# AI Euphoria Cools As Oil Prices Spike

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-09

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über einen Dämpfer für die KI-Euphorie, einen Ölpreis, der selbst Donald Trump vorsichtig werden lässt und die Frage, warum die modernste Technologie plötzlich am Tanklaster hängt.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum euer Welt-ETF so amerikanisch ist wie noch nie und was ETF-Papst Gerd Kommer daran so stört und eine Triple-E-Idee.
gibt es einen exklusiven Blick in die Depots der Deutschen.
Wir verraten, welche Aktien sie gekauft haben und welche sie links liegen lassen.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Freitag, der 9.
Oktober und wir wünschen euch einen zufriedenen Start in den Tag.
So richtig zufrieden konnte man mit den Märkten gestern nicht sein.
Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 24.807 Zähler.
Der US-Lite-Index S&P 500, der am Dienstag ja noch in Allzeithoch markiert hatte bei 7.845 Punkten, der verlor zwar nur 0,4 Prozent, dafür ging es aber beim Nasdaq 100.
1,4% runter.
Interessanterweise gab es im S&P 500, das ist immer wieder am Leitindex, viel mehr Aktien im grünen Bereich als im roten Bereich.
Der gleichgewichtete S&P 500, der gewann sogar 0,6%.
Und verantwortlich für die schlechte Stimmung, das könnt ihr euch schon denken, wenn ihr die Nasdaq 100 gehört habt, war entsprechend das Thema, das die Börse im vergangenen Monat nach oben getragen hat, nämlich KI.
Anleger reagierten nervös auf Berichte aus der Financial Times, wonach OpenAI mit seinen Einnahmen hinter den zuvor signalisierten Erwartungen zurück.
Und da setzte die gesamte KI-Wertschaffungskette unter Druck.
Oracle verlor mehr als 5 Prozent, Nvidia knapp 3 und AMD fast 4 Prozent.
Und dann musste auch noch ein IPO abgesagt werden, nämlich das von Nvidia unterstützte australische Rechenzentrumsunternehmen Firmus.
Die haben ihren Börsengang jetzt ganz absagen müssen.
Ja, bei Oracle, die sind ja in gewisser Weise das schwache Glied des KI-Booms.
Da kam noch eine skurrile Geschichte dazu.
LKW zu einigen Rechenzentren karren, weil die feste Stromversorgung auf sich warten lässt.
Die modernste Technologie der Welt hängt an Tanklastern.
Auch bei den Speicherchips ging es abwärts.
Samsung hat zwar Rekordzahlen fürs dritte Quartal gemeldet, die Erwartungen aber leicht verfehlt und Konkurrent Micron fiel um 4,8%.
Und TSMC, die haben zwar mit 51% Umsatzwachstum mehr geliefert als erwartet, aber...
Bei diesen Erwartungen reicht halt sehr gut nicht mehr aus und deswegen ging es auch mit der Aktion runter.
Der Philadelphia Halbleiterindex Sox, der verloren 3,4 Prozent.
Und die große Frage, die lautet jetzt, war das jetzt nur so ein kleiner Dämpfer für die KI-Euphorie oder vielleicht so ein erster Hinweis darauf, dass die Erwartungen inzwischen so hoch geschraubt worden sind, dass sie eigentlich nur verfehlt werden könnten?
Wir haben dazu auch gleich noch mehr im Thema des Tages.
Hinzu kam ein zweiter Belastungsfaktor, der für Anleger fast noch wichtiger ist, der erneute Anstieg der Energiepreise.
Brandöl verteuerte sich zeitweise auf mehr als 104 Dollar je Barrel, nachdem sich die Spannungen im Nahen Osten weiter verschärft hatten.
Die Folge, die Inflationssorgen, die bleiben hoch und die Notenbanken treten wieder verbal auf die Bremse.
Entsprechend sind die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen ja auf dem Niveau, wo sie seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr gesehen waren.
