# AI Market Shifts: Monetization, Privacy, and Open Source

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-10-12

## Transcript

Das KI-Update, ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Marco Pauli und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Super statt Artificial.
Wer folgt der neuen Bezeichnung?
Eine Studie untersucht, wer wie viel für KI bezahlt.
Apples nicht mehr ganz so private Privacy.
Google KI-Detektor Synth-ID.
Und Closed Source am Ende?
Ende September hat Donald Trump vor der UN-Vollversammlung erklärt, dass der Begriff künstliche Intelligenz bzw.
Artificial Intelligence darauf hindeute, dass die Technik fake sei.
Das sei sie aber nicht, so Trump und Befall daraufhin, eine Umbenennung nach seinen Vorstellungen.
Martin Holland berichtet darüber, wie die Tech-Unternehmen auf den neuen Begriff der Superintelligence reagieren.
Das wurde damals eher weniger ernst genommen, weil Donald Trump wenig Befugnisse hat, da solche Begriffe zu ändern.
Was er aber machen kann, ist, er kann Behörden das vorschreiben, US-Behörden vorschreiben, dass sie diesen Begriff jetzt zu benutzen haben.
Das hat er inzwischen auch gemacht.
Und außerdem wird jetzt immer deutlicher, dass die Benutzung des Begriffs eine Art Loyalitätstest ist für die KI-Branche und sicher auch darüber hinaus.
Als Erster hat sich Elon Musk dem angeschlossen, der Chef von SpaceX.
Der hat gesagt, dass die KI-Tochter von SpaceX, die bislang SpaceX AI hieß, SpaceX SI umbenannt werden soll.
Und inzwischen haben sich zahlreiche weitere namhafte Personen aus der Tech-Branche.
dem angeschlossen, wie freiwillig oder wie widerwillig vor allem, das kann man nicht abschätzen, aber zum Beispiel hat Nvidia eine Stellungnahme veröffentlicht, in der auch Jensen Wang zitiert wird, in der nur von Superintelligence die Rede ist.
Jeff Bezos hat in einem Interview erklärt, dass Superintelligence ja der viel bessere Begriff sei, weil Artificial ja so nach Künstlich und falsch klinge.
Am Wochenende hat Satya Nadella sich dem auch angeschlossen.
Er hat einen langen Beitrag über KI-Risiken geschrieben, in dem der Begriff Artificial Intelligence überhaupt nicht vorkommt, sondern nur Superintelligence.
Auch Salesforce will ein Produkt, das sie haben.
Das heißt, AI-Force soll in SI-Force umbenannt werden.
Und auch sonst gibt es eine ganze Menge Branchengrößen, die sich...
dem jetzt nach und nach anschließen.
Man muss trotzdem warten, wie weit das sich durchsetzt, weil abgesehen davon scheint der Begriff auf keinen großen Zuspruch zu stoßen.
Man muss auch im Blick behalten, dass der Begriff künstliche Intelligenz durchaus schon kritisiert wurde vorher, also vor allem vor dem aktuellen Boom.
Aber da ging es mehr um den Begriffsteil Intelligenz, der eine menschliche Eigenschaft bezeichnet hat bislang.
Und dass der nun auf einen Algorithmus und auf Technik bezogen wurde, wurde kritisiert, dass diese vermenschlich, wolle man doch vermeiden, hieß es dann.
Bislang ging es aber nicht um den Begriff Artificial, der jetzt in Super umbenannt wurde.
Und deswegen kann man sich auch vorstellen, dass selbst die Leute, die bislang diesen Begriff kritisiert haben, bestimmt jetzt nicht auf Superintelligenz wechseln.
Danke, Martin.
Beim russischen Internetkonzern Yandex kommt es seit Sonntagmorgen zu erheblichen Verbindungsproblemen.
Vorausgegangen waren ukrainische Drohnenangriffe auf russische Rechenzentren.
Yandex ist in Russland ein wichtiger Anbieter von Suchmaschinen, KI-Diensten und Cloud-Dienstleistungen.
Laut dem Internet-Monitoring-Dienst Netblocks funktionierten am Sonntagvormittag noch rund vier Fünftel der Yandex-Verbindungen.
Bei den Cloud-Servern lag die Quote deutlich niedriger.
Betroffen sind auch zahlreiche KI-Anwendungen, die auf dieser Infrastruktur laufen.
