# Oracle Cloud Growth vs. Geopolitical Oil Inflation

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-09-11

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Krise der Konjunkturaktien, das Oracle-Statement und das Ölausrüster-Paradoxon.
Im Thema des Tages dreht sich alles um das schwedische Rätsel vor der Wahl.
Und in der Triple-E-E-D verraten wir euch, warum das goldene Kreuz beim Bitcoin jetzt die 270.000-Dollar-Fantasie entfacht.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Lea Oetjen und Nando Sommerfeld aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Freitag, der 11.
September und wir wünschen euch einen charmanten Start in den Tag.
Höchst charmant ist Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank gestern auf die Spekulation über ihren vorzeitigen Abgang in Richtung des Weltwirtschaftsforums reagiert.
Im Rahmen des EZB-Zinsentscheids sagte sie den Journalisten, Zitat, wenn es etwas Persönliches über mich zu erzählen gibt, sind sie die Ersten, die es erfahren, nach meinen Enkeln natürlich.
Schamant, charmant.
Es ging aber gestern natürlich auch noch um weitaus mehr.
Die EZB hat ihre Leitzinsen wenig überraschend ein zweites Mal in diesem Jahr erhöht, erneut um ein Viertelprozentpunkt auf nunmehr 2,5 Prozent.
Klingt erstmal gut für alle, die Geld auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto haben.
Nur hat die Notenbank gleichzeitig auch ihre Inflationsprognosen für die kommenden beiden Jahre angehoben und unterm Strich bleibt euch also weniger als vorher.
Das ist natürlich nicht so schön.
Nein, und ihr wisst ja, die Inflation kommt nicht aus der Eurozone.
Sie wird importiert und zwar per Tanker.
Brand kletterte am Abend über 107 Dollar je Fass.
Die amerikanische Sorte WTI sprang um 7 Prozent auf knapp 103 Dollar.
Ausgelöst hat das der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde.
Der erklärte nämlich, Teheran sei bereit für Blitzoffensiven.
Und dazu kommt der Jemen.
Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hat die Hafenstadt Mokka eingenommen und rückt näher an die Meerenge Bab al-Mandab.
Das ist eine der wichtigsten Engstellen des Welthandels und damit importiert Europa.
Du hast es gesagt, eine Inflation, gegen die es Geld politisch wenig ausrichten kann.
Die Dekabanzelage der Notenbank deshalb undankbar.
Höhere Zinsen belasten eine Konjunktur, die ja ohnehin nicht kräftig läuft.
Nee, nicht so richtig kräftig.
Anleihenmarkt rentieren zehnjährige Bundesanleihen jetzt bei 3,5 Prozent und an der Börse traf es alles, was an der Konjunktur irgendwie hängt.
Kupfer, Silber und Platin gaben deutlich nach.
Entsprechend verlor auch der Kupferkonzern Arubis 5,3 Prozent und der beteiligte Stahlhersteller Salzgitter sogar 7,3 Prozent.
Und auch für den DAX ging es weiter nach unten nochmal knapp 0,8 Prozent.
Im Wochenverlauf sind es jetzt glaube ich schon 2,5 Prozent, die der DAX da eingebüßt hat.
Ja, und zu den Verlierern gehörte außer...
dem noch hochtief mit einem Minus von 6%.
Schlechte Unternehmensnachrichten gab es da nicht.
Der Rücksetzer lässt sich wahrscheinlich auch mit dem Zinsentscheid erklären.
Ja, das ist eine richtig schlechte Börsenwoche, die wir da haben, denn auch in den USA lief es kein Stück besser.
Der S&P 500 verloren 0,6 Prozent, der Nasdaq 100 gab sogar 1,1 Prozent nach.
Und wenn ich das richtig gesehen habe, das ist der vierte Minustag an der Wall Street in Folge, gab es auch schon länger nicht mehr.
Die amerikanischen Erzeugerpreise legten im August um 0,4 Prozent zum Vormonat zu.
Im Jahresvergleich sind es 5,4 Prozent und damit ein Zehntel mehr als erzeugt.
