# AI Infrastructure Funding Crisis and Agent Economy

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-09-28

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über tiefenentspannte Börsen, Agentenfantasie bei Meta und Microsoft und darüber, was sonst noch wichtig wird in dieser Woche.
Im Thema des Tages geht es um das böse Orakel für die Rechenzentrumsfinanzierung.
Und der EE-E-Idee nennen wir euch die Gewinner im Agentenkampf gegen eure Bequemlichkeit.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Die Märkte werden euch präsentiert von unserem Partner Smart Broker Plus.
Zusammen mit Smart Broker haben wir gerade auf der Finance 26 unseren AAA Live-Podcast aufgenommen.
Da gab es exklusive Einblicke und Podcast-Host zum Anfassen.
Wer das verpasst hat, der kann jetzt trotzdem noch profitieren, denn Smart Broker macht passend zu Finance 26 ein besonderes Angebot.
Wer noch bis zum 30.
Oktober ein neues Depot bei Smart Broker eröffnet, der bekommt zum Start gleich mal einen 50-Euro-Anteil und zwar nicht von irgendeiner windigen Aktie.
sondern von einem der klassischen Basis-Investments, dem iShares Core MSCI World ETF.
Den Startvorteil bekommt ihr nur über den exklusiven Aktionslink und den findet ihr natürlich wie alle Infos dazu in unseren Shownotes.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Montag, der 28.
September und wir wünschen euch einen tiefen, entspannten Start in die Woche.
Und das ist ja die Woche an deren Ende.
unser wunderbarer AAA-Summit ist.
In dieser Wunde müsste tiefenentspannt sein.
Und an der Börse ist, wie gesagt, die Stimmung auch tiefenentspannt.
Denn trotz hoher Zinsen und wackeliger Lage im Nahen Osten reicht es an den Börsen in der vergangenen Woche für die erste Woche mit Pluszeichen nach zwei Wochen mit negativer Bilanz.
Für den S&P 500 ging es 0,5 Prozent drauf.
Der Nasdaq, der legte über die Woche 3,3 Prozent sogar zu.
Am Wochenende war die Situation zum Iran widersprüchlich.
Trump hat Teherans Vorschlag abgelehnt, die Straße von Hormuz binnen sieben Tagen wieder zu öffnen.
Und laut Wall Street Journal rechnet er damit, nach den Midterms, also den Zwischenwahlen im November, wieder bombardieren zu lassen.
Andererseits verkündete Trump gegenüber Axios, dass es weitere Gespräche in dieser Woche geben werde.
WTI-Öl kostete am Sonntag auf Hyperliquid gut 93 Dollar, rund 1% mehr als zum Freitagsschluss von 92,41 Dollar.
Nach Trumps Absage ging es am Samstag kurz Richtung 94 Dollar, seitdem wieder etwas runter, Brent lag knapp unter 99 Dollar.
Und ihr habt es ja in der vergangenen Woche auch gehört, da war ja WTI wegen der Gespräche am Rande der UN-Vollversammlung um fast 8% gefallen.
Seit Jahresbeginn liegt der Ölpreis aber immer noch rund 60% im Plus.
Und das ist auch eines der Rätsel dieser Tage.
Das hat nämlich auch mit den Renditen zu tun.
Öl und Renditen sind nach oben gegangen.
Die zehnjährige amerikanische Rendite ist am Freitag auf 5,18% gestiegen.
Und das ist der höchste Stand seit der Finanzkrise.
Und die Börsen, die stehen trotzdem.
nahe ihre Allzeithochst.
Also das ist halt, wie gesagt, das Rätsel.
Tja, das Wall Street Journal hat dafür die Geschichtsbücher aufgeschlagen.
1994 hat Greenspan, der damalige FED-Chef, die Märkte mit einer Zinserhöhung überrumpelt.
Der S&P 500, der fiel um bis zu 8 Prozent und erholte sich dann trotz weiter steigender Renditen.
2016 stiegen Aktien und Renditen sogar gemeinsam und 2022 war für beide ein Horrorjahr.
Heißt übersetzt, Bullen und Bären finden jeweils das passende Jahr für ihre These.
Aber was ist diesmal anders?
Oder eben auch besonders.
Und was besonders ist, dass das Wachstum einem gigantischen KI-Investment-Boom der Tech-Konzerne hängt.
