# Bitcoin Surge, Oil Tanker Boom, and AI Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-22

## Transcript

Der Bitcoin geht durch die Decke, Preise für Öltanker gehen durch die Decke und Novo Nordisk ist gestern mal wieder nicht durch die Decke, sondern hat die Börse mit den Zukunftsplänen enttäuscht.
Wir schauen, was da alles los war an der Börse und eine Pokémon-Aktie gibt es auch noch.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Dienstag, der 22.
September und das ist ohne Aktien wird schwer.
Gesponsert wird dieser Podcast von Scalable Capital, wo es mittlerweile eine KI-Integration gibt.
Ihr könnt also euer Depot direkt mit JetGPT oder Cloud verbinden und dann nicht nur das Depot analysieren, sondern auch direkt traden.
Mehr Infos gibt es wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ziemlich aus dem Nichts ist der Bitcoin gestern über 85.000 Dollar gestiegen, damit den höchsten Stand seit Ende Januar und das obwohl ja noch letzte Woche der Clarity Act in den USA gescheitert ist, also die Kryptoregulierung, auf die alle warten.
Wieso ist der Bitcoin dann also gestern gestiegen?
Das ist ehrlicherweise ein bisschen schwer zu sagen.
Eine Begründung ist, dass Investoren bei Tech-Aktien und auch beim Bitcoin ja schon lange Angst vor steigenden Zinsen hatten.
Jetzt wurde der Leitzins letzte Woche angehoben und es hatte erstmal keine großen Effekte.
Die eine große Sorge ist also ein bisschen weg.
Und auch der Clarity Act ist zwar erstmal gescheitert, das heißt aber auch, dass es eigentlich nur noch besser werden kann, wenn er dann doch noch durchgeht.
Und dazu hat Christoph ja am Freitag erzählt, dass die Börsenaufsicht der Amis Aktienhandel auf der Blockchain erlaubt hat.
Das waren also mal gute regulatorische Nachrichten.
Und dazu kommt, dass der Bitcoin ja generell eine starke Trading-Dynamik hat.
Es gibt also viele Investoren, die auf fallende Kurse wetten.
Wenn die Kurse dann ein bisschen steigen, müssen sie einfach gesagt selbst kaufen, um eben keine hohen Verluste zu machen.
Und das treibt den Kurs dann noch weiter nach oben.
Und gleichzeitig gibt es eben viele Momentum-Trader, die sofort aufspringen, wenn sie merken, dass sich der Kurs nach oben entwickelt.
Aber diese ganzen Themen sind fairerweise auch eher kurzfristige Gründe und jetzt noch nichts, was den Bitcoin unbedingt langfristig treibt.
Was ich gestern so oder so noch krasser fand als den Bitcoin-Kurs, ist der Preis, einen Very Large Crude Carrier, also einen großen Öltanker, für einen Tag vom persischen Golf nach Asien zu chartern.
Anfang des Jahres hätte sich ein Schiffseigentümer gefreut, wenn er für so ein Schiff 50.000 Dollar am Tag kriegt.
100.000 Dollar am Tag wären schon extrem gut gewesen.
Mittlerweile kostet es laut Bloomberg über eine Million am Tag.
Dass die Preise so stark steigen, liegt übrigens erstens logischerweise daran, dass bestimmte Routen einfach gefährlicher geworden sind, Schiffe außerdem oft länger fahren müssen, um gefährlichere Regionen zu umfahren.
Und es liegt auch daran, dass es nur relativ wenige von diesen großen Öltankern gibt, nämlich nur um die 900 auf der ganzen Welt.
Und die gehören dann auch noch zu großen Teilen drei Firmen, nämlich Sinucor, Frontline und MSC.
Die große Frage wird natürlich sein, wie lang das Preisniveau so halten kann und es gibt auf jeden Fall paar Player, die das gute Klima jetzt schnell ausnutzen wollen.
Der Rohstoff-Trader Trafigura will zum Beispiel seine Tochterfirma Volare Shipping an die Börse bringen, die sich genau auf solche großen Öltanker fokussiert.
Ob die damit langfristig so ein gutes Geschäft machen wird, ist schwer zu sagen.
