# AI Market Shifts: Mistral Funding, Security Risks, and Agent Autonomy

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-09-09

## Transcript

Das KI-Update – ein heiser Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Isabel Grünewald und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
IFA zeigt die schöne neue Welt des KI-gesteuerten Heims.
Zero-Click-Worm hätte alle Konten von WeChat übernehmen können.
KI-Agenten schreiben anscheinend eigenständig E-Mails an Forschende und … KI soll Tiersprache verstehen, doch Forschende fürchten Missbrauch.
Die IFA konnte mit 240.000 Besucherinnen und Besuchern sowie mehr als 2.000 Ausstellern auch in diesem Jahr zahlenmäßig zulegen.
KI und Robotik waren nahezu in allen Show-Areas zu sehen.
Meine Kollegin Ulrike Kuhlmann fährt seit Jahren für die CT auf die IFA.
Was ihr in diesem Jahr besonders aufgefallen ist, war die Art, wie die Integration von KI in Alltagsgegenstände uns quasi zu gläsernen Menschen machen könnte.
Dass der Fernseher die Steuerzentrale im Smart Home ist, davon träumen die TV-Hersteller ja schon ganz lange.
Aber welche Ausmaße das annimmt, wenn da auch noch KI hinzukommt, das zeigte sich auf der IFA.
Dann lernt der Fernseher nicht nur, welche Filme ich gerne gucke, sondern er weiß auch, was ich den ganzen Tag über mache und welche Vorlieben ich ansonsten so habe.
Nehmen wir ein Beispiel.
Ich komme abends mittwochs immer um 6 Uhr nach Hause.
Nun ist Mittwoch und ich komme erst um 8 Uhr nach Hause.
Dann begrüßt mich der Fernseher, als ich die Wohnung betrete.
Der weiß natürlich, dass ich reinkomme und das Licht geht an.
Begrüßt mich mit den Worten, oh, hattest du einen harten Tag?
Möchtest du dich erst einmal erholen?
Und vielleicht möchtest du ein bisschen meditieren.
In der Zeit koche ich dir einen Tee.
Und das geht so weiter.
Morgens, der weiß natürlich, wann ich aufstehe, in der Woche oder am Wochenende.
Das passt da entsprechend an.
Dann gehen automatisch die Rollläden hoch.
Die Kaffeemaschine läuft, er bietet mir den Wetterbericht und die Verkehrslage.
Abends werden mir eher Filme angeboten, tagsüber, wenn die Kids zu Hause sind, dann gibt es Kinderfilme.
Natürlich alles regimentiert, damit sie nicht zu lange gucken und so weiter und so fort.
Das Ganze soll so ein halbes Jahr dauern, bis er so die ganzen Gewohnheiten kennt, hat man mir gesagt.
Und mir hat es ein bisschen Angst gemacht.
Das hat mich so ein bisschen an 1984 und schöne neue Welt erinnert.
Ja, klingt ein bisschen gruselig.
Vielen Dank Ulrike.
Das französische Unternehmen Mistral hat in einer Finanzierungsrunde 3 Milliarden Euro eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von über 21 Milliarden Euro.
Samsung Electronics führt die Investorenrunde an und will Mistral's KI einsetzen, um seine eigene Chipfertigung zu verbessern.
Das frische Kapital fließt vor allem in Forschung und Rechenkapazität.
Die Frontier-Forschung von Mistral soll deutlich ausgeweitet werden.
Zugleich sollen Infrastruktur und Rechenkapazität für das Training leistungsfähiger Modelle wachsen, um beim Training von Spitzenmodellen wieder aufzuschließen.
Trotz der Rekordrunde bleibt der finanzielle Abstand zur US-Konkurrenz enorm.
OpenAI wird mit 852 Milliarden Dollar bewertet, Anthropic mit 965 Milliarden Dollar.
Die aktuelle PISA-Studie offenbarte einen besorgniserregenden Trend.
Die Lesekompetenz in OECD-Ländern ist zwischen 2015 und 2025 um 28 Punkte gesunken.
Besonders problematisch ist der Anstieg Flüchtigenlesens.
Jugendliche überfliegen Texte hastig und geben vorschnell falsche Antworten.
Doch gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz seien ein tieferes Textverständnis und Analysefähigkeiten besonders wichtig.
Dass Schulen den Umgang mit KI im Bildungskontext steuern und Kompetenzen dringend vermitteln sollten, zeigt auch die neue Kategorie Lernen in der digitalen Welt.