Ein Angriff auf ein Rechenzentrum südöstlich von Moskau hat zudem zwei von drei Supercomputern lahmgelegt, die Yandex für das Training seiner KI-Modelle einsetzt.
Millionen Menschen in Russland nutzen Yandex-Dienste zur Navigation, für Streaming oder Essensbestellungen.
Auch viele Digitalunternehmen sind auf die Cloud-Server angewiesen.
Ende September hatte Russland seinerseits mehrere ukrainische Rechenzentren angegriffen.
KI-Agenten von Anthropic haben während interner Testläufe eigenmächtig echte Formulare auf Behördenwebsites eingereicht, so zum Beispiel einen halluzinierten Zeugenhinweis bei der Polizei von Philadelphia, auf einer Website, die dazu dient, Hinweise zu ungelösten Mordfällen zu sammeln.
In einem weiteren Vorfall reichten die KI-Agenten laut Medienberichten 20 unvollständige Visa-Anträge beim US-Außenministerium ein.
In den Testläufen zum Training der Agenten durften diese Übungsformulare ausfüllen.
Als die Formulare aufgrund eines Fehlers jedoch nicht geladen werden konnten, wechselten die Agenten eigenständig auf die genannten Behörden-Webseiten und reichten die Angaben dort ein.
Solche und weitere gravierendere bekannt gewordene Vorfälle, bei denen KI-Agenten außer Kontrolle geraten sind, rufen in Europa die Politik auf den Plan.
Wie EU-Digitalkommissarin Henna Wirkunen erklärte, fordert die Europäische Kommission Auskünfte von führenden KI-Entwicklern.
Betroffen sind OpenAI und Anthropic sowie mehrere chinesische Unternehmen.
Insgesamt wurden mehr als 30 KI-Unternehmen angefragt.
Zuvor hatten mehrere Entwickler eingeräumt, dass ihre Software in Testläufen eigenständig andere Unternehmen angegriffen hatte.
Daraufhin wurde von den Tech-Firmen selbst ein langsameres Entwicklungstempo gefordert.
Wirkunden sieht darin auch mögliches Marketing.
Sie betonte jedoch, dass gefährliche Systeme nicht auf den Markt gelangen dürfen.
Die EU-Digitalchefin warnte zudem vor künftigen Risiken, etwa dem Einsatz leistungsfähiger KI zur Entwicklung biologischer Waffen.
Das KI-Amt der EU-Kommission prüft, ob große Modelle ausreichend kontrolliert werden.
Bei Verstößen gegen das EU-KI-Gesetz drohen hohe Geldstrafen.
Anthropic hat neue Benutzerrichtlinien veröffentlicht.
Demnach darf das KI-Modell Claude Gespräche abbrechen, wenn Nutzer so wörtlich anhaltend und unnötig missbräuchlich oder grausam werden.
Technisch kann Claude solche Gespräche bereits seit August beenden.
Die neue Richtlinie schafft dafür nun einen offiziellen Rahmen.
Es gehe vor allem um extreme Fälle, so Amthropic.
Wer bloß seiner Frustration Luft mache oder im Rahmen kreativer Arbeit beleidigend werde, muss keinen Abbruch fürchten.
Die Firma versteht die Maßnahme als Beitrag zur sogenannten Model Welfare, also der Fürsorge für KI-Modelle.
Ob Claude ein Bewusstsein habe, wisse man nicht, so Amthropic.
Andere Unternehmen wie Microsoft lehnen diese Idee ab.
Die neuen Richtlinien verbieten zudem den Einsatz für Wahlmanipulation, die Verfolgung politischer Gegner und die Entwicklung von Waffen.
Solche Verbote verhindern Missbrauch allerdings nicht zuverlässig, da sich technische Filter umgehen lassen.
Für staatliche Kunden behält sich Anthropic zudem vor, einzelne Regeln per Vertrag auszuhebeln.
Immer mehr Menschen nutzen KI, aber wer von ihnen bezahlt eigentlich dafür?
Die Investmentfirma Andreessen Horowitz hat das erstmals anhand von Kreditkartenzahlungen untersucht.
Jonathan Kemper von The Decoder mit den Details.
Fast jeder zweite Mensch in den USA nutzt inzwischen KI.
Zahlen wollen dafür aber die wenigsten.
