# SpaceX Telco Entry and Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-12

## Transcript

SpaceX hat die Deutsche Telekom-Aktie und alle anderen großen Telco-Aktien zum Fallen gebracht.
Wir schauen uns an, was da am Freitag los war.
Außerdem geht es um die Private Equity-Bedrohung für den größten Tiermedizin-Konzern der Welt und um eine Atomkraftchance im SDAX.
Mein Name ist Timon Wunderlich.
Heute ist Montag, der 12.10.
Und das ist ohne Aktien wird schwer.
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Mehr Infos wie immer in der Beschreibung.
Für Telco-Aktien war am Freitag ein blutiger Tag an der Börse.
Die Deutsche Telekom, Verizon, AT&T waren alle zwischen 8 und 10 Prozent im Minus.
Bei Verizon war das der stärkste Tagesverlust seit 2002.
Und T-Mobile ist sogar über 10 Prozent gesunken.
Der Fall von T-Mobile ist auch Schuld daran, dass alle Telekom-Aktionäre unter euch am Freitag Geld verloren haben.
Und daran wiederum ist SpaceX Schuld.
Die haben nämlich für 8 Milliarden Dollar Funkfrequenzen von der Investmentfirma Grain Management gekauft und wollen zum richtigen Mobilfunkanbieter werden.
Laut Musk ist das das letzte wichtige Puzzlestück für eine komplette Handyabdeckung in den USA.
Im August hat er noch abgestritten, dass SpaceX überhaupt Interesse hat.
Die Frequenzen decken fast die ganze US-Bevölkerung ab und es sind niedrige Frequenzen, die weit reichen und gut durch Wände gehen.
Bisher hat SpaceX Empfang per Satellit vor allem in Funklöchern geliefert.
Ein eigenes Netz am Boden gibt es noch nicht und genau das soll jetzt kommen.
Dafür braucht es dann aber auch Funktürme und deshalb haben Funkturmanbieter Freitag zugelegt.
Crown Castle, American Tower und SBA Communications um fast 10%.
SpaceX selbst ist nach der Meldung nur leicht gestiegen, denn es gibt zu dieser Telco-Vision auch unterschiedliche Argumente.
Einerseits geht SpaceX damit einen riesigen Markt an, andererseits ist das Argument von Musk ja immer gewesen, dass seine Starlink-Satelliten-Verbindungen überlegen sind.
Dass er jetzt doch wieder ins klassische Telco-Geschäft einsteigt, ist da kein gutes Argument.
Und eine eigene Telco-Firma aufzubauen, wird extrem teuer werden.
Übrigens kam passend dazu letzte Woche raus, dass Jeff Bezos in ein paar Jahren mit seiner Weltraumfirma auch an die Börse will.
Bisher hat Bezos schon von seinem privaten Geld 28 Milliarden Dollar in Blue Origin gepumpt.
Neben der IPO-Ankündigung bei Bezos hatte London schon am Freitag den größten IPO seit fünf Jahren.
RTL Money ist für 7 Milliarden Dollar an die Börse.
Die Firma wickelt in Afrika alle möglichen Handyzahlungen ab, also zum Einkaufen, Rechnung zahlen und um kleinere Kendite aufzunehmen.
In den zwölf Monaten bis Juli wurde über RTL Money mehr als 200 Milliarden Dollar bewegt.
Ganz einfach war der Börsengang trotzdem nicht.
Die Bewertung wurde vorher zweimal gesenkt, damit die Aktien überhaupt Abnehmer finden und hat sich am ersten Tag kaum bewegt.
Für London ist das kein gutes Zeichen, weil die ja seit Jahren viel zu wenig Börsengänge haben und sehr viel an New York verlieren.
Jetzt hatten sie endlich mal wieder eine Chance und es klappt wieder nicht richtig.
Und so gar nicht geklappt hat einer der größten australischen IPOs, der eigentlich auch in diesen Tagen über die Bühne gehen sollte, der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus, wollte nämlich mit einer Bewertung von 30 Milliarden Dollar an die Börse.
Beim aktuellen Rechenzentrumshype klingt das gar nicht so wild, aber die Firma hat letztes Jahr nur 50 Millionen Dollar Umsatz gemacht, war vor einem Jahr auch gerade mal 2 Milliarden Dollar wert und selbst diesen August lag die Bewertung bei nur 10 Milliarden Dollar.
