# SpaceX AI Satellites, Nike Turnaround, and SPS Commerce

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-05

## Transcript

Elon Musk hat 60 Milliarden Dollar an einem Tag verdient.
Wir schauen uns an, was bei SpaceX und Tesla los war.
Außerdem geht es um die Krise bei Nike, eine beide Dip-Wette und auch eine Krise bei Lint und eine Formataktie.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Montag, der 5.
Oktober und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,6% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben, auch für Kinderkonten.
Und wenn ihr den Prime Plus Broker habt, gibt es sogar mehrere Partnerbanken, bei denen dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Mehr Infos dazu, wie immer, in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Wenn dein Vermögen an einem Tag um über 60 Milliarden Dollar steigt, dann bist du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Elon Musk.
Und genau das ist Musk auch am Freitag passiert, weil nicht nur Tesla nach starken Lieferdaten um die 5% zugelegt hat, sondern auch die SpaceX-Aktie um die 7% gestiegen ist.
SpaceX schließt damit generell eine extrem starke Woche ab.
Am Montag hat es ja die Starship-Rakete das erste Mal ever in die Erdumlaufbahn geschafft.
Das hat an der Börse noch nicht so viel Reaktion ausgelöst, ist aber trotzdem sehr wichtig natürlich.
Und dann hat SpaceX am Donnerstag mal wieder vier Astronauten zur Internationalen Raumstation befördert und sie haben das sogar so schnell geschafft wie noch nie eine amerikanische Rakete, nämlich vom Start bis zum Amdocken in nicht mal acht Stunden.
Und dann, das ist wahrscheinlich die wichtigste News, hat SpaceX auch noch für Google einen ersten Testsatelliten mit KI-Chips ins Weltall geschickt, die laut Google bisher auch so funktionieren will gedacht.
Und das dürfte die Börse am meisten bewegt haben, weil die Rechenzentren im Weltraum ja eine der großen Zukunftsvisionen von SpaceX sind.
Man könnte natürlich kritisch sehen, dass nicht SpaceX selbst den ersten Test mit den Rechenzentren macht, sondern eben in dem Fall Google.
Aber auf der anderen Seite sind ja Google und auch alle anderen darauf angewiesen, dass SpaceX ihre...
Satelliten ins Weltall bringt, wenn sie das im großen Stil machen wollen.
Und schöner Nebeneffekt für Alphabet ist auf jeden Fall, dass die ja auch früher Investor bei SpaceX waren und immer noch einen Anteil im Wert von fast 100 Milliarden Dollar haben.
Die haben am Freitag also auch paar Milliarden Rendite gemacht.
Bei Tesla waren die guten News jetzt nicht ganz so futuristisch und sie haben letztes Quartal sogar weniger Autos ausgeliefert als vor einem Jahr.
Aber es waren immerhin 486.000 Autos und damit 20.000 mehr als Analysten erwartet haben.
Grund für die überraschend gute Performance könnten die hohen Ölpreise sein und dass sich gleichzeitig ja gerade in den USA viele Autobauer sehr stark von E-Autos wegbewegen.
Es gibt also einfach weniger Konkurrenz.
Alles andere als wenig Konkurrenz gibt es im Sportmarkt.
Das hat man am Freitag wieder bei Nike gesehen.
Der Umsatz ist letztes Quartal schon wieder 4% gesunken.
Für die nächsten Quartale rechnet Nike sogar mit einem noch stärkeren Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.
Und in China ist es zum Beispiel so, dass der Umsatz jetzt schon neun Quartale in Folge gefallen ist.
Bei der Tochtermarke Converse sind sogar 14 Quartale in Folge.
Entsprechend ist auch wenig überraschend, dass der Börsenwert mittlerweile auf 50 Milliarden Dollar gefallen ist, damit den tiefsten Stand seit Anfang 2013.
Um was dagegen zu tun, hat Nike jetzt nochmal ein Restrukturierungsprogramm gestartet, das in den kommenden fünf Jahren 2,5 Milliarden Dollar sparen soll.
