# Geopolitical Shifts and Portfolio Strategy

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-09-29

## Transcript

Heute bei Asset Class, warum politische Börsen vielleicht kurze Beine haben, aber lange Schatten werfen.
Wir haben gesehen, dass Verdummung...
Was der neue Nationalismus, das Ringen zwischen den USA und China und die globale Staatsverschuldung für dein Depot bedeuten und ob der Welt-ETF in diesem Umfeld noch die richtige Antwort sein kann.
Du entscheidest, in was du investierst.
Aber dann so 2024, 2025 hast du dich quasi auf eigene Faust nochmal neu erfunden.
Das stimmt.
Erstmal vielen Dank für die Einladung, Christian.
Schön, hier mit dir zu sprechen.
Ich hatte das eigentlich immer schon so ein bisschen als Ziel auch.
Nochmal nach vielen, vielen Jahren auch als Angestellter, Kapitalmarkt, Volkswirt und Stratege, mich selbstständig zu machen.
Im Prinzip mit meinem eigenen Label nur das zu machen, was mich gerade interessiert hat und so.
Und das habe ich dann eben auch 2024 gemacht, habe Macromonkey gegründet.
Und das läuft auch weiter und macht sehr viel Spaß.
Du bist jetzt bei MacroMonkey ja als Berater tätig, unter anderem für Asset Manager, für Family Offices, aber auch für einen sehr bekannten US-Investor.
Richtig und bei dem bin ich sogar wieder als Angestellter auf der Payroll, wie man so schön sagt, bei Franklin Templeton.
Und das ist tatsächlich auch geschuldet einer...
langjährigen Freundschaft und kollegialen Zusammenarbeit mit meinen Kollegen dort, vor allen Dingen dem Country Head Christian Machts, der auf die glorreiche Idee kam, wieder zusammen hier zu arbeiten, wie wir das damals bei BlackRock gemacht haben, diesmal um eine andere große amerikanische Marke in Deutschland an den Platz zu bringen, wo die Marke hingehört.
Und das ist Franklin Templeton und da habe ich gesagt, das klingt so spannend, da möchte ich gerne mitmachen.
Deshalb habe ich jetzt praktisch beide Hüte auf und auch das funktioniert.
sehr gut.
Ich bin jetzt seit einem knappen Jahr bei Franklin Templeton auch an Bord und insofern war das die richtige Entscheidung.
Glorreiche Idee, auch der Name.
Macro Monkey und dein Logo ist ja tatsächlich ein Affe.
Also, warum bist du der Macro-Affe?
Ja, mein Logo ist tatsächlich der Affe in der Denker-Pose, in der Rodin-Pose.
Das ist ganz bewusst so gewählt.
Für mich schließt sich da ein Kreis.
Als ich in den 90er Jahren nach Frankfurt kam, nach der Promotion und habe als Investmentbank-Volkswirt gearbeitet, da war ich so ein bisschen das Makroäffchen.
Ich war zuständig für alles, was mit Makrodaten zu tun hat.
Ich musste die Daten zusammentragen, kommentieren, mit dem Makro-Irregationsmodell der Bank arbeiten und so weiter.
Und dieses Datenäffchen, Makroäffchen zu sein, da habe ich gesagt, das ist doch nett, wenn sich der Kreis jetzt schließt, so Richtung Ende meiner Berufslaufbahn bin ich jetzt wieder der Makro-Monkey.
Und wenn mich Leute fragen, warum bezeichnest du dich selbst denn als Affe, dann sage ich, naja, das musst du dir halt auch leisten können.
Ja, und der Affe ist ja wendig, der ist beweglich, der ist im Dschungel anzutreffen.
Und das Makro-Umfeld ist ja auch ein Dschungel.
Und in vielen Filmen, in denen Affen eine Rolle spielen, sind sie...
ein bisschen eigensinnig.
Sie haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Willen.
Und wer dich verfolgt, du bist ja sehr präsent in den Medien, häufig auch in Schalten, der ARD vom Börsenparkett zu sehen, Spiegelinterview, eine ganze Reihe von Veröffentlichungen, jetzt auch schon wieder mit Macro Monkey, der merkt, du bist jetzt nicht der Mainstream-Ökonom.
der merkt, du sprichst sehr gerne Klartext, was ja so ein bisschen verloren gegangen ist, meiner Ansicht nach, in den letzten Jahren.
Insbesondere, wenn wir mal auf die andere Seite des Atlantiks schauen, nämlich die meisten US-Analysten, Ökonomen erscheinen mir persönlich relativ ruhig, gleichgültig oder opportunistisch zumindest mit Blick auf das, was in den USA passiert.
Also die Zölle von Trump nach dem Liberation Day, wie er ihn nannte, waren ja schon ein Epochenbruch.
Ja, Märkte sind runtergegangen.
Es wurde dann gefordert, man muss etwas machen.
Aber ich hätte eigentlich rein verbal.
Allein damals mit viel mehr Widerstand gerechnet.
Ist das etwas, was du auch merkst?
Ja, absolut.
Und das ist ja auch nichts Neues.
Auch ich habe das schon in früheren Rollen durchaus gemerkt, dass man als Unternehmen sich da raushalten möchte und das nicht.
Darauf geachtet wird, dass einzelne Mitarbeiter sich nicht allzu dezidiert, allzu klar äußern.
Das ist natürlich auch vernünftig.
Man will natürlich das eigene Geschäftsmodell nicht beschädigen.
Man hat gesehen, wie auch die Trump-Administration gegen Unternehmen vorgegangen ist, die sich eben nicht konform verhalten haben, in Anführungszeichen, oder gegen Universitäten, wo doch die Freiheit der Forschung erheblich infrage gestellt worden ist und dergleichen mehr.
Dazu kommt, dass es in der Finanzbranche...
immer mehr auch einen Trend gegeben hat, sehr, sehr stark die Dinge durch Compliance-Regeln glatt zu schleifen.
Und das ist eine Kombination aus diesen beiden Dingen, dass man einerseits so ein bisschen Angst hat, wie das Kaninchen vor der Schlange auf die US-Administration guckt, auf der anderen Seite Compliance-Abteilungen eine immer größere Rolle gespielt haben, eine immer größere Macht haben in Finanzunternehmen, in Banken, bei Fondsgesellschaften etc.
Und das ist natürlich dann der Punkt, was am Ende rauskommt, ist eine doch sehr reduzierte Meinung.
Das kann man am bestenfalls noch zwischen den Zeilen lesen, was da gesagt wird, aber die klare Sprache geht verloren.
Also Klartext, wenn wir heute sicherlich genug sprechen, wenn ich einfach mal so auf unsere Agenda schaue, was wir so im Vorfeld besprochen haben, worüber wir uns unterhalten wollen.
Trump ist sicherlich ein Motiv, warum...
die Wall Street schweigt, warum auch Unternehmer zu vielem schweigen, Manager, Angestellte, CEOs, weil man sich Business Opportunities nicht kaputt machen möchte.
Man möchte vielleicht auch mitverdienen.
Wir erinnern uns an dieses Dinner der Tech-CEOs im Weißen Haus.
Das ist vielleicht das eine, aber vielleicht sind wir ja auch, was diese politischen Themen angeht, so ein bisschen eingeschläfert worden in den letzten Jahren.
Und Jahrzehnten zumindest vor Trump.
Weil es gibt ja auch diesen schönen Spruch, der Wall Street ist am Ende egal, wer unter ihr Präsident ist.
Nach dem Motto, Politik ist nicht so wichtig.
Wir haben diese alte Börsenregel.
Politische Börsen haben kurze Beine.
Und wir haben ja dann auch solche Experten wie Peter Lynch, den legendären Manager des Magellan Funds, der einmal gesagt hat, if you spend 13 minutes a year on economics and macro, you will...
wasted 10 minutes.
Also naja, dieses Thema Makro-Äffchen, ja ja, lass ihn mal reden, am Ende entscheidet eh die Börse.
Ist das schon was, wo wir vielleicht auch eine Zeitenwende erleben, dass das Politische, was wir so lange Zeit irgendwie als rauschend verdrängt haben, jetzt seit einigen Jahren immer wichtiger wird?
Also die Relevanz von Makro für die Märkte, die hat es immer gegeben.
Im großen Schema der Dinge und das ist, wenn man jetzt über langfristige Zeiträume denkt, zehn Jahre und mehr.
dann kann man sicherlich diese Aussage unterstützen, dass es der Börse egal ist, der Wall Street egal ist, wer unter ihr Präsident ist.
Weil im Grunde ging es natürlich auch den amerikanischen Präsidenten immer darum, den Rahmen zu setzen, innerhalb dessen sich die Unternehmen gut entwickeln konnten, innerhalb dessen sich die Gewinne gut entfalten konnten.
Und damit war dann im Prinzip eine Situation gegeben, wo es Sinn gemacht hat, in diese Unternehmen zu investieren.
Das heißt, die Börsen sind gut gelaufen.
Die entscheidende Frage, und da komme ich an, jetzt zur Zeitenwende zurück, ist unter Donald Trump die, ob die Welt noch diejenige ist, wie wir sie kennen.
Weil was Trump eigentlich vorhat, ist eine andere Gesellschaft zu erschaffen.
Was Trump vorhat, ist im Prinzip, und das ist wirklich im brutalsten Sinne disruptiv, was er vorhat, die Welt, wie wir sie kennen, zu verändern.
Und das zum Beispiel, dieses America first, was Trump vorhat, ist ja eigentlich ein America alone.
Und dass Amerika sich im Prinzip auf sich selbst zurückzieht, ein merkantilistisches System pflegt, im Grunde seine eigene Machtbasis ausweitet, egal wie es um Allianzen bestellt ist, die multipolare Welt oder auch die multipolare Handelsabkommen usw.
gehören der Vergangenheit an, wenn überhaupt.
Amerika macht nur noch, was seinen eigenen Interessen nutzt.
Und das ist etwas.
völlig anderes.
