# Porsche Pivot, GameStop Collectibles, and AI Debt Risks

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-08

## Transcript

Porsche hat eine neue Strategie und will aus weniger Autos mehr Geld holen, teilweise sogar 13 Millionen pro Auto.
GameStop hat eine sonderbare Bitcoin-Strategie und BlackRock glaubt, dass KI den Kryptomarkt pushen kann.
Außerdem will SpaceX mit Schulden Nvidia-Chips kaufen.
Diese ganzen Themen schauen wir uns gleich an.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Donnerstag, der 8.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Eine der größten Sorgen der KI-Welt ist ja, dass die Finanzierung immer riskanter wird, also immer mehr Rechenzentren mit Schulden finanziert werden oder durch zirkuläre Deals, wo zum Beispiel Nvidia die eigenen Kunden finanziert.
Zu diesen Sorgen kommt noch, dass die Deals oft von Private Credit Anbietern finanziert werden, wo man die Konditionen auch nicht so genau kennt und dazu kommt auch noch, dass die Zinsen steigen.
Und gestern sind dann diese ganzen Sorgen zusammengekommen.
Erstens kam nämlich raus, dass SpaceX sich im nächsten Jahr über Anleihen und Bankkredite 40 Milliarden Dollar leihen will, um damit dann Nvidia-Chips zu kaufen.
Spannend wird das vor allem auch, weil SpaceX ja gerade so noch ein Investment-Grade-Rating hat, die Anleihen also nicht als sehr spekulativ gelten.
Dadurch können sie auch Investoren kaufen, die ein bisschen weniger Risiko eingehen dürfen und SpaceX muss eben niedrigere Zinsen zahlen.
Seitdem die ersten Anleihen mit diesem Rating draußen sind, sind die Anleihenkurse aber stark gefallen und handeln aktuell über 2 Prozentpunkte über dem Zinssatz von amerikanischen Staatsanleihen und damit eher im spekulativen Bereich.
Es wird also sehr spannend zu sehen, ob sie diese 40 Milliarden an Schulden im nächsten Jahr wirklich zu vernünftigen Zinsen verkauft kriegen.
Die zweite KI-Sorge ist die von den Private-Credit-Anbietern.
Einer der größten Player, der auch so Rechenzentrum-Deals finanziert, ist Blue Owl.
Und das sind spannenderweise auch dieselben, die sehr hart von KI-Sorgen getroffen wurden, weil sie viele Softwarefirmen finanziert haben, wo es eben die ganzen KI-Risiken gibt.
Gestern meinte der Blue Owl-CEO dann auf einer Konferenz, dass sie einen großen Push in die Versicherungsbranche vorhaben.
Sie wollen zwar nicht selbst Versicherungen kaufen, wie es viele Konkurrenten machen, aber sie wollen mehr Versicherungen als Investoren kriegen.
Ob das im aktuellen Umfeld bei...
der ganzen Unsicherheit und vor allem auch bei der Kritik rund um Private Credit und Versicherungen klappen wird, ist aber eher fraglich.
Und die letzte Zinsen-News, die sowohl Blue Owl als auch SpaceX trifft, gab es gestern am Gesamtmarkt.
Zinsen auf Staatsanleihen sind nämlich mal wieder durch die Bank gestiegen und haben in den USA und in Frankreich Niveaus erreicht, die man das letzte Mal 2002 gesehen hat.
Entsprechend negativ war dann auch die Stimmung an der restlichen Börse.
Auch keine sonderlich guten KI-News hatten die Kollegen von HubSpot außerdem, wobei gut ein bisschen im Auge des Betrachters liegt.
Auf jeden Fall will HubSpot über 5% der Mitarbeiter entlassen und damit ca.
700 Leute.
Auch Entlassungen wird es bei Porsche geben.
Die haben gestern ihre neue Strategie bis 2035 vorgestellt.
Dabei will Porsche sich vor allem auf weniger Autos fokussieren und schon mit 200.000 verkauften Autos profitabel sein.
Bisher war Porsche bei ganz vielen Prozessen und auch Komponenten eher auf 350.000 Autos eingestellt, also fast das Doppelte.
