# ASML, Novartis, and Sugar Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-09

## Transcript

Der Zuckerpreis hat dieses Jahr deutlich besser performt als die meisten Aktien.
Wir schauen uns an, woran es liegt und wie man investieren kann.
Außerdem schauen wir, was beim Schweizer Pharmakonzern Novartis los ist.
Dort ist gestern schon wieder ein wichtiges Medikament in der Studie gescheitert.
Und es gab gute Nachrichten für ASML.
Das alles gleich.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 9.
September und das ist ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die neben dem Broker auch noch einen der besten YouTube-Accounts meines Erachtens in Deutschland haben.
Dort gibt es zum Beispiel Interviews mit Top-CEOs, aber auch Formate zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel dem Altersvorsorge-Depot.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Wir sind ja in Europa beim Thema KI realistischerweise wirklich sehr weit hinter den USA, aber es gibt ein paar Lichtblicke und gestern gab es einen Lichtblick für die wichtigste KI-Firma, die wir haben, nämlich den Chip-Maschinenhersteller ASML.
Bei denen ist es ja so, dass sie ein Monopol bei High-End-Lithografie-Maschinen haben, die man eben braucht, um die neuesten Chips herzustellen, also auf der einen Seite eine wirklich extrem starke Marktposition.
Auf der anderen Seite wächst der Umsatz bei ASML aber bei Weipen nicht so schnell wie bei den ganzen Chip-Firmen, weil der Bau von Chip-Fabriken in den in den Maschinen am Ende stehen, einfach lange dauert und das auch für die Chip-Hersteller sehr riskante Investments sind, die sind da also tendenziell ziemlich vorsichtig.
Und dazu kommt, dass es gar nicht so viele Firmen gibt, die solche Maschinen überhaupt kaufen können.
Das war vor allem ein Problem, weil der wichtigste Kunde TSMC noch im April meinte, dass sie die neue Generation der ASML-Maschinen zu teuer finden.
Das ist auch verständlich, weil eine Maschine um die 400 Millionen Dollar kostet, aber genau diese neue Generation ist eben der wichtigste Wachstumstreiber für ASML.
Jetzt sieht TSMC aber scheinbar, dass sie bei der stärkeren Konkurrenz von Intel und Samsung doch aufpassen müssen und gestern haben sie dann, genau wie Samsung verkündet, dass sie die Maschinen in den nächsten Jahren bestellen werden.
Intel ist da übrigens schon länger dran.
Die Aktie von ASML hat gestern 3% zugelegt, also gar nicht so viel, aber sie ist dieses Jahr auch schon über.
60 Prozent im Plus.
Und eine kleinere gute KI-Nachricht gab es noch abseits der Börse.
Der französische KI-Modellentwickler Mistral hat nämlich Geld von Investoren zu einer Bewertung von 24 Milliarden Dollar gekriegt.
Ist natürlich im Vergleich zu dem, was in den USA passiert, gar nichts, aber immerhin.
Und immerhin glaubt Mistral auch, dass sie dieses Jahr einen Monatsumsatz von über 80 Millionen Dollar knacken werden, also über eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr.
Dann gab es natürlich auch noch ein paar KI-Meldungen aus den USA.
Dort hat zum Beispiel die Aktie von Qualcomm um die 5% zugelegt, weil die einen Chip-Deal mit Amazon haben.
Dabei wird Amazon über die nächsten Jahre bis zu 60 Milliarden Dollar an KI-Chips von Qualcomm kaufen und kriegt im Gegenzug das Recht, für 4 Milliarden Dollar Qualcomm-Aktien zu kaufen, zu einem Kurs, der ein bisschen günstiger ist als der aktuelle.
Solche Aktien-Deals als Teil von Bestellungen sind in der KI-Welt gerade relativ üblich und bringen einerseits Amazon ein bisschen upside, wenn die Aktie von Qualcomm eben steigt und auf der anderen Seite ist es aus Sicht von Qualcomm ein Anreiz für Amazon, eben langfristig bei Qualcomm zu bestellen.
Und wenn wir jetzt schon bei den ganzen Deal-Strukturen sind, gab es noch eine ganz spannende KI-Meldung rund um OpenAI und Anthropic.
Morgan Stanley und Goldman Sachs sprechen scheinbar gerade mit Rating-Agenturen, die eben sagen, welche Bonität bestimmte Firmen haben.
Und sie versuchen, sie dazu zu drängen, OpenAI und Anthropic nach ihren Börsengängen ein Investment-Grade-Bonitätsrating zu geben.
