# Allianz, Netflix, Deutz: Strategic Investment Analysis

**Podcast:** Aktien fürs Leben
**Published:** 2026-09-09

## Transcript

Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis.
Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung.
Alle Angaben sind ohne Gewehr.
Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar.
Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung.
Aktien fürs Leben.
Der Vermögenspodcast von Capital.
Mit Petra Ahrens und Timo Pache.
Hallo und...
Herzlich willkommen.
Eine ruhige Woche, zumindest an den Finanzmärkten, liegt hinter uns.
Man hat so ein bisschen das Gefühl, Petra, alle warten noch ab, was wohl demnächst passieren wird.
Da kommen wir auch gleich nochmal drauf.
Aber wir haben uns jetzt erstmal für drei Aktien entschieden, die auf unterschiedliche Art alle irgendwie so einen kleinen Evergreen-Charakter haben.
Worüber sprechen wir, Petra?
Ja, Gott sei Dank.
Und wir suchen ja immer an dieser Stelle nach den Aktien fürs Leben.
Aber natürlich bei den aktuellen Bewertungen an den Börsen fällt das sehr, sehr schwer, Unternehmen zu finden, die ein solides Geschäftsmodell besitzen, eine gute Bilanz und dennoch attraktiv mit KGV bewertet sind und gegebenenfalls dann auch noch eine gute Dividende haben.
Aber ein solches Unternehmen haben wir gefunden und man höre und staune ausgerechnet in Deutschland.
Wir reden heute über die Allianz, ein Top-Performer, ein Vorzeigekonzern.
Aber wir müssen auch schauen, ob die Aktien nach dem enormen Kursanstieg noch potenziell sind.
Und dann nehmen wir uns nochmal pünktlich zum Herbst den Streaming-Anbieter Netflix vor, der in diesem Jahr schon einige Male, Stichwort Warner Brothers Übernahme zum Beispiel, Thema in diesem Podcast war.
Pünktlich zum Herbst, wie es sich gehört, hat Netflix nun auch in Deutschland eine Preiserhöhung angekündigt.
Die Aktie dümpelt allerdings noch ziemlich vor sich hin nach dem Höhenflug im vergangenen Jahr.
Und wir wollen die Frage diskutieren, ob das jetzt eigentlich eine gute Gelegenheit ist.
Und zum Schluss nehme ich unsere Hörerinnen und Hörer mit in meine Heimat nach Köln, in die Welt der Motoren.
Und ich spreche nicht von Ford, sondern wir sprechen heute über Deutz, bekannt für Traktoren.
Baumaschinen und Generatoren.
Doch jetzt baut Deut sein Geschäft um und setzt dabei immer mehr auf Service, auf die dezentrale Energieversorgung und vor allem auf Defense.
Die spannende Frage lautet daher heute deshalb, wird aus dem klassischen Motorenhersteller gerade ein deutlich größerer und profitabler Industriekonzern?
Und natürlich an dieser Stelle wie immer von uns der Hinweis, wer sofort zu einem dieser drei spannenden Unternehmen springen möchte, der kann dies gerne tun und orientiert sich dann an den Zeitangaben in unseren Shownotes.
Da müssen wir jetzt ganz am Anfang einmal kurz, Petra, über die Sachsen-Anhalt-Wahl sprechen.
Hast du gestern Abend um 18 Uhr auch den Fernseher angemacht eigentlich?
Ja.
Und was ging dir durch den Kopf?
Möchtest du, glaube ich, gar nicht hören.
Aber ich habe es erwartet.
Ich habe es erwartet.
Es ist ernüchternd.
Und ich bin an dieser Stelle froh, dass wir keinen wirklich politischen Podcast führen müssen.
Das stimmt.
Deswegen vielleicht nur zwei Sätze aus wirtschaftlicher Sicht zu dieser Wahl.
Sachsen-Anhalt ist wahrscheinlich zu klein für eigene große Folgen oder Konsequenzen auf die Wirtschaft in Deutschland.
Deswegen die Reaktion an den Märkten wahrscheinlich erst mal verhalten.
Aber die Wahl ist wahrscheinlich doch groß genug, um Auswirkungen auf die Bundespolitik zu haben.
Das wird die spannende Frage der nächsten Wochen sein.
Es folgen ja auch noch zwei Wahlen in zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin.
Und dann wird man vielleicht etwas genauer sehen, was aus dieser Reformagenda, die sich die Bundesregierung vorgenommen hat, wird.
Und die hat ja schon eigentlich etwas Zuversicht über den Sommer, zumindest an den Finanzmärkten gegeben, auch wenn sie innenpolitisch...
glaube ich, umstritten nach wie vor ist.
Aber da wird man jetzt dann schon sehen, was wird daraus und genau darauf gucken.
Und die Märkte werden das wahrscheinlich sehr genau beobachten, womit sie in Deutschland eigentlich künftig so zu rechnen haben noch.
Ja, wir behalten das im Auge.
Und ansonsten sprechen wir über zwei, drei Ereignisse aus der vergangenen Woche, die wir zumindest sehr spannend fanden.
Ja, genau.
Apropos ernüchternd.
Also kommen wir mal, gehen wir nach China.
Wir gehen zu Shein, dem Billigmodehersteller aus China.
Der lange erwartete Börsengang in Hongkong verlief nämlich mehr als ernüchternd.