Wer an den Terminmärkten schnellte, dann die Wahrscheinlichkeit für eine Fettsinserhöhung schon in der nächsten Woche auf 70 Prozent und die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sprang um 11 Basispunkte auf 4,95 Prozent.
Und das ist inzwischen der höchste Stand seit Oktober 2023, also seit drei Jahren.
Ja, und wobei auch die FED ja in einer unangenehmen Lage steckt, denn Zinserhöhungen holen nun mal kein Öl aus dem Boden.
Der Vermögensverwalter Annex Wealth Management sagt deshalb, diese Inflation sei ein physisches und geopolitisches Problem, kein geldpolitisches.
Naja, eine Erhöhung wäre aber vor allem ja auch ein symbolischer Akt.
Schauen wir doch aber mal auf die Einzelwerte und da gibt es gute Nachrichten, wenigstens dort.
Nachbörslich hat Oracle seine Zahlen vorgelegt.
Ja und das Cloud-Geschäft ist stärker gewachsen als von Analysten erwartet.
Die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren zahlen sich offenbar aus.
Die rasant wachsende Cloud-Sparte verhalf dem SAP-Rivalen zu einem Gewinnsprung und einem Rekordquartalsumsatz.
Das ging jeweils um 30 Prozent nach oben, beim Nettogewinn sogar um mehr als 50 Prozent.
Ja gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand überraschend.
schon deutlich und da hob der Softwarekonzern seine Jahresziele an und sowas kommt ja immer gut an und nachbörslich.
Anfangs konnte sich das Papier nicht so richtig entscheiden, aber dann jetzt hier so um Mitternacht rum liegt der Aktie so 4% im Plus.
Vor genau einem Jahr markierte Oracle ja noch ein Rekordhoch.
Seither hat sich der Kurs mehr als halbiert.
Für 2026 steht ein Minus von rund 20 Prozent.
Das ist das schlechteste Jahr seit 2008.
Grund dafür ist aber nicht das Geschäft, sondern vor allem die Finanzierung.
Oracle hatte allein im vergangenen Quartal fast 20 Milliarden Dollar in neue Rechenzentren gesteckt.
Der freie Cashflow rutscht dadurch auf minus 10 Milliarden Dollar.
Im Geschäftsjahr 2027 sollen fast 93 Milliarden Dollar an Investitionen zusammenkommen.
Andererseits ist die Aktie so billig wie lange nicht.
Weniger als das 18-fache des Jahresgewinns von einem Jahr war es noch das 45-fache.
Ein amerikanischer Vermögensverwalter hat es so formuliert, Oracle sei der Knotenpunkt auf dem Weg zum Bauen der KI, zum Verdienen mit KI.
Ein großes Spiel und Oracle sitzt mit dem größten Einsatz am Tisch.
Schön formuliert.
Nachbörslich hat auch noch Adobe gestern Zahlen präsentiert und die haben allein im dritten Quartal rund 6,8 Milliarden Dollar umgesetzt.
Das ist ein Plus von 13 Prozent und liegt leicht über den Erwartungen.
Beim Gewinn die Aktie lief es genauso.
Trotzdem ging die Aktie nachbörslich rund zwei Prozent runter und Schuld daran ist eine einzige Zahl, nämlich der Auftragsbestand.
Der war minimal schlechter als erwartet.
Apple dagegen legte fast vier Prozent zu, weil die Anleger den Einstieg ins Geschäft mit dem faltbaren Handy feiern.
Das iPhone Duo, darüber haben wir ja in der gestrigen Folge ausgiebig gesprochen, greift ja ein Segment an, das bisher nur Samsung und Huawei unter sich aufgeteilt haben.
Auf vier Prozent, sieh an.
Also hat die Aktie dieses Mal doch relativ deutlich reagiert.
Und dann war da noch eine Bewegung, die auf den ersten Blick nicht zusammenpasst.
Während Öl teurer wird, fallen die Ölausrüsteraktien.
Baker Hughes, sie verloren 6,5 Prozent, Halliburton 3,2 Prozent.
Ja, der Markt geht offenbar davon aus, dass ein Ölpreis über 100 Dollar die Weltkonjunktur abwirkt.