Und diese Papiere, die konkurrieren mit den Bonds aus der Privatwirtschaft, was große Projekte für den wachstumshungrigen Technologiesektor verteuert.
Immerhin hat so ein bisschen diese KI-Euphorie, die wegging, dann auch am Anleihemarkt für so ein bisschen Entspannung gesorgt.
Es ist interessant, wie alles irgendwie mit allem zusammenhängt.
Und im Mittelpunkt stand gestern weiter der Konflikt mit dem Iran.
Donald Trump sorgte zunächst für Unruhe, weil aus seinem Umfeld Berichte über mögliche weitere Militärschläge vor den Kongresswahlen Anfang November kamen.
Und wenige Stunden später routete dann der US-Präsident zurück und erklärte ausdrücklich, die USA würden Iran vor den Midterm Elections nicht angreifen.
beruhigte dann so ein bisschen die Märkte wieder und nahm dem Ölpreis einen Teil seiner Tagesgewinne.
Gleichzeitig zeigt dieser Vorgang, wie in Geopolitik Energiepreise und Börse derzeit miteinander verknüpft sind.
Es hängt halt irgendwie alles mit allem zusammen.
Alles hängt mit allem zusammen.
Ja und noch was ist bemerkenswert.
Trump begründete seinen Kurswechsel offenbar nicht nur außenpolitisch, sondern auch innenpolitisch.
Der Krieg hat die Benzinpreise in den USA deutlich nach oben getrieben.
Benzin- und Dieselpreise muss man dazu sagen.
Und damit eines der wichtigen Wahlkampfthemen nochmal verschärft, nämlich die Lebenshaltungskosten.
Die Unterstützung der Amerikaner für den Konflikt, die nimmt derweil ab.
Während die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen zunehmen und für Anleger bedeutet das, in den kommenden Wochen dürfte die US-Politik mindestens genauso wichtig werden wie Unternehmenszahlen oder Konjunkturziffern.
Die Midterm Elections am 3.
November entwickeln sich zunehmend zu einem.
Und vor der ganzen Woche hatten wir dazu ja schon mal ein Thema des Tages.
Da kann man nochmal reinhören, wenn man wissen will, welche Szenarien da wie gespielt werden und welche Aktien da gegebenenfalls von profitieren oder eben verlieren.
Und spannend ist, wohin das Geld gestern geflossen ist.
Apple stieg, weil die Aktie inzwischen so als der Tech-Krise ohne KI-Wette gilt, also das Anti-KI.
Und deswegen ging es dann nach oben.
Und Software war auch gefragt.
Palantir legte 2,4 Prozent zu, nachdem Goldman Sachs die Aktie auf Kaufen hochgestuft hat.
Und dann mit den Klassikern ging es auch aufwärts.
Versicherer, Hausbauer und Konsumgüter waren gefragt.
Allen voran PepsiCo.
Die Aktie stieg um 3,7 Prozent, obwohl der Konzern seine Prognose gesenkt hat.
Statt um etwa 5 Prozent soll der Kerngewinn je Aktie nur noch um rund 3 Prozent wachsen.
Die Anleger feierten lieber das neue Sparprogramm und die stärkste organische Wachstumszahl seit Ende 2023.
Und die Übernahmestory des Tages, die kam aus der Gastronomie.
Laut Financial Times hat Starbucks mit Beratern an einem Angebot für Chipotle gearbeitet.
Das wäre aber eine spannende Kombi.
Und das wäre der größte Deal der Restaurantgeschichte.
Chipotle sprang um 6,2 Prozent an.
Und der Witz an der Sache, Starbucks-Chef Brian Nickel, der hat ja früher Chipotle geführt.
Insofern wird er sein altes Unternehmen dann weiterführen.
Etwas größeres Imperium.
Der will offenbar zurück an die Burrito-Theke.
Allerdings betont Starbucks selbst, man konzentriere sich voll auf den eigenen Umbau.
