# Otis, Dutch Bros, and M&A Trends

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-06

## Transcript

Obwohl die Börse an sich ja gerade sehr gut läuft, gibt es wirklich einige Qualitätsaktien, die eigentlich eben für ihre hohe Qualität und auch ihren hohen Preis bekannt sind, die gerade so günstig sind wie lange nicht.
Letzte Folge haben wir zum Beispiel schon über Lindt gesprochen und heute stellen wir die große Beide-Dip-Frage bei Dutch Bros.
und dem Aufzughersteller Otis.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Dienstag, der 6.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
Gesponsert wird dieser Podcast von Scalable Capital, wo ihr euren KI-Chatbot, also ChatGPT oder Claude, direkt mit dem Broker verbinden könnt und der kann dann nicht nur euer Depot analysieren, sondern zum Beispiel auch direkt Wertpapiere kaufen und verkaufen.
Link dazu ist wie immer in der Beschreibung und damit genug der Vorrede und rein in die News von Christoph.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Der Euro ist auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gefallen.
Grund dafür ist vor allem die Schulden- und Haushaltskrise in Frankreich.
Die sorgt auch politisch für immer mehr Unruhe.
Deswegen verlangen Anleger für französische Anleihen deutlich mehr Zinsen als für deutsche.
Und zwar so viel wie das letzte Mal 2011.
Außerdem steigt die Sorge wegen der Schuldenberge in Frankreich, aber auch in Italien und Belgien.
Wegen dieser Unsicherheit wird der Euro unattraktiver, gleichzeitig wird der Dollar stärker, denn am Markt wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank die Zinsen noch weiter anheben muss.
Das macht Anlagen in Dollar attraktiver und setzt den Euro zusätzlich unter Druck.
Ein ganz anderes Bild gab es gestern in Brasilien.
Der brasilianische Real ist um über 4% gegenüber dem Dollar gestiegen, weil der rechte Senator Flavio Bolsonaro bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl überraschend stark abgeschnitten hat.
Er kam auf 47% und liegt damit vor dem amtierenden Präsidenten Lula mit rund 45%.
Die Umfragen hatten vorher eher Lula von gesehen.
Bolsonaro gilt als wirtschaftsfreundlich, deshalb sind auch brasilianische Aktien gestiegen.
Der MSCI Brasil ETF sogar um fast 15 Prozent.
Die brasilianische Nubank zum Beispiel auch um um die 15 Prozent.
Dann war mal wieder Merger Monday angesagt.
GE Healthcare kauft die Firma Sophie Biosciences für 950 Millionen Dollar.
Sophie ist auf Radiopharmaka spezialisiert.
Das sind radioaktive Substanzen, die bei Untersuchungen eingesetzt werden, um zum Beispiel Krebs sichtbar zu machen mit sogenannten PET-Scans.
Für GE Healthcare passt das gut ins Geschäft, weil der US-Konzern die passenden Geräte baut.
Dazu bekommt GE mit der Übernahme auch die US-Rechte an einem Wirkstoff, der sich in einer späten Testphase befindet und in Zukunft zur Erkennung verschiedener Krebsarten eingesetzt werden könnte.
Interessant ist auch der Markt insgesamt.
Radiopharmaka sind gerade ein echtes Deal-Thema.
Erst im August hat der Konkurrent Curium angekündigt, dass er Lentius für bis zu 8 Milliarden Dollar kaufen will.
GE Healthcare hat sich nach dem Zukauf gestern kaum bewegt.
Und noch ein Deal, diesmal aus der Logistikwelt.
Der US-Frachtvermittler C.H.
Robinson kauft den kleineren Konkurrenten RxO für fast 6 Milliarden Dollar.
Beide sind sogenannte Broker, die vermitteln also zwischen Firmen, die was transportieren wollen, und den Spediteuren, die es dann tatsächlich fahren.
Die Idee hinter dem Deal, C.H.
Robinson setzt stark auf KI, um die Abläufe schlanker zu machen und will über diese Technik beim größeren, zusammengelegten Konzern später rund 300 Millionen Dollar an Kosten sparen.
RxO ist um die 20 Prozent gesprungen, C.H.
Robinson dagegen um die 15 Prozent gefallen.
Spannend ist der Deal auch wegen Brad Jacobs.
Über den Seriengründer hat Noah hier schon öfters gesprochen.
