# AI Infrastructure Risks and M&A Strategies

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-29

## Transcript

Versicherungen könnten massiv von KI-Risiken profitieren.
An der Börse kann man per Dividende an Aluminium aus Polen profitieren und übrigens auch an Klagewellen.
Wie das geht, schauen wir uns gleich an.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 29.
September und das ist ohne Aktienwert schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker, der übrigens eine eigene KI-Anbindung hat.
Ihr könnt also direkt euer Scalable-Konto mit JetGPT oder Cloud verbinden und dann nicht nur euer Depot analysieren, sondern zum Beispiel auch direkt kaufen und verkaufen.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ich habe gestern einen Podcast für unsere Samstagsfolgen mit einem größeren Investor aufgenommen, der unter anderem stark in Klagefinanzierung investiert.
Er finanziert also gerichtliche Klagen und kriegt am Ende einen Teil der Zahlung, falls die Klage eben durchgeht.
Das Risiko an dem Business ist natürlich, dass man gar nichts kriegt, wenn die Klage nicht durchgeht.
Und genau das ist diesem März auch einem der wenigen Klagefinanzierer passiert, in die man an der Börse investieren kann, nämlich Burford Capital.
Wir hatten dir auch im Podcast vor Jahren schon mal vorgestellt und im März ist die Aktie an einem Tag zwischenzeitlich 54% abgeschmiert.
Aktionäre vom Ölkonzern YPF haben Argentinien nämlich verklagt, es ging um 16 Milliarden Dollar und die Klage wurde abgelehnt und damit ging auch Burford Capital leer aus.
Aber auf der anderen Seite kann man natürlich auch einiges gewinnen, wenn die Klagen durchgehen und das ist gestern passiert.
Burford hat nämlich Tection Technology finanziert, die Apple verklagt haben, weil die angeblich eine Technologie genutzt haben, die von Tection patentiert wurde.
Gestern wurde in San Diego entschieden, dass Tection dafür fast 6 Milliarden Dollar kriegen wird von Apple und Burford würde davon 1,4 Milliarden abkriegen.
Es kann zwar noch sein, dass sich an einem Urteil was ändert, aber gestern ist die Aktie über 10% gestiegen.
Apple hat die News übrigens nicht stark bewegt.
Man muss aber auch sagen, dass 6 Milliarden Dollar bei Apple ja gerade mal 0,1% vom Börsenwert sind.
Noch mehr Börsenwert als Apple hat ja auch nur eine einzige Firma, nämlich Nvidia, mit um die 5600 Milliarden Dollar Börsenwert und die haben gestern gesagt, dass sie jetzt ein neues Aktienrückkaufprogramm starten werden und eigene Aktien im Wert von 150 Milliarden Dollar zurückkaufen.
Auch da muss man sagen, dass es absurderweise nur unter 3% vom Börsenwert sind, aber es kam gestern gut an und die Aktie ist um die 3% gestiegen.
Das genaue Gegenteil von einem Kursanstieg hat die Summe von 6 Milliarden Dollar beim japanischen Autozulieferer Nidek ausgelöst, So viel muss Niedeck nämlich abschreiben, weil sie Tochterfirmen zu optimistisch bewertet haben und weil es teilweise auch einfach Betrug in der Buchhaltung gab.
Das ist übrigens ein Thema, das sich bei der Firma schon länger durchzieht und der Hintergrund ist wohl extremer Druck intern, der vor allem vom Gründer kam.
Ein Manager wurde zum Beispiel mal als Kriegsverbrecher bezeichnet, weil er Ziele nicht erreicht hat und ein Finanzchef musste die ganze Nacht wach bleiben, um die Gewinne zu verbessern.
Nachdem die Zahl von 6 Milliarden Dollar gestern rausgekommen ist, ist die Aktie 18% abgeschmiert, in den letzten 5 Jahren sind es schon über 60%.
Ein anderer krasser Absturz, der auch was mit Management zu tun hat, ist gestern beim Datenbankkonzern MongoDB passiert, wo die Aktie an einem Tag 20% verloren hat und Grund ist, dass Mark Zuckerberg mal wieder unterwegs war und Top-Talente abgeworben hat.
Genauer gesagt, wird der aktuelle Chef von MongoDB zum Meta wechseln und dort ein KI-Produkt für Firmenkunden aufbauen.
Dass die Börse das so negativ sieht, könnte erstens dran liegen, dass es sehr überraschend war und zweitens ist es irgendwie auch ein Beleg dafür, dass der CEO nicht an extremes Zukunftspotential bei MongoDB glaubt.
Auf der anderen Seite zeigt es auch einfach nur, was für eine Marktmacht die großen Tech-Giganten haben, dass der CEO von einer Firma mit 27 Milliarden Dollar Börsenwert einfach entscheidet, dort als einer von vielen Managern hinzuwechseln.
