# Kingfisher Resilience and AI Chip Supply Chain Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-02

## Transcript

Europas zweitgrößter Baumarkt heißt Kingfisher und weil ihn hier fast niemand kennt, hat sich Christoph die Firma mal genauer angeschaut.
Und dann erzählen wir euch noch, wie ein Trader mit Social Media sein Geld in 16 Jahren mehr als 200-fach hat.
Mein Name ist Timon Wunderlich.
Heute ist Freitag, der zweite Zehnte und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen.
Mit Trading Flatrate, Krediten, Portfolioanalysen und der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Die Inflation ist im September wieder gestiegen, in Deutschland sogar auf ein Drei-Jahres-Hoch von 3,3%.
In vielen großen Euro-Ländern war sie über den Erwartungen.
Das hat den DAX gestern knapp 1% ins Minus gezogen.
Der MDAX ist sogar fast 2% gefallen.
In den USA sind sonst weiter die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen gestiegen.
Die liegen mittlerweile schon bei über 5%.
Das ist der höchste Stand seit 24 Jahren.
Hauptgrund ist der gestiegene Ölpreis durch den Iran-Krieg.
Dadurch gibt es auch hier Inflationssorgen.
Und die Investoren rechnen mit Zinserhöhungen.
Und in den USA gab es noch News beim größten IT-Berater der Welt, Accenture.
Die Aktie ist nach besser als erwarteten Zahlen um die 20% gestiegen.
Im letzten Quartal ist der Umsatz um 6% nach oben.
Und noch wichtiger, Accenture hat neue Aufträge über 22 Milliarden Dollar bekommen.
Beides ist über den Erwartungen.
Und ein paar Deals gab es zuletzt auch mit Google, Amazon und Entropic.
Das ist besonders spannend, weil viele Investoren sich ja bei Beratern die Sorge machen.
das KI deren Arbeit ersetzt.
Im neuen Jahr geht die Firma jetzt von bis zu 6% Wachstum aus.
Auch das ist mehr, als die Analysten erwartet hatten.
Das hat auch die Aktie vom Konkurrenten Cognizant Technology Solutions fast 10% mit nach oben gezogen und auch IBM war im Plus.
Und auch eine andere Firma hat einen Deal mit Entropic gemacht.
In den Börsengangsdokumenten von Entropic, die Reuters schon einsehen durfte, steht scheinbar, dass Broadcom Entropic bis zu 42 Milliarden Dollar leiht.
Mit dem Geld soll Entropic einen Teil seiner Rechenkapazität finanzieren.
Entropic hat sich nämlich für 125 Milliarden Dollar Rechenkapazität für fünf Jahre auf Googles TPU-Chips gemietet.
Die werden ja zusammen mit Broadcom entwickelt.
Es gibt hier also wieder einen Zirkeldeal.
Broadcom leitet Geld an Entropic, die sich damit dann die Google Broadcom-Chips mieten.
Dadurch wird Entropic wohl 2027 der größte Cloud-Kunde von Broadcom.
Die können die Schulden später in Entropic-Aktien umwandeln.
Damit wären sie auch noch Eigentümer.
Entropic schreibt selbst, dass es dadurch Interessenkonflikte geben kann, weil Broadcom gleichzeitig Lieferant und Geldgeber ist.
Die Aktie war leicht im Minus.
Bei Synopsys sah es besser aus.
Die machen ja die Software, mit denen Firmen wie Broadcom ihre Aktien designen.
Und die Aktie ist gestern über 10% gestiegen, nachdem das Unternehmen am Mittwoch auf seinem Investorentag zwei große Partnerschaften bekannt gegeben hat.
Einmal soll Synopsys zusammen mit OpenAI ein eigenes KI-Modell nur für Chip-Design rausbringen.
Den Umsatz wollen die beiden sich dann teilen.
Und dann gab es noch einen Deal mit Amazon in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Bei dem bekommt Synopsys nicht nur einmal Geld für die Lizenz, sondern verdient mit jedem produzierten Chip mit.