RXO wurde 2011 aus dem Imperium von Brad Jacobs ausgegründet.
Jacobs hat schon mehrere Firmen von je über eine Milliarde Dollar aufgebaut.
Sein Muster ist dabei immer gleich.
In einer zersplitterten Branche viele kleine Firmen aufkaufen, die Abläufe optimieren und daraus dann einen Riesen formen.
So ist in den 90er Jahren der Müllkonzern United Waste Systems entstanden, danach der Gerätevermieter United Rentals und schließlich die Logistikfirma XPO, aus der später die eigenständigen Firmen GXO und eben RXO hervorgegangen sind.
Aber was rede ich über 8 Milliarden Dollar und 6 Milliarden Dollar?
Der französische Industriekonzern Schneider Electric kauft die US-Softwarefirma PTC für rund 23 Milliarden Dollar.
Das ist die größte Übernahme der Firmengeschichte und Schneider will damit noch tiefer ins Softwaregeschäft.
Das versuchen Industriefirmen auch schon länger und Siemens pusht ja seit Jahren seinen Softwarebereich.
Gerade gibt es aber die schöne Situation, dass Softwareaktien durch KI-Sorgen günstiger geworden sind.
PTC hat dieses Jahr bis letzten Freitag 17 Prozent verloren an der Börse.
Schneider hat als Firma im Elektrifizierungsbereich getrieben von KI um die 30 Prozent zugelegt.
Und auch den Kaufpreis finanziert Schneider zum Teil mit den eigenen recht teuren Aktien.
An der Börse kam das gestern trotzdem nicht so gut an.
Den Rest des Deals will Schneider nämlich mit bis zu 17 Milliarden Euro an Schulden finanzieren.
Und sie zahlen für PTC 40 Prozent mehr, als die Aktie am Freitag wert war.
Entsprechend ist die Aktie gestern um die 30 Prozent gestiegen und Schneider hat um die 10 Prozent verloren.
Aber man sollte sich generell darauf einstellen, dass Schneider weiterkaufen wird.
Im Juli haben die Franzosen den Industriedaten- und KI-Spezialisten Cognite für 3 Milliarden Dollar gekauft und vor kurzem haben sie auch Shelley aus Bulgarien für über eine Milliarde Dollar übernommen.
Deutlich besser als die Aktie von Schneider ist gestern die Aktie vom Chip-Hersteller Cerebras gelaufen.
OpenAI-Chef Sam Oldman hat Cerebras auf X als engen Partner bezeichnet, mit dem man gemeinsam an den Grenzen der Geschwindigkeit arbeite.
Danach ist die Aktie fast 10% rauf.
Dazu muss man wissen, dass Cerebras ungewöhnlich große KI-Chips baut, die vor allem darauf spezialisiert sind, Modelle besonders schnell laufen zu lassen.
OpenAI ist der größte Kunde gemessen am Auftragsbestand und genau deshalb war die Aktie zuletzt auch unter Druck.
Denn die Analysefirma Semi Analysis hatte berichtet, dass OpenAI für die ultraschnelle Variante seines neuesten Modells offenbar NVIDIA-Chips statt Cerebras-Hardware nutzt.
Der Ex-Post von Altman scheint da aber eine andere Sprache zu sprechen.
Trotzdem sieht man, wie abhängig die Firma von OpenAI ist.
Das ist auch ein Grund, warum sich die Aktie seit dem IPO im Mai circa halbiert hat.
Ja, dann gab es noch einen erfolgreichen Börsengang.
Die Reederei Volare Shipping hatte gestern ihren ersten Handelstag an der Börse in Oslo.
Und die Aktie ist um die 5% gestiegen.
Durch den Konflikt im Nahen Osten sind die Preise fürs Tanker-Chartern auf Rekordhöhlen geschossen.
Noah hatte Ende September schon erzählt, dass es mehr als eine Million Dollar kostet, einen großen Öltanker im persischen Golf zu mieten und durch die Straße von Hormuz rauszuschippern.
Volare startet mit sechs dieser Riesentanker.
Acht weitere sind schon bestellt.
Mal sehen, wie lange dieser Boom noch anhält.
Welcher Boom aber anzuhalten scheint, sind Dinosaurier.
Sotheby's versteigert Ende Oktober in New York das Skelett eines seltenen Dinosauriers.
Der sogenannte Nano-Tyrannus ist eines von nur drei bekannten Exemplaren und soll bis zu 9 Millionen Dollar bringen.
