# AI CapEx Surge and German ETF Dominance

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-07

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Rekordjagd an der Wall Street, Apples Neustart im smarten Zuhause und ein Bier, das den Anlegern Schal schmeckt.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum Deutschland Europas ETF-Hochburg ist und wohin die Milliarden der Sparer wirklich fließen.
Und der Tülle-E-Idee verraten wir euch, warum beim S&P 500 der teurere ETF Manchmal der Bessere ist.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 7.
Oktober 2026 und wir wünschen euch einen nachdenklichen Start in den Tag.
Nachdenklich kann man an diesem Tag schon mal sein, auch weil der S&P 500 gestern ein neues Allzeithoch markiert hat.
Und rechnet man noch die Dollaraufwertung obendrauf, dann hat der Leitindex der Wall Street ja europäischen Anlegern dieses Jahr inklusive Dividenden ein Plus von gut 20 Prozent gebracht.
Das ist schon ein ganz schön steiler Anstieg gewesen zuletzt.
Mehr zum S&P 500 gleich in der AAA-Day.
Und diese Rekord bzw.
diese Zahlen, die sind durchaus bemerkenswert, denn die Zinsen, die liegen ja immer noch auf einem Niveau, das wirklich vielen Anlegern Bauchschmerzen bereitet.
Die 10-jährige amerikanische Staatsanleitung, die rentierte gestern mit 5,28 Prozent, zwar etwas niedriger, aber immer noch nahe 24 Jahre hoch.
Und warum die Wall Street das so gut wegsteckt?
Na, die Antwort heißt einfach Gewinne.
Und der Takt, der gibt wieder mal die künstliche Intelligenz vor.
Gestern hieß der Star in diesem Bereich Marvell, der Chipspezialist, hat auf seinem Investorentag für das Jahr 2030 einen Umsatz von rund 80 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Der Konsens, der lag vorher bei 43 Milliarden.
Das ist also schon eine ganz schöne Anhebung des Konsens.
Die Aktie, die sprang um 6 Prozent nach oben.
Da sieht man, wie viel da schon eingepreist war, dass die Aktie nur 6% zugelegt hat.
Und das muss man sich echt vorstellen, weil im laufenden Quartal setzt Marvell gut 3 Milliarden Dollar um.
Und spannender für den ganzen Sektor fand ich eine ganz andere Zahl, die da noch gebracht wurde.
Laut Marvell hat die Tech-Branche 2025, also im vergangenen Jahr, mehr als 700 Milliarden Dollar in Rechenzentren gesteckt.
Und in diesem Jahr soll es...
über eine Billion sein.
Das sind wahrscheinlich alle CapEx-Ausgaben in Rechenzentren gemeint und nicht nur die von den großen Hyperscalern.
Deswegen kommen die jetzt schon auf eine Billion für dieses Jahr.
Und 2030 sollen es dann drei Billionen sein.
Wahnsinn.
Und dazu passt, dass EMD-Chefin Lisa Su für die kommenden Jahre eine sehr, sehr hohe Chip-Nachfrage vorhergesagt hat.
Wo so viele Rechenzentren entstehen, da braucht es Strom.
Und damit kommen wir zur zweiten großen Geschichte des gestrigen Tages.
Alphabet kauft Atomstrom bei Constellation Energy.
Und zwar, jetzt haltet euch fest, per 20-Jahres-Vertrag.
Der Kontrakt, der soll 890 Megawatt neue Reaktorkapazität anstoßen.
Ich glaube 890 Megawatt ist ein bisschen mehr Strom, als die J-Pitze verbrauchen.
Ja, würde ich denken.
Naja, also Constellation Energy schoss daraufhin um 12 Prozent nach oben und der Stromerzeuger Vistra und auch NRG, also NRG geschrieben, das sind ja auch Konkurrenten von Constellation, die zogen gleich mit an.
Und vom Rechenzentrum ins Wohnzimmer.
Apple startet laut Bloomberg einen neuen Anlauf beim Smarten zu Hause.
Zusammen mit LG kommen Türklingel, Tabostat, Türschloss und Überwachungskameras.
Allerdings unter der Marke LG.