Die Aktie fiel zum Start um bis zu 10 Prozent und schloss dann auch die gesamte Börsenwoche mit knapp minus 20 Prozent ab.
SHEIN nahm dabei 1,7 Milliarden US-Dollar ein und kommt somit auf einen Börsenwert von gut 26 Milliarden US-Dollar.
2022 war der Konzern privat noch mit rund 100 Milliarden US-Dollar bewertet worden.
Aber wir wissen ja, es gibt enorme Probleme, die Produkte von Schein in die Welt zu transportieren.
Da gibt es immer mehr Einschränkungen beim Paketversand.
Und deswegen war das fast schon zu erwarten, dass der Börsengang im Grunde genommen ein Fehlstart wird.
Die andere Meldung kam dann aus Deutschland am Donnerstagabend bzw.
Freitagfrüh.
Eine überraschende Einigung beim Volkswagen-Konzern.
Dort ging es ja in den vergangenen Wochen und Monaten hoch her, monatelanges Gezerre.
weil der Vorstand ein Sanierungskonzept erarbeitet hatte, das vorsah den Abbau von mindestens 100.000 Stellen und die mögliche Schließung von vier Werken in Deutschland.
Das sah alles nach einer heftigen Konfrontation aus und dann am Donnerstagabend, sehr spät, die erleichternde Meldung, es gibt eine Einigung im Aufsichtsrat, der ja sehr stark dominiert wird durch die Gewerkschaften, den Betriebsrat und das Land Niedersachsen.
Man hat sich geeinigt, klassischer Kompromiss zunächst mal, auf den Abbau von 50.000 Stellen im gesamten Konzern, etwa die Hälfte davon in Deutschland voraussichtlich.
Und zumindest die Werke in Zwickau, Hannover, Emden und Neckarsulm haben, so hat es der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen, den kommenden Jahren keine wirkliche Perspektive mehr.
Was daraus folgt, ist noch unklar, ob sie wirklich geschlossen werden.
All das soll in den kommenden Monaten zwischen Vorstand und IG Metall noch verhandelt werden.
Die Börse hat diese Einigung trotzdem sehr positiv aufgenommen.
Die Aktie lag zum Ende der Woche bei etwa 5% im Plus, bei über 81 Euro.
Petra, hat dich diese Einigung und dieses Konzept jetzt überzeugt?
Ach so, überzeugt.
Ich habe gedacht, überrascht.
Also es hat mich diese schnelle Einigung mit dem Aufsichtsrat, hat mich überrascht über diese massiven Sparprogramme, zeigt aber auch nur, dass man hier sehr vernünftig wird.
Das ist natürlich für die Mitarbeiter sehr erschreckend, was hier passiert.
Aber scheinbar hat man in Deutschland oder bei solchen wirklich großen Konzernen erkannt, es muss etwas passieren.
Das sehen wir hier ganz, ganz klar.
Überzeugt hat es mich natürlich noch nicht.
Das wird jetzt nicht primär der Durchbruch sein.
Aber Oliver Blume bekommt natürlich jetzt die Möglichkeit, wirklich Volkswagen wieder auf die Zukunft einzustimmen.
Und die Aussichten sind viel, viel besser mit diesen massiven Sparmaßnahmen.
So deutlich muss man es sagen.
Wir hatten mit Produktionsüberkapazitäten zu tun.
Das bedeutet also, es sollen jetzt pro Jahr eine Million Fahrzeuge weniger produziert werden.
Der Konzern muss schlanker, er muss effizienter werden.
Wir wissen es alle, die Konkurrenz schläft nicht, ganz im Gegenteil.
Und das, was andere Automobilhersteller schon gemacht haben, nämlich sich auf die Modelle zu fokussieren, die wirklich erfolgreicher sind und den Rest der Produktpalette einfach zu verschlanken, ist aussichtsreich.
Außerdem finde ich die Aktien momentan sehr...
Interessant bewertet.
Wir haben ein KGV von 4,3 mit einer Dividende über 7 Prozent.
Das lockt schon.
Es ist aber noch nicht der direkte Durchbruch, den wir hier sehen.
Aber es ist ein verdammt guter Anfang.
Und dann noch eine Statistiknachricht, nämlich die Inflation im Euroraum ist im August gestiegen und zwar deutlich von 2,9 auf 3,3 Prozent.
Grund vor allen Dingen die stark gestiegenen Energiepreise und vor allen Dingen hier natürlich Öl und Benzin, aber auch Gas.
Die Kerninflation, auf die die EZB ja besonders schaut, indem sie dann eben sagt, wir lassen mal die Energiepreisentwicklung außen vor, die ist allerdings leicht gesunken von 2,5 auf 2,4 Prozent.
Petra, jetzt gibt es ja in dieser Woche eine spannende Sitzung der EZB-Spitze.
Da wird es darum gehen, ob die Zinsen angehoben werden oder nicht.
Es hieß in den vergangenen Tagen, ja, es ist ein Zinsschritt sehr wahrscheinlich, wäre dann von 2,25 auf 2,5 Prozent.
Glaubst du das auch?
Wie schätzt du das ein?
Wir haben schon eine andere Situation, als wir das 2021-2022 hatten, wo wir nicht nur die Energiepreise hoch hatten, sondern natürlich auch die Kerninflation zusätzlich über Konsum, über Lieferengpässe, dann expansive Geld- und Fiskalpolitik.