Viele Investoren hatten vor Angst, dass Synopsys immer weniger gebraucht wird und Kunden mit KI immer mehr selbst machen.
Auf dem Investorentag hat die Finanzchefin jetzt gesagt, dass die Nachfrage riesig ist, weil alle gerade ihre eigenen Chips bauen.
Deswegen hat Synopsis auch die Ziele angehoben.
Bis 2030 will die Firma jetzt jedes Jahr um etwa 15 Prozent wachsen.
Dann gab es am Mittwochabend noch eine Personalmeldung.
Inon Kreitz, der Chef von Mattel, dem Konzern hinter Barbie, soll Co-CEO bei Paramount Warner werden.
Also dem Konzern, der entsteht, wenn Paramount Warner Bros.
Discovery übernimmt.
Kreitz soll sich jetzt ums Tagesgeschäft kümmern und darum, die beiden Firmen zusammenzuführen.
Mattel hatte er über acht Jahre geführt und aus einem reinen Spielzeughersteller mit Filmen wie Barbie, eine Art Unterhaltungsfirma, gemacht.
Außerdem hat er Erfahrung mit Umbauten.
Bei Mattel hat er über 2000 Stellen gestrichen.
Die Erfahrung könnte er jetzt brauchen.
Der neue Konzern hat fast 80 Milliarden Dollar Schulden und Paramount will pro Jahr 6 Milliarden Dollar an Kosten einsparen.
Und es gab auch gute Nachrichten für die Übernahme selbst.
12 US-Bundesstaaten hatten geklagt, weil sie zu viel Marktmacht befürchtet haben.
Paramount hat sich jetzt mit denen geeinigt und ein Richter hat das abgesegnet.
Damit soll die Übernahme am 6.
Oktober abgeschlossen sein.
Die Mattel-Aktie hat gestern leicht verloren, die von Paramount fast 5%.
Die von Warner Bros.
hat sich kaum bewegt.
Und auch die Aktie der amerikanischen Schufa, FICO, hat sich wegen Regulatorik bewegt.
Noah hat ja am Mittwoch erzählt, dass die Federal Housing Finance Agency Konkurrenz zum FICO-Score zugelassen hat, weil die quasi ein Monopol haben und immer weiter die Preise erhöht haben.
Da war die Aktie um 30% gefallen.
Gestern ging es dann knapp 10% nach oben, nachdem FICO ein neues Programm vorgestellt hat, das günstiger sein soll.
Und auch der Direktor der Behörde hat gesagt, dass er das Programm unterstützt.
Zum Schluss noch ein Kurssturz, der viel schlimmer aussieht, als er eigentlich ist.
Wer den Agrarkonzern Corteva im Depot hat, hat gestern vielleicht kurz einen Schreck bekommen.
Der Börsenwert war gestern über 80% auf 9 Milliarden Dollar gefallen.
Aber keine Sorge, die Firma hat nur ihr Saatgutgeschäft abgespalten.
Das ist jetzt eine neue Firma und heißt Vailor.
Und wer eine Corteva-Aktie hat, hat jetzt zusätzlich eine Vailor-Aktie bekommen.
Und da steckt eben der Großteil des Werts drin.
Rechnet man beide Aktionen zusammen, liegen Aktionäre ein paar Prozent im Plus.
Die Leute geben gerade weniger Geld für neue Küchen und Bäder aus und trotzdem verdient Europas zweitgrößter Baumarktkonzern mehr.
Ein Grund sind Handwerker.
Die Firma heißt Kingfisher, hier kennt sie aber kaum jemand.
Christoph hat sich angeschaut, was dahinter steckt.
Stellt euch einen Elektriker in England vor.
Der sitzt morgens in seinem Transporter von einem Laden und bestellt übers Handy Kabel und Steckdosen.
Drinnen packen die Mitarbeiter die Sachen sofort zusammen und wenn er reingeht in den Laden, liegt die Bestellung quasi eine Minute später an der Theke.
Durch die Regale muss er gar nicht erst laufen.