Und dann wird am Ende...
eben auch weniger gebohrt.
Ja, und dann hat US-Präsident Donald Trump gestern noch für Schlagzeilen gesorgt.
Er hat jedem erwachsenen Amerikaner noch eine Dividende von 5000 Dollar versprochen für den Fall, dass die Republikaner im November beide Kongresskammern behalten können.
Die Märkte haben das mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen und stufen das als Wahlkampfrhetorik ein.
Bei diesem Anleihenrenditen momentan wäre es auch ohnehin schwer zu erklären, wo diese Billionen denn herkommen sollen.
Unser Kollege Tobias Kaiser hat gestern mal recherchiert, was das in der Vergangenheit eigentlich gebracht hat, diese Mega-Checks, die da oft in Amerika schon verteilt wurden und dem Streben, wie ich ehrlich gesagt, fast nie irgendwelche Wirkungen entfaltet.
Das wird nicht funktionieren.
Schulterzucken war gestern bei zwei Aktien nicht drin und zwar aus demselben Grund.
Copart, das größte Auktionshaus für Unfall und Gebrauchwagen, sprang nachbörslich 8% nach oben.
Der Umsatz war höher als erwartet und dazu kauft Copart den digitalen Fahrzeugmarktplatz ACV für knapp 2 Milliarden Dollar.
Und der Möbelhändler RH legte 6% zu.
Auch da war der Umsatz höher als erwartet ausgefallen.
Nach Börseschluss kam dann noch eine Meldung rein.
United Internet streicht bei seinen Töchtern 1&1 und Jonas rund 800 Stellen.
Bei der Geschäftskundensparte 1&1 Versatel sinkt die Zahl der Vollzeitkräfte von 1.350 auf etwa 1.000.
Bei Jonas fallen 450 von 3.800 Stellen weg, je zur Hälfte im In- und Ausland.
Das kostet in diesem Jahr einmalig rund 95 Millionen Euro, spart danach aber jährlich 55 Millionen.
So, soll ich die Termine machen, Lea?
Wenn du möchtest.
Ein letztes Mal diese Woche.
Genau.
In Europa haben wir Fraport Verkehrszahlen für August.
Dann haben wir die britische Industrieproduktion und Handelsbilanz, den Zinsentscheid der russischen Zentralbank.
Ja, ihr merkt schon, so viel Prominent ist das aber nicht mehr.
Aber der Termin des Tages, der ist wichtig.
Die US-Verbraucherpreise vor August, dazu die Realeinkommen.
Der Consumer Price Index der CPI in den USA ist ja dort nach den Erzeugerpreisen und bei 70 Prozent eingepreisert Zinserhöhung der mit Abstand wichtigste Termin heute.
Und ja, dann haben wir Wochenende.
Das Thema des Tages.
In Europa rücken die Wahlergebnisse ja derzeit fast überall nach rechts.
In Frankreich, in Großbritannien und zuletzt ja auch bei uns hier in Sachsen-Anhalt.
Aber ein Land dreht den Trend gerade um.
Schweden nämlich.
Dort wird am Sonntag gewählt und nach Umfragen löst ein Linksbündnis unter Führung der Sozialdemokraten die konservative Regierung ab.
Doch nicht nur diese Entwicklung gegen den Trend erstaunt.
Gleichzeitig steht Schweden wirtschaftlich so gut da wie kaum ein anderes Land in Europa.
Und deshalb machen wir das wunderbare Schweden jetzt zum Thema des Tages.
Ja wunderbar, ökonomisch betrachtet in jedem Fall, denn du sagst es schon, die Bilanz kann sich sehen lassen.
Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 3,2 Prozent gewachsen.
Die Inflation liegt aktuell bei 0,7 Prozent und die Hypothekenzinsen bei 2,8 Prozent.
Das ist ein voller Prozentpunkt unter unserem Niveau.
Und die Staatsverschuldung, da geht es weiter, beträgt 37 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Wir liegen bei, wir sind ja auch schon ganz gut in der Eurozone eigentlich, wir liegen bei 60 Prozent.