Dazu wollen sie auch flexibler werden, das heißt erstens, dass sie tendenziell näher am Verkaufsort produzieren wollen und ein bisschen weniger in Asien.
Und zweitens will Nike auch seine ganzen Lagerstandorte nicht mehr nur selbst besitzen und betreiben wie bisher, sondern mehr auf Partner zugreifen und dann auch flexibler werden.
Aus Börsensicht gibt es bei den Zahlen außerdem zwei gute Nachrichten.
Erstens hat die Aktie am Freitag gerade mal 4% verloren.
Das zeigt schon, dass die Erwartungen mittlerweile extrem niedrig sind und da wird es natürlich auch einfacher, mal wieder positiv zu überraschen.
Zweitens gab es eine Region, die gewachsen ist und zwar Nordamerika um immerhin 2% und dazu fokussiert sich Nike ja auch bewusst auf die Produkte für Sportler gerade und auch da ist der Umsatz gewachsen, nur wird das eben mehr als ausgeglichen durch die ganzen anderen Produkte.
bei denen es eben einen Rückgang gibt.
Long story short also, es bleibt eine risky Turnaround-Wette, bei der einiges schlechter läuft als gedacht, paar Dinge auch besser und zumindest ist die Bewertung schon auf viel Enttäuschung vorbereitet.
Aber was rede ich hier über Enttäuschung?
Eigentlich war am Freitag ziemlich gute Börsenstimmung, vor allem Tech-Aktien sind mal wieder gut gelaufen und das könnte mal wieder an Zinsen liegen.
Es gab nämlich für den September einen ziemlich enttäuschenden Arbeitsmarktbericht aus den USA, da wurden also deutlich weniger neue Jobs geschaffen als erwartet.
Klingt erstmal schlecht, aber ein schwacher Jobmarkt bedeutet auch, dass die Zentralbank aufpassen muss, die Zinsen nicht zu stark anzuheben, was die Wirtschaft ja noch mehr ausbremsen würde.
Und Zinsen, die nicht so stark steigen wie gedacht, freuen natürlich die Börse.
Auch freuen dürfen sich die Dieselfahrer unter euch.
Die USA und Europa haben sich nämlich gerade geeinigt, dass sie beide Teile von ihren Diesel-Notreserven freigeben werden.
Damit ist jetzt auch Trumps Drogen vom Tisch, dass er den Export von Diesel stoppen wird.
Nicht so freuen dürfen wir uns dafür mit Blick auf den Pharma-Standort Deutschland.
Ila Lilly hat da ja vor ein paar Monaten eine große Investition zurückgezogen.
Und jetzt hat der CEO ein sehr hartes Interview beim Handelsblatt gegeben und meinte im Grunde, dass er das Vertrauen in die deutsche Politik verloren hat.
Gleichzeitig kam raus, dass Bayern eine neue Pharmafabrik in den USA bauen wird, für 2 Milliarden Dollar immerhin.
Und es kam auch noch raus, dass Novartis ein Medikament von der chinesischen Pharmafirma Abogen lizenziert hat.
Dafür zahlen sie erstmal um die 600 Millionen Dollar und wenn alle Ziele mit dem Medikament erreicht werden, sogar über 7 Milliarden Dollar.
Und spannend ist daran eben, dass mal wieder Pharmaforschung aus China kommt.
Europa wird da also gerade von beiden Seiten angegriffen.
Mehr Produktion in den USA und mehr Forschung in China.
Und zum Schluss noch eine absurde News.
Der relativ unbekannte Hedgefonds Castle Hook Partners hat gerade einen Mietvertrag abgeschlossen und mietet die obersten Etagen von einem Skyscraper mit rund 4.900 Quadratmetern.
für 21 Millionen Dollar pro Jahr.
Das sind einfach über 350 Dollar pro Monat und Quadratmeter und damit absoluter Office-Mietenrekord.
