# Corporate Restructuring, AI Chip Boom, and Fintech Expansion

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-10-01

## Transcript

BMW, CTS-Evente, Mercedes, alle entlasten gerade Manager.
Wir schauen uns an, was das gestern an der Börse ausgelöst hat.
Außerdem geht es um Robinhood, bei denen man jetzt 24-7 Aktien handeln kann.
Und es geht um Total Energies, die zum Energieversorger werden wollen.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Donnerstag, der 1.
Oktober und das ist ohne Aktien wird schwer.
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Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Endlich hab ich mal was Gutes zur Inflation zu sagen, die war bei den Amis im August mit ca.
3%, nämlich niedriger als gedacht und gleichzeitig sind die inflationsbereinigten Konsumausgaben der Amis um 0,6% gestiegen und damit so stark wie seit März 2025 nicht mehr.
In Deutschland war die Stimmung außerdem bei BMW relativ gut und die Aktie hat immerhin um die 2% zugelegt.
Das könnte daran liegen, dass der CEO neue Entlassungspläne angekündigt hat und zwar will er insgesamt um die 100 Manager entlassen, viele davon auf den obersten Etagen.
Spannend ist bei BMW außerdem, dass sie anders als VW eben beim Management kürzen, bei der Produktion in Deutschland aber nicht so massiv, sie investieren sogar 2 Milliarden Euro in den Produktionsausbau hier und das ist auch was, was paar Investoren skeptisch sehen, ob das langfristig aufgehen kann, weil Autoproduktion einfach in China und Asien so viel günstiger ist.
Aber BMW will's versuchen und sie wollen damit langfristig auch wieder ihre alten Ziele von der operativen Marge von 8 bis 10% erreichen, allerdings wird das bis in die 2030er Jahre dauern, selbst 2028 soll die Marge nur bei 3-5% liegen.
Das zeigt mal wieder, dass die Krise der Autobranche sich schon noch einige Jahre ziehen wird und es zeigt auch, wie niedrig die Erwartungen mittlerweile sind, dass die Aktie auf solche Ziele noch positiv reagiert.
Neben BMW kam gestern auch noch raus, dass Mercedes gerade wieder ein freiwilliges Abfindungsprogramm laufen hat, das an alle Mitarbeiter außerhalb der Produktion rausgeht, wenn nicht gehen will, muss nicht gehen, Und Mercedes kann auch manchen das Angebot entziehen, wenn sie Schlüsselpersonen nicht verlieren wollen.
Die, die sich entscheiden zu gehen und gehen dürfen, kriegen aber teilweise richtig krasse Abfindungen.
Laut Handelsblatt kann ein 55-jähriger Teamleiter mit einem Bruttomonatsgehalt von 9.000 Euro und 30 Berufsjahren eine Abfindung von über 500.000 Euro kriegen.
Übrigens hat Mercedes passend zum Abfindungsprogramm diese Woche auch eine neue Homeoffice-Regel eingeführt, wo man wieder vier Tage pro Woche ins Büro muss.
Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass man paar Leute rausdrängen will.
Die Aktie hat die News übrigens nicht bewegt, weil eh mit solchen Maßnahmen gerechnet wird.
Deutlich mehr bewegt hat sich die Aktie von CTS Eventim gestern, die ist so 10% abgeschmiert, weil die sehr überraschend ihren Finanzchef entlassen haben.
Nachdem William Wilms gerade mal 9 Monate im Amt war, ist es auch echt überraschend und es ist vor allem bitter, weil seine Vorgänger es auch nur weniger als 2 Jahre ausgehalten haben.
Woran es bei Wilms genau lag, wurde nicht gesagt.
Aber unter seiner Führung und Investorenkommunikation, die ja auch die CFOs machen, hat die Aktie auf jeden Fall ziemlich schlecht performt.
Sie ist dieses Jahr um die 30% down.
Noch stärker down sind Eierpreise in den USA.
Treue Hörer werden sich ja erinnern, dass die letztes Jahr komplett durch die Decke sind, woran große Produzenten wie Karl Main einfach sehr gut verdient haben.