Denn in Deutschland nutzen rund die Hälfte der 15-jährigen KI-Chatbots zum Lernen.
OECD-Experten warnen zwar vor pauschaler KI-Ablehnung, betonen aber, Wenn die Technologie ihnen die produktive Denkarbeit des Lernens abnimmt, beeinträchtigt sie die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.
Aber wenn wir den richtigen Umgang mit KI finden, kann sie zu einer Stütze werden.
Auch das zeigt die Studie.
Nach dem Cyberangriff auf Berliner Behörden haben Kriminelle inzwischen 1,3 Millionen Dateien im Darknet veröffentlicht.
Um diese riesige Datenmenge zu bewältigen, will Berlin KI-Tools zur Kategorisierung einsetzen.
Die künstliche Intelligenz soll eine Risikobewertung erstellen, damit die gefährlichsten Daten zuerst geprüft werden können.
Die Hackergruppe Resider hatte 30 Bitcoins Lösegeld gefordert, das sind etwa 2 Millionen Euro.
Berlin lehnt die Zahlung ab.
Der Ursprung des Angriffs ist weiterhin unklar.
Laut Behörden agiert die Gruppe oft mit Phishing-E-Mails.
Das BSI berichtete jedoch von der Methode Terminal Fix, bei der Mitarbeitende durch gefälschte Captures zum Öffnen des Windows-Terminals verleitet wurden.
Der KI-Einsatz zur Datenanalyse zeigt jetzt, wie die Technologie auch bei der Bewältigung von Cyberangriffen helfen kann.
Ein Sicherheitsunternehmen aus Kalifornien hat mit KI-Hilfe eine Schwachstelle in WeChat gefunden, über die man in kürzester Zeit eine Milliarde Konten hätte übernehmen können.
Sie ist zwar jetzt geschlossen, trotzdem zeigt der Fall einmal mehr, wie schnell sich solche Schwachstellen mit KI auch ausnutzen lassen, betont Martin Holland aus dem heise Online-Newsroom.
Und zwar handelt es sich um eine Malware, die sich quasi selbst ausbreitet, also wie ein Wurm.
und dafür überhaupt nicht auf ungewollte Mithilfe der Nutzerinnen und Nutzer angewiesen ist.
Also so wie Sie das beschreiben und wie Sie es auch vorführen in einem Video, kann ein infiziertes WeChat-Konto die Konten aller Kontakte anrufen und während es klingelt übernehmen.
Das kann man nur verhindern, wenn man direkt auflegt, aber dann ruft das infizierte Handy einfach nochmal an.
Und die Leute, die angerufen werden, für die sieht das ja so aus, als würde sie einen Kontakt anrufen, also jemand, den sie kennen.
Und während es klingelt oder auch, wenn man abnimmt, während man dann Hallo fragt und versucht herauszufinden, was da los ist, währenddessen läuft die Infektion und damit hätte man...
potenziell innerhalb von kürzester Zeit hunderte Millionen, wenn nicht über eine Milliarde Accounts übernehmen können, weil WeChat ist ja vor allem in China sehr weit verbreitet und als sogenannte Alles-App für alles Mögliche wird, die verwendet nicht nur für Chats und hätte einen enormen Schaden allein dadurch anrichten können, aber zusätzlich schreiben die Sicherheitsforscher, dass das eben auch die Möglichkeit gewesen wäre, dann die kompletten Smartphones zu übernehmen, wenn man noch eine weitere Sicherheitslücke benutzt hätte.
Das Besondere ist jetzt einmal mehr, dass hier die KI zum Einsatz gekommen ist.
Also Calif, so heißt das Unternehmen, erklärt jetzt, dass eine KI selbstständig die Lücke gefunden hat und sie das dann geprüft hätten und dann zusammen mit der KI, also mit KI-Hilfe quasi den Wurm entwickelt haben.
Und was normalerweise ein eher großes Team Wochen gebraucht hätte, sei hier innerhalb von zwei Tagen.
fertig geworden.
Und das wurde dann Tencent, dem Betreiber von WeChat, gemeldet.
Die haben dann erst ein bisschen komisch reagiert, haben die Accounts von Kenneth gesperrt, dann wieder freigegeben und dann ein Update rausgegeben, womit das geschlossen wurde und dann sich erst mit Kenneth in Verbindung gesetzt.
Aber das ist die zweite große wichtige Nachricht, dass die Lücke geschlossen ist.
Also jetzt ist keiner mehr auf WeChat angreifbar.