Es ist diametral entgegengesetzt zu dem, was wir in den letzten 80 Jahren nach Weltkrieg II gesehen haben, dass nämlich Amerika sich verstanden hat als die globale Ordnungsmacht.
Durchaus ja auch im eigenen Interesse.
Das darf man nicht vergessen.
Amerika hat sehr davon profitiert und Trump, zumindest von der Rhetorik her, aber auch von Maßnahmen wie der One Big Beautiful Bill mit ihren ganzen Steuersenkungen, will ja auch das Paradies erschaffen für Unternehmen, dass sie gedeihen können.
Also auf der Seite haben wir jetzt nicht so die Zeitenwende.
Wo siehst du jetzt konkret diese Zeitenwende?
Abgesehen davon, dass Außenpolitik eben immer...
Interessen geleitet war.
Ist richtig, aber Amerika zieht sich zurück im Prinzip aus dem Feld als globale Ordnungsmacht.
Und zwar sowohl, was die strategische Geschichte angeht, also die strategische Sicherheit, die Amerika geleistet hat, im Prinzip die Sicherheit in der Welt zu garantieren, zum Beispiel auch für Europa.
Das ist ja auch etwas, was wir durchaus kritisieren können, dass wir uns in Europa zu lange darauf verlassen haben, dass die Amerikaner für unsere Sicherheit garantieren.
Das ist natürlich auch so ein bisschen unter dem Schutzschild der NATO gelaufen.
Aber Amerika war im Prinzip die Institution, das große Land, das das alles garantiert hat.
Und das Zweite ist, dass Amerika auch ökonomisch die Ordnungsmacht der Welt gewesen ist, indem sie nämlich dafür gesorgt hat, dass die Welt die Leitwährung zur Verfügung hat, den US-Dollar.
Dass die Welt ein Safe Asset hatte, nämlich US-Dollar.
Und genau an diesen beiden Fundamenten wird jetzt gesägt.
Die Amerikaner sagen, wir wollen strategisch nicht mehr, wir wollen unser Militär nicht mehr bereitstellen, um Europa zu beschützen oder zu verhindern, dass die Russen die Ukraine und dann wer weiß was alles noch in Europa überrennen.
Und das ist Punkt eins.
Und Punkt zwei ist, Amerika will auch nicht mehr die globale Leitwährung zur Verfügung stellen und das Safe Asset sein.
Und das ist eine Kombination.
Da wird tatsächlich erstmal an den Fundamenten der der globalen Ordnung gesägt.
Und zweitens sägt Amerika damit übrigens auch an dem Ast, auf dem es selber sitzt.
Also das ist eine irrationale Politik in gewisser Weise.
Sie ist eine Politik, die sehr stark verfängt bei den Wählern im Mittleren Westen.
Das sind Leute, die Donald Trump in erster Linie wählen.
Das ist ein Systembruch.
Und es ist eine massive Veränderung auch für die Kapitalmärkte.
Warum?
Weil im Grunde alles das, was wir uns über Jahrzehnte angeguckt haben, wir hatten zum Beispiel immer, wir wussten, und das ist auch der Punkt, warum man sagen kann, der Börse ist es egal, wer gerade regiert.
Das war eigentlich immer so, dass in der langen Frist sich die Dinge normalisiert haben.
Wir nennen das Mean Reversion.
Wir gehen zurück zur Normalität.
Was ist denn jetzt die Normalität, zu der wir zurückgehen?
Wenn wir jetzt eine massive Finanzkrise sehen, wenn wir jetzt uns irgendwann mal alles um die Ohren fliegt, was ich nicht unbedingt jetzt sehe, aber das könnte passieren, wir haben schon so viele Finanzkrisen gesehen, gilt dann diese Mean Reversion Annahme genauso wie in der Vergangenheit?
Wir haben eine andere Welt.
Du hast jetzt die Wähler im Mittleren Westen erwähnt und auf die möchte ich nochmal zurückkommen, auch mit Blick auf Steve Mirren, der ja so einer der Vordenker.
von Trump ist und er argumentiert ja, dass die Rolle des Dollars als Weltleitwährung und auch der US-Militärschirm, also letztendlich diese ganze Pax Amerikaner zu einer Überbewertung des Dollars und zur Zerstörung der US-Industrie geführt haben.
Hat er da nicht irgendwo schon einen Punkt, den Politiker und Ökonomen vielleicht zu lange auch ignoriert haben, nämlich, dass zumindest in den letzten zehn Jahren, breite Bevölkerungsschichten nicht nur in den USA eben keinen realen Wohlstandszuwachs erlebt haben, dass dieser American Dream nicht mehr fassbar ist und dass sie sich deswegen auch abgehängt fühlen.
Ja, das ist absolut so.
Und ich habe selber, der Stephen Mirren hat ja, bevor er in die US-Administration eintrat als Chefberater von Donald Trump, war er Chefstratege bei einem Asset Manager und Hedgefonds bei Hudson Bay Capital.
Und zu dieser Zeit, das war...
kurz um die Zeit von Donald Trumps Wahlsieg in 2024, da hat er ein Paper geschrieben.
Das wurde dann später bekannt unter dem Namen Ma-A-Lago-Paper.
Da hat er genau das argumentiert.
Ich habe das Paper gelesen und habe im Prinzip die ganze Zeit genickt, wie du sagst.
Es ist absolut sinnvoll zu sagen, ja, strukturell überbewertete Währung, weil wir stellen der Welt die Leitwährung zur Verfügung.
Die will jede Zentralbank haben, weil daran speichert sie ihre Währungsreserven.
Das sorgt für eine strukturelle Übernachfrage nach dieser Währung.
Und bei gleichem Angebot heißt das, der Preis steigt, mit anderen Worten der US-Dollar-Wechselkurs.
Das wiederum bedeutet, dass US-Produkte, die in der Industrie hergestellt werden, für die ganze Welt teurer werden.
Die müssen halt für die Dollars dann mehr bezahlen.
Die Argumentation ist richtig, der folge ich auch so weit.
Zu sagen, dass man mit einer Dollar-Abwertung dann entsprechend dafür sorgen kann, dass die eigenen Produkte in der Welt wieder günstiger werden und dass man dadurch auch eventuell der Industrie...
das Leben leichter machen kann.
Soweit kann ich folgen.
Ich habe aufgehört zu nicken beim Lesen dieses Papers, als es dann dahin ging, dass er dann gesagt hat, also die komplette Verelendung des Mittleren Westens, die Entstehung des Rust-Bells und die Verelendung dort bis hin zur Opioid-Krise sei dann eine Folge dieses völlig überbewerteten US-Dollar.
Da habe ich dann gesagt, so jetzt wird es mir zu wild.
Und man kann ja auch sagen, dass das kein neues Phänomen ist.
Stephen Mirren hat da die Welt nicht neu erfunden.
Das Phänomen, dass der US-Dollar strukturell überbewertet ist, das ist schon in den 80er Jahren aufgetreten, wahrscheinlich sogar schon früher.
In den 80er Jahren wurde es ganz virulenter, ist der US-Dollar auch viel zu stark geworden.
Und die Länder, die damals auf dem amerikanischen Fokus waren, das waren nicht wie heute China in erster Linie, sondern das waren Japan und Deutschland.
Und damals hat die US-Regierung...
Man ging damals noch deutlich zivilisierter miteinander um.
Man hat damals dann die Zentralbankchefs und Finanzminister von Deutschland und Japan freundlich nach New York eingeladen in das schöne Plaza Hotel.
Da gab es ein Abendessen und man hat sich darauf geeinigt, dass die Deutschen und die Japaner ihre Währung auch mal aufwerten und damit den US-Dollar abwerten lassen.
Das wurde bekannt unter dem Namen Plaza-Akkord aus dem Jahr 1985.
Diese Idee, dass der US-Dollar strukturell zu stark ist, die gibt es also nicht erst seit gestern, die hat nicht Stephen Mirren erfunden.
Jetzt nur, statt den Partner, den man da gerne überreden möchte, seine eigene Währung mal aufwerten zu lassen, den zum Essen einzuladen ins schöne Plaza Hotel nach New York und das Ganze auf zivilisierte Weise zu lösen, das hat Stephen Mirren...
irgendwie anders im Kopf.
Er möchte nämlich lieber dem Handelspartner, allen voran China, aber auch der EU, die Knarre an den Kopf halten.
Und sagen, er möchte das mit nackter Drohung, mit nackter Gewalt machen.
Indem er zum Beispiel insinuiert und sagt, wir haben Leistungsbilanzdefizite gegenüber diesen Ländern.
Und die haben natürlich im Gegenzug, vor allen Dingen die Chinesen, auch sehr, sehr viele US-Staatsanleihen gekauft.
Und jetzt könnten wir natürlich als Strafmaßnahme praktisch diese US-Staatsanleihen, diese Schuldscheine praktisch entwerten.
Die könnten sagen, ihr kriegt das Geld nicht zurück oder erst in 100 Jahren und Zinsen kriegt ihr dafür schon mal gar nicht mehr.
Diese Drohung praktisch mit hier mit zinslosen Ewigkeitsanleihen zu arbeiten, die steht im Raum, die steht auch in diesem Paper drin.
Als Ma-A-Lago-Akkord, ja auch inzwischen in die Öffentlichkeit eingesickert.
Für wer realistisch hältst du ein solches Szenario?
Ist das nur eine Drohgebärde oder ist das etwas, was wir auch...
als Investoren einpreisen müssen in Form von Risikoprämien, in Form von Diversifikation, wenn man einen solchen Super-GAU überhaupt vernünftig einpreisen kann.
Der Markt fängt bereits anders an zu preisen.
Wir haben jetzt die zehnjährige amerikanische Staatsanleihe bei über 5%.
Die Inflationserwartungen, zumindest die marktbasierten Inflationserwartungen, sind erstaunlich stabil geworden.
Das heißt, was wir da ansehen, ist ein Anstieg der Risikoprämie.
Investoren verlangen eine höhere Risikoprämie, um den USA ihr Geld zu leihen.
die der Dollar gerne aufmachen würde oder die Trump und Mirren und Co.
gerne für den Dollar aufmachen würden.
