# VW Crisis, AI IPOs, and Sports Marketing Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-21

## Transcript

Embapé ist jetzt On-Athlet.
Was heißt das für On und treibt es Nike noch weiter in die Krise?
Welche deutsche Pharma-Aktie geht gerade durch die Decke und wieso verfehlt Volkswagen seine Jahresziele so massiv?
Das alles klären wir jetzt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Montag, der 21.
September und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,6% Zinsen auf dem unbegrenztes Guthaben.
Auch für Kinderkonten gibt es das Ganze.
Und im PrimePlus Broker gibt es das sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen er dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Warren Buffett hat am Freitag seinen letzten großen offiziellen Posten bei Berkshire Hathaway abgegeben.
Er war ja bisher noch Vorsitzender im Board of Directors, also quasi dem Aufsichtsrat, und hat das jetzt an seinen Sohn Howard übergeben.
Dass der den Posten kriegen wird, ist auch schon länger klar.
Howard ist zwar selbst Landwirt und war nie großer Investor oder Unternehmer, aber er sitzt seit Jahren im Aufsichtsrat von Berkshire und war davor zum Beispiel auch lange im Aufsichtsrat von Coca-Cola.
Außerdem geht es in seiner Rolle ja auch eher darum, dass er sicher geht, dass Berkshire Hathaway den richtigen CEO hat, er muss selbst keine Investments machen oder die Firma führen.
Kritisch kann man aber sicher sehen, dass Howard auch schon 71 ist, eine wahnsinnig langfristige Lösung ist es also nicht unbedingt.
Die Aktie hat am Freitag übrigens auch nicht stark auf die Meldung reagiert, auch wenn der Rücktritt sicher eher ein Zeichen ist, dass Buffett sich tendenziell immer schwächer fühlt.
Eine Person in seinem Umfeld hat zum Beispiel dem Wall Street Journal auch erzählt, dass er im Juni hingefallen ist, sich das Bein gebrochen hat und ihn das wohl auch nochmal ziemlich nachdenklich gemacht hat.
Nachdenklich hat mich dann Ende letzter Woche eine deutsche Wirtschaftslegende gemacht.
VW ist nämlich seit Freitag nicht mehr im Eurostoxx 50, also einfach gesagt im Index mit den 50 wertvollsten Firmen in Europa.
Das wäre vor ein paar Jahren noch absolut unvorstellbar gewesen.
Genauso unvorstellbar, wie das VW jetzt ausgerechnet von Nokia ersetzt wird, die ja gerade so massiv vom KI-Boom profitieren.
Und genau am Freitag gab es dann auch noch andere schlechte News bei Volkswagen.
Sie haben nämlich mal wieder eine Gewinnwarnung veröffentlicht.
Die Aktie hat danach um die 6% verloren.
Und zwar ist es so, dass sich Volkswagen dieses Jahr nur noch eine operative Gewinnmarge von ca.
1% zutraut.
Bisher haben sie mit 6% gerechnet, also wirklich viel, viel mehr.
Man muss dazu aber fairerweise sagen, dass das vor allem Bilanzeffekte sind.
Es ist nämlich so, dass sich das Geschäft in China sehr schwach entwickelt, das Geschäft von Porsche entwickelt sich sehr schwach und deswegen hat VW den Wert seiner Beteiligungen an Porsche und an den Tochterfirmen in China abgeschrieben.
Alleine bei Porsche sind das 6 Milliarden Euro, die sie abschreiben und es ist natürlich so, dass sie für diese Abschreibungen kein Geld auszahlen müssen.
Das ist also kein reeller Verlust, eher ein bilanzieller Effekt.
Aber sowas hat natürlich Gründe.
Und bei Porsche war es so, dass der Aufsichtsrat da am Freitag eine Sitzung hatte und eine neue Planung für die nächste Zeit abgeschlossen hat, in der man wohl auch festgestellt hat, dass die Lage weiter sehr schwierig bleibt.
