# Oil Crisis, Rate Hikes, and Market Volatility

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-09-12

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Diese Woche war wieder eine Bärenwoche.
Und wieder haben wir 1,9% verloren.
Ähnlich stark wie schon in der Woche zuvor.
Und wieder war es der Ölpreis, der dramatisch gestiegen ist.
Darüber sprechen wir im Thema der Woche noch mal ganz ausführlich.
Ja, das war dann viel Gegenwind.
Der DAX ist wieder unter die Marke von 26.000 Punkten gefallen.
Allein dieser Freitag hat noch mal das Schlimmste etwas abgemildert.
Und wieder hat der Bär eine Wette gewonnen.
Aber was schon faszinierend ist, der September ist jetzt genau so, wie man sich den September vorstellt.
Minus 2,7 Prozent hat der DAX jetzt schon verloren im September.
Und wenn man seit Jahresanfang schaut, hat er nur noch 4,4 Prozent im Plus jetzt drauf.
Und ist damit fast der Schlechteste.
Es gibt da einen, der noch schlechter ist, der französische Index.
Aber sonst sind wir in Deutschland.
Sieht nicht so gut aus.
Ja.
Unser Thema der Woche, es war der Ölpreis und die Eskalation im Nahen Osten, die uns eben auch an den Aktienmärkten zu schaffen gemacht hat.
Und da gab es eben eine neue Eskalation, sowohl in der Straße von Haumus, da spielt man eifrig Schiffe versenken zwischen den USA und dem Iran.
Und dann kommt eben nochmal eine neue Front dazu und das ist im Roten Meer, die Meerenge von Bab al-Mandab, die wird zunehmend...
von den Houthis eingenommen und kontrolliert.
Die schicken sich wirklich an, die zu kontrollieren.
Sie haben eine Insel in dieser Meerenge bereits eingenommen.
Jetzt fehlt noch die Hafenstadt gegenüber.
Und dann können sie diese Meerenge kontrollieren.
Das hieße dann noch mal mehr Verlust von Lieferungen aus dieser Region, weil dann eben auch saudische Schiffe kontrolliert werden können.
Bisher hat man eben durch diese Meerenge dann, und jetzt wird es gleich ganz zappenduster hier, die quasi die Umgehung, die Straße von Haumus etwas umgehen können.
Und das ist jetzt eben eine weitere Gefahr für die weltweite Ölversorgung.
Das sind die Energiepreise, die gestiegen sind.
Da sparen wir immer ein bisschen was.
Das ist ja auch okay so.
Aber es sind nicht nur die Ölpreise, die gestiegen sind, sondern auch die Gaspreise sind gestiegen.
Und die sind wirklich krass gestiegen, nämlich auf über 80 Euro die Megawattstunde.
Und vielleicht zum Vergleich, weil nicht jeder den Gaspreis so im Blick hat.
Zu Jahresanfang waren es 28.
Also wir haben da fast eine Verdreifachung.
Und krass sind auch die Preise an den Zapfsäulen, die wir eben noch hinter uns gesehen haben.
Und da kostet jetzt Benzin ein Liter 2,33 Euro so viel wie noch nie.
Und es ist nicht alleine nur der Ölpreis, sondern es ist auch die Raffineriepreis, der noch dazukommt.
Weil man kann ja sein Auto nicht einfach mit Öl betanken, sondern muss es ja auch raffinerieren.
Und dadurch, dass die Ukraine in Russland Raffineriekapazität zerstört hat und wir auch im Nahen Osten weniger Raffineriekapazität haben, kostet mittlerweile der Liter 50 Cent.
Raffineriemarge haben wir obendrauf.
Und normalerweise ist in so einem normalen Liter nur 80 Cent.
Also vor fünf Verhauungen.
Und Amerika noch krasser, da kostet jetzt der Dieselpreis 6 Dollar je Gallone.
Das ist auch ein neuer Rekord.
Okay, für deutsche Verhältnisse 1,39 den Liter Diesel.