Apple selbst will am 13.
Oktober einen neuen Steuerungshub, einen neuen HomePod Mini und auch eine neue TV-Box vorstellen.
Und das wäre dann der Neustart für HomeKit.
Die Plattform, die gibt es seit 2014.
Gegen Amazons Ring und Googles Nest hat sie aber kein Land gesehen.
Ein Megadeal ist gestern auch über die Bühne gegangen.
Paramount Skydance hat die Übernahme von Warner Brothers Discovery für 110 Milliarden Dollar abgeschlossen.
Netflix hatte im Bieterkampf das Nachsehen.
Der neue Medienkonzern, der soll Skydance heißen und hat die Warner Film- und Fernsehstudios, die WBD Kabelsender und CNN unter einem Dach mit Paramount und CBS.
Und das soll dann der größte Medienkonzern der Welt sein.
Aber nicht alles, was nach Tech klingt, lief gestern auch gut.
Die Festplattenhersteller Seagate und Western Digital, die verloren 8 bis 10 Prozent, weil Anleger neue Konkurrenz fürchten.
Das färbt auch auf Chip-Ausrüster wie ASML, KLR und LARM Research ab.
Und die Nebenwerte im Russell 2000, die gaben 0,6 Prozent nach.
Und laut Goldman ist die Marktbreite so gering wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.
Und die Rekordparty, die ist...
Ziemlich exklusiv.
Und dann haben die noch so einen anderen Chart gemacht, der zeigte, dass der S&P auf Rekord war, aber die Partizipation an dieser Rallye von Hedgefonds relativ gering ist.
Und die müssen so richtig schlechte Laune derzeit haben.
Und wohl dem, wie Kleinanleger die jetzt in ETFs ihren S&P 500 brav besparen und die 20% plus in Euro inklusive Dividenden haben, Eckert.
So ist es.
Dennoch ein Tag, um nachdenklich zu sein.
Aber gestern wurde erst mal gefeiert und das galt auch für den DAX.
Er legte 0,8 Prozent zu auf 25.449 Zähler.
Die Helaba-Analysten lobten dabei vor allen Dingen, dass der Index sich über der 200-Tage-Linie hält.
In der Vorwoche war der DAX bis auf 24.831 Punkte runtergepurzelt und damit ganz nah an diese kritische Marke herangekommen.
Aber hat dann doch...
die Kehrtwende gemacht.
Zu den Gewinnern gestern gehörte Henkel mit einem Plus von 2,3 Prozent, nachdem Goldman Sachs die Aktie von Sell auf neutral hochgestuft hat.
Am unteren Ende, also praktisch am anderen Ende, da fanden sich Rheinmetall, die Telekom und MTU Aero wieder.
Anscheinend hat bei der Telekom der KI-Tag nicht so restlos überzeugt.
Genau, da waren Analysten einge...
Und jetzt kommt es am kommenden Montag, hat noch Telekom-Chef Tim Höttges sich den Kleinanlegern wieder stellen.
Und dann hat die Telekom sich Influencer eingeladen, die dann Fragen stellen dürfen.
Beispielsweise der Kollege Röhl darf eine Frage stellen und ich darf auch eine Frage stellen, lieber Eckart.
Und wenn ihr jetzt eine kluge Frage zu KI und Telekom habt, dann schickt die einfach rüber und dann würde ich die einfach dem Tim stellen und hoffen, dass er da was Kluges zu sagt.
Die Aktie ist ja zuletzt nicht mehr so gut gelaufen.
Ich glaube, euch Kleinanleger nennt die Telekom Anlegende, oder?
Ist das noch so, dass ihr Kapitalanlegende seid?
Aber ich bin nicht mehr Anlegender, weil ich jetzt meine Telekom verkauft habe, als ich über 30 war.
Was ist man dann eigentlich?
Geanlegt haben da, oder?
Das ist mal geanlegt haben da.
Das würde ich sagen, so ist dann korrekt.
Ja, genau.
Ja, kannst ja mal den Tim darauf ansprechen.
Ich werde den Tim ansprechen, aber ich glaube, man soll nur KI-Fragen stellen und nicht Fragen über Anlegende und nicht mehr Anlegende.