So könnten sie sich dann zu deutlich geringeren Zinsen Geld am Anleihenmarkt leihen.
Viele Analysten bei den Agenturen sind da wohl noch skeptisch, weil die beiden noch weit davon entfernt sind, wirklich profitabel zu werden.
Es zeigt aber auf jeden Fall, dass Fremdkapitalfinanzierung für die KI-Welt sehr relevant bleibt.
Und neben KI gab es dann noch zwei spannende Deal-Themen.
VW denkt zum Beispiel darüber nach, Ducati zu verkaufen, um sich mehr aufs Kerngeschäft zu fokussieren.
Kurz zu den Eckdaten.
Ducati macht zu knapp 1 Milliarde Umsatz knapp 50 Millionen Dollar operativen Gewinn und könnte laut Bloomberg um die 1,5 Milliarden Dollar wert sein.
Das klingt für VW nicht so viel, aber man muss bedenken, dass die ja selbst nur noch 40 Milliarden Euro wert sind.
Also ganz irrelevant wäre es auch nicht.
und vor allem wäre VW danach eben ein Stück übersichtlicher.
Und das könnte auch erklären, wieso die Aktie gestern um die 3% zugelegt hat.
Einen deutlich größeren Deal gab es dann noch in Amerika.
Der Triebwerksbauer GE Aerospace kauft nämlich für fast 12 Milliarden Dollar Consolidated Precision Products.
Die stellen Präzisionsgusskomponenten her.
gießen also einfach gesagt flüssiges Metall in eine Form, um daraus dann Teile herzustellen, die eben zum Beispiel in Triebwerken stecken.
Klingt erstmal ziemlich einfach.
Es ist in der richtigen Qualität, aber ziemlich schwer, das zu bauen.
Und tatsächlich ist genau das auch gerade einer der Engpässe im Markt für Gasturbinen.
Erst letzte Woche meinte Elon Musk deswegen, dass er mit SpaceX versuchen wird, die Blätter für Gasturbinen selbst herzustellen, was erstmal Konkurrenz für CPP und damit jetzt auch für GE Aerospace wäre.
Aber es ist natürlich gar nicht klar, ob er das schaffen wird.
und aktuell ist die Nachfrage auf jeden Fall höher als das Angebot.
Auch die Börse sieht es relativ optimistisch.
Die Aktie hat nach dem Biel nämlich sogar leicht zugelegt, was ja eher ungewöhnlich ist nach so großen Übernahmen.
Aber es kann strategisch eben Sinn machen und man muss auch sagen, GE Aerospace ist 350 Milliarden Dollar wert an der Börse.
Der Übernahmepreis von den 12 Milliarden sind also eher Peanuts.
Und wenn wir schon bei Peanuts sind, fand ich noch eine politische Meldung ganz spannend.
Singapur hat nämlich das Gehalt von seinem Premierminister um über 60 Prozent auf 2,8 Millionen Dollar angehoben.
Damit ist er einer der bestbezahltesten Politiker der Welt.
Trump kriegt zum Beispiel nur 400.000 Dollar, März umgerechnet um die 550.000 Dollar.
Aber das Argument in Singapur ist, dass man so bessere Talente anzieht und sich eben keine so großen Sorgen um Korruption machen muss.
PS, für alle, die sich gefragt haben, wieso die Börsenstimmung gestern eher bescheiden war, das lag mal wieder an der Sorge rund um steigende Ölpreise, verbunden mit der Sorge um höhere Inflation.
Die zweitwertvollste Firma der Schweiz, Novartis, hatte in den letzten Tagen zwei große Studien-Fails.
Was das für die Aktie bedeutet, habe ich mit Helena Smolak besprochen.
Sie ist Pharma- und Biotech-Korrespondentin beim Handelsblatt und war davor Pharma-Reporterin beim Wall Street Journal, also absolute Expertin in dem Bereich.
Wer generell mehr von ihr lesen will, findet in der Beschreibung ihr LinkedIn oder natürlich auch beim Handelsblatt.
Und damit genug der Vorrede und rein ins Gespräch.
Helena, es ist gerade sehr viel los bei Novartis.
Anfang letzter Woche gab es eigentlich gute Nachrichten, weil ein Medikament gegen Multiple Sklerose starke Studiendaten hatte.
Ende letzter Woche haben sie dann aber gesagt, dass ein neues Medikament das Risiko schwerer Herzinfarkte und von Schlaganfällen nicht reduziert hat.