Deswegen musste VW dann auch direkt am Freitag die Abschreibung ankündigen und dazu kommt noch, dass es nicht nur Bilanzeffekte sind, vor allem die letzten zwei Monate sind wohl auch bei VW selbst nochmal deutlich schlechter gelaufen als erwartet.
Die schlechten News haben auf jeden Fall auch die restliche Branche runtergezogen.
BMW, Continental, Mercedes haben alle um die 5% verloren, der DAX insgesamt hat sogar 1,6% verloren.
Die einzigen zwei Aktien, die im Plus waren, waren Hochtief und Infineon und damit zwei KI-Profiteure.
Nach der ganzen Sorge um KI-Sicherheit Anfang der Woche war die Stimmung bei den KI-Aktien am Freitag nämlich wieder deutlich besser.
Einen klaren Auslöser dafür gab es eigentlich nicht, aber wir haben es ja in den letzten Monaten sehr gut gesehen, dass an einem Tag die KI-Stimmung schlecht ist und am anderen Tag ohne wirklich große Gründe auf einmal viel besser.
Und Fakt ist auf jeden Fall, dass es immer mehr Firmen gibt, die von dieser Stimmung was abhaben wollen an der Börse.
Am Freitag hat erstens der KI-Rechenzentrumsbetreiber N-Scale seine Dokumente für einen Börsengang eingereicht.
Und er hat wirklich sehr krasses Wachstum.
Im ersten Halbjahr von diesem Jahr haben sie 140 Millionen Dollar Umsatz gemacht.
Vor einem Jahr waren es unter 14 Millionen Dollar.
Sie haben also den Umsatz mehr als verzehnfacht.
Gleichzeitig ist es aber so, dass sie wirklich noch extrem hohe Verluste machen.
Bei N-Scale ist es sogar so, dass sie im ersten Halbjahr Abschreibungen von um die 170 Millionen Dollar für ihre Rechenzentren hatten.
Dass die Abschreibungen über dem Umsatz liegen, ist schon wirklich extrem selten.
Aber bei N-Scale ist es eben so, dass sie eine sehr kleine Firma sind, die aber jetzt schon Milliarden in KI-Rechenzentren pumpt, weil sie hofft, dass sie damit in Zukunft auch Milliarden Umsätze machen wird.
Und so kann sowas dann passieren.
Und fairerweise muss man sagen, dass sie auch schon Aufträge haben für die Zukunft.
Microsoft will zum Beispiel bei N-Scale bis 2033 insgesamt Rechenleistung für 44 Milliarden Dollar kaufen und Anthropic hat auch schon für 45 Milliarden bestellt.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das die zwei größten Aufträge sind mit Abstand.
N-Scale ist also auch sehr abhängig von Microsoft und Anthropic.
Die Bewertung beim Börsengang soll übrigens bei 35 Milliarden Dollar liegen, also ziemlich teuer.
Und wie wir schon im März erzählt haben, konnte man indirekt schon länger bei N-Scale auch an der Börse investieren, nämlich mit der norwegischen Investmentfirma Aka.
Bei der ist der Vorteil, dass sie ziemlich klein ist.
Der N-Scale-Anteil hat da also auch relevanten Einfluss auf die Firma.
Nvidia ist zum Beispiel auch bei N-Scale investiert, aber da sind das eher Peanuts.
Neben Enscale gab es dann noch eine andere Börsengangsmeldung aus einer ganz anderen Branche, aber auch eine Firma, die von KI profitiert.
Und zwar will Westinghouse an die Börse, dass eine führende Firma die Komponenten für Atomkraftwerke verkauft.
Die will zu einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar an die Börse und das ist vor allem krass, weil das kanadische Bergbauunternehmen Cameco und der Private Equity Investor Brookfield die Firma erst 2023 für gerade mal 8 Milliarden gekauft haben.
Aber seitdem hat der KI-Boom eben auch das Atomkraftthema massiv angetrieben.
Und besonders krass ist der Deal für Cameco, die halten 49% an Westfield, also nen Anteil im Wert von fast 25 Milliarden Dollar und das bei ner Firma, die insgesamt nur 40 Milliarden wert ist.
