# AI Valuation, Eurozone Debt Risks, and M&A Trends

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-10-06

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Rekordjagd an der Nasdaq, ein Wahlbeben in Brasilien und die Rückkehr von Elon Musk in den Billionärs-Club.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum die Anleihenmärkte plötzlich Frankreich abstrafen und was das für den Euro und euer Depot bedeutet.
Und in der Trulay-Idee geht es um dicke Fische, die gerade die Investmentbanken beschäftigen und euch Anlagechancen bieten.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Dienstag, der 6.
Oktober und wir wünschen euch einen spitzenmäßigen Start in den Tag.
Eins am Spitze war gestern wieder mal der Tech-Index Nasdaq 100, denn der hat wieder mal auf Rekord geschlossen.
Er legte 0,9% zu und beendete den Handel erstmals über 31.000 Punkten.
Während viele Anleger in Europa auf steigende Renditen starren, hat die Wall Street derzeit ein ganz anderes Thema und zwar das.
Kennt ihr schon, haben wir schon häufiger hier auch erwähnt.
Das heißt Künstliche Intelligenz.
Ja, ihr habt es vermutlich auch an euren Depots gemerkt, denn auf dem Nasdaq, da basieren viele ETFs.
Und die großen Nasdaq-Werte, die sind auch im MSCI World und im S&P 500 stark gewichtet und in einigen anderen Indizes auch noch.
Und wer jetzt einen Welt-EDF besitzt in der einen oder anderen Form, der hält automatisch eine große Menge Tech.
Die größten Gewinner, die hießen gestern einmal mehr Nvidia, Meta, Microsoft und Tesla.
Alle vier konnten um mehr als ein Prozent zulegen.
Die KI-Welle, die trägt den Markt damit weiter nach oben.
Besonders Nvidia bleibt die Lokomotive dieser Bewegung.
Die Aktien gewannen erneut gut zwei Prozent und waren damit einer der wichtigsten Kurstreiber im S&P 500.
Der Chip-Designer, der nähert sich damit weiter, der Marke von sechs.
Billionen Dollar und Anleger sind davon überzeugt, dass die Gewinnmaschine vieler Tech-Konzern noch lange nicht stottert ist, sondern noch ausgereizt ist.
Und genau deshalb sind viele bereit, höhere Bewertungen zu akzeptieren, wobei Nvidia ja gar nicht so hoch die Bewertungen sind.
Ein Megathema gestern war Brasilien.
Im ersten Wahlgang lag Flavio Bolsonaro mit 47% vor Lula mit 45,2%.
Für die Börse war das deutlich besser als erwartet.
Der Brasilien ETF iShares MSCI Brasil sprang hierzulande gleich um 16,5% nach oben.
In allen großen Umfragen vor der Wahl hatte Lula in der ersten Runde vorne gelegen.
Und da sah ihn sogar zum Beispiel das Institut Datafolia bei 45 Prozent und Flavio Bolsonaro sah das Institut nur bei 40 Prozent.
Am Ende lag also Bolsonaro knapp zwei Prozentpunkte vorn, statt fünf Prozentpunkte dahinter.
Und Investoren werten Bolsonaros Vorsprung als höhere Wahrscheinlichkeit für einen Regierungswechsel und damit eine straffere Haushaltspolitik.
Und das ist so der Kern, warum da diese Euphorie ausgebrochen ist.
In der Lula fürchtet der Markt steigende Staatsausgaben, eine wachsende Verschuldung und deshalb dauerhaft hohe Zinsen.
Ein Wechsel nach rechts wird als Chance auf Haushaltsdisziplin gelesen.
Und das wäre gut für die Währung, für Anleihen und eben auch für brasilianische Aktien.
In der alten Welt war die Stimmung da deutlich verhaltener.
Der DAX trat mit 25.254 Punkten praktisch auf der Stelle.
Und der Stocks Europe 600, in dem ja auch Werte aus dem Vereinigten Königreich und aus der Schweiz enthalten sind, kletterte um 0,4 Prozent auf 633 Punkte 62.
Warum Europa insgesamt nicht so stark lief, das erklären wir gleich im Thema des Tages.