Und denen scheinen die Zinsen offenbar ziemlich egal zu sein.
Und ein Analysedienst hat sehr schön zusammengebracht die Stimmung an den Märkten.
Das eine ist Taco, das andere ist Muse.
Taco kennen wir ja, Trump always chickens out.
Im Zweifel wird er zurückruhiert, haben wir ja beim Iran auch gesehen.
Und Muse ist Meta's neuer KI-Agent.
Und die Aktie von Meta hat in der vergangenen Woche trotz Rücksetzer am...
Freitag rund 13 Prozent zugelegt und kratzt eine 2-Billionen-Dollar-Marke.
Am Freitag hat Microsoft nachgezogen und war mit plus 3,7 Prozent Spitzenreiter im Dow.
Der Konzern hat Copilot neu aufgestellt, samt einem Daueragenten namens Autopilot als digitalem Kollegen.
Beim KI-Boom lohnt ein zweiter Blick.
Das Journal fragt, woran man merkt, dass die Party vorbei ist.
Die Antwort, wenn das frische Kapital versiegt.
Das Stichwort heißt Funding Gap.
Den Begriff kennt man aus der Dotcom-Zeit, als Pets.com das Geld ausging.
Tja, und den großen KI-Playern scheint das noch nicht auszugehen, das Geld.
Es gab so ein paar kleinere Warnzeichen.
OpenAI hat ja den Börsengang in diesem Jahr ausgeschlossen.
Antropic hat ihn von Oktober auf November verschoben.
Aber das heißt nicht, dass es kein Geld mehr gibt.
Es fließt weiter Geld.
Antropic hat mit Akamai einen Sieben-Jahres-Vertrag über 11,6 Milliarden Dollar geschlossen.
Und die Akamai-Aktie, die ist daraufhin am Freitag zeitweise 16 Prozent gestiegen.
Und zum Schluss wird das Plus dann immer noch rund 10.
3 Prozent.
Mal eben 11 Milliarden.
Weniger rund läuft es bei Boeing.
Es gibt einen neuen Softwarefehler bei der 737 MAX.
Eine automatische Navigationsfunktion kann nach einem Durchstartmanöver ausfallen.
Southwestern United wollen keinen neuen Jet mit dieser Software mehr annehmen und die FAA ermittelt auch.
Das könnte die Zulassung der MAX 10 verzögern.
Und ungemütlich könnte es auch bei Kiewstar losgehen.
Das ist ja der ukrainische Mobilfunkanbieter, der in Amerika an der Börse ist.
Russland hat nämlich den Hauptsitz in Kiew bombardiert von Kiewstar.
Und die Aktie, die hat seit dem Börsengang trotzdem rund 30 Prozent gewonnen und geht immer hoch, wenn es ein bisschen Friedenshoffnung ist.
Und naja, nach dem Bombardement.
Könnte es ungemütlich werden.
Aber was in Deutschland passiert, da gab es noch was Positives.
Am Freitag werden ja schon in der Samstagsfolge so ein bisschen darüber berichtet.
Nämlich eine große Übernahmegeschichte.
BASF lotet einen Kauf von Evonik aus.
BASF fiel am Freitag um 3,6 Prozent und war Schlusslicht im DAX.
Und Evonik war mit 7,2 Prozent Spitzenreiter im DAX.
Das ist halt immer so der Klassiker.
Der Käufer zahlt, der Gekaufte feiert.
Und die Schlüsselrolle kommt jetzt der RAG Stiftung zu, die rund 43 Prozent an Evonik hält.
Ja, dann schaue ich jetzt mal auf die Termine diese Woche bei OpenAI ist Entwicklertag am Dienstag.
Neuer KI-Agent könnte präsentiert werden.
Zahlen kommen von Micron, Accenture und Nike.
Tesla wird voraussichtlich Auslieferungszahlen fürs dritte Quartal veröffentlichen.
Deutschland und die Euro-Inflation werden bekannt gegeben aus den USA.
kommen ebenfalls Arbeitsmarktdaten und Inflationszahlen.
Gleich heute wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen, und zwar vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments.
Neben dem geldpolitischen Kurs der Währungshüter könnte es dabei auch um Personalfragen gehen.
Seit Monaten gibt es Gerüchte, Lagarde könnte ihren Posten noch vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 räumen, um die Nachfolgesuche zu erleichtern.