Ja, aber lassen wir das.
Das führt jetzt zu weit.
Dann schauen wir nochmal auf Constellation Brands, nicht zu verwechseln mit Constellation Energy.
Das ist praktisch der US-Importeur von Corona Peer.
Der hat nachbörslich Zahlen vorgelegt und der Gewinn je Aktie bei Constellation Brands, der lag mit 3,74 Dollar über den Erwartungen.
Die Jahresprognose, die bleibt aber unverändert.
Die Aktie verlor nachbörslich 5 Prozent.
Das war halt sehr schal, das Ganze.
Und Entspannung gab es, aber weniger schal.
Das war fast schon prickelnd, wenn ich das mal sage, was in Frankreich passiert ist.
Der Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen, der war ja am Freitag noch auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen.
Und der fiel gestern weiter, nämlich richtig kräftig um elf Basispunkte.
Und Auslöser, weil da höre und staune, war Marine Le Pen, die Favoritin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.
Und sie verspricht...
140 Milliarden Euro Einsparung und ein Defizit unter 3% bis 2032.
Das gab es lange nicht mehr in Frankreich, glaube ich, diese 3%.
Insofern wäre das durchaus ein Novum.
Da muss man ja zweimal hinhören.
Die Anleihenmärkte, die schöpften daraufhin Hoffnung aus diesen Sparplänen einer Rechtspopulistin.
Aber Jebus, ich weiß nicht, versprechen kann man ja viel.
Ich bleibe da erst mal skeptisch.
Und dann kommen wir noch zum Spitzenplatz im Stocks 600.
Den holte sich gestern die Firma GeneMap.
Die Dänen, die legten zwischenzeitlich mehr als 9 Prozent zu, nach starken Studienergebnissen, zu einer Blutkrebstherapie, die sie zusammen mit Epwi entwickeln.
Beim Öl, da ging es hin und her.
Am Morgen rutschte Brent unter 100 Dollar, denn die jemenitische Regierung hat die Küste an der Meerenge.
Bab el-Mamdab von den Houthis zurückerobert und die Exporte aus der Golfregion liegen wieder etwas über dem Vorkriegsniveau.
Aber am Abendstand brennt dann doch wieder knapp über 100 Dollar, auch wegen eines mutmaßlich iranischen Angriffs.
Also das geht immer hin und her und es gibt da keine richtig nachhaltige Entspannung.
Bevor wir jetzt zu den Terminen kommen, noch ein Gedanke, der unter Händlern gerade so die Runde macht.
Kaibo.
Und fallende Anleihenrenditen, die passen eigentlich nicht zusammen.
Wer an Marvels 80 Milliarden glaubt, der muss auch damit rechnen, dass die Branche dafür Schulden in Rekordhöhe aufnimmt.
Und das hält die Zinsen eben oben.
Ihr könnt also kaum gleichzeitig auf Marvel und Nvidia und auf die große Anleihenrallye zugleich wenden.
Ja, Pünktchen kann es schon aber runtergehen, wenn irgendwie der Staat vielleicht eingreift.
Aber das große billige Geld, das wird es so schnell nicht wiedergeben.
Und dann haben wir schnell Termine.
Um 8 Uhr gibt es heute die Industrieproduktion für August aus Deutschland.
Dann gibt es um 20 Uhr die FED veröffentlicht ihr Protokoll zur letzten Sitzung.
Da rechnen die Märkte weiter mit einer Zinserhöhung.
Eine nur noch in diesem Jahr im Dezember.
Und nach Börsenschluss gibt es dann...
Zahlen von Levi Strauss Applied Digital und in der Nacht auf Donnerstag.
Da gibt es ja was ganz Spannendes, nämlich Samsung.
Die melden vorläufige Quartalszahlen und erwartet mit einem operativen Gewinn von 108,5 Billionen Won.
Das wäre ein Plus von 800 Prozent und eben erstmals mehr als 100 Billionen Won.
Und dann hat Porsche noch Kapitalmarkttag und die nennen ihr Ding Strategie Sportwagen Schmiede 35.