Und zum Abschluss noch paar kurze News im Schnelldurchlauf.
Trump und Dänemark haben sich endlich rund um die Situation in Grönland geeinigt, das ist also mal ein Trump-Thema, das vielleicht bald abgeschlossen ist.
Dann haben Öl- und Erdgaslieferungen durch die Straße von Humus in den letzten zwei Wochen den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht.
Das ist noch weit von der normalen Lage entfernt, aber immerhin mal gute Nachrichten.
Und laut der Financial Times plant OpenAI in einer eigenen Investorenpräsentation damit, dass sie zwischen 2026 und 2030 280 Milliarden an negativen Free Cashflow haben werden.
Zum Vergleich, die wertvollste deutsche Firma ist SAP mit 240 Milliarden Dollar Börsenwert.
Oder anders gesagt, OpenAI wird in fünf Jahren mehr Geld verbrennen, als die wertvollste deutsche Firma insgesamt wert ist.
Die Aktie von Schott Pharma hat sich in einem halben Jahr fast verdoppelt.
Was da los ist und ob es noch weitergeht, erzählt euch jetzt Christoph.
Schott Pharma macht Verpackung und Spritzen für injizierbare Medikamente.
Das sind Glasfläschchen, Kapulen und vor allem vorfüllbare Spritzen.
Klingt unspektakulär, ist aber ein gutes Business.
Dabei müssen nämlich extrem hohe Qualitäts- und Reinheitsanforderungen erfüllt werden, weil da empfindliche, teure Medikamente reinkommen.
Das können nur wenige Anbieter, entsprechend hoch sind die Margen.
Trotzdem war die Aktie in den letzten Jahren ein Problemfall.
Anfang 2024 war die Firma fast sieben Milliarden Euro wert.
Im März dieses Jahres waren es dann nur noch knapp zwei Milliarden Euro.
Es gab vor allem zwei große Probleme.
Erstens ist das Geschäft mit Polymerspritzen für Corona-Impfstoffe weggebrochen.
Und zweitens gab es einen Streit mit einem großen Kunden im Bereich Glasspritzen.
Genau da kam aber dieses Jahr die Wende.
Schott hat sich mit diesem Großkunden geeinigt und gleichzeitig die Prognose angehoben.
Es gibt keine Details, worum es in dem Streit genau ging.
Klar ist aber, dass ein Großkunde offenbar weniger Ware abgenommen hat als vereinbart und deshalb ist Schott auf dafür gebauten Kapazitäten sitzen geblieben.
Die Einigung regelt das jetzt neu, unter anderem mit Abnahmegarantien.
Und auch neben diesem gelösten Streit ist es bei Schott interessant.
Die Mainzer bauen ihr Geschäft zu hochwertigen Spezialsystemen um.
Sie gehen also weg vom simplen Glasbehälter hin zu teuren, komplexen Spritzen und Kapulen.
Die machen schon fast 60 Prozent vom Umsatz aus, was im letzten Geschäftsjahr fast eine Milliarde Euro waren.
Spannend ist auch, dass der Treiber hinter diesen Produkten jetzt ein anderer ist.
Beim Börsengang, da war noch mRNA die Hoffnung.
Jetzt ist genau diese Technologie sogar eher zur Bremse für Short Pharma geworden.
Dafür ziehen zwei andere Dinge.
Erstens die Abnehm-Spritzen, also GLP1.
Und zweitens wird das Polymer-Geschäft breiter.
Neben mRNA gibt es mittlerweile fünf Anwendungen und die Nachfrage hat deutlich angezogen.
Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz bei kosmetischen Injektionen.
Schott macht sich also unabhängiger von einem einzelnen Trend.
Das kommt alles gut an.
Seit dem tiefe März, das ich ja vorhin erwähnt habe, hat sich die Aktie wieder fast verdoppelt.
Damit ist die Firma 3,5 Milliarden Euro wert.
Das ist das 20-fache vom erwarteten Gewinn.
Gibt noch eine kleine Dividendenrendite dazu, die liegt bei einem Prozent.