Firmus hat es trotzdem mit 30 probiert, aber schon am Mittwoch von immer mehr Fondsmanagern gehört, dass ihnen die Bewertung zu hoch ist.
Also gab es ein Krisenmeeting nach dem anderen.
Die Aktie vom Firmus Investor Mars Group ist 30% eingebrochen und am Ende wurde der Börsengang jetzt abgesagt.
Für Firmus schade, andererseits für die Börse gar kein so schlechtes Zeichen, dass nicht jede KI-Firma zu jeder Bewertung an die Börse kann, sondern Investoren schon noch auf die Zahlen schauen.
Aber jetzt hatte ich die ganze Zeit schlechte Nachrichten.
Eigentlich war am Freitag relativ gute Stimmung an der Börse.
DAX ist über 1% gestiegen, der Nasdaq und S&P 500 immerhin über ein halbes Prozent.
Grund könnte sein, dass Trump ja gesagt hat, er will den Iran nicht mehr vor den Midterm-Wahlen angreifen.
Andererseits hat Trump einen viel kritisierten Deal mit Putin gemacht, der Diesel an die USA liefern darf.
Wirtschaftlich gesehen nimmt das natürlich den großen Druck im Dieselmarkt raus und könnte damit kurzfristig der Wirtschaft helfen.
Noch besser als an der Börse insgesamt ist es außerdem im Gesundheitsbereich gelaufen.
Biontech, Moderna, Novavax und andere Aktien im Impfbereich haben zwischen 5 und 15 Prozent zugelegt, weil das US-Gesundheitsministerium laut Medienberichten die Entwicklung von personalisierten Krebsimpfstoffen vorantreiben will.
Auch positive, aber auch negative Reaktionen gab es außerdem noch für die Krankenversicherungen der USA.
Und die Hintergründe sind für alle spannend, die da investiert sind oder es überlegen.
Über Medicare gibt es in den USA für Senioren private Krankenversicherungen, die der Staat bezahlt.
Jedes Jahr bewertet die Regierung diese Versicherung mit einem bis fünf Sternen.
Das ist für die Versicherer extrem wichtig, denn ab vier Sternen gibt es Bonuszahlungen vom Staat.
Dieses Jahr insgesamt über 13 Milliarden Dollar.
Jetzt sind die neuen Bewertungen da und der große Gewinner ist Humana.
Bei Humana sind 95% der Kunden in Plänen mit mindestens 4 Sternen.
Anfang des Jahres waren es nur 45%.
Der krasse Unterschied liegt daran, dass der größte Vertrag, über den fast die Hälfte aller Kunden laufen, jetzt auch wieder 4 Sterne hat.
Der war vor zwei Jahren abgestürzt und ein Analyst hatte damals geschätzt, dass allein dadurch über 3 Milliarden Dollar Umsatz wackeln.
Die fehlen auch dieses Jahr.
Ab 2028 kommen die dann aber wieder, weil die Bewertung immer mit Verzögerungen bezahlt wird.
Die Aktie ist deshalb dieses Jahr schon rund 50% gestiegen und Freitag nochmal um 10%.
Konkurrenten hatten es aber schlechter.
CVS hatte bisher über 80% seiner Kunden in 4-Sterne-Plänen.
Nächstes Jahr sind es nur noch 70%.
Die Aktie ist leicht gefallen.
Richtig erwischt hat Salignment Healthcare.
Ein wichtiger Vertrag hat nur dreieinhalb Sterne bekommen und für die Aktie ging es über 14% nach unten.
Das ist alles also ein Thema, das ihr da als Investoren im Blick haben müsst.
PS, bei der guten Stimmung an der Börse war Apple am Freitag 1% im Minus.
Laut Medien hat Apple seinen Lieferanten wohl gesagt, dass es weniger Komponenten für das iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max braucht, weil die Nachfrage nicht so hoch ist wie gedacht.
Die Aktie von SGL Carbon ist seit Jahresbeginn um mehr als 80 Prozent gestiegen und seit letzten Dienstag wieder im SDAX.
Dabei macht die Firma heute deutlich weniger Umsatz als noch vor zwei Jahren.
Christoph erklärt, was da los ist.