Die Starbucks-Aktie gab 0,4 Prozent nach.
Und nach Börsenschluss hat dann SpaceX die Telekom-Branche erneut aufgeschreckt.
Der Konzern kauft landesweite Funkfrequenzen, damit Starlink Mobile in den USA zum echten Mobilfunkanbieter werden kann.
AT&T, Verizon und T-Mobile, die verloren nachbörslich rund drei Prozent.
Und hat Elon Musk nicht noch auf X getwittert, dass SpaceX irgendwann mal viel mehr wert sein würde als die gesamte Weltwirtschaft heute?
Naja, also er hat jedenfalls große Visionen.
Für die Gesundheitswerte war es gestern ein ropiger Tag.
Apex brach 12 Prozent ein.
Humana sprang dafür nachbörslich um 12 Prozent nach oben, nachdem die neue Sternebewertung für die Medicare-Versicherer herauskam.
Bei Südzucker, da gab es in Deutschland allerdings Geschäftszahlen und die Papiere, die verloren 4,5 Prozent.
Wegen der Trockenheit im Sommer dürfte die Zuckerrübenerde leiden und damit auch der Zuckerausstoß.
Ja, vom Zuckerausstoß ist nur noch ein kleiner Schritt zu dem Termin, oder?
Das stimmt.
Hieß es immer, die dümmsten Bauern haben die dicksten Rüben?
Nein, ich weiß nicht.
Ich mache Termine.
So ähnlich.
So ähnlich war dieser Bauernspruch.
Ich komme jetzt in den Termin.
Das ist nicht viel.
Vor US-Handelsstaat legt die Fluggesellschaft Delta Airlines Zahlen vor.
Das ist ja so Berichtssaison nach PepsiCo.
Das ist das zweite Unternehmen, weil das auch so erfolgreich ist.
Und um 16 Uhr deutscher Zeit kommt das amerikanische Verbraucherverbrauch und der Universität Michigan für Oktober.
Und dann werden auch immer so Inflationserwartungen der Konsumenten gemessen.
Und das ist in diesem Umfeld auch nicht ganz irrelevant.
Das ist wirklich nicht viel, lieber Zschäbis.
Und danach heißt es dann auch schon, hoch die Hände, Wochenende.
Das Thema des Tages.
Drei von vier Euro.
So viel von eurem Geld im MSCI World steckt inzwischen in amerikanischen Aktien.
Im iShares MSCI World ETF liegt der US-Anteil inzwischen bei 75,02 Prozent.
Und so hoch war der noch nie.
Das ist wirklich viel, lieber Chabitz, ja.
Und das ist beim Lieblings-ETF der Deutschen.
1997, da lag der US-Anteil bei 44%.
Du warst gestern ja auf dem Bild-Finanzgipfel in Berlin und da gab es genau dazu auch ein eigenes Panel, wie sicher ist der MSCI World.
Mit dabei Gerd Kromer, der schärfste Kritiker des US-Übergewichts.
Ist der Welt-ETF etwa gar keiner mehr?
Das wollen wir euch heute im Thema des Tages erklären.
Ja, Welt-ETF heißt nicht unbedingt Welt.
Wenn man mal reinguckt, wir haben gesagt, über 75 Prozent Amerika.
Japan ist dann mit 5,87 Prozent das zweitgrößte Land im Index.
Und Deutschland kommt auf 1,99.
Wenn man sich allein Nvidia anguckt, wiegen die 5,98 Prozent.
Das muss man sich mal vorstellen.
Ein einziger Chipkonzern ist dreimal so schwer wie die komplette deutsche Börse.
Die erste Nicht-US-Aktie ist dann ASML auf Platz 15 und Halbleiter sind mit gut 15% auch die größte Branche.
Übersetzt heißt das, wer einen MSCI World hat, der hat eine ziemlich große KI-Wette im Depot, ob er will oder nicht.