Der Euro etwa?
Also dieses...
Kunstgebilde, was ja unter vielfältigen strukturellen Problemen hier in Europa leidet.
Wir müssen ja auch mal bedenken, Populismus ist ja auch jetzt nicht nur ein Thema der USA, sondern das haben wir auch hier in Europa.
Alleine nur mal die Blockadesituation in Frankreich, in einem hochverschuldeten Land, was ja eigentlich auf Autopilot fährt, wo sich bei der Präsidentschaftswahl eigentlich auch nichts zum Besseren wenden kann.
Wird es China sein, wo die Währung nicht frei handelbar ist?
Oder ist es wirklich das olle Gold, was dann am Ende in die Lücke stößt?
Ausgerechnet Gold, ein Jahrtausende altes Asset, als der große Gewinner von Disruptionen im KI-Zeitalter.
Ich glaube, wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten.
Das eine, die Transaktionswährung.
Das wird immer stärker auch in Bereiche gehen, wo andere Währungen reindrängen.
Der Euro hat inzwischen einen signifikanten Anteil, immer noch einen deutlich kleineren Anteil.
Nach wie vor sind es so gut 60 Prozent der globalen Warentransaktionen, die in US-Dollar abgewickelt werden.
Da werden aber tatsächlich andere Währungen eher eine Rolle spielen.
Was die internationale Leitwährung, wenn man das mal so nennen will, angeht, an der sich vieles orientiert, da wird der Dollar auch eine große Rolle behalten.
Das wird auch vor allem kein schneller Prozess sein, dass sich das ändert.
Aber als Reservewährung, da hat tatsächlich auch, das hat sich auch im Jahr 2025, das ging schon 2024 los, aber 2025 ganz massiv weiter gezeigt, wie beispielsweise die People's Bank of China in ihren eigenen Währungsreserven US-Dollar Anleihen durch Gold ersetzt hat.
Genau das ist der Punkt.
Das ist übrigens auch einer der wesentlichen Gründe gewesen, warum der Goldpreis im Jahr 2025 um 65 Prozent gestiegen ist.
Weil plötzlich diese Nachfrage da war nach so viel Gold, das natürlich gar nicht entsprechend viele Anbieter in dem Moment hatte.
Also mehr Nachfrage als Angebot heißt immer steigende Preise.
Wenn ich bei Gold kurz einhaken darf, dann haben wir gesehen im Januar diesen Jahres so ein Überschießen.
Das war dann so das Momentum, was dann reinkam, wenn zu viel spekulatives Geld mit drauf springt.
Und seitdem ist es um Gold merkwürdig ruhig geworden.
Wir sehen auch beim Goldpreis in den letzten Monaten fallende Tiefs.
Das ist jetzt nicht irgendwie ein gutes Zeichen für ein starkes Asset, dass da jetzt gerade Nachfrage ist.
Ist das nur jetzt so eine kurze Phase deiner Meinung nach, weil immer noch nicht alles spekulative Interesse draußen ist?
Oder müssen wir nicht auch mal wieder so ein Risiko auf dem Schirm haben, wie wir das 2011 bis 2018 hatten als Gold?
per Saldo selbst nominal in Euro nichts gebracht hat unterm Strich.
Also da sind natürlich mehrere Dinge zu nennen.
Auf der einen Seite mehrere Entwicklungen von verschiedensten Assetklassen, die wir am Anfang des Jahres erwarteten, auf dem Schirm hatten, hat sich massiv geändert durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran und die Mittelostkrise, die wir seitdem an der Backe haben.
Das ist ganz massiv auch beim Gold der Fall gewesen.
Ja, Gold war überkauft am Anfang des Jahres.
Wir hatten einen zu starken Einstieg gesehen.
Da war eine Korrektur sowieso fällig.
Aber dann kam die natürlich auch.
Jetzt hätte man normalerweise sagen können, wenn so ein geopolitischer Konflikt aufbricht, dann müssten die Leute ja eigentlich umso mehr Nachfrage nach Gold entwickeln.
In diesem Fall war das aber so, weil der Goldpreis so stark gelaufen ist.
Weil das jetzt fühlte sich das nicht an wie ein sicheres Asset.
Da haben die Leute gesagt, ich kaufe das jetzt nicht, um mich in Sicherheit zu bringen, meine Sparnisse auf die Seite zu bringen, sondern weil ich befürchte, dass es da eine Korrektur gibt.
Dazu kam noch etwas, dass ein steigender Dollar für den Goldpreis einfach schlecht ist.
Und das haben wir natürlich auch gesehen, dass mit dem Ausbruch des Krieges im Mittleren Osten einfach die Nachfrage nach Dollarliquidität dramatisch zugenommen hat.
Warum?
Weil mit der Sperrung der Straße von Hormuz an vielen Rohstoffen da war, allen voran Öl, LNG, aber auch Düngemittel und andere.
Und diese Rohstoffe fast alle in US-Dollar gehandelt werden.
Das heißt, das ist eben der hohe Anteil an der Transaktionswährung US-Dollar.
Das heißt, da haben viele eben gesagt, ich habe jetzt eine Präferenz für Dollarliquidität und damit ist der eigentliche Verfall des Dollarkurses, die wir durch ganz 25, ich habe es gesagt, gesehen haben und der auch in den ersten beiden Monaten sich fortgesetzt hat.
Wir erinnern uns, wir haben am 22.
Januar, ich habe nachgeschaut, am 22.
Januar dieses Jahres den Euro-Dollar bei 1,20 gehabt.
Und dieser Dollarverfall hörte dann aber mit dem Kriegsbeginn auf.
Und das war dann eben auch, dass der Dollar sich dann wieder so stark befestigt hat, ja bis zum Sommer auf 1,1350 zum Euro.
Das hat natürlich dem Goldpreis geschadet.
Das heißt, wir sehen im Prinzip eine Disruption dieses Trends, den wir vorher hatten.
Und die Frage ist jetzt natürlich in erster Linie, wie lange dauert der Krieg im Mittleren Osten noch?
Erst dann werden wir wieder Aussagen über die langfristigen Trends bezüglich Dollarkurs, bezüglich Gold auch treffen können.
Wie groß wird der Schaden dieses Krieges?
Ja, der Schaden dieses Krieges ist ja jetzt schon...
Riesengroß, weil man im Grunde die gesamte sehr fragile Ordnung, die dort geherrscht hat im Mittleren Osten, einmal in die Luft geworfen hat und einmal sich neu hat setzen lassen.
Was Trump und seine Leute, ich meine, man muss auch immer überlegen, Pete Hexeth, der Verteidigungsminister, jetzt nennt er sich sogar Kriegsminister, ist ein ehemaliger Fox News Kommentator, der ja im Irakkrieg gedient hat und da Veteran ist, aber im Prinzip kein hochdekorierter Offizier, sondern auch relativ wenig Ahnung.
ansonsten und der dann solche Abenteuer, will ich mal sagen, zu befehligen hat.
Das ist ein Stück aus dem Tollhaus.
Wir haben natürlich gesehen, Trump war offensichtlich schwer beeindruckt von den, sagen wir mal, gut gegangenen Operationen, vor allen Dingen in Venezuela.
Das ist ja auch völkerrechtlich.
Es war ja eine Special Operation.
Es war kein Militärschlag wie gegen den Iran.
Richtig, das kann man so nicht vergleichen.
Ein Militärschlag, auch ein hochpräziser und sehr erfolgreicher war, stattdessen im Juni 2025 passiert, als man mit diesen Bunker brechenden Bomben die Atomanlagen in Fordow, Isfahan usw.
angegriffen hat.
Und das war extrem erfolgreich.
Das hat Trump auch sehr beeindruckt.
Und dann hat er sich einfach von Netanyahu, da gibt es ja auch ein Stück von der New York Times, die das genau recherchiert haben, reinquatschen lassen in diesen Krieg.
Und was wir inzwischen gesehen haben, ist, die Folgen fatal sind.
Die Welt ist eine unsichere geworden.
Die Amerikaner haben alleine...
an den sogenannten Interceptors, also das sind Raketenabwehrsysteme wie Patriot und so weiter, so viel Zeug im Mittleren Ostenkrieg in diesen wenigen Kriegswochen verschossen, um zum Beispiel die US-Basen um den Golf herum zu schützen, dass sie fünf Jahre brauchen bei aktuellen Produktionsniveaus, um das wieder hochzufahren, um wieder die Bestände aufzufüllen.
Da darf noch keine weitere Militäroperationen dazu kommen.
Da kann keine weitere Militäroperationen planen.
Die Kosten sind natürlich auch immens.
Also das Congressional Budget Office hat ja jetzt zwischen zwei bis drei Milliarden Dollar pro Monat für den momentanen Zustand des Krieges veranschlagt.
Wenn die Kämpfe sich wieder intensivieren sollten, wird das natürlich alles noch teurer.
Richtig, im Moment wird ja relativ wenig gekämpft.
In den ersten Kriegstagen hat man gesagt, so große Mode ungefähr eine Milliarde pro Tag.
Das heißt, in den ersten fünf, sechs Kriegswochen sind da ungefähr eine Milliarde über den Tisch gegangen.
Inzwischen reden wir von einem, so für die ersten Wochen etwa 38 bis 39 Milliarden Dollar, die alleine das gekostet hat.
Und dann kommen jetzt natürlich die Kosten dazu, zwei bis drei Milliarden pro Monat, die das Congressional Budget Office jetzt schätzt für den aktuellen Zustand, bei dem im Prinzip nichts passiert.
Unabhängig jetzt vom strategischen Thema, ganz zynisches Kalkül, amerikanische Rüstungswerte long.
Weil es muss ja alles irgendwie wieder aufgestockt werden, was da verschossen wurde.
Ja, nicht nur amerikanische Rüstungswerte.
Wir sind ja auch in Europa bestrebt, jetzt deutlich mehr auch selbst aufzubauen.