Dass die Aktie von Meta gestern gefallen ist, dürfte damit übrigens eher weniger zu tun haben und eher mit der generell schlechten Stimmung bei Tech-Aktien und die könnte wiederum wie so oft in letzter Zeit an den Zinsen liegen, die sind gestern nämlich wieder gestiegen, genau wie auch der Ölpreis.
Diese generell negative Stimmung erklärt vielleicht auch, wieso die SpaceX-Aktie gestern nicht stärker gestiegen ist, obwohl das Starship das erste Mal ever die Erdumlaufbahn erreicht hat.
Wobei man fairerweise auch neben den Zinsen sagen muss, dass ein erfolgreicher Starship nötig ist, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, für eine noch höhere Bewertung bräuchte es schon ein bisschen mehr positive Überraschung.
Neben Raketenstarts und Managementwechseln wurde gestern relativ viel abgesagt.
Evonik hat zum Beispiel das Übernahmeangebot von BASF als zu niedrig abgelehnt und auch der australische Goldminenbetreiber Northern Star Resources hat ein Übernahmeangebot vom südafrikanischen Goldfields abgelehnt und da ist die Aktie über 5% gestiegen.
Und Biontech hat nichts abgelehnt, aber muss drei Werke in Deutschland schließen, wovon ca.
2000 Mitarbeiter betroffen sind.
Ein Käufer für die Standorte hat Biontech nicht gefunden, was leider auch kein gutes Zeichen für den Standort ist.
Aber eine gute Nachricht habe ich zum Abschluss doch noch dabei.
Wir haben in letzter Zeit viel drüber geredet, dass Berkshire Hathaway aktuell stark in Hausbaufirmen aus den USA investiert.
Und gestern sind dann die Aktien von britischen Hausbauern wie Taylor Wimpey, Persimmon, Barrett Redrow oder Crest Nicholson über 10% gestiegen.
weil die Regierung die Bürger unterstützen will, die zum ersten Mal ein Haus bauen.
Es sprechen ja gerade alle über die Risiken und Gefahren von KI, die zu mächtig wird.
Es gibt aber noch ein bodenständigeres Risiko für die KI selber und das hat sich Timon angeschaut.
Viele Rechenzentren stehen ja in der Wüste in Texas oder auf dem flachen Ackerland in Iowa.
Da gibt es viel billiges Land, oft günstigen Strom und viele Bundesstaaten locken mit Steuervorteilen.
Problem ist aber, viele dieser Orte sind ziemlich riskant.
Laut einer Studie von Allianz liegen fast 80% der gesamten Rechenzentrumskapazität in Regionen mit erhöhtem Risiko für Naturkatastrophen.
Und laut Swiss Re stehen in den USA 40% der Kapazität in Tornadogebieten.
Dazu kommt, dass die Rechenzentren oft direkt nebeneinander stehen.
Wenn ein sturmenden Standort trifft, dann beschädigt er gleich mehrere Anlagen und auch im Gebäude ist alles nah beieinander.
Die Batterien stehen oft direkt neben den teuren KI-Chips und wenn da ein Brand ausbricht, sind die wertvollsten Teile weg.
Aber weil das alles Risiken sind, die den Betreibern zumindest mittlerweile bewusst sein sollten, machen die natürlich auch was dagegen und der erste, einfachste Schritt ist, wie bei fast jedem Risiko, sich dagegen zu versichern.
Swiss Re und die Allianz rechnen damit, dass sich das Premiumvolumen in dem Markt für Rechenzentrumsversicherungen von unter 11 Milliarden Dollar auf über 24 Milliarden bis 2030 mehr als verdoppeln wird.
Für die Versicherungsbranche passt das perfekt, weil die wegen fallender Preise eigentlich mit einem Abschwung rechnet.
Nach ein paar starken Jahren ist so viel Kapital in den Markt geflossen, dass die Versicherer sich Konkurrenz machen und die Preise drücken.
Die Preise für Industrieversicherungen sind im letzten Quartal weltweit im Schnitt um 6% gefallen und das schon im achten Quartal in Folge.
Aber ganz anders sieht es eben bei Rechenzentren aus, wo die Versicherer bei den Summen kaum hinterherkommen.
Ein einzelner Standort kann über 20 Milliarden Dollar kosten und die Banken, die sowas finanzieren, wollen am liebsten die kompletten Baukosten abgesichert haben.
Laut Swiss Re können Versicherer und Rückversicherer das zu vernünftigen Preisen aber nur zu einem kleinen Teil abdecken.
Die größten Versicherungspakete decken aktuell bis zu 8,5 Milliarden Dollar ab für Projekte, die bis zu 25 Milliarden Dollar wert sind.
Deshalb sind viele Projekte nur zu weniger als der Hälfte versichert, Ein Teil könnte von Anleihen aufgefangen werden, die an die Versicherungsrisiken gekoppelt sind, sogenannte Cat-Bonds.
