# VW Restructuring and Market Volatility Analysis

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-09-05

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Und es war leider eine Bärenwoche.
Sowas von der DAX hat 1,9 Prozent verloren.
Gegenwind kam zum Beispiel vom Ölpreis, der wieder deutlich angestiegen ist, nachdem am Wochenende USA und Iran sich wieder gegenseitig beschossen haben und diese Eskalation im Nahen Osten wieder aufgeflammt ist.
Und das hat dann wieder die Anleiherenditen global nach oben getrieben, auch in Deutschland auf ein neues 15-Jahres-Hoch.
Und das alles war Gegenwind.
Und da half es dann auch nicht, dass die...
führenden Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen deutlich angehoben haben.
IFO und das IWH in Halle, die sehen ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent für das Jahr 2026.
Ich sag's doch, die Wirtschaftswende ist da.
Nur an der Börse war sie nicht zu sehen.
Der Bär hat endlich auch mal wieder eine Wette gewonnen.
Wobei in Amerika war es gar nicht so schlecht, wie die amerikanischen Börsen sind.
Plus, minus, null die Woche.
Wir hatten am Freitag noch Arbeitsmarktzahlen.
Die waren so ein bisschen zweischneidig.
Es sind sehr viele neue Stellen geschaffen worden.
Das ist positiv.
Aber wenn es halt zu viele sind, dann ist es wieder negativ, weil dann die Angst ist, dass dann im September schon die Zinsen anheben muss.
Aber was wieder positiv war an dem Arbeitsmarktreport, die Löhne sind nicht mehr.
Obwohl so viele neue Stellen geschaffen worden sind, nicht übermäßig gestiegen.
Insofern war es dann eigentlich unterm Strich so plus minus null.
Aber es war eine Bärenwoche beim DAX.
Und damit habe ich wir wollen.
Unser Thema der Woche.
Das Sanierungskonzept von VW ist überraschend früh verabschiedet worden.
Bereits gestern Abend kam es plötzlich über die Ticker.
Damit hatte keiner gerechnet.
Eigentlich hatten wir erst für heute, auch am späten Nachmittagabend, diese Aufsichtsratssitzung erwartet, bei der dieses Sanierungskonzept besprochen werden sollte.
Da hat man sich tumultartige Sehnen erwartet, dass es einen massiven Eklat gibt, dass es Streitereien gibt.
Im Vorfeld bereits waren die Fronten verhärtet, aber nichts.
Man hat sich früher und einstimmig geeinigt und das ist ein gutes Zeichen.
Die Kernpunkte sind vor allem der Abbau von weiteren 50.000 Stellen zusätzlich zu den 50.000, die bereits im Jahr 2024 beschlossen sind.
Also man verdoppelt auf 100.000.
Dann will man die Produktpalette halbieren, die Modellpalette.
Und man hat immer noch die vier angeschlagenen Werke, die angezählt bleiben.
Aber es wurde noch nicht entschieden, wie es weitergehen soll.
Ob es dann tatsächlich Anfang der 30er Jahre, wenn die Produktion in den Werken ausläuft, dort tatsächlich.
Was man sagen muss, was positiv ist und was auch die Aktie gutiert hat oder die Börsianer gutiert haben, man hat sich auf einen Rechtsstrukturierungsplan geeinigt.
Den gibt es jetzt.
Das haben viele nicht erwartet.
Die Erwartungen waren niedriger.
Deswegen hat die Aktie so 7, 8 Prozent plus gemacht.
Aber einen Rechtsstrukturierungsplan verabschieden ist das eine, den auch exekutieren.
ist das andere.
Und das konnte ich noch nicht so richtig sehen, weil nach dieser Einigung kamen dann die Gewerkschaften, der Betriebsrat, jeder hatte eine andere Idee.
Nee, das passiert noch.
Du hast die Werke angesprochen, die vier, wo man überhaupt noch nicht weiß, was passiert.
