# Andritz, Media Valuations, and Cinematic Premium Trends

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-08

## Transcript

Ist die New York Times unterbewertet?
Welcher österreichische Hidden Champion ist Weltmarktführer für Wasserkraft und für Papier?
Und wieso boomt Hollywood gerade?
Das alles und vieles mehr gibt es jetzt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 8.
September und das ist ohne Aktien wird schwer.
Gesponsert wird dieser Podcast von Scalable Capital, die als erste Bank in Europa eine Agentic Investing Funktion haben.
Ihr könnt also euer Depot direkt mit JetGPT oder Cloud verbinden und dort nicht nur das Depot analysieren oder smarte Exporte machen, sondern sogar direkt über den JetBot traden.
Wer dazu mehr wissen will, kann sich nochmal unsere Folge vom 26.
August anhören und alle Infos gibt es ansonsten wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Wegen dem Labor Day waren die Börsen in den USA gestern geschlossen und meistens ist an den Tagen auch in Deutschland weniger los.
So war es auch gestern, aber dafür haben wir Zeit mal auf Themen zu schauen, die sonst eher untergehen.
Zum Beispiel müssen wir auf den Kinoboom in diesem Jahr schauen.
Kinos in den USA und Kanada haben zwischen dem 1.
Mai und Labor Day insgesamt 4,8 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
Das sind 26% mehr als vor einem Jahr.
Es ist der höchste Wert seit 2013 und es ist damit vor allem der zweithöchste Wert ever.
Getrieben wurde das zum Beispiel von den neuen Spider-Man oder Toy Story Filmen, aber auch von ganz neuen eigenständigen Filmen wie die Odyssee.
Und gerade bei Odyssee war es außerdem so, dass 35% der Ticket-Umsätze in IMAX-Kinos geflossen sind.
Und das ist generell ein Trend, den man sieht, dass also Premium-Formate Marktanteile im Kinobusiness gewinnen.
Und das ist bei der guten Umsatzzahl auch die eine große schlechte Nachricht für die Branche.
Der viele Umsatz kommt auch stark durch höhere Preise.
Im ersten Halbjahr wurden in den USA sogar...
250 Millionen weniger Kinotickets verkauft als 2019, aber die Preise sind eben höher und dadurch kommt auch der höhere Umsatz zustande.
Ein anderer Trend, der wie der Kinoboom gerade eher unterm Radar fliegt, ist die starke Rendite von amerikanischen Unis.
Die haben ja oft große Endowment-Fonds, die teilweise Milliarden investieren und die haben in den letzten Jahren oft eher gelitten, weil Endowment-Fonds sehr viel Geld in Private Equity investieren, wo die Renditen in den letzten zwei, drei Jahren oft nicht ganz so gut waren wie an der Börse.
Und vor allem ist das Geld in den Fonds oft festgesteckt.
Aber durch die Private Equity Investments hatten einige Endowments auch schon vor Jahren in Spasics investiert und damit jetzt richtig Kohle gemacht.
Das Endowment von der University of North Carolina hat mittlerweile 15 Milliarden Dollar, das sie verwalten.
Und um die 10% macht alleine Spasics aus.
Und der Börsengang von SpaceX hat die Rendite in diesem Jahr auf über 30 Prozent gepusht.
Und wenn wir schon bei Private Equity sind, gab es noch zwei spannende Meldungen.
Al Ketterton, der Private Equity Investor hinter dem LWM Asch und Benar Arno stecken, denkt laut Bloomberg darüber nach, das Hamburger Fitness-Startup Hirox für 700 Millionen Dollar zu kaufen.
Und der israelische Investor Aurelius Capital kauft eine Mehrheit an der VW-Fabrik in Osnabrück und will dort Rüstungsproduktion, zum Beispiel für Luftabwehrsysteme, aufbauen.
Auch das Land Niedersachsen bleibt übrigens als Investor an Bord.
Das ist jetzt einerseits eine gute Nachricht für die Mitarbeiter, aber auch mal wieder ein Zeichen für die schwache deutsche Autobranche.
Zumindest muss man sagen, dass die Lage nicht nur bei uns schwierig ist.
Jaguar Land Rover aus Großbritannien hat gestern gesagt, dass sie 10% der Mitarbeiter und damit 4000 Stellen streichen werden.
Hinter Land Rover steckt übrigens der indische Autokonzern Tata Motors, der ist auch an der Börse.
Die Aktie hat auf die News aber nicht krass reagiert.
Auch keine krasse, aber eine deutliche Bewegung gab es beim Ölpreis.
Nachdem es am Wochenende ja wieder neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran gab, hat der zugelegt gestern.
Der Brandpreis ist zwischendurch das erste Mal seit Juli über 8%.
Dollar gestiegen.
Die Lage bleibt also angespannt.
Und auch angespannt dürfte die Lage oder die Stimmung bei den Kollegen von Zeiss sein.
Die sind ja unter anderem wichtiger Lieferant für ASML-Maschinen, also sicher eine der wichtigsten Technologiefirmen, die wir in Deutschland haben.