Entdeckt wurde er erst 2019 in Montana.
Und dass Dinosaurierknochen gerade ein lukratives Geschäft sind, zeigt ein T-Rex, den Sotheby's erst vor drei Monaten versteigert hat.
Dafür haben sie nämlich 50 Millionen Dollar bekommen.
Wir haben im Podcast ja schon öfter erklärt, dass Aufzüge ein ziemlich geiles Business sind und es gibt gerade ein Aufzugsbusiness, das überraschend günstig ist und das hat Timon ausgegraben.
Otis Worldwide ist der größte Aufzughersteller der Welt.
Dabei verkauft Otis neue Aufzüge fast ohne Gewinn.
Die operative Marge in dem Segment schwankt um die 5%.
Fast der ganze Gewinn kommt aus dem Service, also Wartung, Reparatur und Modernisierung.
Als größter Hersteller wartet Otis gut jede zehnte Anlage weltweit.
Der Service macht zwei Drittel vom Umsatz und über 90% vom operativen Gewinn.
Und das Geschäft ist ziemlich stabil, weil es rechtlich vorgeschrieben ist, dass Aufzüge regelmäßig gewartet werden müssen und 95% der Kunden verlängern jedes Jahr ihre Verträge bei Otis.
Jetzt ist aber unter anderem wegen höherer Löhne, neuer, noch nicht fertig eingearbeiteter Arbeiter und teurere Ersatzteile die Marge in dem Bereich zwei Quartale hintereinander gesunken, zwar nur von 25 auf 23 Prozent, aber unter anderem deswegen soll es dieses Jahr kein Gewinnwachstum geben.
Ein weiterer Grund ist, dass Otis wegen dem schwachen Häusermarkt in China gerade weniger neue Bauaufträge bekommt.
Und auch wenn die nicht direkt der Gewinnbringer sind, bringen die normalerweise das Wachstum und so dann auch neue Wartungskunden.
Außerdem verliert Otis zumindest in Amerika mehr Wartungskunden als sonst.
Laut dem Management war das Service in den letzten Jahren nicht gut genug und Kunden sind deshalb gegangen.
Im letzten Quartal sind die Wartungskunden in der Region sogar geschrumpft.
Das kommt besonders bei einem Business, das eigentlich als besonders stabil gilt, nicht gut.
Und der Börsenwert ist seit Anfang des Jahres fast 30% auf 24 Milliarden Dollar gefallen.
Dabei hat Otis gerade die beste Chance, die verlorenen Wertungskunden wieder zurückzugewinnen.
Weltweit gibt es 22 Millionen Aufzüge und 9 Millionen davon sind älter als 20 Jahre.
Das ist genau das Alter, in dem die normalerweise modernisiert werden.
Im vergangenen Quartal ist das Modernisierungsgeschäft bei Otis 24% gewachsen.
Insgesamt ist der Umsatz sonst nur 7% nach oben und das Entscheidende ist, dass Otis bei einer Modernisierung Wartungsverträge zurückholen könnte, die sie an andere Wartungsfirmen verloren haben.
Bei einer Modernisierung bekommt der Aufzug eine neue Steuerung und Software vom Hersteller und um dann richtig zu warten, braucht man Diagnosegeräte, die nur Otis hat.
Und freie Wartungsfirmen können solche Aufzüge dann oft nicht mehr betreuen.
Wenn es klappt, könnten wir den Anfang des Turnarounds schon Ende des Monats sehen.
Da kommen nämlich die Zahlen fürs dritte Quartal und Otis hat versprochen, dass die Service-Marge im zweiten Halbjahr wieder auf das alte Niveau zurückkommt.
Wenn das klappt und Amerika keine Kunden mehr verliert, sieht der Kursrutsch übertrieben aus.
Das erwartete KGV liegt bei rund 15.
Im Schnitt der letzten fünf Jahre lag es bei rund 24.
Konkurrenten Kone und Schindler werden gerade mit dem 23-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet.
Und dann gibt es bei Otis durch Rückkäufe und Dividende auch noch 6% Aktionärsrendite.
Kommen Sie rein, mit uns geht es aufwärts, Frau Lemke.
Ja, deshalb haben Sie jetzt mich dabei.
Das macht den Aufzug etwas schwerer.