Das ist jetzt anders, du hast es eben angesprochen.
Also die Kerninflation ist sogar leicht rückläufig und trotzdem glaube ich, dass die EZB den von damals Fehler nicht nochmal wiederholen wird und sofort hier anfangen wird, die Inflation im Keime zu ersticken.
Deswegen rechne ich mit einer Anhebung um 25 Basispunkte.
Dann schauen wir mal, welche Auswirkungen das in den kommenden Tagen dann auf die Märkte haben wird.
Wir kommen zu unserem deutschen Vorzeigekonzern, der Allianz.
Die Geschichte, und wir müssen gar nicht großartig hier erklären, was die Allianz alles macht, aber die Geschichte beginnt im Jahr 1890, als die Allianz wirklich ausschließlich sich auf Unfall- und Transportversicherung fokussiert hatte.
Und mittlerweile wissen wir es alle, nach über 130 Jahren ist der deutsche Versicherer zu einem globalen Finanzkonzern mutiert.
Und heute ist die Allianz in rund 70 Ländern aktiv.
und beschäftigt, um die 160.
Es gibt drei Säulen im Geschäftsmodell.
Das ist die Schaden- und die Unfallversicherung.
Dann haben wir noch die Lebens- und die Krankenversicherung.
Und das dritte Geschäftsfeld ist das sogenannte Asset Management.
Über PIMCO und die Allianz Global Investors verwaltet Allianz das Geld von institutionellen und privaten Kunden.
Also kurz gesagt, die Allianz verdient ihr Geld mit den Versicherungsprämien, mit Kapitalanlagen und Gebühren für die Verwaltung und von Kundengeldern.
Die funktionierende, finde ich, bei der Allianz ist, ich meine, die sind ein Riese, die funktionieren ziemlich safe, würde ich mal sagen.
Die kalkulieren ihre Prämien offensichtlich sehr klug.
Die haben einen kontinuierlichen Anstieg des Umsatzes.
Der Gewinn war lange Zeit so ein bisschen mittelmäßig.
Deswegen hat die Aktie, glaube ich, auch über viele Jahre von im Grunde genommen 2000...
6, 7, gut, da gab es noch so eine kleine Finanzkrise, aber dann bis, ja, ich würde fast sagen Ende der 2010er Jahre, also 1918, 1919, eher so langsam sich nur entwickelt und dann ist etwas passiert, da müssen wir gleich nochmal drauf kommen, was das wohl war.
Auf jeden Fall erstmal faszinierend finde ich, dass dieser, du hast es Vorzeigekonzern genannt.
dass dieser Vorzeigekonzern so lange eigentlich eine Durststrecke im Aktienkurs hatte, der sich dann jetzt vor drei, vier Jahren erst so richtig verändert hat.
Hast du eine Erklärung, woran das liegt?
Ja, die habe ich in der Tat.
Wir haben hier ein doppeltes, also ein Klumpenrisiko.
Momentan läuft es alles gut.
Also die Allianz hat frühzeitig erkannt, dass man mit den Versicherungen zwar immer noch ein sehr solides Geschäftsmodell hat, aber dass das Standbein einfach auf die Dauer zu klein wird mit diesen Versicherungen.
Nichtsdestotrotz, das Geschäftsvolumen läuft, das operative Ergebnis.
konnte im ersten Halbjahr enorm gesteigert werden.
Auch der bereinigte Gewinn der Aktionäre, das sogenannte Core-Net-Income, stieg sogar um 15,5 Prozent.
Eigenkapitalrendite lag bei starken 20,7 Prozent.
Und noch wichtiger für uns Aktionäre ist die sogenannte Solvenzquote.
Die stieg nämlich auf 225 Prozent.
Das zeigt, dass Allianz trotz der hohen Ausschüttung über eine sehr starke Kapitalausstattung verfügt.
Und das sind halt nicht nur die Bereiche Schaden und Unfall oder Leben und Gesundheit.
Ja, die sind völlig solide.
Aber was besonders überzeugt ist halt momentan oder seit Jahren, du hattest es eben angesprochen, diese Dynamik im Asset Management.
Hier lag das operative Ergebnis 12,6 Prozent höher als im Vorjahr.
Und gleichzeitig flossen Allianz im ersten Halbjahr diesen Jahres.
84 Milliarden Euro an Drittmitteln zu.
Also das verwaltete Vermögen von Kunden erreicht mittlerweile 2,16 Billionen Euro.
Das ist ein neuer Rekord und das ist für Allianz interessant, weil steigende verwaltende Vermögen langfristig zusätzliche Gebühreneinnahmen natürlich bedeuten.
Und dadurch haben wir hier natürlich diesen Schwung.
Also mit steigenden Kapitalmärkten profitiert nicht nur die Aktie, sondern auch dieses sehr, sehr große Asset-Management-Geschäftsmodell.
Das stimmt, aber trotzdem finde ich nicht ganz einleuchtend, warum die Aktie erst seit 2024 dann so richtig durch die Decke geht.
Ja, vielleicht sehen viele in der Allianz einen rein deutschen Konzern und das wäre fatal, das so anzunehmen.
Also das ist ein in Deutschland.
ansässiges Unternehmen, was aber international funktioniert und das sehr, sehr gut.