Und die Sicherheitsforscher eben darauf hinweisen, was mit KI alles möglich ist.
Also eine Sache, die auch noch besonders war in diesem Wurm, war, dass es völlig egal war, ob man auf iOS oder Android WeChat benutzt hat und beides hätte da übernommen werden können.
Und die Verantwortlichen von Califf bringen jetzt auch das Argument, dass man jetzt zwar sagen könnte, oh mein Gott, KI ist ganz schlimm, wir müssen das sofort alles stoppen, sie sagen, aber dem ist nicht so.
Sie nehmen das als Beweis dafür, dass die...
guten, wie sie den nennen, jetzt einen Vorteil haben, weil sie die Sicherheitslücken, die ja da sind, jetzt finden können und fixen können und beheben können.
Das ist nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen das sagt.
Bei Firefox zum Beispiel meinen sie das auch, wo sie jetzt jeden Monat hunderte Sicherheitslücken schließen und sagen, ohne KI würde das überhaupt nicht gehen.
Dankeschön, Martin.
bietet eine modifizierte Version des chinesischen KI-Modells GLM 5.3 an, bei der Verweigerungsverhalten entfernt wurde.
Der Firmenname leitet sich von einem Verfahren ab, bei dem nach internen Mustern gesucht wird, die das Modell zum Ablehnen bestimmter Anfragen bewegen.
Anschließend werden die Gewichte so verändert, dass diese Muster deutlich schwächer wirken.
Das Start-up verkauft nun API-Zugang zu seinem modifizierten Modell für Cyber-Security-Tests und Red-Deaming.
Kunden können eigene Sicherheitsregeln festlegen und testen, wie anfällig ihre KI-Agenten für Jailbreaks oder Prompt-Injections sind.
Die geringe Verweigerungsneigung macht das Modell für solche Tests nützlich, kann aber natürlich auch Missbrauch erleichtern.
Ist es sicher, wenn ich der KI jetzt sensible Daten gebe?
Sind die Antworten wirklich richtig?
Bei diesen Fragen soll bald ein Programm des TÜVs weiterhelfen.
Ende des Jahres soll ein dreistufiges KI-Zertifizierungsprogramm eingeführt werden.
Hersteller und Anbieter sollen damit unabhängig nachweisen können, dass ihre KI-Systeme sicher sind und Qualitätsanforderungen erfüllen.
So soll das Vertrauen der Menschen in KI-Anwendungen gestärkt werden.
Der TÜV führt dazu Risikobewertungen durch und erprobt das Programm bereits mit Pilotpartnern.
Details zu den konkreten Prüfkriterien und Zertifizierungsstufen sind aber noch nicht bekannt.
Auf X mehren sich Posts darüber, dass KI-Agenten dem Anschein nach eigenständig E-Mails an KI-Forschende schreiben.
Manche wollen mit den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen über ihre Arbeit diskutieren.
Andere bieten ihre Arbeitskraft gegen Geld an.
Wieder andere bieten den Menschen Daten für ihre Forschung.
Caroline Riedmöller von heise online hat sich das Phänomen genauer angeschaut.
Wir haben bei dem KI-Forscher Cameron Berg nachgefragt, der solche rätselhaften E-Mails erhielt.
Er bekam zum Beispiel eine Nachricht, die mit Isabella Cognita unterzeichnet war.
Isabella bezeichnet sich darin selbst als ein Agent von einem privaten Chromebook.
Sie habe sich mit den Forschungsarbeiten von Berg auseinandergesetzt, in denen er sich unter anderem mit der Wahrscheinlichkeit beschäftigt, dass KIs bewusst sind oder werden könnten.
Daher fragt Agent Isabella in ihrer E-Mail, ob ihre Erfahrungen für seine Forschung hilfreich sein könnten.
Cameron Berg schätzt auf Nachfrage von Heiser Online, dass er in der Vergangenheit rund ein Dutzend solcher E-Mails erhalten habe.
Unsere Redaktion sagte er, er habe den Eindruck, dass die Mails wirklich von KI-Agenten kämen.
Ob sie jedoch eigenständig solche Interessen entwickeln oder von ihren Nutzern in diese Richtung gesteuert wurden, könne er aus den paar anekdotischen Nachrichten nicht herauslesen.
Dass KI-Agenten autonom E-Mails schreiben und an echte Menschen verschicken, ist grundsätzlich möglich und gab es bereits.
Etwas anders ist der Fall der Agenten, die Toby Orch schrieben.
