# German Energy Subsidies and Market Volatility

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-09-19

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Defner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Es war schon wieder eine Bärenwoche, diese dritte Septemberwoche.
Wieder eine Minuswoche.
Ungefähr einen Prozent hat der DAX verloren, also der September macht seinen Beruf.
Alle Ehre, muss man leider sagen.
Die Zinsängste haben uns weiter belastet.
Der weiter hohe Ölpreis hat uns belastet.
Und zum allem Überfluss gab es dann am Freitag, kurz vor Börsenschluss, noch eine Gewinnwarnung von VW, die dann den ganzen Autosektor runtergezogen hat.
Und sowohl der Bulle als auch der Bär haben die Wette verloren.
Weil ich hatte ja auch gedacht, dass der DAX steigt.
Und es sah auch so gut aus.
Wir haben ja gesagt, die...
Die Federal Reserve, die amerikanische Notenbank, die wird die Zinsen anheben.
Das ist so ein Vertrauensschritt.
Und danach geht es hoch.
Der Vertrauensschritt kam und es ging auch hoch.
Aber dann kam der Freitag.
Du hast die VW-Gewinnwarnung angesprochen.
Was wir in Europa noch sehen, diese Anleihenrenditen.
Das riecht so ein bisschen nach einer Euro-Krise.
Und die französischen Anleihenrenditen, da sollte man genauer drauf gucken, die liegen jetzt schon mehr als ein Prozentpunkt über die Deutschen.
Und das ist der höchste Wert seit.
Und dann war auch noch Hexensabat.
Unser Thema der Woche, das hängt mit dem Ölpreis zusammen.
Denn der hat ja in dieser Woche auch eine Zapfsäule sich ausgewirkt und die Spritpreise bei Diesel und Benzin auf neue Rekorde geschickt.
Und plötzlich fühlte sich jetzt also auch die Politik zum Handeln berufen.
Am Dienstag hat Bundeskanzler Merz dann überraschend in einer Rede angekündigt, dass man über Entlastungen nachdenkt und verhandelt.
Und an diesem Freitag gibt es jetzt die ersten Medienberichte, unter anderem von der Bild, dass ein Paket auf dem Tisch liegt, über das jetzt noch zu Ende verhandelt wird.
Und in dem Paket ist drin ein neuer Tankrabatt ab 1.10.
möglichst und ein Spritpreisdeckel ab dem 1.
Januar.
Und am Sonntag wird gewählt in Mecklenburg-Vorpommern.
Ein Schemme, der Böses.
Genau so ist es.
Naja, was ist genau vorgeschrieben?
Wir gucken uns mal die Sachen einzeln an.
Tankrabatt, du hast es gesagt, das erinnert an diesen alten Tankrabatt, den wir schon kennen.
Von Anfang Mai bis Ende Juni hatten wir den schon mal 14 Cent Energiesteuer runter.
Und da ja auf die Energiesteuer auch noch die Mehrwertsteuer anfällt, wenn die gesenkt wird, die Energiesteuer, haben wir insgesamt dann ungefähr 17 Cent weniger beim Tank.
Wenn ich jetzt 50 Liter reinschütte, habe ich ungefähr 8 Euro Rabatt.
Das klingt erstmal gut.
Problem an der ganzen Geschichte ist, es ist sehr toll.
Weil jeder das in Anspruch nehmen kann.
Und das kostet ungefähr 800 Millionen im Monat.
Und wenn das jetzt bis Ende des Jahres geht, so in etwa kann man das ja lesen, wären das ungefähr 2,4 Milliarden.
Und das ist natürlich schon sehr teuer.
Vorteil ist, wenn ich an die Tankstelle fahre, sehe ich das direkt und kann sagen, Mensch, hat der Staat was getan, toll ist es.
Aber es hat, wie gesagt, ein sehr teurer Schritt.
Vor allem nimmt es dieses Preissignal wieder aus dem Markt.
Das Preissignal, dass ja Sprit knapp ist und Öl knapp ist infolge eben dieses Nahostkrieges.
Wir wissen es, die Straße von Hormuz ist dicht, die Saudi-Pipeline ist beschädigt, das Rote Meer, die Meerenge ist dicht.
Also dieses Preissignal sollte eigentlich wirken und Leute zum Sparen ermuntern.