Und die Dynamik im DAX sehen wir ja auch erst wirklich in den letzten Jahren.
Vorher hatten wir mit vielen anderen Baustellen zu tun, die wirklich nicht viel mit dem Geschäftsmodell der Allianz zu tun hatten.
Aber sie haben halt die Aktienbewertung zurückgehalten.
Egal ob Corona, egal ob das der Ukraine-Krieg war.
Daher legen sie jetzt erst in den letzten 12, 24 Monaten so enorm zu.
Deswegen so drauf rum, weil die Frage ist ja jetzt, der Aktienkurs hat sich in den vergangenen, du sagst es, 18, 24 Monaten mehr als verdoppelt.
Die Aktie steht jetzt bei...
450 Euro, das klingt erstmal wahnsinnig hoch, wenn man das mit dem KGV in Relation setzt, dann sind wir bei einem KGV von 15.
Das ist jetzt historisch schon ein höheres KGV für die Allianz.
Die Jahre zuvor lag das häufig irgendwie so bei 10 bis 12.
Dividendenrendite super attraktiv, nach wie vor mit etwa 4 Prozent erwartet wird für dieses Jahr eine Ausschüttung von fast 18,50 Euro.
Das ist auch ganz ordentlich.
Also sie steigern auch jedes Jahr die Dividende.
Kurzum, diese Aktie ist eigentlich immer noch sehr, sehr attraktiv.
Die Frage ist, 450 Euro ist halt trotzdem sehr, sehr hoch, wenn man sich den langfristigen Chart anguckt, diese Aktie.
Da sitze ich also auch mit meinem Aktionärsgefühl zwischen den Stühlen.
Es ist ein tolles Geschäftsmodell.
Die Allianz scheint auch selbst von dem weiter positiven Verlauf überzeugt zu sein.
Sie hat für 2026 ein neues, ein erneutes Aktienrückkaufprogramm über 2,5 Milliarden gestartet.
Es gibt viele neue Kooperationen oder eine Übernahme in Singapur, wo man sich versucht, in Südostasien die Position etwas noch stärker zu erkaufen.
In Singapur, in Thailand, Malaysia und Vietnam.
Dann gibt es ein Joint Venture mit Geo Financial Services, 50-50 ist das, wo man etwas mehr versucht, in den indischen Markt zum Thema Sach- und Krankenversicherung hineinzukommen und davon zu profitieren.
Das ist für mich gar nicht so entscheidend.
Das liegt bei ca.
14.
Und für einen Konzern mit einer Eigenkapitalrendite von über 20 und mit einer so starken Kapitalposition ist das nicht übermäßig teuer.
Aber natürlich, wenn ich mir den Aktienkurs auf diesem absoluten Rekordhoch von 450 Euro anschaue und wie wir ja eben auch festgestellt haben, wir wissen, das fluppt gerade so, weil auch der Aktienmarkt so gut läuft, muss man hier immer natürlich bedenken, Wir werden hier einen doppelten Impact haben.
Das heißt also, wenn der Aktienmarkt korrigiert, werden wir zum einen eine Korrektur in der hohen Aktienbewertung haben und wir werden gleichzeitig eine unglaubliche Korrektur im Asset Management haben.
Und dann glaube ich, Timo, dass eine Aktie der Allianz viel schneller einbrechen wird, als das vielleicht bei einer Beiersdorf oder Henkel der Fall sein wird.
Also lieber erstmal abwarten und sich auf die Watchlist setzen.
Also ich persönlich finde, eine Allianz gehört in jedes Depot hinein.
Aber im Moment ist sie nicht in Meinung zu finden.
Dann sind wir mal gespannt, wann es wieder soweit ist.
Netflix, ich habe es eingangs gesagt, hatten wir schon häufiger in den vergangenen Monaten hier im Podcast.
Wir haben sogar vor den Sommerferien noch eine Sonderfolge zu Netflix gemacht.
Das ist eine wahnsinnig spannende Unternehmensgeschichte.
Reed Hastings, der Gründer, damals angefangen im Grunde genommen mit dem Versand von DVDs online bestellt, dann irgendwann weiterentwickelt zu einer eigenen Produktionsfirma für eigenen Content, das Streaming-Geschäft entwickelt, dort wirklich Pionier gewesen und das Ganze weltweit skaliert.
Er hat im Grunde genommen mit Netflix die gesamte Medienwelt und das Konsumverhalten von Filmen verändert.
Das alles steckt in dieser Aktie.
Wahnsinnig spannende Geschichte.
Gerne nochmal nachhören.
Wir wollen heute nur nochmal darüber sprechen, weil Netflix pünktlich zum Beginn des Herbstes in Deutschland angekündigt hat, auch hierzulande die Preise anheben zu wollen für die Abos.
Das beste Abo soll künftig 21,99 Euro kosten statt bisher 1999.
Und auch die anderen Abos verteuern sich um jeweils zwei Euro.
Da würde man jetzt sagen, okay, ist halt nur der deutsche Markt.
Aber das macht Netflix ja seit einer ganzen Weile schon, dass sie regelmäßig ihre Abopreise anziehen und das auch weltweit tun.
Bei ihren inzwischen deutlich mehr als 300 Millionen zahlenden Mitgliedern.
