# Bending Spoons Efficiency and Market Valuation

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-16

## Transcript

Wie macht der italienische Tech-Investor Benning Spoons mit manchen seiner Firmen 8 Millionen Dollar Umsatz pro Mitarbeiter und wie kann man die Aktie eigentlich wirklich bewerten?
Welchen Effekt haben hohe Zinsen auf die Börse und was war gestern an der Börse alles los?
Das kommt jetzt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 16.
September und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker, der auch noch einen der besten YouTube-Accounts meiner Meinung nach in Deutschland hat.
Neben Interviews mit Top-CEOs gibt es dort auch spezifische Formate, zum Beispiel zum Altersvorsorge-Depot oder zum Thema, wie man in der Rente sein Depot absparen kann.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Das erste Mal seit 2017 war LWM Asch gestern nicht mehr unter den 10 wertvollsten Firmen Europas.
Das ist vor allem krass, weil sie bis vor relativ kurzer Zeit noch die wertvollste europäische Firma überhaupt waren.
Aber jetzt sind ASML, Roche, HSBC, SAP und auch Siemens deutlich mehr wert.
Grund ist natürlich die allgemein schwierige Lage für Luxusmarken und zwar vor allem für die, die nicht ganz Superreiche ansprechen wie Brunello Cucinelli oder Hermes, sondern die sich eher auf die sehr wohlhabende Mittelschicht fokussieren, wie eben zum Beispiel Louis Vuitton.
Aber es gab gestern neben der News zum Absturz aus den Top 10 auch eine Sache, die mich bei LWM Asch optimistischer gemacht hat und zwar das Interview mit Frederic Arnaud.
Er ist seit letztem Jahr CEO von der LWM Asch Tochtermarke Loro Piana und das mit gerade mal 30.
Und er ist eben auch einer der Söhne vom LWM-Arschgründer Bernard Arnault.
Was ich in einem Interview gut fand, ist, dass L'Oreal Piana laut ihm deutlich mehr von den scheinbar sehr bekannten Loafers für 1000 Euro verkaufen könnte, sie das aber bewusst nicht machen, weil knappes Angebot ganz wichtig ist, um eine Luxusmarke auch wirklich exklusiv zu halten.
Generell wirkt der Kollege mit seinen 30 Jahren extrem erfahren und er leitet fairerweise auch schon seitdem er 25 ist große Marken.
Damals hat er Tag Heuer übernommen, also die Uhrenmarke.
Da gibt es also scheinbar einen sehr fähigen Nachfolger.
Das Risiko bei LWM Ash wird eher, dass es zu viele fähige Nachfolger gibt, die sich dann streiten.
Seine älteste Schwester leitet zum Beispiel Dior und sein zweitältester Bruder ist der Vize-CEO vom Getränke-Business von LWM Ash.
Deutlich unklarer, ob es mal fähige und willige Nachfolger für das Imperium geben wird, ist die Lage bei Elon Musk, aber es deutet sich dafür deutlicher an, dass es eben ein einziges Imperium werden wird.
Bei einem Event vom All-In-Podcast wurde er gefragt, wieso er noch zwei Firmen hat.
Seine Antwort war grob, super Frage, wer weiß schon, was man machen könnte, wenn zwei Firmen in so vielen Bereichen so eng zusammenarbeiten.
Also ziemlich klare Andeutung, dass er darüber nachdenkt, die zwei zu verschmelzen.
Die Aktien haben auf die Meldung nicht krass reagiert, tendenziell würde er aber SpaceX aus meiner Sicht keinen Gefallen tun, wenn er die zwei zusammenlegt.
Ich finde SpaceX ja auch wirklich sehr teuer bewertet, aber die Marktstellung im Weltraumbereich ist schon einzigartig, die Satelliten sind ein super Business und mit den KI-Rechenzentren gibt es zumindest ein Business, das schnell sehr viel größer werden könnte, wenn eben der KI-Boom bleibt.
Tesla wiederum ist gar nicht so viel günstiger bewertet, hat aber nur ein Outdoor-Business, das extrem umkämpft ist und die humanoiden Roboter, die ja so die große Zukunftsfantasie sind, sind eben auch noch eher eine Fantasie und auch da gibt es schon sehr viel Konkurrenz aus China.
