# China Disruption, Madison Air, and Infrastructure Plays

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-13

## Transcript

Der Klassenkamerad von Reinhold Wirth hat eine Milliardenfirma gegründet, in die man indirekt an der Börse investieren kann.
Wir haben uns mal angeschaut, was dahinter steckt.
Und davor gibt es den größten Tunnelbauer der Schweiz und natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 13.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und da haben uns ja viele gefragt, was ist, wenn man nicht das Standard Altersvorsorge-Depot will im nächsten Jahr, sondern mehr Flexibilität?
Und genau dafür hat Scalable Capital Ende letzter Woche ihr Altersvorsorge-Depot für Selbstentscheider vorgestellt.
Ihr könnt also selbst entscheiden, welche ETFs, LTIFs oder Fonds ihr besparen wollt.
Das Ganze ist gebührenfrei und es gibt noch einen Rentenbonus, der jetzt schon relevant wird.
Bei bestimmten ETFs von Scalable Capital, BlackRock, DWS und Vanguard wird euch nämlich die Gesamtkostenquote gutgeschrieben und reinvestiert als Rentenbonus für euch.
Und wer die Rentenbonus-ETFs ab jetzt schon im Depot bespart, kriegt die bis zum Jahresende anfallende Gesamtkostenquote dem Altersvorsorge-Depot im nächsten Jahr gutgeschrieben.
Mehr Infos, wie das genau funktioniert, gibt es wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Gestern ist die Pariser Automesse mit einer krassen Zahl gestartet.
Es sind nämlich 20 Automarken aus China dabei und damit doppelt so viele wie bei der letzten Ausgabe 2024.
Passend dazu hat VW gestern seine Verkaufszahlen fürs dritte Quartal veröffentlicht und es wurden 14% weniger Autos verkauft als vor einem Jahr und damit hat sich der Rückgang nochmal beschleunigt.
Und getrieben wurde das eben von China, wo der Absatz einfach 39% eingebrochen ist.
Dass die Aktie gestern trotz dieser Zahl nicht verloren hat, sondern leicht gestiegen ist, liegt erstens an niedrigen Erwartungen und zweitens daran, dass es ein paar Lichtblicke gab.
Zum Beispiel legen vor allem in Europa die E-Auto-Verkäufe sehr stark zu, was an günstigeren Autos und an höheren Benzinpreisen liegt.
Am Auftragsbestand machen E-Autos in Europa jetzt schon 40% aus.
Und ein kleiner Lichtblick war außerdem Zentral- und Osteuropa.
Das war die einzige Region in der ganzen Welt, in der letztes Quartal der Absatz insgesamt gestiegen ist, wenn auch fairerweise nur um 1%.
Spannend waren neben den VW-Zahlen noch Aussagen von der BYD-Managerin Stella Lee.
Sie meinte, dass BYD bald mehr als 10.000 Mitarbeiter in Europa haben wird.
und dass sie bis 2030 auf 40.000 kommen wollen.
Das macht auch Sinn, weil ja gerade immer mehr Exportbeschränkungen im Autobereich diskutiert werden und letzte Woche haben sich ja China und die EU erst geeinigt, dass erstmal weniger Hybridautos zu uns importiert werden.
Eine andere Branche, die gestern auch mit chinesischer Konkurrenz zu kämpfen hatte, ist die der Speicherchip-Hersteller.
Der chinesische Player in dem Markt, CXMT, hat nämlich wohl ein neues Design vorgestellt oder getestet, das deutlich mehr auf einem Chip speichern kann.
Danach haben Micron, Eski Hynix und die anderen Speicherchip-Aktien verloren.
Und das letzte China-Konkurrenzthema gab es bei LWM Asch.
Ähnlich wie Autobauer haben die Luxusmarken ja jahrelang ihre große Wachstumschance in China gesehen und leiden jetzt seit Jahren unter sinkenden Umsätzen.
Und LWM Asch leidet immer noch, wie man gestern an den neuen Quartalszahlen gesehen hat.
Da ist nämlich der Umsatz ohne Währungseffekte insgesamt 1% gestiegen.
Aber er ist in China wieder mal 5% eingebrochen und er ist vor allem im wichtigen Leder- und Fashion-Segment schon wieder 5% eingebrochen.
Spannend ist auch, dass in den USA, Japan und Europa der Umsatz überall sehr deutlich gestiegen ist, zwischen 4 und 6 Prozent.