Gestern gab es dann aber neue Zahlen von Karl Main, die zeigen, was passiert, wenn aus einer Branche mit viel Nachfrage und wenig Angebot das genaue Gegenteil wird.
Und zwar ist der durchschnittliche Verkaufspreis für ein Dutzend normale Eier mehr als 59% eingebrochen.
Auch der Umsatz von Karl Main ist über 40% gesunken und die Aktie hat in den letzten 12 Monaten 30% verloren.
Aber wenn wir jetzt schon bei Eiern sind, müssen wir auch noch über Hühnerfleisch sprechen.
Da ist es nämlich so, dass der Boom weitergeht, vor allem weil Kunden immer mehr Protein kaufen wollen.
Und deswegen hat Hormel Foods gestern für eine Milliarde Dollar den Konkurrenten Breakbush Brothers gekauft.
Die fokussieren sich auf Hühnerfleisch.
Und Hormel Foods kennt man eben vor allem für die Spam-Fleischkonserven.
Und zum Abschluss habe ich noch eine gute Nachricht abseits der Börse.
Der Hedgefamiliadär Ken Griffin hat 3 Milliarden Dollar an die Uni Carnegie Mellon gespendet, damit die einen neuen Campus in Miami baut.
Das ist die größte Spende, die je an der amerikanischen Uni gemacht wurde.
Aber die Spende ist auch nicht ganz selbstlos.
Ken Griffin baut gerade ein riesiges Headquarter für seine Firma in Miami für ein paar Milliarden und erlebt auch dort, wenn also eine der Top-Unis dort einen großen Campus baut, könnte das die Stadt spannender machen und damit auch den Wert seiner Immobilien steigern.
PS, nach Börsenschluss gab es zur Abwechslung dann mal wieder Techquartals Zahlen und zwar von Micron, also dem Speicherchip-Hersteller.
Und die Zahlen waren gigantisch, wie so oft in letzter Zeit.
Mit 54 Milliarden Dollar hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr einfach verfünffacht und der Nachsteuergewinn hat sich auf 38 Milliarden Dollar mehr als verzehnfacht.
Oder anders gesagt, es gibt keine Firma in Deutschland, die im Jahr so viel Gewinn macht wie Micron in drei Monaten.
Und dazu will Micron dieses Quartal noch bis zu 63 Milliarden Dollar Umsatz machen.
Analysten haben nur 57 erwartet.
Soweit zu den guten Nachrichten.
Leider leidet Micron aber unter dem Fluch von so vielen KI-Aktien.
Die Börse ist skeptisch, wie lange der Speicherchip-Boom und der KI-Boom anhalten wird.
Ein gutes Quartal ist ein kleiner guter Indikator, sagt aber nicht so viel über die nächsten zwei oder drei Jahre aus.
Und solange es für die längere Perspektive keine neuen Daten gibt, wird es auch schwer, dass die Aktie noch stark weiter steigt.
Deswegen hat sie sich gestern trotz der starken Zahlen kaum bewegt nach Börsenschluss.
Alle reden gerade über Öl, aber einer der größten Ölkonzerne will nicht über Öl reden.
Und worüber der stattdessen reden will, erzählt euch jetzt Christoph.
Schauen wir direkt auf einen Hauptgrund, warum Aktien aus dem Ölbereich spannend sind.
Die Dividende soll bis 2030 jedes Jahr um mehr als 5 Prozent steigen.
Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 4,5 Prozent.
Dazu kauft Total Energies allein im vierten Quartal für 2,5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurück.
Bezahlt wird das aus dem Kerngeschäft mit Öl und Gas.
Die Förderung soll hier bis 2030 jedes Jahr um mehr als 3 Prozent zulegen.
Dafür gibt es auch schon entsprechende Projekte.
Der freie Cashflow soll bis 2030 um rund 10 Milliarden Dollar steigen, und zwar ohne, dass dafür die Öl- und Gaspreise steigen müssen.
2030 reicht dem Konzern dann schon ein Ölpreis von 35 Dollar, um Investitionen und Dividende aus dem laufenden Geschäft zu bezahlen.
Neben dem Kerngeschäft sieht Total Energies Wachstumschancen im Bereich Strom.