Aber der Fonds kann es sich leisten.
Er verwaltet 11 Milliarden Dollar mit gerade mal 35 Mitarbeitern und hat in den letzten zwei Jahren 50 und 60 Prozent Rendite gemacht.
Die müssen da also gigantische Gebühren kassiert haben.
Soll man bei der Lind-Aktie gerade den Schokodip kaufen oder greift man da vielleicht ins fallende Messer?
Sorry für den schlechten Wortwitz.
Weiter geht's mit Christoph.
Niemand hatte Lust, bei 37 Grad in ein Geschäft für Schokolade zu gehen.
So hat Lind-Chef Lechner erklärt, warum das Business diesen Sommer so schlecht gelaufen ist.
Aber das ist nicht der einzige Grund.
Wegen des extrem teuren Kakaos hat Lind die Preise im ersten Halbjahr um fast 12 Prozent erhöht.
Der Goldhase würde in der Schweiz zu Ostern einen ganzen Franken teurer.
Die Folge war, dass die verkaufte Menge um rund 8 Prozent gesunken ist, vor allem in Europa.
Zuerst würde Lind das mit kleineren Packungen lösen.
In Deutschland hat die wichtigste Lindor-Packung zum Beispiel 137 Gramm.
Jetzt kommt eine mit 100 Gramm.
Dadurch wird es aber nur optisch billiger.
Der Kilopreis bleibt gleich und das reicht den Kunden scheinbar nicht.
Deshalb sollen am Januar die Preise auf breiter Front sinken.
Für dieses Jahr erwartet Lindt dadurch nur noch maximal 2% Umsatzwachstum.
Zu Jahresbeginn sollten es bis zu 8% sein.
Ob gerade jetzt die richtige Zeit für Preissenkungen ist, ist aber fraglich.
Seit dem Tief im Februar hat sich nämlich der Kakaopreis fast verdoppelt, weil in Westafrika eine kleinere Ernte erwartet wird.
Ghana hat den Preis für seine Bauern angehoben, die Elfenbeinküste nebenan nicht.
Das könnte den Schmuggel über die Grenze anheizen und die Lieferungen zusätzlich durcheinander bringen.
Lindt senkt also die Preise, obwohl Kakao teurer wird.
An der Börse hat die Aktie seit Jahresbeginn um die 40 Prozent verloren.
Die 19 Milliarden Euro Börsenwert stehen für das 24-fache vom erwarteten Gewinn.
So niedrig bewertet waren die Schweizer zuletzt vor 15 Jahren.
Klingt alles ziemlich negativ.
Es gibt aber auch Gegenargumente.
Ein wichtiges kommt von der UBS.
Lind kauft seinen Kakao nämlich lange im Voraus.
Die Bank geht davon aus, dass Lind sich den deutlich billigeren Kakao teilweise schon gesichert hat.
und rechnet für 2027 mit bis zu 550 Millionen Euro Spielraum und damit Luft für Preissenkungen.
Außerdem betrifft das Problem vor allem Europa.
In Nordamerika ist Lind im ersten Halbjahr um fast 13 Prozent gewachsen.
Trotzdem kosten zwei gesenkte Prognosen in einem Jahr natürlich Vertrauen.
Linhs großes Argument war immer, dass Kunden der Marke auch bei höheren Preisen treu bleiben.
Genau das wird gerade getestet.
Und CEO Lechner hat im Sommer selbst gesagt, dass Lindh beim aktuellen Kakaopreis 2028 wieder unter Druck kommen könnte, die Preise zu erhöhen.
Die Strategie scheint also nicht ganz klar zu sein.
Dafür kriegt man die vergleichsweise niedrige Bewertung.
Plus 2% Dividende und, wenn man sich die Namenaktie für rund 85.000 Euro pro Stück leisten kann, den Schokoladenkoffer mit um die 4 kg Schokolade als Sachdividende.
Dafür braucht man nur eine solcher Namenaktie und man muss im Schweizer Aktienregister eingetragen sein.