Und wir sehen ja auch schon, wie stark diese Werte gelaufen sind und wie stark diese Unternehmen gefragt sind.
Aber wir sehen ja, sorry, wir sehen ja auch, dass gerade auch die europäischen Rüstungswerte jetzt mal so ein bisschen so eine Atempause nehmen.
Wir gucken ja dann in Deutschland sicherlich schon als Gradmesser auf Rheinmetall, wo wir ja auch...
als Pass pro Toto zumindest mal wahrnehmen können, ja, das Wachstum ist leider, muss man sagen, auf jeden Fall da.
Die Nachfrage ist da, aber es ist halt ein physisches, kapitalintensives Geschäft.
Du kannst es nicht einfach so schnell skalieren, wie jetzt eine Software einfach nochmal in 3000 Lizenzen rauszugeben.
Und da gibt es ja dann auch Bremsspuren, das Beschaffungswesen ist komplex, Aufträge verzögern sich, bevor sich Ankündigungen materialisieren, dauert es.
Dann kommt so eine Fregattengeschichte, die dann im letzten Moment doch nicht zu Rheinmetall geht, sondern zum Wettbewerber.
Ist dieser Defense-Boom?
Börsenmäßig jetzt durch oder ist das etwas, wo man sagen kann, naja, auf Sicht von fünf bis zehn Jahre wird allein diese Ausrüstungsinvestitionen dafür sorgen, dass diese Unternehmen nochmal, zynisches Kalkül, weiter steigende Umsätze haben und dann die Kurse auch wieder mitgehen?
Ja, es ist leider so.
Und es ist ja auch, wir sind ja alle vielleicht so ein bisschen der Illusion aufgesessen, dass Francis Fukuyama recht hat mit dem Ende der Geschichte.
Und das Buch hat er 1990 geschrieben, nach dem Fall der Sowjetunion, der eiserne Vorhang gefallen, alle lagen sich in den Armen, Deutschland wurde wiedervereinigt.
Und das Ende der Geschichte ist erreicht.
Es gibt keine Feinde mehr.
Und dieser Illusion sind wir ja auch erlegen.
Wir hatten Anfang der 90er Jahre noch fast 5000, Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre so um die 5000 Leopardpanzer in Deutschland.
Wir haben heute noch 300.
Also da sieht man, wie dramatisch das runtergegangen ist.
Und das wird Jahre, vielleicht Jahrzehnte dauern, bis wir überhaupt wieder verteidigungsfähig sind.
Und wenn wir eine Welt sehen, in der wir wieder wesentlich stärker in...
ja auch gegensätzlichen Szenarien denken, in der wir nicht denken, dass sie von einer Globalisierung, in der alle irgendwie im gleichen Boot sitzen und wollen im Prinzip miteinander nette Geschäfte machen, die Länder bereisen, die Kulturen kennenlernen, sondern wir stehen uns tendenziell eher ablehnend gegenüber und wir haben sogar wieder einen extrem aggressiven Feind im Osten.
Das, was Putin gemacht hat, ist der brutalste.
Angriffskrieg seit 1939, das muss man sich mal vorstellen, seitdem Hitler Polen überfallen hat.
Und das, was wir sehen, ist, wir haben es mit einem absolut bösen Reich im Osten zu tun, das jederzeit und jetzt fast jeden Tag uns provoziert durch Drohnenüberflüge, durch terroristische Angriffe, durch Cyberangriffe und andere Dinge.
Und die Notwendigkeit, auch wenn mir das persönlich überhaupt nicht gefällt, aber die Notwendigkeit, das zu tun, die liegt doch auf der Hand.
Und diejenigen, die sagen, ja lass doch mal mit Putin reden, mit dem kann man nicht reden.
Wie soll man denn mit einem solchen Verbrecher und Mafiaboss reden?
Jetzt hast du gerade den Feind im Osten erwähnt und ich wusste am Anfang noch gar nicht, wo willst du jetzt drauf hinaus?
Russland, ja, ist das eine Thema, aber eigentlich hängt Russland.
ja noch an einem anderen Land ran, nämlich an China.
Und da sind wir ja eigentlich vielleicht wirklich beim Kern dieser ganzen Spannungen, nämlich dieses epische Ringen um die Vormachtstellung in der Welt, politisch, wirtschaftlich, technologisch zwischen den USA und China.
Ist das nicht am Ende dieses Leitmotiv?
unserer Zeit, auf das sich sehr, sehr viele Entwicklungen zurückbringen lassen, sowohl KI als auch Rohstoffnationalismus, als auch Zölle, als auch Dedollarisierung?
Ja, das ist natürlich der Punkt.
Und wenn man es ein bisschen böse malen will, ich weiß, das ist nicht ganz trennscharf, dieses Bild, aber wenn man es mal so ein bisschen böse malen will, ist natürlich, dass Putin und seine Soldateska im Grunde den dreckigen Job für Peking macht.
Im Grunde sind die Russen, ist das russische Militär, ist Putin und seine Helfershelfer, das sind im Prinzip diejenigen, die für einen anderen und wenn man so will, den Anführer im Camp der Schurkenstaaten, nämlich China, die Drecksarbeit macht.
So kann man es sagen, weil China möchte auf gar keinen Fall so wahrgenommen werden, wie Russland wahrgenommen wird.
Aber China unterstützt Russland an allen möglichen Fronten.
Es geht bis zu Komponenten.
Die Russen wären in ihrer Drohnenproduktion, ihrer Marschflugkörperproduktion niemals so potent, niemals so, auch was die Skalierung angeht, wenn sie nicht extreme Unterstützung aus China bekommen würden.
Das tun sie an allen Ecken und Enden.
Und das ist der Punkt, dass wir hier tatsächlich ein großes Ringen sehen, in dem...
Wahrscheinlich Putin es auch gar nicht sieht.
Russland ist ja längst keine Weltmacht mehr.
Putin vergleicht sich gerne mit Peter dem Großen.
Aber Putin ist nur im Prinzip der Wadelbeißer.
Das ist der kleine Terrier, der von Xi Jinping vorgeschickt wird, um hier Europa weit wund zu schießen.
Weil natürlich auch für China es viel leichter ist mit einem geschwächten Europa, das militärisch abgelenkt ist, das viele Ressourcen in die militärische...
aufrüstung stecken muss, umzugehen als mit einem starken, geeinten, potenten Europa.
Das heißt, Putin hat hier seine Aufgabe, Hasso Fass.
Und China lehnt sich im Hintergrund zurück und sagt, wir sind ein großer Bär, wir sind aber nur ein großer Panda-Bär, der frisst nur Bambus.
Wir wollen nur Handel treiben, wir sind eine friedliche Macht, wir haben keine Ambitionen, hier die Weltherrschaft an uns zu reißen.
In Wirklichkeit befinden wir uns längst in diesem, wie du es angesprochen hast, großen globalen Ringen um die Führerschaft, um die Staffelstabübergabe oder eben nicht von der dominierenden Macht des 20.
Jahrhunderts, das war eindeutig Amerika, zu der dominierenden Macht des 21.
Jahrhunderts.
Und wir müssen jetzt aufpassen, der griechische Militärphilosoph Tykidides hat mal gesagt, und der hat es damals am Beispiel von dem Krieg zwischen Sparta und Athen dargestellt, dass es eigentlich keine Ablösung einer Großmacht durch eine andere Großmacht geben kann, ohne dass es kriegerisch vollzogen wird.
Dann sind wir eigentlich wieder im Kalten Krieg, wo wir ja auch diese Stellvertreter...
Kriege hatten, wie beispielsweise damals in Afghanistan, was letztendlich eine Auseinandersetzung zwischen den USA und der Sowjetunion war, weil man eben auf beiden Seiten entsprechend supportet hat.
Aber wenn wir jetzt über Kriegsgefahr sprechen, dann sind wir gerade mit Blick auf China auch bei so einem Elefant im Raum.
Nämlich die Taiwan-Frage.
Jeder weiß, dass China klare Begehrlichkeiten Richtung Taiwan hat.
Gleichzeitig ist China das Zentrum der globalen Mikroelektronik, der Chipfertigung.
Nicht nur wegen Taiwan Semiconductor Manufacturing.
Da gibt es auch noch viele andere Unternehmen, die wirklich kritisch sind für die weltweiten Hightech-Lieferketten.
Ja, was machen wir denn, wenn China...
irgendwie in den nächsten Jahren Taiwan angreift oder auch nur, in Anführungszeichen, nur Taiwan blockiert.
Sind das auch irgendwie nur düstere Gedankenspiele oder ist das etwas, womit wir uns konkret beschäftigen und was wir vielleicht auch als Erklärung dafür nehmen, dass zum Beispiel die USA so massiv in Halbleiterfertigung investieren, wie man das beispielsweise jetzt ja auch durch die Beteiligung von Intel.
nochmal forciert hat.
Ja, genau so ist es.
Das sind strategische Fragen.
Man versucht natürlich in Amerika relativ schnell von dieser Abhängigkeit auch von Taiwan loszukommen.
Chinas Strategie in Taiwan sieht so aus, dass man auf jeden Fall das Land bis zum 100-jährigen Jubiläum der Volksrepublik China, das ist in 2049, sozusagen heim ins Reich geholt haben will, würde ich jetzt fast sagen.
Wobei man dazu sagen muss, dass Taiwan natürlich niemals Teil der Volksrepublik war.
Natürlich war Taiwan Teil des chinesischen Kaiserreiches und der Republik, aber dann eben nicht Teil der Volksrepublik.
Die ist ja explizit nur auf dem Land gegründet worden, auf dem Festland und nicht eben in Taiwan.
Das heißt, das ist auch eine schiefe Geschichtsdarstellung von chinesischer Seite.
Eine Kriegsgefahr sehe ich unmittelbar nicht, weil China bisher andere Strategien verfolgt, um Taiwan auszubluten, könnte man schon sagen.