Und mal sehen, ob da wirklich was Gutes bei rumkommt.
Es soll das China-Geschäft und der Weg zurück zu einer operativen Marge von 10 bis 15 Prozent dargestellt werden.
Und dann gibt es noch Kapitalmarkttag von SFC Energy.
Das Thema des Tages.
Du Chabitz, bei all den Krisen und Kriegen in der Welt, lass uns doch hier mal über Liebe reden.
Liebe, das klingt so ein bisschen, da klingst du fast wie die Linken-Vorsitzenden nach der Wahl, die ja auch von Liebe und Freude gesprochen hat.
Ich bin mal gespannt, was jetzt bei dir kommt, lieber Eckart.
Ja, weißt du, Chapits, Kapitalismus ist eben auch Liebe.
Es geht nämlich um die Liebesbeziehung der Deutschen mit dem ETF, dem Börsengehandelten Fonds.
Heute ist Deutschland ja das ETF-Land in Europa und für viele Anleger...
Sind die günstigen und transparenten Fonds ihr wichtigstes Investmentprodukt überhaupt?
Das ist gar nicht mehr richtig wegzudenken.
Wie wichtig, das zeigt eine aktuelle Studie, die der Fondsverband BVI veröffentlicht hat.
Und die bestätigt, Deutschland ETFs, das ist wirklich eine Liebesgeschichte.
In keinem anderen europäischen Land werden so viele ETFs gekauft und gehalten wie hierzulande.
Insgesamt halten deutsche Anleger inzwischen ETFs im Wert von rund 697 Milliarden Euro.
Allein seit 2025.
ist dieses Vermögen um rund 200 Milliarden gewachsen.
Ja, im großen Teil geht er auf Kurszuwechsel zurück, die Liebesbeziehung zum Kapitalismus.
Aber 70 Milliarden haben die Leute auch selbst neu investiert.
Und das zeigt, wie rasant sich ETFs von einem Nischen zu einem Massenphänomen entwickelt haben.
Das ist alles andere als selbstverständlich.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ETFs hier nach der Finanzkrise von 2008, 2009 so langsam bekannter wurden, da war das Interesse anfangs verhalten.
Denn ETFs, die versprechen ja keine Wunder.
Dahinter steht kein genialer Fondsmanager, den man irgendwie verehren kann.
Sie sagen lediglich, kauf den Markt und beteilige dich damit an der Entwicklung der Weltwirtschaft.
Aber ETFs sind günstig, transparent und folgen klaren Regeln.
Und vielleicht knüpft das ja sogar an die gute alte deutsche Tradition der Sparsamkeit und der Effizienz an.
Wer weiß, heute fließt bereits jeder dritte Euro, der in Publikumsfonds investiert wird, in ETFs.
Ja, dass Privateinleger so auf ETFs abfahren, das ist keineswegs selbstverständlich.
Wir hatten es schon gesagt, in anderen europäischen Ländern, da sind es nämlich häufig die Institutionen, die ETFs kaufen, also Versicherungen, Pensionsfonds oder Vermögensverwalter.
Nicht so bei uns, da sind die Sparer die treibende Kraft.
Mehr als zwei Drittel des ETF-Vermögens bei uns, das wird laut der Studie des BVI von privaten Investoren gehalten.
Und das Interessante ist ja, die ETFs, das war ja auch mal ein Produkt für Institutionelle, deswegen ist es so transparent.
Sollte man es für Privatanleger gemacht, wäre das nicht so geworden.
Aber das erklärt auch, warum sie bestimmte Produkte durchgesetzt haben.
Der durchschnittliche deutsche ETF-Sparer sucht keine komplizierte Strategie.
Er will Vermögen aufbauen, fürs Alter vorsorgen und möglichst wenig Fehler dabei machen.
Deshalb dominieren passive ETFs, die nach einfachen Regeln einen Index nachbilden.
98 Prozent des ETF-Vermögens in Deutschland liegen in solchen Produkten.
Wobei man sagen muss, diese aktiv gemanagten ETFs, die holen auf.
Der Marktanteil ist noch klein, aber viele Neuauflagen, die kommen inzwischen aus diesem Bereich.