Auffällig war außerdem die unterschiedliche Entwicklung bei den Einzeltiteln.
Im DAX gehörte Rheinmetall mit einem Plus von rund 2,5 Prozent zu den stärksten Werten.
Rückenwind kam von einem neuen Hilfspaket Deutschlands für die Ukraine.
Auch Hensoldt legte kräftig zu, Rüstungswerte bleiben damit eines der dominierenden Themen an den europäischen Börsen.
Auf der Verliererseite stand dagegen Schneider Electric.
Die Aktie brach um rund 10 Prozent ein, nachdem der französische Technologiekonzern ein Übernahmeangebot für das US-Softwarehaus PTC im Volumen von 22,6 Milliarden Dollar, das sind ja mehr als 20 Milliarden Euro, vorgelegt hatte.
Anleger lieben Übernahmen meist bei den Zielunternehmen, nicht unbedingt so bei den Käufern.
Und der Aktienkurs von PTC?
ist dagegen förmlich explodiert.
Da ging es um ein Drittel nach oben.
Und bei PTC handelt es sich um so eine klassische Legacy-Software-Firma.
Und deswegen hat das Übernahmeangebot auch dem gesamten Softwaresektor geholfen, der so ein bisschen unter Disruptionsverdacht steht durch KI.
Und der GS, also der Goldman Sachs Softwareindex, der gewann 2,5 Prozent.
Und das war insgesamt Merger Monday.
Es ging nämlich auch mit den Titeln von RxO nach oben und der Transportvermittler soll für 5,8 Milliarden Dollar vom Logistikkonzern C.H.
Robinson übernommen werden.
Und die Aktie des Übernahmeziels RxO.
Die verteuerte sich um mehr als 20 Prozent.
Ja, ganz interessant ist dabei der gemeinsame Nenner beider Deals, also PTC und RxO.
Beide Käufer betonen die Chancen von KI.
Und die Technologie, die beeinflusst also längst nicht mehr nur die Börsenkurse, sondern auch die Übernahmepläne großer Unternehmen.
Apropos KI, Aufsehen erregte auch ein Kommentar von OpenAI-Chef Sam Altman.
Er bezeichnete den Chip-Entwickler von Cerebras als engen Partner.
Mehr braucht es nicht.
Die Aktie von Cerebras, die zog um 9 Prozent an.
Und das zeigt, wie sensibel und zugleich euphorisch Anleger derzeit auf jede KI-Meldung reagieren.
Und das war auch bei Spotify der Fall.
Die Aktie gewann fast 6 Prozent.
Laut JP Morgan haben sich die agentischen KI-Transaktionen im September verdient.
Und das nützt halt der Aktie von Spotify.
Wir hatten das ja auch neulich vor einer Woche so als Thema agentische KI.
Und die Verlierer, naja klar, Booking und Expedia, die haben auch leicht verloren aus Angst vor Disruption durch.
Künstliche Intelligenz, diese Agenten.
Ja, und wo wir von spektakulären Kursbewegungen reden, dann können wir auch gleich zu SpaceX übergehen.
Die Aktie des Raumfahrtkonzerns gewann gestern fast 8 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Mitte Juni.
Das war kurz nach dem IPO.
Auslöser war da unter anderem eine Kaufempfehlung von Morgan Stanley.
Die Analysten halten die Aktie trotz der Kursrallye für günstig und sehen weiteres Potenzial von rund 75 Prozent.
Anleger setzen dabei auf Fortschritte bei der Starship-Rakete und die Starlink-Satelliten, die sind zunehmend auch mehr oder weniger im KI-Geschäft zu Hause.
Und der Kursanstieg hat für Elon Musk noch einen ganz hübschen Nebeneffekt.
Laut Bloomberg Richlist oder auch laut Forbes, da sind sich beide mal einig, liegt sein Vermögen inzwischen wieder bei mehr als...
Eine Billion Dollar, nämlich genau 1,042 Billionen.
Jetzt richtet sich der Blick aber auf die beginnende Berichtssaison und die Erwartungen, die sind wirklich hoch.