Am 22.
September 2025 ist SGL Carbon aus dem SDAX geflogen.
Die Firma war damals an der Börse keine 400 Millionen Euro mehr wert.
Jetzt, knapp ein Jahr später, ist sie wieder drin.
Und am selben Tag hat SGL auch noch die Prognose angehoben.
Um das zu verstehen, muss man kurz zurückschauen.
SGL macht Produkte aus Kohlenstoff.
Vor rund 15 Jahren ist dann die große Wette auf Carbon-Fasern gekommen.
Die Idee war, dass Autos aus Carbon gebaut werden sollten, weil das Material leicht und stabil ist.
BMW kam damals als Aktionär dazu und hat mit SGL ein Werk in den USA für den Elektro-BMW i3 gebaut.
Nur ist Carbon für die große Serie zu teuer geblieben.
2024 hat die Sparte bei rund 210 Millionen Euro Umsatz noch Verlust gemacht.
Letztes Jahr dann also der Schnitt.
SGL hat ein Werk in Portugal geschlossen und die Produktion im US-Werk eingestellt.
Das hat zwar rund 60 Millionen Euro gekostet und ganz verabschiedet hat sich SGL auch nicht vom Carbon-Geschäft.
Es macht nämlich immer noch rund ein Viertel vom Umsatz aus, zum Beispiel mit Batteriekästen für E-Autos oder Teilen fürs Fahrwerk.
Insgesamt soll der Umsatz in diesem Jahr bei bis zu 770 Millionen Euro liegen.
Das wären knapp 10 Prozent weniger als letztes Jahr.
Der Unterschied ist aber eben, dass das Carbon-Segment jetzt wieder Geld verdient.
Und das, obwohl die Sparte ein Drittel weniger Umsatz macht.
Der größte Teil vom Umsatz kommt aber vom Grafitgeschäft, nämlich fast 60 Prozent.
Grafit hält extreme Hitze aus, deshalb stecken Teile von SGL in den Öfen, in denen die Kristalle für Computerchips und Solarzellen wachsen.
Der Rest vom Umsatz sind vor allem Anlagen für die Chemieindustrie.
Und genau beim Grafit liegt jetzt der Fokus.
SGL liefert nämlich auch einen kleinen, speziellen Grafit für kleine Atomreaktoren.
Der Kunde heißt X-Energy, ein US-Entwickler solcher Reaktoren, an dem Amazon etwa ein Fünftel der Aktien hält.
Seit Januar gibt es einen Rahmenvertrag über zehn Jahre.
Allein der erste Auftrag ist mehr als 100 Millionen Dollar wert und läuft über drei Jahre.
Dafür verdoppelt SGL bis 2030 die Kapazitäten in einem Werk.
Das soll dann für bis zu acht Reaktoren pro Jahr reichen.
Chancen sieht SGL außerdem bei Rüstung und Raumfahrt.
Bis 2030 soll der Umsatz dann über eine Milliarde Euro steigen.
Fairerweise muss man sagen, das Atomgeschäft ist noch klein.
SGL selbst hat für dieses Jahr noch mit keinen nennenswerten Umsätzen daraus geplant.
Und für die Milliarde muss sich auch das Chipgeschäft erholen, das gerade schwächelt.
Halbleiter-Kunden haben nämlich weniger abgenommen als vereinbart und mussten dafür im ersten Halbjahr sogar Ausgleichszahlungen leisten.
An der Börse ist SGL jetzt rund 650 Millionen Euro wert.
Das ist ungefähr das 23-fache vom erwarteten Gewinn.
Nach dem Comeback und der Rallye ist das kein Schnapper mehr.
Aber wer eher spekulativ auf neue Atomkraft-Player setzen will, kriegt hier einen Schaufelverkäufer, der im Gegensatz zu den Atomkraftfirmen schon Gewinne macht.
Ein Hörer auf Spotify hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass Private Equity gerade ganz viele Tierarztpraxen kauft.
Und er hat recht, seit 2014 sind die Preise für Tierarztbesuche in den USA um 60% gestiegen.
Oft zahlt man über 300 Dollar pro Besuch.
Ein Grund ist Inflation, ein anderer Private Equity-Firmen.
Die haben in den letzten Jahren tausende Tierarztpraxen aufgekauft und zu großen Ketten zusammengelegt.