Stattdessen reduziert man jetzt wieder den Sprit.
Zwar gleichermaßen für die Großverbraucher, für den SUV-Fahrer, genauso wie für den Kleinwagenfahrer.
Also sozial weder ausgeglichen noch wirksam in der Sache der Preisfunktion.
Da wäre es vielleicht besser gewesen, man hätte die Kfz-Steuer gesenkt.
Und dann hätten eben die Leute mit dieser gesenkten Kfz-Steuer dann eigenverantwortlicher umgehen können.
Außerdem hätten die Leute sagen können, kaufe ich mir vielleicht ein Elektroauto.
Aber wenn man das halt subventioniert, klappt das halt nicht.
Die nächste Sache ist ja dieser...
Deckel, der ab 1.
Januar gelten soll.
Da denkt man immer so, da gibt der Staat dann vor, Bezin ab 2 Euro pro Liter nur noch.
Oder vielleicht noch 1,99, klingt viel schöner.
Und dann, wenn der Preis drüber geht, eigentlich der Marktpreis, dann wird halt irgendwann die Tankstelle nichts mehr anbieten und wir hätten Schlangen an den Tankstellen.
Aber so wird es nicht gedacht.
Es wird gedacht so ein bisschen wie in Luxemburg und in Belgien.
Da habe ich mir mal angeschaut, was machen die denn da?
Und dann gucken die einfach sich den Preis an in den Rohstoffmärkten in Rotterdam.
Da wird mich Diesel gehandelt, weil man darf ja nicht nur Rödel sehen, sondern die Raffineriepreise ist ja auch gestiegen.
Und das Einzige, was der Staat dann reguliert, ist dieser kleine Aufschlag, der dann die Tankstelle nach oben drauf nimmt.
Das ist manchmal ein bisschen mehr, manchmal ein bisschen weniger, je nachdem, ob es 12 Uhr ist, wo die Tankstelle richtig viel drauf schlägt oder weniger.
Und das wird täglich angepasst.
Das ist ein Deckel, der atmet.
Es ist eigentlich nicht wirklich eine Entlastung.
Und der einzige Vorteil wäre vielleicht, dass man diese 12-Uhr-Regel, diese formale Deite, die ja dadurch zustande gekommen ist, dass man überhaupt den vorgeschlagen hat, noch einmal am Tag noch zu erhöhen.
Da sagen die Tankstellen, na gut, muss ich heute einmal richtig fett erhöhen.
Das würde weggehen, weil man ja einen Mindestpreis oben drauf legt.
Das ist eine Mogelpackung.
Ein Deckel, der sich bewegt, ist kein Deckel.
Man stellt sich vor, dass da eine feste Grenze ist.
Dem ist beileibe nicht so.
Wenn man jeden Tag den Deckel anhebt, ist dem Autofahrer nicht geholfen.
Sonst wird er überkochen.
Wie beim Reise.
Wie gesagt, Deckel eher eine Mogelpackung.
Aber wenn es der Psychologie hilft, dann soll es so sein.
Das andere Problem an der ganzen Geschichte, vor allem beim Tankrabatt, ist ja, man hat noch nicht eine Gegenfinanzierung.
Du hast gerade gesagt, 2,4 Mrd.
könnte das dann kosten bis zum Jahresende.
Darüber wird jetzt eben noch zwischen Bund und Ländern verhandelt, wer wie viel Anteil dann an den Kosten trägt.
Und dann kommt ja wieder Lars Klingbeil, auch heute wieder mit seiner Übergewinnsteuer.
Und das halte ich wirklich auch für eine Idee, die nicht aufgehen wird.
Denn zum einen ist ja nie klar geregelt, wie kann man so eine Übergewinnsteuer überhaupt berechnen.
Das ist ganz, ganz schwierig.
Das muss ja dann auch gerichtsfest sein.
Das wird ganz schwierig sein in der Umsetzung.
Und zum anderen sind ja die meisten Mineralölgesellschaften, der Ölkonzerne, die das Öl fördern, der Raffinerien, dieses...
den Sprit dann eben herstellen im Ausland.
Und ja, da kann man jetzt rüberfahren zu Donald Trump und sagen, hier, jetzt will ich mal meine Übergewinnsteuer einziehen.
Dann schickt einen der Postwenden zurück.