Und genau da setzt Gerd Kommer an.
Ich habe ihn dann nach dem Gipfel nochmal getroffen.
Wir saßen dann beim Abendessen und haben lange nochmal darüber diskutiert.
Und er hat ja schon 2023, da war das Gewicht von Amerika noch 67 Prozent, hat er das schon als risikomäßig ungesund gesagt.
Und jetzt sind es sogar nochmal acht Punkte mehr.
Und sein Argument, im KI-Boom würde jetzt massiv überinvestiert.
Und er hat dann auch ganz klar gesagt, da werden wahrscheinlich nicht alle Rechenzentren...
Betreiber überleben und auch nicht alle Modellanbieter würden es schaffen.
Irgendwie passt das vom Timing her.
Gestern sind die Chip-Werte an der Wall Street eingebrochen.
Der Philadelphia Halbleiterindex verlor 3,7 Prozent.
Das ist schon eine ganze Menge.
Auslöser bei einem Bericht, wonach OpenAI aufs Jahr hochgerechnet nur auf rund 50 Milliarden Dollar Umsatz kommt.
Zuletzt war ja von fast 70 Milliarden Dollar die Rede.
Da erinnere ich mich gut dran, dass es in die Richtung geht.
Genau.
Und das ist schon mal ein Wort, nämlich fast 30 Prozent weniger als gedacht.
Der Lieferant organisiert dem Kunden das Geld für die eigene Ware.
Da werden wir etwas hellhörig.
Übersetzt heißt das, Kommas-Überinvestitionsthese ist gestern ein Stück...
greifbarer geworden.
Aber man muss auch fair bleiben.
Die Amerikaner, die haben historisch einfach besser geliefert.
Genau und diese wirtschaftliche Übermacht der Amerikaner habe ich ihm auch entgegen gehalten.
Und dann kam ich natürlich wie immer mit der Statistik des UBS Yearbook, das ist ja diese Statistik, die zusammen mit der London School of Economics machen, die auf 125 Jahre Börsengeschichte schaut.
Und wenn man da reinschaut, sieht man immer, US-Aktien brachten real, also nach Ab...
der Inflation in diesen 125 Jahren im Schnitt 6,59 Prozent pro Jahr und der Rest der Welt nur 4,3.
Also ihr seht 2,3 Prozentpunkte fast mehr.
Aber Komma sagt, Moment mal, diese Statistik sei durch zwei Weltkriege verzerrt, die eben nicht auf amerikanischem Boden stattgefunden haben.
Klingt erstmal plausibel.
Europas Industrie lag zweimal in Trümmern, die amerikanische eben nicht.
Aber die Studie hat das selbst nachgerechnet.
Von 1974 bis 2024 schlugen US-Aktien den Rest der Welt um 2,1 Prozentpunkte pro Jahr, seit 1990 sogar um 4,7 Prozentpunkte.
Da gab es keinen Weltkrieg mehr.
Und darauf hat dann Comer mit Dänemark irgendwie gekontert und er hält die Aufteilung USA gegen den Rest der Welt für irreführend, weil die US-Börse eigentlich immer nur im oberen Mittelfeld gelegen habe.
Und er sagt, der US-Markt sei nicht systematisch rentabler als andere relevante Aktienmärkte.
Und ich habe da mal nachgeschaut und tatsächlich ist es so, seit 1970 kommt der MSCI Dänemark auf gut 10% pro Jahr und der MSCI USA nur auf 9,1%.
Moment mal, Dänemark an der Börse, das ist ja vor allen Dingen Novo Nordisk, also Novo wie sie jetzt heißen.
Und seit dem Absturz von Novo hat sich der Index vom Hoch fast halbiert.
Da hilft euch die schönste Langfristrendite wenig, wenn ihr am Gipfel eingestiegen seid.
Und das ist dann eher ein Lehrbuchbeispiel für Klumpenrisiko.
Das habe ich ihm auch wirklich so gesagt.