Der Konzern produziert Strom aus Solar- und Windparks, aber auch aus Gaskraftwerken und Batteriespeichern.
Er verkauft ihn dann direkt an Großkunden.
Bis 2030 soll die Stromproduktion jedes Jahr um mehr als 20 Prozent wachsen auf 100 bis 120 Terawattstunden.
Das ist gut ein Fünftel vom deutschen Stromverbrauch.
Ein prominenter Kunde ist Google.
Für dessen Rechenzentren in Texas liefert Total Energies 15 Jahre lang Solarstrom aus zwei neuen Parks mit zusammen einem Gigawatt Leistung.
Das ist der größte Ökostromliefervertrag, den Total Energies in den USA je abgeschlossen hat.
Genau dort will der Konzern auch weiter wachsen, weil Rechenzentren den Stromverbrauch nach oben treiben.
Für Anleger ist das aus zwei Gründen spannend.
Anders als BP und Shell, die ihre Ökostrompläne zurückgefahren haben, baut Total Energies den Strombereich aus und macht sich damit unabhängiger vom Ölpreis.
Damit wird der Konzern ein Stück zum Versorger und die werden an der Börse meistens höher bewertet als Ölkonzerne.
RWE und die spanische Iberdrola werden zum Beispiel mit einem KGV von rund 19 bewertet.
Total Energies kommt nur auf 8.
Noch macht der Strombereich aber erst rund 10% vom operativen Gewinn aus, wächst dieser Anteil wie geplant, könnte abseits da sein.
Die Expansion in den Strombereich ist aber teuer.
Das Geschäft verdient zwar schon Geld, steckt aber gerade mehr in neue Anlagen, als es einnimmt.
Erst ab 2027 soll unterm Strich was übrig bleiben und selbst 2030 sollen aus jedem investierten Euro im Stromgeschäft nur rund 12 Cent Gewinn im Jahr werden.
Mit Öl und Gas ist es mehr.
Ob die Börse das Stromgeschäft wirklich wie einen Versorger bewertet, ist außerdem fraglich, denn ein Teil vom Gewinn soll aus dem Stromhandel kommen und der schwankt stärker als das klassische Geschäft von einem Versorger.
An der Börse ist die Aktie dieses Jahr übrigens um die 35 Prozent im Plus und Total Energies ist jetzt rund 170 Milliarden Euro wert.
Das liegt auch daran, dass der Ölpreis wegen des Nahostkonflikts so stark gestiegen ist.
Sinkt er wieder, fehlen dem Konzern pro 10 Dollar weniger rund 3 Milliarden Dollar im Jahr.
Kurzfristig gibt es außerdem ein politisches Risiko.
Weil die Gewinne gar zu hoch sind, fordern Politiker in Frankreich eine Übergewinnsteuer.
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Bevor wir auf das große Thema von diesem Crypto Thursday schauen, ein kurzes Hack-Update.
Letzte Woche gab es nämlich den größten Crypto-Hack des Jahres und zwar haben wahrscheinlich nordkoreanische Hacker 390 Millionen Dollar von der Kryptobörse BitGit gestohlen.
Und gleichzeitig ist in den USA der Gerichtsprozess von Jonathan Spalletta gestartet.
Der soll bei einer Kryptobörse 2021 um die 50 Millionen Dollar gestohlen haben und es ist vor allem absurd, weil er wohl ziemlich viel von dem Geld später in Sammelkarten investiert hat.
Zum Beispiel haben Ermittler bei ihm zu Hause Magic the Gathering und Pokémon Karten im Wert von über 3 Millionen Dollar gefunden, aber jetzt zu den nicht kriminellen Themen der Kryptowelt.
Dieses Jahr gab es ja sehr stark den Trend, dass Kryptoplattformen Firmen in der traditionellen Welt angreifen.
Auf der dezentralen Kryptobörse Hyperliquid wetten zum Beispiel sehr viele Investoren auf Ölpreise und Aktien, vor allem wenn am Wochenende die normalen Börsen geschlossen haben oder wenn Aktien noch nicht an der Börse sind, so wie OpenAI oder Anthropic.
