# AI Capital Expenditure and Bond Market Risks

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-10-10

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Ja, und diese Woche war wieder eine Bärenwoche, eine kleine Bärenwoche, Bärchenwoche vielleicht, Teddybärenwoche.
0,5 Prozent ging's für den DAX am Ende.
Und?
Wenn man den Index nur anguckt, minus 0,5, das sieht wirklich so ganz possierlich aus.
Aber wenn du drunter guckst, unter die Oberfläche, da haben wir wirklich Werte mit plus 7% und Werte mit minus 7%.
Also diese Dispersion war wahnsinnig hoch.
Und das sieht man überall in der Welt, dass man immer denkt, ach, der Index so ganz leicht, aber unter der Oberfläche ist wie so eine Ente, die so oben lang bietet.
Und unten drunter wird aber so richtig gemacht.
Und das sah man beim DAX auch sehr schön.
Und wir gucken natürlich.
heute wieder genau hin unter die Oberfläche.
Ein Thema dafür ist natürlich für diese Bewegungen unter und ober der Oberfläche, das ist der KI-Boom.
Und der droht aber, das ist unser Thema der Woche, auch eine riesige Geldverbrennungsmaschine zu werden.
Das habe ich ja grafisch veranschaulicht.
Denn wir haben diese Woche neue Nachrichten bekommen, zum Beispiel von SpaceX.
Elon Musk will ...
40 Milliarden, weitere 40 Milliarden Schulden aufnehmen über 10 Milliarden über Bankkredite, 30 Milliarden am Anleihemarkt sich besorgen, um dafür Nvidia-Chips zu kaufen, eben um seinen KI-Teil von SpaceX, XAI, dann weiter aufzurüsten.
Und das zeigt einmal mehr, wie drastisch dieses Wettrüsten ist der Tech-Konzerne im KI-Zeitalter und in diesem KI-Boom.
Jeder will eben die Nase vorn haben und sie überbieten sich gegenseitig und es wird einfach Geld rausgehauen auf...
Teufel komm raus, ohne irgendwie zu sehen, ob man damit überhaupt Gewinne erzielen kann.
Naja, man muss es halt machen, weil man ja nicht hinten dran stehen will.
Und das Faszinierende an diesem SpaceX-Emissionen war, dass Elon Musk einfach so zwei A4-Seiten gebracht hat, so geschrieben hat, so, wir wollen, wir brauchen Geld für...
Investitionen im All und dann sagen wir so ein All und so.
Und dann dachte ich so, mit sehr viel Chuzpe ist er da rangegangen.
Und er ist ja nicht der Einzige, der das will.
Wenn man dieses Jahr mal schaut, wie viele Emissionen sind schon gemacht worden.
Die KI-Konzerne haben insgesamt ungefähr für 300 Milliarden Anleihen begeben.
Den Rest haben sie noch aus ihrem Cashflow bezahlt.
Die verdienen ja relativ gut noch, aber eben 300 Milliarden.
Und das wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch mehr werden.
Weil wenn man sich die Investitionen anschaut, dieses Jahr knapp eine Billion, nächstes Jahr soll ja schon mehr als eine Billion sein.
Und das könnte bis 2030 bis zu drei Billionen hochgehen.
Und wenn man sich anschaut, was verdienen die KI-Konzerne?
dann sind das nicht so viel.
Und das muss ausgeglichen werden.
Jetzt könnte man eigene Aktien ausgeben, nicht so doll.
Man gibt lieber Anleihen aus.
Und deswegen könnte ich mir vorstellen, dass dieses Geldflut, der Kapitalflut, die wird noch weitergehen.
Und die KI-Konzerne sind ja nicht die einzigen.
Unser Finanzminister, der hat ja auch so ein paar Schulden.
In Amerika, die machen auch nicht weniger Schulden.
Frankreich auch.
Und da kommt eine wahnsinnige Flut an Anleihen raus.
Da ist es noch nicht mal die KI-Konzerne, die hier nur das Geld verbrennen.
Alle, die Geld wollen.