Abgesehen von Elvim Asch und Musk war es gestern relativ entspannt an der Börse, aber es gab noch ein paar gute Nachrichten für alle, die gern in Sportteams investieren.
Adidas und Benfica Lissabon haben zum Beispiel ihren Hauptsponsordeal verlängert und Adidas zahlt wohl über sechs Jahre 120 Millionen Euro.
Das ist der größte Sponsorendeal im portugiesischen Fußball.
Einen noch größeren Deal gibt es bei Telefonica, die zahlen 1,7 Milliarden Euro an DAZN, damit sie für fünf Saisons La Liga übertragen dürfen.
Pro Jahr steigt der Preis damit.
Zum bisherigen Deal um fast 20%.
Und beide Deals zeigen eben, wie viel Geld weiter in Sport investiert wird und wie wertvoll das als Werbefläche ist und um an Kunden ranzukommen, die dann zum Beispiel im Fall von Telefonica für teure TV-Bundles zahlen.
Und was neben Sportrechten in Europa außerdem boomt, Achtung, harter Themenwechsel, sind Investments in lateinamerikanische Aktien.
Europäische Investoren haben dieses Jahr nämlich schon mehr in Aktien in Lateinamerika investiert, als in jedem ganzen Kalenderjahr seit 2010.
Grund sind gestiegene Rohstoffpreise, zum Beispiel der Kupferpreis, von denen profitieren ja viele Firmen in Lateinamerika, die mit dem Business aktiv sind und die Region profitiert auch von der Krise im Mittleren Osten.
Dazu kommt, dass lateinamerikanische Aktien weiter relativ günstig sind, mit einem Durchschnittskurs-Gewinn-Verhältnis, das zwischen 10 und 15 liegt und nicht wie in den USA bei weit über 20.
Und letztes Thema, die Zinsen auf 10-jährige Staatsanleihen in den USA sind gestern zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen und liegen eben bei rund 5%.
Wir wollten heute nochmal genauer erklären, wieso manche das für die Börse so kritisch sehen.
Ein Zins von 5% auf 10-jährige US-Staatsanleihen ist unter Börsianern eine Art magische Schwelle.
Je höher die Rendite sicherer Staatsanleihen steigt, desto schwieriger wird es für Aktien, ihre höheren Risiken zu rechtfertigen.
Die Theorie dahinter, wenn eine sichere Staatsanleihe schon 5% Rendite bringt, überlegen große Investoren wie Versicherungen, ob sie das Aktienrisiko eingehen sollen.
Bei Nullzinsen dagegen bleibt ihnen kaum was anderes übrig, um überhaupt Rendite zu bekommen.
Dieses Reach-for-Yield-Phänomen hat den Aktienmarkt jahrelang geholfen, fällt das weg, wird es für riskantere Werte eng.
Dazu kommt, junge Tech- und KI-Firmen investieren heute viel, um erst in Jahren Gewinne zu machen.
Aber ein Gewinn in zehn Jahren ist weniger wert als einer heute.
Anders gesagt, wenn ich heute 100 Euro mit 5% Zinsen anlege, sind das in einem Jahr 105 Euro.
Mit 10% sind es 110 Euro.
Je höher die Zinsen, desto mehr ist heutiges Geld in der Zukunft wert und desto weniger zukünftiges Geld heute.
Darum reagieren Wachstumsaktien auf Zinsen auch besonders stark.
Das besprechen wir ja auch immer wieder.
Was nicht so viel in den Medien steht, ganz akut treffen die hohen Zinsen vor allem hochverschuldete Firmen.
Dafür solltet ihr übrigens nicht nur auf die Nettofinanzschulden schauen, also wie viele Schulden eine Firma hat, wenn man das Cash abzieht.
Ihr solltet vor allem auf zwei Dinge schauen.
Welche Zinsen müssen sie aktuell zahlen und können sie das mit ihrem Gewinn gut decken?
Die Kennzahl dafür ist das Interest Coverage Ratio, also wie oft eine Firma ihre Zinsen mit dem operativen Gewinn verdient.
Außerdem sollte man sich, wenn man jetzt tiefer in die Analyse geht und es kritisch aussieht, auch anschauen, welche Schulden es sind, zum Beispiel welche mit fixen oder variablen Zinsen.