Da hängen übrigens noch mal 40.000 Jobs dran.
Und da hieß es, nee, nee, wird fortgeführt, nee, nee, wird das gemacht.
Es ist immer noch drunter und drüber.
Und das ist das Problem.
Für diese 50.000 Menschen muss man jetzt ...
Pro Arbeitsplatz 200.000 Abfindungen.
Das sind 10 Milliarden pro Gramm, was man da verabschieden muss.
Und 10 Milliarden, das wegfließt.
Das zweite Problem, was man noch hat, man muss noch ganz viel ausgeben für die ganze Elektromobilität.
Da braucht man noch und für Software und solche Sachen.
Da muss man 135 noch ausgeben.
Und das ist relativ viel Cash.
Und gleichzeitig hat man die Probleme, die man noch hat.
Überkapazität in Europa, aus China gibt es weiter Konkurrenz.
Das ist ja auch nicht gelöst.
Also man macht diese Restrukturierung, während das Umfeld sich verschlechtert.
Und das ist eben nichts Positives.
Deswegen will ich erst mal sehen, dass da wirklich was passiert, dass man irgendwie an einem Strang zieht und nicht jeder irgendwie eine andere Einigung sieht.
Das ist ja ein bisschen politische Verkaufe.
Aber Fakt ist, man hat sich auf dieses Sanierungskonzept geeinigt.
Und das ist schon wirklich eine Meisterleistung.
Die Situation ist ja immer ganz schwierig bei VW, weil da drei Parteien am Tisch sitzen.
Arbeitnehmervertreter, die Kapitalseite und dann eben noch das Land Niedersachsen, das als SPD-geführtes Land dann auf der Arbeitnehmerseite sitzt.
Und deswegen tut man sich da besonders schwer, solche Sanierungen durchzusetzen.
Trotzdem ist es Oliver Blume und auch dem Aufsichtsratschef Pötzsch gelungen.
Und das gilt wirklich als Meister.
Leistung, vor allem Blum ist, der offenbar doch ein guter Verhandler ist und das Ganze dann durchgebracht zu haben.
Und das sagen ja auch Analysten heute, dass es wirklich ein großer Durchbruch ist und dass das wirklich das größte Transformationskonzept in der Geschichte von Volkswagen ever ist.
Und ich finde, das muss man schon honorieren und die Aktie eben hat es ja auch gezeigt, dass das positiv aufgenommen wird.
Haut der schon drauf und redet noch so, wird das sehen wir nicht, Steffner.
Also, was man dazu sagen muss, wenn jetzt alle den Schuss gehört hätten.
Du tust ja wirklich gerade sowas, ja, das ist anerkannt.
Der Blume hat seinen Job ein bisschen gefestigt, das ist für ihn positiv, ja.
Aber ist es jetzt für die dauerhafte Zukunft von VW, dieses Zukunftsgabe 2030, ist das so positiv?
Und da wäre ich mir nicht so sicher.
Denn wenn man das gewollt hätte, hätte man ja gesagt, für diese vier Werke versuchen wir die Kosten runterzubringen.
Wie kriegt man Kosten runter?
Man kann ja sagen, okay, dann nehme ich die Löhne runter.
Niedrigere Löhne will niemand haben.
Und deswegen hätte man genauso einfach sagen können, okay, wir machen eine 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich.
Und dann hätte man einfach 10 Prozent die Kosten runterbekommen.
Wenn man überlegt, 75 Euro Kostenstunde in Deutschland, 24 in Tschechien.
Und das zeigt mir am ehesten, wenn man dazu nicht bereit ist, als Arbeitnehmer das zu machen oder als Gewerkschaft, dann ist die Restrukturierung nicht so viel wert.
Das versucht ja Herr Kellenius gerade zum Beispiel bei Mercedes und ist da auf Granit gestoßen.