So funktioniert Screwfix und das ist gerade die wohl spannendste Marke von Kingfisher.
In Großbritannien und Irland hat Screwfix knapp 1000 solcher Läden.
Insgesamt hat Kingfisher rund 1700 Filialen.
Neben Screwfix gehören vor allem B&Q in Großbritannien, Castorama in Frankreich und Polen und Brico Depot in Frankreich, Spanien und Portugal dazu.
Letztes Jahr hat Kingfisher damit rund 15 Milliarden Euro Umsatz gemacht.
Zuletzt läuft es aber ein bisschen zäh.
Der Umsatz bei Küchen und Bädern ist im ersten Halbjahr geschrumpft und dann kamen noch die Hitzewellen.
Da will keiner harte Arbeiten machen, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Ventilatoren, die liefen dafür richtig gut.
Trotzdem ist der bereinigte operative Gewinn um fast 10 Prozent gestiegen, auch dank einer einmaligen Steuererstattung.
Sonst wären es 6 Prozent gewesen.
Und da kommen die Handwerker ins Spiel.
Die stehen mittlerweile für fast ein Drittel vom Umsatz.
Eine kaputte Heizung muss schließlich auch repariert werden, wenn die Leute sparen.
Und weil bei Screwfix vor allem Elektriker und Klempner einkaufen, die meistens drin arbeiten, hat da auch die Hitze kaum gestört.
Auf vergleichbarer Fläche ist Screwfix um mehr als 5% gewachsen, während der britische Markt insgesamt leicht geschrumpft ist.
Fairerweise muss man sagen, dass die Handwerker vor allem Umsatz bringen.
Weil Profis bessere Preise bekommen, drücken sie sogar leicht auf die Marge.
Für den Gewinn sind andere Dinge wichtiger.
Erstens die Eigenmarken, mit denen der Konzern fast 45 Prozent vom Umsatz macht.
Die sind im Laden 15 bis 30 Prozent billiger als Markenware.
Trotzdem bringen sie mehr Marge.
Ein Vorteil ist der Einkauf, der gebündelt und zum Teil direkt bei Herstellern in Asien abläuft.
Zweitens der Online-Marktplatz.
Bei B&Q bieten fremde Händler inzwischen knapp 5 Millionen Produkte an.
Kingfisher bekommt bei jedem Verkauf eine Provision von 10 bis 15 Prozent und muss die Ware selbst gar nicht ins Lager legen.
Der Marktplatz ist zwar noch klein, trotzdem hat sich der Gewinn im ersten Halbjahr knapp verdoppelt.
Kingfisher hat sogar die Jahresprognose angehoben, ist jetzt an der Börse rund 6,5 Milliarden Euro wert und das ist ungefähr das Zwölffache vom erwarteten Gewinn.
Dazu gibt es rund 3,5 Prozent Dividendenrendite und seit 2021 hat Kingfisher fast ein Viertel der eigenen Aktien zurückgekauft.
Klingt recht positiv, gibt aber auch ein paar Risiken.
Lieferanten wollen höhere Preise durchsetzen, das könnte auf die Marge drücken.
Außerdem hat der CEO für nächstes Jahr seinen Abschied angekündigt und ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Ich lese gerade Unknown Market Wizards von Jack Schwager.
Seine Bücher sind Pflichtlektüre, wenn man sich nicht nur fürs klassische Investieren, sondern auch fürs Trading interessiert.
Er interviewt da nämlich Trader und Investoren, die über Jahre den Markt geschlagen haben und prüft die Zahlen auch recht streng.
Und den Ansatz von einem Trader fand ich besonders spannend, weil da auch wir was von lernen können.
Chris Camillo hat zwischen 2006 und 2020 sein Portfolio von 80.000 Dollar auf 21 Millionen Dollar hochgetradet.
Das entspricht im Schnitt knapp 50% Rendite pro Jahr und das, obwohl er in der Zeit auch Geld von dem Account abgehoben hat.
Sonst wäre es noch mehr gewesen.
Chris hat als Kind schon gerne gehandelt.