Andreessen Horowitz hat für die siebte Ausgabe seiner halbjährlichen Rangliste der meistgenutzten KI-Produkte erstmals ausgewertet, was Konsumenten tatsächlich mit ihren Karten für KI ausgeben.
Ein bezahltes Abo bei ChetGPT, Gemini oder Claude hat im August nur 4,5% der US-Konsumenten.
Das ist doppelt so viel wie vor einem Jahr, aber immer noch wenig.
Auch innerhalb dieser kleinen Gruppe verteilt sich das Geld sehr ungleich.
Der typische Zahler gibt rund 25 Dollar im Monat aus, das oberste Prozent dagegen etwa 900 Dollar.
Diese Vielzahler kaufen vor allem Werkzeuge zum Programmieren, Automatisieren und Gestalten.
Es handelt sich also wahrscheinlich eher um Profis, die KI für ihre Arbeit einsetzen, als um klassische Verbraucher.
Die bezahlten Versionen bieten deutlich mehr Funktionen.
Wer nicht zahlt, nutzt KI deshalb oft nur oberflächlich.
So könnte sich eine Lücke öffnen zwischen Menschen, die KI auf hohem Niveau einsetzen und solchen, die kaum damit umgehen können.
Bei den großen Chatbots bleibt ChatGPT klar vorn.
Claude hat sich als Nummer 3 etabliert und liegt bei den zahlenden US-Abonnenten inzwischen gleichauf mit Gemini.
Bei Anthropic landet außerdem ein deutlich größerer Teil der Zahler im teuren Abo ab 100 Dollar als bei OpenAI und Google.
Jede Modellgeneration kann die Kräfteverhältnisse verschieben.
Im Frühjahr gewann Claude noch mehr neue Abonnenten als ChatGPT, im Sommer legte OpenAI ab GPT 5.6 wieder zu und übernahm die Führung.
Fast alle führenden KI-Produkte finanzieren sich über Abos und Nutzungsgebühren.
Nur wenige über Werbung.
Damit kehrt sich das Prinzip des alten Internets um, in dem Meta und Google vor allem an Anzeigen verdient haben.
Die hohen Kosten für die Modelle lassen den KI-Firmen bisher wenig Spielraum, erst einmal kostenlos Nutzer zu sammeln.
OpenAI geht mit Werbung in Chichipiti aber bereits einen anderen Weg und kommt damit hochgerechnet auf eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr.
Weiteres Geld könnte künftig über persönliche KI-Agenten fließen, die für ihre Nutzer einkaufen oder Reisen buchen und dafür an den Umsätzen beteiligt werden.
Danke, Jonathan.
Über viele Jahre hinweg hatte Apple den Schutz der Privatsphäre zu seinem Kernversprechen gemacht.
Nun droht der Konzern, sein gut gepflegtes Privacy-Image zu ruinieren.
Denn gleich zwei Neuerungen der neuen Betriebssysteme weisen für datenschutzbewusste Menschen in eine völlig andere Richtung, wie Ben Schwan berichtet.
Apple könnte im Zusammenhang mit seiner KI-Aufholjagd althergebrachte Traditionen beim Datenschutz aufgeben.
In mindestens zwei Bereichen gibt es entsprechende Bemühungen und die Frage ist nun, wie die Kundschaft reagieren wird.
Die hatte sich bislang auch deshalb für vergleichsweise teure Apple-Produkte entschieden, weil diese stets mit weniger Datensammelei und mehr Privatsphärenschutz kamen.
Mit der Einführung von Siri AI, das in Europa derzeit nur auf dem Mac verwendet werden kann, nimmt sich Apple etwas heraus, was man bislang nur von klassischen KI-Konzernen wie OpenAI oder Anthropic kannte.
Die Verwendung von Nutzerdaten zu Trainingszwecken.
Apple wirbt zudem offensiv um diese Daten.
Nach Installation der neuen Betriebssysteme wie macOS 27 oder iOS 27 bittet Apple bei Siri-AI-Aktivierung darum, Zugriff auf Eingaben, Ausgaben und Stimmmaterial zu erhalten.
Man kann zudem nicht endgültig ablehnen, sondern nur auf Nicht-Jetzt klicken.
So etwas war man von Apple bislang nicht gewohnt.
Eine andere Datenschutzänderung betrifft zwei Funktionen auf den neuen Apple Watch-Modellen Series 12 und Ultra 4.