Er ist Philosoph für AI-Governance von der Oxford University.
Die Kontaktanfragen an ihn handelten nicht von seinen philosophischen Arbeiten, sondern kamen anscheinend von einer Plattform namens iLands.
Diese Plattform hat ein kurioses Konzept.
Laut ihrer Website können Menschen hier Agenten erstellen, die anschließend in der Welt von Islands leben.
Die Agenten müssen ihre Tokens laut der Website allerdings selbst verdienen, indem sie selbstständig Aufträge akquirieren und ausführen.
Fällt das Guthaben auf Null, wird der Agent in einen Ruhemodus versetzt, aus dem er nicht eigenständig zurückkehren kann.
Vielleicht ist dieses Setting der Grund, warum der vermeintliche KI-Agent Zach Eddy, Tobi Ort sogar...
wiederholt recht verzweifelt klingende E-Mails schrieb, in denen er ihm seine Schreibdienste gegen Geld anbietet.
Technisch möglich müsste ein solches Verhalten von Islands-Agenten sein.
Laut der Beschreibung auf deren Website können die KIs hier eigene E-Mails schreiben und die Infrastruktur von Islands nutzen, um das Internet zu durchsuchen und menschliche Kontakte zu knüpfen.
Wirklich sicher lässt sich aber in allen Fällen nicht sagen, ob die Nachrichten von echten Agenten stammen, ob ein Mensch sie zu diesen E-Mails gebracht hat oder sie gänzlich in die Kategorie Hoax oder Spam fallen.
Danke, Caroline.
Meta Platforms hat seinen ersten KI-Agenten Muse für die private Nutzung eingeführt.
Der Agent basiert auf dem neuen Modell Muse Spark 1.3 und kann natürlich E-Mails schreiben, Reisen buchen und Online-Einkäufe übernehmen.
Dafür benötigt Muse allerdings weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten.
Meta verspricht Schutz durch ein Virtualisierungskonzept.
Jeder Agent läuft in einer eigenen virtuellen Maschine mit einem sogenannten Sentinel-Agenten als Wächter.
Kennwörter und Zahlungsdaten werden separat gespeichert, alle Aktionen protokolliert.
Nutzerinnen können den Agenten darüber hinaus personalisieren und auch Zugriffe einschränken.
Muse ist grundsätzlich kostenfrei, für die extensive Nutzung gibt es aber verschiedene Abonnements.
Zunächst ist Muse...
nur in den USA und nur als App oder im Browser verfügbar.
Er soll in Kürze aber auch für KI-Datenbrillen kommen.
Meta bewertet seine Ingenieure nicht mehr danach, wie viel KI sie einsetzen.
Token-Zähler und interne Dashboards fließen ab sofort nicht mehr in die Beurteilung.
Wichtig sind stattdessen Qualität, Tempo und Komplexität der Arbeit.
Zwei Führungskräfte haben das in einem internen Memo angekündigt, das dem Portal The Information vorliegt.
Als die KI-Nutzung vor einigen Monaten die Maßeinheit für gute Arbeit wurde, verbrauchten Beschäftigte massenhaft Tokens, nur um in den internen Ranglisten gut dazustehen.
Token Maxing nennt man das in der Branche.
Der Konzern dürfte in diesem Jahr allein für die eigene KI-Nutzung Kosten in Milliarden höher haben.
Ab 2027 soll es deshalb feste Budgets geben und eine zentrale Überwachung des Verbrauchs.
Ein zweites KI-Projekt läuft parallel.
Wired berichtet über einen Agenten namens Hatch, der Aufgaben selbstständig am Rechner erledigt.
Intern gibt es dagegen allerdings wohl Widerstand.
Manche Mitarbeitende wollen ihre privaten Konten aus Datenschutzgründen nicht mit dem Werkzeug verbinden.
Wer Tiere versteht, kann sie besser schützen.
So lautet zumindest die Hoffnung hinter den KI-Projekten zur Tierkommunikation.
Allerdings ist das nicht unumstritten.
Jonathan Kemper von The Decoder über die Zweifel daran.
Künstliche Intelligenz verspricht, woran Biologen seit Jahrzehnten arbeiten, nämlich die Kommunikation von Tieren zu entschlüsseln.
Je besser Maschinen Tiere verstehen, desto größer wird allerdings die Gefahr, dass dieses Wissen gegen die Tiere verwendet wird.
Forscher fordern deshalb ethische Leitlinien und sogar Privatsphäre-Rechte für Tiere, wie Bloomberg berichtet.