Ja und die UBS hat ihre Wachstumsprognose gerade auf 2,7 Prozent.
Prozent angehoben.
Davon können viele europäische Länder nur träumen.
Und auch die beiden Themen, die die Wahl 2022 noch bestimmt haben, sind erstmal entschärft.
Die Nettozuwanderung ist auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen und auch die Bandenkriminalität wurde spürbar zurückgedrängt.
Schlechte Arbeit kann man der Regierung also eigentlich nicht vorwerfen.
Nee, das ist so.
Und trotzdem die Frage, oder erst recht die Frage, was also lässt die Wähler für die Opposition stimmen?
Ein wichtiger Punkt ist das verbreitete Gefühl, dass der Aufschub bei den Menschen nicht ankommt.
Und dazu trägt bei, dass die Arbeitslosenquote mit über 8% immer noch sehr hoch ist.
Gestiegen war sie vor allem aufgrund des Inflationsschocks nach der Corona-Pandemie.
Als die schwedische Zentralbank die Zinsen hochzog, stieg die Monatsrate sofort.
Der Konsum brach ein, das Land rutschte in die Rezession.
Die Zinsen sind längst wieder unten, aber die Löcher auf dem Konto sind eben noch da.
Während die Haushalte unter den variablen Zinsen gelitten haben, das gibt es ja bei uns eher nicht, haben Schwedens Banken allerdings glänzend verdient.
Und genau da setzt die Opposition an, Sozialdemokraten, Linkspartei und Grüne.
wollen eine befristete Steuer auf die Nettozinserträge der Banken.
Rund 12,6 Milliarden Kronen soll sie bringen.
Und das betrifft die vier großen Banken im Land, nämlich die SEB, die Svenska Handelsbanken, die Swedbank und die Nordea Bank.
Citigroup hat das mal durchgerechnet.
Im schlechtesten Fall kostet die Abgabe bis zu 9 Prozent des Vorsteuergewinns 2027.
Die Regierung warnt, die Banken würden das über höhere Kreditzinsen einfach weiterreichen.
Damit dringt sie im Wahlkampf aber nicht so richtig durch.
Ja, was heißt das jetzt für Anleger?
Im Wesentlichen gibt es zwei Szenarien für den Ausgang der Wahl.
Das wahrscheinlichste Ergebnis ist eine von den Sozialdemokraten geführte Minderheitsregierung.
Die andere Variante wäre eine Neuauflage der Mitte-Rechts-Koalition.
Egal was es am Ende wird, mit einem drastischen wirtschaftspolitischen Kurswechsel rechnen die meisten Ökonomen nicht.
Auch nicht, wenn die neue Premierministerin Magdalena Andersson von den Sozialdemokraten an die Macht kommt.
Die eigentliche Bewährungsprobe dürfte deshalb auch woanders liegen, denn ähnlich wie Deutschland muss Schweden künftig erheblich höhere Verteidigungsausgaben stemmen und die Ukraine Hilfen finanzieren.
Und das kollidiert mit den Kosten der Steuersenkung bei Lebensmitteln und Kraftstoffen, die zur Entlastung der Bürger durchgeführt wurden.
Die nächste Regierung dürfte also vor allem vor erheblichen finanzpolitischen Herausforderungen stehen, egal von wem sie dann am Ende geführt wird.
Im Gegensatz zu Deutschland könnten entsprechende Reformen aber vor dem Hintergrund einer stark wachsenden und dynamischen Volkswirtschaft angegangen werden.
Wer sich Schweden ins Depot holen möchte, sollte den Weg über ETFs gehen.
Am direktesten geht das mit dem iShares OMX Stockholm Cap, der die Stockholmer Börse abbildet, 0,1% im Jahr kostet und thesauriert.
Und da drin stecken ziemlich viele Industriewerte, 40% nämlich, Atlas Copco zum Beispiel, Volvo oder Sandvik.
Allerdings auch mehr als 20% Finanzwerte, die von der Steuerdebatte, wir haben es gesagt, der Recht.
betroffen wären.
Der ETF hat zuletzt ganz gut abgeschnitten.
In den letzten zwölf Monaten 20 Prozent.