Dann kann man ihn sich bei der Generalversammlung abholen.
Wenn Schokolade zur Delikatesse wird.
Ja, Lindt, selber schuld, wenn keiner mehr eure Produkte kaufen will.
Das Regal bleibt voll.
Das ist einfach viel zu teuer.
Und ja, das muss man einfach boykottieren.
Ich würde es nicht kaufen.
Dokumente formatieren ist ja eigentlich ziemlich nervig.
Es kann aber auch ein ziemlich gutes Business sein.
Und wo es das ist, erzählt euch jetzt Pascal.
Wenn ihr eure Produkte in den USA bei Home Depot verkaufen wollt, dann schickt euch der Ami-Baumarkt zu SPS Commerce.
Die Firma ist an der Börse knapp 3 Milliarden Dollar wert und hat gut 46.000 zahlende Kunden.
Für viele Lieferanten ist SPS sowas wie die Eintrittskarte in die Lager- und Onlineshops der großen Ketten.
Wenn Walmart bei einem Hersteller Ware bestellt, gehen viele Dokumente hin und her.
Die Bestellung, die Versandmeldung, die Rechnung.
Und jede große Handelskette will die in ihrem eigenen Format.
Passt das nicht, gibt's Ärger, im schlimmsten Fall sogar Strafzahlung.
Deswegen übersetzt SPS alles in die Sprache des Händlers und pflegt die Vorgaben von tausenden Handelspartnern.
Wer sich einmal anschließt, ist also auf einen Schlag bei vielen großen Ketten drin und das Ganze läuft auch andersrum.
Über SPS sieht der Hersteller, wie gut sich sein Produkt in den Läden verkauft.
Jedes Jahr laufen über das Netz von SPS rund 750 Millionen Transaktionen mit einem Warenwert von 650 Milliarden Dollar.
Und 2025 hat SPS um die 750 Millionen Dollar Umsatz gemacht.
Grob gerechnet also 1 Dollar pro Transaktion.
Die Kunden zahlen aber meistens per Abo, weshalb 96% vom Umsatz regelmäßig wieder reinkommen.
Trotzdem ist die Aktie in den letzten 12 Monaten nur rund 20% gefallen.
Der erste Grund, SPS wächst nicht mehr so schnell.
In den letzten Jahren ist der Umsatz jedes Jahr zweistellig gestiegen, 2025 um 18%.
Für dieses Jahr rechnet die Firma nur noch mit bis zu 6%.
Schon im Oktober 2025 hat SPS die Prognose gesenkt und die Aktie ist an einem einzigen Tag um ein Fünftel abgestürzt.
Dazu ist dann noch die Angst vor KI gekommen.
Die Sorge, wenn die KI-Programme von Händlern und Lieferanten irgendwann direkt miteinander reden, braucht es den Übersetzer in der Mitte vielleicht gar nicht mehr.
SPS sieht das genau andersrum.
Die Firma sitzt auf Daten aus 25 Jahren und füttert damit jetzt ihre eigene KI.
Die heißt Max und seit September können Kunden damit arbeiten.
In der Testphase hat ein Kunde damit einen Rechnungsfehler über 290.000 Dollar gefunden.
Schuld war ein falscher Barcode.
Und neben dem eigenen Tool gibt es auch Profis, die scheinbar keine großen KI-Sorgen haben.
Mitte September hat Bloomberg berichtet, dass der Finanzinvestor GTCR über eine Übernahme von SPS verhandelt.
Bestätigt hat das bisher keiner.
Analysten rechnen damit, dass GTCR bis zu 20% drauflegen könnte.
Im Vergleich zur historischen Bewertung wäre aber auch das nicht viel.
Wie schon gesagt, ist SPS an der Börse rund 3 Milliarden Dollar wert und damit das 16-fache vom erwarteten Gewinn.
Schnitt der letzten 5 Jahre ist eher 50.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder, bis dahin, alles Gute, guten Start in die Woche, adios.