Borussia Dortmund kommt dann noch mit Jahreszahlen aus den USA, kommen Zahlen von Jefferies und Vale Resorts.
ThyssenKrupp hat Kapitalmarkt-Tag zum Stahlgeschäft und Total Energie ebenfalls Investorentag, genau wie Roche.
Das Thema des Tages.
Holger, Lea und Daniel haben es am Freitag schon mal kurz angesprochen, aber was da bei Oracle passiert ist, das müssen wir uns heute im Thema des Tages noch einmal genauer anschauen.
Denn wenn unser Kollege Benedikt Fußtrecht hat und der kennt sich mit der KI-Branche nun mal ziemlich gut aus, dann könnte das der Anfang vom Ende des billigen Geldes für den KI-Hype gewesen sein.
Und ihr habt ja...
schon eben in den Märkten gehört, am Geld könnte dann die Blase endgültig zum Platzen kommen, wenn es kein Geld mehr gibt.
Und deswegen nochmal kurz die Erinnerung, worum es da geht oder worum es da ging.
Und das haben wir schon der...
Eckert und die Lea kurz gesagt.
Oracle will eigentlich rund 18 Milliarden Dollar in Donna Ana County im Süden von New Mexico verbauen.
Auf etwa 1400 Hektar plant Oracle unter dem Codenamen Project Jupiter ein gigantisches Rechenzentrum.
Und dort sollen die Supercomputer für die Kooperation mit OpenAI laufen.
Und jetzt kam vergangene Woche aber eine juristische Notbremse.
Das Oracle Management hat eine Mitteilung über höhere Gewalt verschickt.
Force Majeure.
Das macht man eigentlich bei Naturkatastrophen.
so wie Erdbeben oder Fluten eben bei höherer Gewalt.
Aber Oracle sagt jetzt, dass das Rechenzentrum womöglich nicht rechtzeitig fertig wird.
Und auch das wäre höhere Gewalt und deswegen wolle man keine Miete zahlen.
Formal zuständig für die Anlage ist eine Zweckgesellschaft des Finanzinvestors Blue Oil.
Bloomberg und CNBC haben berichtet, dass Oracle Mietzahlungen aufschieben will, weil der Komplex mit 2,45 Gigawatt nicht wie geplant 2028 ans Netz geht.
Mit Naturgewalt hat das allerdings nicht so viel zu tun.
In New Mexico geht es eher um lokale Proteste, Klagen von Umweltverbänden und verweigerte Durchleitungsrechte für eine geplante Erdgaspipeline, die nämlich diese Baustelle und dann später das Rechenzentrum mit Energie versorgen soll.
An der Börse kam die Aktion jedenfalls nicht gut an.
Die Oracle-Aktie hat wegen der Nachricht teilweise um mehr als 5% verloren.
Auf Wochensicht liegt sie jetzt knapp 7% im Minus.
Und die Papiere von Blue Owl, die gaben ebenfalls nach.
Die sind jetzt knapp 3% billiger als noch vor einer Woche.
Klingt alles jetzt noch nicht so dramatisch, aber die Rechenzentren werden eben inzwischen nicht mehr nur von den Hyperscalern selbst finanziert, sondern da hängen auch noch andere Namen drin.
Blue Owl finanziert das Projekt über ein Konsortialdarlehen von...
18 Milliarden Dollar, das Geld kommt von Großbanken, genannt werden Santander, Jefferies oder auch die BNP Paribas.
Das Problem, wenn Oracle wegen der Bauverzögerung die Miete verweigert, dann verliert die Betreibergesellschaft im Grunde alle ihre Einnahmen, mit denen sie ja diese Schulden bedienen müsste.
Und dann sitzen die Banken auf den Krediten, würden sie aber gern loswerden.
An den Sekundärmärkten für Unternehmenskrediten werden sie aber schon mit Abschlägen gehandelt, zuletzt zu 89 bis 80.
91 Cent je Dollar, also ungefähr 10 Prozent günstiger.
Und das ist ungewöhnlich, denn Infrastrukturkredite für KI-Projekte, die notieren normalerweise nah am Nennenwert.
Und laut Financial Times weigern sich institutionelle Investoren bereits, den Banken die Papiere abzunehmen.
