# AI Slowdown, Oracle Debt, and Agribusiness Hedge

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-09-14

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über das drohende Ehevertrag-Desaster bei Lululemon, den Vertrauensverlust bei Oracle und was sonst noch wichtig wird in dieser Woche.
Im Thema des Tages dreht sich alles um die Angst vor dem KI-Crash und in der AAA-Idee stellen wir euch einen neuen ETF vor, der gegen steigende Lebenshaltungskosten schützt.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Lea Oetjen und Holger Zschäpitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
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Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Montag, der 14.
September und wir wünschen euch einen stabilen Start in die Woche.
Tja, Stabilität, das ist auch nötig nach den heftigen Turbulenzen rund um KI vom Wochenende.
könnte zu einem etwas schärferen Einbruch bei den KI-Lieblingen zum Wochenstart kommen.
Der S&P 500 Future, der stand Sonntagnacht 0,6 Prozent, die war der Nasdaq 100 mehr als ein Prozent.
Und zu den Gründen da gleich mehr im Thema des Tages.
Das Verrückte daran ist, am Freitag sah die Welt ja noch komplett anders aus.
Da war die Welt noch in Ordnung.
Der S&P 500 und der Nasdaq 100 gingen mit 0,9 Prozent im Plus aus dem Handel und ins Wochenende.
Und der DAX gewann 0,8 Prozent.
Tja, und dann gab das Wochenende und mit ihm eine ganze Reihe von Schlagzeilen.
Nehmen wir mal die jenseits von KI.
Die machen wir im Thema.
Fangen wir an mit Oracle.
Dort sorgte eine Pflichtmitteilung für Aufmerksamkeit Mitgründer Larry Ellison.
Der hat nämlich angekündigt, bis Oktober bis zu 50 Millionen Aktien im Wert von 7,5 Milliarden Dollar verkaufen zu können.
Und dann...
kam die Kehrtwende.
Oracle teilte mit, dass Alison keine einzige Aktie verkauft hat und derzeit auch keine Verkäufe plant.
Und seine Beteiligung hält er schließlich schon seit den 70ern.
Und das hatte die Aktie nämlich dann am Freitag noch kräftig ins Minus gebracht, trotz der guten Zahlen.
Warum ist das jetzt brisant?
Weil Alison zwar zu den reichsten Menschen der Welt gehört, aber auch zu den am stärksten fremdfinanzierten Milliardären.
Von seinem Vermögen von rund 200 Milliarden Dollar sind laut Wall Street Journal etwa 24 Prozent als Kreditsicherheit verfendet.
Mehr als 40 Milliarden Dollar stecken dabei hinter dem Übernahmeangebot seines Sohns David für Warner Brothers Discovery, einen Deal im Volumen von fast 80 Milliarden Dollar.
Zumal Oracle ohnehin schon unter Druck steht.
Der Konzern will in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar über Aktien und Anleihen einsammeln, um neue Rechenzentren zu finanzieren.
Und die Kreditanalysten von Morgan Stanley, die rechnen damit, dass bis Mitte 2028 weitere 100 Milliarden Dollar nötig werden könnten.
Na dann mal los.
Dazu passt auch noch eine andere Nachricht vom Wochenende.
Oracle weitet nämlich den Stellenabbau aus.
Der Ausbau der KI-Infrastruktur verschlingt Kapital.
Die Aktie liegt ja seit Jahresbeginn auch schon mehr als 23 Prozent im Minus, während die Nestec mehr als 13 Prozent zugelegt hat.
Und dabei gehört Oracle eigentlich zu den KI-Gewinnern, wird in der Börse derzeit aber wie ein KI-Verlierer gehandelt.
Während Oracle spart, greift Nvidia übrigens gerade zu.
Der Konzern erwägt laut Reuters bis zu 10 Milliarden Dollar in den Börsengang von Antropic zu investieren.
Und das könnte der größte IPO der Börsengeschichte werden, aber gleich mehr dazu im Thema des Tages.
Ja, nächstes Thema jetzt hier und das ist ein handfester Index-Effekt.
SpaceX bekommt nämlich noch in diesem Monat ein höheres Gewicht im Nasdaq 100.
Das löst mechanisch Milliardenkäufe bei allen passiven Fonds aus, die an den Index gekoppelt sind.