Und die Fondsgesellschaften, die versuchen, die Vorteile eines ETFs mit aktivem Management zu kombinieren.
Wir hatten ja hier bei AAA auch schon ein paar Beispiele für diesen neuen Trend.
Das wird spannend zu beobachten sein, ob sich dieser Trend verstärkt.
Aber bislang sprechen die Anleger ein ziemlich klares Urteil.
Sie vertrauen vor allem dem Prinzip des passiven Investierens, also der Idee, dass man den Markt gar nicht schlagen muss.
Noch spannender ist allerdings die Frage, in welche Indexfonds die Deutschen denn eigentlich so investieren.
Jahrzehntelang gab es ja da diesen berühmten Home-Bias.
Anleger kauften bevorzugt deutsche Aktien und...
Deutsche Fonds, die ETF-Revolution, die hat das aber verändert.
Absolut.
Und das ist ein wirklicher Kulturwandel.
DAX- oder MTAX-ETFs, die spielen kaum eine Rolle.
Die Deutschen denken inzwischen global.
Das heißt auch, wer heute einen ETF-Sparplan eröffnet, der landet oft automatisch bei amerikanischen Technologieunternehmen.
Das beste Beispiel ist natürlich der MSCI World.
Trotz seines Namens World investiert er ja nicht überall auf der Welt, sondern nur in die Industrieländer.
Und dort dominieren ehrlich gesagt die USA.
Mittlerweile liegt das Gewicht amerikanischer Aktien im MSCI World bei rund drei Vierteln.
Und ja, die Heimat ist mit SAP.
Siemens, Allianz und Telekom ja nur mit zwei Prozent im MSCI World vertreten und spielt wirklich nur eine Statistenrolle.
Und trotzdem ist genau dieser Index die große Liebe der Deutschen.
Jeder dritte Euro, der in Aktien, ETFs investiert wird, steckt in Produkten der MSCI World Familie.
Auch das ist eine Dominanz, die es selbst auf europäischer Ebene so nicht gibt.
Die Nummer 2 ist der S&P 500, also noch mehr Amerika.
Über den reden wir ja gleich noch.
Und auf Platz 3 folgen dann die Schwellenländer, abgedeckt durch den MSCI Emerging Markets.
Erst danach kommen europäische Indizes wie der Stocks Europe 600 oder der MSCI Europe.
Und daraus?
kann man etwas Interessantes ableiten.
Der durchschnittliche deutsche ETF-Anleger setzt nicht auf seine Heimat, er setzt auf die internationale Börsenwelt.
Und wenn man ehrlich ist, setzt er in erster Linie, weil die Börsenwelt halt amerikanisch ist, auf die USA.
Und das unterscheidet diesen Börsenboom auch von früheren Phasen, etwa in den 1990er Jahren.
Damals investierten Privatanlegern überwiegend in Einzelaktionen häufig aus der Heimat.
Und da brauchte man schon etwas Glück, um die langfristigen Gewinne auch wirklich zu erwischen.
Mit ETFs ist das anders.
Jeder, der Anfang 2023 einen MSCI Acqui ETF kaufte, der investierte automatisch in ein damals noch deutlich kleineres Unternehmen namens Nvidia.
Das Gewicht des Chip-Designers lag damals deutlich unter einem Prozent und heute ist Nvidia das wertvollste Unternehmen auf dem ganzen Globus und bringt mehr als fünf Prozent in dem Weltindex auf die Waage.
Wer also breit gestreut investiert war, der hatte ganz automatisch Anteil am Aufstieg von Nvidia, ohne die Aktie überhaupt direkt ausgewählt zu haben.
Und darauf hat auch Christian W.
Röhl auf Exing gewiesen.
Und dass die meisten Deutschen einen solch breit streuenden, eher langweiligen ETF bevorzugen, ist auch schon fast wieder romantisch.
ESG, Produkte, Themen, ETFs, Branchenfonds oder Faktorstrategien spielen zwar eine Rolle, dass große Geld steckt.
aber weiterhin in Standard-Indizie.
Die Deutschen sind also, was das Investieren angeht, ziemlich treue Seelen.
Schön gesagt.