Natürlich erfolgt ständig Druck, man setzt Politiker unter Druck, man versucht mit Beeinflussungen, mit Cyberattacken, mit Trollen, die die öffentliche Meinung beeinflussen, mit Fake News und der gleichen Kampagnen, die da eingesetzt werden, aber auch natürlich die militärische Bedrohung.
Es gibt fast täglich Luftraumverletzungen, chinesische Jets, die in den taiwanesischen Luftraum eindringen.
Es gibt jeden Tag Provokationen, wo taiwanesische Fischerboote, Trawler aufgebracht werden von chinesischen Fregatten und anderen Kriegsschiffen.
Also im Strait of Taiwan ist ständig auch schon der physische Konflikt zu spüren.
Dennoch glaube ich, dass die Kriegsgefahr relativ gering ist, weil China erstens seine internationale Wahrnehmung weiter hochhalten will.
Wie gesagt, der harmlose, große, ja, aber harmlose Panda-Bär, die wollen nur Handel treiben.
Und China würde mit einem Moment, in einem Augenblick die Maske abziehen und sich der Welt zu erkennen geben als extrem aggressives.
Land als extrem brutale Diktatur, die es ja nun mal wirklich ist.
Und das will man nicht.
Das heißt, man versucht erst andere Strategien.
Man versucht erstens Taiwan auszubluten, indem man beispielsweise sagt, wo wird denn in Zukunft in Semiconductor oder andere Hochtechnologiefelder investiert.
Zu verhindern, dass das in Taiwan passiert, ist Strategie Nummer eins.
Man versucht die dann in andere Länder zu locken, natürlich idealerweise nach China selbst, in die Volksrepublik oder auch in andere Länder.
Aber in dem Kalkül muss ja selbst eine TSMC-Fabrik in Japan eigentlich...
positiv sein für China, weil die Fabrik ist dann zumindest nicht mehr in Taiwan.
Absolut.
Und in dem Moment, wo die Welt das Interesse verliert an Taiwan, weil das eben nicht mehr der Semiconductor-Hub ist, wo das nicht mehr der wichtigste Produktionsstandort für solche Hochtechnologiekomponenten ist, verliert die Insel an Gewicht.
Und das ist ja auch das Kalkül von Trump, der im Grunde sagt, wir wollen im Prinzip...
Biden hat noch gesagt, wir werden Taiwan auch notfalls militärisch unterstützen.
Das hat kein Präsident so deutlich vor ihm gesagt.
Trump will das nicht.
Aber dazu gehört, der Satz muss etwas anders heißen.
Wir wollen Taiwan nicht mehr verteidigen müssen.
Und deswegen eben Kooperation, Unterstützung, Subventionen für Intel und andere.
Möglichst das Ziel, möglichst viele Chips der absoluten...
Top-Notch-Qualität, also die absolut technologisch führenden Komponenten in den USA selbst zu bauen.
Der zweite Punkt ist, dass man zunehmend Länder vor die Wahl stellt.
Dass man sagt, wollt ihr mit uns Geschäfte machen, mit der Volksrepublik, oder wollt ihr mit Taiwan Geschäfte machen?
Wenn ihr mit Taiwan Geschäfte machen wollt, fein, dann macht ihr mit uns aber keine mehr.
Und diese Erpressung sorgt natürlich auch für eine zunehmende Isolierung Taiwans.
Dazu muss man einfach auch noch sehen, 2049 ist noch ein paar Jahre hin.
Die Chinesen wissen, dass sie Zeit haben.
Sie denken auch in viel längeren Zeiträumen.
Sie müssen ja nicht in Wahlperioden von vier oder fünf Jahren denken.
Die denken in Dekaden, wenn nicht noch länger.
Und deshalb sagt man so, wir warten jetzt erstmal ab, wie das funktioniert.
Wir sind militärisch bereit, es wird brutal aufgerüstet.
China hat tausende von Landungsbooten gekauft, mit denen man also Seeoperationen, auch gerade so beispielsweise Eroberungen von Inseln durchführen kann.
Warum wohl?
Man rüstet die Flotte, auch gerade die Flugzeugflotte um den Strait of Taiwan massiv auf.
Man will militärisch vorbereitet sein, aber das ist aus meiner Sicht nur die Ultima Ratio.
Das ist das letzte Mittel.
Man wird versuchen, vorher Taiwan auszubluten, Taiwan zu schwächen, um es für die Welt möglichst wenig interessant zu machen.
Wenn ich jetzt deine Beschreibung mal Revue passieren lasse, erinnert mich das sehr an einen Satz von Ronny Stöferle im World Gold Report.
Der schrieb nämlich, Amerika spielt all in, China spielt mit langem Atem go und Europa...
Hat schon mal einen Ethikbeirat gegründet, der die Regeln erlassen soll.
Das passt dann irgendwie.
Und zwar ja nicht nur, wenn wir über den politischen Preis sprechen, sondern auch über das, was wirtschaftlich läuft.
Und da sind wir dann bei dem KI-Rennen, wo wir ja in Amerika wirklich eine Billionenbonanza sehen.
Ermutigt.
Durch die Regierung geben die Hyperscaler, ja dieses Jahr tatsächlich, eine Billion aus, um KI-Infrastruktur zu erschaffen.
Parallel kriegen wir immer wieder Nachrichten aus China, dass Open-Source-Modelle ja nicht da sind, wo Anthropic ist oder Open AI ist.
Ein bisschen nur schlechter für die meisten Alltagsanwendungen reicht das, so wie mit den Maschinen.
Und da droht ja dann irgendwie dasselbe wie bei den billigen Industriegütern, wie jetzt aktuell beispielsweise bei...
E-Autos, wo China auch den Markt flutet.
Wir sehen es bei Chemikalien, wo sie Überkapazitäten auch im Land haben, die sich dann auch auf dem Weltmarkt entladen.
Und das heißt, sehen wir dann also den nächsten China-Schock in der KI.
Und der All-In-Spieler Amerika wird irgendwann die Chips zählen müssen.
Du hast über China...
Schock 2.0 gesprochen.
China-Schock 1.0 hat ja damals den mittleren Westen praktisch leer geräumt.
Dass die Amerikaner so viele Fabriken verloren haben damals im mittleren Westen und das, was Mirren, haben wir vorher drüber gesprochen, in seinem Paper geschrieben hat, das lag ja nicht nur zumindest am zu starken US-Dollar.
Es lag vor allen Dingen auch am ersten China-Schock.
Und das ist ein großes Problem.
Jetzt trifft uns der zweite China-Schock und der trifft uns vor allen Dingen in sehr etablierten Industrien, bei uns hier in Deutschland, vor allen Dingen in der Automobilindustrie.
Und das, was die Chinesen da gemacht haben, das ist vielleicht ein ganz gutes Beispiel, um es auch auf die Technologie, Hochtechnologie, vielleicht künstliche Intelligenzentwicklung zu übertragen.
Sie haben nämlich Leapfrogging gemacht.
Das heißt, sie sind praktisch einfach weitergesprungen.
Sie haben gesagt, immer nur zu kopieren, wird uns niemals zur führenden Weltmacht hier in der Hochtechnologie machen.
Wir gehen einfach eine Stufe weiter.
Und wenn ja zum Beispiel bei den Autos hat man so gemacht, dass man gesagt hat, wir werden niemals so gute Verbrenner bauen wie die Deutschen.
Das schaffen wir nicht.
Wir sind da immer ein Stück hinten dran.
Und anstatt ständig hinterher zu rennen und im Prinzip nur die Krümel aufzusammeln von dem ganzen Business, versucht man sich an die Spitze zu setzen.
Die Chinesen haben also eine All-In-Wette auch an der Stelle gemacht.
Die haben gesagt, wir gehen all in die Elektromobilität.
Und vor allen Dingen, was sie besser gemacht haben, das haben viele deutsche Automobilhersteller gar nicht verstanden, nämlich in die Batterieentwicklung gegangen.
Und wenn man das jetzt überträgt und sagt, das machen die in der KI-Entwicklung, was wäre dann praktisch, The next big thing, das ganz große nächste Ding im Bereich der Hochtechnologie, das ist die sogenannte Superintelligenz.
Das ist genau das, wovor Dario Amodei von Anthropic jetzt gewarnt hat und so weiter.
Bisher ist das alles noch eine, sagen wir mal, eher sequenzielle Entwicklung.
Ja, die KI-Systeme werden immer besser, die werden auch immer autonomer, aber sie sind noch nicht rekursiv.
Also rekursiv heißt, sie können sich im Prinzip selbst lesen, analysieren und verbessern.
Inzwischen werden ja in den meisten KI-Schmieden auch, was weiß ich, 80 Prozent des Codes werden ja von KI-Systemen selbst geschrieben.
Das heißt, die Dinger sind schon dabei, sich selbst immer besser zu machen und irgendwann wird dieser Sprung erreicht sein.
Und da könnte es eben sein, dass China genau dahin will.
Was das dann bedeutet, vermag ich nicht zu sagen.
Das ist sicherlich nicht gut.
Aber dass eben China nicht anstrebt, einfach zu sagen, wir geben uns mit dem Abstand zufrieden, sei er auch noch so knapp geworden, sondern wir machen Leapfrogging.
Wir springen im Prinzip in die nächste Entwicklungsstufe.
Wir gehen all in, machen eine Wette und setzen da alle Chips auf diese Karte.
Das hat im Automobilbereich grandios und für uns in Deutschland verheerend funktioniert.
Und es könnte auch in der Hochtechnologie funktionieren, dann wahrscheinlich zu Lasten Amerikas.
Ja, was insbesondere auch dann die Hyperscaler treffen würde und alle, die in diese teure KI-Infrastruktur jetzt eben investieren gerade.
Und dann werden diese Investitionen sich nicht oder deutlich langsamer.
Amortisieren und da hängt ja inzwischen auch eine Menge dran, nicht mehr nur Eigenkapital, auch Fremdkapital wird ja inzwischen dort eingesammelt.
Damit sind wir bei einem letzten Punkt, den ich nochmal gerne mit dir besprechen wollte, bevor wir überhaupt dann nochmal auf Ableitungen für Investoren ganz konkret eingehen.