Damit man mit weniger Autos trotzdem mehr Umsatz macht, soll der Anteil an exklusiven Modellen dafür von einem Drittel auf fast die Hälfte steigen.
Und der Durchschnittspreis der teuersten 10.000 verkauften Autos soll von 270.000 auf 330.000 Euro steigen in 2030.
Außerdem hat der CEO teilweise über Autos gesprochen, die über 13 Millionen Euro kosten.
Soviel zur Umsatzseite.
Auf Kostenseite soll natürlich überall gespart werden.
Vor allem im Management.
Dort sollen sogar 40% der Stellen gestrichen werden.
Insgesamt über die ganze Belegschaft sollen es eher 30% werden.
Und wenn das alles dann aufgeht, wollen sie mittelfristig 41 bis 45 Milliarden Euro Umsatz erreichen und eine operative Marge von bis zu 15 Prozent.
Im Best Case wäre das also eine Firma, die dann 7 Milliarden Euro operativen Gewinn macht.
Die aktuelle Bewertung von 39 Milliarden Euro wäre gerade mal das Sechsfache davon, also sehr, sehr wenig.
Das zeigt aber auch, dass die Börse noch nicht 100 Prozent an die Story glaubt und bis 2030 oder 2035 ist auch noch ein ziemlich langer Weg.
Wenn die Ziele zum Beispiel in acht Jahren erreicht werden und man bis dahin mit der Aktie 15% pro Jahr machen will, dann wäre die Firma dann 120 Milliarden wert und damit das 20-fache vom operativen Gewinn.
An der Börse haben die Pläne übrigens nicht 100% überzeugt.
Am Anfang des Tages ist die Aktie erstmal stark gestiegen, dann ist sie deutlich gefallen und am Ende des Tages war sie noch leicht im Plus, was fairerweise an einem Tag, wo die meisten anderen Aktien eher gefallen sind, schon ganz gut ist.
Deutlich schlechter sah es beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care aus, wo nämlich die Vorstandschefin überraschend entlassen wurde und der Grund ist wohl, dass ihre Wachstumsstrategie aus dem Kapitalmarkttag vom letzten Jahr nicht wirklich funktioniert hat.
Und sie hat es in den letzten Jahren generell nicht geschafft, Fresenius Medical Care stärker wachsen.
zu lassen, obwohl der Konkurrent Davita eben deutlich schneller wächst.
Also ein Managementwechsel ist bei der Aktie vielleicht auch gar nicht so schlecht, aber die Aktie hat auf die News trotzdem mit einem Minus von über 5% reagiert, denn das alles kam erstens sehr überraschend.
Und zweitens ist es auch ein Zeichen dafür, dass die letzten Zahlen wahrscheinlich nicht ganz so berauschend waren.
Auch Wachstumsprobleme und auch keine guten Zahlen hat schon seit Jahren Under Armour, die Sportmarke.
Aber genau wie bei Puma und Hugo Boss, also zwei andere Marken, die gerade eher schlecht laufen, hat jetzt Mike Ashley mit seiner Frazers Group die Chance gesehen.
und sich Anfang Oktober fast 10% der Aktien gekauft.
Und weil Ashley ja bekannt ist, als Investor auch aktiv zu werden und sich oft noch größere Anteile zu kaufen, hat das auch die Aktie in den letzten 5 Tagen um die 10% nach oben gepusht.
Und zum Schluss noch eine krasse Nachricht aus der Straße von Hormuz.
Kapitäne, die durch die Straße von Hormuz fahren, kriegen aktuell pro Trip einen Bonus von rund 50.000 Dollar.
Und wer auf den Shuttlen unterwegs ist, die quasi konstant durch die Straße fahren, kriegt außerdem als Grundgehalt bis zu 100.000 Dollar im Monat.
Aber die Kapitäne und Crews riskieren damit auch ihr Leben.
Seit Februar wurden über 90 Schiffe attackiert und 24 Menschen an Bord getötet.
Alleine seit dem 20.
September gab es mindestens 14 Attacken.
Über GameStop haben wir hier eigentlich immer nur im Meme-Stock-Kontext gesprochen, aber Timon hat sich die Firma mal ganz fundamental von den Zahlen angeschaut.