Und ausgerechnet die hatten jetzt Probleme mit einer unserer anderen Top-Technologiefirmen.
Zeiss versucht nämlich schon seit Jahren in die neue Cloud-Variante von SAP zu wechseln, haben dafür auch mittlerweile 200 Millionen Euro investiert, aber es funktioniert nicht so richtig.
Deswegen stellen sie jetzt auch den gesamten Prozess um und wechseln nur ihre bestehenden Systeme in die Cloud.
Vorher wollten sie viel neu bauen, um alte, unnötige Komplexität loszuwerden, aber das dauert jetzt einfach zu lange.
Das ist jetzt natürlich einerseits keine so gute Nachricht für SAP, dass sowas so komplex ist, andererseits aber auch wieder eine sehr gute Nachricht.
Wie viel Zahlungsbereitschaft Kunden eben für so zentrale ERP-Software haben und wie tief sie da auch bei den Kunden integriert sind, das nimmt einem KI-Konkurrenz nicht so schnell weg.
Und letzte News, wenn wir schon bei KI sind.
Die Aktie von LG Electronics hat gestern über 5% zugelegt, weil ihre Tochterfirma für humanoide Roboter, Bear Robotics, Geld von Investoren kriegen will, zu einer Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar.
Dazu muss man wissen, dass LG knapp 50% an der Firma gehören.
Das sind jetzt bei 28 Milliarden Dollar Gesamtbörsenwert noch keine Gamechanger-Summen, aber auch nicht irrelevant.
Christoph hat mal wieder einen Hidden Champion aus meiner Heimat ausgegraben und den gibt es jetzt.
Es geht um Andritz.
Die Firma kommt aus Graz und ist einer dieser Maschinenbauer, die kaum einer kennt, obwohl sie in ihren Nischen zur Weltspitze gehören.
Andritz macht 8 Milliarden Euro Umsatz in vier Bereichen.
Zellstoff und Papier, Metallverarbeitung, Wasserkraft und Umweltenergie.
Konkret heißt das, Andritz baut zum Beispiel Turbinen für Wasserkraftwerke oder Anlagen, die aus Holz Zellstoff machen.
Wie bei allen Maschinenherstellern gilt auch bei Andritz, dass so eine Anlage lange gebaut wird.
Der Umsatz kommt also mit viel Vorlauf und deshalb macht Sinn, dass man bei so einer Firma den Auftragsbestand im Blick hat.
Dann weiß man, was schon bestellt, aber noch nicht abgearbeitet wurde.
Bei Andritz ist der auf einem Rekordwert von rund 12,5 Milliarden Euro.
Das sind etwa anderthalb Jahresumsätze.
Weil fast die Hälfte davon von Wasserkraft kommt, dauert es aber immer länger, bis auch Umsatz aus den Aufträgen entsteht.
Bei großen Wasserkraftprojekten kann der Bau nämlich bis zu fünf Jahre dauern.
Spannend ist auch, dass bei Andrids der Servicebereich immer wichtiger wird.
Der Anteil liegt auf einem Rekord bei rund 45 Prozent und soll in Zukunft etwa doppelt so schnell wachsen wie der Gesamtumsatz.
Laut einer Rechnung der Unternehmensberatung Bain summiert sich der Umsatz aus Ersatzteilen, Service und Modernisierungen über den jahrzehntelangen Lebenszyklus so einer Anlage auf rund das 14-fache des ursprünglichen Verkaufs.
Dazu ist Service margenstärker und gut planbar.
Deshalb kauft Andritz auch extra Firmen mit hohem Serviceanteil zu.
Seit 2018 sind schon etwa 30 Stück.
Das federt auch Schwankungen im Neuanlagengeschäft ab.
Das macht auch deshalb Sinn, weil das Neuanlagengeschäft zyklisch ist.
Wenn Papierhersteller oder Stahlkonzerne mal nicht investieren, hilft die beste Maschine nichts.
Eine verkaufte Anlage muss aber immer gewartet werden.
Aktuell läuft das Neuanlagengeschäft aber gar nicht schlecht.
Vor allem Wasserkraft boomt, weil weltweit mehr Ökostrom ins Netz muss und der Bedarf an Speichern steigt.
Der Auftragseingang dort ist im ersten Halbjahr um die 80 Prozent gestiegen.
Das macht Andritz aktuell aber auf der anderen Seite auch ziemlich abhängig vom Wasserkraftboom.
Zellstoff und Papier läuft auch ordentlich, unter anderem dank neuer Fabriken in China.
Metals war zuletzt das Sorgenkind wegen der schwachen Autoindustrie, zeigt aber jetzt erste Erholung und bessere Margen.
Und Umwelt, Energie, ja das leidet unter verzögerten Investitionen, obwohl dort Zukunftsthemen wie CO2-Abscheidung und Wasserstoff liegen.
Das erklärt auch, warum sich der Rekordauftragsbestand nicht sofort im Umsatz zeigt.
2025 ist der Umsatz sogar um 5% gesunken.
