# AI Resilience, Debt Risks, and Market Consolidation

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-07

## Transcript

Wieso wirken sich die gestiegenen Zinsen nicht noch härter auf die Börse aus?
Wieso sind KI-Aktien gestern schon wieder gestiegen?
Und warum schaut Warren Buffett auf YouTube das usbekische America's Got Talent?
Das alles klären wir jetzt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 7.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Der S&P 500 hat gestern das erste Mal seit August ein neues Allzeithoch erreicht.
Einerseits sind nämlich der Ölpreis und Renditen auf amerikanische Staatsanleihen endlich mal wieder leicht gesunken.
Und andererseits gab es auch wieder mal Rückenwind von den großen KI-Aktien.
Die Kollegen bei der Citigroup haben zum Beispiel ihr Kursziel für AMD massiv nach oben geschraubt und sehen noch fast 30% Kurspotenzial.
Ihre Begründung ist vor allem, dass der KI-Bot von Meta so durch die Decke geht und solche KI-Agenten wie Meta brauchen eben generell viele CPUs und dazu kommt, dass Meta sowieso einer der größten AMD-Kunden ist.
Die Aktie hat danach gestern um die 4% zugelegt.
Noch ein bisschen stärker ist die Aktie von Marvell gestiegen.
Die rechnen nämlich bis 2031 mit im Schnitt 60% Umsatzwachstum im Jahr.
Anders gesagt, sie wollen von aktuell rund 8 Milliarden auf ca.
70 bis 90 Milliarden Umsatz kommen.
Davon sollen dann auch ca.
die Hälfte vom Business mit Alphabet oder Amazon kommen, also wo sie gemeinsam mit den großen Tech-Firmen ihre eigenen Chips entwickeln.
Das ist auch genau der Bereich, wo sie mit Broadcom konkurrieren.
Trotzdem hat auch die Aktie gestern zugelegt.
Scheinbar sieht die Börse die Konkurrenz da weniger kritisch.
und sieht vor allem, dass der Markt für solche Custom-Chips einfach stark wächst.
Aber eine schlechte Nachricht habe ich im KI- und Chip-Bereich dann doch dabei und auch da geht es um Konkurrenz.
Der Chip-Maschinenhersteller BE Semiconductor Industries, kurz BASI, hat nämlich 5% verloren nach einer negativen Analysteneinschätzung von der Bank of America.
BASI ist gerade einer der Marktführer, wenn es darum geht, zwei Chips sehr direkt miteinander zu verbinden.
ASML hat aber schon angedeutet, dass sie auch in den Markt einsteigen könnten und genau davor hat die Bank of America Sorge.
Und dazu gibt es gerade generell viel Unsicherheit, weil BESI sehr stark an der sogenannten Hybrid-Bonding-Technologie hängt, die sich aber wegen Produktionsproblemen nicht ganz so schnell durchsetzt, wie gehofft.
Und deswegen hat die Aktie in den letzten drei Monaten auch 25% verloren, aber sie ist seit Jahresanfang noch immer deutlich im Plus.
Auch deutlich im Plus, sogar über 10%, war gestern die Energiefirma Constellation Energy.
Und ihr könnt euch schon denken, es geht mal wieder um KI und wie viel Strom KI verbraucht.
Alphabet wird nämlich bei Constellation Atomstrom kaufen und das Schöne ist, dass Constellation dafür seine Atomkraftwerke ausbauen wird mit neuer Technologie.
Sie machen also nicht nur mehr Umsatz, sondern können mit dem Deal auch gleich ihren eigenen Ausbau finanzieren.
Und generell haben die Kollegen scheinbar eine sehr gute Deal-Abteilung.
Eine ähnliche Abmachung haben sie nämlich auch mit Amazon und im Juni gab es auch einen großen Deal mit Walmart.
Ein anderer, noch viel größerer Deal wurde gestern in der Medienbranche abgeschlossen und zwar hat Paramount endlich Warner Brothers übernommen nach langem Hin und Her und damit ist David Allison, der Sohn vom Oracle-Gründer Larry Allison, jetzt einer der mächtigsten Männer der Medienwelt.
Er kontrolliert jetzt nämlich eine Firma, die letztes Jahr 65 Milliarden Dollar Umsatz gemacht hat, der Marken wie HBO, CBS oder CNN gehören.
und die Jahr für Jahr über 30 Milliarden Dollar für Inhalte ausgibt.
Problem ist aber fairerweise auch, dass er eine Firma besitzt, die extrem viele Schulden hat.
Für die Übernahme von Warner Brothers hat Skydance bzw.
Paramount nämlich über 50 Milliarden Dollar Schulden aufgenommen und Analysten sehen das Schuldenlevel jetzt schon ziemlich kritisch.
Die Schulden entsprechen nämlich fast dem Achtfachen der Gewinne.
Einen kleineren, aber auch sehr spannenden Deal gab es dann noch im Medizinbereich.
Da hat der über 100 Milliarden Dollar schwere Pharma-Händler McKesson gemeinsam mit einem Private Equity Investor Option Care Health übernommen für um die 5 Milliarden Dollar.