Vor drei Wochen hat Pokémon zum 30.
Geburtstag ein neues Sammelkarten-Set rausgebracht und ein Händler hat die Box, die eigentlich 50 Dollar kosten soll, für das Doppelte verkauft.
Nämlich der Meme-Aktienkönig GameStop.
Seitdem der Hype um die Nintendo Switch 2 zu Ende ist und das Frankreich-Geschäft von GameStop verkauft ist, machen Videospiele und Konsolen nur noch knapp die Hälfte vom Umsatz aus, die andere Hälfte wird mit Collectibles gemacht.
Also zum Beispiel die Karten von Pokémon oder auch Magic the Gathering, aber auch Figuren oder Plüschtiere.
Und unter anderem wegen dem Pokémon-Hype ist das Geschäft im letzten Quartal 60% gewachsen.
Dazu verdient GameStop in dem Business deutlich mehr als in den Konsolen.
Das sieht man auch an den Margen von GameStop insgesamt.
Von jedem Dollar Umsatz bleiben nach Abzug vom Einkaufspreis jetzt über 40 Cent übrig vor einem Jahr.
waren es noch knapp 30.
Dazu kommt, dass GameStop auch Karten von Kunden kauft.
Die kriegen dafür dann häufig Guthaben, dass sie wieder im Laden ausgeben können.
In der Zwischenzeit ist das quasi ein zinsloser Kredit von den eigenen Kunden und ein Teil davon wird ja auch nie eingelöst.
In den rund 1600 US-Filialen kann man seine Karten außerdem von PSA bewerten lassen, dem Marktführer in dem Bereich.
Bei wertvollen Karten ist es Standard, dass Sammler das machen.
Ein Gutachter prüft dann den Zustand und vergibt eine Note von 1 bis 10.
Und für PSA ist GameStop inzwischen eine wichtige Annahmestelle und der Chef vom PSA-Mutterkonzern sitzt bei GameStop im Verwaltungsrat.
Hinter dem Umbau steckt Ryan Cohen, das ist der Gründer vom Online-Händler für Haustierbedarf, Chewy.
Den hat er für über 3 Milliarden Dollar verkauft und sich 2020 bei GameStop für knapp 80 Millionen Dollar eingekauft.
Mittlerweile ist sein Anteil rund eine Milliarde Dollar wert und allein seit September haben er und noch ein paar andere Insider Aktien für fast 80 Millionen Dollar gekauft.
Die scheinen im Börsenwert bei 12,5 Milliarden Dollar wohl gerade günstig zu finden.
Bei ca.
2 Milliarden Dollar Netto Cash, 350 Millionen Dollar in Bitcoin und knapp 10% an Ebay, die auch nochmal 5 Milliarden Dollar wert sind, bekommt man das operative Geschäft für knapp 5 Milliarden Dollar.
Und das für ein Business, das dieses Jahr um die 400 Millionen Dollar Nachsteuergewinn machen sollte.
Das wäre dann ein KGV von 12.
Wenn der Sammelkartenboom hält, kann das spannend sein, aber man sollte im Kopf haben, dass so ein Sammelkartenhype auch wieder abflauen kann.
Nach dem letzten Hype zum 25.
Pokémon-Geburtstag sind die Preise für neue Karten um 30 bis 40% gefallen.
Außerdem entscheidet die Pokémon-Company, wie viel Ware GameStop bekommt und dürfte vom Boxen zum dreifachen Preis wenig begeistert sein.
Und auch wenn GameStop weiter gut Geld macht, kann man sich nicht sicher sein, was Cohen damit macht.
Dass er unbedingt eBay übernehmen wollte, konnten viele Investoren nicht nachvollziehen.
Und letztes Jahr hat er mit der Firma Bitcoin für 500 Millionen Dollar gekauft.
Die sind jetzt wie gesagt nur noch rund 350 Millionen wert.
Und eigentlich will er die wohl auch loswerden, wie sich Noah mal angeschaut hat.
Nachdem Timon die Analyse zu GameStop gemacht hat, ist mir aufgefallen, dass wir noch nie die Bitcoin-Strategie von GameStop erklärt haben, obwohl die eigentlich ganz spannend ist oder man zumindest ein bisschen was daraus lernen kann.
