# Tesla, VW, Xiaomi: Strategic Shifts in Auto & Tech

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-07

## Transcript

Tesla enttäuscht beim Robotaxi-Start, Xiaomi kommt bald mit Autos nach Europa, Blue Do Lemon steckt massiv in der Krise und VW einigt sich auf Massenentlassungen.
Viel los an der Börse und die Infos dazu gibt's jetzt.
Mein Name ist Christoph Damm, heute ist Montag, der 7.
September und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbank-Lizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,6% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben, auch für Kinderkonten und im PrimePlus-Broker.
Sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagensicherung greift.
Jetzt aber los mit den News.
Tesla ist am Freitag um die 5% gefallen, weil das lang erwartete Cybercap-Event enttäuscht hat.
Das Cybercap ist Teslas Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale und seit Donnerstag kann man in einem abbegrenzten Bereich rund um Austin in Texas per App eine Fahrt darin buchen.
Das klingt erstmal nach einem großen Moment, aber das Event war für Tesla-Verhältnisse ungewöhnlich unspektakulär.
Es gab zum Beispiel keinen Livestream und Elon Musk ist gar nicht aufgetaucht.
Außerdem gibt es noch wenig Details zu Preis, Produktionstempo und Zulassungen.
Und es gibt auch schon erste Pannen.
Kunden berichten unter anderem von Fehlern bei der Routenplanung und von verpassten Zielen.
Dazu kommt regulatorischer Ärger.
Die US-Verkehrsbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Tesla das CyberCap überhaupt korrekt als sicher zertifiziert hat.
Dazu muss man wissen, dass Autobauer in den USA ihre Fahrzeuge nicht vorab genehmigen lassen müssen, sondern selbst zertifizieren, dass sie die Sicherheitsstandards erfüllen.
Diese Standards stammen aber aus einer Zeit, in der niemand an ein Auto ohne Lenkrad und Pedale gedacht hat.
Die Behörde schaut also jetzt genauer hin, wo die Autos schon auf der Straße sind.
Tesla will hier keine Sondergenehmigung beantragen, sondern sagt, dass das Cybercap schon nach den bestehenden Regeln zulässig ist.
Es gibt aber einen Fall, wo es anders war, nämlich bei Konkurrent Zooks.
Das ist eine Tochter von Amazon.
Nach jahrelangem Streit mit der Behörde musste die Firma eine Ausnahmegenehmigung beantragen und die ist begrenzt auf 2500 Fahrzeuge pro Jahr.
Für Teslas Robotaxi-Strategie wäre deshalb wichtig, keine Ausnahme beantragen zu müssen.
Ansonsten war der Freitag mal wieder ein schlechter Tag für Softwarefirmen, zum Beispiel für UiPath und Asana, die beide Zahlen gebracht haben.
Dahinter steckt mal wieder die Angst, dass KI ihnen das Geschäft wegnimmt.
UiPath macht Automationssoftware und ist mehr als 15 Prozent gefallen, obwohl die Zahlen über den Erwartungen gelegen haben und die Firma sogar die Jahresprognose angehoben hat.
Aber es gibt andere Firmen, die beim KI-Wandel schneller sind, zum Beispiel Salesforce, das ja vor kurzem eine Kooperation mit Anthropic angekündigt hat.
Salesforce-Funktionen sind jetzt also direkt in Cloud integriert und genau solche KI-Agenten könnten künftig immer mehr Aufgaben übernehmen, für die Unternehmen heute noch spezielle Software wie eben die von UiPath einsetzen.
Gleichzeitig versucht aber UiPath selbst, KI zum Wachstumstreiber zu machen.
18 der 20 größten Deals im letzten Quartal hatten nämlich schon KI-Komponenten.
Und fast dasselbe Bild beim Projektmanagement-Software-Hersteller Asana.
Die Zahlen waren über den Erwartungen, trotzdem ging es für die Aktie fast 15 Prozent runter, weil Ausblick und Marge enttäuscht haben.
Unter anderem, weil Asana gerade kräftig in die KI-Infrastruktur investiert.
Muss man aber ein bisschen differenziert sehen, denn KI kostet Asana zwar gerade Marge, ist aber gleichzeitig ein echter Wachstumstreiber.
Die neuen KI-Produkte machen mittlerweile nämlich ein Viertel vom neu dazugewonnenen wiederkehrenden Umsatz aus.