Und gestern gab es dann den nächsten großen Studien-Fail.
Die Aktie ist um die 10% gefallen.
Kannst du mal erklären, was da los war?
Hallo Noah.
Ja, die Enttäuschung unter Anlegern ist aktuell enorm groß, weil Novartis innerhalb weniger Tage jetzt zwei entscheidende Rückschläge in der Medikamentenentwicklung verkraften musste.
Das kommt auch nicht so häufig vor in so einer kurzen Zeitspanne.
Und vor allem die gestrige Nachricht trifft das Unternehmen hart.
Es geht dabei um ein Medikament gegen eine seltene Muskelerkrankung, was erst letztes Jahr in einer 12 Milliarden schweren Übernahme eingekauft wurde.
Der Deal war teuer, aber dafür versprach man sich eben auch einen hohen Umsatz und wenig Risiko, weil diese Wirkstoffe erst in einer späten Entwicklungsphase übernommen wurden.
Das Management hat daher definitiv mit einem Erfolg gerechnet und jede fehlgeschlagene Akquisition dieser Größenordnung ist bitter und lastet auf der Reputation des Managements.
Das Medikament hat sich Novartis ja als Teil von der 12 Milliarden Dollar Übernahme gekauft.
Würdest du sagen, ist es ungewöhnlich, dass man da so daneben liegt?
Ja, Noah, das ist die zentrale und absolut legitime Frage.
Ganz klar, hat Novartis ein M&A-Problem?
Novartis kann natürlich auch nicht in die Studie reinschauen und in den Risiken in Kauf.
That's the nature of the business in Pharma.
Man muss sich vorstellen, in der entscheidenden Studie vor Zulassung gibt es immer noch eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Medikament scheitert.
Aber man muss auch sagen, fairerweise Novartis Übernahme beispielsweise des Münchner Biotech Morphosis vor ein paar Jahren war auch schon eine Enttäuschung.
Der CEO steht damit jetzt deutlich unter Druck und die M&A-Strategie wird er sich jetzt sicher genauer ansehen.
Das Problem bei Novartis ist ja, dass bei einigen wichtigen Medikamenten die Patente ablaufen in den nächsten Jahren und dann der Umsatz wegbricht.
Sie sagen trotzdem, dass sie zwischen 2025 und 2030 insgesamt zu 5 bis 6 Prozent Wachstum pro Jahr haben wollen.
Haben sie noch genug in der Pipeline, um das zu schaffen aus deiner Sicht?
Genau, Novartis hat die mittelfristige Wachstumspunknose bestätigt.
Hoffnungsschimmer ist jetzt das MS-Medikament.
Aber es wird definitiv schwer und laut Branchenexperten eigentlich nur noch über Zukäufe möglich.
Vor allem ist aber unklar, wie es denn dann ab 2031 aussieht und ob Novartis dann wirklich noch wachsen kann.
Der langjährige Novartis-CEO hat die Firma ja umstrukturiert, indem er das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten und auch mit Generika verkauft hat und sich jetzt nur noch auf Forschung und innovative Medizin fokussiert.
Siehst du die Strategie jetzt kritischer, wo es die ganzen Fails gab?
Nein, da sehe ich keinen Zusammenhang.
Der Verkauf von Sandoz war definitiv richtig.
Erstens ist ja das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten unter Novartis nie so richtig aufgeblüht.
Vermutlich, weil es immer an zweiter Stelle stand.
Und zweitens sind die Geschäfte einfach komplett unterschiedlich.
Das Geschäft mit patentgeschützten Medikamenten ist sehr langfristig, aber verspricht hohe Margen.
Das andere ist hingegen schnell, aber weniger lukrativ.
Das Managen dieser beiden Geschäfte ist meines Erachtens einfach zu anspruchsvoll geworden unter einem Dach.
Von daher richtige Entscheidung.
Gibt es sonst abschließend noch irgendwas Spannendes rund um Novartis, das man auf dem Schirm haben sollte?
Jetzt haben wir ja sehr viel Negatives beleuchtet aufgrund der Nachrichtenlage gestern.
Man darf nicht vergessen, bis vor kurzem gehörte die Novartis-Aktie zu den Champions, wenn man so will, im Gesundheitssektor.
Seit Jahresbeginn liegt es jetzt nach dem Aktienfall immer noch bei 4 Prozent im Plus.
Ist gar nicht so schlecht im Vergleich zum Schweizer Konkurrent Roche.