Ja, und wer sich die beliebtesten Produkte anschaut, der erkennt das sofort.
Ganz vorne stehen da der iShares Core MSCI World, der Vanguard FTSE All World und der Spider MSCI Acqui Immi.
Ja, und für die Fans von Ausschüttung, zu denen ich ja auch gehöre, ist dann noch der Vanec Morningstar Developed Markets Dividend Leaders.
Das alles hat eine Umfrage erbracht, die wir bei den führenden Brokern Deutschlands gemacht haben.
Man kann also sagen, für viele Anleger haben ETFs heute eine ähnliche Bedeutung wie für frühere Generationen das Sparbuch.
Der ETF-Sparplan ist für viele Menschen schlicht die moderne Form der Altersvorsorge.
Und Eckart, vielleicht erklärt genau das auch die große Liebe.
Gute Beziehungen leben nicht von Aufregung, sie lieben von Vertrauen, Verlässlichkeit.
Und einem gemeinsamen Horizont.
So ist es.
Aber nach so viel ETF-Süß, Holz, Raspelei noch ein Gruß an die Hörerin Elisabeth, die ich letzte Woche im Springer-Neubau für AAA gewonnen habe.
Ich hätte so hoffen zumindest, dass ich sie gewonnen habe, dass ihr heute zuhört.
Die war nach ihrer eigenen Aussage nämlich noch gar nicht investiert.
Und ich habe ihr versprochen, dass wir diese Woche etwas ganz Grundsätzliches machen.
Voila, hier ist es.
Und die WK1 von diesen ETFs, die findet ihr wie immer in den...
Die AAA-Idee des Tages.
Eckart, ich starte heute mal wie der Sommerfeld mit einem kleinen Quiz.
Der Sommerfeld macht das ja immer sehr gern.
Und das Quiz geht folgendermaßen.
Der S&P 500, das haben wir ja gerade in den Märkten gehabt, hat gestern erstmals in seiner Geschichte über 7800 Punkten geschlossen.
Und meine Frage ist, welcher ETF darauf war über zehn Jahre besser?
Einer für 0,07% Gebühren oder einer für 0,1%?
1,5% Gebühren.
Klingt nach einer Fangfrage, Jepitz, aber was soll's, ich gehe jetzt einfach mal nach dem Lehrbuch vor.
Normalerweise gilt ja die goldene Regel beim ETF, der billigere gewinnt.
Tja, aber nicht immer ist das so, zumindest bei ETFs auf amerikanische Indizes.
Der X-Trackers S&P 500 Swap, der kostet 0,15% und hat in der vergangenen Dekade im Schnitt 15,2%.
pro Jahr geschafft, also pro Jahr.
Und der iShares Core, der hat nur eine Gebühr von 0,07 Prozent, der hat nur 14,9 geschafft.
Und weil das so unterschiedlich ist und man sich fragt, hä, wie ist denn das?
Wollen wir euch mal die besten S&P 500 ETFs vorstellen, auch angesichts des neuen Rekords bei diesem Index.
Ja, da müssen wir vielleicht erst mal erklären, was ist denn so ein Swap-basierter ETF überhaupt?
Ein physischer ETF, der kauft wirklich alle oder fast alle der 500 Aktien, die den Index ausmachen.
Ein Swap-ETF, der kauft irgendeinen Korb von Wehrenpapieren zusammen und tauscht dessen Rendite mit einer Bank gegen die Rendite des S&P 500.
Und jetzt wird es interessant.
physischer ETF aus Irland, also der in Irland aufgelegt ist, der verliert 15% der amerikanischen Dividenden an den amerikanischen Fiskus.
Quellensteuer heißt das.
Und der Swap-ETF, der bekommt die volle Indexrendite.
Muss aber Swap-Gebühren bezahlen, was so ein bisschen wieder weggeht.
Aber unterm Strich sind gut 0,2%-Punkte laufen die Swap-basierten besser wegen dieses Steuereffekts.
Und wenn man einfach mal das auf 10.000 Euro über 10 Jahre rechnet, dann macht das rund 700 Euro immerhin aus.
Ja, und da schlägt die Steuer eben jeden Gebührenvorteil.