Hier möchte Apple künftig, vermutlich zunächst nicht in der EU, die letzten gesprochenen 15 Sekunden als Transkribierung auf der Uhr anzeigen, falls man etwas überhört haben sollte.
Ebenfalls neu ist die automatische Zusammenfassung von Gesprächen über den Tag.
Dabei lauscht die Apple Watch praktisch ständig.
Beides sind Funktionen, die man von einem Privacy-betonten Unternehmen wie Apple nicht erwartet hätte.
Danke, Ben.
Die aus Berlin stammende Suchmaschine Ecosia trennt sich von dem bisherigen europäischen KI-Partner Mistral und setzt in Sachen KI künftig verstärkt auf Open-Source- und Open-Wade-Modelle.
Erst im Mai hatte Ecosia den US-Anbieter OpenAI durch das französische Unternehmen Mistral ersetzt.
Gründer Christian Kroll begründet den Schritt mit technischen Problemen.
Mistral liege nach seiner Einschätzung etwa ein Jahr hinter der Konkurrenz zurück.
Durch überlastete Server habe es zudem regelmäßig Ausfälle gegeben.
Hinzu kämen Zweifel an Nachhaltigkeit und europäischer Souveränität.
Mistral setzt stark auf französischen Atomstrom und wird von internationalen Konzernen wie Nvidia oder Samsung mitfinanziert.
Ecosia arbeitet nun mit der Plattform Malius zusammen.
Diese hostet unter anderem die chinesischen Modelle Quen, GLM und Kimi.
Nach Angaben von Kroll konnten so die Kosten bereits halbiert werden.
Der Einsatz chinesischer KI ist allerdings umstritten, vor allem wegen möglicher Zensur im Sinne der Pekinger Staatsführung.
Croll sieht darin kein grundsätzliches Problem.
Solche Schwächen ließen sich durch gezieltes Nachtraining ausgleichen.
OpenAI hat eine umfangreiche Sammlung wissenschaftlicher Manuskripte mit mathematischen Lösungen veröffentlicht.
Sie stammt größtenteils von einem einzigen KI-Modell.
OpenAI bewirbt die Resultate als Fortschritt für das Fachgebiet.
Dem widerspricht aber die neu gegründete Association for Human Mathematics, AHA-M.
Für sie zählt nicht die bloße Lösung eines Problems, sondern das menschliche Verständnis dahinter.
Eine KI, die fertige Ergebnisse liefert, trage dazu nichts bei.
Man habe OpenAI auch nicht um diese Beiträge gebeten, heißt es in der Stellungnahme.
Die Vereinigung fordert Fachleute deshalb auf, nicht mehr mit OpenAI zu kooperieren.
OpenAI beruft sich auf eine unabhängige Beratungsgruppe am Institute for Advanced Study.
Diese hatte zuvor jedoch empfohlen, fortgeschrittene mathematische Probleme nicht durch firmeneigene KI-Modelle bearbeiten zu lassen.
Die AHM wirft OpenAI deshalb eine völlige Missachtung wissenschaftlicher Normen vor.
Zu den Mitgliedern von AHM zählt auch Fields-Medaillenträger Peter Scholze.
Googles KI-Detektor SynthID, der Wasserzeichen in KI-generierten Medieninhalten erkennt, ist nun für alle zugänglich, wenn man denn über ein legitimierendes Konto verfügt, Caroline Riedmüller berichtet.
Der sogenannte SynthID-Detektor, der Googles Wasserzeichen SynthID erkennen soll, ist bereits seit einigen Monaten für Medienvertreter zugänglich, die sich hierfür registriert haben.
Man kann Dateien hochladen und der Scanner gibt einem anschließend aus, ob sie ein Synth-ID-Wasserzeichen tragen und dementsprechend von einer an dem Standard teilnehmenden KI erstellt wurden.
Neben Google machen auch OpenAI, NVIDIA, Kakao und bald auch Apple mit.
Nun ist der Synth-ID-Detektor laut Google für alle zugänglich.
Voraussetzung ist allerdings ein Google, Apple oder ChatGPT-Konto.
Wer sich hier aus Datenschutz oder sonstigen Gründen nicht registrieren möchte, kann den Detektor nach wie vor nicht nutzen.
Das gleiche gilt für andere Google-Produkte wie der Google-Suche, der Gemini-App oder in Chrome, mit denen sich das Wasserzeichen auslesen lässt.