2017 hat gerade mal jede zehnte Praxis in den USA zu einem Konzern gehört.
Heute ist es mehr als jede vierte.
Für Haustierbesitzer heißt das höhere Rechnung.
Auf der anderen Seite heißt es für Lieferanten, dass sie beim Preis gedrückt werden können.
Früher haben sie an viele einzelne Tierärzte verkauft, die kaum Verhandlungsmacht hatten.
Jetzt sitzen auf der anderen Seite immer öfter große Ketten, die für hunderte Kliniken auf einmal einkaufen und die man deshalb als Zulieferer auf gar keinen Fall verlieren möchte.
Wie groß der Unterschied ist, hat eine unabhängige Tierärztin beim US-Sender PBS erzählt.
Bei manchen Medikamenten zahlt eine Konzernklinik nur 30 Cent, wo sie selbst einen Dollar zahlt.
Und den Lieferantendruck sieht man auch bei Sodes.
Die Firma wurde 2013 von Pfizer abgespalten und ist heute der größte Tiermedizinkonzern der Welt.
Rund 30 Prozent vom Umsatz wird mit Nutztieren wie Rindern und Hühnern gemacht.
Das Geschäft ist aber seit der Abspaltung am stagnieren.
Wachstum bringt eigentlich das Business mit Haustieren.
Die machen die restlichen 70 Prozent vom Umsatz und der Bereich ist in den letzten zehn Jahren im Schnitt mit 13 Prozent pro Jahr gewachsen.
Letztes Quartal ist der Umsatz aber das erste Mal seit 2015 gesunken und fürs gesamte Jahr wird nur noch von knapp 9 Milliarden Dollar ausgegangen.
Im Vorjahr waren es noch 9,5.
Denn am Ende sind eben die Preise extrem gestiegen und Investoren hatten gedacht, dass Tiere mittlerweile so zur Familie geworden sind, dass Besitzer bereit sind, so viel für sie auszugeben wie für ein menschliches Familienmitglied.
Dass sie jetzt bei höheren Kosten doch an Tierarztbesuchen und teurer Medizin sparen, spricht gegen die These und damit auch gegen Sodes.
Dazu kommt, dass Sodes das meiste Geld mit ein paar wenigen Blockbustern verdient.
Apoquel wirkt gegen Juckreiz bei Hunden und Semperica Trio gegen Flöhe, Zecken und Würmer.
Bei beiden Mitteln gibt es gerade stärkere Konkurrenz und 2030 und 32 verlieren sie ihren Patentschuss.
Deshalb ist der Börsenwert seit dem Hochende 2021 über 70% auf 30 Milliarden Dollar gefallen und das Unternehmen wird nur noch mit einem erwarteten KGV von 12 bewertet.
Das ist mit Abstand die niedrigste Bewertung, die sie je hatten und der Schnitt der letzten 10 Jahre liegt bei 30.
Und Elanco, also einer der Konkurrenten, der gerade Marktanteile klaut, wird mit einem erwarteten KGV von 19 bewertet, obwohl Sotis profitabler ist und laut Management auch einige andere Medikamente in der Pipeline hat, die die nächsten Jahre rauskommen sollen.
Ob die dann auch wirklich so gut ankommen wie die alten Blockbuster ist natürlich nicht klar und bis dahin muss Sotis seine alten Produkte verteidigen und das ist schwieriger, als es klingt.
Viele Medikamente werden nämlich regelmäßig gegeben.
Apoquel jeden Tag und Semparica Trio jeden Monat.
Das bringt eigentlich sehr planbaren Umsatz.
Die großen Praxisketten schließen aber Verträge über mehrere Jahre ab und Elanco hat zuletzt einige davon gewonnen.
Beim erwarteten KGV von 12 kann man sich natürlich fragen, ob die Probleme schon eingepreist sind.
Das Management scheint davon auszugehen.
Das Unternehmen kauft nämlich Aktien zurück und zahlt auch noch Dividende.
Insgesamt gab es hier zuletzt 10% Aktionärsrendite.
Wie die mit ihren Fiffis umgehen, wenn man das ist ein Fall für einen Psychologe.
Ja, wo ist er denn?
Wo soll er denn sein?
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute.
Adios.