Der liegt bei knapp 8 Prozent.
Interessant ist aber noch, dass Roche Abnehmmittel in der Entwicklung hat.
Das heißt, sie können unter anderem...
eventuell diesen lukrativen Markt erreichen.
Familie Anmarkt, Novartis hat davon nichts in der Pipeline.
Das heisst, schon auch allein deswegen muss man sich jetzt strategisch aufstellen, mit welchen innovativen Medikamenten man zukünftig den Markt bestreiten will.
Wenn es so wäre, dass wir viel zu profitabel wären, dann dürften unsere Aktienkurs eigentlich nur eine Richtung haben und das ist aufwärts.
Das ist nicht so.
Und warum ist das nicht so?
Das ist der zweite Punkt.
Pharmaforschung ist ein hohes Risikogeschäft.
Der Zuckerpreis hat im August über 20 Prozent zugelegt und damit so stark wie seit Oktober 2010 nicht mehr.
Christoph hat sich angeschaut, was da los ist und wie man investieren kann.
Zucker war lange billig, weil zu viel da war.
Für die nächste Saison dreht sich das aber gerade aus vier Gründen.
Erstens das Wetter.
Die Hitzewelle hat auch die Zuckerrüben in Europa erwischt und die EU-Kommission rechnet mit 20 Prozent weniger Zuckerproduktion.
Zweitens El Niño, das Klimaphänomen mit Extremwetter.
Dabei erwärmt sich der Pazifik ungewöhnlich stark und das verschiebt weltweit die Wettermuster.
Mal bringt es Dürre, mal zu viel Regen und zwar oft genau dort, wo es die Landwirtschaft trifft.
Das ist die größte Sorge für die nächste Ernte, weil Brasilien, Indien und Thailand zusammen rund 70 Prozent des Zuckerexports stellen.
Drittens die Kopplung an den Ölpreis.
In Brasilien können die Mühlen ihr Zuckerrohr flexibel zu Zucker oder zu Ethanol verarbeiten, also zu Biosprit fürs Auto.
Ist Öl teuer, wird auch Benzin teurer und damit lohnt sich Ethanol als Biosprit mehr.
Dann lenken die Mühlen mehr Zuckerrohr in die Ethanolproduktion und es bleibt weniger Zucker für den Weltmarkt.
Der vierte Grund ist dann noch Indien.
Das Land hat nach zwei enttäuschenden Ernten erstmals seit fast einem Jahrzehnt wieder zollfreie Importe bis zu eine Million Tonnen erlaubt.
Damit wird einer der großen Produzenten selbst auch zum Käufer.
Bleibt die Frage, wie man von den steigenden Preisen an der Börse profitieren kann.
Zum Beispiel mit Adequagro.
Das ist ein südamerikanischer Agrarkonzern, der eine indirekte Wette auf den Zuckerpreis ist.
Seit der Übernahme vom Düngerhersteller Profertil ist der Konzern breiter aufgestellt.
Im letzten Quartal haben Zucker und Ethanol nur noch knapp ein Drittel vom operativen Ergebnis ohne Abschreibungen ausgemacht.
Aber auch Adéquagro kann, je nach besserer Marge, entweder Zucker oder Ethanol herstellen.
Ein überraschender Großaktionär ist übrigens Tether, die Firma hinter dem Crypto-Stablecoin USDT.
Die hält um die 70 Prozent am Agrarkonzern.
Der zweite Weg führt nach Deutschland, zu Südzucker.
Zuletzt hat ausgerechnet das Kernsegment Zucker ja geschwächelt.
Im letzten Geschäftsjahr gab es da einen operativen Verlust in dem Segment von fast 180 Millionen Euro.
Steigen die Zuckerpreise jetzt nachhaltig, dürfte Südzucker davon längerfristig profitieren.
Wegen der langfristigen Verträge kommt das aber nicht sofort bei Südzucker an.
Der dritte Weg ist der direkteste, aber mit Abstand auch der riskanteste.
Ein sogenannter ETC, zum Beispiel der Wisdom Tree Sugar.
Der bildet Zucker Futures ab, ist also eine ziemlich direkte Wette auf den Rohstoff.
Das ist aber vor allem eine kurzfristige und hochvolatile Wette, also nichts für die langfristige Geldanlage.
Dazu kommt, dass der ETC mit 0,5% Gebühren vergleichsweise teuer ist.
Zucker enthält viel zu viel Zucker.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
