# Millennium Management Strategy and Cheesecake Factory Growth

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-11

## Transcript

Einer der größten Hedgefonds der Welt knackt bald die 100 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen und hat in seiner gesamten Geschichte nur in einem Jahr Geld verloren und selbst da waren es nur 4 Prozent.
Trotzdem kennt ihn fast niemand.
Wir schauen heute, was dahinter steckt, wie so ein Riesenhedgefonds eigentlich funktioniert.
Aber davor gibt es natürlich die News und danach gibt es eine Käsekuchenaktie, die sich dieses Jahr verdoppelt hat.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Freitag, der 11.
September und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flatrate, Krediten, Portfolioanalysen und neuerdings ja sogar einer direkten KI-Integration, wo ihr direkt mit ChatGPT oder Cloud euer Depot steuern könnt.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Gestern war alles andere als ein einfacher Tag für Investoren, vor allem nicht für Tech-Investoren.
Das fing damit an, dass die EZB wie erwartet den Leitzins wieder angehoben hat.
Was aber nicht alle erwartet haben, ist wie klar die Zinsen angehoben wurden.
Lagarde meinte sogar, es war ein No-Brainer, die Zinsen anzuheben und dass die EZB davon ausgeht, dass die Zinsen noch lange über dem 2%-Ziel bleiben.
Analysten rechnen übrigens noch in diesem Jahr mit noch einer Zinserhöhung.
Gestern hat es in Deutschland dann vor allem Aktien getroffen, die an hohen Zinsen hängen, zum Beispiel die ganzen Immobilienaktien, also Hypoport, Vonovia oder THG.
Dazu kam außerdem noch, dass sich die Lage am Ölmarkt weiter angespannt hat, unter anderem weil rauskam, dass Saudi-Arabien im August die niedrigste Ölproduktion seit 1990 hatte, Außerdem haben die Houthi-Rebellen eine wichtige Hafenstadt in Jemen eingenommen.
Danach hat der Ölpreis wieder um die 5% zugelegt.
Und das steigert natürlich wieder die Sorge für hohe Inflation, was ja auch wieder zu höheren Zinsen führt würde.
Und nicht geholfen hat dann auch noch, dass Trump am Mittwoch mit einem Geldgeschenk um sich geworfen hat und meinte, jeder Amerikaner kriegt 5000 Dollar, wenn die Republikaner die Mittwoch-Wahlen gewinnen.
Ist unrealistisch, dass er damit durchkommt, aber sorgt nicht unbedingt in großes Vertrauen in die amerikanische Finanzpolitik.
Und das Ganze würde übrigens über 1000 Milliarden Dollar kosten.
Danach haben die Zinsen auf 30-jährige Staatsanleihen in Amerika gestern auf jeden Fall den höchsten Stand seit 2007 erreicht.
Long story short also, die Zinsen steigen tendenziell weiter.
Und das ist für Investoren an der Börse ungünstig, vor allem für Tech-Investoren.
Und vor allem in einer Zeit, wo immer mehr große KI-Projekte eben mit Schulden finanziert werden.
Die zweite schlechte Nachricht für Tech-Investoren war deutlich kleiner, aber trotzdem krass und zwar hat der italienische Investor Bandingspoons, über den wir ja schon ein paar Mal gesprochen haben, mal wieder eine Firma gekauft, nämlich die Softwarefirma Miro.
Die verkaufen einfach gesagt ein Tool, in dem man einfache Visualisierungen, vor allem für Brainstormings bauen kann, also Mindmaps und so Zeug.
Miro ist auch schon eine echt große Firma, macht so 600 Millionen Dollar Umsatz im Jahr und vor ein paar Jahren hätten Investoren für eine junge Softwarefirma mit 600 Millionen Dollar Jahresumsatz noch sehr viel Geld gezahlt.
Es ist sogar so, dass Miro selbst noch 2022 von Investoren mit 17,5 Milliarden Dollar bewertet wurde und das waren nicht irgendwelche Investoren, sondern absolute Profi-Investoren, die zu der Bewertung sogar 400 Millionen Dollar in die Firma gesteckt haben.
Aber durch KI-Sorgen sind die Zeiten eben vorbei und gestern hat Benning Spoons Miro für gerade mal 1,4 Milliarden Dollar gekauft.
Das Ganze ist auch mal wieder ein guter Reminder, wie subjektiv manchmal Bewertungen sind, gerade wenn sie eben sehr stark am Glauben an die Zukunft hängen und viel viel höher sind als die Gewinne, die eine Firma abwirft.
Aber eine gute Nachricht gibt es bei der ganzen Sache doch, die Aktie von Bending Spoons hat nach dem Deal nämlich 10% zugelegt, denn für die passt der Deal genau in das Muster, das sie bei Übernahmen suchen und trotz KI-Sorgen wirkt die Bewertung auch ziemlich günstig.