Für Santander, Jeffreys und BNP Paribas heißt das also, die Kredite bleiben erstmal in ihren Büchern und sind eben weniger wert.
Und deshalb fragt sich die Branche jetzt, ob Oracle und das Projekt Jupiter nur ein Einzelfall sind oder da eigentlich ein großer Trend dahinter steckt.
Wenn das so wäre, könnte nicht nur die KI-Blase platzen und die ganze Branche mit runterziehen.
Womöglich wäre das dann sogar der Anfang einer neuen Finanzkrise.
Und Bernstein Research hat Mitte September eine Analyse veröffentlicht, wonach in den kommenden Jahren fast zwei Drittel aller geplanten Rechenzentrumsprojekte in Nordamerika scheitern könnten, vor allem an der Finanzierung und an fehlenden Netzanschlüssen.
Analyst Chad Dillard rechnet vor, dass die gemeldeten Pläne für Rechenzentren in Nordamerika 404...
Gigawatt umfassen.
Nur 35 Prozent davon können aber grundsätzlich gebaut und mit Strom versorgt werden.
Tja, und bei den anderen 65 Prozent will man dann natürlich lieber nicht der Geldgeber sein.
Aber ohne Kreditgeber geht es eben nicht.
In den vergangenen Jahren konnten die großen Cloud-Betreiber ihre Infrastruktur entweder aus eigenen Gewinnen bezahlen oder über extrem günstige Anleihen refinanzieren.
Wenn jetzt aber die ersten Projekte schon im Bau scheitern, ändert sich die Risikokalkulation der Investoren komplett.
Die Ära des Billigungs- Geldes für KI-Infrastruktur, die wäre dann vorerst vorbei.
Und Morgan Stanley schätzt den weltweiten Investitionsbedarf für Rechenzentren bis 2028 auf 2,9 Billionen Dollar.
Und die großen Hyperscaler, also Amazon, Google, Microsoft oder Oracle, können laut Analyse im selben Zeitraum aber nur rund 1,4 Billionen Dollar aus ihrem operativen Cashflow stemmen.
Bleiben 1,5 Billionen, die irgendwie über Fremdkapital reinkommen müssen.
Und dieses Fremdkapital wird teurer.
Die Anleihengläubiger bewerten das Risiko unfertiger Bauten neu.
Deshalb steigen die Renditen einzelner Projektanleihen bereits in den zweistelligen Bereich.
Außerdem zögern institutionelle Anleger immer öfter, überhaupt weitere Hyperscaler-Anleihen ins Portfolio zu nehmen.
Sie fürchten da einfach ein Klumpenrisiko.
Und laut.
Einer aktuellen Reuters-Analyse müssen KI-Infrastrukturfirmen inzwischen erhebliche Zinsaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen zahlen.
Softbank hat über 11 Milliarden Dollar platziert, um seine OpenAI-Planer zu finanzieren und muss dafür Coupons von bis zu 9,9 Prozent bieten, nachdem die Kredite nur ein Rating von BB Plus bekommen haben, also Schrott-Rating.
Und auch den Anleihen, die schon auf dem Markt sind, geht es nicht gut.
Laut einer Auswertung der Londoner Börse notieren...
78 von 91 in diesem Jahr ausgegebenen Hyperscaler-Anleihen mit deutlichen Kursabschlägen.
Die Ratingagenturen, die verschärfen seit Wochen ihre Einschätzung der Branche Moody's, hat Ende Juli in der Leitstudie Power Without Delivery gewarnt, dass das zentrale Kreditrisiko die nicht kalkulierbare Frist zwischen der Fertigstellung und dem Netzanschluss der Rechenzentren ist.
Denn ein Rechenzentrum ohne Strom, das erwirtschaftet nun mal keine Einnahmen.
Und dann sind dann noch die Zweckgesellschaften, über die man sich im Markt schon länger Sorgen macht.
Um ihre offiziellen Bilanzen zu schonen, weichen Konzerne wie Meta, Broadcom oder Nvidia seit etwa zwei Jahren vermehrt auf Zweckgesellschaften und Private Credit Fonds aus.
Und die Bank für internationalen Zahlungsausgleich nennt diese Praxis inzwischen Schattenverschuldung.
Fehlen dann die Stromanschlüsse für die Supercomputer, dann müssen die Konzerne mit eigenem Geld für die Kredite der Zweckgesellschaften einstehen.