Zum Beispiel hat er auf Flohmärkten speziell nach typischen Männerartikeln wie alten Uhren oder Modelleisenbahnen gesucht.
Die Stände wurden nämlich oft von Ehefrauen betrieben, die davon keine Ahnung hatten.
Und damals gab es auch noch kein Ebay und damit keinen Vergleichspreis.
Dadurch konnte Chris günstig einkaufen und hat dann teurer weiterverkauft.
Genau das macht er heute an der Börse.
Er sucht Unternehmen, die Profi-Investoren schlecht einschätzen können, weil sie selbst keine Kunden sind.
Zum Beispiel war er vor mehreren Jahren in P.F.
Changs investiert.
Das ist eine chinesische Restaurantkette und die hatte lange keine Standorte in New York, wo ja die meisten US-Investoren sitzen.
Außerdem waren das wohl eh nicht die typischen Orte, in denen Finanzleute essen gehen und dadurch haben die nicht verstanden, wie besonders die Kette für den typischen Amerikaner war.
Die standen vor den Läden nämlich Schlange und weil Chris das mitgekriegt hat, konnte er die Aktie vor vielen Profis finden.
Das alles erinnert an einen der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, Peter Lynch.
Der hatte auch in seinem Buch Der Börse einen Schritt voraus davon geschrieben, dass Hobbyinvestoren es mit Profis aufnehmen können, wenn sie sich auf die Unternehmen konzentrieren, bei denen sie selbst Kunde sind und bei denen sie deshalb sofort einschätzen können, ob es ein Top oder ein Flop ist, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt.
Chris sagt auch selbst, dass das Buch von Peter Lynch das einzige ist, das einen richtigen Einfluss auf ihn gehabt hat.
Er bringt die Idee aber ins Social-Media-Zeitalter und hat ein System, mit dem er automatisch mitkriegt, wenn bestimmte Wörter oder Wortkombinationen in Kommentaren besonders häufig auftauchen.
Wenn es bei irgendwelchen Wörtern einen besonders krassen Ausschlag gibt, dann liest er sich tief ein, spricht mit Ladenbesitzern, Kunden und Analysten und versucht herauszufinden, ob es auch einen Investment-Case gibt und ob die Börse schon davon weiß.
Zum Beispiel hatte er dadurch vor ein paar Jahren immer mehr Kommentare zum Bastelkleber Elmas Glue gelesen.
Er ist tiefer rein und hat herausgefunden, dass man mit dem wohl super selbst Slime machen kann, also so eine Art Knete, und das bei Kindern wohl voll im Trend ist.
Der Hersteller von Elmas Glue ist Newell Brands und die sind an der Börse.
Elmas macht zwar keinen großen Teil vom Umsatz aus, aber weil der Konzern sonst nicht großartig wächst, hat der Schleimtrend dann dazu geführt, dass die Aktie über 10% gestiegen ist, als die Quartalszahlen rausgekommen sind und auch andere Investoren von der Kassennachfrage mitgekriegt haben.
Bevor Chris investiert, prüft er noch, ob es andere News gibt, die dazwischen funken könnten.
Wenn zum Beispiel ein Rechtsstreit läuft und dann ein schlechtes Urteil rauskommt, hilft auch der Slime-Trend nicht.
Aber er schaut nicht wirklich drauf, wo die Bewertung steht oder wie die Geschäftszahlen ausschauen.
Er geht davon aus, dass der Markt ohnehin schon alle offiziellen Infos richtig eingepreist hat und geht davon aus, dass sich die Aktie nur wegen seiner neuen Infos bewegen sollte.
Insgesamt also ein spannender Ansatz.
Eine Sache sollte man noch dazu wissen, die krassen Renditen konnte er nur erreichen, weil er ein sehr konzentriertes Portfolio hat und dann auch noch viel mit Hebel arbeitet.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Da machen Noah und Christian Röhl einen Deep Dive zum Altersversorger-Depot und beantworten eure kritischen Fragen.
Bis dahin, alles Gute, adios.