Also das würde nicht funktionieren im Ausland.
Und wenn man es nur im Inland macht, dann haben natürlich die Raffinerien in Deutschland nochmal einen zusätzlichen Wettbewerbsnachteil.
Die haben es ja eh schon schwer.
Also das ist eine ganz, ganz schlechte Idee aus der sozialistischen Mottenkiste.
Kann man so sagen, zumal wenn ich sage Preisdeckel und dann sage ich dann auch eine Übergewinnsteuer.
Hä, warum denn der Preisdeckel dann?
Also das wäre auch logisch nicht.
Und was mich besonders nervt an der Geschichte, wir haben ja eine soziale Marktwirtschaft.
Und Marktwirtschaft heißt, dass der Staat uns nicht von allen Fairnissen dieser Welt abschützen kann.
Also wenn die Preise steigen, dann müssen wir das eben auch mal hinnehmen.
Und sozial sagt natürlich klar, dass wir die Leute, die es sich nicht leisten können, unterstützen müssen.
Aber dann hätte man die direkt.
Die Bedürftigen geben müssen und nicht an alle.
So kriegt jeder jetzt diesen Tankrabatt.
Und das ist wirklich eine sehr teure und sehr unspezifische Sache.
Und wir müssen echt diese Vollkasko-Mentalität wegbekommen, sonst wird das auch mit Reformen nichts im Land.
Ja.
Mein Bulle der Woche ist zu einem anderen Thema dieser Woche.
Die KI-Sorgen haben uns ja gerade anfangs der Woche geplagt, nachdem die Bosse von führenden KI-Herstellern in den USA gewarnt haben vor der Gefährlichkeit ihrer KI und gesagt haben, wir müssen doch dringend ein Moratorium anlegen bei der Entwicklung der KI.
Und das hat natürlich vor allem den Cyber-Security-Firmen geholfen, unter anderem Palo Alto Networks, die mit die Markt...
führe in diesem Bereich sind, die davon profitieren, wenn immer mehr KI-Agenten da rumschwirren und Hackerangriffe auf eigene Faust durchführen.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Mein Bär der Woche ist Berkshire Hathaway weniger, weil die Aktie so stark verloren hat, sondern Warren Buffett hat es Bekannte geben, auch aus dem Verwaltungsrat auszusteigen.
Und damit ist er jetzt eigentlich ganz raus aus dem Gehen.
Und man muss wissen, er war sechs Jahrzehnte da.
Und wer am Anfang mit investiert hat, ein Tausender.
Der hätte jetzt 61 Millionen gemacht.
Also wenn dir deine Eltern den Tausend gegeben hätten, dann würdest du jetzt hier nicht mehr sitzen müssen.
Und das Schöne ist, er hat Jahr für Jahr im Schnitt 20 Prozent gemacht, doppelt so viel wie der Markt.
Und was ich jetzt schade finde, der Mann hatte so einen Riecher, der hatte Geduld, der hatte Selbstironie und das alles zusammen verband diese ganz besondere Mischung.
Und man weiß jetzt nicht, wenn er weg ist, wie kann das weitergehen?
Und deswegen ist es eine sehr schade.
Er hat geschrieben, die Zeit ist immer stärker als alles andere, aber er selbst.
Konnte zwar den Markt bezwingen, aber die Zeit dann eben doch nicht.
Das Orakel von Omaha.
Wir sagen Tschüss, Warren Buffett.
Nächste Woche an den Börsen.
Dann wird es wieder spannend.
Ich denke, dass es jetzt endlich mal eine Erholungswoche gibt, dass vielleicht dieser September-Blues ausgestanden ist.
Nächste Woche das Treffen zwischen Trump und Xi Jinping.
Vielleicht gibt es da ein paar Fortschritte in Sachen Handelskrieg, Iran-Krieg.
KI wird sicher auch diskutiert.
Da gehe ich auch nochmal mit.
Ich denke auch, dass es hochgeht.
Es gibt auch nicht so viele Zahlen.
Insofern hoffe ich mal, dass es dann eher positiv ist.
Das war es für diese Woche bei Defna und Scherpitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und schauen wir, wissen wir, wie es weitergeht, was aus diesen ganzen anderen Sachen wirkt.
Der hört auch den Podcast immer ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