Das alles könnte den KI-Boom deutlich ausbremsen, denn wenn die Energie fehlt, dann kaufen die Hyperscaler langfristig eben auch weniger Chips.
Das wiederum spürt dann vor allem Nvidia, aber auch AMD, ASML oder TSMC.
Da könnte einiges ins Rutschen geraten, wenn Oracles Project Jupiter kein Einzelfall sein sollte.
Und wir behalten das natürlich ganz genau im Auge.
Die AAA-Idee des Tages.
Philipp, wann hast du eigentlich zum letzten Mal deinen Stromvertrag gekündigt oder eine Kfz-Versicherung verglichen?
Kfz-Versicherung habe ich ja gar nicht mehr.
Ich bin ja zurzeit autolos.
Aber bei dem Stromvertrag, da legst du den Finger in die Wunde.
Ich weiß, man sollte es echt öfter tun, da mal hinzuschauen.
Aber dann kommt eben der Feierabend und Netflix gewinnt.
Ja, und genau davon, von dieser Trägheit, die du hier gerade so schön erwähnt hast, leben ganze Branchen.
Barki Irmark, das ist ja unser AAA-Stammgast und auch einer, der zu unserem Summit kommen wird am kommenden Freitag.
Und er ist auch noch Fondsmanager beim Digital Leaders Fund, hat dafür einen wunderbaren Begriff gefunden, die Bequemlichkeitsmarge.
Also das Geld, das Firmen nur verdienen, weil wir zu faul zum Wechseln sind.
Und diese Marge...
Da knabbern jetzt die KI-Agenten dran.
Und das ist keine Zukunftsmusik mehr.
Metters neuer Assistent Muse steht seit Tagen auf Platz 1 der US-Download-Charts mit über 300.000 Downloads pro Tag.
Der Buchtermine kauft ein, kündigt Abos und optimiert Tarife.
Also all das, wozu du und ich abends eben keine Lust mehr haben.
Und die Börse, die hat sofort reagiert.
Meta legt zu, dafür rutschten Charles Schwab, die Versicherer Allstate und Progressive, Booking, Airbnb, Verizon und sogar die Fitnesskette Planet Fitness ab.
Und deshalb schauen wir der Triple-E-Di heute mal drauf, wer im Zeitalter der KI-Agenten gewinnt und wer verliert.
Das wäre natürlich die Katastrophe, wenn jetzt alle Fitnessstudio-Verträge gekündigt werden, die nicht genutzt werden.
Aber das ist eine düstere Vision.
Fangen wir mit dem Verlierern an.
Dafür haben die Händler von Goldman Sachs einen eigenen Korb gebaut, der heißt tatsächlich Consumer...
Inertia, Inertia wie Trägheit, also Konsumententrägheit.
Und die Empfehlung, die lautet, auf fallende Kurse setzen.
Und drin sind Firmen, deren Kunden oft nicht nur wegen des tollen Produkts bleiben, sondern eben weil Wechsel Mühe macht und eben so ein bisschen die Konsumententräger sind.
Und der größte Block ist mit 30 Prozent sind Abos und Verträge.
Dann kommen mit 22,5 Prozent klassische Bankeinlagen, also das Konto, auf dem euer Geld zu mickrigen Zinsen herumlungert.
Goldman hat dazu einen schönen Satz.
Das Internet hat Informationen billiger gemacht, KI-Agenten machen das Wechseln billiger.
Wenn der Agent jede Nacht nachschaut, ob es mehr Zinsen oder eine günstigere Police gibt, ist es möglicherweise mit der Treue vorbei.
Dann könnte man sich sogar einen Bankrun vorstellen, wenn alle Agenten gleichzeitig machen.
Aber die Leute werden es wahrscheinlich nicht alle gleichzeitig nutzen.
Insofern müssen wir da jetzt hier...
keinen Doom verbreiten.
Aber die Zahlen, die sind schon jetzt brutal, wenn man sich diesen Index mal anschaut.
Seit Ende August 2021 hat der Trägheitskorb knapp 11 Prozent gebracht.
Also 11 Prozent plus, aber seit August 2021 inklusive Dividenden.
Und der S&P, der hat im selben Zeitraum fast 84 Prozent abgeworfen.