Aber wie gesagt, in Asien ohne Japan, was eben vor allem China ist, ging es 5 Prozent bergab.
Man konnte das aber auch schon ein bisschen erwarten.
LWM Asch hat im dritten Quartal nämlich einen Rechtsstreit gegen die chinesische T-Kette Molli T gewonnen, weil ihr Logo zu ähnlich zu dem von Louis Vuitton ist.
Rechtsstreit gewinnen klingt jetzt erstmal gut, aber in China hat das einen Backlash ausgelöst und Kunden haben sich aufgeregt, dass LWM Asch gegen eine so viel kleinere chinesische Firma losgeht und haben dann entsprechend weniger geshoppt.
Das Gute ist eigentlich nur, dass die Börse das auch schon so halb erwartet hat.
Deswegen hat die Aktie gestern nach den Zahlen nur leicht verloren.
Aber der Turnaround zieht sich auf jeden Fall hin.
Eine andere europäische Luxusmarke im Turnaround hatte gestern keine neuen Zahlen, aber neue Investorenmeldungen.
Die Frazers Group, die sich ja gerade auch erst groß an Under Armour und Hugo Boss beteiligt hat, hat ihren Anteil an der Luxusmarke Burberry ausgebaut und hält jetzt über 7% der Stimmrechte.
Ob Frazers an der Strategie von Burberry was ändern will oder einfach von der bestehenden Strategie überzeugt ist, ist nicht klar.
Tendenziell wirkt die Strategie aber sinnvoll.
Burberry will sich nämlich mehr auf die bekanntesten Modelle wie den Trenchcode fokussieren und insgesamt ein bisschen günstiger werden.
Weil man von dieser Strategie an der Börse aber noch keine großen Effekte sieht, hat Frazers jetzt die Chance genutzt einzusteigen, beziehungsweise muss man wissen, dass sie die 7% der Stimmrechte gar nicht direkt halten, sondern sie halten das Ganze, indem sie Put-Optionen verkauft haben.
Wenn der Kurs dann auf ein bestimmtes Level fällt, muss Frazers dem Optionsinhaber die Aktien abkaufen zu einem bestimmten Preis.
Das ist ein bisschen wie ein Preisalarm, bei dem man aber zwischendurch mit einer Optionsprämie fürs Warten bezahlt wird.
Und apropos Warten, letzte Woche gab es ja Gerüchte, dass Starbucks, die eigentlich selbst im Turnaround stecken, darüber nachdenken, Chipotle zu kaufen.
Und wer da auf ein Update gewartet hat, den muss sich leider enttäuschen.
Starbucks hat den ganzen Deal gestern verneint, danach ist die Aktie leicht gestiegen und die von Chipotle leicht gefallen.
Leicht gestiegen ist außerdem die Aktie von Microsoft, nachdem die mit dem Maya 300 einen neuen eigenen KI-Chip vorgestellt haben, der deutlich effizienter sein soll als andere.
Das erklärt dann auch, wie so gestern Nvidia, Broadcom, AMD und die meisten anderen Chip-Aktien leicht verloren haben.
Microsofts Börsenwert ist danach übrigens ganz nebenbei wieder auf über 4000 Milliarden Dollar gestiegen.
Und leider auch gestiegen sind nach den tödlichen Houthi-Attacken auf den Flughafen in Saudi-Arabien die Ölpreise.
Norwegen baut gerade den längsten und tiefsten Unterwasserstraßentunnel der Welt.
Einen großen Teil davon baut eine Firma an der Börse und in die hat sich heute Christoph reingebohrt.
Rund 250 Meter unter einer kleinen Insel vor der norwegischen Küste werden gerade zwei Kreisverkehre gebaut.
Sie gehören zu Rockfast, einem Tunnel, der 27 Kilometer lang wird und an der tiefsten Stelle fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.
2033 soll er fertig sein, dann spart man zwischen Stavanger und Bergen rund 40 Minuten und eine Fährfahrt.
Gebohrt wird der Tunnel zum großen Teil von Implenia.
Das ist der größte Baukonzern der Schweiz.
Zusammen mit einer norwegischen Partnerfirma baut Implenia den südlichen und den mittleren Abschnitt.
Das sind laut eigenen Angaben rund 70 Prozent vom ganzen Tunnel.
Implenias Anteil an den Aufträgen liegt bei rund 750 Millionen Euro.