Der Swap-Gewinner ist der Invesco S&P 500 für 0,05% Gebühren plus 0,07% Swap-Gebühr.
Aber die steckt schon in der Performance mit drin und er liegt trotzdem vor.
Noch billiger ist der X-Trackers S&P 500 Swap 2, also der Nachfolger von Swap 1.
Der hat nur 0,04% Gebühren.
Aber Vorsicht, den gibt es erst seit Juli 2025.
Und die niedrige Gebühr ist bisher nur so ein Gebührenerlass.
Da muss man immer gucken, was daraus wird.
Für Ausschüttungen gibt es den Amundi Core S&P 500 Swap, auch für 0,05% Kosten.
Und der hat mit 15,2% pro Jahr die beste 10-Jahreszahl im Gepäck.
Und die Risiken, werdet ihr euch jetzt fragen, naja, Swaps haben gewisse Risiken, gibt es dann Gegenparteirisiken, fällt die Swap-Bank aus, mit der man diesen Tausch macht, wir haben es ja gerade gesagt, Index-Performance, also irgendein Index-Korb gegen die Index-Performance, dann ist der Schaden maximal auf 10% des Fondsvermögens begrenzt, aber es wird auch noch besichert.
Insofern soll das Risiko wirklich gering sein, aber es gibt es.
Und das größte Risiko ist wahrscheinlich eher politischer Natur.
Der Vorteil hängt an einer amerikanischen Steuerregel und die könnte Washington ändern.
Wer davon nicht abhängig sein will, der nimmt besser den physischen Spy der S&P 500 für 0,03 Prozent Kosten.
Den gibt es in einer tesorierenden Form und in der ausschüttenden Variante.
Und wer Angst vor dem Dollar hat, der kann auch einfach den Spider S&P 500 Euro Hatched nehmen.
Aber der hat in den vergangenen zwölf Monaten eher wehgetan.
15 Prozent nur Performance statt 22, weil der Dollar zugelegt hat.
Und die Absicherungsgebühr, die kommt eben auch noch obendrauf.
Ja, und übersetzt heißt das, der Währungsschutz, der ist eine Wette auf einen fallenden Dollar.
Muss man sich klar machen, ob man das will.
Bleibt die Frage, was mit aktiven ETFs auf den SP500 ist, die ja gerade überall beworben werden.
Tja, da gibt es beispielsweise den JP Morgan US Research Enhanced.
Und der hat als einziger eine echte Historie und liegt über drei Jahre fast ein Prozentpunkt hinter dem Index.
Tja, dann gibt es einen neueren aktiv gemanagten Robeco 3D US Equity.
Der sieht...
Ja, ein bisschen besser als der Index aus, aber ist eben nach einem Jahr noch kein Beweis.
Ja, der liegt auf 12-Monats-Sicht jetzt 0,4 Prozentpunkte vor dem Index.
Ist kein Hexenwerk und da bleibt das Klumpenrisiko.
Ein paar Tech-Riesen machen im S&P 500 ja einen riesigen Teil des Index aus.
Das muss man sich immer klar machen, wenn man auf diesen Leitindex der Wall Street schaut.
Genau, und dafür gibt es aber auch eine Lösung, nämlich den Equal Rate.
Da bekommt jede der 500 Aktien das gleiche Gewicht.
Nvidia genauso viel wie die kleinste Firma.
Und man kann das machen, etwa mit dem X-Trackers S&P 500 Equal Rate für 0,15% Gebühren.
Das klingt eigentlich vernünftig, aber...
Wir haben uns mal den Chart angeschaut und der ist ernüchternd.
Seit Ende 1989 hat der normale S&P 500 mit Dividende 11% im Jahr gebracht, der Equal Rate aber nur 10%.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied, ist aber auf so lange Sicht dann doch brutal.
Aus 10.000 Dollar wurden einmal 458.000.
Mit dem normalen S&P 500 und mit dem Equal Weight 333.000 Dollar.
Also 125.000 Dollar Unterschied.
Der Chart zeigt noch etwas.
Nur nach dem Platzen der Dotcom-Blase hat Equal Weight seinen Rückstand aufgeholt.