Und wenn alle Geld wollen, das hat natürlich wirkt.
Naja, da ist ja unser Finanzminister vergleichsweise solide noch dagegen, muss man sagen.
Aber es ist wirklich dieses Wettrüsten und diese, wie gesagt, Ausgaben ohne Rücksicht auf Verluste, wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, die vielleicht schon auch eine rote Flagge sein sollten in diesem KI-Boom.
Und diese KI-Blase wird eines Tages platzen, möglicherweise eher früher als später, dass eben die Gelder so rausgehauen werden.
Irrsinnigen Börsenbewertungen für Entropic zum Beispiel.
Letzte Woche haben wir das diskutiert.
2 Billionen Börsenwert sind angestrebt für den Börsengang.
Oder auch, dass OpenAI diese Woche melden musste, dass der Umsatz doch geringer wächst als erwartet.
Das war ja auch eine große Enttäuschung.
Es zeigt, die Bäume wachsen nicht in den Himmel.
Aber es wird halt weiter gedüngt, als würden sie quasi unendlich wachsen.
Es ist einfach unklar, wer am Ende tatsächlich mit KI Geld verdient.
Und ob diese Gelder jemals wieder reinsteigen.
verdienen werden können.
Erst mal musst du halt investieren.
Das ist das Problem.
Und was man ja auch sehr schön gesehen hat, als dann die Zweifel an KI aufkamen, als dann diese neuen Zahlen von OpenAI kamen, dann sind ja auch die Renditen wieder runtergegangen.
Also es gibt da wirklich einen Zusammenhang zwischen diesem KI-Boom und den Renditen.
Aber was man nicht vergessen darf, und es geht ja nicht nur darum, dass jetzt die ganzen KI-Konzerne, die Hyperscaler Rechenzentren aufbauen wollen und dafür Geld brauchen, sondern was, glaube ich, die Leute noch völlig unterschätzen, ist die Transformation der gesamten Wirtschaft.
die wird auch noch mal Geld verbrauchen.
Also wenn ich Siemens heiße, Deutsche Telekom.
Deutsche Telekom hatte diese Woche ja so einen KI-Tag und haben sie ja mal ein bisschen erzählt, was sie machen wollen.
Und das werden alle Konzerne machen müssen, weil am Ende KI wird ja wahnsinnige Produktivitätsfortschritte bringen.
Und diesen Produktivitätsfortschritt, den muss jeder heben wollen.
Und dann muss ich dafür investieren.
Und dann kommen sie alle und werden die Anleihen weiter nach oben bringen.
Und deswegen glaube ich, dass wir noch viel mehr...
Anleihen sehen werden und dass die Zinsen, die zwar jetzt schon mal so ein relatives Hoch erreicht haben, vielleicht nochmal kurzfristig runtergehen, aber langfristig auf einem Niveau gehen und vielleicht sogar noch weiter nach oben gehen könnten.
Und das wird die gesamte Landschaft dann schon verändern, wenn der Zins weiter so hoch bleibt, weil eben alle Geld wollen.
Ich glaube, was den Anleihemarkt anbelangt, bei den Anleihenrenditen, haben wir doch jetzt schon ein relatives Peak gesehen.
Weil das war schon crashartige Verkäufe, die wir bei Anleihen gesehen haben.
Wenn die Anleihenkurse fallen, dann steigt ja immer der Zins umgekehrt.
Und in den USA haben wir neue 24-Jahreshochs gesehen, bei der 10-jährigen Anleihe alleine von deutlich über 5%.
Und das ist dann natürlich auch ein Niveau, wo Anleger auch bei Anleihen dann wieder verstärkt zugreifen werden.
Und das zusätzliche Angebot dann an Geld, das Anleiheanleger dann in den Markt bringen, das kann natürlich dann auch wieder diese Kapitalnachfrage, die natürlich da ist, dann einigermaßen in Balance bringen, sodass eben die Anleiherenditen nicht weiter so ungebremst nach oben schießen, wie wir das zuerst gesehen haben.