Im Plenja war schon am Gotthard Basistunnel beteiligt, dem längsten Eisenbahntunnel der Welt.
Grad baut die Firma am Brenner Basistunnel bei Innsbruck und an der neuen S-Bahn-Station unter dem Münchner Ostbahnhof.
In Schweden plant und baut im Plenja sogar an einem Endlager für Atommüll mit.
Dazu kommt der Hochbau, also Wohnungen, Schulen, Rechenzentren und neuerdings auch Gebäude fürs Militär in Deutschland.
Die Auftragsbücher, die sind entsprechend voll.
Im Plenja hat Aufträge über gut 9 Milliarden Euro und damit so viel wie nie.
Das reicht für fast zweieinhalb Jahre, denn der Umsatz liegt bei gut 3,5 Milliarden Euro.
Genau dieser Umsatz ist aber ein Haken.
Im Plenia ist in fünf der letzten sechs Jahre geschrumpft.
Das war zunächst auch gewollt.
Nach einer Krise hat Implenia unrentable Geschäfte abgestoßen und nimmt nur noch Aufträge mit ordentlicher Marge an.
Zuletzt lag es aber vor allem daran, dass große Infrastrukturprojekte gerade erst anlaufen.
Am Anfang wird da viel geplant und vorbereitet und es kommt nur wenig Umsatz rein.
Fürs ganze Jahr rechnet Implenia auch nur mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.
Für 2027 ist die Firma dann aber optimistischer.
Nach eigenen Aussagen soll der Umsatz dann zweistellig wachsen.
Auch die Marge soll steigen.
Bisher liegt die operative Gewinnmarge bei 4%.
Sie soll mittelfristig auf 4,5% steigen.
Vergleicht man das mal mit POR aus Österreich, die auch unter anderem im Tunnelbau aktiv sind, sind die Schweizer einen Prozentpunkt besser.
Dafür macht POR aber 6 Milliarden Euro Umsatz und ist in den letzten Jahren leicht gewachsen.
Trotzdem haben beide Aktien seit Jahresbeginn verloren.
POR knapp 10 Prozent, im Plenia sogar 20 Prozent.
Damit sind beide etwa gleich viel wert, nämlich bisschen mehr als eine Milliarde Euro.
POR kostet damit aber nur rund das Neunfache vom erwarteten Gewinn, im Plenia das Zwölffache und POR zahlt mit 3,5 Prozent auch mehr Dividende.
Dafür reichen im Plenias Aufträge länger als die von POR.
Ein Risiko teilen die beiden übrigens.
Bei diesen ziemlich dünnen Margen kann schon ein einziges Großprojekt zum Problem werden, wenn es teurer wird als geplant.
Das ist auch ein Grund, warum solche Tunnelprojekte oft mit Partnern gemacht werden, um das Risiko einfach zu teilen.
Auf der anderen Seite ist Tunnelborn aber auch eins der wenigen Geschäftsmodelle, das sehr sicher nicht von KI bedroht wird.
Mag in a vacuum tunnel.
Magnetische Levitation in a vacuum tunnel.
Diesen August ging mal wieder ein deutscher Hidden Champion für eine Milliardensumme an amerikanischer Eigentümer, nämlich der Ventilatorenhersteller EBM Papst für 5 Milliarden Euro.
Und ich habe damals schon gesagt, dass damit eine wirklich ikonische Firma in die USA geht, der Gründer von EBM Papst.
war nämlich mit Reinhold Wirth in einer Grundschulklasse, genau wie übrigens Albert Berner, der auch ein Milliardenunternehmen gegründet hat, also drei Milliardenunternehmer aus einer Klasse in Künstersau.
Dass diese ikonische Firma jetzt einen amerikanischen Eigentümer hat, kann man einerseits kritisch sehen, auf der anderen Seite hat das Ganze aber auch eine positive Seite.
Als deutscher Anleger kann man jetzt nämlich endlich in EBM Papst investieren, zumindest indirekt.
Dafür müssen wir uns aber noch den neuen Eigentümer anschauen und das ist Madison Air.
Erstmal haben die genau wie EBM eine Top-Gründerstory.
Seine Karriere gestartet hat der Madison Air Gründer Larry Gies nämlich bei einem Vorgänger von Deloitte.
Und dort dachte er dann als Berufseinsteiger, dass einer der wichtigsten Deloitte-Kunden seine Firma komplett falsch wird.
und hat ihm dazu einen Brief geschrieben, ohne es mit den Vorgesetzten abzustimmen.