Analysten rechnen für die Unternehmen des gesamten S&P 500 mit einem Gewinnwachstum von fast.
30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das ist wirklich spektakuläres Gewinnwachstum.
Wir hatten es ja gestern schon erwähnt, es ist hauptsächlich getrieben durch den Tech-Sektor.
Ja, und das wäre dann aber bereits das dritte Quartal in Folge mit außergewöhnlich starken Profiten.
Die große Frage lautet, können die Unternehmen diese hohen Erwartungen erfüllen?
Und mit dem Stichwort Erwartungen, da wären wir schon bei den Terminen.
Ja, ich kann jetzt noch keine Berichtssaison, die starte nämlich erst.
Ich kann also noch keine Berichtssaison hier verkünden.
Die startet ja erst am Donnerstag mit PepsiCo und dann am Freitag mit Delta Airlines.
Aber es gibt trotzdem spannende Termine heute.
In Deutschland Auftragseingang Industrie und Umsatz für verarbeitendes Gewerbe August.
Die Amerikaner legen ihre Handelsbilanz vor.
Dann haben Marvell und Set Scaler Investorentage und Andritz Kapitalmarkt Tag.
Zahlen gibt es von Constellation Brands und Lamp Westen.
Und dann wird der Nobelpreis für Physikbekannte geben.
Gestern gab es ja schon einen Nobelpreis für zwei Deutsche im Bereich Medizin.
Vielleicht gibt es ja heute auch einen in der Physik.
Das Thema des Tages.
Du, Jebbets, weißt du, was mir aufgefallen ist, seitdem es den Podcast gibt?
Da haben wir noch nie groß über eine Schuldenkrise in Verbindung mit dem Euro gesprochen.
Aber genau dafür gab es ja wirklich historische Beispiele.
Und das könnte jetzt wiederkommen.
Stimmt, die 2010er, das waren so die Jahre der Eurokrise, die 2020er bisher noch nicht.
Aber jetzt, du hast es angesprochen, plötzlich passiert was, was wir eben lange nicht gesehen haben.
Die Anleihenmärkte beginnen wieder die Staatsfinanzen einzelner Euro-Länder zu bestrafen und das ist für Anleger oft der Moment, in dem es ernst wird.
Ja, Staatsanleihen, die sind ja gewissermaßen die Blutdruckmesser des Finanzsystems, wenn man das so sagen kann.
Wenn dort was schief läuft, also die Renditen nach oben gehen, dann bleiben die Auswirkungen eben nicht auf den Rentenmarkt beschränkt.
Da geht es dann um Wechselkurse, Aktienbewertung, Immobilien und am Ende sogar um die Frage, wie stabil unsere Währungsgemeinschaft ist.
Und der Auslöser, der liegt diesmal in Frankreich.
Die Renditen französischer Staatsanleihen sind zuletzt kräftig gestiegen.
Besonders auffällig ist der Abstand zu deutschen Bundesanleihen.
Der sogenannte Spread.
Vor wenigen Monaten lag er noch bei rund einem halben Prozentpunkt.
Inzwischen war er teilweise bei 150 Basispunkten, also 1,5 Prozentpunkten.
Und das war der höchste Wert seit der Euro-Krise von 2012.
Genau dieser Spread ist die Kennzahl, auf die man jetzt achten sollte.
Deutschland gilt als der sicherste Schuldner der Eurozone.
Wenn Anleger für Frankreich plötzlich deutlich höhere Zinsen verlangen als für Deutschland, dann...
signalisiert das Misstrauen.
Und die spannende Frage lautet, warum jetzt?
Weil die Märkte plötzlich wieder auf die Staatsfinanzen schauen.
Frankreich hat seit Jahren hohe Defizite und eine steigende Schuldenquote.
Solange die Zinsen niedrig waren, hat das kaum jemanden gejuckt.
Aber jetzt steigen die Finanzierungskosten und plötzlich wird sichtbar, wie teuer.
Schulden wirklich sind.
Ja, und dann gibt es ja auch noch die Straßenproteste in Frankreich.
Das erinnert auch irgendwie alles an die Schuldenkrise vor 15 Jahren.