Und auf der anderen Seite war ja auch der Ölpreis vor allem immer wieder ein Treiber, weil die Inflationserwartungen dadurch gestiegen sind.
Und wir haben auch in dieser Woche wieder einen rapiden Ölpreissprung teilweise gesehen, an einem Tag nur über 5%.
zeitweise.
Und auch das ist natürlich ein Treiber.
Und wenn eines Tages dann endlich mal für die Straße von Hormuz eine Lösung gefunden wird, wird der Ölpreis massiv abschmieren und damit auch die Anleiherenditen wieder zurückgehen.
Dafür bin ich fest überzeugt.
Da wäre ich mir nicht so sicher, weil die Anleiherenditen ja nicht wegen der Inflationserwartung gestiegen sind, wenn man sich das mal genau anschaut, sondern einfach die Leute wollen mehr realen Zins haben, weil einfach immer mehr Anleihen auf den Markt kommen und nie weiß, was dann auch genau passiert.
Aber du hast ein anderes Thema angesprochen.
Wenn dann das Kapital in die Anleihenmärkte fließt, dann muss es ja irgendwo anders wegkommen.
Und da sehe ich noch ein Risiko für die Börsen kommen.
Das erinnert mich so ein bisschen an 1987.
Da ist der Dow Jones auch bis zum Oktober 40 Prozent gestiegen.
Dann gingen auf einmal die Zinsen hoch und alle haben noch so weiter gefeiert.
Alles war cool.
Und irgendwann gab es dann diesen fiesen Einbruch, diesen Crash.
weil auf einmal das neue Szenario eingepreist worden ist.
Und sowas könnte man sich auch jetzt wieder vorstellen.
Ich würde nicht sagen, dass es jetzt ein 22% Plus Crash gibt, aber dass der Markt nochmal darauf reagieren muss, das könnte schon noch passieren.
Das war übrigens mein erster Crash, den ich mit einer Aktie mit drei Jahre habe.
Er lebt noch.
Er lebt immer noch.
Er hat es überlebt.
Danach ging es auch schnell wieder nach oben.
Jetzt aber zu meinem Bullen der Woche.
Da spielt KI auch eine Rolle.
Lange ging ja die Angst vor der Disruption durch KI in den Software-Sektor.
breiter Front Angst, dass KI-Software frisst.
Aber mittlerweile wird doch mehr diversifiziert, weil man sagt, okay, das können doch manche überleben.
Und Nemetschek gilt jetzt als ein möglicher Gewinner, als ein Konzern für Bausoftware, die man herstellt.
Und da hat man wirklich sehr viel Spezialwissen und da könnte man möglicherweise vom KI-Boom profitieren, schreibt auch Bärenberg in einer Studie.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Deutsche Telekom 6% verloren.
Die hatten diese Woche ja KI-Tag.
Und bevor dann so richtig gefeiert werden konnte, dass die KI machen, kam auf einmal Elon Musk und hat gesagt, Och!
Ich kaufe mir in Amerika so ein bisschen Mobilfunkspektrum und möchte selbst einen Mobilfunkanbieter haben.
Und T-Mobile US ist ja einer der Wachstumstreiber.
Über 60 Prozent des Werts bei der T-Aktie sind da drin.
Und deswegen ist die Aktie nach unten gegangen.
Und da muss man jetzt schauen, auf der einen Seite kommt KI, auf der anderen Seite kommt Elon Musk und versucht Mobilfunk zu disruptieren.
Und das ist keine so gute Sache.
Und deswegen minus 6 Prozent der Woche.
So, nächste Woche glaube ich, dass wir jetzt nach vielen schwachen Wochen endlich mal wieder eine Pluswoche im DAX sehen.
Würde ich auch sagen, die Berichtssaison geht los und die Erwartungen in Deutschland sind, glaube ich, wesentlich niedriger als in Amerika.
Deswegen könnte ich mir vorstellen, dass der DAX outperformt und vielleicht mal wieder eine Pluswoche macht.
Das war's für diese Woche bei Defna und Schäpitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und schauen wir wissen, wie es weitergeht.
Hört auch den Podcast ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcast geht.