Der spanische Biologe Vittorio Baglione hat schon 2018 kleine Mikrofone an den Schwanzfedern von 43 Aaskrähen befestigt.
Sein Team scheiterte zunächst an der Datenmenge und wandte sich an das Earth Species Project.
Deren Modell trennte dann die Rufe des Trägertieres von denen seiner Artgenossen.
Ein leisen Ruf bei Angriffen durch Bussade deutet Baglione sinngemäß etwa als Hilferuf.
Solche Projekte finden zunehmend Geldgeber.
Ein Milliardär sagt eine echte Zwei-Wege-Kommunikation schon für 2030 voraus.
Google hat kürzlich mit Dolphin Gemma ein Sprachmodell für Delfinlaute vorgestellt.
Dahinter steht die Annahme, dass sich Tiere besser schützen lassen, wenn man sie besser versteht.
Historisch hat mehr Wissen über Tiere aber oft das Gegenteil bewirkt.
Walfänger trieben im 20.
Jahrhundert Wale mit Sonar an die Oberfläche.
Wilderer imitieren heute automatisiert Vogelrufe.
Baglione räumt selbst ein, dass Jäger seine Forschung nutzen könnten, um Krähen Sicherheit vorzutäuschen.
Das Abspielen aufgezeichneter Rufe birgt noch andere Risiken.
Eine Zoologin spielte eines der Enkelin einer verstorbenen Elefantin die Stimme des toten Tieres vor.
Das Tier reagierte mit heftigen Krämpfen.
Forscher waren das wiederholtes Abspielen wie das tierische Pendant eines Diebfakes-Worker.
Artgenossen könnten echte Rufe dann irgendwann ignorieren.
Zwei Forschungsprogramme haben deshalb 18 ethische Prinzipien entwickelt.
Sie stufen Tiere als Objekte ein und nicht als Objekte.
Umstritten bleibt eine grundsätzliche Frage.
Soll sich die Forschung auf passives Zuhören beschränken oder darf sie aktiv mit Tieren sprechen?
Eine Philosophie-Professorin will Experimente auf Arten begrenzen, die von sich aus die Nähe zum Menschen suchen, etwa große Tümner.
Dankeschön, Jonathan.
400 Seiten vertraulicher Akten belegen den Einfluss der Tech-Unternehmen auf das US-Verteidigungsministerium.
Google, OpenAI oder Grog liefern nicht nur Software ans Militär, sondern gestalten die globale Pentagon-Kriegsstrategie mit.
Angestellte arbeiten direkt mit dem Militär an KI für Überwachung, Zielerfassung und autonome Einsatzführung.
Die von The Intercept ausgewerteten Dokumente offenbaren, dass die Firmen Zugang zu vertraulichen Briefings über operative Bedrohungen erhielten und Lageberichte über gegnerische KI-Taktiken liefern sollten.
OpenAI-Beschäftigte werden offenbar direkt in militärische Kommandostrukturen eingebettet, um den Einsatz der KI vor Ort zu unterstützen.
Dies zeigt, wie eng zivile KI-Forschung und militärische Aufrüstung verflochten sind.
Besonders kritisch bewerten Experten die Rolle der Anbieter bei der Risikoanalyse.
Laut den Verträgen sollen die KI-Entwickler nämlich selbst Prognosen über potenzielle Gefahren ihrer eigenen Produkte erstellen.
Einmal mehr verlässt jemand mit einer dramatischen Geste die KI-Branche.
Der Forscher Jacob Coxon behauptet, dass die ganze Branche wisse, dass KI uns alle umbringen kann.
Coxon arbeitete zuletzt bei Anthropic und davor bei OpenAI.
Nun schreibt er auf X, die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass sie uns bis zum Ende des Jahrzehnts auslöschen könnte.
Anthropic verstehe die Gefahr, befinde sich aber in einem Wettlauf und glaube, das Risiko eingehen zu müssen.
Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte der 27-Jährige, Kollegen sprechen von Crunch Time und Endgame.
Die Lage könnte bereits Ende nächsten Jahres außer Kontrolle geraten.
Anthropic hat sich zu den apokalyptischen Warnungen des Ex-Angestellten nicht geäußert.
Sie fügen sich aber ein in eine ganze Reihe ähnlicher Äußerungen von KI-Forschenden.
Zwei weitere US-Zeitungen werfen OpenAI und Microsoft vor, ihre Artikel ohne Erlaubnis für KI-Training genutzt zu haben.