Da wären wir froh drüber, wenn es das gäbe.
Aber Diesel ist der Schmierstoff schlechthin für die US-Wirtschaft.
Und damit wird transportiert.
Das kommt in die Kosten rein.
Und damit wird es so ein bisschen ein Inflationsproblem, weil alles teurer wird.
Die Inflation ist ja im August schon in der Eurozone um 3,3% gestiegen.
Die EZB hat jetzt in dieser Woche darauf reagiert, wie gemeinhin erwartet hat sie die Zinsen angehoben zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 2,5% in Einlagensatz.
Und man rechnet jetzt damit, dass es doch durchaus mindestens noch eine weitere Zinsanhebung geben wird im Dezember.
Denn die EZB hat auch ihre Inflationsprognose angehoben.
Und das Gleiche wird wahrscheinlich in Amerika in der kommenden Woche sein.
Die Fed wird ja am Dienstag und Mittwoch taggen und am Mittwoch wird sie wahrscheinlich die Zinsen anheben.
Und das muss sie auch machen, weil die Inflationszahlen, die heute rausgekommen sind, die waren auch schlechter als erwartet.
Plus 0,4 Prozent zum Vormonat.
Die normale Inflationsrate, wenn man die Kernrate ohne Lebensmittel, Energie sieht, müsste eigentlich weniger stark wachsen.
Die ist aber 0,3 gewachsen und das war Übererwartung.
Und deswegen, wenn man glaubwürdig sein will, muss man das machen.
Und dann kommt auch noch die Bank of Japan am Ende der Woche und die könnte sogar um 50 Basispunkte anheben.
Also richtig kräftig.
alle Notenbanken anheben.
Das ist schon für die Märkte so ein kleiner Stresstest.
Aber der Stresstest, der kam eigentlich vor allem auch von den Anleihemärkten.
Denn die haben ja auch diese Zinsanhebung der Notenbanken teilweise schon vorweggenommen.
Da gab es in dieser Woche einen regelrechten Ausverkauf an den Bond, an den Anleihemärkten.
Im Umkehrschluss sind dann eben die Anleiherenditen weltweit wieder auf neue Mehrjahreshochs gestiegen.
In den USA zum Beispiel jetzt nach diesen Inflationsdaten von heute die zehnjährige Staatsanleihe mit einer Verzinsung von...
fast 5%.
Und in Deutschland ist ja auch weiter hochgeschossen, die Rendite für die 10-jährige Bundesanleihe.
Über 3,5%, 3,51% der höchste Stand seit der Finanzkrise 2009.
Und dass eben die Anleiherenditen in diese ...
Krisenniveaus steigen.
Das ist wirklich dann auch ein Alarmsignal.
Man kann jetzt nur darauf hoffen, dass zum Beispiel eben durch diese Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank, die jetzt doch erwartet wird, möglicherweise wieder etwas Druck von den langfristigen Zinsen genommen wird.
Und das könnte vielleicht dann meiner Meinung nach auch zu etwas Entspannung an den Aktienmärkten in der nächsten Woche führen.
Das kann man wirklich nur hoffen, weil natürlich diese hohen Renditen an den Anleihenmärkten werden natürlich zum Problem für die Aktienmärkte.
Man kann ja beide Anlageklassen miteinander verbinden.
Da gibt es das berühmte FED-Modell.
Das guckt sich eben an, wie beide Anlageklassen miteinander sind.
Und man kann ja auch Aktien eine Gewinnrendite berechnen.
Und man macht einfach das KGV, 100 durchs KGV und dann hat man die Gewinnrendite.
Und wenn wir jetzt einfach mal schauen, der S&P 500 hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20.
Und wenn wir dann einfach sagen, 100 durch 20, haben wir eine Gewinnrendite von 5.
Und diese 5 sind noch ganz knapp über den 10-jährigen Renditen in Amerika, 4,93 oder so.
Und wir haben also nur noch einen ganz kleinen Risikoabschlag.