Und dann sagt er, naja, die kleinen Märkte, die hätten halt auch mehr Klumpen.
Ja, guter Punkt.
Commer redet hier aber nicht nur, er hat auch einen eigenen ETF, denn L&G gab Commer Multifaktor und der hat nur 49,2% USA.
Und Commer argumentiert, der Rückenwind für den MSCI World, der werde irgendwann in einen...
Rückenwind für seinen ETF-Dreh.
73% zu 65% klar vorn.
Und das sind knapp 2%-Rückstand pro Jahr.
Versprochen waren mal 1 bis 1,5%-Punkte mehr Rendite im Jahr.
Wobei drei Jahre sind für so eine Strategie ein Wimpernschlag.
Und die Anleger, die glauben ihm, der ETF hat inzwischen 1,5 Milliarden Euro eingesammelt.
Was heißt das jetzt für euer Depot?
Erstens, also ihr müsst euren MSCI World nicht verkaufen.
Ihr solltet es auf keinen Fall auch tun.
Denn dann fällt ja sofort die Abgeltungssteuer an und ihr habt schon mal einen Nachteil, ihr müsst damit weniger Kapital weitermachen.
Also wenn ihr das macht, dann würde ich den immer nur stilllegen und vielleicht mit einem anderen weitersparen, aber nie verkaufen.
Aber ihr müsst halt auch wissen, wenn ihr das weitermacht, was da drin ist.
Das ist halt eine Wette auf Amerika und eine Wette auf KI.
Und selbst das Chief Investment Office der UBS, das fest an die KI-Story glaubt, rät gerade zur breiteren Streuung, um nicht von einer kleinen Gruppe von Marktführern abzulegen.
Und wem 75 Prozent zu viel sind, der muss aber nicht gleich ins andere Extrem gehen.
Breitere Indizes holen Schwellenländer und auch Nebenwerte dazu.
Der Spider MSCI Acqui IMI kommt auf 64 Prozent USA.
Der Invesco Fuzzi All World auf 63,8 Prozent.
Der Vanguard Fuzzi Global All Cap auf 63 Prozent.
Das sind gut 10 Prozentpunkte weniger Amerika.
Wer noch weiter runter will, der landet bei Komma und unter 50% Amerika, zahlt mit 0,5% im Jahr, aber auch deutlich mehr.
Und ehrlich gesagt muss ich nicht wissen, wer gestern recht hatte, Komma oder das UBS-Earbook.
Mein Fundament muss so oder so einfach funktionieren, da muss man ja nicht um Zahlen streiten.
Unser Fazit.
Der US-Rekord ist kein Grund zur Panik, wohl aber zum näheren Hinsehen.
Wer seinen MSCI World behält, behält eben zu drei Vierteln Amerika und sollte sich dessen bewusst sein.
Wer neu einen Sparplan aufsetzt und das Klumpenrisiko senken will, der greift zu einem All World oder Acqui-Immi ETF und drückt den US-Anteil damit auf rund 63%.
Und wer eben sein MSCI World weiter bespart, der muss sich halt fragen, würde ich diese Aufteilung auch dann durchhalten, wenn Amerika einmal fünf Jahre hinterherläuft und mal eine andere Performance hat.
Seit 2010 oder 2009 hat ja Amerika wahnsinnig Outdoor-För.
Denn genau dann zeigt sich, ob man eine Strategie hat, die man auch wirklich durchhalten kann.
Also halte ich nur durch, solange die USA gewinnen, dann ist das Depot wahrscheinlich riskanter, als der Name Welt-ETF vermuten lässt.
Deswegen muss man sich ja diese Frage stellen.
Wir bleiben im Grunde beim Thema, aber zäuben das Pferd mal von hinten auf.
Wir haben eine Umfrage gemacht bei Deutschlands Brokern und Neobroker.
Die Frage war, welches waren die Aktienfavoriten eurer Kunden im dritten Quartal?