Und Option Care Health ist einer der größten Infusionsanbieter in den USA.
Der hat letztes Jahr in Zentren oder bei Hausbesuchen über 300.000 Menschen eben mit Infusionen versorgt und das macht die Firma auch für McKesson so spannend, die mal als Großhändler für die Gesundheitsbranche gestartet sind, aber immer mehr selbst Kliniken und eben solche Zentren betreiben.
Das Geschäft hat nämlich erstens viel höhere Margen als der Handel und zweitens haben sie dann die komplette Kontrolle, wenn ihnen erstens der Handel ganz am Anfang gehört und dann eben auch die medizinische Anwendung.
Und dann noch eine letzte spannende Deal-News für uns bei OMR.
Informer, die ja schon viele große Events und Messen betreiben, haben den Konkurrenten Clarion für um die 3 Milliarden Dollar gekauft.
Außerdem kann sich Informer vorstellen, sein Geschäft im Verlagsbereich abzuspalten, um sich dann nur noch auf Events zu fokussieren.
Da kriegt man also bald eine reine Event-Aktie, zu der dann mit der Clarion-Übernahme auch zum Beispiel die Tech-Messe IFA in Berlin gehören und die Verteidigungsmesse DSEI.
PS, noch ein ganz lustiger Bericht vom Wall Street Journal gestern.
Die haben nämlich herausgefunden, dass Warren Buffett wohl sehr großer YouTube-Konsument ist und sich dort alles Mögliche anschaut, zum Beispiel Werbung aus den 50ern oder auch sowas wie die usbekische Version von America's Got Talent, die übrigens gerade mal 35.000 Abonnenten auf YouTube hat.
Der scheint da also in einige Rabbit-Holes tief einzutauchen.
Obwohl die Zinsen in den letzten Wochen immer weiter gestiegen sind, hat sich die Börse relativ gut entwickelt, obwohl man ja eigentlich immer sagt, dass hohe Zinsen schlecht für die Börsen sind.
Wie das sein kann, habe ich mit Christian Röhl mal wieder diskutiert am Makromittwoch.
Er ist Chief Economist von unserem Partner Scalable Capital und wir starten mit der Frage rein, wie es eben sein kann, dass trotz der gestiegenen Zinsen die ganzen großen Indizes wie der S&P 500, der Nasdaq oder auch der MSCI Old Country sich so gut entwickelt haben.
Naja, du nimmst ja eben dann beispielsweise den MSCI All Country und der hat ja nun auch einen ganz gewaltigen Tech-Anteil.
Und wenn wir mal auf die Faktoren schauen, die diesen Index gerade in den letzten Wochen getrieben haben, dann stellen wir vor allem zwei fest.
Einerseits der Faktor.
Für uns ETF-Anleger sehr wichtig, die Währung.
Der Euro ist schwach, der Dollar ist stark.
Das sorgt natürlich für einen zusätzlichen Push bei den in Dollar notierten Aktien, wenn sie dann in Euro umgerechnet werden und der Faktor 2 eben getragen.
Wird das alles von Chip-Aktien sowie von einzelnen KI-Plays, wie dann beispielsweise Meta, die ja im September auch nochmal.
rund 25 Prozent zugelegt haben.
Der breite Markt hingegen, der ist deutlich zurückgeblieben.
Wir sehen also insbesondere, wenn wir uns gleichgewichtete Branchenindizes anschauen, überall abseits von Tech in den letzten Wochen Minuszeichen von 5 bis 8 Prozent auf Indexbasis.
Und das zeigt einfach, naja, das sickert schon ein in den breiten Markt, was wir da an Bewegung am Zitzmarkt haben, nur eben nicht ins KI-Narrativ.
Man hat irgendwie den Eindruck, als würden die Bersianer sagen, das Potenzial von KI, das ist so mächtig, was auch Produktivität und Effizienzgewinne angeht.
Da ist es eigentlich fast schon egal, ob die Zinsen nun 100 oder 150 Basispunkte höher oder niedriger sind.
Das ist natürlich ein Kalkül, was auch nur so lange stimmt, bis es dann nicht mehr aufgeht.
Also ein Stresstest kann jederzeit kommen.
Welche Branchen werden aus deiner Sicht jetzt am meisten getroffen von den Zinsen?
Naja, es sind natürlich zunächst mal...
Alle Unternehmen, die hoch verschuldet sind und die nicht langfristig refinanziert sind, sondern die vielleicht auch die Situation haben, dass sie noch 2021 Anleihen begeben haben, fünfjährige beispielsweise, die jetzt dann gerade auslaufen.
2021 waren die Zinsen sehr niedrig.
Jetzt muss das zu einem Vielfachen refinanziert werden.
Das schlägt natürlich voll durch auf die Gewinn- und Verlustrechnung, wenn die Zinsen...
Höher sind Unternehmen, die variabel verzinst sind bei den Schulden.
Das sehen wir insbesondere bei kleineren Unternehmen, die immer ein Problem hatten, den Kapitalmarkt langfristig zu adressieren.