Ich habe dieses Jahr beim OMR-Festival einen Vortrag darüber gemacht, welche börsennotierten Firmen in den letzten Jahren eine richtig starke Marke aufgebaut haben und welche eben nicht.
Und eins meiner Positivbeispiele, vor allem im Kontrast zu Starbucks, war Dutch Bros.
Die haben die USA in den letzten Jahren mit über 1000 Läden überrollt, wo man sich nur im Drive-Thru seine Getränke holen kann.
Speziell ist dabei eben, dass es nur im Drive-Thru geht.
Dadurch sparen sie Platz und können eben auf wenig Fläche ziemlich viel Umsatz machen.
Die Getränke sind außerdem sehr oft gar kein Kaffee, sondern zum Beispiel der hauseigene Energy Drink Blue Rebel.
Dadurch kommen die Kunden dann nicht nur morgens, sondern zum Beispiel auch abends.
Und sie schaffen es einfach, oft krasse Hypes zu erzeugen.
Sie haben zum Beispiel mal einen eigenen Feiertag ins Leben gerufen, nämlich den Passenger Princess Day.
Da haben sie dann auch spezielle Magnete verteilt und an dem Tag gab es so einen Andrang, dass sie teilweise dreimal so viele Mitarbeiter gebraucht haben und die Magneten wurden im Nachhinein auf Ebay teilweise für über 100 Dollar verkauft.
Vom Business her bin ich also großer Dutch Bros Fan, nur war die Aktie leider immer ziemlich teuer.
Allein in den letzten drei Monaten hat sie dann aber fast 50% verloren und die Analysten von Oppenheimer haben in einem Bericht geschrieben, dass der Rückgang gerade zu spannend ist, um ihn zu ignorieren.
Erstmal hat der Rückgang aber natürlich Gründe.
Dutch Bros.
war immer sehr teuer bewertet, weil die Firma krass gewachsen ist und zwar nicht nur dadurch, dass sie neue Läden eröffnet haben, sondern auch dadurch, dass der Umsatz in bestehenden Läden gestiegen ist.
Letztes Quartal ist die Anzahl der Transaktionen in bestehenden Läden dann aber nur noch 3% gewachsen.
In den Quartalen davor waren es über 5%.
Und dazu war auch die Prognose nicht ganz so berauschend für die nächste Zeit.
Und die Börse hat eben bei Starbucks schon oft gesehen, wie schnell Umsätze in bestehenden Läden auf einmal bröckeln können und dann wird ein Wachstumscase eher ein Krisencase.
Da sind Investoren also einfach sehr vorsichtig.
Auf der anderen Seite wächst Dutch Bros.
aber alleine durch Ladeneröffnungen mit um die 15% im Jahr.
Sie haben außerdem erste Tests mit Läden gemacht, bei denen man als Fußgänger was mitnehmen kann und eben nicht mehr im Drive-Thru.
Auch das hat sehr gut funktioniert.
Und sie wachsen ja auch noch in den bestehenden Läden, nur eben ein bisschen langsamer.
Und wenn man sich das mal ganz grob durchrechnet, hat Dutch Bros im letzten Jahr so circa 300.000 Dollar operativen Cashflow pro Laden gemacht.
Aus den aktuellen Läden könnten sie also jedes Jahr um die 360 Millionen Dollar an Cashflow rausziehen.
Und aktuell ist es so, dass dieser Cashflow komplett in die neuen Läden geht oder fast komplett.
Aber wenn wir uns die Firma mal in einem erwachsenen Stadium anschauen, wo sie nicht mehr so stark wächst und sagen, die 360 Millionen Dollar bleiben wirklich hängen und wir bewerten die Firma dann mit dem 20-fachen der Cashflows, dann wären alleine die bestehenden Läden um die 7 Milliarden wert.
Und aktuell ist die Firma an der Börse eben auch um die 7 Milliarden wert, wächst aber mit über 20 Prozent pro Jahr.
Das bleibt damit immer noch ein sehr riskantes Investment, weil bei dem ganzen Wachstum eben immer viel schief gehen kann und die Firma das meiste Geld in die Zukunft investiert.
Wenn man langfristig aber an den Case glaubt, hat die aktuelle Bewertung noch ordentlich abseit.
162 Gramm Zucker in einem einzigen Getränk, aber es funktioniert.
Es funktioniert sogar so gut, wie man hier in diesen Umsatzzahlen sieht.
Dutch Pro ist wirklich ein extrem starkes Business.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