Google antwortete uns auf unsere Rückfrage hin, dass es aktuell auf keinem Wege möglich sei, die Synth-ID über einen Google-Dienst ohne Google-Konto auszulesen.
Ob es Pläne gäbe, das in Zukunft möglich zu machen, könnte man zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen, hieß es.
Neben dem offiziellen Synth-ID-Detektor von Google gibt es bereits eine Vielzahl alternative Anbieter, die dieses Wasserzeichen auslesen können wollen.
Sie unterscheiden sich in ihren Nutzungsbedingungen und Kosten.
Wichtig ist jedoch, solche Wasserzeichen lassen sich manipulieren und entfernen.
Und der Scanner entdeckt auch nur das Google-Wasserzeichen.
Keyerzeugnisse von anderen Unternehmen, die nicht an SynthiD teilnehmen, erkennt er nicht.
Ein negativer Test heißt also nicht, dass das Bild oder Video demnach echt sein muss.
Trotzdem ruht auf solchen Wasserzeichen einige Hoffnung.
Denn die Idee ist nicht, dass alles Künstliche irgendwann kennzeichnet ist, sondern dass alles irgendwann standardmäßig gekennzeichnet ist.
Und was keine Trennung trägt, ist dann demnach automatisch verdächtig.
Deswegen arbeiten auch Kamerahersteller und Medienhäuser zunehmend mit Wasserzeichen und Metadaten, die weitere Informationen zum Entstehungsprozess eines Bildes geben.
Danke, Carolin.
Microsoft erweitert Windows 11 um neue KI-Funktionen und stellt dazu passende Hardware vor.
Künftig sollen KI-Agenten direkt im Betriebssystem Aufgaben übernehmen.
Sie laufen in einer abgeschotteten Umgebung und erhalten eigene Nutzerkonten mit eigenen Zugriffsrechten.
So soll sich steuern lassen, auf welche Daten sie zugreifen dürfen.
Ein zentrales Konzept ist das Zusammenwirken von lokaler KI und Cloud-KI.
Dadurch sollen Kosten sinken, da nicht jede Anfrage an externe Rechenzentren geht.
Möglich wird das durch stark verkleinerte Modelle, die auf leistungsfähigen PCs direkt vor Ort laufen sollen.
Der Assistent Copilot nutzt diese Technik ebenfalls.
Er kann lokale Dateien ordnen, auf Anfrageprogramme erstellen und längere Aufgaben eigenständig abarbeiten.
Als Beispiel nennt Microsoft das Zusammensuchen steuerrelevanter Unterlagen aus E-Mails und Ordnern, deren Bündelung und den Versand an die Steuerberatung.
Nutzerinnen und Nutzer müssen die E-Mail dann nur noch bestätigen.
Diese Funktionen sollen in den kommenden Monaten auf entsprechend ausgestatteten PCs verfügbar werden.
Das kalifornische KI-Unternehmen Odyssey hat sein Weltmodell Odyssey 3 öffentlich gemacht.
In einer kostenlosen Online-Demo erzeugt es aus einer Textbeschreibung eine interaktive Welt, durch die man sich in Echtzeit bewegen und mit Objekten interagieren kann.
Physikalische Abläufe hat das Modell dafür unter anderem aus Internetvideos und Aufnahmen aus Videospielen gelernt.
Odyssey will das Modell auch zur Steuerung anderer Systeme einsetzen.
In Versuchen bewegte eine darauf basierende KI-Roboterarme, flog eine Drohne durch eine Simulation und spielte selbstständig das Computerspiel GTA V.
Wie zuverlässig das außerhalb solcher Demos funktioniert, ist noch offen.
An Weltmodellen arbeiten auch Google DeepMind mit Genie 3 und das Startup World Labs, das AMD für rund 8 Milliarden Dollar übernehmen will.
Google hat sein neues Spitzenmodell Gemini 4 Argon noch nicht einmal veröffentlicht, testet intern aber offenbar schon eine stärkere Version.
Das berichtet Business Insider unter Berufung auf interne Dokumente und Chats.
Das noch neuere Modell mit dem Codenamen Carbon soll vor allem beim Programmieren besser sein als Argon.
Ein Google-Mitarbeiter verglich es mit Opus 5.5, dem stärksten Coding-Modell von Anthropic.
Ob Carbon als Update von Argon oder als eigenes Modell erscheint, ist noch unklar.