Schlägt natürlich gerade in den USA auch in der Breite durch.
weil viele Mittelständler dort ja so über Messenheim Kapital finanziert sind, sowas, was wir als Investoren dann wieder von Main Street kennen.
Es schlägt stark auf den Immobiliensektor durch, weil wir dort ja sowieso auch traditionell hohe Schulden haben, im Infrastrukturbereich beispielsweise, bei Versorgern auch.
Wo man natürlich auch ins Nachdenken kommt, ist der Blick auf den privaten Konsum, sowohl zyklisch als auch nicht zyklisch.
Denn wenn die Budgets schmaler werden, weil zum Beispiel auch Verbraucher teurer refinanzieren müssen, in den USA höhere Kreditkartenzinsen zahlen müssen, dann merken das die Unternehmen, die Produkte für den täglichen Bedarf verkaufen auch, da weichen Verbraucher dann sehr gerne auf die günstigeren Optionen aus.
Und deswegen sehen wir ja auch zum Beispiel schon, dass eine Lind, die ja immer so mit ihrer Schokolade den kleinen Luxus für zwischendurch verkauft hat, das wohl mit der Preismacht ein bisschen übertrieben hat, die werden dieses Jahr nur beim Umsatz, wie ihr ja auch schon geschrieben habt, eine Stagnation hinlegen.
Und würdest du sagen, das Zinsniveau und die Zinsanstiege hängen auch sehr stark am Ölpreis?
Das heißt, wenn der wieder fällt, kann sich das wieder umkehren oder ist wirklich das Verschuldungsthema an sich der größte Grund?
Also wir sehen schon, dass eigentlich die Inflationserwartungen die ja dann eng mit dem Ölpreis konnektiert sind, in der Breite nicht so gestiegen sind, dass wir diesen Renditeanstieg damit erklären könnten.
Insofern, das ist ganz klar, dass Investoren hier Signale senden.
Ja, sie sind durchaus momentan bereit, weiterhin die Staatsschulden zu finanzieren.
Aber wenn, dann bitte zu deutlich höheren Risikoprämien, sprich deutlich höheren Zinsen.
Also die mangelnde finanzielle Disziplin.
von Staaten ist ein ganz entscheidendes Argument hier, denn wir sehen ja dies und jenseits des Atlantiks sowie dann in Japan sowieso inzwischen Haushaltsdefizite in wirtschaftlich normalen Zeiten, die wir früher nur in Krisenzeiten hatten.
Und da gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, irgendwie Haushaltsdisziplin reinzubekommen.
Und wenn man das nicht will, dann wird es für Staaten nur die Möglichkeit geben, diese Schulden durch Inflation zu entwerten.
Auch das ist natürlich kritisch.
Und würdest du abschließend sagen, dass jetzt eine gute Zeit ist, in Staatsanleihen zu investieren, zum Beispiel in den USA, wenn eben die Zinsen so hoch sind?
Naja, früher oder später werden die Notenbanken und die Finanzminister dem Treiben Einhalt gebieten.
Ich meine, Scott Bassett in den USA hat es ja versucht mit einer Aufstockung der Rückkäufe langfristiger Anleihen.
Das ist sehr, sehr schnell verpufft, hat halt nicht ausgereicht.
Ich vermute, man lässt es jetzt einfach mal laufen.
Und es wird Niveaus geben, ab denen man dann wirklich massiv eingreifen wird.
Die Europäische Zentralbank wird das irgendwann tun müssen, wenn die französischen Staatsanleihen bei der Rendite weiter so stark zulegen.
Es ist relativ schwierig, dann diesen Punkt auszumachen.
Timing is a bitch, das gilt auch hier.
Man kann versuchen, das irgendwie über einen Sparplan, also über Trancheninvestments zu machen.
Wichtig wäre dann bei den langfristigen Anleihen in den USA, dass man da eine Währungssicherung reinnimmt, weil natürlich, falls die Zinsen dort zurückgehen, durchaus möglich wäre, dass der US-Dollar ebenfalls verliert und dann wird der Gewinn doch entsprechend geschmälert.
Aber das ist natürlich was für sehr stark taktisch ausgelegte, erfahrene Anlegerinnen und Anleger, was man vielleicht einfach auch mal bedenken könnte, dass ja diese Zinsen für den risikoarmen Teil...
des Portfolios durchaus attraktiv sind.
Ich würde da nie in einen Fremdwährungsbereich gehen in erster Instanz.
Aber wenn wir alleine mal auf Euro-Unternehmensanleihen schauen, Laufzeiten im Bereich zwei bis drei Jahre, da sehen wir jetzt schon 3,5 bis 3,7 Prozent.
Und das ist ja, wie gesagt, für den risikoarmen Teil des Portfolios schon eine sinnvolle Prämie.
Hast du die Woche eigentlich an mich gedacht?
Ja, wirklich jeden Tag.
Wie?
Naja, du schuldest mir halt noch vom letzten Day 12 Euro, ne?
Und jetzt?
Ja, jetzt sind es halt 14 Euro, weil Zinsen und so.
Wir leben in Deutschland.
14 Euro.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
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Bis morgen.
Alles Gute.
Adios.