Normalerweise ist ein Risikopuffer von 2 bis 3 Prozentpunkten, nicht von 0,09 Prozentpunkten.
Und das zeigt, dass eben Aktien in diesem riesen, in diesem hohen Zinsumfeld sehr schwieriges Umfeld gerade haben.
In der Tat.
Aber es gibt auch Aktien, die in diesem Umfeld gestiegen sind.
Deutlich zum Beispiel Aktie von Softbank, mein Bulle der Woche aus Japan, ein Technologie-Holding.
Und die hat sich erfreut vor allem ihrer schönen KI-Töchter, muss man sagen.
Da gab es einiges an guten Nachrichten.
Zum Beispiel SB Energy.
Das ist eine Tochter, die unter anderem Rechenzentren baute.
Die will an die Börse gehen.
Und da ist schon mal die Vorfreude groß.
Dann hat man ja auch Open AI im Portfolio.
Und da gab es ja auch wieder ein Neues.
Das Modell, das als besonders leistungsstark gepriesen wird, hat OpenAI also wieder aufgeholt zur Konkurrenz.
Und schließlich Arm, ein Chip-Produzent, der strebt Richtung Physical AI.
Also viele, viele gute Nachrichten für Softbank.
Und die Aktie hat kräftig zugelegt.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Mein Bär der Woche ist Booking.
Das ist dieses Online-Buchungssystem für Hotelzimmer.
Die haben diese Woche zweistellig verloren.
Und worum geht es?
Die haben gleich so einen dreifachen Gegenwind.
Das eine ist von einem Kartellrecht, sie wollten in Europa was kaufen.
Wollen sie eigentlich schon lange.
Etraveli hieß das.
Das war so eine Reise.
Plattformen aus Schweden.
Und dann haben sie jetzt geklagt gegen die EU, dass sie es übernehmen dürfen.
Und das Gericht hat aber die EU-Rechte gegeben, hat gesagt, die sind marktdominant und die dürfen nicht noch dominierender werden.
Und deswegen dürfen sie es nicht übernehmen.
Aber diese Dominanz andererseits könnte auch wieder schwinden.
Weil jetzt durch die KI, Google hat angekündigt, dass sie auch selbst mit ihrem Gemini-Modell Selbsthotels vermieten wollen.
Und dann wäre die Dominanz möglicherweise dahin.
Das ist das zweite Problem, was sie haben.
Das ist so KI-Angst.
Und das dritte, Sie wachsen langsamer als beispielsweise Airbnb.
Im letzten Quartal sind sie nur auf 5% gewachsen und Airbnb 10.
Und das alles zusammen hat der Aktie nicht gut getan.
In einem Monat 20% verloren.
Deswegen mein Bär der Woche.
Nächste Woche, wie gesagt, im Mittelpunkt steht die FED-Sitzung dann.
Am Mittwochabend wird es die Entscheidung der amerikanischen Notenbank geben und dann wird Kevin Walsh vermutlich die Zinsen anheben.
Eigentlich ist er von Trump ja bestellt worden, um die Zinsen zu senken.
Das gibt dann auf jeden Fall Ärger mit dem US-Präsidenten.
Und ich hoffe aber eben, dass es dann nächste Woche eine Erholung an den Aktienmärkten gibt, dass der DAX zunimmt nach zwei Minuswochen.
Da würde ich sogar mitgehen.
Ich würde auch sagen, der September hat ja schon, der ist im Schnitt hier nur minus 2 Prozent, jetzt haben wir schon minus 2,7.
Dann kann es auch mal eine kleine Zwischenerholung geben.
Und vor allem wird es auch positiv, kann das gesehen werden.
Glaubwürdigkeitssignal, wenn die Fed das macht.
Und wir haben am Montag Verhandlungen nahe Osten, Oman.
Vielleicht kommt da auch was Positives raus.
Deswegen würde ich mitgehen.
Dax im Plus.
Wunderbar.
Das war es für diese Woche bei Defner & Schärpitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und ciao.
Und wer mehr wissen will, hört auch den Podcast ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