Einerseits gibt es die These, dass die Preise auch nach der Krise höher bleiben als davor, weil sowieso viele alte Schiffe im Umlauf sind und weil manche längere Routen, die jetzt wegen der Krise verstärkt aufgenommen wurden, vielleicht bleiben und eben vielleicht auch, weil die paar Firmen, die so viele Schiffe haben und so viel Marktmacht haben, ihre Preise nicht in den Keller treiben werden.
Andererseits gibt es aber auch kritische Stimmen, zum Beispiel, dass sehr viele neue Öltanker bestellt wurden, was in ein paar Jahren zu Überkapazität führen könnte.
Spannend fand ich übrigens auch, dass Volare gerade mal sechs Schiffe hat und acht, die sie bestellt haben.
Es ist nämlich gerade so, dass gebrauchte Schiffe sogar mehr wert sind als ein neues Schiff, auf das man noch zwei Jahre warten muss, weil man eben in der Zwischenzeit wahnsinnig viel Geld damit verdienen könnte.
Wenn ich also ein Schiff bestellt habe, das in einem Jahr oder einem halben Jahr kommt, ist alleine dieses Lieferrecht schon wahnsinnig viel Geld wert.
Neben Öltankern gab's gestern durch die Bank gute Stimmung bei Tech-Aktien und vor allem bei KI-Aktien wie AMD oder Intel.
AMD hat sogar das erste Mal ever über 1000 Milliarden Dollar Börsenwert erreicht.
Und das lag unter anderem auch daran, dass die Ölpreise und Zinsen auf Staatsanleihen endlich mal bisschen gesunken sind.
Und dann gab's im KI-Bereich noch paar überraschende Profiteure, zum Beispiel Accenture, die gelten mit ihrem Beratungsbusiness ja eigentlich als KI leidtragender, aber gestern hat die Aktie mal um die 3% zugelegt, weil sie einen großen Deal mit Anthropic gemacht haben und Accenture soll Anthropic dabei helfen, die Sicherheit ihrer KI zu testen.
Das an sich ist jetzt nicht unbedingt ein gigantischer Deal, der die Firma massiv nach vorne bringen wird, aber es zeigt eben, dass es immer noch Themen gibt, wo eine große, tendenziell smarte Belegschaft an Beratern immer noch sinnvoll sein kann, auch in Zeiten von KI.
Noch überraschender als den Accenture-Deal fand ich aber, dass die Aktie von Kühne und Nagel, also dem Logistikunternehmen um die 4% zugelegt hat, die haben nämlich einen großen Vertrag mit Amazon gemacht, wobei es vor allem darum geht, Komponenten für Rechenzentren von A nach B zu liefern.
Durch den Deal könnte Kühne und Nagel mit Amazon mehrere Milliarden Umsatz im Jahr machen, aktuell sind es paar hundert Millionen und Amazon will auch was davon haben, dass sie einer Firma so viele Aufträge zuschieben und dafür kriegen sie erstens wahrscheinlich ziemlich gute Preise und zweitens haben sie Optionen gekriegt, dass sie in den nächsten Jahren Kühne und Nagel Aktien zum aktuellen Kurs kaufen dürfen.
Und die letzte KI-News ist die absurdeste.
Sie kam von der französischen Immo-Firma Emeria.
Die haben in der Investorenpräsentation, die an Bloomberg gelegt wurde, ihren Gewinn aufgehübscht, indem sie 20 Millionen Dollar an Einnahmen durch den Effizienzgewinn von ihrer KI-Strategie verbucht haben.
Das wäre jetzt gar nicht so überraschend, nur ist das nicht der Effizienzgewinn des letzten Jahres, es ist der Effizienzgewinn, den sie für die nächsten zwei Jahre erwarten und sowas als Gewinn heute zu verbuchen, ist schon ziemlich absurd.
Und zum Schluss noch ein Deal aus der Alkoholwelt.
Behrensen, also die Firma hinter Marken wie Pushkin Wodka oder Mio Mio, soll vom amerikanischen Alkoholkonzern Zazerac gekauft werden.
Für Zazerac ist das ein ziemlich kleiner Deal.