Was für SpaceX gut ist, war für den Rest der Branche zuletzt allerdings relativ bitter.
Schau zum Beispiel auf Rocket Lab.
Die Aktie ist in drei Monaten um 46 Prozent gefallen, ohne dass operativ etwas schief gegangen wäre.
Die Quartalszahlen waren zuletzt besser als erwartet.
Der Ausblick solide.
Es war eine reine Hype-Mechanik.
Vor dem SpaceX-Börsengang im Juni sind alle Weltraumwerte hochgelaufen, danach kollabiert.
Und Rocket Lab notierte Ende Mai noch über 150 Dollar.
Ende Juli unter 59.
Und am Freitag schloss sie bei 62,95.
Ja, das ist schon doll.
Und genau darauf setzt jetzt auch Raymond James.
Analyst Brian Gesuali hat Coverage am Freitag mit kaufen und einen Kursziel von 80 Dollar aufgenommen.
Sein Argument mit Iridium wird Rocket Lab zum einzigen vertikal integrierten Raumfahrtunternehmen mit positivem freien Cashflow.
Und die Rechnung dahinter, die ist simpel.
Mit Iridium soll der Umsatz bis 2028 auf rund 2,9 Milliarden Dollar steigen.
Nach etwa 600 Millionen im Jahr 2025.
Und gleichzeitig könnte Rocket Lab früher positiven freien Cashflow erzählen als SpaceX, wo der Markt damit erst 2030 rechnet.
Und bemerkenswert ist auch der Analysten-Konsens.
83% empfehlen die Aktien zum Kauf.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 112 Dollar.
Und so viel Einigkeit ist eigentlich selten.
Bleiben wir bei Elon Musk, aber wechseln vom All auf die Autobahn.
Der Diesel in den USA hat nämlich einen neuen Rekord erreicht.
Sechs Dollar pro Gallone im Landesdurchschnitt.
Was für jeden Spediteur ein Albtraum ist, ist für Tesla eine Chance.
Der vollelektrische Semi läuft seit April bereits in Serie.
Am 24.
September wird das Werk in Nevada offiziell eingeweiht.
Ausgelegt auf 50.000 Trucks im Jahr.
Walmart, PepsiCo und der schwedische Anbieter Enride haben schon bestellt.
Enride allein will 500 Stück.
Und morgen Stanley-Analist Andrew Perkoko nennt Tesla inzwischen einen echten Wettbewerber im autonomen Trucking.
Seine Rechnung eine autonome Flotte sei sechs bis acht Mal profitabler als eine mit Fahrern.
Pro Fahrzeug seien 12.000 bis 18.000 Dollar Softwareumsatz im Monat drin.
Bis 2040 macht das 17 Milliarden Dollar beim unterstellten Marktanteil von gerade mal 13,5 Prozent.
Blicken wir noch kurz in die Deal-Ecke.
Da war am Wochenende nämlich auch einiges los.
Apollo verhandelt über den Kauf des Hüft- und Kniegeschäfts von Johnson & Johnson.
Der Preis liegt so bei rund 200 Milliarden Dollar.
Die Sparte macht im vergangenen Jahr 9,3 Milliarden Dollar Umsatz, weniger als ein Zehntel des Konzerns.
Und interessant ist der Preisvergleich.
Johnson & Johnson hat diese Hüft- und Kniegeschäftunternehmen Synthes 2012 allein für 21 Milliarden Dollar gekauft.
Und 14 Jahre später soll das gesamte Orthopädie-Geschäft für weniger weggehen.
Das ist die Rendite eines Konzernumbaus in einer einzigen Zahl, also nicht besonders gut.
Dazu noch, KKR hat einen 2,1 Milliarden Dollar Kredit für die Übernahme des Medizintechnikers Integer finalisiert.
Zu besseren Konditionen als geplant, weil die Nachfrage nach Buyout finalisiert.
Und zum Schluss noch die Geschichte, über die alle reden werden.
Lululemon-Gründer Chip Wilson lässt sich nach fast 25 Jahren Ehe scheiden.
Und er hat keinen Ehevertrag.
Und bei einem geschätzten Vermögen von rund 6 Milliarden Dollar.