Ja, das muss man sich mal vorstellen.
Das sind rund zwei Prozent pro Jahr für diesen Goldman-Korb gegen knapp 13 für den S&P.
Ironie der Geschichte, da hätte sogar ein langweiliger Euro-Geldmarktfonds wie der Amundi Euro Overnight Return mehr gebracht.
Und die Abwärtsbewegung dieses Trägheitskorbs, die beschleunigt sich.
Als Goldman den Short am 9.
September vorgeschlagen hat, stand der Korb noch bei knapp 97 Punkten.
Am Freitag waren es dann gut 88 minus knapp 9 Prozent in gut zwei Wochen.
Da hat Mews nochmal kräftig nachgeholfen.
Aber jetzt zu den Gewinnern.
Das ist ja eigentlich das Interessantere.
Die suchen die Goldman-Analysten in einer...
dicken Studie zum Einkaufen per Agent.
Ihr Kernsatz, das Geld folgt künftig der Kaufabsicht.
Wer die einsammelt, der kassiert.
Früher ging es ja darum, wem der Laden gehört.
Heute darum, wen der Agent auswählt.
Und ein Agent zeigt euch nicht 10 Seiten Suchergebnisse, sondern eher so 2, 3 Vorschläge.
Dazu gibt es eine herrliche Anekdote.
Mondelez hat festgestellt, dass die Oreos nur in 10% der Chatbot-Empfehlungen für Kekse auftauchten.
Der Grund, man hatte die Bots von der...
eigenen Webseite ausgesperrt.
Da wird jetzt hektisch nachgebessert.
Das ist eine ganz andere Cookie-Geschichte im Internet.
Und Suchmaschinenoptimierung, das war gestern.
Und jetzt kommt die Agentenoptimierung.
Goldman nennt zuerst die Plattform mit den meisten Nutzern.
Meta, Alphabet dazu, Amazon und Walmart.
Weil Agenten gern dort bestellen, wo Lager und Lieferungen zuverlässig sind.
Moment mal, Amazon, die haben Muse doch gerade erst den Zugang gesperrt, oder?
Ja, und genau da liegt auch noch eine große Frage.
Wem gehört der Kunde?
Amazon will seine Daten, sein Werbegeschäft und Prime nicht an einen fremden Agenten verlieren.
Meta hat prompt mit einer Partnerschaft mit Shopify gecontert.
Shopify steht bei Goldman übrigens auch auf der Gewinnerliste.
Aber Google könnte doch Opfer werden, wenn niemand mehr Suchergebnisse anklickt.
Ja, das ist tatsächlich ein Risiko.
Aber da gibt es auch eine Gegenthese in der wunderbaren Studie.
Google kann nämlich die neue Einkaufsoberfläche selbst anbieten.
Wer weiß, was du kaufen willst, bleibt für Werbung wertvoll.
Und Werbegeld könnte von Suchanzeigen zu Empfehlungen innerhalb der Assistenten wandern.
Google muss diesen Übergang allerdings meistern.
Mein Lieblingsteil ist aber die Infrastruktur.
Wenn ein Agent für euch bezahlt, dann muss jemand prüfen, ist das wirklich euer Agent oder ein Betrüger.
Hier setzt Goldman auf Visa und Mastercard, auf die Auskunft Thain, Equifax und TransUnion, den Scoring-Spezialisten FICO und den Netzwerkschützer Cloudflare.
Und bei Freiko sehen die Analysten 76 Prozent Kursbezahlen.
Die haben zuletzt kräftig verloren, weil die als KI-Verlierer galten.
Jetzt scheint sich das zu drehen.
Und das ist auf jeden Fall schon mal eine Ansage, 76 Prozent.
Und früher mussten Händler Menschen von Bots unterscheiden.
Künftig müssen sie gute Agenten von Bösen unterscheiden.
Das klingt ja erst einmal ziemlich verlockend, aber wo ist jetzt der Haken?
Naja, man könnte...
zwei Haken da sehen.
Erstens spricht Goldmann selbst von einem Übergang über drei bis fünf Jahre, ähnlich wie beim Online-Handel.
Und zweitens ist auch irgendwie die Haftung ungeklärt.
Bisher war es ja immer der Händler, der haften musste.
Wenn irgendwas schief gegangen war, hast du zurückgeschickt und fertig.