Sowas gibt es schon bei Versicherungen für Häuser, in Zukunft dann vielleicht auch für Rechenzentren.
Außerdem tragen viele der großen Tech-Konzerne einen Teil von dem Risiko einfach selbst.
Die haben ja ohnehin Zugang zu viel Kapital und manche von denen haben deshalb eine Mini-Versicherung aufgebaut.
Das ist generell ein wachsender Markt.
2025 sind die Prämien für solche konzerneigenen Versicherungen weltweit um 8%.
auf rund 240 Milliarden Dollar gestiegen.
Long story short, könnte das ein spannendes Wachstumsfeld für Versicherer sein, das viele noch nicht auf dem Schirm haben.
Auch wenn es sicher so ist, dass die meisten den Bereich erstmal langsam angehen, wie uns der Finanzchef von Talangs vor ein paar Wochen im Podcast erzählt hat.
Das ist der ganz traditionelle Pfad, wenn innovative Techniker auf den Markt kommen, nicht nur bei künstlicher Intelligenz, auch sonst so.
Damit das Ganze eben kontrolliert ist und man limitiert halt.
Also man wird nicht am Anfang.
sagen, ich versichere alles, sondern man wird das limitieren, damit man auch ein Fehler, Fehlerirrtum gut aushält, ohne die Firma zu riskieren.
Ein polnischer Aluminiumkonzern mit viel Dividende, der auch in Deutschland viel verkauft, hat gerade die Firma übernommen, die an der Glaspyramide vor dem Louvre mitgebaut hat.
Was genau dahinter steckt und wo es die Dividende gibt, erzählt euch jetzt Christoph.
Die Firma heißt Grupa Kenty, kommt aus Südpolen.
Sie presst Aluminium zu langen Stangen und Schienen, die andere Firmen dann weiterverarbeiten, zum Beispiel zu Autoteilen oder Möbeln.
Genauso wichtig sind Fenster, Türen und Fassaden aus Aluminium.
Als Nebengeschäft macht Kenty auch Verpackungsfolien für Lebensmittel.
Rund die Hälfte vom Umsatz kommt aus dem Ausland und Deutschland ist ein wichtiger Exportmarkt.
Dieses Jahr erwartet Kenty fast 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
Jetzt kaufen die Polen die italienische Metra-Gruppe.
Das ist die Firma, die an der Louvre-Pyramide mitgearbeitet hat.
Die hat neun Werke in Italien, den USA und Kanada und macht ungefähr das gleiche wie die Polen.
Metra kommt dieses Jahr auf rund 600 Millionen Euro Umsatz.
Das Spannende an der Übernahme ist vor allem der US-Markt.
Fast die Hälfte vom Umsatz macht Metra in Nordamerika.
Kenty bekommt mit dem Zukauf eigene Fabriken in den USA und muss seine Produkte nicht mehr aus Europa dorthin liefern.
Die Nachfrage kommt in den USA zum Beispiel vom Bau neuer Rechenzentren.
Inklusive Schulden bewertet der Dealmetra mit 645 Millionen Euro.
Das ist gut das Siebenfache vom operativen Gewinn vor Abschreibungen.
Kenti kommt hier gerade auf das Elffache.
Bezahlt wird vor allem mit einem Kredit über knapp eine halbe Milliarde Euro, den Kenti später auch über Anleihen wieder ablösen will.
Wichtig für Aktionäre.
Kenty ist für hohe Dividenden bekannt und hat zuletzt 85% vom Gewinn ausgeschüttet, was einer Dividendenrendite von um die 4% entspricht.
Der Plan ist, mindestens 60% per Dividende an Aktionäre zu geben.
Das soll auch so bleiben, auch wenn ein Analyst damit rechnet, dass die Ausschüttungsquote jetzt wohl eher am unteren Ende dieses Ziels liegen dürfte.
Auch die Performance war zuletzt positiv.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 35 Prozent im Plus.
Damit ist der Konzern 2,8 Milliarden Euro wert und das ist das 17-fache vom erwarteten Gewinn.
Ist ein bisschen teurer als im Schnitt der letzten fünf Jahre.
Das kann man auch rechtfertigen, weil der US-Markt neue Chancen hat, gerade dank des Rechenzentren-Booms.
Gleichzeitig ist es ja immer die Frage, wie gut die Integration wirklich klappt und die Italiener sind nicht ganz so profitabel wie Kenti.
Was haben Sie denn auf dem Kopf?
Ich weiß nicht.
Sagen Sie es mir.
Kein Aluhut.
Oh, ich habe einen Aluhut auf dem Kopf.
Das wusste ich gar nicht.
Das war Ohne Aktien wird schwer.
Produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin.
Alles Gute.
Adios.