Die Info kriegt man aus den Geschäftsberichten und man sollte schauen, wie lang die Schulden laufen.
Wenn Firmen in einem Jahr einen großen Kredit zurückzahlen müssen mit niedrigen Zinsen und kein Cash dafür haben, müssen sie sich in einem Jahr mit viel höheren Zinsen neu verschulden.
Du, ich habe mir von einem Kumpel 20.000 Euro geliehen und habe ihm dann jeden Monat 2.000 Euro Zinsen bezahlt.
Wir haben einen Zinssatz von über 100 Prozent.
Umsatz pro Mitarbeiter ist ja eine wirklich stumpfe Kennzahl, die aber am Ende oft sehr viel über Firmen aussagt und überraschend oft auch eine der wichtigsten Zahlen ist, die sich Top-Manager bei ihren Firmen anschauen.
Besonders krass ist bei der Kennzahl zum Beispiel Onlyfans mit 1,6 Milliarden Umsatz und 47 Mitarbeitern, also 34 Millionen Umsatz pro Mitarbeiter.
Bei den börsennotierten Firmen ist zum Beispiel Nvidia sehr weit vorn mit knapp 8 Millionen Dollar Umsatz pro Mitarbeiter.
Ich habe aber jetzt an der Börse ein Beispiel gefunden, das ähnlich krass ist und das komplett ohne KI-Boom auskommt.
Die Notiz-App Evernote wurde ja 2022 vom italienischen Softwareaufkäufer Bending Spoons gekauft, hat damals knapp unter 100 Millionen Umsatz gemacht und hatte 300 Mitarbeiter.
Diese Woche hat der Bending Spoons Gründer und CEO Luca Ferrari dann in einem Interview erzählt, dass sie mittlerweile schon zwischen 100 und 200 Millionen Dollar Umsatz liegen.
und dass sie Evernote mit gerade mal 20 Mitarbeitern betreiben.
Wenn wir jetzt also von so 150 Millionen Dollar Umsatz ausgehen, kommen sie auch auf 8 Millionen pro Mitarbeiter.
Die Zahl hat Ferrari, soweit ich weiß, noch nie so offen geteilt und es zeigt für mich ganz gut, wieso das Modell von Benning Spoons aktuell so gut funktioniert.
Sie schaffen es einfach, Digitalfirmen auf eine ganz andere Kostenstruktur zu setzen und dann wird ein Business, das gerade so Geld verdient, zu einem Business, das extrem profitabel ist.
Ferrari meinte zum Beispiel auch, dass sie oft sogar der Investor sind, der am meisten Geld für die Firmen bietet und dass sie sich das eben nur erlauben können, weil sie mit ihrer Struktur viel mehr rausholen können, als ein klassischer Investor oder ein Großkonzern, der kauft.
Und ich habe ja beim IPO von Benning Spoon schon mal gesagt, dass ich grundsätzlich ein Fan von dem Modell bin, sowas aber immer super schwer einzuschätzen ist.
Am Ende hängt es stark davon ab, dass sie noch genug spannende Firmen finden und sich nicht mit zu großen Übernahmen überheben und dass sie die Firmen auch langfristig behalten können und nicht kurzfristig optimieren und dann alles zerbricht.
Die Übernahmen von Airtable und Miro waren da aber für mich ein ganz gutes Zeichen, denn von diesen Startups, diesen Software-Startups, die 2022 oder 2021 mal gigantische Bewertungen von über 10 Milliarden hatten und jetzt eher vielleicht eine Milliarde wert sind, gibt es eben noch viele und dass Spanning Spoons da rankommt, ist für mich ein gutes Zeichen.
Und ich bin ja auch immer vorsichtig, Manager aus der Distanz einzuschätzen, aber es gibt paar CEOs, wie zum Beispiel Tobi Lüttke von Shopify, die bei öffentlichen Auftritten viele wirklich originelle Gedanken und smarte Ideen haben, bei Ferrari von Benning Spoons ist das ähnlich.
In dem neuen Podcast meinte er zum Beispiel, dass sie komplett die Titel bei Benning Spoons abgeschafft haben, weil Titel immer ein Thema sind, das Ressourcen frisst und zu Konflikten führt, intern gibt es deswegen gar keine Titel, es gibt nur Mitarbeiter mit Mitarbeiterführung oder eben welche ohne.