Ganz aktuelle Zahlen gibt es nicht, sondern von Ende 2025.
Da waren es...
325 Millionen zahlende Mitglieder.
So, der Umsatz von Netflix hat sich in den vergangenen Jahren ja ver-x-facht.
Wir lagen zum letzten Geschäftsjahr bei über 45 Milliarden US-Dollar.
Und das Ganze, obwohl es ja sehr kapitalintensiv auch hier ist, diese ganzen Eigenproduktionen von Netflix mit absoluter Star-Besetzung, kosten richtig viel Geld, ist das Ganze sehr, sehr profitabel.
Nämlich der Nettogewinn lag zuletzt bei 11 Milliarden US-Dollar und er wird in diesem Jahr nochmal ein bisschen höher ausfallen, weil die eigentlich geplante Übernahme von Warner Brothers im Frühjahr gescheitert ist und es dadurch einen ordentlichen Zufluss noch in die Kasse bei Netflix gab.
Wir hatten Netflix schon oft an dieser Stelle und was mir momentan recht gut weiterhin gefällt, auch wenn es für mich teurer wird, ich bin ja auch Abonnent von Netflix.
Ich weiß nicht, wie es bei euch in der Familie ist, Timo.
Ja, wir haben viele Abos, ja, tatsächlich.
Okay, ja.
Also es ist halt so, dass sich das Unternehmen in den letzten Jahren von dieser reinen Jagd nach neuen Abonnenten etwas verabschiedet hat und sich mehr darauf fokussiert, wie man das gesamte Modell mehr monetarisieren kann.
Und dann sind wir natürlich bei einem so hervorragenden Abo-Modell bei den höheren Preisen.
Das sehen wir jetzt.
Ja, also ich muss auch zukünftig nicht mehr 13,99, sondern 15,99 bezahlen.
Überhaupt kein Problem.
Ich mache den Haken und gucke weiter.
Aber natürlich hat das auch was mit Werbung zu tun.
Es gibt zusätzliche Angebote, es gibt gegebenenfalls bessere Inhalte und dadurch auch eine höhere Nutzung.
Und Netflix meldete übrigens auch schon im ersten Halbjahr 26 ein Wachstum der angesehenen Stunden von zwei Prozent.
Also das zeigt ja schon, das Modell läuft weiterhin.
Und jetzt versucht man auch noch mehr in die großen Sportereignisse hineinzukommen, wie Winter Olympia, wie Fußball-Weltmeisterschaften.
Das bedeutet, man baut auch ein bisschen dieses Live-Sport-Programm aus.
Ich finde schon, die sind auf einem ganz, ganz guten Weg.
Das Live-Sport-Programm ist ja auch deswegen wichtig, nicht nur für die Abo-Zahlen, sondern im Zweifelsfall auch für die Werbeumsätze, weil man da ja überall dann wunderbar Werbung dazwischen knallen kann in der Halbzeitpause.
Das haben wir ja in der Weltmeisterschaft zuletzt im Sommer sehr eindrucksvoll gesehen.
Und die Werbeumsätze laufen ja richtig gut.
Die gibt es im Grunde genommen erst seit ein, zwei Jahren bei Netflix.
Dieses Jahr strebt man drei Milliarden US-Dollar nochmal zusätzlich durch Werbeumsatz an.
Das wäre eine Verdopplung gegenüber 2025.
Also hier steht man im Grunde genommen noch in den Startlöchern und das Spannende ist eben, dass man das alles weltweit skaliert.
Das ist für ein Medienunternehmen schon sehr besonders.
traue ich ihnen auch durch die Werbung zu.
Natürlich ist es einfach, hier irgendwelche Zahlen aufzurufen.
Aber wenn wir hören, sie wollen halt ein bisschen mehr in die FIFA Women's World Cup einsteigen, haben sich hier schon die Rechte dafür gesichert.
Sie wollen Spiele der NFL an Thanksgiving Abend, an Weihnachten, wollen sie übertragen.
Das bedeutet ja, anders als wir Netflix momentan kennen, wo sich jeder mal am Wochenende oder die kommende Woche entscheiden kann, streame ich jetzt diese Serie oder diesen Film, ist es halt so, dass live...
natürlich viele Menschen gleichzeitig zusammenbringt und daher enorm attraktiv ist für die Werbekunden.
Für die Stichwörter NFL, da muss ich natürlich kurz erwähnen, dass auch unser Heimatsender sozusagen RTL, zu denen ja auch Kapital gehört, die NFL anbietet und das deutlich größere Paket anzubieten hat als Netflix, aber das nur am Rande.
Ja, jetzt ist die Aktie ja mit 78 Dollar bei Netflix.
Nicht so wahnsinnig stark.
Man hatte eigentlich erwartet, dass nach dieser gescheiterten Übernahme bei Warner Brothers, da gab es jetzt eine Entschädigungszahlung von 2,8 Milliarden US-Dollar.
Das hat die Zahlen für dieses Jahr nochmal ein bisschen nach oben getrieben und wird das auch weiter tun.
Und das füllt natürlich jetzt die Kasse für Produktionen oder Aktienrückkäufe etc.
Man hätte, glaube ich, angenommen, dass sich der Aktienkurs schneller erholen würde von dieser ganzen Geschichte.
tut er nicht, sondern die Aktie ist nach wie vor relativ günstig, zumindest im Vergleich zu den letzten zwei, drei, vier Jahren.