Das kann sich durchaus sehen lassen.
Ja, mit knapp 190 Millionen Euro ist der Fonds allerdings relativ klein.
Das einmal nur an der Stelle noch gesagt.
Breiter investiert kann man zum Beispiel über den X-Trackers MSCI Nordic auf Schweden setzen.
Der bildet aber auch Dänemark, Finnland und Norwegen ab.
Vorsicht, Novo Nordics ist dort mit Abstand die größte Position.
Wer Skandinavien kauft, kauft halt auch vor allem Dänemark.
Obwohl es so klein ist.
Die AAA-Idee des Tages.
Unsere heutige Idee beginnt mit einem ganz dicken Disclaimer.
Und wenn wir eine Risikowarnung vorweg schicken, dann heißt das, das ist eine spannende Idee, eine interessante Story, aber bitte sie ist auch mit größter Vorsicht zu genießen.
Ja.
Worum geht es?
Geht um Bitcoin.
Holger hat uns gestern nämlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Szene plötzlich ganz aufgeregt ist und schuld daran ist das Golden Cross, das goldene Kreuz.
Das Golden Cross, das klingt natürlich schon mal richtig gut und richtig groß.
Fast schon episch.
Ich mag das ja.
In Wahrheit geht es allerdings um was relativ Schnödes, nämlich um Schartechnik.
Also ich finde sie schnöde, ehrlich gesagt.
Das Golden Cross entsteht nämlich, wenn die 50-Tage-Linie des Bitcoin, die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchbricht.
Und Charttechniker sehen darin traditionell ein Kaufsignal und beim Bitcoin ist das gerade zum ersten Mal seit Mai 2025 wieder passiert.
Okay, wegen dieser Chart-Technik drehen die Kryptobullen auf einmal frei.
Ja, tatsächlich, das tun sie.
Es kursieren schon wieder Kursziele von 170.000 Dollar, sogar von bis hin zu um die 600.000 Dollar.
Grundlage sind dafür die Golden Cross-Phasen und andere Indikatoren.
Aber wenn man sich die Historie mal genauer anschaut, wird es ehrlich gesagt deutlich nüchterner.
Ja, 600.000 Dollar.
Beruhigen wir uns mal wieder und schauen tatsächlich mal ganz nüchtern durchatmen und schauen ganz nüchtern auf die Lage und erklären euch, wie gut dieses Signal denn wirklich funktioniert.
Das aktuelle Golden Cross, ich mag ja dieses Wort, das Super Golden Cross.
Also es ist das 13.
in der Bitcoin-Geschichte und von den zwölf vorherigen haben nur drei ein komplettes Jahr überlebt, ohne dass kurz darauf das Gegenteil kam, das sogenannte Death Cross.
Auch schön.
Diese drei Fälle, das muss man sagen, die waren allerdings ziemlich spektakulär.
Im Schnitt legte Bitcoin danach rund 250 Prozent zu.
Das wiederum klingt dann ja doch ziemlich verführerisch.
Ich meine 250 Prozent.
Dann wären wir bei einem Bitcoin-Preis von knapp 270.000 Dollar.
Ja, aber neun von zwölf Signalen waren eben keine solchen Volltreffer.
Manche wurden schon nach wenigen Wochen wieder kassiert.
Das Golden Cross vom Februar 2020 wurde vom Corona-Crash hinweggefegt.
Und das Signal vom September 2021 kam kurz vor einem Abschluss von mehr als 70 Prozent.
Also von einem verlässlichen Kaufsignal kann man nicht reden.
Nee, überhaupt nicht.
Das Problem steckt schon in der Konstruktion.
Die beiden Linien sind ja gleitende Durchschnitte.
Sie schauen also zurück.
Ein Golden Cross sagt meistens nicht, jetzt beginnt ein neuer Trend.
Es sagt eher, da ist offenbar schon seit einiger Zeit ein Trend unterwegs.
Die Frage, die sich da trotzdem stellt, wie stark ist denn das aktuelle Signal gerade wirklich?
Nicht so stark.
Die 50-Tage-Linie liegt nur rund 0,6 Prozent über der 200-Tage-Linie.