Und übrigens haben sich an unserer Umfrage diesmal so viele Broker beteiligt wie nie zuvor.
Von Consors über DKB bis zu Smart Broker Plus und Trade Republic.
Die waren alle dabei.
Und daraus kann man ungefähr ableiten, mit welchen Positionen die deutschen Privatanleger in die, hoffen wir mal, Jahresendrallye gehen.
Und die Privatanleger sind ja inzwischen eine echte Macht am Markt.
Darüber haben wir diese Woche schon gesprochen.
Worauf setzen also die Sparer?
Da hatten wir ja versprochen, das Pferd von hinten aufzuzäumen und sagen euch erstmal, worauf die Kunden so gar nichts geben.
Aktien aus Europa.
Früher waren europäische Ikonen wie Novo, LVMH oder auch Nestlé beliebte kleinerleger Aktien.
Die tauchen in den Rankings diesmal aber gar nicht auf.
Das finde ich ja schon bemerkenswert.
Kein LVMH, kein Novo.
Nestlé, gut, die hat ja schon länger underperformed.
Was aber auftaucht, und zwar ganz oben, und da haben wir wieder unser Thema auch von eben, sind KI-Aktien.
Die Fantasie rund um den Ausbau der Künstlichen Intelligenz hat rechtzeitig zum Herbstbeginn einen Rebound erlebt.
Und dazwischen hatten manche ihre Aufmerksamkeit auf andere Themen gelenkt.
Jetzt schwingt das Pindel wieder zurück.
Firmen, die vom Bau von Rechenzentren profitieren, von Chips, Speicherlösungen oder Stromversorgung, die stehen plötzlich wieder ganz oben.
auf den Einkaufszetteln.
Das zeigt sich bei nahezu allen Brokern.
Und an der Spitze steht natürlich Nvidia.
Das ist schon faszinierend.
Einerseits ist Nvidia mit einer Rekordbewertung von rund 5,7 Millionen Dollar teuer.
Gleichzeitig ist ja Nvidia auch hoch profitabel.
In den vergangenen zwölf Monaten hat der Chip-Designer fast 193 Milliarden Dollar Nettogewinn erzielt und das sind umgerechnet rund 170 Milliarden Euro.
Das Unternehmen verdient damit mehr als alle 40 DAX-Konzerne zusammen und die Analysten, die rechnen in den kommenden Jahren sogar noch mit weiter steigenden Gewinnen.
Und viele der anderen Privatanleger-Favoriten, die docken direkt an der KI-Story an.
Beispielsweise Siemens Energy.
Platz 3 im Ranking.
Die Firma verkauft zwar keine Chips, liefert aber die Energieinfrastruktur für Rechenzentren.
Hinzu kommen Speicherchip-Spezialisten wie Micron oder SK Hynix und natürlich Halbleiterunternehmen wie AMD, Intel oder Infineon.
Und die Anleger setzen also wieder ganz klar auf Schaufelverkäufer des digitalen Goldrauschs.
Gleichzeitig zeigen die Daten noch etwas anderes.
Die Deutschen konzentrieren sich bei der Geldanlage inzwischen auf ganz wenige Megatrends, wobei hier KI klar dominiert.
Ein bisschen spielt noch Verteidigung eine Rolle.
Bei vielen Brokern gehört Rheinmetall im dritten Quartal zu den meistgehandelten Aktien.
Aber trotz des 40% Kursverlust seit Jahresbeginn, viele Anleger scheinen darauf zu setzen, dass die europäische Aufrüstung noch lange nicht vorbei ist.
Und dann gibt es noch einen ganz überraschenden Aufsteiger, SpaceX.
Die Firma ist erst zum Ende des ersten Halbes an die Börse gekommen und taucht nun bei mehreren Banken und Brokern direkt auf den Spitzenplätzen auf.
Und das zeigt, wie stark die Anziehungskraft von Elon Musk und seinen Visionen weiterhin ist.