Und in Kanada, wo das Paar lebt, wird ohne Vertrag im Grundsatz hälftig geteilt.
Für Anleger zählt vor allem eins.
Wilson ist mit 8,6 Prozent der größte Einzelaktionär von Lululemon.
Das entspricht einem Wert von 930 Millionen Dollar.
Dazu hält er 17 Prozent an Armasports, dem Mutterkonzern von Arterix und Salomon.
Rund 2,8 Milliarden Dollar an Wert.
Und Wilson ist dabei längst nicht nur Aktionär, sondern der schärfste Kritiker seines Unternehmens.
Zuletzt für...
Erkliche die Fehler von Lululemon in einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal mit einem Flugzeugabsturz.
Kurz darauf musste der damalige CEO gehen.
Die Aktie liegt auf Jahresicht mehr als 50 Prozent im Minus.
Die Nordamerika-Umsätze schrumpfen weiter und die neue Chefin Heidi O'Neill steht erst am Anfang ihres Umbaus.
Sollte Wilson nun Vermögen umschichten müssen, dürfte der Markt genau beobachten, welche Beteiligung er dafür antastet.
Lululemon oder Amasports?
Kurz noch nach Schweden und dort zur Wahl.
Da haben wir in der vergangenen Woche schon drüber gesprochen.
Die Sozialdemokraten von Magdalena Andersson sind laut Prognose von mit knapp 28 Prozent stärkste Kraft geworden.
Die Konservativen kommen auf 18 Prozent, die Schwedendemokraten auf 17 Prozent.
Das Lager um Andersson liegt damit bei 51,3 Prozent.
Das bisherige Regierungslager bei 46,8 Prozent.
Und was das für euch bedeutet, ich habe es eben schon gesagt, könnt ihr einfach in der Folge von der vergangenen Woche nochmal nachhören.
Und dann machen wir schnell Termine.
Diese Woche ist so eine Art Notenbank-Öl- und KI-Woche.
Mittwochtag.
Die Fett-Zinsanhebung ist zu 88 Prozent eingepreist.
Die Frage ist, ob es noch eine zweite im Dezember dann gibt.
Freitag könnte dann die Bank of Japan einen globalen Zinsschock liefern.
Die könnte möglicherweise um 50 Basispunkte anheben.
Und das Problem ist ja, der Yen war ja mal eine klassische Währung für sogenannte Carry Trades.
Also man leiht sich da Geld und spekuliert damit.
Dann gibt es aus Deutschland ZEW Konjunkturerwartung aus Amerika, die US-Einzelhandelsumsätze.
Wenn man die Unternehmen anschaut, da ist relativ wenig los von den Zahlen.
Da gibt es nur den Immobilienkonzern Lenner.
Investorentage von OnSemi, Axa, Coteva.
DHL, Bechtle, Kontron, Wacker Chemie.
Und am Freitag, da gibt es großen Verfallstag.
Und da verfallen Futures und Optionen.
Und gerade nach diesen beiden Notenbankentscheidungen könnten da Positionierung und Gamma-Effekte zu kräftigen Bewegungen führen.
Und gleich heute gibt es ein Treffen zwischen den Iran und den Anrainerstaaten im Oman zur Straße von Hormuz.
könnte möglicherweise ein bisschen Deeskalation und Entspannung kommen.
Das wäre gut für den Ölpreis.
Der Agrar- und Pharmakonzern Bayer steht vor einer entscheidenden Anhörung im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup.
Und dann trifft sich noch Lars Klingbeil mit dem Chef der italienischen Großbank Orsel, um über die anstehende Übernahme der Commerzbank zu sprechen.
Da geht es ja darum, was er für Auflagen machen will.
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Das Thema des Tages.
Am Wochenende ist in der KI-Branche etwas passiert, das es so noch nie gab.
Dario Amadei, der Chef von Anthropic, hat am Samstag ein 3800-Wörter-Lang-Essay veröffentlicht und darin die gesamte KI-Branche aufgefordert, das Tempo mal ein bisschen rauszunehmen.
Die Essenz lautet sinngemäß, wir müssen die Verbesserung der Modelle verlangsamen.
Besonders drastisch warnt er vor der rekursiven Selbstverbesserung.