Was ist der Grund dafür deiner Ansicht nach?
Kann man nur mutmaßen.
So richtig verstehe ich es auch nicht.
Ich hätte mit anderem gerechnet.
Also klar, diese Einmalzahlung ist auch ein Einmaleffekt für diesen geplatzten Deal mit Warner Brothers.
2,8 Milliarden füllen die Kasse.
Du hattest es gerade auch schon gesagt, dass das zum Teil genutzt wird, um die eigenen Aktien zurückzukaufen.
Ich glaube einfach, die Aktie ist stark gefallen und hat sich nicht erholt.
Und wir hatten es auch in unserem vorherigen Podcast zu Netflix.
Das war natürlich zum einen die hohe Bewertung.
Es war mal die hohe Bewertung von Netflix, die jetzt leiden musste.
Und dann ist ein großer Grund zur Sorge, dass das Wachstum sich bei Netflix...
langfristig verlangsamen könnte.
Für mich aber nicht direkt einen Grund, den Kurs auch im Grunde genommen da unten zu lassen.
Also der größte Hemmschuh bei Netflix ist natürlich die enorm starke Konkurrenz.
Bei Disney Plus über Apple, Meta, TikTok, YouTube, die kommen alle dazu.
Was ich selbst beobachte, ist auch dieser Faktor künstliche Intelligenz.
Bei Instagram sehe ich, dass immer mehr kleine Drehbuchautoren hinzukommen und mit künstlicher Intelligenz Miniserien machen.
Da weiß ich nicht, wie sich das zukünftig weiterentwickelt und inwieweit das eine Konkurrenz für Netflix werden sollte.
Grundsätzlich könnte ich mir aber auch vorstellen, dass KI natürlich auch ein treibendes Geschäftsmodell für Netflix ist.
Im Zweifelsfall, ne?
Genau.
Die werden das ja selber integrieren.
Und daher finde ich den Kurs, da wo wir ihn momentan haben, finde ich wirklich sehr attraktiv und sehr spannend.
Wir müssen hier mal wieder auf unseren ROSI, auf unseren Return on Capital Employed kommen.
Bei einem Abo-Modell ist der natürlich...
Echt attraktiv und liegt knapp über 50 Prozent.
Bedeutet, wenn ich 100 Euro einsetze, habe ich einen Gewinn von 50 Euro.
Also das läuft alles.
Ich finde die Aktie fast ein bisschen unterbewertet.
Sie dümpelt dahin.
Attraktiv ist sie allemal.
Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, ich nehme Sie heute mit nach Köln.
Nämlich, hier wurde 1864 von Nikolaus August Otto und Eugen Langen die Firma NA Otto und Ziege gründet.
Das Besondere, es war die erste Motorenfabrik in Welt.
Ja, die saß hier in Köln.
Und Nikolaus...
August Otto entwickelte 1876 den berühmten Viertaktmotor, der die Grundlage der modernen Verbrennungsmotoren herstellte.
Und das Geschäftsmodell der Deutz-Gesellschaft lässt sich daher auch sehr, sehr einfach erklären.
Deutz entwickelt...
Und produziert Motoren und Antriebssysteme für Anwendungen, bei denen hohe Leistung gefragt ist.
Das sind zum Beispiel die Baumaschinen, das sind Maschinen für die Landwirtschaft.
Das können Boote sein, Generatoren und natürlich auch entsprechende Antriebe für die industrielle Anwendung.
Darf ich eine kurze Zwischenfrage als Nicht-Kölner stellen?
Ist eigentlich dieses Unternehmen nach dem Kölner Stadtteil benannt oder umgekehrt der Kölner Stadtteil nach diesem Unternehmen?
Super Frage, die ich nicht beantworten kann.
Spoiler, super.
Das ist ganz toll.
Also ich weiß nur, dass Deutz, ja, wir haben einen Stadtteil in Deutz.
Ich weiß, dass die Industrie- und Lagerhallen nicht in Deutz sind.
Die sind nämlich hier bei mir um die Ecke in Ports sind die anzufinden.
Deswegen sehe ich hier auch auf der Autobahnauffahrt immer diese ganzen Trucks.
Müssen wir nachreichen, weiß ich jetzt gar nicht so sehr.
Gut, das kannst du ja bald klären bis nächste Woche.
Genau, richtig.
Kommt aber gar nicht darauf an, weil alles das, was wir eben gesagt haben mit Motoren, was natürlich jetzt nicht so ein besonders interessantes Geschäft mehr ist.
Fällt mal hinten über, dass der besondere Fokus, den Deutz seit Jahren etabliert hat, ist nämlich das Geschäft um den Service herum.
Denn wenn irgendwo ein Deutz-Motor auf der Welt läuft, braucht er natürlich irgendwann Ersatzteile, er braucht Wartung und er braucht Reparaturen und dann greift man auf den Konzern zurück.
Und auch das ist aber heute gar nicht unsere eigentliche Börsenstory, denn die Börsenstory ist, dass Deutz mittlerweile eine andere Strategie verfolgt, mit der das Unternehmen halt weniger abhängig vom klassischen Motorengeschäft werden soll.
Und das sind die Geschäftsfelder neben Service, sind das jetzt natürlich die Energie.