Offenbar muss die Situation in der deutschen Automobilindustrie insgesamt noch viel schwieriger werden, bevor der Arbeitnehmer, man muss ja sehen, dass die deutlich überdurchschnittlich verdienen.
Über 44 Prozent mehr als der Durchschnittsarbeiter in Deutschland verdient ein Autoarbeiter.
Und bei Porsche zum Beispiel einer VW-Tochter, da gibt es 40 Prozent, die mehr als 100.000 Euro verdienen, der Mitarbeiter.
Also da gibt es schon noch einiges Speck auf den Rippen, den man abschneiden kann.
Das muss sicherlich passieren.
Aber ich glaube, es ist ein Anfang gemacht.
Und ich glaube, dass es jetzt eben ein gutes Zeichen auch für die Aktie ist.
Das könnte wirklich eine Wende sein.
Die Aktie ist ja massiv abgestraft worden.
Unter 70 Euro gefallen.
38 Milliarden nur noch ist dieser ganze VW-Konzern wert, der ja auch Ertragsperlen wie Skoda im Portfolio hat.
Und ich glaube, das könnte jetzt eine Wende sein.
Analysten sehen Kursziel von über 100 Euro.
Dahin sollte die erste Etappe gehen.
Ich bin nicht investiert.
Ich bin investiert, 40 Prozent im Minus.
Ich muss jetzt nicht weiter investieren.
Ich will wirklich erst mal sehen, dass da wirklich alle an einem Strang ziehen.
Und das wäre diese 40-Stunden-Wahrung.
Du hast gesagt, Skoda ist eine Perle.
Tschechien 24 Euro Stundenlohn.
Deutschland 75.
Da ist doch offensichtlich, wie man das hinkriegt.
Und wenn man das aber nicht hinbekommt, dann merke ich, das ist noch nicht das Restrukturierungsprogramm.
Deswegen bleibe ich erst mal.
fern davon.
So, wir müssen uns beeilen mit Bulle und Bär.
Mein Bulle ist Robin Hood.
Die haben nämlich in dieser Woche ein neues Jahreshoch erreicht.
Und da gab es einen Kurssprung gestern von fast 20 Prozent, weil man plötzlich die Aktie anders sieht, auch von Analystenseite.
Man sieht ihre Blockchain, man sieht, dass sie im Kryptomarkt aktiv sind.
Davon hat man profitiert im Vorhersagemarkt.
All das wurde honoriert und die Aktie hat eben ein neues Jahr.
Meine Bär der Woche ist Take Two Interactive, obwohl die demnächst das...
große GTA 6-Spiel rausbringt.
Problem ist da aber, die haben in dieser Woche oder vergangene Woche haben sie so ein Netflix-Video gezeigt, wo man schon so ein bisschen was sehen konnte und ganz viele Leute dann zuguckt.
Aber das Problem war, da ist möglicherweise zu viel Fantasie schon drin.
50 bis 60 Millionen Abrufe, also Downloads für das Spiel sind schon eingebracht und da kann es möglicherweise nicht besser werden.
Deswegen ist die Aktion runtergegangen.
Trotzdem ganz spannend, aber wie gesagt, wenn die Erwartungen zu hoch sind, dann geht es eben mal runter wie diese Woche.
Nächste Woche, ich hoffe, dass es wieder nach oben geht.
Aber es gibt ein paar Ungewissheiten.
Wie geht die Wahl in Sachsen-Anhalt aus?
Wie reagiert die Börse darauf?
Gewiss ist eher, dass die EZB die Zinsen anheben wird.
Das ist eingepreist.
Deswegen gibt es vielleicht Entspannung an der Zinsfront.
Ich würde denken, der DAX macht noch eine zweite Minus.
Insofern bleibe ich.
September.
Ja, September.
Das war's für diese Woche bei Defna und Chapitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und schau, wer wissen will, was die Wahlen in Sachsen-Anhalt für Auswirkungen haben, hört auch den Podcast ab Dienstag bei Rät und überall, wo es Podcast gibt.