Dazu gibt es bei Prediction Markets auch immer mehr Wetten auf Aktienkurse und gleichzeitig greifen die Prediction Markets mit ihren Sport-Events ja die klassischen Sportwettenanbieter an.
Es gibt aber eine Firma aus der eher traditionellen Finanzwelt, die diese ganzen Trends mitgeht und damit vielleicht sogar zur Gefahr für die neuen Crypto-Player wird, und zwar Robinhood.
Die haben gestern erstens angekündigt, dass sie jetzt auch Perpetual Futures bei sich zulassen werden, also Futures, die nicht wie normalerweise ein Ablaufdatum haben, Deswegen sind die bei Tradern auch sehr beliebt, weil sie einfach sehr einfach zu bedienen sind.
Und bei Robinhood kann man sie sogar mit bis zu 10-fachem Hebel traden.
Und es ist eben so, dass diese Perpetual Futures vor allem aus der Kryptowelt kommen.
Normalerweise gibt es die also auch nur bei Kryptobörsen.
Und das greift Robinhood damit an.
Ihr zweiter Angriff geht eher über die Zeitebene.
Und zwar planen sie, dass manche US-Aktien bei Robinhood auch am Wochenende rund um die Uhr handelbar sind.
Auch das ist ja eins der Kernargumente der Kryptowelt, dass man dort eben 24-7 handeln kann.
Und das soll demnächst auch bei Robinhood gehen.
Es gibt an diesem 24-7-Handeln zwar auch immer wieder Kritik, weil außerhalb der klassischen Handelszeiten weniger Liquidität im Markt ist und Kunden dann schlechtere Preise kriegen, aber trotzdem wird es von Kunden eingefordert.
Und es ist auch so, dass Robinhood ja schon länger rund um die Uhr Trading unter der Woche zulässt.
Und sie meinten mal, dass sie an unruhigen Tagen rund ein Viertel vom kompletten Handelsvolumen außerhalb der klassischen Handelszeiten haben.
Insgesamt sind das jetzt beide keine Themen, die die Aktie auf eine komplett neue Ebene heben werden, aber ich habe ja auch schon ein, zwei Mal gesagt, dass ich früher sehr skeptisch bei Robinhood war, weil schon sehr viele die Plattform nur zum Zocken nutzen, aber ich muss auch sagen, dass sie es gerade in den letzten Jahren auch einfach sehr gut geschafft haben, vor allem in den USA sehr schnell viele neue Produkte rauszubringen, die dann auch wirklich Umsatz machen.
Trotzdem gibt es eine Kennzahl, die mich vor allem bei der aktuellen Bewertung und mit Blick auf die Aktie ein bisschen skeptisch macht und das ist die Anzahl der Konten, auf denen Geld liegt.
Das sind aktuell um die 28 Millionen, was ja wirklich viel ist, aber 2021, also vor 5 Jahren, waren es auch schon 22 Millionen.
Der Wert wächst also nicht mehr so stark und es ist im Finanzbereich natürlich so, dass auch einige wenige Kunden sehr viel Geld bringen können, aber bei einer Firma wie Robinhood, die bei 5 Milliarden Umsatz und 2 Milliarden Gewinn mit 100 Milliarden Dollar bewertet wird, also wirklich ziemlich teuer, müssen sie langfristig schon mehr Nutzerwachstum hinkriegen.
Denn am Ende bleibt das Geschäftsmodell ziemlich risky und hängt sehr an der Börsenstimmung und daran, wie viel gehandelt wird und mit so einem riskanten Investment will man dann ja auch im besten Fall eher 20% statt nur 10% Rendite machen.
Das bedeutet dann aber auch, dass Robinhood mit der Rendite in drei Jahren schon eher 170 Milliarden Dollar wert sein müsste und dafür brauchen sie eben mehr Kundenwachstum.
Fairerweise hatten sie im letzten Quartal auch eine Million Neukunden und damit so viele wie seit fünf Jahren nicht.
Also es geht voran, aber die Kennzahl würde ich trotzdem erstmal noch im Blick behalten.
Zum Abschluss zwei Aktientipps.
Erstens, Detrading geht auch in der Nacht.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