Der Kunde fand den Brief weniger lustig und Larry Gies war seinen Job los.
Danach hat er dann für einen Unternehmer gearbeitet, der Firmen aufgekauft hat, aber statt länger für den zu arbeiten und wenig Geld zu sehen, hat er dann entschlossen, selbst einfach genau dasselbe zu machen und Firmen zu kaufen.
Problem war nur, dass er kein Geld hatte, also hat er 10 Kreditkarten ausgereizt, sich 50.000 Dollar über sein Netzwerk geliehen und seine Frau hatte mehrere Jobs gleichzeitig.
Aber es hat funktioniert, erstmal hat er das Business dann auch wie ein Private Equity Investor betrieben.
Er hat Firmen gekauft, sie verbessert und danach teurer weiterverkauft.
Nach ein paar erfolgreichen Jahren ist er dann auf den Ansatz umgestiegen, die Firmen für immer zu behalten und ein großes Konglomerat zu bauen.
Und genau das ist Madison Air heute mit 3 Milliarden Dollar Umsatz und ca.
600 Millionen Dollar operativen Gewinn.
wodurch EBM-Pubs dann nochmal 3 Milliarden Umsatz dazukommen und auch nochmal 300 Millionen Dollar angewinnen.
An der Börse ist dieses Konstrukt aktuell 12 Milliarden wert und Larry Geass gehören immer noch 60 Prozent der Aktien und über eine spezielle Stimmrechtsstruktur sogar über 90 Prozent der Stimmrechte.
Das ist also mal wirklich eine gründergeführte Firma und dann auch noch eine, wo der Gründer mit 59 relativ jung ist und das theoretisch noch einige Jahrzehnte machen kann.
Wenn wir jetzt zum Schluss auf die Aktie schauen, ist es immer schwer, Firmen zu bewerten, die viele andere Firmen aufkaufen, weil man nicht weiß, was sie in den nächsten Jahren kaufen werden.
Aber als Madison Air diesen April an die Börse ist, haben sie geschrieben, dass die Marken, die sie bis dahin hatten, zwischen 2007 und 2020 mit im Schnitt zu 5% pro Jahr gewachsen sind und seit 2020 sogar mit im Schnitt 8%.
Madison Air hat also ein Kerngeschäft, das ohne Übernahmen wächst.
In einem Kerngeschäft verkaufen sie vor allem Belüftungstechnologie an Firmen für Rechenzentren, Krankenhäuser, Labore oder Lagerhallen zum Beispiel.
Also überall dort, wo Luftverschmutzung oder zu viel Luftfeuchtigkeit ein Problem werden kann.
Und das gleiche gibt es dann auch noch für Endkunden.
Das macht aber nur circa ein Drittel vom Umsatz aus.
Durch die EBM-Papstübernahme kommt Madison Air jetzt mehr nach Europa und kann außerdem auch mehr aus den Kunden rausholen, weil man in vielen Belüftungslösungen eben auch Ventilatoren braucht und die kann Madison Air jetzt direkt im eigenen Haus bestellen.
Das erklärt auch, wieso sie EBM Papst überhaupt gekauft haben, weil man muss wissen, dass EBM Papst in den letzten Jahren nicht wirklich gewachsen ist und eine Firma zu kaufen, die langsamer wächst als man selbst, ist ziemlich ungewöhnlich und macht eigentlich nur Sinn, wenn es strategisch Sinn macht.
oder wenn der Kaufpreis super günstig ist, was bei IBM aber nicht so war.
Wenn man abschließend auf die Bewertung von Madison Air selbst schaut, ist die mit mehr als dem Zehnfachen vom operativen Gewinn sicher nicht günstig und man muss dann schon wirklich daran glauben, dass sie durch Übernahmen und auch organisch in den nächsten Jahren mit über 10% wachsen können.
Wer auf jeden Fall daran glaubt, ist Larry Gies.
Der hat im August nochmal 600 Millionen Dollar in eigene Aktien gepumpt, zu einem Kurs, der sogar ein bisschen höher war als der jetzige.
Ich habe mal ganz was Besonderes für dich.
Ich esse gerade Luft.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Lasst uns gerne eine gute Bewertung da oder folgt uns auf YouTube, Spotify, wo auch immer.
Bis morgen.
Adios.