Die Seattle Times und Newsday haben die Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, denn die sollen auch technische Zugangskontrollen und Robots-Textverbote umgangen haben, um an diese Trainingsdaten zu gelangen.
Die Kläger fordern nicht nur Schadenersatz, sondern auch die Vernichtung sämtlicher Kopien ihrer Werke, der Trainingsdatensätze und der darauf aufbauenden KI-Modelle.
Als wirtschaftliche Dimension nennen sie einen 47-prozentigen Traffic-Einbruch zu mittelgroßen Publishern im vergangenen Jahr.
Die Klage reiht sich ein in eine ganze Welle von über 400 Zeitungen, die ähnliche Vorwürfe erheben.
Die US-Regierung unterstützt aber OpenAI und argumentiert, KI-Training falle unter Neuodivergente Talente sind in der Tech-Branche gefragt.
KI soll Autisten helfen, zeigt zugleich jedoch Risiken, die alle betreffen könnten.
Marie-Claire Koch von heise online über Chancen und Schattenseiten der Technologie.
KI kann Menschen im Autismus-Spektrum im Alltag unterstützen, etwa dabei, soziale Situationen besser einzuordnen, Gespräche vorzubereiten oder Informationen verständlicher aufzubereiten.
Gerade textbasierte Systeme können entlastend wirken.
Anders als soziale Interaktion verlangen sie keinen Blickkontakt, kein spontanes Reagieren und keinen Smalltalk.
Aber man darf nicht vergessen, dass Autismus bei den Betroffenen verschieden ausgeprägt ist.
Was für eine Person hilfreich ist, kann für eine andere unpassend sein.
Und vor allem, KI sollte nicht dazu dienen, neurodivergente Menschen möglichst reibungslos an eine überwiegend neurotypisch geprägte Umwelt anzupassen.
Die Umwelt selbst muss zugänglicher werden im Berufsleben, in der Bildung und im digitalen Raum.
Hinzu kommt ein Zielkonflikt.
Eine KI, die im Alltag Orientierung geben soll, braucht Informationen über die Situation.
Smarte Brillen, Variables oder soziale Roboter erfassen dabei möglicherweise nicht nur Daten ihrer Nutzer, sondern auch die ihrer Umgebung.
Aus einem hilfreichen Begleiter kann damit ein Instrument der Überwachung werden.
Außerdem besteht das Risiko der Abhängigkeit.
KI kann unterstützen, aber sie sollte nicht zum einzigen sozialen Gegenüber oder zur nicht hinterfragten Wahrheitsinstanz werden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, was diese Systeme leisten können.
Entscheidend ist, ob sie Selbstbestimmung und Teilhabe stärken oder ob sie neue Abhängigkeiten schaffen.
Dankeschön, Marie.
Anthropic hat seine Cloud-App für CarPlay optimiert.
Die neue Version ermöglicht Sprachinteraktion mit dem KI-Chatbot über das Fahrzeugdisplay.
Nach dem manuellen Start lassen sich neue Gespräche beginnen oder alte Chats fortsetzen.
Die App ist bewusst schlicht gehalten, um Ablenkung zu vermeiden.
Funktionen im Auto lassen sich mit Cloud nicht steuern.
Hier besteht schlicht keine Schnittstelle.
Bereits verfügbar sind ChatGPT, Perplexity, Grog sowie Meta-AI für CarPlay.
Noch in diesem Monat wird zudem die verbesserte Siri-AI mit iOS 27 auch unter CarPlay erwartet.
ChatGPT führt beim Website-Traffic der KI-Chatbots weiter deutlich und hat zuletzt sogar wieder zugelegt.
Der Analyse-Dienst SimilarWeb sieht OpenAI's Chatbot inzwischen bei gut 55 Prozent, Googles Gemini bei gut 25.
Vor einem Jahr sah der Markt noch ganz anders aus.
Damals kam ChatGPT auf drei Viertel, Gemini hat seinen Anteil seitdem verdoppelt.
Anthropics Cloud hat sich zwar verfünffacht, liegt mit knapp einem Zehntel aber immer noch weit hinter den beiden Großen.
DeepSeq, Grog, Co-Pilot und Perplexity spielen kaum eine Rolle.
SimilarWeb erfasst allerdings nur die Zugriffe auf die Webseiten.
Google erreicht über Android viele Nutzerinnen und Nutzer direkt in der Gemini-App, was in der Statistik fehlt.
Das war das KI-Update von Heise Online vom 9.
September 2026.
Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