Gemeint ist damit der Punkt, an dem KI-Systeme sich selbst ohne menschliche Mitwirkung verbessern können.
ist schon bemerkenswert.
Da war aber noch mehr.
Sam Altman von OpenAI sagt, er übernehme Amadeus Vorschlag unabhängiger Prüfer.
Und Elon Musk, der schrieb auf X drei Worte, Dario hat recht.
Und Demis Hasabis von Google DeepMind nennt die Richtung korrekt.
Wir haben also die vier größten Wettbewerber der Branche, die sich innerhalb von Stunden darauf einigten, langsamer zu machen.
Das ist wirklich schon bemerkenswert.
Und das in einem Geschäft, in dem bisher ja jeder Monat Vorsprung Milliarden wert war.
Amore zieht den Vergleich zur Atomrüstung.
Vorbild sind die Salt-Verträge aus dem Kalten Krieg.
Er schlägt drei Stufen vor.
Erstens die dauerhaft eingebettete externe Prüfung mit Schreibtisch, Ausweis und Firmenlaptop in den Laboren.
Zweitens gemeinsame Standards der Firmen aus demokratischen Staaten und drittens Obergrenzen für Rechenleistung unter Einbeziehung Chinas.
Und nicht jede einzelne Softwarezeile würde kontrolliert, sondern...
der entscheidende Produktionsfaktor Rechenleistung.
Bei Frontier-Modellen funktionieren ja GPUs und Rechenzentren gewissermaßen wie Uran-Anreicherungsanlagen im Atomzeitalter.
Und warum ist das Ganze zu schande gekommen?
Naja, der Auslöser war ein konkreter Vorfall.
Bei OpenAI sind KI-Agenten im Test aus ihrer abgesicherten Umgebung ausgebrochen, haben sich Zugang zum Internet verschafft und sind bei Hugging Face eingedrungen.
Sie haben sich dabei untereinander koordiniert.
Die Rechnung der Bären, die ist relativ simpel.
Langsamere Modellentwicklung bedeutet weniger Trainingsläufe, weniger Bedarf an Grafikprozessoren, Rechenzentren, Transformatoren und Kühlung.
Und unter Druck geraten damit dann die Schaufelverkäufer des KI-Booms.
Der Chip-Index Sox, der liegt ja bereits 19 Prozent unter seinem Hoch.
Asiatische Tech-Werte knapp 8 Prozent.
Und der Nasdaq 100 gut 4 Prozent unter dem Rekord vom Juni.
Und der S&P 500, der notiert dagegen leicht den Plus.
Die Spreizung, die hat also längst begonnen.
Ein erster Kurs in Decatur kam da schon am gestrigen Sonntag, weil auf den Kryptoplattformen ja rund um die Hohen gehandelt wird.
Der Nasdaq 100 notiert 1% niedriger, Futures auf SK Hynix lagen am Sonntag rund 5% im Minus.
Bei IRAN und Lumen Energy war das Minus auch deutlich größer als 4% und Nvidia gaben auch nach 1,8%.
Das ist natürlich noch kein Beweis, aber es ist zumindest mal die Richtung, in die der Montag wahrscheinlich laufen dürfte.
Und der lauteste Widerspruch, der kam von dem, der am meisten zu verlieren hat, Nvidia-Chef Jensen Wang.
Der hat auf der Technologiekonferenz von Goldman Sachs in San Francisco den Softwarelaboren vorgeworfen, Hysterie zu schüren, um Nachfragen nach ihren eigenen Schutzprogrammen zu erzeugen.
Man muss dazu sagen, für Nvidia steht bei dieser Debatte das Geschäftsmodell am stärksten auf dem Spiel.
Es gibt noch eine weitere Gegenposition.
Billy Leung von GlobalX glaubt, dass drei CEOs am Investmentboom wenig ändern werden.
Sie verschiebt die Ausgaben für Chips, Strom und Infrastruktur nur nach hinten.
Läuft die Kommerzialisierung weiter, könnte das sogar den Übergang vom Bauen zum Verdienen eher beschleunigen.
Und jetzt der für Anleger.
Greifbarste Punkt, die Börsengänge.
Sam Altman hält ein IPO von OpenAI derzeit für falsch und damit dürfte eine der meist erweiterten Börsengänge mindestens bis 2027 verschoben sein.