Und übrigens hätte Bending Spoons für denselben Preis auch ein Business mit deutlich mehr Prestige kaufen können, nämlich 45% an Bugatti und 20% an Rimac.
Mit dem kroatischen Autobauer hat Porsche Bugatti seit 2021 als gemeinsame Firma betrieben, aber Porsche will sich ja mehr aufs Kerngeschäft fokussieren und hat jetzt eben die Anteile verkauft für ca.
1 Milliarde Euro.
Auf die Aktie hat das gestern keinen großen Einfluss gehabt, ist ja für Porsche an sich auch nicht unfassbar viel Geld, aber auf jeden Fall ein logischer Schritt.
Und wenn wir schon bei Investments sind, kam gestern noch bei einem Staatsbesuch bei uns raus, dass die Vereinigten Arabischen Emirate in den nächsten Jahren 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren wollen.
Wie funktioniert eigentlich ein Hedgefonds?
Mein Kollege Timon klärt auf.
Der zweitgrößte Hedgefonds der Welt hat sein verwaltetes Vermögen in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt und kratzt jetzt als einer der ganz wenigen an der Marke von 100 Milliarden Dollar.
Und das ist vor allem spannend, weil der Fonds in der Öffentlichkeit ziemlich unbekannt ist.
Millennium Management wurde vor fast 40 Jahren gegründet, hat seitdem nur 2008 in der Finanzkrise Geld verloren und selbst da waren es weniger als 4%.
Gleichzeitig macht der Fonds seitdem im Schnitt ca.
14% Rendite pro Jahr und das mit einer Strategie, die immer mehr große Hedgefonds fahren.
Gegründet wurde Millennium von Israel Englander, der ist mittlerweile 77 Jahre alt und mit über 30 Milliarden Dollar Privatvermögen einer der 100 reichsten Menschen der Welt.
Dabei ist er nicht, wie es früher bei vielen Fonds üblich war, der alleinige Star-Investor, der ein paar einzelne Riesenwetten abschließt, sondern er hat Millennium so aufgebaut, dass es ganz viele kleine Teams gibt, die komplett eigenständig handeln und jeweils für ihre Rendite verantwortlich sind.
Diese Teams nennt man Pots und ein Hedgefonds wie Millennium, der aus ganz vielen Pots besteht, ist ein Podshop.
Der bezahlt seinen Investmentmanager extrem gut, stellt das Geld und sorgt dafür, dass drumherum, also zum Beispiel regulatorisch, alles passt.
Die gute Bezahlung ist übrigens möglich, weil diese Podshops normalerweise keine klassischen Hedgefondsgebühren verlangen, was ja meistens 2% Verwaltungsgebühr und 20% Performancegebühr sind.
Sie verlangen stattdessen auch die 20% Performancegebühren, arbeiten aber statt der Verwaltungsgebühr so, dass sie von der Rendite einfach direkt die Boni, Gehälter und alle anderen Kosten abziehen und reichen den Rest an die Kunden weiter.
Der Kunde weiß also vorher auch gar nicht, wie die Gebühren genau sind, aber das Argument vom Hedgefonds ist halt, dass die Rendite nach diesen Kosten am Ende so sein wird, dass er zufrieden ist.
Dann können dem Kunden die Kosten ja auch egal sein.
Das hat übrigens auch schon ein paar Mal für Konflikte gesorgt.
Zum Beispiel gab es mal einen Hedgefonds, der wohl ein bisschen zu viel teure Kunst im Office einfach den Kunden verrechnet hat.
Bei Millennium war die Performance der letzten Jahre übrigens so gut, dass sie noch mehr verlangen können.
Neben den Kosten, die sie durchreichen, nehmen sie nicht einfach 20% der Performance, sondern entweder 1% des Gesamtvermögens oder 20% der Performance.
Je nachdem, was größer ist.
So verdient Millennium, also auch in schwachen Jahren, ordentlich Cash.
Aber zurück zur Strategie.
Durch die Podshop-Strategie ist die Gesamtrendite und auch das Risiko von solchen Podshops auf viele unterschiedliche Ansätze und Köpfe aufgeteilt.
Das macht das Ganze sicherer, aber auch schwerer, Überrenditen zu erreichen.
Tatsächlich ist das für viele Kunden aber auch gar nicht das Ziel.
Die Idee von Hedgefonds ist ja vor allem, dass sie relativ stabile Renditen machen, also auch in Jahren, wo es an der Börse runtergeht.
Und für die Überrenditen gibt es trotz der breit gestreuten Strategie auch noch eine andere Möglichkeit und zwar Fremdkapital.
Außerdem ist es so, dass die guten Pots gepusht werden.
Wenn die nämlich stark performen, kriegen sie schnell mehr Geld.