Damals aber standen Griechenland, Portugal, Spanien und Italien im Mittelpunkt.
Heute ist es eben Frankreich.
Und das zeigt, wie sehr sich die Gewichte in Europa verschoben haben.
Aber zum Nachteil vom Zentrum, kann man sagen.
Aber wir sollten jetzt nicht unbedingt...
Panik verbreiten.
Frankreich ist eben nicht Griechenland.
Es ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion und gerade deshalb wäre eine echte Krise dort viel gefährlicher als damals in Griechenland.
Und genau deshalb gehen viele Beobachter auch davon aus, dass die Europäische Zentralbank notfalls einschreiten würde.
Und damit sind wir bei einer Frage, die für euch als Privatanleger enorm wichtig ist.
Was macht das mit dem Euro?
Der Devisenmarkt macht letztlich dasselbe wie der Anleihmarkt.
Er bewertet Risiken.
Und wenn Investoren Zweifel an den Perspektiven Europas bekommen, dann verkaufen sie die Währung.
Und das tun sie gegen den Dollar.
Der Euro ist gegenüber der amerikanischen Devise auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten gefallen.
Und da ging es am Montag runter bis auf 1 Dollar.
11,60.
Dieser schwache Euro, der hat direkte Folgen für eure Geldanlage.
Wer amerikanische Aktien besitzt, der profitiert zunächst einmal davon.
Denn jeder Dollargewinn von Nvidia, Microsoft oder Amazon, der ist plötzlich mehr in Euro wert.
Der Währungseffekt wirkt wie ein kleiner Renditebooster.
Das konnten deutsche Anleger in den vergangenen Wochen tatsächlich schon beobachten.
Während manche US-Aktien seitwärts liefen, wurde ein Teil der Gewinne durch die Dollarstärke gerettet.
Und die Dividende erhöht sich natürlich ebenfalls.
Ganz genau.
Und gleichzeitig aber, und das ist die Kehrseite, verteuern sich Importe.
Öl und Gas werden in Dollar gehandelt, viele Rohstoffe auch.
Und ein schwächerer Euro kann also die Inflation in Europa tendenziell wieder anheizen.
Und damit wird die Lage für die EZB komplizierter.
Die EZB möchte eigentlich Spielraum für niedrigere Zinsen schaffen, aber eine schwächere Währung macht diese Aufgabe definitiv schwieriger.
Ja und klar ist auf jeden Fall, bei einer Rendite von 5% oder mehr droht irgendwann ein Teufelskreis.
Ja gestern Abend da rentierten...
10-jährige französische Staatsanleihen mit 4,87 Prozent, knapp unter dieser 5-Prozent-Marke.
Höhere Zinsen, die reißen noch tiefere Löcher in die Staatskassen.
Und das höhere Defizit, das erhöht dann das Risiko einer, naja, Insolvenz nennt man das ja nicht, aber Schuldentragfähigkeit eines Staates.
Was Investoren dann wiederum dazu bringt, höhere Zinsen zum Ausgleich zu fordern.
Um diesen Teufelskreis zu durchsprechen, könnte die SZB dann irgendwann Staatsanleihen kaufen und damit die Renditen drücken, wie es sie ja auch vor zehn Jahren schon einmal gemacht hat.
Und jetzt kommt auch noch Spanien dazu, denn dort gibt es ebenfalls politische Turbulenzen.
Ministerpräsident Pedro Sánchez hat vorgezogene Neuwahlen angekündigt.
Vor 15 Jahren hätten Investoren sofort spanische Anleihen verkauft.
Der Aktienmarkt reagierte erst mal gelassen.
Warum?
Naja, weil Spanien aus Sicht vieler Investoren inzwischen als Reformgeschichte gilt.
Das Wirtschaftswachstum ist solide und die Finanzmärkte, die machen sich jetzt deutlich weniger Sorgen um Madrid als um Paris.
Historisch ist das allerdings eher ironisch, muss man sagen.
Früher sprach man von den Krisenländern Spanien, Portugal, Griechenland und heute diskutieren wir über Frankreich im Kernland der Eurozone.