Gut gelaufen sind dafür Chip-Aktien wie SanDisk, Micron oder SK Hynix, die zwischen 6 und 12 Prozent gestiegen sind.
Auslöser war OpenAIs neues KI-Modell GPT-6 Astra, das in ersten Tests überraschend gut abgeschnitten hat.
Das hat offenbar wieder die Fantasie angeheizt, dass die gigantischen Investitionen in KI-Infrastruktur tatsächlich weitergehen und davon profitieren gerade eben die Speicherchip-Hersteller besonders.
Dann gab es am Freitag nach Börsenschluss zwei völlig unterschiedliche Nachrichten von zwei Pharmafirmen.
Erstmal die gute.
AstraZeneca hat in den USA die Zulassung für einen neuen Brustkrebswirkstoff bekommen.
AstraZeneca traut dem Medikament langfristig mehr als 5 Milliarden Dollar Jahresumsatz zu.
Analysten tippen fairerweise eher auf 2 Milliarden Dollar.
Die Aktie ist nach Börsenschluss leicht gestiegen.
Es gab aber eben auch eine schlechte Nachricht, die kam nach Novartis.
Deren Herz-Kreislauf-Hoffnung Pilla Carson eigentlich als möglicher Blockbuster gehandelt, hat die entscheidende Studie nicht geschafft.
Das Mittel konnte das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht senken.
Die Aktie ist daraufhin im nachbörslichen Handel um die 5% gefallen.
Aber das ist nichts gegen die Lululemon-Aktie, die nach schwachen Zahlen fast 20 Prozent verloren hat.
Die Kollegen haben nämlich zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose gesenkt, weil zum einen das wichtige Geschäft in Amerika weiterschwächelt, zum anderen macht aber auch China Probleme.
Dort ist der Umsatz um fast 10 Prozent gefallen, obwohl Analysten ein Plus von fast 15 Prozent erwartet haben.
Ab Dienstag übernimmt Heidi O'Neill als neue CEO und sie hat einiges aufzuräumen.
Gutes Beispiel Leggings.
Die waren lange das Kernprodukt von Ludo Lemon.
Jetzt sind die Verkäufe um die 20 Prozent eingebrochen.
Gleichzeitig verliert die Firma in Nordamerika Kunden an jüngere Konkurrenten wie Aloe und Vrory.
O'Neill will deshalb stärker auf die Kernprodukte setzen.
Das Sortiment soll also kleiner werden, stärker auf lokale Geschmäcker eingehen und wieder innovativer werden.
Außerdem soll Lululemon weniger auf Rabatte angewiesen sein und die Expansion bei den Stores soll gebremst werden.
Kurz im Hintergrund, O'Neill war mehr als 25 Jahre bei Nike und hat zuletzt das weltweite Konsumenten- und Produktgeschäft geleitet.
Auch an der Börse hat Lululemon übrigens einiges an Vertrauen verloren.
Die Aktie steht dieses Jahr schon rund 50 Prozent im Minus.
Und kurzfristig sieht es auch erstmal nicht gut aus.
Für das dritte Quartal rechnet Lululemon mit einem Umsatzrückgang um die 10 Prozent.
Aber ich will nicht nur mit schlechten Nachrichten in die Woche starten.
Auf der positiven Seite gab es die große Wende bei Volkswagen.
Da ist nämlich der befürchtete Eklat ausgeblieben, denn der VW-Aufsichtsrat hat dem Sparpaket vom Konzernchef Blume doch noch zugestimmt.
Die Aktie hat es gefeiert, lag am Freitag zwischendurch um die 10 Prozent im Plus.
Am Ende waren es noch 6 Prozent.
Beschlossen würde, dass zusätzlich nochmal 50.000 Stellen weltweit wegfallen, etwa die Hälfte davon in Deutschland.
Und die Produktionskapazität in Europa soll um 500.000 Fahrzeuge sinken.
Mit diesen Maßnahmen will VW seinem Ziel näher kommen, eine operative Marge von rund 9% bis 2030 zu schaffen.
Aktuell sind es eher 4%.
Spannend ist aber auch, was nicht beschlossen wurde.
Es ging nämlich auch darum, ob man die Kernmarke VW ausgliedert.