Beide verlaufen fast flachen.
Ein paar schwächere Handelstage könnten schon reichen und das Kreuz wäre wieder weg.
Und trotzdem, irgendwas ist da ja passiert.
Bitcoin ist schließlich wieder deutlich gestiegen.
Das ist der zweite Teil der Geschichte.
Im August flossen netto 3,5 Milliarden Dollar in die amerikanischen Bitcoin ETFs.
Das war der beste Monat des Jahres.
An 16 von 21 Handelstagen kam Geld herein.
Das verwaltete Vermögen sprang um 31 Prozent.
Das ist ein wichtiger Punkt, weil diese ETF-Zuflüsse inzwischen ein zentraler Kurstreiber sind.
Bitcoin war nach dem Rekordhoch von rund 125.000.
Dollar im vergangenen Jahr bis auf 58.000 Dollar gefallen.
Die Euphorie war weg aus den ETFs, floss lange Geld ab und im August kam dann plötzlich die Nachfrage wieder zurück.
Aber wie soll es auch anders sein?
Auch da gibt es einen Haken.
Die Zuflüsse sind noch nicht stabil.
Der September begann schon wieder mit Abflüssen, bevor anschließend erneut viel Geld hereinkam.
Ja, und der Bitcoin hängt zudem an der Zone zwischen 79.000 und 82.000 Dollar gerade so ein bisschen fest.
Gleichzeitig steigen die Zinssorgen und das ist für eine zinslose Anlage wie Bitcoin kein besonders angenehmes Umfeld.
Ja, was also bleibt vom goldenen Kreuz?
Also unserer Meinung nach ist es eher ein Aufmerksamkeits- als ein...
Es zeigt, der Bitcoin-Markt hat sich nach dem Absturz wieder gedreht, Kapital kommt zurück, die Stimmung ändert sich.
Aber ob daraus ein neuer großer Bullenmarkt wird, das kann dieses Kreuz nicht beantworten.
Also nicht Golden Cross gleich Bitcoin kaufen, sondern eher Golden Cross gleich hinschauen.
Entscheidend wird sein, ob über mehrere Wochen weiter Geld in die ETFs fließt und ob Bitcoin wichtige langfristige Marken zurückerobern kann.
Dann würde aus einer interessanten Bewegung vielleicht ein belastbarer Golden Cross Trend.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an aaa-at-welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und ihr habt uns zuletzt mal wieder geschrieben und darum gebeten, endlich doch mal wieder einen Vollblut-Börsianer für die Samstagsfolge einzuladen.
Und wir hören natürlich auf euch.
Hendrik Leber wird unser Gast sein.
Eine echte Ikone.
Und er wird wie immer über alles reden, über den Zustand der Märkte, den KI-Hype und natürlich über seine aktuellen Aktienfavoriten.
Und das mag ich ja besonders an ihm.
Er scheut sich ja nicht, seine Ideen und auch konkrete Titel preiszugeben und wirklich offen Tacheles drüber zu reden.
Ja, Hendrik Leber hält sich wirklich nicht zurück, so kennen wir ihn.
Und ich bin jetzt hier wieder die Werbetrommel-Rührbeauftragte.
Der morgige Auftritt ist ja auch ein Vorgeschmack auf unseren AAA-Summit und auf sein Debüt bei unseren Events.
Wie es sich für einen echten Stammgast gehört, wird Hendrik Leber natürlich am 2.
Oktober dabei sein.
Zusammen mit Hardwang, Baki Irmark und der wunderbaren Elisabeth Lorange wird er auf einem Panel sitzen, das von einem gewissen Holger Zschäpes moderiert wird.
Den Namen habt ihr bestimmt auch schon mal gehört.
Klingt doch gut, oder?
Und davon gibt es auch noch bei unserem Summit noch ganz, ganz viel mehr Tolles.
Zum Beispiel auch eine richtig starke Eröffnungs-Keynote von einem ganz besonderen Speaker, den wir hier noch bald verkünden werden.
Also wartet nicht.
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Henrik Leber, Holger und mich hört ihr dann morgen ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcast gibt.