Fremdkapital, diese Schulden.
Wir sehen irgendwie ja, wie der Holger Zschäpitz es schon vor 15 Jahren mal geschrieben hat, Schulden ohne Sühne.
Lange Zeit wurden einfach immer mehr Schulden aufgenommen zu Zinsen.
die ja teilweise ganz weg waren.
Es gab ja auch genügend Ökonomen, die dann gesagt haben, der Zins kommt nie wieder, der ist jetzt einfach tot.
Und dann gab es diese wunderbaren Grafiken, seit 1400 irgendwas, dass die Zinsen eigentlich immer nur gesunken sind und dass es geradezu zwangsläufig ist, dass Zinsen jetzt negativ sein müssen.
Jetzt werden wir seit einigen Jahren belehrt, dass dem doch nicht so ist.
Gerade in den letzten Wochen wieder dramatischer.
Wir gucken natürlich auf Unternehmensverschuldung, wir gucken aber noch mehr auf Staatsverschuldung.
Wir fragen uns doch, wenn wir diese Zahlen sehen, auch in Relation zur Wirtschaftsleistung und weil du ja auch Klartext sprichst, ist es überhaupt realistisch, dass diese Haushaltsdefizite, die wir jetzt schon in wirtschaftlicher noch halbwegs stabilen Zeiten sehen, überhaupt noch zurückgefahren werden?
Dass diese Verschuldung überhaupt noch irgendwie einzubremsen ist?
Oder laufen wir nicht, um es mal ganz offen zu sagen, auf ein Szenario zu, in dem Schuldenberge nur noch auf zwei Arten abgeboten werden?
So ist es.
Kann man nicht anders sagen.
Das ist übrigens ein Szenario, das wir auch schon während der Euro-Krise diskutiert haben.
Man gesagt wurde, wie kommt man überhaupt aus dieser Nummer jemals wieder raus.
Die Staaten verschulden sich immer mehr.
Es gibt auch keine Mechanismen, die das irgendwie einschränken können.
Wer sollte den Amerikanern verbieten, ein Haushaltsdefizit von 7,4 Prozent zu haben, wie es der internationale Währungsfonds jetzt schätzt.
Wir haben in Europa uns irgendwie während der Euro-Krise alle Mühe gegeben, das irgendwie in den Griff zu bekommen mit Austeritätsprozessen.
und so weiter.
Das ist nur so ansatzweise gelungen.
Wir haben jetzt beispielsweise ein europäisches Land mit Frankreich, das eine Schuldenquote von deutlich über 100 Prozent hat.
Und da auch natürlich die Frage steht, werden die überhaupt jemals in der Lage sein, diese ganzen Schulden zurückzuzahlen?
Die zahlen inzwischen mehr Zinsen als Griechenland.
Ja, es gibt am Ende des Tages nur zwei Möglichkeiten.
der politische Wille nicht da ist, wirklich Schulden zurückzuführen.
Mit anderen Worten, Primärüberschlüsse zu erwirtschaften, um jedes Jahr praktisch die Schulden ein Stück weit abzutragen.
Wo sollen sie denn herkommen?
Eben.
Weil der Schneeball kommt ja jetzt auch erstmal richtig ins Rollen, wenn jetzt die Anleihen, die noch vor fünf Jahren zu Nullzinsen begeben wurden, die fünfjährigen Bundesobligationen zu 3, irgendwas Prozent.
wieder refinanziert werden müssen.
Ja, absolut.
Genau das ist der Punkt.
Und deshalb ist es im Grunde, wie du ja auch gesagt hast, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten.
Die wahrscheinlichere Möglichkeit ist, dass man eben diese sogenannte Financial Repression versucht, dass man eben sagt, das braucht man die Schulden weg zu inflationieren.
Und das ist natürlich auch ein politisch zweischneidiges Schwert, weil Inflation auf der anderen Seite immer...
Regierungen, die die praktisch nicht in den Griff kriegen, die die nicht wirklich kontrolliert kriegen, schadet.
Das sieht man jetzt in den Vereinigten Staaten, wo wir jetzt erstmal einen Gallonenpreis von 6 Dollar für die Gallone Diesel gesehen haben.
Auch der politische Rückschlag für die amtierende Regierung ist dann schwierig.
Das heißt, auch mit Inflation Schulden zu reduzieren, also praktisch die Schulden von heute mit billigerem Geld in der Zukunft zurückzuzahlen, das ist ja die Idee von der...
Weginflationierung von Schulden, das wird nur begrenzt funktionieren.
Und ja, das wird sich noch eine ganze Weile weiter aufbauen.
Es wird dann natürlich auch noch das Tool geben, dass die Zentralbanken immer mehr praktisch zur Unterstützung herankommen.
Wir haben in der Vergangenheit gesehen, das sogenannte Quantitative Easing, hat das ja auch im Zuge der Euro-Krise.
Das ist eine schöne Wortschöpfung, oder?
Also man hätte auch sagen können, brrrr, einfach der Drucker läuft.
Ja, also...
Das ist natürlich auch ein Punkt, es ist aber auch ein Punkt, dass das in der öffentlichen Debatte häufig ein bisschen sehr kurz behandelt wird, so wie Holger Cepitz das gemacht hat mit Schuld ohne Sühne.
Das ist ja eine Verballhornung des Dostoevsky-Klassikers Schuld und Sühne.
Und im Grunde geht es hier um eine unglückliche Parallelität der Begriffe Schuld und Schulden.
Also das hat nichts zu tun mit Schuld.
Jemand, der sich verschuldet, ist ja nicht schuldig, in dem Sinne, dass er etwas Böses getan oder etwas auf sich gelandet schulden können, wie wir als Ökonomen wissen, natürlich sehr, sehr segensreich sein.
Wenn man mit dem Geld, das man aufnimmt, das man sich leiht, eine Investition tätigt, die höhere Erträge...
als der Zinsdienst, den ich für die Schulden zu leisten habe.
Insofern ist Schulden nicht immer schlecht.
Es ist tatsächlich im Deutschen eine wenig segensreiche Parallelität der Begriffe, dass Schuld und Schulden so dicht beisammen liegen.
Aber damit hat man natürlich auch den öffentlichen Diskurs hier sehr stark geprägt.
Und jetzt ist tatsächlich die Entwicklung so, dass man sagen muss, es gibt im Moment politisch...
Viele Versäumnisse, gerade hierzulande.
Wir wissen, dass die Straßen sind nicht in Ordnung, die Bahn fährt nicht, die Schulen sind nicht sauber und was weiß ich was alles.
Wir sind in der Digitalisierung, vorletzter Platz in Europa.
Das darf alles nicht so bleiben.
Wir brauchen massive Investitionen.
Das ist alles fein.
Und wir haben Gott sei Dank in der Vergangenheit ja so relativ moderat gewirtschaftet, dass wir, was die Schuldenquote angeht, deutlich niedriger sind als der europäische Durchschnitt.
Das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren ändern.
Auch weil wir die Niedrigzinsphase eben nicht genutzt haben.
Ja, das war natürlich genau das, was uns jetzt auf die Füße fällt.
Österreich hat ja ein bisschen was gemacht mit diesen 100-jährigen...
Anleihen zu, ich glaube, die günstigste Coupon ist irgendwie 0,85.
Ja, das ist halt für die.
Aber selbst der Zweiprozenter ist natürlich aus österreichischer Sicht großartig.
In Deutschland hat Armin Laschet das gemacht, im Land Nordrhein-Westfalen immerhin.
Sonst haben wir es nicht gemacht.
Aber wenn wir das jetzt mal alles eindampfen.
Was wir jetzt hier so in der letzten knappen Stunde besprochen haben, also Pax Americana ist am Ende klassische Weltordnung, damit auch.
Wir sollten nicht hoffen, dass nach Trump alles besser wird.
Nicht nur wegen der Republikaner, sondern die Demokraten haben ja auch bisweilen sehr merkwürdige Anwandlungen dann eben am anderen Rand des Hufeisens.
Wir haben die Bedrohung durch Russland, wir haben die Bedrohung durch China, wir haben Schwierigkeiten in Europa, nicht nur aufzuhören, sondern wirklich aus dem Bett zu kommen und unsere Wirtschaft zu modernisieren.
Dann das KI-Thema, Taiwan-Konflikt.
Also für diejenigen, die jetzt noch dabei sind, das war eine ganz schön negative Dröhnung.
Alles ziemlich düstere Szenarien.
Aber irgendwie, du stehst ja trotzdem jeden Morgen auf und ...
Siehst du jetzt auch nicht so aus, dass du jetzt gleich auf eine einsame Insel fährst, wo du als Prepper schon deine Dosen, Suppen und deine Büchse im Schrank hast.
Wo liegen in diesem schwierigen Umfeld deiner Meinung nach denn irgendwo auch Chancen, gerade mit Blick auf Geldanlagen?
Warum lohnt sich ein bisschen Zuversicht?
Es lohnt sich auf jeden Fall, weil ich glaube am Ende des Tages doch an die Vernunft des Menschen, die Ratio.
Und wir haben sehr, sehr vieles gesehen.
Wir haben gesehen in der Welt, dass Verdummung als politisches Konzept, als Prinzip funktioniert.
Wir haben es bei Trump gesehen, da haben wir reichlich davon.
Wir haben es beim Brexit gesehen, wir sehen es beim Hochkommen der sogenannten AfD hier in Deutschland.
Wir sehen, dass Verdummung funktioniert.
Ich glaube aber am Ende des Tages, dass Dummheit keine besseren Ergebnisse erzielt und dass sie sich deshalb auch überleben wird.
Ich glaube auch deshalb, dass viele der ordentlichen, hart arbeitenden, ehrgeizigen Menschen in diesem Land, und die Mehrheit sind nicht dumm, sich diesen Gedanken zurückholen.
werden, dass wir sagen, wir wollen nach vorne, wir wollen eine bessere Zukunft für unsere Kinder, wir wollen ein besseres Land.
Wir haben das schon mal geschafft.