Und was die Leute dann bei LinkedIn oder in Lebenslauf reinschreiben, können sie sich selbst grob aussuchen, solange es nicht irgendwie abwegig ist.
Ein neuer Entwickler soll sich also nicht CTO nennen.
Beim Thema CTO fand ich noch spannend, dass einer der Mitgründer von Banning Spoons vor einiger Zeit seine Rolle als Leiter der Tech-Teams abgegeben hat, weil er das Gefühl hatte, dass ein Mitarbeiter das mittlerweile besser kann und auch das ist schon ziemlich ungewöhnlich.
Und ungewöhnlich ist auch, wie viel Verantwortung sie jungen Kollegen oder Kolleginnen geben.
Die Chefin von AOL, also einer traditionellen Internetfirma, mit über 300 Millionen Dollar operativen Gewinn ist zum Beispiel Valentina Jarosalmi.
Sie hat erst im Oktober 2021 ihren Master gemacht, ist seitdem bei Benning Spoons, hat also es in nur fünf Jahren vom Einstiegsjob zum Top-Management von einem Milliardenkonzern geschafft.
Am Ende bleibt Bending Spoons trotz der positiven Seiten natürlich ein sehr riskantes Modell, das vor allem schwer zu bewerten ist, aber ich wollte mich mal ein bisschen annähern und Achtung, jetzt wird es ein bisschen zahlenlastiger.
Man muss sich nämlich erstens fragen, was das bestehende Business-Wert ist.
Letztes Quartal gab es bei Bending Spoons, also bei den ganzen Tochterfirmen, insgesamt 700 Millionen Dollar Umsatz und knapp 240 Millionen Dollar operativen Gewinn.
Aufs Jahr hochgerechnet ist es also grob eine Milliarde Gewinn, die Margen könnten dann noch steigen, gleichzeitig sind die Firmen, die Benningsbunds kauft, meistens nicht wahnsinnig wachstumsstark.
Sagen wir mal, die sind das Zehnfache vom operativen Gewinn wert, dann sind die bestehenden Firmen ca.
10 Milliarden wert.
Und dann ist eben die Frage, was die Zukäufe wert sind, die Bending Spoons in Zukunft machen wird.
Bisher haben sie zum Beispiel dieses Jahr inklusive Airtable und Myro über 4 Milliarden Dollar in Übernahmen gepumpt.
Nehmen wir also mal an, sie schaffen es in einem guten Jahr, Übernahmen für 6 Milliarden Dollar zu machen aktuell.
Dann brauchen sie erstmal Geld für die Übernahmen.
Das machen sie großteils mit Schulden.
Man kann also mal davon ausgehen, dass dieses Geld im Schnitt so 10% Zinsen im Jahr kostet.
Und die angestrebte Rendite bei den Übernahmen ist laut ihrem eigenen Ziel mindestens 25%.
Wenn wir jetzt mal die Zinskosten von den 25% abziehen, kommen wir auf 15%.
Und wenn wir das auf die 6 Milliarden Dollar an Übernahmen anlegen, dann kommen wir auf einen geschaffenen Wert jedes Jahr durch Übernahmen von 900 Millionen Dollar.
Wenn man dann jetzt sagt, dass sie tendenziell jedes Jahr mehr Übernahmen schaffen oder zumindest größere, dann können wir die Akquisitionsmaschine zum Beispiel mit dem 20-fachen vom Gewinn bewerten, kommen also auf 18 Milliarden Dollar Wert für die zukünftigen Übernahmen.
Insgesamt wäre Benning Spoons dann nach dieser einfachen und auch sehr optimistischen Bewertung 28 Milliarden wert.
Die 26 Milliarden, die sie aktuell an der Börse wert sind, sind also nicht komplett aus der Luft gegriffen.
Aber man muss schon sehr stark an die Zukunft glauben und daran glauben, dass sie weiter Übernahmen im immer größeren Stil schaffen können, damit das aufgeht.
Versuch nicht den Löffel zu verbiegen.
Das ist nämlich nicht möglich.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin.
Alles Gute.
Adios.