Investmentmanager werden deshalb aber auch nochmal mehr darauf getrimmt, aufs Risiko zu achten, weil dadurch auch Verluste verstärkt werden.
Wenn ein Pot mal Geld verliert, fliegen sie deshalb ganz schnell wieder raus.
Jetzt haben wir über Rendite, Diversifikation und Risiko gesprochen.
Der vielleicht größte Vorteil der Podshops ist aber das, was ich am Anfang erwähnt habe.
Sie können sehr viel Geld verwalten.
Ein klassischer Hedgefonds mit einem Manager, der auf einzelne große Positionen setzt, bewegt ab einer gewissen Größe selbst den Markt, wenn er kauft oder verkauft.
Podshops haben dieses Problem nicht, weil sie ihr Geld auf hunderte kleine Pods verteilen.
Und deswegen wird Millennium wohl bald die 100 Milliarden Dollar knacken.
Premiere im Podcast.
Mein Kollege Pascal spricht über Käsekuchen.
Mehr als 100% Rendite mit Käsekuchen.
Seit Jahresanfang ist genau das mit The Cheesecake Factory passiert.
Damit ist die Restaurantkette gut 5 Milliarden Dollar wert.
2024 waren es noch unter 2 Milliarden Dollar.
Die Entwicklung ist spannend, weil letztes Jahr noch nicht viel dafür gesprochen hat.
Im letzten Quartal 2025 sind die Umsätze in Restaurants, die schon länger als 18 Monate geöffnet waren, um mehr als 2% gesunken.
Im zweiten Quartal 2026 sind sie auf einmal 6% gestiegen.
Wie so viele Restaurantketten freut sich die Cheesecake Factory über starke Social Media Präsenz.
Zum Beispiel ist es ein Ding, einen riesigen Schokokuchen mit zwei Händen im Auto zu essen und glaubt man dem Finanzchef, dann sieht man die Trends auch bei den Verkäufen.
Noch wichtiger ist die Einführung von Bowls & Bytes.
Wer nämlich seit September 2025 in ein Restaurant der Firma geht, findet auf dem Tisch zwei Karten.
Zum einen die ganz normale Karte und zum anderen das Bowls & Bytes Menü.
Die Idee, die Kette verkauft Bowls günstiger als die normalen Gerichte und man kann sie mit ein paar kleinen Gerichten aufstocken, den Bytes.
Das hat mehrere Vorteile.
Natürlich kommen mehr preisbewusste Kunden in die Restaurants und Bowls und Bytes Kunden kommen auch noch viel öfter wieder in die Restaurants.
Dazu gleichen Bytes den Preisnachlass der Bowls aus.
Zwar bucht nicht jeder Bytes zur Bowl dazu, aber Kunden mit anderen Gerichten nehmen dafür Bytes dazu und das zieht alle Bonds nach oben.
Dass das alles auch auf die Zahlen wirkt, sieht man besonders gut in der Four-Wall-Marge.
Also dem, was ein Restaurant im Schnitt nach Abzug von Waren, Personal und Betriebskosten verdient.
Anders als bei Franchise-Konzepten wie McDonalds gehören die mehr als 250 Cheesecake-Factories weltweit fast alle der Firma selbst.
Deshalb ist es spannend zu sehen, dass ein Restaurant im Schnitt eine Marge von rund 20% hat.
Zum Vergleich, 2025 lag die noch bei 17%.
Und weil die Restaurants so gut laufen, möchte die Firma langfristig in Nordamerika noch 85 Standorte eröffnen.
Pro Jahr eröffnet man aktuell um die vier Restaurants.
Spannender sind aber die anderen Ableger der Firma wie Flower Child.
Die Marke kam durch die rund 440 Millionen Dollar schwere Übernahme von Fox Restaurant Konzepts dazu.
Flower Child ist eine Fast Casual Kette mit über 40 Restaurants, die gesundes vegetarisches oder veganes Essen hat.
Allein im letzten Quartal sind die Umsätze in bestehenden Restaurants um 13% gestiegen und die Marge liegt ebenfalls bei rund 20% pro Restaurant.
2026 sollen bis zu sieben neue Standorte dazukommen.
Heißt also, der Kuchen läuft, die Konzepte greifen, nur billig ist die Aktie nicht mehr.
Bei einem erwarteten KGV von um die 23 ist schon viel Fantasie eingepreist.
In den letzten fünf Jahren lag der Wert eher unter 20.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdorz bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder zu einer neuen Deep Dive Folge.
Da habe ich mit Jan Voss gesprochen, der managt seit Jahren für sehr vermögende für Menschen ihr Vermögen.
Wir haben auch über Hedgefonds gesprochen, über Private Equity, über ETFs.
Einfach wie sehr reiche Leute ihr Geld anlegen.