Deutschland war im Urteil des Economists 1999 the sick man of the Eurozone, so hieß der berühmte Artikel.
Und wir haben es damals geschafft, mit der Agenda das Land wieder nach vorne zu bringen.
Die ersten Schritte sind ja gemacht.
Die gegenwärtige Regierung ist nicht sehr beliebt.
Ja, das ist richtig.
Aber sie bringt Reformen auf den Weg und sie kann noch wesentlich mehr Reformen auf den Weg bringen.
Die sind nicht immer einfach, die sind auch schmerzhaft, da gibt es Widerstände.
Aber das macht mich zuversichtlich, dass wir da auf dem Weg gegangen sind, dass wir die Talsohle durchschritten haben.
Und dass sich auch der Irrsinn in...
Amerika überlebt und dass auch die Amerikaner irgendwann mal sich schütteln werden und zur Realität kommen werden und sagen, wir werden wahrscheinlich, wir werden weder einen verkappten Diktator wie Trump oder einen völlig verstrahlten Nachfolger, also alle denkbaren Nachfolger im Bereich der Republikaner sind ja ein bisschen schräg, oder auch wie du sagst, einen Kommunisten als Demokraten wählen, sondern wir werden auch wieder vernünftige Präsidenten oder vielleicht mal eine Präsidentin in den USA sehen, die dieses Land wieder Ein Stück weiter.
Wäre ja schön, wenn sich ein paar davon mal aus der Deckung wagen.
Das wird nach den Mittlerms passieren.
Ich glaube, da wird die Debatte losgehen.
Aber du fragtest mich nach Zuversicht.
Und das macht mich zuversichtlich, dass auch dieses Land noch nicht aufzugeben ist.
Wir leben in dunklen Zeiten, hast du völlig recht.
Und das war sicherlich jetzt keine besonders optimistische Folge von eurem Podcast.
Aber nochmal, früher, morgen, bevor es hell wird, ist es immer am dunkelsten.
Und das mag jetzt so ein Punkt sein, wo wir sagen können, wir können zuversichtlich nach vorne.
weil wir kein Erkenntnisproblem haben.
Wir sind vernunftbegabte Menschen.
Wir haben die Missstände erkannt und wir müssen jetzt ins Handeln kommen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Und ich glaube, da sind wir schon dabei.
Und wir haben natürlich auch in der Forschung und Technologie sehr viele Innovationen, die uns eigentlich helfen könnten, unsere Probleme zu lösen.
Also was Verfügbarkeit sauberer CO2-neutraler Energien angeht, was generell den Kampf gegen den Klimawandel angeht, was den Kampf gegen Krankheiten.
Angehörigen, die Krankheiten angeht, für besseres Essen.
Also wir hätten eigentlich alles.
Wir müssen es nur zusammenfügen.
Nur, wie mein lieber Freund Horst von Butler gerne sagt, die Welt ist nicht so gut, wie wir sie gerne hätten.
Und deswegen gibt es eben entsprechende Schwankungen.
Deswegen haben wir eben auch dann mal diese Düsternis.
Lass uns zum Abschluss mal darüber reden, was dieses ganze Picture jetzt so wirklich im Portfolio eigentlich heißt.
So klassischerweise ist ja die Ja, Referenz, so dieses 60-40-Portfolio in den USA, noch viel mehr als hier in Europa.
60% Equities, also Aktien, 40% Bonds, also Anleihen.
Jetzt macht man natürlich in Amerika, sagt man jetzt 60% S&P 500 bei den Aktien.
Den muss man ja wirklich erklären, dass es noch Aktien außerhalb des eigenen Aktienmarkts gibt.
Nun ist auch sehr breit, sehr tief, sehr diversifiziert der Aktienmarkt.
Aber gucken wir mal auf die 60 Prozent.
Für viele hierzulande ist das der MSCI All Country World als Basisinvestment mit den ganzen bekannten Themen der Tech-Klumpen, der USA-Klumpen.
Wenn wir jetzt so die Auflösung dieser...
klassischen globalisierten Ordnung gerade erleben.
Wie sinnvoll ist denn deiner Meinung nach überhaupt noch ein globaler Index, der also im Grunde sagt, One World, One Index, völlig egal, wo ein Unternehmen seinen juristischen Sitz hat.
Wir brauchen alle Industrie, alle Schwellenländer, das ganze Kapitalisierungsgewicht.
Passt das zu deinem Bild oder wäre dein Bild nicht eher, dass man sagt, man muss das viel granularer angehen und stärker auf beispielsweise ETFs, auf Länderindizes gehen, dass man sagt, also x Prozent USA, dann Kanada separat beimischen, Eurozone ist vielleicht noch ein halbwegs homogener Block, aber UK ist schon wieder was anderes, Japan natürlich, China sowieso, Australien, dass man das wieder entzerrt?
Ja, ich glaube, du hast ja den MSCI All Countries oder MSCI World erwähnt und das ist einfach so, dass der für meinen Geschmack in der aktuellen Situation einen viel zu hohen US-Dollar oder beziehungsweise ein viel zu hohes Gewicht amerikanischer Unternehmen hat.
Und innerhalb dieser amerikanischen Unternehmen habe ich ja nochmal ein gewaltiges Gewicht von Technologieunternehmen.
Das heißt, ich habe innerhalb dieses Aktien...
ein gewaltiges Klumpenrisiko.
Wenn ich das jetzt wirklich in diesen Index nur investiere, meine 60% Aktien, dann lande ich schon mal bei einer viel zu hohen US-Konzentration.
Das heißt, ich müsste im Prinzip dann sagen, nein, der MSCI World oder All Country oder was auch immer, ist nur ein Teil meines...
Aktienportfolios und ich mische, wie du es genannt hast, bei.
Ich sage, ich mische da auch Europa bei.
Ich mische vor allen Dingen auch Schwellenländer bei.
Wenn ich sage zum Beispiel, ich bin technologisch...
Was sind denn für dich Schwellenländer?
Das Witzige ist ja, dass wir Südkorea als Schwellenland bezeichnen, Taiwan und China.
Ich meine, das sind die drei Länder, die 60% vom MSCI Emerging Markets ausmachen und die nicht das...
was man normalerweise so mit Schwellenländern, früher hätte man gesagt, zweite Welt assoziiert.
Das ist richtig.
Aber das habe ich auch ganz bewusst, das habe ich diese Kategorie bewusst so genannt, wie sie auch gemeint ist, nämlich tatsächlich diese Länder, wenn man beispielsweise technologieaffin ist und will nicht nur nach Amerika, man will aber trotzdem, man will Technologie, ja.
Und man will diese ganze Entwicklung von KI und so weiter spielen im Portfolio.
dann guckt man nicht nach Europa, da haben wir einfach zu wenig.
Dann guckt genau in die Länder, die du genannt hast.
Man guckt nach Korea, man guckt nach Taiwan, man guckt auch nach China und investiert dort.
Das heißt, letzten Endes ist, auch wenn das keine wirklichen Schwellenländer mehr sind, dann heißen sie nach wie vor nach der Indexkategorisierung so, egal ob wir die für falsch halten.
Die muss man aber dabei haben.
Und dazu muss man auch sagen, dass es wahrscheinlich auch Sinn macht, so jetzt langsam mal den Blick zu richten, wer werden denn die großen...
Nutznießer von KI sein?
In welchen Branchen kann es dann die größten Entwicklungssprünge geben?
Ist das vielleicht die Biochemie?
Ist das die Umwelttechnik?
Ja, grüne Energie, die du angesprochen hast.
Gibt es ganz viele Bereiche, wo sich so erst so Anwendungsmöglichkeiten von KI ansatzweise zeigen.
Wo siehst du die spannendste Perspektive, wenn wir jetzt das Potenzial mal in Relation zur aktuellen Bewertung sehen?
Es ist ja häufig auch sehr viel schon eingepreist.
Ja, das stimmt.
Aber ich glaube, wir haben über mehrere Bereiche gesprochen.
Wir haben gesprochen auch über Emerging Asia, also noch offiziell Schwellenländer als Beimischung oder zumindest ein deutlich größerer Anteil auch im Aktienportfolio.
Natürlich nach wie vor Amerika.
Wir müssen aus Amerika heraus diversifizieren.
Das heißt aber nicht, dass wir Amerika in Bauschenburgen verkaufen.
Aber ich würde auch nicht komplett Europa abschreiben.
Und da sind auch ein paar Bereiche, die absolut zukunftsweisend und vielversprechend sind.
Ein Bereich, wo Europa...
kompetitiv ist, auch was die technologische Entwicklung angeht, ist zum Beispiel Verteidigungsindustrie.
Da haben wir wirklich viele Unternehmen, die dort auch eine Rolle spielen.
Ob uns das gefällt oder nicht nochmal, haben wir vorhin schon drüber gesprochen.
Zweiter ist der Bereich der ganzen Bioscience und Pharmaindustrie, Gesundheit insgesamt als Sektor.
Und das dritte Beispiel, das ich machen würde, wäre eben auch nachhaltige Energie.
Man könnte noch eins dazu fügen, dass wir sagen können, wir werden das 1,5 Grad Ziel ja krachend verfehlen.
Wir können froh sein, wenn wir das 2 Grad Ziel erreichen.
Das heißt aber, dass wir...
eine extreme Zunahme an Extremwetterereignissen haben werden und zum Beispiel Präventionstechnik dafür zu entwickeln.
Das könnte auch eine Branche sein, in der sich Europa, weil wir einfach so ein dicht besiedelter Kontinent sind, hervortun könnte.
Wir haben es gesehen durch die Waldbrände im Sommer in Südeuropa und Überschwemmungen an anderen Stellen.
Da gibt es mit Sicherheit auch etwas, wo Europa einen ganz großen Beitrag leisten kann.
Ich würde aber noch, was die Portfolio-Positionierung und wie können sich Anleger schützen?
vor dieser immer bekloppteren Welt da draußen, vor dieser immer düsteren Welt, indem sie auch über das 60-40-Portfolio hinausdenken, indem sie sich wirklich breiter aufstellen, auch in Assetklassen, die wir vielleicht zuletzt nicht so auf dem Schirm hatten.