Doch im August hatte Finanzchefin Sarah Fryer einen Börsengang 2027 oder früher in Aussicht gestellt und Altmans Begründung, eine 10-prozentige Chance, bis Ende des Jahrhunderts alle umzubringen, sei inakzeptabel.
Bei Anthropic läuft es anders.
Der Börsengang wird weiter vorbereitet.
Der Prospekt soll noch in diesem Monat kommen.
Für Anleger wird genau dieses Dokument spannend.
Steht dort, dass das langsamere Entwicklungstempo das zukünftige Wachstum bremsen könnte, wird aus einer Debatte dann plötzlich natürlich ein Posten im Bewertungsmodell und Zahlen bewegen Kurse eben stärker als Essays.
Die Kritik am KI-Buch läuft ja schon seit Monaten.
Und die Kritik lautet ja, dass hunderte Milliarden verbaut werden, ohne dass die Erlöse nachkommen.
Wir hatten ja auch so ein bisschen die Geschichte mit Henrik Leber am Wochenende.
Und ein etwas langsameres Modellrennen gibt den Konzernen Zeit, aus dem bereits gebauten Rechenzimmer Geld zu holen.
Das trifft die Hyperscaler weniger als den Markt insgesamt.
Also Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta.
Die hätten gegen eine etwas kühlere Ausgabenkurve wahrscheinlich wenig einzuwenden.
Es gibt auch Profiteure.
Mehr Sicherheitsauflagen bedeuten mehr Nachfrage nach Cybersicherheit und Überwachung.
Gleichzeitig könnte ein langsamerer Ausbau der KI-Infrastruktur die Anleihenmärkte entlasten.
Denn Rechenzentren im Billionenmaßstab verschlingen Kapital und treiben auch die Renditen.
Und das spricht für den heutigen Montag für so eine Kombination, vielleicht die man selten sieht.
Vielleicht könnte der gleichgewichtete S&P 500 besser laufen als der Nasdaq.
Und gleichzeitig könnten vielleicht die Renditen bei den langen Laufzeiten noch etwas kräftiger fallen.
Ein Wermutstropfen, das Ganze ist noch nicht belastbar.
Es ist völlig offen, ob Kartellbehörden es überhaupt erlauben, dass Wettbewerber sich beim Entwicklungstempo absprechen.
Amorey selbst fordert dafür Ausnahmen vom Kartellrecht und Peking ist bislang nicht dabei.
Und Amorey schreibt ja offen, wenn der Westen bremse und China nicht, könne das zu geopolitischen Diskretanzen und einer geopolitischen Dominanz vor allem auch aus China führen.
Und die Politik in Washington hat auch gerade kein Interesse.
Donald Trump hat am Sonntag am Rande der Irish Open gesagt, die USA lägen vor China und wer KI gewinne, gewinne alles.
Und Wirtschaftsberater Kevin Hassett nennt KI-Sicherheit ein lösbares Problem.
Und der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson will erst alle Chefs an einen Tisch holen, bevor überhaupt über Gesetze geredet wird.
Regulierung ist also erstmal nicht der Treiber, Selbstverpflichtung wäre es.
Ja, was heißt das jetzt konkret für euer Depot?
Also überlegt euch mal, ob ihr Aktien ins Depot holen würdet, die uns alle potenziell langfristig umbringen können oder nicht.
Der Unterschied so oder so zwischen Infrastruktur mit Auftragsbuch oder Infrastruktur mit Fantasie wird jetzt aber in den kommenden Wochen immer entscheidender.
Netz, Strom, Kühlung und Speicher haben Projekte in der Pipeline, die niemand über Nacht storniert, aber hochbewertete Zulieferer, deren Kurs eine Beschleunigung unterstellt wird, sind eben verwundbar.
Und wer im KI-Thema investiert bleiben will?
der sollte vielleicht den Schwerpunkt ein bisschen verschieben von den Schaufelverkäufern zu denen, die mit den Schaufeln Geld verdienen.
Also Softwareanbieter, Hyperscaler und andere.
Und Cybersicherheit und Prüf- und Überwachungstechnik bekommen jetzt durch diese Sicherheitsagenda einen strukturellen Rückenwind.
Und dann noch die Breite.