Dagegen hat sich vor allem das Land Niedersachsen gewährt, weil es um seinen Einfluss fürchtet.
Die Entscheidung darüber wurde aber erst mal vertagt.
Es droht also später Widerstreit.
Genauso unsicher steht es um die vier VW-Werke, die vielleicht sogar geschlossen werden sollen im schlimmsten Fall.
Für die würde nämlich auch noch keine Lösung gefunden.
Coca-Cola weiß offenbar ziemlich genau, was wir trinken wollen.
Und das liegt auch an 50.000 ziemlich cleveren Automaten.
Wie Coke damit neue Getränke testet und Trends aufspürt, das sagt euch Pascal.
18 Milliarden Dollar Börsenwert hat Coca-Cola nach den letzten Quartalszahlen an einem Tag zugelegt.
Für eine fast 400 Milliarden Dollar schwierige Tränkefirma keine schlechte Reaktion.
Wie Noah euch vor ein paar Wochen schon hier erklärt hat, lag das vor allem an übertroffenen Erwartungen, steigenden Margen und einer angehobenen Jahresprognose.
Coke will dieses Jahr bis zu 10% mehr gewinnen als noch 2025 machen.
Mein Depot wird's freuen.
Nur wie kann Coca-Cola mit ohnehin schon riesigem Business noch immer weiter wachsen?
Ein Grund heißt Freestyle.
Wer letztens mal in einem Fastfood-Restaurant gegessen hat, hat vielleicht sein Getränk an einer großen roten Maschine im Coke-Design ausgewählt.
Was vielen aber nicht klar ist, Coca-Cola weiß genau, was man ausgewählt hat.
Freestyle-Maschinen gibt es seit 17 Jahren.
Weltweit gibt es um die 50.000 und haben seitdem mehr als 15 Milliarden Liter an Softdrinks ausgegeben.
Jeder Drink geht nach Atlanta.
Im sogenannten Equipment Innovation Center verfolgt der Konzern in Echtzeit, welche Drinks gerade im Trend sind und welche vielleicht ein Update brauchen.
Wie das läuft, sieht man bei zwei Coke-Produkten.
Einmal Coca-Cola Orange Cream, das an den Freestyle-Maschinen funktioniert hat und dann als Sonderedition in den Handel gebracht wurde.
Aber auch in Europa experimentiert man.
Hier hat Coca-Cola die Coca-Cola Zero Zero, also ohne Koffein und ohne Zucker, neu aufgelegt und sie hat gerade in den Abendstunden für mehr Absatz gesorgt.
Dabei bleibt es nicht.
Zum einen hat Coca-Cola eine neue Freestyle-Maschine entwickelt, die auch Dirty Soda mixen kann.
Das sind Trendgetränke, die eine Cola oder Fanta um Sahne, Sirup oder Fruchtsaft ergänzen.
Zum anderen gibt es Freestyle-Maschinen mit mehr als 16 Getränken.
Die sind dann besonders für Hotels und Bars gedacht, wo jeder Zentimeter zählt.
Coca-Cola will so nicht nur auf Softdrink-Trends schneller und mehr reagieren, sondern will auch seine Maschine in immer mehr Läden bringen.
Denn mit den eigenen Maschinen gibt es auch schon länger White-Label-Lösungen, für zum Beispiel bei Wendy's.
Und es kommen neue Kunden wie die Hotelkette Marriott dazu, die dann auch mit Freestyle-Minis bedient werden können.
Das lohnt sich.
Mehr Maschinen in mehr Läden heißt mehr margenstarkes Konzentrat und weniger Abfüllergeschäft.
Aber die rund 18 Milliarden Dollar Börsenwert Plus kamen von den Margen und der Prognose nicht von den Freestyle-Maschinen.
Und nach fast 30% Plus in diesem Jahr kostet die Aktie jetzt rund das 26-fache des erwarteten Gewinns.
Ein Tick mehr als im Schnitt der letzten Jahre.
Ihr habt es wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, aber letzte Woche war die internationale Funkausstellung in Berlin.
Viele wirklich börsenrelevante News gab es da nicht, aber eine dann doch.
Xiaomi hat angekündigt, ab 2027 E-Autos in Deutschland zu verkaufen.
Drei Autos wurden dafür gezeigt und Deutschland soll der erste Markt in Europa werden.