Und daraus ergibt sich vielleicht die wichtigste Botschaft für Anleger.
Staaten sind nicht automatisch sicher, nur weil sie Staaten sind.
Auch Länder können an Vertrauen verlieren und der Kapitalmarkt, der spricht jeden Tag sein Urteil neu.
Worauf solltet ihr jetzt besonders achten?
Vor allen Dingen natürlich auf den Spread zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen.
Meistens schaut man sich da so die 10-Jährigen an.
Und zweitens den Euro-Dollar-Kurs.
Drittens die Reaktion der Europäischen Zentralbank.
Wenn sich diese drei Faktoren weiter verschlechtern sollten, also wenn die EZB nicht reagiert, der Dollar weiter nach oben geht, der Euro nach unten und der Spread sich ausweitet, dann könnte aus einer Marktgeschichte auch mal eine politische Geschichte werden in Europa.
Nicht jede Krise ist automatisch schlecht für Aktien.
Ein schwächerer Euro hilft vielen exportstarken Unternehmen bei uns.
Gleichzeitig schafft politische Unsicherheit aber Gegenwind für europäische Börsen und wahrscheinlich auch für europäische Bankaktien.
Man bekommt also so eine Mischung aus Rückenwind und Gegenwind.
Die AAA-Idee des Tages.
Eckart, wir müssen über einen Börsensektor reden, dessen Problem zuletzt folgendes war.
Den Fischen ging es so gut.
Weniger Krankheiten, schnelleres Wachstum, mehr Gewicht.
Klingt eigentlich wunderbar für die Fische, aber für die Aktionäre von Fischaktien war dieser Erfolg ziemlich unappetitlich.
Das ist jetzt vielleicht noch ein bisschen kryptisch gewesen, aber die Rede ist von der Lachszucht.
Die Relevanz ergibt sich aus den Zahlen, die Norwegen am Montag veröffentlicht hat.
Im September wurden mehr als 165.000 Tonnen Lachs exportiert.
Monatsrekord.
Und die Menge, die stieg gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent, der Lös, der ist aber nur um 15 Prozent geklettert.
Mehr Fisch bedeutet also nicht automatisch mehr Gewinn.
Und mitten in dieser Rekordmeldung platzt jetzt Goldman Sachs mit einer ziemlich optimistischen These.
Die Lachsindustrie, so schreibt das Goldman, stehe vor einer neuen Ära der Profitabilität.
Die Amerikaner setzen darauf, dass das Angebot 2027 schrumpft und empfehlen Salma zum Kauf einer Lachs-Aktie.
Barclays sieht ebenfalls eine Erholung kommen, bevorzugt aber den Wettbewerber Movi.
Wir haben also zwei Banken, zwei Favoriten und eine gemeinsame Wette.
Lachs wird wieder knapper.
Wobei die frischen Exportzahlen erst einmal zeigen, wie viel Fisch noch auf den Markt kommt.
Die Wende, die muss ich erst zeigen.
Der entscheidende Unterschied liegt zwischen großen Fischen und vielen Fischen.
Laut Barclays lag im Juli das Gesamtgewicht der Lachse in norwegischen Zuchtanlagen knapp 3% über Vorjahr und die Zahl der Tiere war aber fast 2% niedriger.
Die Fische waren vor allem dicker geworden.
Dicke Fische klingt erstmal gut, aber das lässt sich nicht endlos fortsetzen.
Und Nachwuchs?
Den kann man auch nicht auf Knopfdruck bestellen in dieser Branche.
Vom Ei bis zum verkaufsfertigen Lachs vergehen mehrere Jahre.
Dazu kommen begrenzte Genehmigungen für die Zucht.
Wer höhere Preise sieht, der kann nicht einfach morden, den nächsten Fjord vollsetzen.
Und Goldmann erwartet deshalb für 2027 weltweit 1,3 Prozent weniger Lachs.
Barclays ist dann noch ein bisschen vorsichtiger.
Und rechnet nur mit dem ganz kleinen Wachstum von 0 bis 2%.
Gleichzeitig scheint der Appetit ordentlich zu sein.