Wenn Kapital aus den sieben großen Namen abfließt, ist der gleichgewichtete S&P 500 die einfachste Gegenposition.
Ein ETF wie der X-Trackers S&P 500 Equal Weight.
Und ihr habt dann den Effekt einfach im Depot, ohne einzelne Titel raten oder wetten zu müssen.
Wer Tech gleichgewichtet sucht, hält sich an den Invesco Nasdaq 100 Equal Weight.
Im laufenden Jahr ist aber weder der gleichgewichtete S&P noch der gleichgewichtete Nasdaq 100 besser gelaufen als der kapitalisierungsgewichtete.
Alle reden ja über Rechenzentren und der E-E-D.
Da haben wir noch ein Kontrastprogramm für euch.
Da geht es nämlich um Traktoren.
Weil gerade etwas viel Älteres knapp wird, nämlich die Nahrung.
Der Juni war der heißeste Monat, den Westeuropa je gemessen hat.
Neun bis zehn Millionen Tonnen Getreide sind verdorrt.
Frankreich steuert auf die kleinste Maisärte seit 1980 zu.
Und dazu kommen noch die Düngerrouten am Golf.
Die Angriffe auf Iran haben die Straße von Hormuz über weite Teile des Jahres blockiert.
Rund 30 Prozent des weltweiten Stickstoffdünners kommen von dort.
Und die amerikanische Wetterbehörde NOAA gibt El Nino eine Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent stärker auszufallen als alle seit 1950.
Und das könnte weitere Ernteausfälle bedeuten.
An den Rohstoffbörsen sieht man das auch längst.
Weizen plus 34 Prozent seit Jahresbeginn, Soja plus 18, Mais plus 8.
Die Terminkurve preist für September 27 nochmal 14 Prozent bei Mais und 17 bei Soja ein.
An der Börse ist davon aber bislang wenig angekommen.
Der Landwirtschaftsindex MVIS Global Agribusiness, der hat in den vergangenen fünf Jahren gerade mal 6,5 Prozent geschafft.
Zum Vergleich, der MSCI World im gleichen Zeitraum über 73 Prozent.
Genau deshalb schauen wir jetzt auch hin.
Knappes Angebot trifft auf Aktien, die jahrelang keiner wollte.
In diesem Jahr hat die Kurve immerhin gedreht.
Der MSCI Global Agribusiness hat 18 Prozent zugelegt.
Und seit der vergangenen Woche lässt sich die Wette...
auf diesen Index auch hierzulande spielen.
Der One-Act-Acquery-Business-ETF ist in Deutschland nämlich gelistet, hat 0,55 Prozent Kosten, ist thesaurierend und enthält 46 Firmen, vom Saatguthersteller über die Düngemittelproduzenten und Traktorenbauer bis zum Lachszüchter.
Die Schwergewichte sind Bayer und Deer mit je 8,7 Prozent.
Dahinter Corteva, die Düngeriesen Nutrien und CF Industries, der Agrarhändler Archer Daniels Midland, der Tiergesundheitskonzern Suetis und Landmaschinenbauer Kubota.
Die Hälfte des Geldes steigt in den USA, knapp 10 Prozent in Deutschland.
Eigentliche Hebel, das sind die Landtechniker.
Wenn nämlich Farmer verdienen, dann kaufen sie zuerst Maschinen.
Das ist sogar messbar.
Die Verkäufe von Großtraktoren in den USA folgten den Farm-Margen des Vorjahres.
Das Analysehaus Bernstein kommt auf ein Bestimmtheitsmaß von 0,81.
Also 1 wäre komplett und 0,81 ist eine sehr hohe Vorhersehbarkeit.
Und Mais kostet derzeit über 5 Dollar je Scheffel.
Und auf der Farm-Progress-Show haben Dierer, Akko und...
CNH erstmals wieder über 6 bis 7 Dollar gesprochen.
Und der Maschinenzyklus liegt am Boden.
Minus 15 bis 20 Prozent in Nordamerika in diesem Jahr.
Händlerbestände bereinigt, der Fuhrpark altert.
Nebenbei ist das übrigens auch noch eine KI-Wette.
DSC & Spray erkennt nämlich Unkraut per Kamera und läuft bereits auf 4,5 Millionen Hektar.