Dass Xiaomi überhaupt Autos baut, ist noch ziemlich neu.
Trotzdem hat das Geschäft den Konzern in Rekordzeit verändert.
2024 kam das erste E-Auto.
2025 wurden schon über 410.000 Stück ausgeliefert.
Der Gesamtumsatz lag 2025 bei fast 65 Milliarden Dollar.
Fast ein Viertel davon hat die Autosparte ausgemacht.
Ein Jahr vorher waren es nur 10 Prozent.
Das Auto ist auch aus einem guten Grund so wichtig geworden.
Das alte Kerngeschäft bröckelt nämlich.
Xiaomi ist ja einer der größten Handyhersteller der Welt, aber der Marktanteil ist von einem Spitzenwert von fast 17 Prozent im zweiten Quartal 2021 auf aktuell 11 Prozent gefallen.
Dazu kommt ein hausgemachtes Problem.
Xiaomi ist groß geworden mit einem Versprechen.
Das heißt, viel Technik für wenig Geld.
Mit der Hardware selbst verdient Xiaomi vergleichsweise wenig.
Das Geld kommt stärker aus dem, was danach kommt.
Werbung und digitale Dienste auf diesen vielen Geräten.
Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Xiaomi-Handys waren 2025 weltweit gerade mal 155 Dollar.
Genau deshalb treffen auch die steigenden Speicherpreise den Konzern so hart.
Denn wir haben ja schon oft darüber gesprochen, dass die Preise für Speicherchips explodiert sind wegen der Nachfrage durch den KI-Boom.
Diese Kosten kann Xiaomi im Billigsegment kaum weitergeben.
Die Marge im Handygeschäft ist deshalb auf ein Mehrjahrestief gefallen.
Um gegenzusteuern, versucht Xiaomi jetzt, mehr teure Geräte zu verkaufen.
Auch im letzten Analysten-Call war das ein wichtiges Thema.
Laut Firmenpräsident Lu lagen die Speicherpreise in der Spitze beim Fünffachen des Vorjahres und waren damit teurer als gedacht.
Bei den Prozessoren, da macht Xiaomi sich gerade unabhängiger und baut eigene Chips.
Das ist Teil des größeren Plans, alles aus einer Hand zu liefern.
Also eigener Chip, eigene KI und eigenes Betriebssystem, damit dann mal Handy, Auto und Haushaltsgeräte, die ja auch von Xiaomi kommen, einfacher kommunizieren können.
Das machen aber die Konkurrenten wie Samsung und Apple auch.
Die teuren Speicherchips, die muss Xiaomi aber weiter zukaufen.
Und damit sind wir eben wieder bei der Wachstumshoffnung Auto.
Die Bruttomarge der neuen Sparte ist sogar höher als die von den Handys.
Nur verdient sie unterm Strich noch nicht zuverlässig Geld, auch weil Xiaomi massiv in Forschung und KI investiert.
2025 war die Sparte das erste Mal knapp operativ profitabel.
Im ersten Halbjahr 2026 gab es aber wieder Verluste.
Trotzdem, die Nachfrage nach den Xiaomi-E-Autos war zeitweise riesig.
Auf den YU7 hat man bei der Einführung fast ein Jahr gewartet.
Inzwischen sind die Wartezeiten stark gesunken und auch die Auslieferungen liegen deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang.
Trotzdem ist der Europastaat gut getimt, weil Tesla hier in den letzten Jahren geschwächelt hat und eben stärkere Konkurrenz aus China bekommt.
Die Probleme von Xiaomi sieht man auch an der Aktie.
Im Sommer 2025 war die Firma fast 200 Milliarden Dollar wert.
Heute sind es weniger als 100 Milliarden.
Ein Teil vom Brücksetzer war aber auch das Ablassen einer sehr hohen Bewertung nach einer starken Rallye.
Andere chinesische Tech-Werte haben im gleichen Zeitraum aber deutlich weniger verloren.
Trotzdem ist es alles andere als sicher, dass die E-Auto-Wette aufgeht und mit einem erwarteten KGV von 23 ist die Aktie davon abhängig.
Es ist kein Kia, es ist kein Mazda, also es sind nicht die typischen Asiaten, es ist auch kein Toyota, es ist auch kein Hyundai, es ist ein Xiaomi.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Guten Start in die Woche euch, tschüss!