Die norwegischen Lachsexporte nach China sind beispielsweise im September mengenmäßig um 43% gestiegen.
Wenn die Nachfrage weiter mitzieht und das Angebot nachlässt, kann das für die Gewinne enorm viel ausmachen.
Ein vereinfachtes Beispiel.
Du verkaufst 1 Kilo für 8 Euro.
Deine Kosten liegen bei 6 Euro.
Steigt der Preis auf...
9 Euro und bleiben die Kosten gleich, dann steigt dein Gewinn von 2 auf 3 Euro.
Also um 50 Prozent steigt der Gewinn.
Genau, das ist mal ein operativer Hebel.
Und diesen operativen Hebel sucht Goldmann bei Salma.
Dort kommt zur möglichen Preiserholung noch eine eigene Aufholgeschichte nach Problemen der Zucht.
Und einer großen Übernahme werden vorhandene Kapazitäten noch nicht optimal genutzt.
Und gelingt die Erholung, verkauft Salmar mehr Fisch und verteilt seine Fixkosten auf mehr Kilo.
Goldman erwartet, dass der operative Gewinn je Kilo von 13,60 Kronen im Jahr 2025 auf 26,40 Kronen im Jahr 2027 steigt.
Gemeinsinn dann natürlich norwegische Kronen.
Fast eine Verdopplung.
Und das Kursziel, das lautet 700 Kronen.
Barclays setzt dagegen nur 535 Kronen an.
Und bei dieser Aktie, da liegen die Vorstellungen recht weit auseinander.
Barclays hat dafür auch ein Argument.
Salmar hat im zweiten Quartalrot trotz Rekordernte die Gewinnerwartung des Marktes deutlich verfehlt.
Viel produzieren reicht eben nicht aus.
Man muss die Fische auch gesund durchbringen und zum richtigen Zeitpunkt ernten und vor allem dann am Ende auch noch vernünftige Preise erzielen.
Deshalb gefällt Barclays der Wettbewerber Movi besser.
Der Konzern hat seine Produktionsziele in den vergangenen Jahren vergleichsweise zuverlässig erfüllt und ist geografisch breiter ausgestellt.
Dazu kommt eine interessante Methode.
Movi zieht die Jungfische länger an Land auf, bevor sie ins Meer kommen.
Sie ziehen also später aus dem Elternhaus aus.
Dafür brauchen sie laut Goldman ungefähr 200 Tage weniger im Meer.
Und das verkürzt die Zeit, in der sie dort Krankheiten und Parasiten ausgesetzt sind.
Und die knappen Meereskapazitäten, die werden schneller wieder frei.
Dazu kommen Kostensenkungen und Einsparungen beim Futter.
Barclays empfiehlt Movi mit einem Kursziel von 215 Kronen.
Goldman kommt auf ziemlich ähnliche Zahlen von 220 Kronen als Kursziel, bleibt aber neutral.
Die Qualität sei schon weitgehend bezahlt.
Bei Movi streiten die Banken also mehr über die Empfehlung als über den Wert.
Und jetzt, weil wir ja noch nicht ganz volle Lachsexperten sind, kommt noch ein ganz kleiner Fisch ins Spiel, der unsere ganze Rechnung durcheinander bringen könnte.
Nämlich die Sardelle.
Aus ihr werden Fischmehl und Fischöl hergestellt und beides steckt im Lachsfutter.
Und wenn vor Peru weniger Sardellen gefangen werden, dann wird die Fütterung teurer.
Damit hat El Nino gleich zwei Wirkungen.
Das Wetterphänomen kann in Chile Eigenblüten und Fischsterben begünstigen.
Weniger Lachs würde die Verkaufspreise stützen.
Gleichzeitig kann es die Sardellenfischerei beeinträchtigen und dann steigt auch die Futterrechnung.
Von höheren Preisen bleibt möglicherweise weniger übrig als erhofft.
Salmar hat dabei einen Vorteil.
Der Konzern produziert nicht in Chile.
Er könnte von höheren Weltmarktpreisen profitieren, ohne dort selbst Fische zu verlieren.
Beim Futter zahlt er trotzdem mit.