Im Januar gab es nämlich mal Spekulationen, dass GameStop seine Bitcoins verkauft hat, weil sie alle zu Coinbase rübergeschoben haben.
Dann kam aber raus, dass sie damit was anderes machen, nämlich eine Covered-Call-Strategie.
GameStop hat also Call-Optionen verkauft, wo Investoren dann zu einem bestimmten Preis Bitcoins kaufen können.
GameStop kriegt als Verkäufer der Option eine Prämie, muss dafür aber die Bitcoins abgeben, wenn der Kurs eben über einen bestimmten Preis steigt.
Sowas kann vor allem Sinn machen, wenn man Bitcoins hält und weiter halten will, aber glaubt, dass sie in nächster Zeit eher fallen oder sich seitwärts bewegen werden.
Dann kassiert man nämlich Cash für die Option, kann die Bitcoins aber behalten.
Nur ist das natürlich reine Spekulation und Bitcoin hält man ja tendenziell auch eher als einen Teil der riskanten Investments, bei denen man viel Risiko eingeht, aber dafür im Best Case auch viel Rendite kriegt.
Die Rendite ist bei GameStop aber begrenzt, weil wenn der Kurs stark steigt, dann müssen sie eben die Bitcoins weitergeben an die Leute, die die Optionen haben.
Die wahrscheinlichste Variante, warum GameStop das dann macht, ist, dass sie die Bitcoins eh verkaufen wollen, aber erst ab einem bestimmten Kurs und statt jetzt da zu sitzen und auf den Kurs zu warten, kann man sich fürs Warten bezahlen lassen.
Sowas kann als Strategie auch Sinn machen und immerhin haben sie im ersten Halbjahr damit 18 Millionen Dollar kassiert.
Man sollte nur immer bedenken, dass man ja auch Opportunitätskosten hat.
Während ich also warte, bis der Bitcoin wieder auf ein bestimmtes Level steigt, könnte ich auch jetzt verkaufen und das Geld jetzt schon in was anderes investieren, wo ich mehr Potenzial sehe.
Ansonsten hat in der Kryptowelt in den letzten Tagen die Dynamik beim Bitcoin ja wieder deutlich abgenommen und gestern ging es nach den neuen Zinsanstiegen auch wieder stark bergab.
Der Rückgang war wie so oft mal wieder deshalb so stark, weil viele Investoren mit Hebel auf steigende Kurse gewettet haben.
Und wenn der Kurs dann fällt, müssen diese Investoren oft verkaufen, damit sie keine zu hohen Verluste machen.
Auf der anderen Seite gab es diese Woche aber zumindest zwei KI-Bullen-Thesen, die ich euch nicht vorenthalten wollte, vor allem weil sie sehr ähnlich sind, aber von zwei ganz unterschiedlichen Playern kamen.
Tendenziell war der KI-Boom in den letzten Jahren ja eher ein Gegenwind für die Kryptowelt, weil KI-Aktien einfach viel, viel besser performt haben als Kryptos und viel spekulatives Geld damit eher in die KI-Richtung gewandert ist.
Eric Trump meinte jetzt aber, dass er durch KI den größten Krypto-Boom überhaupt erwartet, wenn KI-Agenten mit Krypto-Wallets bezahlen.
Das ist von ihm als Krypto-Investor aber auch nicht so überraschend, dass er das sagt.
Spannender fand ich das schon, dass BlackRock zwei Tage davor ein Paper mit dem Titel The Machine-Native Economy veröffentlicht hat, wo sie genau dasselbe argumentieren.
Und ich kann mir das auch gut vorstellen.
Die große Frage wird aber immer noch sein, wer dann wirklich davon profitiert.
Wenn KI-Agenten nämlich viele Transaktionen mit Stablecoins machen, hat man davon ja als Bitcoin- oder IFA-Investor erstmal gar nichts.
Und wenn man auf Circle setzt, also einen Stablecoin-Anbieter, kann es ja auch sein, dass sich doch ein anderer Stablecoin durchsetzt.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Lasst uns gerne Bewertung da, folgt uns, wenn euch der Podcast gefällt und empfehlt ihn vor allen Dingen weiter.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