Er hat es geschafft, SpaceX als KI-Play zu positionieren.
Aber da gibt es einen Leidtragen dieser Entwicklung.
Während nämlich SpaceX die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist Tesla fast schon in Vergessenheit geraten.
Die Tesla-Aktie, die sucht man in den Favoritenlisten diesmal vergebens.
Und auch andere Titel der glorreichen Sieben, die sind stark in den Hintergrund gerückt.
Microsoft, Amazon, Alphabet oder Meta, die tauchen ganz weit hinten in den Top 20 der Kunden auf oder gar nicht.
Und ein bisschen Raumfahrt in Gestalt von SpaceX.
Aber keine europäischen Substanzaktien, keine Dividendenwerte, Deckard.
Wie kannst du das nur aushalten, wenn du so eine Umfrage siehst?
Ich weiß es nicht.
Und schon ein bisschen überraschend bei den hohen Ölpreisen auch keine...
Also scheinen die Leute für ein vorübergehendes Phänomen zu halten.
Ob das die richtige Positionierung für die Jahresendrallye ist, das wissen wir natürlich nicht.
Aber was wir wissen, und da waren die Signale der Broker eindeutig, die Deutschen interessieren sich wieder so stark für Aktien wie seit vielen Jahren nicht mehr.
Ja, und die Substanz- und Dividendenwerte, die die Deutschen nicht als Einzelaktien kaufen, die sind ja teilweise in den Lieblings-ETFs der Bundesbürger enthalten.
Darüber hatten wir in der Folge vom 7.
Oktober gesprochen.
Da könnt ihr ja gern nochmal reinhören.
Das war alles über Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns an der Mail an AAA, also aatwild.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und natürlich habe ich auf diesem wunderschönen Finanzgipfel der BILD viele AAA-Fans getroffen.
Shoutout an Martin und selbst Anja Mikus, das ist ja die, die den Kenfo-Mail, die hört uns jeden Tag und freut sie uns zu sehen.
Dann Timo Bautz, das war noch da.
Und Carola Verstel und Nao-Gründer Robin Binder und der Bader Kommunikationschef Florian Schopf und Thomas Rappold, den ja viele hier gewünscht haben.
Und der wollte sich gleich selbst einladen.
Also da war ja Wunsch und Selbsteinladung passen zusammen.
Und es gab noch einen lustigen Beef auf meinem Panel, auf dem ich auch saß zwischen Frank Thelen und Gijan Onaran.
Und die beide haben sich wirklich auf offener Bühne so richtig gezofft.
Und das machte...
Ein sehr unterhaltsamer Eindruck.
Ich saß zwischen den beiden und es war auch das Publikum.
Danach waren alle Leute von dem Panel besonders begeistert, weil es sehr unterhaltsam war.
Ich will auch den Rappold hören.
Ich wünsche mir den Rappold.
Du wünschst dir auch den Rappold.
Gut, dann wird der Rappold demnächst hier wieder da sein.
Sehr schön.
Und dann hat uns noch IW15 geschrieben, so ist der Name, mit der Betreffzeile echt jetzt und darauf angespielt, dass ich im Zusammenhang mit der Telekom von Anlegenden gesprochen habe.
Also zur Erklärung, die Telekom selbst spricht von Anlegenden und genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
Ja und noch eine Frage zu Gold und Trade Republic hat uns erreicht.
Tatsächlich wird weder Xetra Gold noch Euvax Gold 2 dort gehandelt.
Der iShares Physical Gold, der ist nicht steuerfreundlich, aber...
Der Wisdom Tree Physical Swiss Gold ETC und der Wisdom Tree Core Physical Gold, die sind bei Trade Republic und die sollten steuerfreundlich sein.
So war es zumindest zu lesen.
Und wenn ihr solche Informationen immer wieder hören wollt, dann heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und dann hören wir uns nämlich morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