Goldman rechnet im Basisszenario nach Effizienzmaßnahmen nach etwa 15 Prozent höhere Futterkosten.
Die treffen die Gewinnrechnung teilweise zeitversetzt, wenn die gefütterten Lachse später verkauft werden.
Anleger müssen deshalb auf die Menge schauen.
Was bleibt nach den Kosten pro Kilo übrig?
Ein steigender Lachspreis allein, der ist noch kein Kaufsignal.
Und das zweite Risiko neben der Marge steckt ausgerechnet auch im technischen Fortschritt.
Wenn bessere Aufzucht und gesündere Fische dauerhaft mehr Produktion ermöglichen, dann bleibt die erwartete Knappheit womöglich dann doch aus.
Und dann müssten die Analysten ihre Gewinnprognosen erneut kürzen und Anleger könnten auch niedrigere Bewertungen verlangen.
Vor Eurer Watchlist bleiben daher zwei unterschiedliche Kandidaten stehen.
Salma für die stärkere Erholungswette, Movi für die bislang verlässlichere operative Leistung.
Bei beiden entscheidet sich die Geschichte zwischen Verkaufspreis und Futterrechnung.
Die Fische, die dürfen weiter wachsen.
Für steigende Aktienkurse, also für dickere Aktienkurse, müssten aber endlich auch die Gewinne mitwachsen.
Das war alles im Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns eine Mail an AAA, also A, Altwildi oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und Anne.
Aus Eisenach war da, das ist die Lutherstadt, ich glaube auf der Wartburg hat er gesessen und hat irgendwie, glaube ich, ganz viele Tintenfässer da an die Wand geworfen und hat auch irgendwie kluge Sachen geschrieben.
Und Anne hat uns ein Foto geschickt, sie war nämlich auf dem Summit und nun fragt sie, ist es möglich, die anderen Vorträge anzuhören, die ich nicht besucht habe, zum Beispiel die Masterclass Goldsilber?
Oder Aktien und ETFs, so wie die beiden Panels, meine Geld, meine Freiheit und Märkte im Härtetest.
Und da können wir der Anne sagen, also du musst nicht traurig sein, am kommenden Wochenende gibt es mehr vom Summit.
Und ja, dann gibt es auch noch mehr vom Summit, nämlich den Termin für das kommende Jahr.
Und es ist, lieber Eckart, der 8.
Oktober.
Der 8.
Oktober ist es.
Ja, 2027.
Den könnt ihr euch schon mal im Kalender anstreichen.
Und damit ihr schon mal wisst, wann kommendes Jahr der große AAA-Summit ist.
Ja, und Oliver, der ist ein Riesenfan von AAA und er sagt, seine Frau ist auch ein Riesenfan.
Jetzt würde er sehr gern Merch erwerben, um ihr ein Geschenk zu machen.
Was genau bleibt natürlich ein Geheimnis.
Aber kein Geheimnis bleibt der Link zum Alles-auf-Aktien-Merch-Shop.
Den stellen wir euch heute in die Shownotes.
Und Oliver, der war übrigens nicht der Einzige, der nach dem Link zum Merch-Shop gefragt hat.
Fragezeichen gibt es auch rund um die hochschnellenden französischen Anleiherenditen.
Wir hatten es ja gerade schon.
Und vor allen Dingen darum, ob daraus eine Euro-Krise wird.
Darum geht es auch heute in Defner und Schäbitz.
Stimmt's, lieber Schäbitz?
Ganz genau.
Und wenn es um Europa geht mit dem Defner, wird immer leidenschaftlich und besonders laut gestritten.
Und das wollt ihr natürlich nicht verpassen.
Genauso wenig, wie ihr uns morgen verpassen wollt.
Vielleicht gibt es noch mehr zum Lachs.
Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall.
Das ist ein zweites Lachs.
Morgen gibt es Teil 2 der Lachskunde.
Es gibt auch Teil 2.
Ihr seid auf jeden Fall heute wirklich Lachskundig geworden.
Und wenn ihr noch mehr kundig werden wollt, dann kann es nur heißen, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freien.
Wir hören uns dann morgen wieder mit oder ohne Lachs ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