Und seit 2020 öffnet sich die Schere und zwar gewaltig.
Beim ETF bedeutet das, das sind nur 11% gegenüber 14,9% bei der normalen Variante pro Jahr.
Tja, Equal Rate ist also eine Versicherung gegen das Platzen der Mega Caps, die meistens aber teuer bezahlt ist.
Und wäre das was für dich, lieber Eckert, so ein Equal Rate?
Du weißt ja, lieber Chavitz, ich weiß nicht, ich bin nicht von Equal Rate überzeugt und der Charts hat es ja auch gezeigt.
Also ich selber, ich habe den S&P 500 ETF von Vanguard in dem einen Depot und in dem anderen Depot habe ich den Invesco.
ETF, S&P 500, beide natürlich in der ausschüttenden Variante.
Und du?
Was sonst, lieber Eckart?
Ich bin ja Momentum-Fan und würde deswegen auch nie den...
Equal Rate nehmen.
Ich würde wahrscheinlich den normalen Swap ETF nehmen, aber ich bin nicht so ein S&P 500 Fan.
Ich habe die Breiten, die Indizes und habe dann noch meinen Wunderindex, den Nasdaq 100, auch in der dreifach gehebelten Version.
Aber das Schöne ist jetzt beim S&P 500, also wenn man jetzt in den normalen S&P 500 ETF investiert, kann man nicht so viel falsch machen.
Die nehmen sich alle nicht so viel, gar Swap oder nicht Swap.
Das haben wir jetzt gemacht.
Aber wer da genauer drauf guckt, der kann dann halt überlegen, ob er die Dividende brutto oder netto haben will und kann dann halt entsprechend den ETF wählen.
Das war alles auf Akzent.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns an der Medien-Tuppel-A, also A-Aid-Wildi oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und Oliver hat geschrieben und er schrieb, ihr redet gefühlt in jeder Folge über Kevin Walsh und die FED, als wäre es selbstverständlich zu wissen, wer die sind.
Also Kevin Walsh.
Du bist der FED-Chef und FED ist die amerikanische Notenbank.
Manchmal fehlt mir bei bestimmten Themen eine kurze Erklärung zu den verwendeten Fachbegriffen.
Aber heute war es sehr basic, oder Eckart?
Ja, ich glaube, wir haben heute eine Grundsatzfolge gemacht.
Würde ich denken.
Neulich Lachs und jetzt Grundsatz über S&P 500.
Also mehr geht nicht und über ETFs.
So ist es.
Wer nicht, schreibt uns.
Denn wir haben uns heute Mühe gegeben, grundsätzlich zu bleiben.
Und Jörg, der war bei uns auf dem Summit und danach hat er seine Vonovia-Aktien verkauft.
Aber leider gab es da für Jörg eine böse Überraschung, denn eigentlich wollte er die Kursverluste mit Gewinnen aus anderen Aktiengeschäften verrechnen.
Das kann man ja machen, man kann ja diese Verluste nutzen, um die Gesamtgewinne dann zu reduzieren.
Und dann bekommt man manchmal sogar Steuern zurück.
Nur leider, und das ist das Bittere, hat er hier...
das nicht erleben dürfen.
Im Gegenteil, Jörg hat da nämlich die Kehrseite der steuerfreien Dividende von Vonovia erfahren.
Denn Vonovia zahlt seit Jahren ja eine steuerfreie Dividende, aber die ist gar nicht wirklich steuerfrei, sondern da wird einfach die Steuerlast nur gestundet.
Und wenn du dann Aktien verkaufst und eigentlich glaubst, die Verluste verrechnen zu können, dann will das Finanzamt Per Bank doch noch an sein Geld aus all den Jahren.
Also Jörg, du bist da nicht betrogen worden.
Das geht schon alles mit rechten Dingen zu, aber bitter ist es trotzdem.
Und gut, dass du es hier mal in die Gruppe gegeben hast, denn ich könnte mir vorstellen, dass das auch noch andere von euch betrifft.
Und wenn ihr euch auch gegen solche bösen Überraschungen immunisieren wollt, dann abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