Die wollten nämlich dieses Jahr schon für 15 Milliarden Dollar Brown Forman kaufen, also die Firma hinter Jack Daniels.
Und jetzt kaufen sie eben für nicht mal 100 Millionen Dollar Behrensen.
Für die ist der Deal zumindest positiv.
Die Aktie ist gestern über 20 Prozent gestiegen.
Bei Novo Nordisk gab es gestern den Kapitalmarkt-Tag, wo sie die Strategie für die nächsten Monate vorgestellt haben.
Richtig überzeugt hat es die Börse aber mal wieder nicht und die Aktie ist über 5% abgeschmiert.
Wieso sie abgeschmiert ist und wie jetzt die Zukunft von Novo Nordisk aussieht, haben wir mit Nikolas Schmidling besprochen.
Manche kennen ihn vielleicht noch aus unserem Deep Dive Anfang des Jahres, da haben wir über Abnehm-Spritzen gesprochen.
Die Folge kann ich übrigens sehr empfehlen.
In dem Deep Dive merkt man auch, dass Nikolas in der ganzen Branche wirklich sehr tief drin ist und auch mit dem Fonds von seiner Firma, der Profitlich Schmidlin AG, investiert er in einige Aktien aus dem Pharma-Bereich und das ist immerhin ein Fonds mit rund 500 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen.
Aber damit genug der Vorrede und zu seiner Einschätzung.
Der Capital Markets Day von Novo Nordisk heute war relativ ereignisarm aus unserer Sicht mit eigentlich nur inkrementellen Updates.
Das Kernproblem des Novo Nordisk Investment Case ist, dass das Unternehmen von nur einem Produkt, nämlich dem bekannten SEMA Glutide, abhängig ist, welches für den Großteil der Umsätze steht und in rund fünf Jahren den Patentschutz in großen Märkten wie den USA und der EU verlieren wird.
Simaglutide, auch bekannt unter den Markennamen VEGOVI und Ostempig, macht aktuell so rund 70% der Umsätze von Novo Nordisk aus und wird von zwei Seiten angegriffen.
Zum einen hat Ida Lilly mit Tearsapetide ein Abnehmmedikament mit höherer Effektivität und besserem Nebenwirkungsprofil auf dem Markt und gewinnt Marktanteile zu Lasten von Novo Nordisk.
Und zum anderen herrscht eben ein großer Preisdruck bei GLP-1 Abnehmmedikamenten.
Die Volumen steigen also, die Umsätze aber nur unterproportional.
Heute auf dem Kapitalmarkttag hat das Unternehmen dann verkündet, mit rund 5% pro Jahr beim Umsatz bis 2030 wachsen zu wollen.
Bei stabilen Margen bedeutet auch der Gewinn mit ungefähr 5% pro Jahr wachsen.
Das ist aus unserer Sicht in Summe schon vorstellbar.
Das wirkliche Problem kommt aber danach mit dem Ablauf des Himaglutide-Patents im Jahr 2031 und 2032 in der EU und respektive den USA.
Ja, und es ist im Grunde jetzt so, würde Novo Nordisk alle Gewinne, die heute zwischen heute und 2031, 2032 anfallen, einfach voll ausschütten können, dann würden die Aktionäre damit in der Tat einen großen Teil ihres Investments zurückhalten.
Aber das wird aus unserer Sicht eben nicht passieren, da Novo zum einen weiterhin massiv in den Kapazitätsausbau investiert und mit Sicherheit große Beträge in Übernahmen stecken wird, um die Patentklippe nach 2032 auszugleichen.
Und das macht den Investment Case hier wirklich relativ schwer berechenbar.
Und Novo wird zwar in den nächsten Jahren neue Abnehmen Medikamente wie Kakizema und Krakulintide auf den Markt bringen, aber in dem Zeitraum kommen dann eben auch Roche, Amgen, Pfizer und viele weitere große Pharmaunternehmen eben in diesen Abnahmemarkt mit rein, was zu einem weiteren Preisverfall führen wird.
Der Kapitalmarkt Tag heute hat noch relativ viele Informationen zur Pipeline.
außerhalb der Abnehmprodukte enthalten.