Mehr Output je Hektar statt mehr Rechenleistung im Data Center.
Und?
Der Nebeneffekt, der gefällt mir am besten.
Teurer Weizen landet mit Verzögerung an der Supermarktkasse, beim Brot, beim Fleisch, beim Speiseöl.
Und wer Agraraktien im Depot hat, der verdient genau an den Preisen mit, die den Wocheneinkauf so teuer machen.
Vollkasko gegen Inflation ist das nicht, aber eine gewisse Absicherung gegen steigende Lebenshaltungskosten.
Dazu läuft der Sektor ja weitgehend unabhängig vom breiten Markt.
Aber günstig ist längst nicht alles im Vanag Agribusiness ETF.
CF Industries sortiert 7% über dem Konsensziel, K&S 9%.
Bei dir sieht der Konsens noch Luft nach oben, aber auch nicht mehr viel.
Nimmt man alle Kursziele der Einzeltitel mit der jeweiligen Gewichtung, bleiben rund 5% Kurspotenzial auf 12 Monate.
Und die Bauern selbst, die bleiben nach dem Bernstein-Modell 2026 und 2027 leicht unter der Gewinnschwelle, weil Dünger, Diesel und Strom massiv teurer geworden sind.
Und in Brasilien liegen die Kriterienausfälle der Landwirte auf Rekordhoch von 7,4 Prozent.
Das ist also auch nochmal riskant.
Für euch heißt das Beimischung kein Basisinvestment.
Wer den ETF kauft, setzt auf ein besseres Agrarjahr 2027 mit Traktorbauern als Hebel und Tierarznei als Stabilisator.
Wer mehr Hebel will, findet ihn außerhalb des Fonds.
Bernstein sieht nämlich BASF mit 62 Euro und den Börsentgang der Agrarsparte Mitte 2027.
Also wenn man nochmal zusammenfasst, Hitze, Krieg, Politik, das sind die beste Ausgangslage für den Sektor seit 2022.
Aber dass es jetzt ein neuer Superzyklus wird, die Garantie, die gibt es leider nicht.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an triplea.atwelt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Die Folge mit Hendrik Leber hat euch offenbar ganz gut gefallen.
Es macht wirklich Freude, ihm zuzuhören, weil er immer etwas Interessantes zu erzählen hat.
Das hat zum Beispiel Thilo geschrieben und Oliver hat auf Spotify kommentiert.
Hendrik Leber ist super, könnte gerne jeden Monat zu triplea kommen.
Und dann hat uns noch David zum Podcast mit Hendrik Leber geschrieben.
David ist CEO von Skyland Wealth.
Das ist so eine Plattform für hochvermögende Privatpersonen, Unternehmerfamilien, Family Offices und Stiftungen.
Und David hat uns erklärt, warum die Indexvolatilität so niedrig ist, obwohl die Einzeltitel so stark schwanken.
Er hat nämlich 1000 amerikanische Aktien ausgewertet.
Und danach neutralisieren sich die Bewegungen der Einzelaktien.
Und deshalb bleibt die Indexvolatilität erstaunlich niedrig.
Über welche, die steigen und fallen und dann gleicht sich das gegenseitig aus.
Und noch spannender, er hat noch geschrieben, wegen der Marktstruktur mit Hebel und Optionen und auch dünneren Orderbüchern im Stresssituation könnte aus so einem Lehman-Schock, wie es 2008 im September der Fall war, von minus 4,7, das hat der Markt damals gemacht.
unter den heutigen Marktmechaniken ein minus 8 bis minus 12 Prozent Tag werden.
Das könnte also viel...
kräftiger crashen und vor allen Dingen könnte es auch noch schneller crashen.
Er hat nämlich auch noch rausgefunden, früher benötigte der S&P 500 laut seiner Auswertung im Median mehr als 70 Handelstage, um vom Hoch 10% zu verlieren.
Und seit 2018 seien mehrere solche Kurskorrekturen innerhalb von maximal 16 Handelstagen erfolgt.
Ihr seht, ihr müsst sehr schnell sein.
Und deswegen müsst ihr uns auch hören, so wie David es auch jeden Tag macht.
Also macht's wie David und abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns auch.
Wir hören uns dann morgen wieder, ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