Hier geht es beispielsweise um die Generatoren und um die dezentrale Energieversorgung.
Dann haben wir die neue Technologie, also elektrische Antriebe, Batterietechnologie und Antriebskonzepte.
Und viertens, und das ist natürlich auch besonders spannend, ist der Bereich Defense, also Verteidigung.
Ich meine, das ist ja alles tatsächlich...
fast schon erwartbar oder lag auf der Hand, dass ein Unternehmen wie Deutz, das so eine Kompetenz hat für große Motoren und Generatoren, sich in diese Richtung entwickeln muss.
Es hat ein bisschen gedauert, bis das Management quasi diese Steilvorlage aufgegriffen hat, aber sie haben es tatsächlich getan.
Du hast es gerade angedeutet.
Sie haben in den vergangenen Jahren sukzessive angefangen, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Jetzt stehen wir vielleicht an so einer Schwelle, wo man sagt, okay, in den kommenden Jahren wird man da auch tatsächlich Effekte von in den Geschäftszahlen sehen.
Du hast es angesprochen, es geht einmal um die dezentrale Energieversorgung, also Generatoren für zum Beispiel Rechenzentren, ein ganz, ganz wichtiges Thema.
Das sind ja nicht einfach so kleine Dieselgeneratoren, die man irgendwo in die Garage stellt, sondern das sind richtig große Dinger.
die im Grunde genommen wie so ein Haus da stehen und dafür sorgen müssen, dass wenn irgendwo mal der Strom ausfällt, dass dann diese Generatoren einspringen können und damit das Rechenzentrum am Laufen halten.
Und dann ist es vor allen Dingen der Verteidigungsbereich.
Haben wir uns alle in Europa nicht ausgesucht, aber Deutz wird massiv von der Aufrüstung wahrscheinlich in Europa profitieren.
Und sie verstärken sich ja in diesem Bereich auch ganz gezielt.
So ist es.
Ganz genau, dort verstärken sie sich.
Deutz, und hier wird es jetzt besonders spannend, übernimmt die Flensburger Fahrzeuggesellschaft, kurz FFG.
Der Kaufpreis beträgt 1,6 Milliarden Euro.
Und FFG entwickelt und produziert militärische Fahrzeuge und Spezialfahrzeuge und ist unter anderem Partner der Bundeswehr sowie von den NATO-Streitkräften.
Und FFG ist deutlich größer, als man das bei einem klassischen Deutz-Motorenhersteller vielleicht vermuten würde.
2025 erzielt der FFG rund 760 Millionen Euro Umsatz.
Der Auftragsbestand liegt aktuell bei 1,9 Milliarden Euro.
Und ja, das Unternehmen ist seit 2023 mit ungefähr 50 Prozent pro Jahr gewachsen.
Und das ist natürlich für Deutz ein gewaltiger Schritt.
Ja, von einem Motorenhersteller wird damit zunehmend ein Systemanbieter für die militärischen Fahrzeuge und auch für die Energieversorgung.
Und daher auch für uns heute natürlich eine entsprechende Börsenstory.
So, jetzt kann man sich auf der einen Seite vorstellen, wir fangen ja gerade erst so richtig an, wenn man ehrlich ist, Aufträge rauszugeben an Rüstungsunternehmen, an Rheinmetall etc.
pp., die dann diese ganzen Fahrzeuge bauen müssen, wo möglicherweise dann Deutzmotoren oder Motoren von FFG oder was auch immer alles von FFG da reinkommt, tatsächlich bestellt und bezahlt werden.
Das ganze Geschäft läuft jetzt an.
Die Frage, die ich hätte, ist Deutz tatsächlich in der Lage, aus diesem ganzen Auftragsvolumen, das da ansteht, das absehbar ist, auch tatsächlich ordentliche Gewinne und Erträge zu erwirtschaften.
Weil wenn ich mir die Geschichte des Unternehmens anschaue, dann sehe ich, das ist in dem Bereich irgendwie eine Größe gewesen, klassischer deutscher Mittelstand.
Allerdings...
relativ volatiles Geschäft.
Mal sind es 1,6 Milliarden Umsatz, dann sind es 2 Milliarden Umsatz, dann sind es wieder 1,8 Milliarden Umsatz.
Was aber relativ konstant bleibt, ist eine schwache Marge.
Die machen dann am Ende von 1,8 Milliarden, da bleiben dann vielleicht mal 40 Millionen übrig oder 50 Millionen, wenn es 2 Milliarden werden.
Unterm Strich, das ist ja jetzt nicht wirklich ein margenstarkes Geschäft.
Glaubst du, die sind in der Lage, jetzt bei einer, sagen wir mal, Verdoppelung des Umsatzes tatsächlich das Ganze auch in eine deutliche Ertragssteigerung beim Gewinn zu verwandeln?
Ja, genau darin steckt die Fantasie der Aktie und sie sind dazu in der Lage, das wird ja auch an der Börse honoriert, sie müssen es jetzt natürlich nur unter Beweis stellen und das ist auch genau.
Das, was sich das Management als Ziel gesetzt hat bis 2030, also Deutz hatte sich ursprünglich vorgenommen, bis 2030 einen Umsatz von rund 4 Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von 10 Prozent zu erreichen.
Und durch diese FFG-Übernahme soll dieses Ziel jetzt wesentlich früher erreicht werden.