Es gibt aber auch Risiken.
Der Gewinn ist im laufenden Geschäftsjahr nach neun Monaten um die 10 Prozent gefallen, unter anderem wegen Investitionen in neue Werke.
Analysten im letzten Call haben außerdem die Abhängigkeit von den Abnehmspritzen angesprochen.
Ein großer GLP-1-Hersteller hat nämlich vor kurzem Lieferverträge bei Zulieferern zusammengestrichen, weil er damit rechnet, dass weniger Mittel abgenommen werden.
Schott hält zwar mit den angesprochenen Abnahmegarantien in den neuen Verträgen dagegen, aber das Klumpenrisiko bleibt.
Wenn man Analysten glaubt, soll Schott Pharma aber 2027 und 2028 mit rund 10% beim Gewinn wachsen.
Dafür ist ein KGV von 20 nicht super günstig, aber auch nicht teuer.
Kylian Mbappé hat einen 10-Jahres-Vertrag bei ON unterschrieben und obwohl Nike die Partnerschaft wohl zuerst nicht verlängert hat, also die Kündigung von ihrer Seite ausging, zeigt das aus meiner Sicht deutlich mehr über die Nike-Krise als über die Zukunft von ON.
Aber fangen wir trotzdem bei ON an.
Die haben nicht nur Mbappé als erstes großes Fußballtestimonial, sondern auch Thierry Henry als Director of Football geholt.
Die meinen es also ernst mit dem Thema und wenn ON noch lange wachsen will, macht es auch Sinn, einen der größten Sportmärkte anzugehen.
Dort kann On dann nämlich nicht nur mit Fußballschuhen Geld verdienen logischerweise, sondern gleichzeitig in einer großen Zielgruppe auch die normalen Schuhe nochmal stärker pushen.
Trotzdem ist aus meiner Sicht auch ein Zeichen für das Problem, in dem On eh schon ein bisschen steckt.
Die Zahlen sind weiter ziemlich stark bei ihnen, aber die Frage ist, wie gut sie das Wachstum langfristig halten können und um das zu tun müssen sie eben mehr weg von der Kernzielgruppe der Läufer und mehr Geld in Werbung und Testimonials pumpen.
Das ist notwendig, macht das Business aber auch anfälliger für Trends und tendenziell margenschwächer, wenn eben die Werbekosten weiter stark steigen.
Und wie gut das Fußballbusiness funktionieren wird, ist noch total unklar.
Daran ändert auch die News jetzt nicht viel.
Viel spannender wird es bei On aus meiner Sicht am Dienstag.
Da haben die nämlich Investorentage und legen die Pläne für die nächsten Jahre vor.
Da kommt also dann vielleicht auch raus, was sie genau im Fußballbusiness planen.
Aber wie am Anfang gesagt, ist die Nachricht vielleicht sogar für Nike wichtiger.
Laut CNBC hat Nike den Vertrag mit Mbappé zwar von ihrer Seite nicht verlängert, was am Ende aber sicher an Preisvorstellungen gescheitert ist.
Und spannend ist dann eben, dass Mbappé nicht zu Adidas oder Puma oder einer anderen großen Fußballmarke geht, sondern eben zu einer ganz neuen Fußballmarke.
Und das ist generell ein Trend bei Sportlern, genau wie Steph Curry zum Beispiel zu Leaning in China gegangen ist.
Gerade die großen Namen im Sport sehen sich heute nämlich immer mehr als Unternehmer, die eigene Marken und Projekte wollen und sich nicht als einer von 10.000 Nike-Athleten sehen.
Und das können sie heute auch deshalb so gut, weil sie über Social Media und Co.
einfach selbst riesige Reichweiten haben, über die sie dann direkt Werbung machen können.
Wenn das so ist, wird es aber immer schwerer für Nike oder Adidas, wie früher die allermeisten großen Sportler unter ihrer Marke zu haben und damit wird es auch viel schwerer, so hohe Marktanteile zu haben, wie Nike früher hatte oder teilweise immer noch hat.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder, euch einen guten Start in die Woche.
Adios!
