Zinsen und die Zölle Autos für viele Amerikaner zu teuer geworden.
Seit einem Jahr fällt deshalb auch der Umsatz bei Group One und vor ein paar Wochen hat Konkurrent AutoNation gewarnt, dass Kunden mittlerweile sogar Reparaturen aufschieben.
Das würde dann sogar den eigentlich stabilen Teil vom Business treffen.
Das sind auch die Gründe, warum die Aktie so gefallen ist.
Mittlerweile wird sie gerade mal mit dem sechsfachen vom erwarteten Gewinn bewertet.
Schnitt der letzten 20 Jahre ist fast 10, also entspannte 70 Prozent mehr.
Die Firma hat aber auch ordentlich Schulden und die werden auch noch mehr.
Die Firma kauft nämlich für über eine Milliarde Dollar zehn Autohäuser in Atlanta.
Greg scheint das aber nicht abzuschrecken.
Der hat ja genau jetzt seinen Anteil verdoppelt.
Und wenn Buffett jemandem sein Geld anvertrauen würde, ist das wahrscheinlich kein schlechtes Zeichen.
Was die Reparatur kosten würde?
25.000 bis 30.000.
Für ein Auto, das 20.000 Euro gekostet hat?
Das ist heftig.
Ich habe ja beim Börsengang von SpaceX erzählt, dass die großen Investmentbanken damit sehr viel Geld verdient haben, weil der IPO einfach sehr groß war.
Aber ich habe auch erzählt, dass sie nicht so viel Geld verdient haben, wie man vielleicht denken könnte, weil Musk und Co.
die Gebühren einfach hart runterverhandelt haben.
Aber jetzt kam raus, dass die Banken noch einen anderen Anreiz hatten, den Börsengang richtig zu pushen.
Das hat man nämlich an den neuen Zahlen von Goldman Sachs gesehen.
Die hatten da fast 600 Millionen Dollar an Incentive Fees, also Anreizgebühren im Wealth Management.
Und damit mehr als sechsmal so viel wie vor einem Jahr.
Und entstanden ist diese Incentive Fee, eben weil Goldman Sachs schon vor ein paar Jahren den Kunden die Chance gegeben hat, in SpaceX zu investieren.
Dafür hat Goldman aber eine Gebühr gekriegt, wenn das Investment gut läuft.
Und genau die Gebühr ist dann eben nach dem IPO geflossen.
Sonst waren die Zahlen bei Goldman übrigens sehr solide.
Vor allem der Aktienhandel hat wieder geboomt, da ist der Umsatz 72% gewachsen gegenüber dem Vorjahr.
Und Goldman meinte dazu sogar, dass Kunden gerade so eine hohe Nachfrage nach Finanzierung in dem Bereich haben, also dafür, dass sie zum Beispiel Kredite für Aktienhandel kriegen, dass die Banken das eigentlich gar nicht abdecken können.
Und dadurch können sich die Banken natürlich auch auf die Finanzierungsthemen fokussieren, wo sie besonders viel Geld verdienen.
Spannenderweise sah es aber im Handel mit Zinsprodukten, wie zum Beispiel Anleihen, ein bisschen anders aus.
Da war der Umsatz sogar rückläufig, was ziemlich überraschend kam.
Aber es könnte eben auch an den höheren Zinsen liegen.
Zum Beispiel kann es daran liegen, dass Investoren durch den Zinsanstieg mit ihren Anleihen Verluste gemacht haben, die Verluste aber nicht realisieren wollen und deswegen erstmal nichts tun, die Anleihen liegen lassen und eben weniger handeln.
Insgesamt waren die Zahlen auf jeden Fall sehr solide, aber auch nicht viel besser als erwartet.
Entsprechend hat sich auch die Aktie nicht stark bewegt.
Und genauso war es gestern auch bei den Konkurrenten JP Morgan, Wells Fargo oder der Citigroup.
Die haben nämlich alle gleichzeitig ihre Zahlen vorgelegt.
Und das ist übrigens immer so, wenn die Earnings Season startet, also die Zeit, wo alle Firmen nach und nach ihre Quartalszahlen bringen, das startet meistens damit, dass eben die großen US-Banken ihre Zahlen bringen.
Die vergleichsweise stärksten Zahlen hatte übrigens die Citigroup, die ja seit Jahren eine Transformation durchmacht und sie hatte jetzt den höchsten Umsatz in dem dritten Quartal seit über zehn Jahren und mit über 10% Rendite seit Jahresanfang ist die Aktie der Citigroup auch von den vier Aktien mit Abstand der beste Performer.
Neben den Umsatz- und Gewinnzahlen sind die Quartalsberichte von den großen Banken für mich immer ein ganz guter Indikator dafür, wie es der Wirtschaft geht und es geht ihr tatsächlich überraschend gut.
Wells Fargo meinte zum Beispiel konkret, dass die Wirtschaft zwar weiter sehr unsicher ist, es sehr viel Unsicherheit gibt, aber sie trotzdem sehen, dass die Konsumenten mehr Geld ausgeben, Kreditausfälle niedrig sind und auch die Tagesgeldkonten und Depots immer weiter wachsen.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