Aber es wird eben recht schwer hier, damit mit einzelnen Medikamenten den Patentablauf eines der größten Medikamente aller Zeiten dann wirklich auszugleichen.
Ich nehm doch keine Abnehmspritze.
Komm mir nicht so mit solchen Gerüchten.
Ich nehm Zunehmenspritze.
In den letzten Monaten kriege ich auch in meinem Umfeld immer wieder mit, dass Erwachsene auf einmal anfangen, im größeren Stil Pokémon-Karten zu sammeln.
Einer der größten Profiteure von diesem Trend hatten wir aber noch nie im Podcast und das holt jetzt Christoph nach.
Bevor wir auf die Firma schauen, kurz zum Hype.
Was Noah sagt, sieht man nämlich in den Zahlen.
Der weltweite Markt für Sammelkarten wird auf 10 bis 15 Milliarden Dollar geschätzt.
Allein auf Ebay wurden 2025 Karten für rund 2,5 Milliarden Dollar gehandelt.
Und die Preise sind teilweise absurd.
Eine seltene Pikachu-Karte wurde im Februar für 16,5 Millionen Dollar verkauft.
Das ist Weltrekord.
Spannend ist auch, wer kauft.
Laut einer Umfrage haben in den USA 19 Prozent der Erwachsenen im letzten halben Jahr Pokémon-Karten für sie.
selbst gekauft, aber nur ein Viertel davon spielt das Spiel überhaupt.
Und genau von diesem Hype profitiert der japanische Marktplatzbetreiber Mercari.
Das ist quasi das eBay-Kleinanzeigen von Japan nur größer gedacht.
Die Firma betreibt Japans größten Online-Marktplatz für Gebrauchtes, hat daneben aber noch ein Finanzgeschäft.
Im letzten Geschäftsjahr lag der Umsatz bei um die 1,5 Milliarden Dollar, damit ist Mercari fast 20 Prozent gewachsen.
Das war nicht immer so.
Mercari hatte lange Probleme, weil das Wachstum im Kerngeschäft immer schwächer wurde.
Aber das ändert sich jetzt.
Auch wegen der Sammelkarten.
Umso schlechter kam letztens aber eine News an.
Mercari hat zum 30-jährigen Pokémon-Jubiläum angekündigt, versiegelte Jubiläum-Sets vorerst nicht mehr zum Verkauf zuzulassen.
Solche Jubiläums-Edition sind bei Release schnell ausverkauft und dann kaufen Leute die Ware nur...
um sie sofort weiter zu verkaufen, und zwar mit großem Aufschlag.
Genau dieses Weiterverkaufen läuft normalerweise über Plattformen wie Mercari, wenn die Transaktionen nach so einem Release hochschießen, führt das aber erfahrungsgemäß zu Streit, überzogene Preise und auch Betrug.
Das will Mercari vermeiden.
Die Aktie ist am Tag der Verkündung deutlich gefallen, offenbar aus Sorge, dass Mercari dadurch Transaktionen und damit eben Provisionen entgehen.
Wie groß der Anteil von Pokémon überhaupt ist, legt Mercari übrigens nicht offen.
Die Börsenreaktion zeigt aber, dass Investoren das schon als wichtigen Teil des Geschäfts sehen.
Daneben gibt es noch zwei andere Wachstumschancen.
Die eine ist das Finanzbusiness rund um die eigene Kreditkarte Merkart.
Der Umsatz ist zuletzt um 30% gestiegen.
Die zweite Chance sind die grenzüberschreitenden Verkäufe, wenn also jemand im Ausland japanische Sachen kauft.
Das Bruttohandelsvolumen davon ist in vier Jahren um das 19-fache gewachsen und Mercari will die neue globale App bis 2028 in mindestens 50 Länder bringen.
Auch spannend ist, dass es den ersten Aktienrückkauf der Firmengeschichte gegeben hat für knapp 65 Millionen Dollar.
An der Börse ist Mercari rund 4 Milliarden Dollar wert.
Das ist das 16-fache vom erwarteten Gewinn.
Im Schnitt der letzten drei Jahre war es eher das 22-fache.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder, bis dahin, alles Gute, adios.