Auch gerade wenn es um das Thema Altersvorsorge beispielsweise geht, um weniger liquide.
wie zum Beispiel die Private Markets, Private Credit, Private Equity.
Oder Investitionen in Infrastruktur.
Die werden an allen Ecken und Enden gebraucht.
Da wird es Finanzierungsmodelle geben, wo auch Investoren, Anleger, auch Privatanleger gefragt sein werden, zu helfen, dieses Geld aufzubringen.
Das Geld wird dann langfristig investiert und die Erträge werden mehr oder weniger garantiert.
staatliche oder halbstaatliche Projekte sein werden.
Wo denkst du dann dran?
Denkst du dann wirklich an LTIFS, wie wir ja auch bereits im Scalable Broker haben?
Oder sagst du eher über notierte Unternehmen, die zum Beispiel Infrastrukturkonzessionen haben, wie jetzt eine Vansy aus Frankreich oder erneuerbare Energien, Kontraktoren, Brookfield Renewable?
Sowohl als auch.
Ich würde das jetzt gar nicht unbedingt das eine oder das andere ausschließen wollen.
Das kommt auch ein bisschen auf die Anlegerpräferenz an.
Es kommt darauf ein bisschen an, wie das Portfolio gestrickt ist, auf regulatorische Limits, die es da geben kann.
Da würde ich aber sagen, da gibt es verschiedene Finanzierungskanäle.
Am Ende des Tages geht es ja immer, so wie wir Volkswirte immer sagen, die Kunst ist, die Ersparnis zur Investition zu bringen.
Das große S gleich I, der heilige Grail der Volkswirtschaftslehre, das am Ende des Tages hinzubekommen.
Also das Geld, was auf Konten schlägt, blummert irgendwie zu mobilisieren für den Aufbruch Europas und insbesondere Deutschlands.
Wobei, darüber hatten wir ja eine Folge mit Denise Koch mit Blick auf Rentenvermögen, auf Staatsfonds, dass da natürlich schon die Rendite im Vordergrund stehen muss und dass man nicht irgendwie einen politischen Büttel da heranzüchtet, der am Ende dann wahrscheinlich beide Ziele, nämlich sowohl die Rendite zu sichern für die Rente als auch das Land.
voranzubringen, nicht realisieren kann.
Lass mich noch mal kurz zu einem anderen Thema aus 60-40 kommen, nämlich aus den 40.
Die Rolle von Anleihen.
Wenn wir jetzt sagen, es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, in the long run, entweder über Inflation oder über einen harten Schuldenschnitt von dieser Verschuldungsspirale runterzukommen, dann dürfte man eigentlich keine Anleihen haben, oder?
Das ist sicherlich so und wenn wir mal überlegen, wir haben ja vorhin schon drüber gesprochen, was treibt im Prinzip auch die langfristigen Zinsen im Moment.
Es ist weniger die Inflationserwartung, auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick naheliegend erscheinen mag, aber es ist eher die Risikoprämie.
Und wenn man sich mal anschaut, die Risikoprämie wird natürlich sehr stark auch getrieben von der Verschuldung.
Das heißt, je höher die Schuldenlast steigt, desto mehr schaue ich als Anlagegläubiger drauf, so will ich dem noch mein Geld leihen, der hat ja schon so viel Schulden.
Kann der die überhaupt noch zurückzahlen?
Und falle ich eventuell dann am Ende mit meiner Forderung aus?
Das heißt, ich schaue natürlich auch hin, wo gibt es denn eventuell Staatsanleihen, die gute Renditen abwerfen, die aber vielleicht einen wesentlich niedrigeren Schuldenstand haben.
Und die finde ich auch in den Schwellenländern.
Wenn wir zum Beispiel nach Asien schauen, dort haben wir Volkswirtschaften, die deutlich niedriger verschuldet sind als im Westen.
Und dann ist es, also der durchschnittliche Schuldenstand in den Schwellenländern liegt.
eher bei 30 Prozent als bei 90 Prozent.
Und das heißt, der Unterschied ist dann, oder bei 40 Prozent vielleicht, der Unterschied ist also sehr eklatant.
Und das heißt, man hat auch hier die Möglichkeit, gerade in Zeiten eines schwächeren Dollar, durchaus auch in Emerging Markets online zu investieren.
Dann aber in lokaler Währung.
Das kann man dann eben, je nachdem welchen Call man auf die Währungsentwicklung macht, aber das würde ich dann tatsächlich im gegenwärtigen Umfeld.
in lokaler Währung wahrscheinlich vorzugsweise machen.
Euro-Bond gibt es relativ wenige aus Schwellenländern.
Man kann natürlich dann wieder über ein ETF die Hardware uns anleihen, die dann in der Regel eben Dollar-Anleihen sind, wieder sichern gegen Euro, US-Dollar.
Aber dann wird es irgendwo auch komplex und dann wird es irgendwo auch teuer.
Man will dann die Dollar-Anleihen ja auch nicht haben.
Da fragt man sich, wo ist das größere Risiko?
Ist das die lokale Währung oder ist das dann der US-Dollar?
Wenn ich dann nicht tatsächlich die Euro-basierte Anleihe kaufen kann, dann lasse ich es gleich.
Ja, über Gold haben wir ebenfalls schon gesprochen.
Deswegen zum Abschluss eine grundsätzliche Frage.
Wir haben uns ja sicherlich auch die letzten...
Jahre, Jahrzehnte daran gewöhnt, dass Geldanlage passiv auch durch so ein Rebalancing-Modell laufen kann.
Es muss jetzt nicht 60-40 sein, es kann ja auch sein 60-20-20, 60% Aktien, 20% wirklich kurzfristige Anleihen und Tagesgeld und 20% Gold und Alternative Investments, also illiquide Anleihen.
Und das macht man dann mit so einem Rebalancing.
Das ist eigentlich so das Primat der strategischen Asset Allocation.
Das ist ja nach allen wissenschaftlichen Studien auch das, was am Ende wirklich entscheidend ist für den langfristigen Anlageerfolg.
Wenn wir jetzt ein so fragiles Umfeld haben, wie du das hier beschrieben hast, wird dann die taktische Allokation nicht wichtiger?
Müssen wir dann nicht aktiver?
Auch am Markt sein, auch aktiver mal umschichten, vielleicht kürzere Rebalancing-Zyklen haben.
Müssen wir mit Momentum einzelne Trends spielen?
Wird vielleicht Trading generell wichtiger?
Sehen wir künftig Hedgefund oder Managed Futures ETFs mal wieder mehr, nachdem wir ja lange Zeit nur Long Only gesehen haben?
Also die Antwort auf deine erste Frage.
ist ein eindeutiges Ja.
Also die taktische Allokation gewinnt in so unsicheren und hoch auch disruptiven Zeiten, wie wir sie gerade erleben, einen höheren Stellenwert gegenüber der strategischen Asset Allocation.
Ich kann es mir also nicht leisten zu sagen, ich fasse mein Portfolio einmal an, stelle die strategische Asset Allocation auf und dann gehe ich schlafen.
Ich muss also tatsächlich schauen, wie passe ich das Ganze taktisch an?
Ich muss da, wenn man so will, opportunistischer auch vorgehen können.
Und ja, da spielen dann auch alle möglichen Asset-Klassen mit rein.
Da kann es auch mal sein, dass man sehr hoch spekulative Elemente...
ganz bewusst mit einmischt, zum Beispiel eben Hedgefondsstrategien oder auch Krypto, wenn man im Grunde sagt, ich will vielleicht eine Periode spielen, wo ich vielleicht das Ganze hebeln möchte.
Wenn ich sage, ich habe eine sehr gute Perspektive, ich habe eine sehr gute Erwartung bezüglich der Entwicklung einer bestimmten Asset-Klasse, die ist riskant, die ist riskanter als der Durchschnitt meines Portfolios, aber ich gewichte die jetzt mal ganz bewusst höher.
Man soll es nie...
Nur das eine, nie alle Eier in einen Korb, ganz klar.
Aber dass man die mal temporär höher gewichtet.
Und das erfordert, dass wir häufiger hinschauen, dass wir häufiger das Portfolio der Realität anpassen, einer sich ständig wandelnden Realität.
Und das ist eben die taktische Asset Allocation, die damit einen höheren Stellenwert gewinnt.
Martin Lück.
Vielen, vielen herzlichen Dank für diese Tour d'horizon durch die Welt der Geopolitik.
Wir haben festgestellt, politische Börsen mögen kurze Beine haben, aber sie werfen sehr, sehr lange Schatten.
Und wie man diesen Schatten ein bisschen entkommen kann, darüber haben wir auch gesprochen.
Und es ist ja dann am Ende doch noch ein bisschen zuversichtlich, auf jeden Fall konstruktiv geworden, dass du Klartext sprechen würdest.
Das war klar.
Ich hoffe, du konntest was mitnehmen für deine eigenen Anlageentscheidungen.
Vielleicht auch den einen oder anderen thematischen Vorschlag, wo du sagst, Mensch, also da müsste noch mal ein bisschen mehr drauf eingehen im Podcast.
Dann freue ich mich natürlich, wenn du mir eine E-Mail schreibst an podcast.scalable.capital.
Du kannst natürlich auch gerne einen Kommentar dazu lassen.
Wenn dich zum Beispiel interessiert, was sich hinter Schwellenländeranleihen in Lokalwährung tatsächlich verbirgt oder was für Möglichkeiten es eigentlich gibt, in Infrastruktur zu investieren.
auch sonst alles, was dich bewegt, entweder per E-Mail oder gerne auch in den sozialen Netzwerken at scalable.capital oder at cw.röl einfach direkt an mich weitergeben.
Ansonsten, wenn es dir gefallen hat, dann sag es gerne weiter, gib uns Sterne, lass ein Abo da oder einen Daumen nach oben.
Das war es für heute.
Tschüss aus Berlin.