Was ist eigentlich jetzt, wenn der Agent Mist baut?
Ja, und ich hätte noch einen dritten möglichen Haken.
Bequemlichkeit kann auch der neue Burggraben sein.
Wenn ich meinen Agenten erstmal alle Konten und Verträge anvertraut habe, wechsle ich den nicht mehr so schnell.
Die Trägheit, die verschwindet nicht, die wandert einfach nur weiter.
Stimmt, das war ja auch ein ganz kluger Punkt.
Goldman fragt selbst in der Studie, ob da nicht einfach ein neuer Mautkassierer entsteht.
Und bei Meta sehen die Analysten nicht mehr wirklich Luft nach oben, nachdem die Aktie ja zuletzt 30 Prozent in den vergangenen Wochen zugelegt hat.
Ihr solltet euer Depot durchgehen und fragen, wo stecke ich in Firmen, die vor allem von der Faulheit ihrer Kunden leben?
Und bei den Gewinnern, da solltet ihr auf Mautstellen achten, also Visa und Mastercard.
Die verdienen, egal welcher Agent das Rennen macht.
Und wer am Ende den Agentenkrieg gewinnt, das ist noch völlig offen.
Da sind mir die Schaufelverkäufe, die du gerade genannt hast, lieber als die Plattformwette.
Und wer tiefer einsteigen will, Baki Irmak, ich hatte es ja schon erwähnt.
Der kommt zum AAA-Summit und sitzt bei mir auf einem Panel zusammen mit Henrik Leber und anderen spannenden Menschen.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an AAA, also aaa.welt.de oder ihr hinterlasst uns eine Bewertung hier in eurem Podcast-Player oder auf Instagram.
Das war mal wieder eine erwartbar polarisierende Samstagsfolge mit Christian Angermeier.
Rudi hat gemailt und schreibt, ganz egal, wie man zu seiner Person oder seinen Projekten stehen mag, beste Folge 2026.
Da geht Heinz jetzt nicht ganz mit.
Ich zitiere mal aus seiner Mail.
Diese Folge war so unerträglich, dass ich nach einer Stunde abgeschaltet habe.
Warum?
USA ist besser, Testosteron ab 40.
Da habe ich schon 30 Jahre verpasst.
Arbeit stirbt aus, KI wird uns auslöschen, Enhancement und Longevity.
Und zum Schluss noch die Sinnsuche.
Ich habe im Finanzsektor unter anderem in den USA gearbeitet.
Glaubt nicht dem Märchenonkel.
Tja, zwei Meinungen, die quasi exemplarisch für das ganze Spektrum des Feedbacks stehen.
Aber er kann nicht nach einer Stunde ausgeschaltet haben, weil er Sachen anspricht, die später als eine Stunde gewesen sind.
Also der Heinz hat ein bisschen geflunkert.
So, auf jeden Fall gab es auch noch jede Menge Mails von Hörerinnen und Hörern, die Heikos Ticket für den AAA Summit am Freitag haben möchten.
Wir werden ja Heiko auch auf der Finance 26 getroffen und er kann leider nicht kommen und er wird sein Ticket verlosen.
Das haben wir am Samstag gemacht und wir melden uns beim Gewinner oder bei der Gewinnerin.
Für alle anderen gilt, ein paar Restkarten gibt es noch.
Wenn ihr dabei sein wollt, finden die alle Infos in den Shownotes.
Und wenn ihr schon immer mal Fragen an uns Hosts loswerden wolltet, Fragen, die ihr bisher noch nicht gewagt habt zu stellen oder die wir noch nie beantwortet haben, dann ist das jetzt eure Chance und zwar die letzte.
Nicht die letzte, zumindest bis zum Summit.
Es wird nämlich ein Quiz geben mit Lea und Philipp.
Und dabei gibt es dann nicht nur Einblicke hinter die Kulissen und echt gute Preise zu gewinnen, sondern auch die Chance, eure offene Frage an uns mal loszuwerden.
Schickt uns einfach eine Mail mit euren Fragen und wenn ihr die Auflösung nicht verpassen wollt, Dann solltet ihr natürlich, klar, am Freitag zum Gipfel kommen.
Und natürlich gilt für alle anderen, die nicht kommen können, aus welchen Gründen auch immer, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und wir hören uns dann morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