Und man spricht von einer Marge von knapp über 20.
Das klingt alles gut und ich traue es dem Unternehmen auch aufgrund dieser Übernahmen zu.
Es gibt auch noch andere Eisen, die Deutz gerade im Feuer hat.
Aber natürlich ist auch die FFG-Übernahme ein riesiges Risiko.
1,6 Milliarden Euro für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von Deutz selbst in ähnlicher Größenordnung ist ein gewaltiger Schritt.
Das bedeutet, wie macht man das im Grunde genommen?
Finanziert wird der Dutz.
Deal u.a.
über eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage.
Das bedeutet für uns Aktionäre, wird erst mal die Aktie natürlich verwässert.
Und die bisherige Eigentümerfamilie von FFG soll auch nach Abschluss dieser Transaktion, die ist noch unter Vorbehalt, noch nicht ganz genehmigt, die Familie soll bis zu 29,9% an Deutz beteiligt sein.
Das kann als Stärke gesehen werden, aber das darf man auch nie so ganz aus dem Hinterkopf verlieren.
Also das bedeutet, FFG ist eine Übernahme, ist ein Risiko.
Die FFG-Übernahme ist ein Risiko.
Wir haben eine Verwässerung durch die Kapitalmaßnahme, Erhöhung, die geplant ist.
Und Deutz hatte bereits vor der FFG-Transaktion Einen negativen Nettofinanzposition.
Also wir haben eine relativ hohe Verschuldung und dadurch ist natürlich auch gleichzeitig der Free Cash Flow im ersten Halbjahr 2026 steht bei einem Minus von knapp 30 Millionen Euro, ist negativ.
So, das sind ja also einerseits gute Aussichten, eine Wachstumsstory, ganz klar, liegt auf der Hand.
Aber auf der anderen Seite irgendwie etliche Risiken, auch im operativen Geschäft, in der Umsetzung dieser ganzen Integration der unterschiedlichen Sparten und Geschäfte.
Das müssen die erstmal hinkriegen.
Die Aktie stand Ende 2024 bei 4 Euro.
Und hat sich inzwischen mehr als verdreifacht, steht aktuell bei knapp 13 Euro, 12,84 Euro.
Da ist also schon relativ viel Fantasie von all dem, was wir jetzt gerade hier besprochen haben, eingepreist.
KGV mit 15, gut, das ist sehr volatil bei diesem Unternehmen.
Wenn es mal gut läuft, dann ist es auf einmal auch irgendwie sehr viel niedriger im Zweifelsfall.
Dann steigt es wieder und so weiter.
Würdest du jetzt sagen, das ist ein guter Zeitpunkt, da irgendwie reinzugehen oder würdest du sagen, nö, also es ist eine interessante Aktie, muss man sich mal angucken, wie sich das entwickelt, aber lieber nochmal ein bisschen zuwarten.
Ja, es ist momentan keine interessante Aktie, es ist vielmehr eine interessante Wachstumsstory, aber du hast es schon eben genau richtig gesagt, da ist unglaublich viel Fantasie drin.
Und das Unternehmen muss jetzt erst mal profitabel gemacht werden.
Wir haben einen relativ schwachen Rossi von 8 Prozent, also was völlig anderes wie zuvor bei Netflix im Abo-Modell mit 50 Prozent.
Und daher finde ich, nimmt der Aktienkurs aktuell schon sehr viel vorweg.
Das muss unter Beweis gestellt werden.
Das ist natürlich was für risikobereite Anleger, die langfristig auf diese Wachstumsstory abzielen.
Im Moment muss man aber auch diese Neuausrichtung und die Transformation der Übernahme abwarten.
Das birgt natürlich sehr viele, sehr hohe Kosten und auch Risiken.
Aber du hast es wahrscheinlich richtig gesagt.
Es ist was für risikobereiter Anleger.
Für die ist es vielleicht interessant, weil wenn das Unternehmen dann tatsächlich erst mal unter Beweis gestellt hat, dass sie das alles hinbekommen, dann wird die Aktie wahrscheinlich dem heutigen Niveau weit enteilt sein.
Und dann stehen wir da und denken so, ach Mensch.
Hätten wir mal.
Wären wir mal früher.
Genau.
Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit.
Es ist halt kein klassischer deutscher Maschinenbauwert, so wie wir ihn kennen.
Übrigens, ich habe in der Zwischenzeit kurz mal nachgeschaut.
Deutz kommt in der Tat vom Kölner Stadtteil Deutz, wo der Gründer damals auch gesessen hat.
Also du lagst hier völlig richtig als Berliner.
Dankeschön dafür.
Also nochmal kein klassischer deutscher Maschinenbauwert, aber spannende Wachstumsstory.
Jeder muss selbst entscheiden, ob das momentan der Zeitpunkt ist zum Einkauf.
Wir haben mal wieder einiges gelernt.
Vielen Dank, Petra, für diese spannende Folge.
Ich danke dir, Timo.
Und wir sagen, halten Sie die Ohren steif und wir hören uns nächste Woche wieder und freuen uns darauf.
Bis dann.
Das tun wir.
Bis dahin.
Tschüss.
Tschüss.
Aktien fürs Leben.
Der Vermögenspodcast von Capital.
Mit Petra Ahrens und Timo Pache.