Unter anderem wegen schwächerer Aufträge in den Vorjahren und dem starken Euro.
An der Börse ist Andritz knapp 8 Milliarden Euro wert.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn knapp 25 Prozent gewonnen und dazu kommen noch knapp 3 Prozent Dividendenrendite.
Das erwartete KGV liegt bei 14.
Das ist teurer als im Schnitt der letzten Jahre.
Dafür haben die Österreicher aber eben auch einen Rekordauftragsbestand.
Bei der Andritz AG ist wirklich alles groß.
Richtig groß.
Anfang 2025 gab es einen der größten Deals der Mediengeschichte.
Das komplette Medienimperium von Axel Springer mit Bild, Welt, Politico, Business Insider und so weiter gehört komplett Matthias Döpfner und Friede Springer.
Das eigentlich profitablere Digitalgeschäft mit Stepstone, Immowelt und Co.
kriegt der Private Equity Investor KKA.
Damals haben viele gesagt, dass sich Döpfner und Friede Springer damit für Inhalte entschieden haben und KKA sich eher fürs Geld entschieden hat.
Im neuen Carytale-Podcast über Axel Springer habe ich aber mit Flo Adomite diskutiert, dass das heute aus meiner Sicht fast schon ein bisschen anders aussieht.
Durch KI-Sorgen haben die Aktien von Kleinanzeigenfirmen wie Scout24, Baltic Classifieds oder SIP Recruiter seit April 2025 nämlich um die 20% an Börsenwert verloren.
Die Aktien von der News Corp oder der New York Times sind in derselben Zeit über 10 und über 30 Prozent hoch.
Die Börse schätzt starke Medienmarken in Zeiten von KI also scheinbar stabiler ein als so digitale Plattformen.
Und tendenziell würde ich auch sagen, dass gerade die großen journalistischen Marken auch in Zeiten von KI eine gute Chance haben.
Denn erstens werden Marken ein wichtiger Filter.
Auf Social Media kann es immer mehr sein, dass einem reingefakte KI-Inhalte gezeigt werden.
Das zu filtern wird irgendwann super schwierig.
Und da helfen eben große, bekannte Marken.
Zweitens ist ein Teil journalistischer Arbeit automatisierbar.
Das bringt mehr Konkurrenz, macht die Verlage aber effizienter.
Und der wichtigste Teil der journalistischen Arbeit, nämlich Infos das erste Mal übers eigene Netzwerk zu erfahren oder anders investigativ zu recherchieren, das wird durch KI nicht so schnell ersetzt.
Am Ende könnten diese Argumente auch ein Grund dafür gewesen sein, dass Axel Springer vor ein paar Wochen für fast 700 Millionen Euro The Telegraph gekauft hat, also noch eine klassische alte Medienmarke.
Aber in Springer kann man an der Börse hier eben...
nicht mehr investieren und es wäre durch den Markenmix auch nicht so einfach zu analysieren.
Alternativ gibt es eben zum Beispiel die News Corp, die mit dem Wall Street Journal auch eine sehr starke Marke hat, aber die News Corp hat auch andere Marken, die nicht so stark sind und zum Beispiel einen großen Buchverlag und auch eine Immobilienplattform.
Das reinste Medieninvestment bleibt damit die New York Times und ich habe hier in den letzten Jahren schon ein paar Mal darüber geredet, dass die ihre Digitaltransformation einfach sehr gut hingekriegt haben.
Auch letztes Quartal ist der Umsatz wieder über 10% gewachsen, getrieben von 16% Wachstum bei den Digitalabos.
Und dazu kommt, dass die Aktie gerade mit 11 Milliarden Dollar bewertet wird, da mit dem 23-fachen vom erwarteten Gewinn, das ist nicht günstig, aber der Schnitt der letzten drei Jahre sind das 27-fache.
Fairerweise muss man zu dieser günstigeren Bewertung zumindest auf dem Schirm haben, dass es im KI-Bereich nicht nur die positiven Seiten von oben gibt, sondern auch die Seite, dass durch KI-Zusammenfassungen, zum Beispiel bei Google, tendenziell immer weniger Besucher auf Medienseiten kommen.
Das ist bei der New York Times wohl kein massiver Effekt, weil viele direkt in die App oder auf die Seite gehen, aber es ist trotzdem spürbar.
Dazu hat die Times gerade zum Beispiel ein Gerichtsverfahren gegen OpenAI laufen, weil die aus ihrer Sicht illegal die Times-Inhalte zum Training der KI genutzt haben.
Wenn das so ist, könnte von den KI-Firmen deutlich mehr Geld kommen.
Erst letzte Woche hat die Trump-Regierung aber gesagt, dass sie bei dem ganzen Thema auf der Seite von OpenAI steht.
Also wie so oft bei günstigeren Bewertungen gibt es auch Gründe dafür, wenn man langfristig ans Medienbusiness glaubt und sich da keine Sorgen um die KI macht, gibt es die Aktie aber eben gerade günstiger als in den letzten Jahren.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