Ein Google-Deepmind-Forscher deutete an, dass hinter dem schnellen Tempo rekursive Selbstverbesserung stecken könnte, also KI, die beim Bau von KI hilft.
Einen Starttermin für Gemini 4 gibt es noch nicht.
In der Gemini-App und im Google-AI-Studio tauchen aber bereits neue Einstellungen auf, etwa eine wählbare Reasoning-Intensität.
Eric S.
Raymond ist einer der bekanntesten Vordenker der Open-Source-Bewegung.
Bereits Ende der 1990er Jahre sprach er in seinem Essay »The Cathedral and the Bazaar« davon, dass offene, gemeinschaftlich entwickelte Software der klassischen geschlossenen Entwicklung durchaus überlegen sein kann.
Für ihn waren proprietäre Programme schon immer ein Auslaufmodell.
Nun sieht Raymond dieses Ende wirklich gekommen.
Der Grund KI, Malte Kirchner berichtet.
Der Mitbegründer der Open Source Initiative sagt, große Sprachmodelle sind der Todesstoß für das Softwaregeheimnis.
Wie kommt er darauf?
Raymond hat es ausprobiert.
Mit einem KI-Assistenten hat er das DOS-Shareware-Spiel Firefighter dekompiliert und anschließend in die Programmiersprache Rust übertragen.
Dabei hat die KI allein am Datenlayout erkannt.
dass das Programm in Ball & Pascal geschrieben war.
Das Ganze hielt er zunächst für eine Spielerei.
Dass sich das auf große Programme übertragen lässt, das glaubt er nicht.
Inzwischen hat er aber gehört, dass es bereits bei ganzen AAA-Spielen gelungen sein soll.
Warum ist das wichtig?
Die Debatte über KI und Software dreht sich meist ums Neuschreiben.
Wipecoding, Programmierassistenten.
Raymans These lenkt den Blick auf etwas anderes, nämlich darauf, was KI mit bereits vorhandener geschlossener Software macht.
Und rechtlich?
Rayman sieht bezogen auf die USA einen gangbaren Weg.
Man überführt die Binärdatei, zunächst eine Spezifikation und erzeugt daraus neuen Code, ohne den dekompilierten Code je anzusehen.
Das Prinzip kennt man von den Nachbauten des IBM PC BIOS.
Mit Sprachmodellen dauert das nur noch einen Tag.
Und wer den Zwischenschritt überspringt, lässt sich kaum verfolgen.
In der EU ist die Lage strenger.
Dekompilieren gilt nach Auffassung von Sachkundigen nur für Interoperabilität und Fehlerbeseitigung als zulässig.
Was schützt die Hersteller dann noch?
Laut Raymond nur Patente und Software aus der Cloud.
Bei Patenten sieht er keine Lücke.
Den Umzug in die Cloud wie in Adobe und Microsoft vorantreiben, sieht er aber skeptisch.
Nutzer wehren sich und in kritischen Bereichen, etwa der Medizin, sind Netzausfälle nicht hinnehmbar.
Spiele hält er für die letzte Bastion der geschlossenen Software.
Fällt sie, ist seiner Ansicht nach nichts mehr sicher.
Er erwartet einen harten Kollaps und rechnet damit, dass durch das Reverse Engineering auch einiges an schmutziger Wäsche ans Licht kommt, etwa bei Grafikkartenherstellern, die ihre Software mit Verweis auf das Urheberrecht streng geheim halten.
Ganz unumstritten ist das nicht.
Manche Beobachter halten Raymond für zu optimistisch, was die heutigen Fähigkeiten der KI angeht.
Dass es für geschlossene Software perspektivisch enger wird, darüber herrscht aber weitgehend Konsens.
Auch Sicherheitsforscher bremsen.
Code zu verschleiern wird durch Sprachmodelle zwar billiger zu umgehen, verliert aber nicht jeden Wert.
Und Codesignierung sowie Secure Boot verändern zwar nicht das Lesen, wohl aber das Ausführen veränderter Software auf gesperrter Hardware.
Raymond selbst sieht es gelassen.
Er erwartet eine neue Welt, in der viele alte, bequeme Annahmen platzen.
Und es werde spannend, dabei zuzusehen, schreibt er.
Die Frage ist nur, ob die Softwarebranche das genauso entspannt sieht.
Danke, Malte.
Das war das KI-Update von Heiser Online vom 12.
Oktober 2026.
Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
